[0001] Die Erfindung bezieht auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verbrennung von
Abfällen gemäß dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 9.
[0002] Abfälle als Brennstoff gesehen sind in ihrer Zusammensetzung sehr inhomogen. Ihre
Eigenschaften wie Heizwert, Zündfähigkeit und Abbrandgeschwindigkeit schwanken in
einem sehr breiten Bereich. Zur Verbrennung gelangen Abfälle, die bespielsweise aus
organischem Restmüll, Industrieabfällen, Holz, Steinen, Kunststoffen, Glas, Keramik,
Papier und Pappe bestehen. Die Abfälle werden in einer solchen Kombination zur Verbrennung
bereitgestellt, daß immer ein bestimmter Anteil an brennbaren Bestandteilen enthalten
ist. Die für die Verbrennung vorgesehenen Abfälle liegen in unterschiedlicher Größe
vor. Zudem weisen sie unterschiedliche Anteile an Wasser auf, was bei der Verbrennung
berücksichtigt werden muß. Im Gegensatz dazu sind die Zusammensetzungen und die chemisch-physikalischen
Eigenschaften von Brennstoffen wie Kohle, Gas und Öl bekannt. Anders als bei den obengenannten
Abfällen ist es hierbei problemlos möglich, eine Verbrennungsanlage für diese Brennstoffe
zu optimieren.
[0003] Verbrennungsanlagen für Abfälle werden bisher meist mit geringem Automatisierungsgrad
gefahren. Bei den meisten bisher bekannten Anlagen dieser Art ist eine Warte vorgesehen,
die von wenigstens einem Operateur betreut wird. Dem Operateur obliegt die Aufgabe,
die Verbrennungsführung dem jeweils anfallenden Brennstoff anzupassen. Er ist dabei
auf seine persönliche Beobachtung des Verbrennungsprozesses angewiesen. Bei den meisten
Verbrennungsanlagen ist wenigstens eine Videokamera vorgesehen, die über dem Verbrennungsraum
angeordnet ist. Korrigierende Eingriffe in den Verbrennungsprozeß können allerdings
nur nachträglich erfolgen, d. h. dann, wenn sich eine Änderung der Zusammensetzung
des zu verbrennenden Abfalls durch eine Änderung der Verbrennungsqualität bemerkbar
gemacht hat. Dann ist es für korrigierende Eingriffe in der Regel oft schon zu spät.
Ein so gefahrener Verbrennungsprozeß wird immer mehr oder weniger stark um seinen
optimalen Betriebspunkt schwanken. Um diese Schwankungen zu minimieren, sind Versuche
im Gang, den Automatisierungsgrad der Verbrennung von Abfällen zu erhöhen. Hierfür
wurden beispielsweise spezielle Meßwertaufnehmer im Verbrennungsraum installiert,
die den Verbrennungsprozeß beobachten. Die hierbei gewonnenen Informationen, die der
Operateur bis jetzt visuell erfaßt hat, werden automatisch erfaßt und unmittelbar
einem die Verbrennung steuernden System als Korrekturfaktor zur Verfügung gestellt.
