[0001] Die Erfindung betrifft ein System zum Heizen, Lüften und/oder Kühlen eines Raumes.
[0002] Für das Heizen, Lüften und/oder Kühlen eines Raumes sind verschiedene Verfahren und
Einrichtungen bekannt. Bei diesen bekannten Verfahren und Einrichtungen wird im Einzelfall
zumeist eine vorbestimmte Kombination der genannten Funktionen, nämlich Heizen und/oder
Lüften und/oder Kühlen realisiert, das heißt, bei der Erstellung eines Gebäudes wird
von vornherein das Konzept für die Raumkonditionierung -zumeist schon in einem sehr
frühen Zeitpunkt im Bauplanungsprozeß- festgelegt. Oftmals sind die Erbauer beziehungsweise
Initiatoren von Gebäuden jedoch nicht in der Lage, bereits zu diesem Zeitpunkt die
zutreffende Entscheidung zu fällen, welche der Funktionen "Heizen", "Lüften" und/oder
"Kühlen" bei der späteren Nutzung des Gebäudes gewünscht/erforderlich sind, da der
Nutzer häufig noch nicht feststeht und dessen Ansprüche und Forderungen noch nicht
bekannt sind. Darüberhinaus ist es aus der Praxis bekannt, daß während der Nutzung
von Gebäuden Änderungen an die Anforderungen im Hinblick auf die genannten Funktionen
eintreten, wobei Umrüstmaßnahmen, um beispielsweise neben der Möglichkeit des Heizens
auch eine Lüftung vorzusehen, nur mit erheblichem Aufwand und/oder unter Inkaufnahme
wesentlicher gestalterischer und funktionaler Einschränkungen möglich sind.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein System zum Heizen, Lüften und/oder
Kühlen eines Raumes anzugeben, das flexibel hinsichtlich der Funktionen "Heizen",
"Lüften" und/oder "Kühlen" ist, wobei dies sowohl für die Erstellungsphase eines Gebäudes/Raumes
als auch für eine spätere Umrüstung gilt.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Funktionen "Heizen", "Lüften"
und "Kühlen" durch entsprechende, modular aufgebaute, aufeinander abgestimmte Baueinheiten
wahrgenommen werden, die -ausgehend von der Funktion "Heizen"- stufenweise installiert
werden können, wobei die Funktion "Heizen" mittels eines Heizelements erfolgt, das
außerhalb eines der Funktion "Lüften" beziehungsweise "Kühlen" dienenden Luftstroms
liegt. Erfindungsgemäß ist somit ein modulares Heizungs-, Lüftungs- und Kühlungssystem
geschaffen, bei dem die die einzelnen Funktionen wahrnehmenden Baueinheiten modulare
Einheiten bilden, die -je nach Bedarfhinzugefügt oder auch ausgetauscht werden können.
In der ersten Ausbaustufe, die die Funktion "Heizen" umfaßt, wird lediglich das erwähnte
Heizelement installiert. Es handelt sich dabei vorzugsweise um einen Warmwasser-Heizkörper.
Soll im Zuge einer Planungsänderung oder aufgrund einer späteren Nutzung des Gebäudes
zur Funktion "Heizen" auch noch die Funktion "Lüften" hinzukommen, so wird lediglich
eine weitere Baueinheit der ersten Ausbaustufe "Heizen" hinzugefügt, was aufgrund
des modularen Aufbaus sehr einfach möglich ist. Gleiches gilt, wenn überdies noch
die Funktion "Kühlen" hinzukommt. Die einzelnen Module sind dabei aufeinander abgestimmt,
das heißt, sie weisen hinsichtlich ihrer Montagemöglichkeiten und auch ihres Designs
gemeinsame Funktions- und/oder Gestaltungsmerkmale auf, die -nach Aufbau der Module-
zu einem in sich geschlossenen, funktionsoptimalen Ganzen führen. Durch die Anordnung
des Heizelements außerhalb des dem Lüften beziehungsweise Kühlen dienenden Luftstroms
ist sichergestellt, daß die dem Lüften beziehungsweise Kühlen dienende Luft nicht
-aufgrund sofortiger Aufheizung- unter die Decke des Raumes geführt wird, ohne daß
sie ihre Lüftungsfunktion im Aufenthaltsbereich hinreichend wahrgenommen hat. Dies
gilt insbesondere dann, wenn -wie nachstehend noch näher ausgeführt werden wird- der
Luftstrom möglichst impulsarm in den Raum eingebracht wird, mithin eine Quellüftung
beziehungsweise eine Quellluftkühlung vorliegt.
