[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Überführen eines Bahnanfangs
einer in einer Rollenrotationsmaschine geförderten Materialbahn nach dem Oberbegriff
von Anspruch 1. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Zusammenführen zweier
Materialbahnen in einer Rollenrotationsmaschine entsprechend dem Oberbegriff von Anspruch
11. Bevorzugt findet die Erfindung in einer Druckmaschine Verwendung.
[0002] Im Rollenrotationsdruck sind Bedruckstoffteilbahnen nach dem Längsfalzen, das üblicherweise
durch Förderung der Bahnen durch Trichter hindurch erfolgt, wieder zusammenzuführen,
bevor sie einem Falzapparat zugeführt werden. Die Bahnanfänge der einzelnen Teilbahnen,
werden dabei über entsprechende Überführungsvorrichtungen zu einem einzigen Bahnstrang,
in dem die längsgefalzten Bedruckstoffbahnen in etwa deckend übereinanderliegen, zusammengeführt.
Das Zusammenführen der Teilbahnen bzw. das Einziehen der Teilbahnen über die hierfür
im Bereich des Überführens vorgesehenen Umlenkmittel, insbesondere Umlenkwalzen, erfolgt
üblicherweise per Hand. Eine Bedienperson übernimmt hierbei einen Bahnanfang solch
einer längsgefalzten Teilbahn, beispielsweise mittels eines Hakens, und übergibt den
aufgenommenen Bahnanfang an eine zweite Bedienperson, die den übernommenen Bahnanfang
im Bereich eines Aufgabemittels, insbesondere einer Bahn-Umleitwalze, so aufgibt bzw.
einfädelt, daß dieser Bahnanfang mit einer im Bereich des Aufgabemittels endlos geförderten
anderen Teilbahn in Deckung zu liegen kommt und zusammen mit dieser anderen Teilbahn
weiter gefördert wird. Das manuelle Zusammenführen von Teilbahnen ist zeitaufwendig,
störanfällig und erfordert die Zusammenarbeit von zumindest zwei Bedienpersonen.
[0003] Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Überführen eines Bahnanfangs einer
in einer Rollenrotationsmaschine geförderten Materialbahn zu ermöglichen, ohne daß
eine Bedienperson solch einen Bahnanfang aufnehmen und zur Weiterförderung aufgeben
muß.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der Ansprüche 1 und 11 gelöst.
[0005] Anspruch 10 betrifft eine besonders bevorzugte Verwendung der Erfindung.
[0006] Indem zu einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 erfindungsgemäß ein
Leitmittel benachbart zu einem Umlenkmittel für eine Materialbahn, insbesondere eine
Bedruckstoffbahn, angeordnet ist, kann der angeförderte Bahnanfang, durch das Leitmittel
um das Umlenkmittel zwangsgeführt in eine gewünschte neue Förderrichtung umgelenkt
werden. Der derart umgelenkte Bahnanfang wird erfindungsgemäß von einem Überführband
übernommen und zu einem Aufgabemittel gefördert. Hierbei liegt der Bahnanfang der
umgelenkten Bahn auf dem Überführband einfach auf. Aus dem Bereich des Aufgabemittels
wird der überführte Bahnanfang in geeigneter Weise weiter gefördert.
[0007] Das Überführband wird bevorzugterweise durch Anstellen gegen ein Bahnfördermittel,
vorzugsweise das Umlenkmittel, von diesem mitangetrieben. In einer ebenfalls bevorzugten
Ausführungsform wird es durch einen eigenen Motor angetrieben.
[0008] Bei der bevorzugten Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, nämlich zum Zusammenführen
zweier längsgefalzter Bedruckstoffbahnen in einer Rollenrotationsdruckmaschine handelt
es sich bei dem Umlenkmittel um eine Umlenkwalze, insbesondere eine Registerwalze,
und bei dem Aufgabemittel um eine dazu beabstandet angeordnete Bahn-Umleitwalze. Kurz
hinter dieser Bahn-Umleitwalze, nämlich dem Aufgabemittel, läuft die erfindungsgemäß
überführte Bedruckstoffbahn unter eine weitere zuvor längsgefalzte Bedruckstoffbahn,
nämlich die Bahn, mit der sie zum anschließenden Kappen und Falzen zusammengeführt
werden soll. Eine Rollenrotationsdruckmaschine kann mehrere erfindungsgemäß ausgebildete
Überführungsvorrichtungen, die meist quer zur Bahnförderrichtung nebeneinander angeordnet
sind, aufweisen.
