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(11) |
EP 0 569 890 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.10.1996 Patentblatt 1996/44 |
| (22) |
Anmeldetag: 08.05.1993 |
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Hochfestes Nähgarn sowie Verfahren zur Herstellung eines derartigen Nähgarnes
High tensile sewing yarn and method for manufacturing such a sewing yarn
Fil à coudre à haute tenacité et procédé pour la production d'un tel fil à coudre
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL PT |
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Priorität: |
12.05.1992 DE 4215016
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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18.11.1993 Patentblatt 1993/46 |
| (73) |
Patentinhaber: AMANN & SÖHNE GmbH & Co. |
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W-7124 Bönnigheim (DE) |
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Erfinder: |
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- Greifeneder, Karl
D-74074 Heilbronn (DE)
- Truckenmüller, Kurt
D-74076 Heilbronn (DE)
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| (74) |
Vertreter: Döring, Wolfgang, Dr.-Ing.
Patentanwälte
Hauck, Graalfs, Wehnert, Döring, Siemons |
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Mörickestrasse 18 40474 Düsseldorf 40474 Düsseldorf (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 363 798 EP-A- 0 472 873
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EP-A- 0 367 938
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 010, no. 185 (C-357)27. Juni 1986
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein hochfestes Nähgarn mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Patentansprüchs 1 sowie ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Nähgarnes.
[0002] Nähgarne sind in unterschiedlichen Konstruktionen bekannt. So werden beispielsweise
Nähgarne angeboten, die aus zwei, miteinander verwirbelten Multifilamentgarnen bestehen,
wobei ein Multifilamentgarn den Kern des Nähgarnes und das andere den Mantel des Nähgarnes
ausbildet. Desweiteren ist es bekannt, Nähgarne derart zu konstruieren, daß ein multifiles
Kernmaterial mit einem Fasergarn unter Ausbildung eines Coregarnes umsponnen wird,
wobei zur Erzielung der erforderlichen Festigkeiten in der Regel zwei oder mehrere
derartiger Coregarne unter Ausbildung eines Nähgarnes miteinander verzwirnt werden.
[0003] Die Herstellung der zuvor beschriebenen Nähgarne ist relativ aufwendig und erfordert
ein umfangreiches spezielles Wissen.
[0004] So beschreibt beispielsweise die EP 0 472 873 A1 ein Nähgarn, das mindestens zwei
multifile Garnkomponenten umfaßt, wobei eine erste, den Kern bildende Garnkomponente
mit einer zweiten, überwiegend den Mantel des Nähgarnes bildenden Garnkomponente unter
Ausbildung des Nähgarnes derart verwirbelt ist, daß ein relativ voluminöses und bauschiges
Nähgarn entsteht.
[0005] Ein hochfestes Nähgarn mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 ist
aus der EP 0 363 798 A2 bekannt. Hierbei weist dieses bekannte Zweikomponenten-Schlingennähgarn
eine Endfestigkeit von über 40 cN/tex auf, wobei zur Herstellung dieses Nähgarnes
hochfeste und insbesondere hochmolekulare Ausgangsgarne eingesetzt werden, die unter
Ausbildung eines voluminösen und bauschigen Zweikomponenten-Schlingennähgarn miteinander
verwirbelt sind. Ausdrücklich geht aus der EP 0 363 798 A2 hervor, daß das dort beschriebene
Schlingennähgarn deswegen gute Näheigenschaft besitzt, weil hierbei die Schlingen
der einzelnen Filamente voll erhalten bleiben, so daß dementsprechend Luft beim Nähvorgang
mitgerissen werden kann. Dies ist jedoch nur möglich, wenn das bekannte Nähgarn als
ungezwirntes Nähgarn vorliegt.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein hochfestes Nähgarn zur
Verfügung zu stellen, daß einen relativ einfachen konstruktiven Aufbau besitzt.
[0007] Desweiteren liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Herstellung eines derartigen hochfesten Nähgarnes bereitzustellen, das eine besonders
einfache und störungsfreie Herstellung dieses Nähgarnes erlaubt.
[0008] Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Nähgarn mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 1 sowie durch ein Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 9 gelöst.
[0009] Das erfindungsgemäße hochfeste Nähgarn, das mindestens zwei multifile Garnkomponenten
umfaßt und das eine spezifische Festigkeit zwischen 40 cN/tex und 85 cN/tex, vorzugsweise
zwischen 55 cN/tex und 75 cN/tex, hat, besitzt im Gegensatz zum vorstehend genannten
Stand der Technik nicht die Konstruktion eines voluminösen, verwirbelten Nähgarnes,
sondern stattdessen die Konstruktion eines kompakten Nähzwirnes. Hierbei weist der
erfindungsgemäße Nähzwirn mindestens zwei, miteinander verzwirnte Garnkomponenten
auf, wobei die den Nähzwirn bildenden Garnkomponenten textile Standardmultifilamentgarne
sind und der Nähzwirn einen Drehungsbeiwert α zwischen 70 und 140 besitzt.
[0010] Hierbei ist der Drehungsbeiwert α wie folgt definiert:

Das erfindungsgemäße hochfeste Nähgarn weist eine Reihe von Vorteilen auf. So ist
es relativ preiswert herzustellen, da hierfür entsprechende textile Standardmultifilamentgarne
eingesetzt werden, die relativ preisgünstig sind. Auch weist das erfindungsgemäße
Nähgarn überraschenderweise hervorragende Näheigenschaften auf, obwohl das Nähgarn
lediglich textile Standardmultifilamentgarnen enthält. Diese hervorragenden Näheigenschaften
drücken sich beispielsweise darin aus, daß das erfindungsgemäße Nähgarn selbst extreme
Nähbelastungen standhält, so zum Beispiel bei einem multidirektionalen Nähen nicht
reißt oder in sonstiger Weise den Nähprozeß störend beeinflußt. So konnte bei umfangreichen
Nähversuchen festgestellt werden, daß selbst bei 7.000 Stichen pro Minute keine Störungen
des Nähprozesses auftreten. Auch weist das erfindungsgemäße Nähgarn äußerst geringe
Schrumpfeigenschaften auf, so daß ein Boldern von Nähten, die mit dem erfindungsgemäßen
Nähgarn erstellt sind, nicht auftritt.