[0005] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß in der Ausbaustufe "Heizen"
das Heizelement im Brüstungsbereich, insbesondere Fensterbrüstungsbereich, des Raumes
mit Abstand zum Fußboden, insbesondere Doppelboden, angeordnet ist, wobei ein Freiraum
zwischen Heizelement und Fußboden mit einer Sichtblende, insbesondere einer auf das
Heizelement abgestimmten Sichtblende, abdeckbar ist. Mithin befindet sich diese Sichtblende
unterhalb des Heizelements, so daß der Betrachter einen harmonischen Eindruck erhält
und nicht etwa das Gefühl entwickelt, daß die Heizkörper zu hoch installiert sind.
Mithin ist auch in der ersten Ausbaustufe den gestalterischen Anforderungen Rechnung
getragen und gleichwohl aufgrund dieser Konstruktion die Möglichkeit geschaffen, in
einer weiteren Ausbaustufe auch eine Lüftungs- und/oder eine Kühlfunktion vorzusehen,
ohne daß hierfür wesentliche Umbaumaßnahmen oder das Einsetzen neuer Bauteile (im
Hinblick auf die Funktion "Heizen") notwendig werden.
[0006] Besonders vorteilhaft ist es, wenn für die Funktion "Lüften" an die Stelle der Sichtblende
ein Luftauslaßelement tritt. Mithin wird der Raum, der vorher von der Sichtblende
abgedeckt worden ist, in der zweiten Ausbaustufe (Heizen und Lüften) dafür genutzt,
dort das Luftauslaßelement für die Funktion "Lüften" unterzubringen. Die erwähnte
Sichtblende kann auch beispielsweise in Form eines Luftauslaßgitters ausgestaltet
sein, wobei dieses Luftauslaßgitter bereits in der ersten Ausbaustufe (Funktion "Heizen")
als "Sichtblende" dienen kann, das heißt, bei der Umrüstung ist es nicht einmal erforderlich,
dieses Bauelement zu entfernen oder auszutauschen, da es die Doppelfunktion der Sichtblende
im einfachen Fall des Heizens erfüllt und überdies auch später in der Lage ist, den
Luftauslaß für das Luftauslaßelement zu bilden. Selbstverständlich kann das Design
der Sichtblende/des Luftauslaßgitters an das Design des Heizelements (Heizkörpers)
angepaßt sein, so daß Umrüstmaßnahmen oder spätere Änderungen aufgrund einer anderen
Gebäudenutzung kaum optisch in Erscheinung treten.
[0007] Vorzugsweise ist dem Luftauslaßelement ein Luftverteilkasten zugeordnet, der an eine
Primärluftquelle angeschlossen ist. Der Luftverteilkasten dient dazu, die von der
Primärluftquelle kommende, vorzugsweise aufbereitete Außenluft oder entsprechend behandelte
Luft gleichmäßig verteilt über die Länge des Luftauslaßelements austreten zu lassen.
Die Länge des Luftauslaßelements entspricht vorzugsweise der Länge des Heizelements.
[0008] Es ist vorteilhaft, wenn sich der Luftverteilkasten im wesentlichen unterhalb des
Heizelements befindet, da dann einerseits der dort vorhandene Raum ausgenutzt wird
und die Ausbildung des Luftauslaßelements unterhalb des Heizelements auf einfache
Weise möglich wird.
[0009] Das Heizelement wird gegenüber der Ausbaustufe "Heizen" in der Ausbaustufe "Lüften"
mit derart größerem Abstand von der Brüstungswand des Raumes entfernt angeordnet,
daß die Sichtfläche des Heizelements etwa mit der Sichtfläche des Luftauslaßelements
fluchtet. Hierdurch ist einerseits die hinreichende Einbautiefe für das Luftauslaßelement/den
Luftverteilkasten geschaffen und andererseits auch gestalterischen Anforderungen Genüge
getan.
[0010] Die Primärluftquelle ist vorzugsweise über mindestens eine im Doppelboden angeordnete
Zuleitung mit dem Luftverteilkasten verbunden. Der Luftverteilkasten kann auch derart
ausgestaltet sein, daß er sich bereichsweise im Zwischenraum zwischen dem Heizelement
und dem Fußboden befindet und ein weiterer Abschnitt bis in den Doppelboden hineinragt.