[0004] In der EP-A-0 317 731 wird vorgeschlagen, den Bereich der Abfallaufgabe auf dem Verbrennungsrost
mit optischen Strahlungsempfängern zu beobachten, denen optische Filter vorgeschaltet
sind, welche die von H
2O- bzw. CO
2-Molekülen emittierte elektromagnetische Strahlung selektiv erfassen. Der so gewonnene
Indikator für den Wassergehalt des Abfalls wird zur Regelung der Verbrennung als Störgröße
der Regelvorrichtung zugeleitet. Mit dem hier beschriebenen Verfahren wird ein Signal
gewonnen, das Auskunft über den Wassergehalt des Abfalls gibt, bevor der Abfall verbrannt
wird, so daß die Verbrennungsparameter unmittelbar dem verbrennenden Müll angepaßt
werden können. Nachteilig an diesem Verfahren ist jedoch, daß die Zeit von der Aufgabe
des Abfalls in der Aufgabezone bis zur Verbrennung auf dem Rost zu kurz ist, als daß
sich Änderungen der Verbrennungsparameter noch positiv auswirken können. Die Totzeiten
bei diesem Verfahren liegen in der Größenordnung von 30 bis 60 Minuten. Die Transportzeit
von der Aufgabezone des Abfalls in die Hauptverbrennungszone dagegen im Bereich von
10 Minuten. Bei dem hier beschriebenen Verfahren wird der Wassergehalt des Abfalls
nur aus dem an der Oberfläche verdampfenden Wasser ermittelt. Das im Inneren des Abfalls
enthaltene Wasser wird nicht erfaßt, und kann deshalb bei der Steuerung der Verbrennung
nicht berücksichtigt werden.
[0005] In der EP-A-0 352 620 ist ein Verfahren beschrieben, bei dem der Rost, auf dem die
Verbrennung des Abfalls erfolgt, mit Hilfe einer Videokamera beobachtet wird. Das
erhaltene Videobild wird automatisch mittels eines Rechners verarbeitet. Aus den hieraus
gewonnenen Signalen werden Informationen über den Verbrennungsverlauf, wie beispielsweise
die Temperaturverteilung und die Lage der Hauptbrandzone hergeleitet und dem Prozeßleitsystem
dann als Steuerungsgröße zugeführt. Mit diesem Verfahren ist eine vorausschauende
Fahrweise der Müllverbrennung nicht möglich, da nur die Oberflächentemperatur auf
dem Rost erfaßt wird. Glut oder Schwelnester unter der Oberfläche des zu verbrennenden
Mülls, die den Verbrennungsablauf beeinflussen, bleiben unberücksichtigt.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren aufzuzeigen, das
eine vorausschauende Fahrweise der Verbrennung von Abfällen aller Art ermöglicht,
so daß bereits vor der Verbrennung des anstehenden Abfalls bekannt ist, auf welche
Parameter die Feuerung einzustellen ist. Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung aufzuzeigen, mit der dieses Verfahren durchgeführt werden kann.
[0007] Ein Verfahren mit dem diese Aufgabe gelöst wird, ist in Patentanspruch 1 offenbart.
[0008] Eine entsprechende Vorrichtung zur Verbrennung von Abfällen ist in Patentanspruch
9 offenbart.
[0009] Die Verbrennung von Abfällen kann nur dann am besten durchgeführt werden, wenn die
Zusammensetzung bzw. die Beschaffenheit der Abfälle vor der Verbrennung ermittelt
und ihre Verbrennung vollständig auf diese ermittelten Informationen abgestimmt wird.
Einer der wichtigsten Faktoren für eine optimale Verbrennung ist die Kenntnis über
den Wassergehalt der Abfälle. Ist der Wassergehalt von Abfällen, die zur Verbrennung
anstehen, sowohl an deren Oberfläche als auch in deren Innerem bekannt, so ist eine
vorausschauende Steuerung der Verbrennung ohne größere Probleme möglich.
[0010] Erfindungsgemäß wird der Wassergehalt der zur Verbrennung anstehenden Abfälle einige
Minuten vor der Verbrennung mit Hilfe von Mikrowellensignalen ermittelt. Die Ermittlung
des Wassergehaltes der Abfälle erfolgt bereits im Zuteilungsschacht, und zwar so rechtzeitig,
daß die ermittelte Information bei der Verbrennung vollständig zur Verfügung steht.
