[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formteilen aus einem thermoplastischen
oder elastomeren, unter Anwendung von Druck und Wärme bleibend verformbaren Schaumstoff.
[0002] Aus der DE-A-3 712 973 ist ein Verfahren zur Herstellung von Hohlkörperformteilen
aus thermoplastischen bzw. elastomeren, unter Anwendung von Druck und Wärme bleibend
verformbaren Schaumstoffen bekannt, bei dem zunächst ein nahtloser rohr- bzw. hohlkörperförmiger
Vorformling gebildet, der Vorformling auf eine unterhalb des thermoplastischen Zustandsbereichs
liegende Temperatur erwärmt und der erwärmte Vorformling in einem Formwerkzeug mit
heißer Luft aufgeblasen und entsprechend der Kontur des Formwerkzeugs geformt wird.
Ein ähnliches Verfahren wird in der US-A-3 225 127 beschrieben.
[0003] Ein Nachteil dieses bekannten Verfahrens ist es, daß die Naht des Vorformlings beim
Aufblasen hohen Zugspannungen ausgesetzt ist, so daß diese ggf. reißen kann. Weiterhin
ist dieses Verfahren nur für annähernd symmetrische Formkörper geeignet, da sich der
Vorformling nur in begrenztem Maße dehnen läßt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines Hohlkörpers aus
einem Schaumstoff zur Verfügung zu stellen, daß die genannten Nachteile vermeidet.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Verfahrensschritte des Anspruchs 1, bevorzugt
in Verbindung mit einem oder mehreren der Merkmale der Unteransprüche.
[0006] Wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung ist es, daß nicht - wie beim Stand
der Technik - von einem Vorformling ausgegangen wird, sondern von insbesondere zwei
Abschnitten des Schaumstoffmaterials. Die Abschnitte des Schaumstoffs werden zunächst
auf eine Temperatur oberhalb der Erweichungstemperatur des Schaumstoffs, d. h. auf
eine Temperatur, bei der der Schaumstoff unter Anwendung von Druck und Wärme bleibend
verformt werden kann, erhitzt. Anschließend werden die erhitzten Abschnitte in die
mehrteilige Form eingelegt. Im allgemeinen wird man zwei etwa gleich große Schaumstoffabschnitte
übereinandergelegt in die Form einbringen. Ggf. kann jedoch auch ein einziger Abschnitt
in der Mitte gefaltet und entsprechend in die Form eingelegt werden.
[0007] Durch Schließen der mehrteiligen Form werden die Abschnitte entlang ihrer Kanten
miteinander verbunden. Bevorzugt werden sie dabei miteinander verschweißt, so daß
der Zwischenraum zwischen den Abschnitten vollständig (mit Ausnahme der Einblasöffnung)
abgedichtet wird.
[0008] Anschließend wird durch Einführen eines unter Druck stehenden Fluids, insbesondere
von Druckluft, in den Zwischenraum die Abschnitte an die Wandungen der mehrteiligen
Form gedrückt und dabei ausgeformt.
[0009] Bevorzugt wird hierzu kalte oder unterhalb der Erweichungstemperatur des Schaumstoffs
erwärmte Luft bei einem Druck von 0,2 bis 1 bar, bevorzugt 0,3 bis 0,5 bar, verwendet.
[0010] Nach Abkühlen der Abschnitte wird das Formteil anschließend entformt.
[0011] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es, daß die Naht bzw.
Nähte des Hohlkörpers, die beim Schließen der Form entstehen, beim Ausformen des Hohlkörpers
nur relativ geringen Dehnungen unterworfen sind. Weiterhin ermöglicht es das erfindungsgemäße
Verfahren, auch stark asymmetrisch ausgebildete Formteile herzustellen, da die Zuschnitte
auch beispielsweise trapezförmige, ovale oder sonstige Formen aufweisen können. Durch
Anpassen der Zuschnittgröße an die gewünschte Form des Hohlkörpers kann eine gleichmäßige
Streckung des verwendeten Materials bei der Ausformung erreicht werden.
[0012] Ggf. kann die Abtrennung der Nahtüberstände durch in das Werkzeug integrierte Schneidkanten
erfolgen.
[0013] Soweit im Endprodukt gewünscht, können die verwendeten Schaumstoffzuschnitte auch
unterschiedliche Rohdichten aufweisen. Weiterhin ist es möglich, einen oder beide
der Zuschnitte mit weiteren Schichten zu kaschieren, beispielsweise mit kompakten
Thermoplast-Folien, weiteren Schaumstoffen etc.
[0014] Es hat sich überraschend herausgestellt, daß bei Verwendung von chemisch vernetztem
Polyethylenschaumstoff - im Gegensatz zur Verwendung von physikalisch vernetztem Schaumstoff
- kein Verkleben der beiden Schaumstoffzuschnitte aneinander erfolgt, so daß beim
Aufblasen des Zwischenraums zwischen den Zuschnitten eine Trennung der beiden Zuschnitte
möglich ist.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie der Zeichnung
näher erläutert.
[0016] Es zeigt dabei
- Fig. 1 -
- zwei Schaumstoffzuschnitte in der mehrteiligen Form beim Aufblasen.
[0017] Zwei Zuschnitte 1, 2 eines vernetzten, geschlossenzelligen Polyethylenschaumstoffs
mit einer Rohdichte von 130 kg/m
3 und einer Dicke von 6 mm werden auf eine Temperatur von 160° C erwärmt und in einem
zweiteiligen Hohlkörperwerkzeug 3, 4 eingelegt. Durch Schließen der Form werden die
Zuschnitte 1, 2 entlang ihrer Kanten 5, 6 miteinander verschweißt und verpreßt. Der
Hohlraum zwischen den Zuschnitten 1, 2 wird hierdurch mit Ausnahme der Einblasöffnung
7 hermetisch abgedichtet.