Dort erfolgt dann der Anschluß an die Zuleitung der Primärluftquelle. Die Primärluftquelle
ist bevorzugt an zentraler Stelle, insbesondere außerhalb des Raumes, angeordnet.
[0011] Für die Funktion "Kühlen" ist bevorzugt vorgesehen, daß sich mindestens ein eine
Kühlfunktion ausübendes Induktionsgerät im Doppelboden befindet. Diese Anordnung schafft
eine einfache Nachrüstmöglichkeit, da das zu installierende Induktionsgerät problemlos
und für einen Besucher des Raumes "unsichtbar" im Doppelboden untergebracht werden
kann. Von der Primärluftquelle wird dem Induktionsgerät Primärluft und/oder vom Raum
wird dem Induktionsgerät Sekundärluft zugeführt. Das Induktionsgerät führt entsprechend
aufbereitete Luft, insbesondere Mischluft aus Primär- und Sekundärluft, dem Luftauslaßelement
zu. Alternativ kann anstelle des Induktionsgeräts auch ein Ventilatorkonvektor vorgesehen
werden. Der Text dieser Anmeldung ist daher derart zu verstehen, daß überall dort,
wo das Wort "Induktionsgerät" verwendet wird, auch "Ventilatorkonvektor" stehen kann.
Der Ventilatorkonvektor weist einen Ventilator zur Erzeugung eines Luftstroms auf,
in dem ein Wärmetauscher angeordnet ist, der zum Beispiel mittels kalten Wassers eine
Kühlfunktion ausübt.
[0012] Bevorzugt wird das Heizelement und das Luftauslaßelement, insbesondere der Luftverteilkasten,
gegenüber der Ausbaustufe "Heizen" oder "Kühlen" mit derart großem Abstand von der
Brüstungswand des Raumes entfernt angeordnet, daß ein Sekundärluftkanal zum Induktionsgerät
ausgebildet wird. Mithin läßt sich aufgrund dieses Sekundärluftkanals Raumluft hinter
dem Heizelement und auch hinter dem Luftauslaßelement beziehungsweise dem Luftverteilkasten
entlang und zum unterhalb des Fußbodens, also im Doppelboden, liegenden Induktionsgerät
führen. Aufgrund der Verlagerung des Heizelements beziehungsweise des Luftauslaßelements/Luftverteilkastens
ist -ohne großen Aufwand- die Umrüstmaßnahme zum Kühlbetrieb möglich, wobei das Einstellen
eines größeren Abstandes zur Raumwand besonders einfach dadurch möglich wird, daß
das Heizelement und das Luftauslaßelement beziehungsweise der Luftverteilkasten durch
einfache mechanische Verstellung, beispielsweise mittels Langlöchern, verlagert und
in der gewünschten Stellung festgelegt wird. Diese Verlagerungsmöglichkeit kann bei
dem Heizelement beispielsweise auch dann vorgesehen sein, wenn -ausgehend von der
Funktion "Heizen"- auf die Funktion "Heizen und Lüften" übergegangen wird. Der erwähnte
Sekundärluftkanal, der selbstverständlich noch durch geeignete Kanalwandungen strömungstechnisch
optimiert sein kann (aber nicht muß), führt somit bis unter den Doppelboden, wobei
sich dort vorzugsweise in einem abgegrenzten Bereich das Induktionsgerät befindet,
so daß die angesaugte Sekundärluft in den Raum und von dort in das Induktionsgerät
gelangen kann.
[0013] Das Induktionsgerät ist -nach einer anderen Ausführungsform der Erfindung- bevorzugt
zwischen dem Heizelement und dem Sekundärluftkanal angeordnet, das heißt, es befindet
sich somit auf der Rückseite des Heizelements. Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
ist es auch möglich, daß sich das Induktionsgerät bis in die Zone zwischen dem Heizelement
und dem Fußboden (Doppelboden) erstreckt oder auch ausschließlich dort angeordnet
ist. Mithin befindet sich das Induktionsgerät oberhalb des Doppelbodens, also in dem
zu konditionierenden Raum, wobei es jedoch aufgrund der erwähnten Anordnung nicht
störend in Erscheinung tritt und auch den gestalterischen Anforderungen genügt. Nicht
ausgeschlossen ist, daß sich ein Teil des Induktionsgeräts bis unter den Doppelboden
erstreckt.