[0009] Erfindungsgemäß bilden das Umlenkmittel und das Leitmittel eine Art Einlauftrichter
für den Bahnanfang der zu überführenden Materialbahn. Gerade in der bevorzugten Verwendung
für Rollenrotationsdruckmaschinen, wird der betreffende Bahnanfang aus dem Falztrichter
im wesentlichen vertikal nach unten zu einer Umlenkwalze gefördert und um etwa 90°
aus seiner Förderrichtung in eine seitlich neben diese Umlenkwalze angeordneten weiteren
Umlenkwalze gefördert. Wegen dieser durch die Schwerkraft unterstützten Bahnförderung
genügt ein nach oben offener Einlauftrichter vollkommen zum sicheren Umleiten des
freihängenden Bahnanfangs.
[0010] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bildet das Überführband
gleichzeitig auch das Umleitmittel. Zum Umleiten eines Bahnanfangs umschlingt dieses
Überführband das Umlenkmittel teilweise. Das Überführband ist vorteilhafterweise um
zumindest drei Bandumleitwalzen, die zueinander dreieckförmig angeordnet sind, geführt.
Zum teilweisen Umschlingen des Umlenkmittels ist das Überführband bevorzugterweise
im Bereich eines Trums, insbesondere eines Obertrums, gegen das Umlenkmittel angedrückt
bzw. angestellt.
[0011] Bevorzugterweise ist das Überführband zum Anstellen an das Umlenkmittel schwenkbar
angeordnet. Indem das Überführband mit einer teilweisen Umschlingung des Umlenkmittels
an das Umlenkmittel anstellbar ist, kann es dementsprechend nach Überführung des Bahnanfangs
und Weiterförderung der überführten Materialbahn wieder von dem Umlenkmittel abgestellt
werden, so daß die überführte Materialbahn nur über die sonst üblichen Umlenkmittel
geführt weiter gefördert werden kann. Durch das Abstellen nach erfolgter Überführung
wird sehr einfach verhindert, daß möglicherweise auf das Überführband abgefärbte Druckfarbe
auf die Materialbahn, falls es sich um eine Bedruckstoffbahn handelt, übertragen werden
kann.
[0012] Eine der drei Bandumleitwalzen kann durch das Aufgabemittel selbst gebildet werden.
Dies stellt auch eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dar. Nach einer anderen
bevorzugten Ausführungsform ist das Überführband von den sonstigen Umlenkmitteln der
Rollenrotationsmaschine mechanisch unabhängig. Je nach Ausführungsform bildet entweder
das als Umlenkwalze ausgebildete Aufgabemittel oder eine in unmittelbarer Nachbarschaft
des Aufgabemittels angeordnete, gesonderte Bandumleitwalze den Antrieb des umlaufenden
Überführbands.
[0013] Im letztgenannten Falle ist zwischen dieser Bandumleitwalze und dem Aufgabemittel
ein zusätzliches Bahnauflagemittel zur Unterstützung des Bahnanfangs bei dessen Ein-
bzw. Auflaufen in bzw. auf das Aufgabemittel angeordnet. Bei einer Rollenrotationsdruckmaschine,
bei der das Aufgabemittel üblicherweise als Bahn-Umleitwalze ausgebildet ist, ist
diese Umleitwalze hierzu vorteilhafterweise mit umlaufenden Nuten versehen, und das
Bahnauflagemittel greift rechenförmig in diese Nuten ein, so daß eine nahtlose Aufgabe
des Bahnanfangs gewährleistet werden kann.
[0014] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Zusammenführung zweier längsgefalzter Bedruckstoffteilbahnen,
- Figur 2
- die Überführvorrichtung nach Figur 1 im Detail,
- Figur 3
- eine erste Ausführungsalternative einer erfindungsgemäßen Überführvorrichtung und
- Figur 4
- eine zweite Ausführungsalternative.
[0015] In Figur 1 ist die Zusammenführung zweier Bedruckstoffteilbahnen B
1 und B
2, die jeweils in Trichtern T
1 und T
2 längsgefalzt worden sind, dargestellt. Die beiden längsgefalzten Bedruckstoffteilbahnen
B
1 und B
2 werden jeweils über Zugwalzenpaare 15 gefördert, wobei der Bahnanfang jeder dieser
beiden Teilbahnen B
1 und B
2 durch das jeweilige Zugwalzenpaar 15 zunächst freihängend in etwa vertikal nach unten
gefördert wird. Unterhalb eines der beiden Zugwalzenpaare 15 ist ein Aufgabemittel,
im Ausführungsbeispiel eine Bahn-Umleitwalze 17 angeordnet, an der der freie Bahnanfang
der entsprechenden ersten Bedruckstoffteilbahn B
1 in einem geringen Abstand vorbeigefördert bei seiner weiteren Förderung durch das
Zugwalzenpaar 15 zu einem weiteren Zugwalzenpaar 18 gelangt, zwischen die beiden Walzen
dieses Zugwalzenpaares 18 einläuft und von diesen weitergefördert wird.