[0011] Hierfür werden senkrecht zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes, in dem die Abfälle
zu einem für die Verbrennung vorgesehenen Rost tranportiert werden, Mikrowellensignale
ausgesendet. Durch den Wassergehalt der Abfälle werden Signalschwächungen und/oder
Phasenveränderungen bei diesen Mikrowellensignalen verursacht. Diese werden zur Ermittlung
des Wassergehaltes in den Abfällen ausgewertet. Hierfür werden Mikrowellensignale
von einer ersten inneren Wand des Zuteilungsschachtes zu der gegenüberliegenden Wand
ausgesendet und dort empfangen. Die durch die Abfälle geschickten Mikrowellen erfahren
dabei eine Signalschwächung und/oder Phasenveränderung. Hieraus wird dann durch Vergleich
der gesendeten und empfangenen Mikrowellensignale der Wassergehalt der gerade untersuchten
Abfälle ermittelt. Die hiebei gewonnen Informationsignale werden an eine Prozeßsteuerungseinheit
weitergeleitet. Diese ist zur Steuerung der Zufuhr von Luft für die auf dem Rost stattfindende
Verbrennung der Abfälle und die Zuteilungssteuerung der Abfälle vorgesehen. Erfindungsgemäß
können auch senkrecht zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes Mikrowellensignale
ausgesendet und die an den Abfällen reflektierten Mikrowellensignale für die Bestimmung
des Wassergehaltes ausgewertet werden. Die hieraus ermittelten Informationssignale
werden ebenfalls der Prozeßsteuerungseinheit zugeführt. Des weiteren kann zur Ermittlung
des Wassergehaltes in Abfällen zwischen zwei gegenüber liegenden Wänden des Zuteilungsschachtes
eine stehende Mikrowelle ausgebildet und aus der Signalschwächung und/oder Phasenveränderung
dieser stehenden Mikrowelle der Wassergehalt der Abfälle in entsprechender Weise ausgewertet
werden. Zur Ermittlung des Wassergehaltes werden die Mikrowellensignale, welche für
die Aufwertung erforderlich sind, an Auswerteeinheiten weitergeleitet. Die von diesen
Auswerteeinheiten ermittelten Meßwerte werden in der Prozeßsteuerungseinheit gespeichert.
[0012] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Verbrennung von Abfällen ist mit einem Zuteilungsschacht
ausgerüstet, dem ein Aufgabeschieber nachgeschaltet ist. Mit ihm wird die gerade zu
verbrennende Menge an Abfällen auf einen hierfür vorgesehenen Rost befördert, dem
zur Aufrechterhaltung der Verbrennung Luft zuführt wird. Innerhalb des Zuteilungsschachtes
sind mindestens ein vorzugsweise mehrere Mikrowellensender und Mikrowellenempfänger
installiert, die mit mindestens einer Auswerteeinheit verbunden sind. Die Signalausgänge
der Auswerteeinheiten sind an eine Prozeßsteuerungseinheit angeshlossen. Diese ist
für die Steuerung der Luftzufuhr zum Rost vorgesehen. Erfindungsgemäß sind in mindestens
zwei senkrecht untereinander liegenden, und senkrecht zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes
verlaufenden Ebenen α und β jeweils vier kombinierte Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule
vorgesehen. Jeweils zwei kombinierte Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule sind in definiertem
Abstand von einander an einer ersten inneren Wand des Zuteilungsschachtes installiert.
Die beiden anderen zur gleichen Ebene gehörenden kombinierten Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule
sind an der gegenüberliegenden Wand so installiert, daß jeweils zwei kombinierte Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule
auf einer Geraden senkrecht zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes einander gegenüberliegend
angeordnet sind.
[0013] Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind in den Unteransprüchen offenbart.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von schematischen Zeichnungen näher erläutert.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zur Verbrennung von Abfällen im Vertikalschnitt,
- Fig. 2
- den mit einer speziellen Meßvorrichtung versehenen Zuteilungsschacht der Vorrichtung
gemäß Fig.1,
- Fig. 3
- den Signalverlauf einer senkrecht zur Förderrichtung des Abfalls gesendeten und durch
den Abfall hindurch geleiteten Mikrowelle,
- Fig. 4
- den Signalverlauf einer am Abfall reflektierten Mikrowelle,
- Fig. 5 und 6
- durch metallische Abfälle geleitete sowie daran reflektierte Mikrowellensignale,
- Fig. 7 und 8
- durch nicht metallische Abfälle geleitete sowie daran reflektierte Mikrowellensignale.