[0011] Bezüglich der Fasersubstrate, die das erfindungsgemäße Nähgarn beinhaltet, ist festzuhalten,
daß hier grundsätzlich alle synthetische Multifilamentgarne, so zum Beispiel Polyamid-6-,
Polyamid-6.6-, Polyalkylen- oder Mischungen der zuvor genannten Garne, enthalten sein
können. Besonders geeignet ist es jedoch, wenn die den Zwirn bildenden textilen Standardmultifilamentgarne
Polyestergarne sind, die eine Intrinsic-Viskosität zwischen 0,5 dl/g und 0,75 dl/g,
insbesondere zwischen 0,55 dl/g und 0,63 dl/g, aufweisen. Hierbei stellen die zuvor
wiedergegebenen Werte der Intrinsic-Viskosität ein Maß für den molekularen Aufbau
der Multifilamentgarne dar, wobei diese Werte in Dichloressigsäure bei 25 °C gemessen
wurden.
[0012] Abhängig von dem jeweiligen Einsatzzweck des erfindungsgemäßen Nähgarnes variiert
der Gesamttiter des Nähzwirnes. Vorzugsweise weist das erfindungsgemäße hochfeste
Nähgarn als fertiger Nähzwirn einen Gesamttiter zwischen 40 dtex und 3.900 dtex auf,
wobei ein Nähzwirn mit einem entsprechend feinen Gesamttiter vorzugsweise im Bereich
der Konfektion, ein Nähzwirn mit einem mittleren Titer beispielsweise für Schuhe und
ein Nähzwirn mit einem groben Gesamttiter beispielsweise im Bereich von technischen
Textilen oder schwerem Schuhwerk angewendet wird.
[0013] Ebenfalls in Abhängigkeit von dem jeweiligen Anwendungsgebiet richtet sich bei dem
erfindungsgemäßen hochfesten Nähgarn die Anzahl der multifilen Garnkomponenten, die
zur Ausbildung des Nähzwirnes miteinander verzwirnt werden. Vorzugsweise werden hierbei
zwei bis vier und insbesondere zwei oder drei multifile Garnkomponenten miteinander
verzwirnt, wobei jedoch das erfindungsgemäße hochfeste Nähgarn ebenso noch mehr als
vier rmultifile Garnkomponenten enthalten kann.
[0014] Die Filamentzahl des erfindungsgemäßen Nähzwirnes variiert zwischen 16 und 600 Filamente,
vorzugsweise zwischen 24 und 200 Filamente.
[0015] Bezüglich des Einzelfilamenttiters ist festzuhalten, daß das erfindungsgemäße hochfeste
Nähgarn solche multifilen Garnkomponenten aufweist, deren Filamente einen Einzelfilamenttiter
zwischen 0,6 dtex und 10 dtex, vorzugsweise zwischen 2,5 dtex und 5 dtex, besitzen.
[0016] Wie bereits eingangs beschrieben ist, weist der erfindungsgemäße Nähzwirn ausgezeichnete
Restschrumpfwerte auf. So konnte festgestellt werden, daß der Thermoschrumpf bei 160
°C in Heißluft kleiner als 3 %, vorzugsweise kleiner als 2 %, und der Kochschrumpf
in Wasser bei etwa 98 °C kleiner als 2 %, vorzugsweise kleiner als 1 %, ist. Dies
führt, wie bereits vorstehend dargelegt, dazu, daß der erfindungsgemäße Nähzwirn im
verarbeiteten Zustand bei einer entsprechenden thermischen Behandlung nicht oder nur
geringfügig schrumpft, so daß beispielsweise die mit dem erfindungsgemäßen Nähzwirn
genähten konfektionierten Teile im Rahmen ihrer Herstellung oder beim späteren Gebrauch
einer entsprechenden thermischen Behandlung, beispielsweise einem Dämpfen, einer Heißluftbehandlung
oder einer Kochwäsche, unterworfen werden können, ohne daß hierbei ein Boldern der
Nähte auftritt.
[0017] Wie bereits eingangs ausgeführt, betrifft die vorliegende Erfindung desweiteren ein
Verfahren zur Herstellung des zuvor beschriebenen hochfesten Nähgarnes, das als Zwirn
vorliegt. Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des hochfesten Nähgarnes
sieht vor, daß man für jede, den Zwirn bildende multifile Garnkomponente ein vororientierte
Multifilamentgarn (POY-Garn) auswählt, wobei das vororientierte Multifilamentgarn
(POY-Garn) in seinem molekularem Aufbau einem textilen Standardmultifilamentgarn entspricht.
Diese vororientierten Multifilamentgarne werden dann derart verstreckt, daß ihre spezifische
Festigkeit zwischen 40 cN/tex und 85 cN/tex, vorzugsweise zwischen 55 cN/tex und 75
cN/tex, variieren, so daß man anschließend die derart verstreckten Multifilamentgarne
unter Ausbildung des Zwirnes miteinander verzwirnt, wobei man für die zwirndrehung
einem Drehungsbeiwert α zwischen 70 and 140 vorsieht.
[0018] Mit anderen Worten setzt man somit für die Herstellung des zuvor beschriebenen hochfesten
Nähgarnes ein relativ preiswertes Ausgangsmaterial ein und variiert die Verstreckbedingungen
derartig, daß man aus dem relativ günstigen Ausgangsmaterial ein hochfestes Filamentgarn
herstellt, ohne daß es hierzu erforderlich ist, auf entsprechend im Handel erhältliche
und relativ teure hochfeste Multifilamentgarne zurückzugreifen.
[0019] Unter dem vorstehend genannten Begriff des molekularen Aufbaus ist insbesondere das
Molekulargewicht, die Molekulargewichtsverteilung und die chemische Zusammensetzung,
d.h. die qualitativen und quantitativen Anteile der das Polymere bildenden Monomeren,
zu verstehen.
[0020] Das zuvor beschriebene erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich insbesondere durch
den Vorteil aus, daß es auf relativ preisgünstige Ausgangsstoffe zurückgreift und
mit relativ geringem verfahrenstechnischem Aufwand hieraus durch eine Variation der
Verstreckungsbedingungen hochfeste Multifilamentgarne herstellt. Diese hochfesten
Multifilamentgarne werden dann unter Ausbildung des erfindungsgemäßen Zwirnes miteinander
verzwirnt, wobei das hieraus resultierende Nähgarn dann die vorteilhaften Eigenschaften
besitzt, die eingangs beim erfindungsgemäßen Nähgarn detailliert beschrieben sind.