[0014] Mit Vorzug ist unterhalb des Induktionsgeräts das Luftauslaßelement beziehungsweise
der Luftverteilkasten angeordnet. Mithin befindet sich das Heizelement mit Abstand
zur Brüstungswand des Raumes derart, daß das Induktionsgerät auf der Rückseite des
Heizelements Platz findet. Unterhalb des durch die beiden Module "Heizelement" und
"Induktionsgerät" definierten Raumes befindet sich der erwähnte Luftauslaß beziehungsweise
der mit Luftauslaß versehene Luftverteilkasten. Diese Anordnung gestattet den stufenweisen
Ausbau, ohne daß hierzu aufwendige Maßnahmen getroffen werden müssen. Ferner können
die Module optisch und funktionsgerecht aufeinander abgestimmt werden.
[0015] Das Heizelement ist bevorzugt derart ausgebildet, daß es nicht nur Konvektionswärme,
sondern auch Strahlungswärme abgibt. Betrieben wird das Heizelement vorzugsweise mit
Warmwasser.
[0016] Besonders bevorzugt bringt das Luftauslaßelement den Luftstrom, der der Belüftung
und/oder dem Kühlen des Raumes dient, als Quelluftstrom ein. Dies hat insbesondere
in der kühlen Jahreszeit den Vorteil, daß die eingebrachte Luft aufgrund des thermischen
Auftriebs nicht sofort unter die Decke des Raumes geführt wird, ohne daß sie ihre
eigentliche Funktion wahrnehmen kann. Vielmehr stellt sich zunächst kaum eine Wechselwirkung
mit dem Heizelement ein, so daß die bis weit in den Raum eindringende Quellüftung
zunächst ihre eigentliche Funktion wahrnehmen kann, bevor sie -allein nach den Gesetzen
der Thermik- erst nach Durchführung dieser Hauptaufgabe aufgrund einer Erwärmung durch
die im Raum befindlichen Wärmequellen aufsteigt.
[0017] Um die erwähnte Quellüftungsfunktion ausführen zu können, ist das Induktionsgerät
bevorzugt als Quelluftinduktionsgerät ausgebildet. Im Falle des Lüftens (also ohne
Kühlung) wird die vom Luftauslaßelement in den Raum eingebrachte Luft ebenfalls nach
dem Quellüftungsprinzip eingebracht, das heißt, die Primärluftquelle ist -zusammen
mit dem gesamten Luftführungssystem- auf dieses Lüftungsprinzip abgestimmt.
[0018] Die Erfindung betrifft ferner eine als Induktionsgerät ausgebildete lufttechnische
Einrichtung eines Raumes, wobei dem Induktionsgerät ein Heizelement als separate Baueinheit
derart zugeordnet ist, daß die vom Induktionsgerät abgegebene Luft unterhalb des Heizelements
in den Raum austritt. Dieses Induktionsgerät dient hauptsächlich der Kühlung, wobei
die Funktion des Heizens nicht von dem Induktionsgerät, sondern von dem erwähnten
separaten Heizelement vorgenommen wird. Das Induktionsgerät ist als Quelluftinduktionsgerat
ausgebildet, so daß die Luft impulsarm in den Raum eingebracht werden kann.
[0019] Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Heizen, Lüften und/oder Kühlen
eines Raumes, wobei für das Lüften und/oder das Kühlen eine Lufteinbringung impulsarm
als Quelluftströmung in den Raum erfolgt und wobei oberhalb des Luftaustritts im Heizfalle
eine Erwärmung der Raumluft (Sekundärluft) durchgeführt wird. Diese Erwärmung erfolgt
bevorzugt mittels eines separaten Heizelements, das als Modul aufgebaut ist, wobei
ein weiteres Modul der Lufteinbringung dient und dieses zweite Modul entweder als
reines Lüftungsmodul oder -sofern es ein drittes Modul darstellt- eine Kühlfunktion
übernehmen kann.
[0020] Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und
zwar zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht eines mit einem System zum Heizen, Lüften und/oder Kühlen
ausgestatteten Raumes, wobei die Ausbaustufe "Heizen" dargestellt ist,
- Figur 2
- eine der Figur 1 entsprechende Darstellung, jedoch mit der weiteren Ausbaustufe "Lüften",
- Figur 3
- eine den Figuren 1 beziehungsweise 2 entsprechende Ansicht, wobei die weitere Ausbaustufe
"Kühlen" ersichtlich ist,
- Figur 4
- eine Variante zum Ausführungsbeispiel der Figur 2 und
- Figur 5
- eine Variante zum Ausführungsbeispiel der Figur 3.