[0016] Die in Fig.1 dargestellte Vorrichtung 1 zur Verbrennung von Abfällen aller Art umfaßt
einen Zuteilungsschacht 2, einen Aufgabeschieber 3 sowie einen Rost 4, eine Meßvorrichtung
5, drei Auswerteeinheiten für Mikrowellensignale 15, 16 und 17, sowie eine Prozeßsteuerungseinheit
18. Die in einem Bemessungsabschnitt 30 des Zuteilungsschachtes 2 befindlichen Abfälle
20 sind für die Verbrennung auf dem Rost 4 in etwa 20 bis 30 Minuten vorgesehen. Zur
Ermittlung des Wassergehaltes in diesen Abfällen 20 ist im Bemessungsabschnitt 30
des Zuteilungsschachtes 2 die Meßvorrichtung 5 vorgesehen, die bei dem hier dargestellten
Ausführungsbeispiel mit fünf Mikrowellensendern bzw. -Empfängern 6S, 6E, 7S, 7E und
8 ausgerüstet ist.
[0017] Die Menge der Abfälle 20, die zur Verbrennung auf den Rost 4 geladen wird, entspricht
der Menge an Abfällen, die in den Bemessungsabschnitt 30 des Zuteilungsschacht 2 gefüllt
werden kann. Am oberen Ende 30A des Bemessungsabschnittes 30, ist an der ersten inneren
Wand 2A des Zuteilungsschachtes 2 ein Mikrowellensender 6S und an der gegenüberliegenden
inneren Wand 2B ein Mikrowellenempfänger 6E in gleicher Höhe wie der Mikrowellensender
6S installiert. Zwischen diesen beiden Mikrowelleneinrichtungen 6S und 6E wird eine
stehende Mikrowelle ausgebildet. Aus der Signalschwächungen und/oder Phasenveränderungen
dieser stehenden Mikrowelle kann mit Hilfe der Auswerteeinheit 15 der Wassergehalt
der in den Bemessungsabschnitt 30 transportierten Abfälle 20 ermittelt werden. Von
der Auswerteeinheit 15 wird ein Signal mit der Information über den Wassergehalt an
die Prozeßsteuereinheit 18 weitergeleitet. In definiertem Abstand von der ersten Mikrowelleneinrichtung
6S und 6E ist in Förderrichtung des Zuteilungsschachtes 2 gesehen ein Mikrowellensender
7S an der Innenseite der Wand 2a installiert, von dem aus senkrecht durch die in den
Bemessungsabschnitt 30 des Zuteilungsschachtes 2 zu befördernden Abfälle 20 Mikrowellen
gesendet werden. Die durch die Abfälle 20 gelangenden Mikrowellensignale werden von
dem Mikrowellenempfänger 7E empfangen, der an der Innenseite der Wand 2B in gleichen
Höhe wie der Mikrowellensender 7S installiert ist. In der Auswerteeinheit 16, an die
der Mikrowellensender 7S und der Mikrowellenempfänger 7E angeschlossen sind, wird
aus der Signalschwächung und/oder Phasenveränderung der empfangenen Mikrowellensignale
gegenüber den gesendeten Mikrowellensignalen der Wassergehalt in den Abfällen 20 ermittelt.
Die Meßwerte werden von der Auswerteeinheit 16 an die Prozeßsteuereinheit 18 übermittelt.