Auch läßt sich ein so hergestellter Nähzwirn relativ unproblematisch und gleichmäßig
anfärben, da er, wie bereits vorstehend beschrieben, im Prinzip aus speziell verstreckten
textilen Standardmultifilamentgarnen besteht, die sich in ihrem Anfärbeverhalten nicht
nennenswert von den textilen Standardmultifilamentgarnen unterscheiden.
[0021] Eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß die zu
verstreckenden vororientierten Multifilamentgarne, die im verstreckten Zustand zu
dem erfindungsgemäßen Nähzwirn verzwirnt werden, Polyester-POY-Garne sind. Hierbei
weisen diese Polyester-POY-Garne Intrinsic-Viskositäten auf, die zwischen 0,5 dl/g
und 0,75 dl/g, vorzugsweise zwischen 0,55 dl/g und 0,63 dl/g, liegen. Somit handelt
es sich bei diesen Polyester-POY-Garnen um solche Garne, deren chemischer Aufbau und
insbesondere deren Molekulargewicht üblichen textilen Standardmultifilamentgarnen
entsprechen. Die zuvor genannten Intrinsic-Viskositäten stellen solche Werte dar,
die in entsprechenden Lösungen des Polymeren in Dichloressigsäure bei 25 °C gemessen
sind.
[0022] Bei einer besonders geeigneten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens verstreckt
man jedes vororientierte Multifilamentgarn derart, daß man das zu verstreckende Multifilamentgarn
über eine vom Garn umschlungene Liefergalette mit einer ersten Geschwindigkeit einer
Hauptstreckzone zuführt. Über eine vordem zu verstreckenden Multifilamentgarn umschlungene
Abzugsgalette zieht man das Multifilamentgarn mit einer zweiten Geschwindigkeit aus
der Hauptstreckzone ab, wobei die zweite Geschwindigkeit 70 % bis 180 %, vorzugsweise
100 % bis 160 %, größer ist als die erste Geschwindigkeit. Die Abzugsgalette wird
bei dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens auf eine Temperatur zwischen
160 °C und 240 °C aufgeheizt. Bedingt durch die zuvor wiedergegebene Geschwindigkeitsdifferenzen
zwischen der ersten Geschwindigkeit und der zweiten Geschwindigkeit wird somit in
der Hauptstreckzone, die ausschließlich aus der Liefergalette und der Abzugsgalette
gebildet ist, ein Verstreckungsgrad von 1:1,7 bis 1:2,8, vorzugsweise 1:2,0 bis 1:2,6,
erreicht. Obwohl diese Verstreckungsgrade sehr hoch liegen, treten bei einem derartigen
Verstrecken überraschenderweise keine Filamentbrüche auf, so daß dieses Verstreckungsverfahren
besonders störungsunanfällig ist. Desweiteren sind die Reißfestigkeiten eines derart
verstreckten Multifilamentgarnes extrem hoch, d.h. sie liegen abhängig von dem jeweils
eingesetzten vororientierten Multifilamentgarn (POY-Garn) im Bereich zwischen 40 cN/tex
und 85 cN/tex.
[0023] Eine Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen
Verfahrens sieht vor, daß man auch die Liefergalette auf eine Temperatur zwischen
60 °C und 160 °C, vorzugsweise auf eine Temperatur zwischen 80 °C bis 140 °C, aufheizt.
[0024] Bei einer weiteren Ausführungsvariante des zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen
Verfahrens heizt man in der Hauptstreckzone, d.h. somit zwischen der Liefergalette
und der Abzugsgalette, das zu verstreckende Multifilamentgarn auf eine Temperatur
zwischen 80 °C und 180 °C auf. Hierbei wird diese Aufheizung des zu verstreckenden
Multifilamentgarnes (POY-Garnes) in der Hauptstreckzone vorzugsweise derart durchgeführt,
daß man zu diesem Zwecke insbesondere eine hot plate, einen IR-Strahler und/oder einen
Laser verwendet.
[0025] Bezüglich der Zeit, bei dem man das zu verstreckende Multifilamentgarn in der Hauptstreckzone
aufheizt und auf die zuvor genannten Temperaturen (80 °C bis 180 °C) verweilen läßt,
ist festzuhalten, daß diese Verweilzeit insbesondere zwischen 0,01 s und 1 s variiert.
[0026] Um bei den zuvor beschriebenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
die für die Verstreckung in der Hauptstreckzone erforderlichen Klemmpunkte zu erhalten,
werden, wie bereits vorstehend beschrieben ist, die Liefergalette und die Abzugsgalette
mit dem zu verstreckenden Multifilamentgarn umschlungen. Hier hat es sich gezeigt,
daß insbesondere dann besonders hohe Festigkeiten und besonders geringe Schrumpfwerte
des verstreckten Multifilamentgarnes resultieren, wenn die Liefergalette und/oder
die Abzugsgalette mit dem zu verstreckenden Multifilamentgarn 5 bis 40mal, vorzugsweise
10 bis 20mal, umschlungen wird. Diese Umschlingungswerte beziehen sich auf Galetten,
deren Durchmesser zwischen etwa 40 mm und 250 mm, vorzugsweise 80 mm und 120 mm, variieren.
[0027] Eine andere, besonders geeignete Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsvarianten
des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß man in Transportrichtung des zu verstreckenden
Multifilamentgarnes gesehen vor der Hauptstreckzone eine Vorverstreckungszone anordnet.
Mit anderen Worten wird hierbei somit das zu verstreckende Multifilamentgarn (POY-Garn)
zunächst in der Vorverstreckungszone teilweise verstreckt und anschließend in der
Hauptstreckzone endverstreckt.
[0028] Bei der zuvor beschriebenen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens bietet
es sich an, das vororientierte Multifilamentgarn in der Vorverstreckungszone zwischen
0,5 % und 10 %, vorzugsweise zwischen 1 % und 4 %, vorzuverstrecken, d.h. das vororientierte
Multifilamentgarn, bei dem es sich vorzugsweise um ein Polyester-POY-Garn handelt,
wird somit in der Vorverstreckungszone zwischen 0,5 % und 10 %, vorzugsweise zwischen
1 % und 4 %, gelängt.