[0021] Die Figur 1 zeigt einen Teil eines zu konditionierenden Raumes 1, der eine Decke
2, eine Wand 3 und einen Boden 4 aufweist. Die Wand 3 bildet einen Brüstungsbereich
5, insbesondere einen Fensterbrüstungsbereich 6 aus, über dem ein Fenster 7 angeordnet
ist. Der Raum 1 besitzt einen Doppelboden 8, der einen Abstand a zum Boden 4 aufweist
und mittels einer nicht dargestellten Stützkonstruktion getragen wird.
[0022] Die Figur 1 zeigt eine Ausbaustufe "Heizen" eines Systems zum Heizen, Lüften und/oder
Kühlen des Raumes 1. Hierzu ist im Fensterbrüstungsbereich 6 ein Heizelement 9 in
Form eines im wesentlichen flächenförmigen Heizkörpers ausgebildet, der mittels Warmwasser
heizbar ist. Das Heizelement 9 fluchtet mit seiner oberen Kante 10 etwa mit der Fensterbank
11 des Fensters 7. Die Höhe H des Heizelement 9 ist derart gewählt, daß zum Fußboden
12, also zum Doppelboden 8, hin, ein Freiraum F verbleibt. Der Freiraum F wird von
einer Sichtblende 13 abgedeckt, die unterhalb des Heizelements 9 beginnt und -nach
unten verlaufend- kurz vor dem Fußboden 12 endet oder -nach einem anderen Ausführungsbeispiel-
auch bis zum Fußboden 12 verlaufen kann. Von der Innenseite 14 des Fensterbrüstungsbereichs
6 weist die Sichtfläche 15 des Heizelements 9 einen Abstand b auf, der einem üblichen
Abstand eines Heizkörpers von einer Wand entspricht. Vorzugsweise ist die Sichtblende
13 fluchtend zum Heizelement 9 angeordnet, das heißt, die Sichtfläche 16 der Sichtblende
13 fluchtet mit der Sichtfläche 15 des Heizelements 9. Die Länge des Heizelements
9 ist bevorzugt ebenso groß wie die Länge der Sichtblende 13.
[0023] In dieser -in der Figur 1 dargestellten- Ausbaustufe "Heizen" kann der Raum 1 mittels
des Heizelements 9 in gewünschter Weise temperiert werden. Die vom Heizelement 9 erwärmte
Raumluft steigt -nach den thermischen Gesetzen- gemäß Pfeil 17 auf und gelangt zur
Raumdecke (Pfeil 18), kühlt sich im Bereich des Fensters 7 ab und sinkt dort nieder
(Pfeil 19) und gelangt auf diese Art und Weise zurück zum Heizelement 9.
[0024] Soll -neben der zuvor in Figur 1 erläuterten Funktion "Heizen"- auch noch die Funktion
"Lüften" erfüllt werden, so sind mittels einfacher Maßnahmen gemäß Figur 2 mittels
des erfindungsgemäßen Modulsystems einfach Umrüstmaßnahmen durchführbar. Für die Raumkonditionierung
"Heizen" und/oder "Lüften" wird das Heizelement 9 gegebenenfalls unter Vergrößerung
des Abstandes b derart von der Innenseite 14 des Fensterbrüstungsbereichs 6 verlagert,
daß sich der Abstand b' ergibt, der etwas größer als die Einbautiefe für einen Luftverteilkasten
20 ist, wobei der Luftverteilkasten 20 unterhalb des Heizelements 9 angeordnet ist
(Figur 2). Der Luftverteilkasten 20 erstreckt sich vorzugsweise über die Länge des
Heizelements 9. Ihm ist ein Luftauslaßelement 21 zugeordnet, derart, daß unterhalb
des Heizelements 9 ein Luftstrom vorzugsweise nach dem Quelluftprinzip austreten kann.
Der Luftverteilkasten 20 erstreckt sich mit einem Bereich 22 bis in den Doppelboden
8 hinein. Dort besteht eine Verbindung zu einer im Doppelboden 8 liegenden Zuluftleitung
23, die zu einer nicht dargestellten Primärluftquelle führt, mittels der aufbereitete
Außenluft dem Raum 1 zugeführt werden kann.