An der inneren Wand 2A des Zuteilungsschachtes 2 ist unterhalb des Mikrowellensender
7S ebenfalls in definiertem Abstand ein kombinierter Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul
8 installiert. Dieser sendet Mikrowellensignale aus. Die an den Abfällen 20 reflektierten
Mikrowellensignale werden von dem Modul 8 wieder empfangen. Die von dem Modul 8 gesendeten
und empfangenen Mikrowellensignale werden der Auswerteeinheit 17 zugeführt. Diese
ermittelt aus der Signalschwächung und/oder Phasenveränderung zwischen den gesendeten
und den reflektierten Mikrowellensignalen Meßwerte, welche an die Prozeßsteuerungseinheit
18 weitergeleitet werden. Alle von den Auswerteeinheiten an die Prozeßsteuerungseinheit
18 übermittelten Meßsignale werden dort gespeichert. Sie stehen bei der Verbrennung
der Abfälle 20 für die Steuerung der Luftzufuhr zum Rost 4 zur Verfügung. Die in dem
Zuteilungsschacht 2 enthaltenen Abfälle 20 werden mit Hilfe des Aufgabeschiebers 3
zur Verbrennung auf den Rost 4 befördert. Die Menge der Abfälle 20, die auf den Rost
4 geladen wird, entspricht der Menge an Abfällen, die sich gerade in dem Bemessungsabschnitt
30 des Zuteilungsschacht 2 befindet. Der Bemessungsabschnitt 30 umfaßt nur den Teil
des Zuteilungsschachtes 2, in dem die Mikrowellensender und -Empfänger 6S, 7S, 7E,
und 8 angeordnet sind.
[0018] Mit Hilfe des Aufgabeschiebers 3 kann genau die Menge an Abfällen 20 auf den Rost
transportiert werden, deren Wassergehalt etwa 30 Minuten vor der Verbrennung beim
Einfüllen in den Bemessungsabschnitt 30 ermittelt wurde. Um eine fehlerfreie Zuordnung
zwischen den Meßwerten, die in der Prozeßsteuereinheit gespeichert werden und den
gerade auf den Rost zur Verbrennung beförderten Abfällen 20 sicherzustellen, wird
der Aufgabeschieber 3 ebenfalls von der Prozeßsteuerungseinheit 18 gesteuert. Von
der Prozeßsteuereinheit 18 wird außerdem eine Luftklappe 19L gesteuert, die in eine
Rohrleitung 19 eingebaut ist. Diese mündet in Kanäle 19K an der Unterseite des Rostes
4, von wo aus dem Rost 4 die für eine optimale Verbrennung erforderliche Menge an
Luft zugeführt wird.
[0019] Die Dichte der Abfälle 20 wird mit getrennten Verfahren ermittelt. Die Information
wird ebenfalls in der Prozeßsteuereinheit gespeichert und bei der Steuerung der Verbrennung
berücksichtigt.
[0020] Fig. 2 zeigt den Bemessungsabschnitt 30 des Zuteilungsschachtes 2 in vergrößerter
Ansicht mit einer speziellen Ausgestaltung der Meßvorrichtung 5. Die Meßvorrichtung
5 weist hierbei acht kombinierte Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule , 7, 8, 9, 10, 11,
12, 13, 14 auf. Hierbei sind in zwei senkrecht untereinander liegenden und sich senkrecht
zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes 2 erstreckenden Ebenen α und β jeweils
vier kombinierte Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule 7, 8, 9,10 sowie 11,12,13 und 14
angeordnet. Wie Fig. 3 zeigt, sind zwei dieser Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule 7
und 9 in definiertem Abstand von einander an der Innenseite der Wand 2A des Zuteilungsschachtes
2 und die beiden anderen ebenfalls zur Ebene α gehörenden Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule
8 und 10 an der gegenüberliegenden Innenseite der Wand 2B so installiert, daß jeweils
zwei Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule 7 und 8 auf einer Geraden senkrecht zur Förderrichtung
des Zuteilungsschachtes 2 einander gegenüberliegend angeordnet sind. In gleichen Weise
sind die zu der Ebene β gehörigen Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule 11, 12, 13 und
14 angeordnet.