[0029] Bezüglich der Vorverstreckungs- bzw. Verstreckungsgeschwindigkeiten ist festzuhalten,
daß man dann besonders wirtschaftlich und reproduzierbar die zuvor genannten hohen
Festigkeiten und geringen Schrumpfwerte erzielt, wenn man Abzugsgeschwindigkeiten
auswählt, die größer als 300 m/min sind und vorzugsweise zwischen 600 m/min und 1.200
m/min liegen.
[0030] Um durch das zuvor beschriebene Verstreckungsverfahren ein besonders schrumpfarmes
und verstrecktes Garn zu erzeugen, sieht eine andere, besonders geeignete Weiterbildung
des zuvor beschriebenen Verfahrens vor, daß in Transportrichtung des Multifilamentgarnes
gesehen hinter der Hauptstreckzone eine Relaxierzone angeordnet ist, in der das verstreckte
Multifilamentgarn auf eine Temperatur zwischen 80 °C und 240 °C, vorzugsweise auf
eine Temperatur zwischen 140 °C und 200 °C, erwärmt wird. Hier hat sich gezeigt, daß
eine derartige Relaxierzone die Schrumpfwerte, insbesondere den Kochschrumpfwert (Wasser
98 °C) und den Heißluftschrumpfwert (160 °C) des verstreckten Multifilamentgarnes
weiter reduziert. Dies trifft insbesondere dann im verstärkten Maße zu, wenn man das
verstreckte Multifilamentgarn in die Relaxierzone mit Voreilung, die vorzugsweise
zwischen 0,5 % und 10 % und insbesondere zwischen 1 % und 3 % liegt, einführt.
[0031] Die Verweilzeit des Multifilamentgarnes in der Relaxierzone variiert dann abhängig
von der jeweiligen Transportgeschwindigkeit des Garnes durch die Relaxierzone und
beträgt vorzugsweise 0,01 s bis 1 s.
[0032] Die Auswahl des bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Multifilamentgarnes
(POY-Garnes) richtet sich nach der späteren Verwendung des verstreckten Garnes. Vorzugsweise
werden hier solche Multifilamentgarne ausgewählt, deren Einzelfilamenttiter zwischen
1 dtex und 26 dtex, vorzugsweise zwischen 4 dtex und 10 dtex, variiert.
[0033] Auch der Gesamttiter des jeweils zu verstreckenden POY-Garnes richtet sich nach der
späteren Verwendung des hieraus hergestellten Nähzwirnes. Üblicherweise variiert dieser
Gesamttiter des POY-Garnes zwischen 40 dtex und 2.000 dtex, vorzugsweise zwischen
80 dtex und 1.200 dtex, so daß nach dem Verstrecken und dem Verzwirnen von zwei derartig
verstreckter Multifilamentgarne ein Nähzwirn resultiert, dessen Gesamttiter zwischen
40 dtex und 2.600 dtex, vorzugsweise zwischen 80 dtex und 1.300 dtex, liegt. Werden
hingegen drei derartig verstreckter Multifilamentgarne unter Ausbildung des Nähzwirnes
verzwirnt, so variiert der Gesamttiter des Nähzwirnes zwischen 120 dtex und 3.900
dtex, vorzugsweise zwischen 240 dtex und 1.800 dtex.
[0034] Bezüglich der Elementarfadenzahl des zu verstreckenden Multifilamentgarnes ist festzuhalten,
daß diese zwischen 8 und 300, vorzugsweise zwischen 24 und 100, variiert.
[0035] Nachdem somit die das erfindungsgemäße hochfeste Nähgarn bildenden Multifilamentgarne
in der zuvor beschriebenen Weise verstreckt worden sind, werden diese Multifilamentgarne
dann anschließend bei dem erfindungsgemäßen Verfahren unter Ausbildung des Nähzwirnes
miteinander verzwirnt.
[0036] Eine besonders geeignete Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor,
daß man jedes einzelne Multifilamentgarn vor dem Verzwirnen mit einer Garndrehung
versieht. Mit anderen Worten wird somit bei dieser Ausführungsvariante jedes Multifilamentgarn
vorgezwirnt, bevor man dann die vorgezwirnten Multifilamentgarne unter Ausbildung
des Nähzwirns auszwirnt. Hierbei hat sich für diese Vorzwirnung eine Garndrehung als
besonders geeignet erwiesen, deren Drehungsbeiwert α zwischen 80 und 110 variiert,
wobei insbesondere jedes einzelne Multifilamentgarn mit einer S-Garndrehung versehen
wird.
[0037] Bezüglich der Auszwirnung der vorgezwirnten Multifilamentgarne ist dann festzuhalten,
daß bevorzugt eine Z-Zwirndrehung vorgesehen wird, die einen Drehungsbeiwert α zwischen
70 und 140 besitzt, wie dies bereits vorstehend beschrieben ist.
[0038] Besonders gute Ergebnisse bezüglich des Nähverhaltens weist ein erfindungsgemäßer
Nähzwirn auf, der vollständig aus Polyester-Multifilamenten besteht. Dementsprechend
werden auch bei dem erfindungsgemäßen Verfahren vorzugsweise als Ausgangsmaterial
zur Herstellung des erfindungsgemäßen Nähzwirnes Polyester-Multifilamentgarne eingesetzt,
wobei unter Polyester im Sinne der vorliegenden Anmeldung Polyethylenterephthalat
verstanden wird.
[0039] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen hochfesten Nähgarnes sowie des
erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0040] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigt die einzige Figur der
Zeichnung eine schematische Ansicht einer Verstreckungseinrichtung.