[0016] Der Bahnanfang der anderen, zweiten Bedruckstoffteilbahn B
2 muß zum Zusammenführen mit der ersten Bedruckstoffteilbahn B
1 zunächst um eine in etwa vertikal unterhalb des zur Förderung der zweiten Bedruckstoffteilbahn
B
2 dienenden Zugwalzenpaares 15 angeordneten Umlenkmittel 16, im Ausführungsbeispiel
ebenfalls eine Bahn-Umleitwalze, insbesondere eine Registerwalze, umgelenkt und zu
dem Aufgabemittel 17 gefördert werden, um durch das Aufgabemittel 17 in die gleiche
Richtung wie die im wesentlich einfach geradgeförderte erste Bedruckstoffteilbahn
B, umgelenkt zu werden.
[0017] Zum Überführen des Bahnanfangs der zweiten Teilbahn B
2 wird dieser Bahnanfang mit Hilfe einer Überführvorrichtung 2 um das Umlenkmittel
16 gelenkt und auf dem Überführband 3 aufliegend zum Aufgabemittel 17 weitergefördert.
Der Bahnanfang der zweiten Teilbahn B
2 wird über das Aufgabemittel 17 in die Förderrichtung der ersten Teilbahn B
1 umgelenkt und gelangt bei seiner Weiterförderung freihängend zwischen die Walzen
des dem Aufgabemittels 17 nachgeordneten Zugwalzenpaars 18. Durch das Zugwalzenpaar
18 werden die beiden übereinanderliegenden Teilbahnen B
1 und B
2 über eine Rückhaltevorrichtung 19, eine Kappvorrichtung 20 und ein weiteres Zugwalzenpaar
21 in bekannter Weise zu einem Falzapparat 22 gefördert.
[0018] Figur 2 zeigt die Bahnüberführungsvorrichtung 2 nach Figur 1 allein. Es ist der vertikal
nach unten geförderte Bahnanfang der zu überführenden zweiten Teilbahn B
2 vor dem Einlaufen in die Überführvorrichtung 2 angedeutet. Das Umlenkmittel 16 wird
im Falle einer Rollenrotationsdruckmaschine durch eine Registerwalze gebildet, die
in Figur 2 in ihren beiden Endstellungen eingezeichnet ist. Das Überführband 3 läuft
um drei Bandumleitwalzen 7, 8 und 9 sowie über eine Spannrolle, die an einem verstellbaren
Arm 4 gehalten ist, um. Die erste Bandumleitwalze 7 ist in unmittelbarer Nähe des
im Ausführungsbeispiel durch eine Bahn-Umleitwalze gebildeten Aufgabemittels 17 angeordnet.
Die drei Bandumleitwalzen 7, 8 und 9 bilden eine Dreiecksanordnung. Im Bereich eines
Obertrums des Überführbands 3 zwischen den Walzen 7 und 8 ist das Überführband 3 gegen
die Registerwalze 16 angestellt, so daß es diese Registerwalze 16 von unten im wesentlichen
in dem Bereich, in dem die überführte erste Teilbahn B
1 die Registerwalze 16 umschlingt, ebenfalls umschlingt. Die Registerwalze 16 und das
im Umlenkbereich anliegende Obertrum des Überführbands 3 bilden eine Art Einlauftrichter
für den von oben angeförderten Bahnanfang der Teilbahn B
2. Der angeförderte Bahnanfang läuft zunächst auf das Obertrum des Überführbands 3.
Anschließend wird es zwischen die Registerwalze 16 und dieses Obertrum eingezogen
und zwischen beiden geklemmt um die Registerwalze 16 gefördert. Nach dem Umlenken
liegt der Bahnanfang frei auf dem Obertrum in dessen Abschnitt zwischen der Registerwalze
16 und der ersten Bandumleitwalze 7 auf. Durch Förderung zwischen der Registerwalze
16 und dem Überführband 3 hindurch gelangt der Bahnanfang auf dem Überführband 3 aufliegend
zur ersten Bandumleitwalze 7.
[0019] Zwischen dem Überführband 3, das um die erste Bandumleitwalze 7 läuft, und der dieser
Bandumleitwalze 7 nachgeordneten Bahn-Umleitwalze 17 ist ein rechenförmiges Bahnauflagemittel
11 angeordnet, über das der Bahnanfang nahezu stetig auf die nachgeordnete Bahn-Umleitwalze
17 gefördert wird. Mit seinen rechenförmigen Fingern greift das Bahnauflagemittel
11 in die entsprechenden umlaufenden Nuten der Bahn-Umleitwalze 17 ein. Im Ausführungsbeispiel
ist das Bahnauflagemittel auf der Drehachse der Bandumleitwalze 7 drehgelagert.