[0021] Fig 3 zeigt die Veränderung eines Mikrowellensignals im Verlauf einer Minute. Das
Mikrowellensignal D wird von dem Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 7 gesendet und von
dem Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 8 empfangen. Während dieser einen Minute werden
Abfälle 20 an den Mikrowellen-Sende/Empfangsmodulen 7 und 8 vorbeigeleitet und der
Bemessungsabschnitt 30 damit gefüllt. An der Abnahme der Intensität der Mikrowelle
D ist deutlich zu erkennen, daß die vorbeigeleiteten Abfälle 20 zunächst trocken sind,
der Wassergehalt der nachfolgenden Abfälle 20 jedoch ständig zunimmt. Fig 4 zeigt
den zeitlichen Verlauf einer Mikrowelle R, die an den vorbeigeleiteten Abfällen 20
reflektiert von dem Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 7 ausgesendet wurde. Die reflektierte
Mikrowelle wird auch wieder von dem Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 7 empfangen. Das
reflektierte Mikrowellensignal R zeigt ebenfalls, daß die ersten vorbeigeleiteten
Abfälle 20 zunächst trocken und die nachfolgenden Abfälle 20 einen beachtlichen Wassergehalt
aufweisen, was ebenfalls zu einer Schwächung des reflektierten Mikrowellensignals
führt.
[0022] Wie die Figuren 5, 6, 7 und 8 zeigen, kann mit Hilfe von mehreren Messungen, die
mit den Mikrowellen-Sende/Empfangsmodulen 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14 durchgeführt
werden, eindeutig festgestellt werden, ob die Abfälle mit Wasser beladen sind, oder
ob die Veränderung der Mikrowellen durch metallische Abfälle verursacht werden, die
an der Meßvorrichtung 5 vorbeigeleitet werden. Um dieses zu zeigen, wird davon ausgegangen,
daß während der Zeit t1 bis t2 zwischen den Mikrowellen-Sende/Empfangsmodulen 7 und
8 ein größeres metallisches Stück Abfall 21 vorbei geleitet wird. Fig. 5 zeigt das
an dem metallischen Abfall 21 während der Zeit t1 bis t2 reflektierte Mikrowellensignal
7R, das von dem Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 7 empfangen wird und von diesem auch
ausgesendet wurde. Die reflektierte Mikrowelle 7R zeigen eine deutliche Verstärkung,
die sie bei der Reflexion an dem metallischen Abfall 21 erfahren hat. Die von dem
Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 7 ausgesendeten Mikrowellensignale 7T werden durch
den metallischen Abfall geschwächt und in dieser From von dem Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul
8 empfangen. Während der Zeit t3 bis t4 passiert das metallische Stück Abfall 21 die
Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule 11 und 12. Wie anhand von Fig. 6 zu sehen ist, wird
auch hier das von dem Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 11 ausgesendete und von dem
Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 12 empfangene Mikrowellensignal 11T durch das metallische
Stück Abfall 21 geschwächt, während das von dem Mikrowellen-Sende/Empfangsmodul 11
ausgesendete und am metallischen Abfall 21 reflektierte Mikrowellensignal 11R verstärkt
wurde.
[0023] Abweichend davon weisen die von den Mikrowellen-Sende/Empfangsmodulen 9 und 10 bzw.