[0018] Nach Schließen der Form wird Blasluft bei Raumtemperatur mit einem Druck von 0,5
bar (Überdruck gegenüber der Umgebungsatmosphäre) in den Zwischenraum zwischen die
Zuschnitte 1, 2 eingebracht. Hierdurch werden die Zuschnitte an die Innenwände des
Hohlkörperwerkzeuges 3, 4 angepreßt. Nach Abkühlen des Hohlkörpers und Entnahme aus
dem Werkzeug werden die Nahtüberstände abgetrennt und zwei Öffnungen angebracht für
den Einsatz des Formteils als Luftkanal in Kraftfahrzeugen. Die Verbindungsstelle
der beiden Zuschnitte hat den starken Ausformungsdehnungen widerstanden und stellt
auch beim Einsatz des Luftkanals keine Schwachstelle dar.
1. Verfahren zum Herstellen eines Hohlkörpers aus einem thermoplastischen oder elastomeren,
unter Anwendung von Druck und Wärme bleibend verformbaren Schaumstoff, mit folgenden
Verfahrensschritten:
- ein oder mehrere im wesentlichen ebene, plattenförmige Abschnitte (1, 2) eines Schaumstoffs
werden nach Erwärmung auf eine Temperatur oberhalb der Erweichungstemperatur des Schaumstoffs
in eine mehrteilige Form (3, 4) eingelegt;
- durch Schließen der mehrteiligen Form (3, 4) werden die Abschnitte (1, 2) entlang
ihrer Kanten (5, 6) miteinander verbunden, wobei der Zwischenraum zwischen den Abschnitten
(1, 2) wenigstens weitgehend abgedichtet wird;
- durch Einführen eines unter Druck stehenden Fluids in den Zwischenraum zwischen
den Abschnitten (1, 2) werden die Abschnitte (1, 2) an die Wandungen der mehrteiligen
Form (3, 4) gedrückt und ausgeformt;
- nach Abkühlen der Abschnitte (1, 2) wird das Formteil entformt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte (1, 2) durch Schließen der mehrteiligen Form (3, 4) entlang ihrer
Kanten (5, 6) miteinander verschweißt werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Verwendung eines chemisch vernetzten Polyolefin-Schaumstoffs einer Rohdichte
von 30 bis 250 kg/m3.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine Temperatur von 130 bis 200° C, bevorzugt 150 bis 170° C der Abschnitte (1, 2)
beim Einlegen in die mehrteilige Form (3, 4).
1. Method for the production of a hollow body formed of a thermoplastic or elastomeric
foam material remaining deformable when subject to pressure and heat, having the following
processing steps:
- one or several essentially flat plate-shaped sections (1, 2) of a foam material
are laid in a multipart mould (3, 4) after heating to a temperature above the softening
temperature of the foam material;
- the sections (1, 2) are connected with one another along their edges (5, 6) by closing
the multipart mould (3, 4), with the intermediate space between the sections (1, 2)
being at least largely sealed off;
- the sections (1, 2) are pressed onto the walls of the multi part mould (3, 4) by
introduction of a fluid under pressure into the intermediate space between the sections
(1, 2) and blocked;
- after cooling of the sections (1, 2), the shaped part is deformed.
2. Method according to claim 1, characterised in that the sections (1, 2) are welded
with one another along their edges (5, 6) as a result of closing the multipart mould
(3, 4).
3. Method according to one of claims 1 or 2, characterised by the use of a chemically
crossed-linked polyolefin foam material having a bulk density of 30 to 250 kg/m3.
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised by a temperature of 130 to
200°C, preferably 150 to 170°C for the sections (1, 2) on insertion in the multi part
mould (3, 4).
1. Procédé de préparation d'un corps creux à partir d'une mousse thermoplastique ou élastomère,
déformable de façon permanente sous l'influence de la chaleur et de la pression, ce
procédé comprenant les étapes suivantes :
- on introduit dans un moule en plusieurs parties (3, 4), un ou plusieurs morceaux
de mousse essentiellement planes et en forme de plaques (1, 2), après les avoir réchauffés
à une température au-dessus de la température de ramollissement de la mousse ;
- on relie l'un à l'autre les morceaux (1, 21) le long de leurs côtés (5, 6), par
la fermeture du moule en plusieurs parties (3, 4), l'espace intermédiaire entre les
morceaux (1, 2) étant ainsi rendu, au moins dans une grande mesure, étanche ;
- on introduit un fluide sous pression dans l'espace intermédiaire formé entre les
morceaux (1, 2), ce qui fait que les morceaux (1, 2) sont pressés contre les parois
du moule comprenant plusieurs parties (3, 4) et sont mis en forme ;
- après refroidissement des morceaux (1, 2), on démoule le corps mis en forme.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les morceaux (1, 2)
sont soudés l'un à l'autre, le long de leur côté (5, 6) par la fermeture du moule
en plusieurs parties (3, 4).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait qu'on utilise une mousse
de polyéthylène chimiquement réticulée, ayant une densité de 30 à 250 kg/m3.
4. Procédé selon l'une des revendications 1, 2 ou 3, caractérisé par le fait que la température
des morceaux (1, 2) lors de leur placement dans le moule en plusieurs parties (3,
4) est comprise entre 130 et 200°C, et de préférence entre 150 et 170°C.