[0025] Für die Umrüstung von der Ausbaustufe "Heizen" (Figur 1) zur Ausbaustufe "Heizen"
und "Lüften" ist es daher lediglich erforderlich, unterhalb des Heizelements 9 den
Luftverteilkasten 20 mit dem zugehörigen Luftauslaßelement 21 zu installieren und
an die Primärluftguelle mittels der Zuluftleitung beziehungsweise Zuluftleitungen
anzuschließen.
[0026] Im Betrieb tritt aus dem Luftauslaßelement 21 Quelluft zum Lüften des Raumes 1 aus
(Pfeil 24), wobei dies im wesentlichen unabhängig von der Heizfunktion des Heizelements
9 ist. Auf diese Art und Weise ist es möglich, die Lüftungsfunktion auch beim Heizbetrieb
optimal zu realisieren.
[0027] Die Figur 3 zeigt eine weitere Ausbaustufe gemäß der Figuren 1 und 2, wobei zusätzlich
die Funktion "Kühlen" realisiert ist. Hierzu wird das Heizelement 9 vorzugsweise noch
weiter von der Innenseite 14 des Fensterbrüstungsbereichs 6 entfernt, derart, daß
sich der Abstand b'' einstellt. In entsprechender Weise wird auch der Luftverteilkasten
20 mit seinem Luftauslaßelement 21 verlagert, wobei -wie auch in der Figur 2- die
Sichtfläche des Luftauslaßelements 21 mit der Sichtfläche 15 des Heizelements 9 fluchtet.
Auf diese Art und Weise wird hinter dem Heizelement 9 und auch hinter dem Luftverteilkasten
20 ein Sekundärluftkanal 25 ausgebildet, derart, daß Sekundärluft gemäß der Pfeile
26 bis unterhalb des Doppelbodens 8 in einen dort ausgebildeten Raum 27 gelangen kann,
in dem sich ein Induktionsgerät 28, insbesondere ein Quelluftinduktionsgerät 29, befindet.
Alternativ kann dies auch ein Ventilatorkonvektor sein. Das Induktionsgerät 28 ist
mittels der Zuluftleitung 23 an die Primärluftquelle (nicht dargestellt) angeschlossen
und weist einen der Kühlung dienenden Wärmetauscher 30 auf, der vorzugsweise mittels
Kaltwasser betrieben wird. Hierdurch ist es möglich, die Sekundärluft (Pfeil 26) aufgrund
des Passierens des Wärmetauschers 30 abzukühlen, wobei die Sekundärluft -je nach Betriebsführung-
mit Primärluft (Pfeil 31) gemischt werden kann und das individuell gebildete Luftgemisch
dem Luftverteilkasten 20 zugeführt wird, so daß es als Quelluft aus dem Luftauslaßelement
21 austreten und in den Raum 1 gelangen kann (Pfeil 32).
[0028] Im Betrieb der Ausbaustufe gemäß der Figur 3 ist somit einerseits eine Erwärmung
der Raumluft des Raumes 1 mittels des Heizelements 9 möglich und andererseits eine
Lüftungs- und auch Kühlfunktion durch die aus dem Luftauslaßelement 21 ausströmende
Luft (Pfeil 32) möglich.
[0029] Die Figur 4 zeigt eine Variante zum Ausführungsbeispiel der Figur 2, so daß nur auf
die bestehenden Unterschiede eingegangen werden soll. In der Figur 4 erstreckt sich
der Luftverteilkasten 20 nicht bis in den Doppelboden 8 hinein, sondern er füllt -zumindest
teilweise- den Freiraum F unterhalb des Heizelements 9 aus. Demzufolge durchsetzt
die Zuluftleitung 23 den Doppelboden 8.