13 und 14 gesendeten, transmittierten, empfangenen bzw. reflektierten Mikrowellensignale
9T und 9R bzw. 13 T und 13R keine Veränderungen auf, wie anhand der Fig. 7 und 8 zusehen
ist. Dies bedeutet, daß an den Mikrowellen-Sende/Empfangsmodulen 9, 10, 13 und 14
nichtmetallische, Abfälle 22 vorbeitransportiert wurden. Werden den Auswerteeinheiten
(hier nicht dargestellt), die mit den Mikrowellen-Sende/Empfangsmodulen 7, 8, 9, 10,
11, 12, 13 und 14 verbunden sind, zum einen stark veränderte transmittierte bzw. reflektierte
Mikrowellensignale 7T und 7R sowie 11T und 11R und zum anderen unveränderte transmittierte
bzw. reflektierte Mikrowellensignale 9T, 9R sowie 13T und 13R zugeleitet, so können
die Auswerteeinheiten, die mit den Mikrowellen-Sende/Empfangsmodulen 7, 8, 11, 12
verbunden sind, erkennen, daß ein großes metallisches Stück Abfall 21 in den Bemessungsabschnitt
30 befördert wird. Die bedeutet, daß die Messung des Wassergehaltes in der Zeit t1
bis t4 ausgesetzt werden muß. Sie geben deshalb keine Informationssignale an die Prozeßsteuereinheit
(hier nicht dargestellt). Diese erhält nur die Informationssignale der Auswerteeinheiten,
die mit den Mikrowellen-Sende/Empfangsmodulen 9, 10, 13, 14 verbunden sind. Die Prozeßsteuerungseinheit
ist so ausgebildet, daß sie in diesem Fall den Wassergehalt des Abfalls 22 speichert,
oder bei zu geringem Wassergehalt des Abfalls 22 auf das Speichern der Information
verzichtet. Dieses bedeutet, daß die Steuerung der Zufuhr von Luft für die Verbrennung
dieser Abfälle 21 und 22 nach einem in der Prozeßsteuerungseinheit dauerhaft gespeicherten
Wert verfolgt.
1. Verfahren zur Verbrennung von Abfällen (20,21,22), die über einen Zuteilungsschacht(2)
und einen Aufgabeschieber (3) zum Verbrennen auf einen Rost (4) befördert werden,
dem zur Aufrechterhaltung der Verbrennung Luft zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Wassergehalt der zur Verbrennung anstehenden Abfälle (20, 21, 22) mit Hilfe
von Mikrowellensignalen ermittelt und die Meßwerte in einer Prozeßsteuerungseinheit
(18) gespeichert werden, welche die Verbrennung der Abfälle (20, 21, 22) in Abhängigkeit
von der Größe des Wassergehaltes steuert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, daß der Wassergehalt der zur Verbrennung anstehenden Abfälle
(20, 21, 22) zu einer vorgegebenen Zeit vor der Verbrennung ermittelt wird, und daß
die Prozeßsteuerungseinheit (18) in Abhängigkeit von der Größe des Wassergehaltes
bei der Verbrennung der Abfälle (20, 21, 22) die Menge der dem Rost (4) zuzuführenden
Luft steuert.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wassergehalt
der Abfälle (20, 21, 22) etwa 30 Minuten vor dem Verbrennen innerhalb eines Bemessungsabschnittes
(30) des Zuteilungsschachtes (2) ermittelt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb
des Bemessungsabschnittes (30) senkrecht zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes
(2) Mikrowellensignale ausgesendet und Signalschwächungen und/oder Phasenveränderungen
dieser Mikrowellensignale zur Ermittlung des Wassergehaltes in den zur Verbrennung
anstehenden Abfällen (20, 21, 22) ausgewertet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß von der Innenseite
einer ersten Wand (2A) des Bemessungsabschnittes (30) Mikrowellensignale senkrecht
zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes (2) zu der gegenüberliegenden Wand (2B)
ausgesendet und dort empfangen, und aus der Signalschwächung und/oder Phasenveränderung
der empfangenen Mikrowellensignale gegenüber den gesendeten Mikrowellensignale beim
Durchgang durch die Abfälle (20, 21, 22) ein Meßwert ermittelt und in der Prozeßsteuerungseinheit
(18) gespeichert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß von der Innenseite