[0041] Auf einer in der Figur gezeigten Anlagen werden drei vororientierte Multifilamentgarne
(POY-Garn) A, B und C in Pfeilrichtung 13 transportiert. Hierbei werden die Garne
A, B und C von nicht gezeigten Conen abgezogen. Die so abgezogenen Garne werden dann
einem Lieferwerk 7, 8 bzw. 9 zugeführt. Vom Lieferwerk 7 bzw. 8 bzw. 9 aus werden
die Garne A, B bzw. C einer Liefergalette 1 bzw. 3 bzw. 5 zugeführt, wobei die Garne
A, B bzw. C jeweils zwischen dem Lieferwerk 7 und der Liefergalette 1, dem Lieferwerk
8 und der Liefergalette 3 bzw. dem Lieferwerk 9 und der Liefergalette 5 vorverstreckt
werden. Die Liefergalette 1, 3 und 5 sind jeweils auf 110 °C erwärmt. Die Liefergalette
1 und die Abzugsgalette 2 bilden für das Garn A die Hauptstreckzone, die Liefergalette
3 und die Abzugsgalette 4 bilden für das Garn B die Hauptstreckzone und die Liefergalette
5 und die Abzugsgalette 6 bilden für das Garn C die Hauptstreckzone. Die Abzugsgaletten
2, 4 bzw. 6 sind auf eine Temperatur von 180 °C geheizt. In den Hauptstreckzonen wird
jedes Garn (A, B oder C) bei einem einstellbaren Verstreckungsgrad verstreckt. Anschließend
gelangen die verstreckten Multifilamentgarne A, B und C in eine thermische Relaxierzone
10, wobei in dieser Relaxierzone die Garne A, B und C jeweils auf eine Temperatur
von 180 °C für 0,05 s aufgeheizt werden. Die Garne A, B und C werden mit Voreilung
über die Liefereinrichtungen 14 in die thermische Relaxierzone 10 eingeführt, wobei
die Voreilung 2 % beträgt. Am Auslaß der Relaxierzone 10 werden die drei verstreckten
Garne aufgewickelt. Die Galetten 1 - 6 weisen einen Durchmesser von 150 mm auf und
sind 20mal von den Garnen umschlungen.
[0042] Die Geschwindigkeit der Verstreckung betrug für die beiden nachfolgend noch beschriebenen
Beispiele 800 m/min.
[0043] Die aufgewickelten Garne werden einer schematisch gezeichneten Vorzwirneinrichtung
11 zugeführt, in der jedes Garn A, B bzw. C mit einem Drehungsbeiwert α von 100 (Garndrehung
S) vorgezwirnt wird. Hiernach gelangen die vorgezwirnten Multifilamentgarne A, B und
C zu einer Zwirneinrichtung 12, in der sie unter Ausbildung des Nähzwirn (Zwirndrehung
Z) mit einem Drehungsbeiwert α von 90 ausgezwirnt werden.
[0044] Auf der zuvor beschriebenen Anlage wurden zwei Nähzwirne hergestellt, die nachfolgend
als Nähzwirn I und Nähzwirn II bezeichnet sind.
[0045] Als Ausgangsmaterial für den Nähzwirn I dienten drei POY-Multifilamentgarne, wobei
jedes Garn einen Titer von 410 dtex und eine Einzelfilamentzahl von 40 aufwies. Diese
Garne wurden bei einem Verstreckungsgrad von 1:2,4 in der Hauptstreckzone verstreckt
und mit 5 % in der Vorstreckzone vorverstreckt. Der nach dem Zwirnen anfallende Nähzwirn
wies einen Gesamttiter von 460 dtex und einer Gesamtfilamentzahl von 120 auf. Der
Drehungsbeiwert α des Nähzwirnes betrug 100.
[0046] Die Festigkeit des Nähzwirnes I betrug 65 cN/tex. Der Nähzwirn I wies einen Thermoschrumpf
bei 160 °C von 1,2 % auf und einen Kochschrumpf (Wasser 98 °C) von 0,8 % auf. Die
Untersuchung des Nähverhaltens des Nähzwirnes I ergab, daß der Nähzwirn I beim multidirektionalen
Nähen mit 7.000 Stichen pro Minute nicht riß.
[0047] Als Ausgangsmaterial für den Nähzwirn II wurden drei vororientierte Multifilamentgarne
eingesetzt, die als Ausgangsmaterial einen Titer von 301 dtex und eine Einzelfilamentzahl
von 30 aufwiesen. Diese drei Multifilamentgarne wurden auf der zuvor beschriebenen
Anlage zunächst mit 4 % vorverstreckt und anschließend in der Hauptstreckzone bei
einem Verstreckungsgrad von 1:2,5 verstreckt. Anschließend erhielten diese drei Ausgangsmaterialien
eine Vorzwirnung mit einem Drehungsbeiwert von 90 und wurden hiernach mit einem Drehungsbeiwert
α von 110 ausgezwirnt. Der so hergestellte Nähzwirn II wies eine Festigkeit von 70
cN/tex, einen Thermoschrumpfwert (Heißluft 160 °C) von 1 % und einen Kochschrumpfwert
(Wasser 98 °C) von 0,7 % auf. Der Gesamttiter des Nähzwirns II betrug 325 dtex, seine
Einzelfilamentzahl 90.
[0048] Die Untersuchung des Nähverhaltens des Nähzwirns II ergab, daß der Nähzwirn II beim
multidirektionalen Nähen mit 7.000 Stichen pro Minute nicht riß.
1. Hochfestes Nähgarn, das mindestens zwei multifile Garnkomponenten umfaßt und eine
spezifische Festigkeit zwischen 40 cN/tex und 85 cN/tex, vorzugsweise zwischen 55
cN/tex und 75 cN/tex, hat, dadurch gekennzeichnet, daß das Nähgarn die Konstruktion
eines Nähzwirnes besitzt und mindestens zwei, miteinander verzwirnte Garnkomponenten
aufweist, daß die den Nähzwirn bildenden Garnkomponenten textile Standardmultifilamentgarne
sind und daß der Nähzwirn einen Drehungsbeiwert α zwischen 70 und 140 besitzt.
2. Nähgarn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die textilen Standardmultifilamentgarne
Polyestergarne sind und eine Intrinsic-Viskosität zwischen 0,5 dl/g und 0,75 dl/g,
vorzugsweise zwischen 0,55 dl/g und 0,63 dl/g, aufweisen.
3. Nähgarn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Nähzwirn
einen Gesamttiter zwischen 40 dtex und 3.900 dtex aufweist.
4. Nähgarn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Nähzwirn
zwei bis vier multifile Garnkomponenten enthält.
5. Nähgarn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Nähzwirn
eine Filamentzahl zwischen 16 und 600, vorzugsweise zwischen 24 und 200, aufweist.
6. Nähgarn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Einzelfilamenttiter
des Nähzwirnes zwischen 0,6 dtex und 10 dtex, vorzugsweise zwischen 2,5 dtex und 5
dtex, variiert.
7. Nähgarn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Nähzwirn
einen Thermoschrumpf bei 160 °C kleiner als 3 %, vorzugsweise kleiner als 2 %, besitzt.