[0030] Die Figur 5 zeigt eine Variante zum Ausführungsbeispiel der Figur 3, die sich darin
unterscheidet, daß das Induktionsgerät 28 nicht im Doppelboden 8, sondern hinter dem
Heizelement 9 angeordnet ist. Diese Ausführungsvariante wird dann bevorzugt, wenn
der Abstand a des Doppelbodens 8 zum Boden 4 des Raumes 1 relativ klein ist, so daß
die Unterbringung des Induktionsgeräts Schwierigkeiten bereitet. Anstelle des Induktionsgeräts
kann auch ein Ventilatorkonvektor eingesetzt werden. Der Figur 5 ist zu entnehmen,
daß -wie bereits erwähnt- im Bereich zwischen der Innenseite 14 des Fensterbrüstungsbereichs
6 und der Rückwand 33 des Heizelements 9 das Induktionsgerät 28 derart angeordnet
ist, daß zur Innenseite 14 ein Spaltraum 34 verbleibt, so daß Sekundärluft (Pfeile
35) des Raumes 1 diesen Spaltraum 34 passieren und in das Induktionsgerät 28 eintreten
kann und von dort aus -unter Passieren des Wärmetauschers 30 und Einmischen von Primärluft-
nach unten in den sich unterhalb des Heizelements 9 und des Induktionsgeräts 28 befindlichen
Luftverteilkasten 20 eintreten kann. Von unten her wird -vorbei am Luftverteilkasten
20- dem Induktionsgerät 28 die erwähnte Primärluft mittels der Zuluftleitung 23 zugeführt.
Insgesamt erfolgt somit innerhalb des Induktionsgeräts 28 eine Luftmischung der vom
Induktionsgerät 28 stammenden Luft und der Primärluft der Zuluftleitung 23, so daß
aus dem Luftauslaßelement 21 -das sich unterhalb des Heizelements 9 befindet- eine
entsprechende Mischluft gemäß Pfeil 36 nach dem Quelluftprinzip austritt. Wird anstelle
des Induktionsgeräts 28 beim Ausführungsbeispiel der Figur 5 ein Ventilatorkonvektor
eingesetzt, so ist es alternativ möglich, daß der Ventilatorkonvektor gemäß Pfeil
35 von oben her Sekundärluft dem Luftverteilkasten 20 zuführt und daß mittels der
Zuluftleitung 23 von unten her in den Luftverteilkasten 20 Primärluft eingebracht
wird. Dies bedeutet, daß eine Luftmischung innerhalb des Luftverteilkastens 20 erfolgt
und die so gemischte Luft dann gemäß Pfeil 36 in den Raum eintritt.
[0031] Bei allen vorstehend abgehandelten und in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispielen
ist es auch möglich, beim Einsatz eines Ventilatorkonvektors auch ohne Primärluft
zu arbeiten. Dies bedeutet, daß dem Ventilatorkonvektor Sekundärluft des Raumes zugeführt
wird, wobei diese gegebenenfalls mittels des Wärmetauschers gekühlt wird. Mit dem
Heizelement 9 ist bei einem derartigen Ausführungsbeispiel somit ein Heizbetrieb möglich,
und ein Kühlbetrieb wird mit dem Wärmetauscher des Ventilatorkonvektors realisiert.
Ein Lüftungsbetrieb, im Sinne des Zuführens von frischer Luft, nämlich Primärluft,
entfällt bei einem derartigen Ausführungsbeispiel.
[0032] Die gesamte vorstehende Beschreibung macht deutlich, daß der Betrieb sowohl mit einem
Induktionsgerät, als auch mit einem Ventilatorkonvektor möglich ist. Zum Induktionsgerät
ist anzumerken, daß es stets die Funktionen Lüften und Kühlen miteinander kombiniert,
da die dem Induktionsgerät zugeführt Primärluft, die die Lüftung bewirkt, notwendig
für die Funktion des Induktionsgerätes ist, nämlich um durch Induktionswirkung Raumluft
anzusaugen. Wird jedoch anstelle des Induktionsgerätes der Ventilatorkonvektor eingesetzt,
so ist auch ein Betrieb ohne die Zufuhr von Primärluft möglich, da durch den Ventilator
die angesaugte und wieder an den Raum abgegebene Raumluft im Umluftbetrieb gekühlt
wird.
1. System zum Heizen, Lüften und/oder Kühlen eines Raumes, dadurch gekennzeichnet, daß die Funktionen "Heizen", gegebenenfalls "Lüften" und "Kühlen" durch entsprechende,
modular aufgebaute, aufeinander abgestimmte Baueinheiten (9, 20, 21, 28, 29) wahrgenommen
werden, die -ausgehend von der Funktion "Heizen"- nachinstalliert beziehungsweise
stufenweise installiert werden können, wobei die Funktion "Heizen" mittels eines Heizelements
(9) erfolgt, das außerhalb eines der gegebenenfalls vorhandenen Funktion "Lüften"
beziehungsweise "Kühlen" dienenden Luftstroms (Pfeil 24, 32) liegt.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Ausbaustufe "Heizen" das Heizelement (9) im Brüstungsbereich (5), insbesondere
Fensterbrüstungsbereich (6), des Raumes (1) mit Abstand zum Fußboden, insbesondere
Doppelboden (8), angeordnet ist, wobei ein Freiraum (F) zwischen Heizelement (9) und
Fußboden mit einer Sichtblende (13), insbesondere einer auf das Heizelement (9) abgestimmten
Sichtblende (13), abdeckbar ist.
3. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für die Funktion "Lüften" an die Stelle der Sichtblende (13) ein Luftauslaßelement
(21) tritt.
4. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Luftauslaßelement (21) ein Luftverteilkasten (20) zugeordnet ist, der an
eine Primärluftquelle angeschlossen ist.
5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Luftverteilkasten (20) im wesentlichen unterhalb des Heizelements (9)
befindet.
6. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizelement (9) gegenüber der Ausbaustufe "Heizen" in der Ausbaustufe "Lüften"
mit derart größerem Abstand (b') von der Brüstungswand (Fensterbrüstungsbereich 6)
des Raumes (1) entfernt angeordnet ist, daß die Sichtfläche (15) des Heizelements
(9) etwa mit der Sichtfläche des Luftauslaßelements (21) fluchtet.
7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Primärluftquelle über mindestens eine im Doppelboden (8) angeordnete Zuluftleitung
(23) mit dem Luftverteilkasten (20) verbunden ist.
8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Primärluftquelle an zentraler Stelle außerhalb des Raumes (1) angeordnet
ist.
9. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für die Funktion "Kühlen" im Doppelboden (8) mindestens ein, eine Kühlfunktion
ausübendes Induktionsgerät (28) oder Ventilatorkonvektor angeordnet ist, dem von der
Primärluftquelle Primärluft und/oder vom Raum (1) Sekundärluft zugeführt wird und
daß das Induktionsgerät (28) entsprechend aufbereitete Luft, insbesondere Mischluft
aus Primär- und Sekundärluft, dem Luftauslaßelement (21) zuführt.
10. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizelement (9) und das Luftauslaßelement (21), insbesondere der Luftverteilkasten
(20), gegenüber der Ausbaustufe "Heizen" oder "Kühlen" mit derart größerem Abstand
(b', b'') von der Brüstungswand (Brüstungsbereich 5) des Raumes (1) entfernt angeordnet
ist, daß ein Sekundärluftkanal (25) zum Induktionsgerät (28) oder Ventilatorkonvektor
ausgebildet ist.
11. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Induktionsgerät (28) oder der Ventilatorkonvektor zwischen dem Heizelement
(9) und dem Sekundärluftkanal (25) angeordnet ist.
12. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb des Induktionsgeräts (28) oder des Ventilatorkonvektors das Luftauslaßelement
(21) beziehungsweise der Luftverteilkasten (20) angeordnet ist.
13. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizelement (9) derart ausgebildet ist, daß es Strahlungs- und Konvektionswärme
abgibt.
14. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftauslaßelement (21) den Luftstrom als Quelluftstrom in den Raum (1) einbringt.
15. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Induktionsgerät (28) als Quelluftinduktionsgerät (29) ausgebildet ist.
16. Als Induktionsgerät oder Ventilatorkonvektor ausgebildete lufttechnische Einrichtung
eines Raumes, insbesondere gemäß dem System hinsichtlich einer oder mehrerer der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß dem Induktionsgerät (28) oder dem Ventilatorkonvektor derart ein Heizelement
(9) als separate Baueinheit zugeordnet ist, daß die vom Induktionsgerät (28) oder
Ventilatorkonvektor abgegebene Luft unterhalb des Heizelements (9) in den Raum (1)
austritt.
17. Verfahren zum Heizen, Lüften und/oder Kühlen eines Raumes, insbesondere unter Verwendung
des Systems beziehungsweise der lufttechnischen Einrichtung gemäß einem oder mehreren
der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß für das Lüften und/oder das Kühlen eine Lufteinbringung impulsarm als Quelluftströmung
in den Raum (1) erfolgt und daß oberhalb des Luftaustritts im Heizfalle eine Erwärmung
der Raumluft (Sekundärluft) durchgeführt wird.