einer ersten Wand (2A) des Bemessungsabschnittes(30) Mikrowellensignale senkrecht
zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes (2) ausgesendet und die Signalschwächungen
und/oder Phasenveränderungen der an den Abfällen (20, 21, 22) reflektierten Mikrowellensignale
gegenüber den gesendeten Mikrowellensignalen für die Bestimmung des Wassergehaltes
in diesen Abfällen (20, 21, 22) ausgewertet und die ermittelten Meßwerte in der Prozeßsteuerungseinheit
(18) gespeichert werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ermittlung
des Wassergehaltes in Abfällen (20, 21, 22) in Inneren des Bemessungsabschnittes (30)
zwischen zwei gegenüber liegenden Wänden (2A, 2B) wenigstens eine stehende Mikrowelle
ausgebildet und aus der Signalschwächung und/oder Phasenveränderung dieser stehenden
Mikrowelle der Wassergehalt der zur Verbrennung anstehenden Abfälle (20, 21, 22) ermittelt
und die Meßwerte in der Prozeßsteuerungseinheit (18) gespeichert werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ermittlung
des Wassergehaltes in den zur Verbrennung anstehenden Abfällen (20, 21, 22) die gesendeten
und empfangenen Mikrowellensignale einer Auswerteeinheit (15, 16, 17) zugeleitet werden,
die aus den Signalschwächungen und/oder Phasenveränderungen der empfangenen Mikrowellensignale
gegenüber den gesendeten Mikrowellensignalen den Wassergehalt der überprüften Abfälle
(20, 21, 22) ermittelt und die Meßwerte an die Prozeßsteuerungseinheit (18) weiterleitet
in der sie gespeichert werden.
9. Vorrichtung zur Verbrennung von Abfällen mit einem Zuteilungsschacht(2), dem ein Aufgabeschieber(3)
nachgeschaltet ist, der die zu verbrennenden Abfällen (20, 21, 22) auf einen hierfür
vorgesehenen Rost (4) befördert, dem zur Aufrechterhaltung der Verbrennung Luft zuführbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Zuteilungsschachtes (2) mindestens ein Meßvorrichtung (5) zur
Ermittlung des Wassergehaltes von Abfällen (20, 21, 22) installiert und mit mindestens
einer Auswerteeinheit (15, 16, 17)) verbunden ist, deren Signalausgänge an eine Prozeßsteuerungseinheit
(18) angeshlossen sind, welche für die Steuerung der Luftzufuhr zum Rost (4) vorgesehen
ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung (5) innerhalb
eines Bemessungsabschnittes (30) definierter Größe des Zuteilungsschachtes (2) installiert
und Mikrowellensender (6S, 7S), Mikrowellenempfänger (6E, 7E) sowie kombinierte Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule
(7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14) aufweist, die mit drei Auswerteeinheiten (15, 16, 17)
verbunden sind, deren Signalausgänge an die Prozeßsteuerungseinheit (18) angeshlossen
ist, welche für die Steuerung der Luftzufuhr zum Rost (4) vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10 , dadurch gekennzeichnet, daß in zwei
oder mehreren senkrecht untereinander liegenden und senkrecht zur Förderrichtung des
Zuteilungsschachtes (2) verlaufenden Ebenen (α und β) jeweils mindestens vier kombinierte
Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule (7, 8, 9, 10 und 11, 12, 13, 14) vorgesehen sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils
zwei kombinierte Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule (7,9 bzw. 8,10) in definiertem Abstand
von einander an der Innenseite einer ersten Wand (2A) des Zuteilungsschachtes (2)
und die beiden anderen zur gleichen Ebene (α und β) gehörenden kombinierten Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule
(8,10 bzw. 12, 14) an der gegenüberliegenden Wand (2B) so installiert sind, daß jeweils
zwei kombinierte Mikrowellen-Sende/Empfangsmodule (7,8 bzw. 9,10) auf einer Geraden
senkrecht zur Förderrichtung des Zuteilungsschachtes (2) einander gegenüberliegend
angeordnet sind.