8. Nähgarn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Nähzwirn
einen Kochschrumpf kleiner als 2 %, vorzugsweise kleiner als 1 %, aufweist.
9. Verfahren zur Herstellung des hochfesten Nähgarnes nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß man das Nähgarn als Nähzwirn konstruiert, daß man für
jede, den Nähzwirn bildende multifile Garnkomponente ein vororientiertes Multifilamentgarn
(POY-Garn) auswählt, wobei das vororientierte Multifilamentgarn (POY-Garn) in seinem
molekularen Aufbau einem textilen Standardmultifilamentgarn entspricht, daß man das
vororientierte Multifilamentgarn derart verstreckt, daß seine spezifische Festigkeit
zwischen 40 cN/tex und 85 cN/tex, vorzugsweise zwischen 55 cN/tex und 75 cN/tex, liegt
und daß man anschließend die verstreckten Multifilamentgarne unter Ausbildung des
Nähzwirnes miteinander verzwirnt, wobei man für die Zwirndrehung einen Drehungsbeiwert
α zwischen 70 und 140 vorsieht.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man als vororientiertes Multifilamentgarn
Polyestermultifilamentgarne auswählt, die eine Intrinsic-Viskosität zwischen 0,5 dl/g
und 0,75 dl/g, vorzugsweise zwischen 0,55 dl/g und 0,63 dl/g, aufweisen.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß man jedes der den Zwirn
bildenden vororientierten Multifilamentgarne derart verstreckt, daß man das vororientierte
Multifilamentgarn über eine vom Multifilamentgarn umschlungene Liefergalette mit einer
ersten Geschwindigkeit einer Hauptstreckzone zuführt und über eine vom Multifilamentgarn
umschlungene Abzugsgalette mit einer zweiten Geschwindigkeit aus der Hauptstreckzone
abzieht, wobei die zweite Geschwindigkeit 70 % bis 180 %, vorzugsweise 100 % bis 160
%, größer ist als die erste Geschwindigkeit, daß man die Verstreckung in der Hauptstreckzone
ausschließlich zwischen der Liefergalette und der Abzugsgalette durchführt und daß
man die Abzugsgalette auf eine Temperatur zwischen 160 °C und 240 °C aufheizt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß man die Liefergalette auf
eine Temperatur zwischen 60 °C und 160 °C, vorzugsweise auf eine Temperatur zwischen
80 °C und 140 °C, aufheizt.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Hauptstreckzone
das zu verstreckende Multifilamentgarn auf eine Temperatur zwischen 80 °C und 180
°C aufheizt.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß man zum Aufheizen des Multifilamentgarnes
in der Hauptstreckzone eine hot plate, einen IR-Strahler und/oder einen Laser verwendet.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß man das zu verstreckende
Multifilamentgarn in der Hauptstreckzone zwischen 0,01 s und 1 s aufheizt.
16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man
die Liefergalette und/oder die Abzugsgalette mit dem zu verstreckenden Multifilamentgarn
5 bis 40mal, vorzugsweise 10 bis 20mal, umschlingt.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß man in Transportrichtung
des Multifilamentgarnes gesehen vor der Hauptstreckzone eine Vorverstreckungszone
anordnet.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß man das Multifilamentgarn
in der Vorverstreckungszone zwischen 0,5 % und 10 %, vorzugsweise zwischen 1 % und
4 %, vorverstreckt.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß man die
Vorverstreckung und/oder die Verstreckung bei einer Abzugsgeschwindigkeit größer als
300 m/min, vorzugsweise bei einer Geschwindigkeit zwischen 600 m/min und 1.200 m/min,
durchführt.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß man in Transportrichtung
des zu verstreckenden Multifilamentgarnes gesehen hinter der Hauptstreckzone eine
Relaxierzone anordnet, in der man das verstreckte Multifilamentgarn auf eine Temperatur
zwischen 80 °C und 240 °C, vorzugsweise auf eine Temperatur zwischen 140 °C und 200
°C, erwärmt.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß man das verstreckte Multifilamentgarn
in die Relaxierzone mit einer Voreilung einführt.
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß man das verstreckte Multifilamentgarn
in die Relaxierzone mit einer Voreilung zwischen 0,5 % und 10 %, vorzugsweise zwischen
1 % und 3 %, einführt.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß man als vororientiertes
Multifilamentgarn ein solches Garn auswählt, dessen Einzelfilamenttiter zwischen 1
dtex und 25 dtex, vorzugsweise zwischen 4 dtex und 10 dtex, variiert.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß das zu verstreckende
POY-Garn einen Gesamttiter zwischen 40 dtex und 2.000 dtex, vorzugsweise zwischen
80 dtex und 1.200 dtex, aufweist.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß das zu verstreckende
POY-Garn eine Elementarfadenzahl zwischen 8 und 300, vorzugsweise zwischen 24 und
100, besitzt.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß man vor dem
Verzwirnen der verstreckten Multifilamentgarne jedes einzelne Multifilamentgarn mit
einer Garndrehung versieht.
27. Verfahren nach Anspruche 26, dadurch gekennzeichnet, daß man für die Garndrehung einen
Garndrehungsbeiwert α zwischen 80 und 110 auswählt.
28. Verfahren nach Anspruch 26 oder 27, dadurch gekennzeichnet, daß man jedes einzelne
verstreckte Multifilamentgarn mit einer S-Garndrehung versieht.
29. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man als Zwirndrehung eine Z-Zwirndrehung
vorsieht.
1. A sewing yarn with a high strength, comprising at least two multifile yarn components
and having a specific strength of between 40 cN/tex and 85 cN/tex, preferably between
55 cN/tex and 75 cN/tex, characterized in that the sewing yarn has the construction
of a plied sewing yarn and that it comprises at least two yarn components being twisted
around each other, that the yarn components forming the plied sewing yarn are textile
standard multifilament yarns and that the plied sewing yarn has a twisting factor
alpha of between 70 and 140.
2. The sewing yarn according to claim 1, characterized in that the textile standard multifilament
yarns are polyesteryarns and that they have an intrinsic viscosity of between 0,5
dl/g and 0,75 dl/g, preferably between 0,55 dl/g and 0,63 dl/g.
3. The sewing yarn according to one of the preceding claims, characterized in that the
plied sewing yarn has a total titre of between 40 dtex and 3.900 dtex.
4. The sewing yarn according to one of the preceding claims, characterized in that the
plied sewing yarn comprises two to four multifile yarn components.
5. The sewing yarn according to one of the preceding claims, characterized in that the
plied sewing yarn has a filament number of between 16 and 600, preferably between
24 and 200.
6. The sewing yarn according to one of the preceding claims, characterized in that the
single filament titre of the plied sewing yarn varies between 0,6 dtex and 10 dtex,
preferably between 2,5 dtex and 5 dtex.
7. The sewing yarn according to one of the preceding claims, characterized in that the
plied sewing yarn has a thermal shrinking at 160 °C being smaller than 3 %, preferably
smaller than 2 %.
8. The sewing yarn according to one of the preceding claims, characterized in that the
plied sewing yarn shows a shrinking by boiling being smaller than 2 %, preferably
smaller than 1 %.
9. A method for the manufacturing of the sewing yarn having a high strength according
to one of the preceding claims, characterized in that the sewing yarn is constructed
as a plied sewing yarn, that for each multifile yarn component forming the plied sewing
yarn a preorientated multifilament yarn (POY-yarn) is chosen, whereby the preorientated
multifilament yarn (POY-yarn) corresponds concerning its molecular structure to a
textile standard multifilament yarn, and that the preorientated multifilament yarn
is drawn in such a way that its specific strength lays between 40 cN/tex and 85 cN/tex,
preferably between 55 cN/tex and 75 cN/tex and that subsequently the drawn multifilament
yarns are twisted around each other under the formation of the plied sewing yarn,
whereby for the ply twist a twisting factor alpha of between 70 and 140 is intended.
10. The method according to claim 9, characterized in that polyester-POY-yarns are chosen
as preorientated multifilament yarn having an intrinsic viscosity of between 0,5 dl/g
and 0,75 dl/g, preferably between 0,55 dl/g and 0,63 dl/g.
11. The method according to one of the claims 9 or 10, characterized in that each preorientated
multifilament yarn forming the plied yarn is drawn in such a way, that the preorientated
multifilament yarn is entered into a main drawing zone at a first speed over a delivery
godet roll wrapped by the multifilament yarn and is drawn off from the main drawing
zone at a second speed over a detaching godet roll wrapped by the multifilament yarn,
whereby the second speed is 70 % to 180 %, preferably 100 % to 160 %, faster than
the first speed, that the drawing in the main drawing zone is carried out exclusively
between the delivery godet roll and that the detaching godet roll and the detaching
godet roll is heated up to a temperature of between 160 °C and 240 °C.
12. The method according to claim 11, characterized in that the delivery godet roll is
heated up to a temperature of between 60 °C and 160 °C, preferably to a temperature
of between 80 °C and 140 °C.
13. The method according to claim 11 or 12, characterized in that the multifilament yarn
to be drawn is heated up to a temperature of between 80 °C and 180 °C in the main
drawing zone.
14. The method according to claim 13, characterized in that for the heating of the multifilament
yarn in the main drawing zone a hot plate, an infrared radiator and/or a laser is
used.
15. The method according to claim 13 or 14, characterized in that the multifilament yarn
to be drawn is heated up in the main drawing zone for 0,01 s and 1 s.
16. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the delivery
godet roll and/or the detaching godet roll is wrapped with the multifilament yarn
to be drawn for 5 to 40 times, preferably for 10 to 20 times.
17. The method according to one of the claims 11 to 16, characterized in that a pre-drawing
zone is arranged in transport direction of the multifilament yarn before the main
drawing zone.
18. The method according to claim 17, characterized in that in the pre-drawing zone the
multifilament yarn is pre-drawn between 0,5 % and 10 %, preferably between 1 % and
4 %.
19. The method according to one of the claims 11 to 18, characterized in that the pre-drawing
and/or the drawing is carried out at a drawing off speed being faster than 300 m/min,
preferably at a speed of between 600 m/min and 1.200 m/min.
20. The method according to one of the claims 11 to 19, characterized in that a relaxation
zone is arranged in transport direction of the multifilament yarn to be drawn behind
the main drawing zone, whereby in this relaxation zone the drawn multifilament yarn
is heated up to a temperature of between 80 °C and 240 °C, preferably to a temperature
of between 140 °C and 200 °C.
21. The method according to claim 20, characterized in that the drawn multifilament yarn
is delivered into the relaxation zone with an overfeed.
22. The method according to claim 21, characterized in that the drawn multifilament yarn
is delivered into the relaxation zone with an overfeed of between 0,5 % and 10 %,
preferably to 1 % and 3 %.
23. The method according to one of the claims 9 to 22, characterized in that such a yarn
is chosen as preorientated multifilament yarn that has a single filament titre of
between 1 dtex and 25 dtex, preferably between 4 dtex and 10 dtex.
24. The method according to one of the claims 9 to 23, characterized in that the POY-yarn
to be drawn has a total titre of between 40 dtex and 2.000 dtex, preferably between
80 dtex and 1.200 dtex.
25. The method according to one of the claims 9 to 24, characterized in that the POY-yarn
to be drawn has an elementary thread number of between 8 and 300, preferably between
24 and 100.
26. The method according to one of the claims 9 to 25, characterized in that each multifilament
yarn is provided with a yarn twist before the twisting of the drawn multifilament
yarns.
27. The method according to claim 26, characterized in that for the yarn twist a twisting
factor alpha of between 80 and 110 is chosen.
28. The method according to claim 26 or 27, characterized in that each drawn multifilament
yarns is provided with a S-yarn twist.
29. The method according to claim 9, characterized in that the ply twist is a Z-ply twist.
1. Fil à coudre de haute résistance, qui comporte au moins deux composants de fil multifilaments
et qui présente une résistance spécifique valant entre 40 cN/tex et 85 cN/tex, de
préférence entre 55 cN/tex et 75 cN/tex, caractérisé en ce que le fil à coudre présente
la structure d'un fil à coudre retors et présente au moins deux composants de fils
retordus l'un avec l'autre, en ce que les composants de fil formant le fil à coudre
retors sont des fils textiles multifilaments standard et en ce que le fil à coudre
retors présente un indice de torsadage α valant entre 70 et 140.
2. Fil à coudre selon la revendication 1, caractérisé en ce que les fils textiles multifilaments
standard sont des fils en polyester et présentent une viscosité intrinsèque valant
entre 0,5 dl/g et 0,75 dl/g, et de préférence entre 0,55 dl/g et 0,63 dl/g.
3. Fil à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le
fil à coudre retors présente un titre total valant entre 40 dtex et 3900 dtex.
4. Fil à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le
fil à coudre contient de deux à quatre composants multifilaments de fil.
5. Fil à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le
fil à coudre retors présente un nombre de filaments valant entre 16 et 600, de préférence
entre 24 et 200.
6. Fil à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le
titre des filaments individuels du fil à coudre retors varie entre 0,6 dtex et 10
dtex, et de préférence entre 2,5 dtex et 5 dtex.
7. Fil à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le
fil à coudre retors présente un retrait thermique à 160°C inférieur à 3%, et de préférence
inférieur à 2%.
8. Fil à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le
fil à coudre retors présente un retrait à la cuisson inférieur à 2%, et de préférence
inférieur à 1%.
9. Procédé pour la fabrication du fil à coudre à haute résistance selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que l'on structure le fil à coudre comme fil à coudre
retors, en ce que pour chacun des composants multifilaments de fil formant le fil
à coudre retors, on sélectionne un fil multifilaments préorienté (fil POY), le fil
multifilaments préorienté (fil POY) présente la structure moléculaire d'un fil textile
multifilaments standard, en ce que l'on étire le fil multifilaments préorienté de
telle sorte que sa résistance spécifique soit située entre 40 cN/tex et 85 cN/tex,
de préférence entre 55 cN/tex et 75 cN/tex, et en ce qu'ensuite on retord les uns
avec les autres les fils multifilaments étirés, pour former le fil à coudre retors,
tandis que pour la torsion de retordage, on prévoit un indice de torsadage α situé
entre 70 et 140.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'on sélectionne comme fil
multifilaments préorienté des fils multifilaments en polyester qui présentent une
viscosité intrinsèque valant entre 0,5 dl/g et 0,75 dl/g, et de préférence entre 0,55
dl/g et 0,63 dl/g.
11. Procédé selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que l'on étire chacun des
fils multifilaments préorientés formant le fil retors en amenant le fil multifilaments
préorienté à une première vitesse dans une zone d'étirage principale, par l'intermédiaire
d'une galette de fourniture entourée par le fil multifilaments, et qu'on l'extrait
à une seconde vitesse de la zone d'étirage principale, par l'intermédiaire d'une galette
d'extraction entourée par le fil multifilaments, la seconde vitesse étant de 70% à
180%, de préférence de 100% à 160% supérieure à la première vitesse, en ce que l'on
réalise l'étirage dans la zone d'étirage principale uniquement entre la galette de
fourniture et la galette d'extraction, et en ce que l'on chauffe la galette d'extraction
à une température située entre 160°C et 240°C.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que l'on chauffe la galette de
fourniture à une température située entre 60°C et 160°C, et de préférence à une température
située entre 80°C et 140°C.
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que dans la zone d'étirage
principal, on chauffe le fil multifilaments à étirer à une température située entre
80°C et 180°C.
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé en ce que pour le chauffage du fil
multifilaments dans la zone d'étirage principal, on utilise une plaque chauffante,
un dispositif à rayonnement IR et/ou un laser.
15. Procédé selon la revendication 13 ou 14, caractérisé en ce que dans la zone d'étirage
principal, on chauffe le fil multifilaments à étirer pendant 0,01 s à 1 s.
16. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on entoure
la galette de fourniture et/ou la galette d'extraction 5 à 40 fois, de préférence
10 à 20 fois par le fil multifilaments à étirer.
17. Procédé selon l'une des revendications 11 à 16, caractérisé en ce que, dans la direction
du transport du fil multifilaments, on dispose une zone de préétirage en avant de
la zone d'étirage principal.
18. Procédé selon la revendication 17, caractérisé en ce que dans la zone de préétirage,
on préétire le fil multifilaments entre 0,5% et 10%, et de préférence entre 1% et
4%.
19. Procédé selon l'une des revendications 11 à 18, caractérisé en ce que l'on effectue
le préétirage et/ou l'étirage à une vitesse d'extraction supérieure à 300 m/min, et
de préférence à une vitesse située entre 600 m/min et 1200 m/min.
20. Procédé selon l'une des revendications 11 à 19, caractérisé en ce que, dans la direction
du transport du fil multifilaments à étirer, on dispose une zone de relaxation en
arrière de la zone d'étirage principale, zone de relaxation dans laquelle on chauffe
le fil multifilaments étiré à une température située entre 80°C et 240°C, et de préférence
à une température située entre 140°C et 200°C.
21. Procédé selon la revendication 20, caractérisé en ce que l'on introduit le fil multifilaments
étiré dans la zone de relaxation avec une avance.
22. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on introduit le fil multifilaments
préétiré dans la zone de relaxation avec une avance valant entre 0,5% et 10%, et de
préférence entre 1% et 3%.
23. Procédé selon l'une des revendications 9 à 22, caractérisé en ce que l'on sélectionne
comme fil multifilaments préorienté un fil dont le titre des filaments individuels
varie entre 1 dtex et 25 dtex, et de préférence entre 4 dtex et 10 dtex.
24. Procédé selon l'une des revendications 9 à 23, caractérisé en ce que le fil POY à
étirer présente un titre total valant entre 40 dtex et 2000 dtex, et de préférence
entre 80 dtex et 1200 dtex.
25. Procédé selon l'une des revendications 9 à 24, caractérisé en ce que le fil POY à
étirer présente un nombre de filaments élémentaires valant entre 8 et 300, et de préférence
entre 24 et 100.
26. Procédé selon l'une des revendications 9 à 25, caractérisé en ce qu'avant le retordage
du fil multifilaments préétiré, chaque fil multifilaments individuel est doté d'un
torsadage du fil.
27. Procédé selon la revendication 26, caractérisé en ce que pour le torsadage du fil,
on sélectionne un indice de torsadage α du fil valant entre 80 et 110.
28. Procédé selon la revendication 26 ou 27, caractérisé en ce que l'on dote chaque fil
multifilaments étiré individuel de torsions du fil en S.
29. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'on prévoit comme retordage
un retordage en Z.