[0020] Das Überführband 3 ist gegen die Registerwalze 16 anstellbar bzw. durch Abschwenken
von dieser abstellbar. Das An- und Abstellen erfolgt durch Schwenken um die Drehachse
der angetriebenen Bandumleitwalze 7. In Figur 2 ist das Überführband 3 in durchgezogener
Linie in Anstellung zur Registerwalze 16 und in gestrichelter Linie in seiner davon
abgestellten Stellung dargestellt.
[0021] Durch das Anstellen gegen die Registerwalze 16 wird das Überführband von der Registerwalze
16 mitangetrieben. In einer anderen, ebenfalls bevorzugten Ausführungsform wird die
Bandumleitwalze 7 von einem eigenen Motor angetrieben.
[0022] Die zweite Bandumleitwalze 8 und die dritte Bandumleitwalze 9 sind zum Zwecke des
Anstellens und Abstellens des Überführbands 3 an bzw. von der Registerwalze 16 an
einer Anstellvorrichtung 15, die um eine Achse 14 schwenkbar angeordnet ist, befestigt.
Die Anstellvorrichtung 5 wird im Ausführungsbeispiel durch einen einfachen Balken
5 gebildet, der einen Anschlag 13 zur Begrenzung der Schwenkbewegung der Anstellvorrichtung
15 gegen die Registerwalze 16 aufweist. Die zweite Bandumleitwalze 8 ist unmittelbar
an dem Balken 5 drehbar angebracht, während die dritte Bandumleitwalze 9 an einem
winkelig von diesem Balken 5 abstehenden Tragarm 12 drehbar gehalten ist. Der die
Spannrolle für das Überführband 3 tragende Arm 4 ist an dem Balken 5 zum Einstellen
der gewünschten Bandspannung schwenkbar angebracht. Die Schwenkbewegung der Anstellvorrichtung
5 um die Drehachse 14 und damit auch die Schwenkbewegung des Überführbands 3 um die
erste Bandumleitwalze 7 wird durch einen Stellzylinder 6 bewirkt, der an den Balken
5 angelenkt ist.
[0023] Das Überführband 3 wird in Längsrichtung der Registerwalze 16 gesehen durch mehrere
parallel nebeneinander laufende Bandstreifen gebildet. Die Bandumleitwalzen 7, 8,
9 und die Anstellvorrichtung 15 sind entsprechend ausgebildet.
[0024] In der abgestellten Stellung ist das Überführband 3 in etwa dreieckförmig um die
drei Bandumleitwalzen 7, 8 und 9 geführt. In Anstellung an die Registerwalze 16 wird
das Band 3 im Bereich des Obertrums zwischen der ersten Bandumleitwalze 7 und der
dritten Bandumleitwalze 9 eingedrückt und umschlingt so teilweise die Registerwalze
16. In Anstellung an die Registerwalze 16 nimmt das Überführband 3 in etwa die Form
eines liegenden "L" ein. Der kurze, nach oben weisende Schenkel dieses "L" bildet
zusammen mit der Registerwalze 16 den Einlauf für die Teilbahn B
2 und die Umschlingung zur Registerwalze 16 und der lange, in etwa horizontal liegende
oder zur Horizontalen leicht geneigte Schenkel dieses "L" weist in gerader Linie zu
der als Aufgabemittel dienenden Bahn-Umleitwalze 17.
[0025] Indem das Überführband 3 von der Registerwalze 16 abgestellt und somit außer Eingriff
dazu gebracht werden kann, was in dem Moment erfolgt, in dem der Bahnanfang der überführten
zweiten Teilbahn B
2 von den der Bahn-Umleitwalze 17 nachgeordneten Walzen des Zugwalzenpaares 18 übernommen
worden ist, kann verhindert werden, daß möglicherweise auf das Überführband 3 übertragene
Druckfarbenreste von dem Überführband 3 wieder auf die bereits überführte Teilbahn
B
2 zurückübertragen werden. Nach der Überführung der Teilbahn B
2 bzw. nach dem Zusammenführen mit der Teilbahn B
1 läuft die überführte Teilbahn B
2 ohne das abgestellte Überführband 3 zu berühren um die Registerwalze 16 und die nachgeordnete
Bahn-Umleitwalze 17. Nachdem das Überführband 3 abgestellt bzw. außer Eingriff zu
der Registerwalze 16 gebracht worden ist, kann der Antrieb der ersten Bandumleitwalze
7 abgeschaltet werden. In dieser Stellung kann das antriebslose oder antriebslos geschaltete
Überführband 3 beispielsweise gewartet, insbesondere gereinigt, werden.
[0026] Figur 3 zeigt eine erste Ausführungsalternative für eine erfindungsgemäße Überführvorrichtung.
Die Überführvorrichtung nach Figur 3 unterscheidet sich von der nach Figur 2 lediglich
dadurch, daß keine gesonderte Antriebswalze, nämlich die Bandumleitwalze 7, vorgesehen
ist. Das Überführband 3 läuft im Ausführungsbeispiel nach Figur 3 um die Bahn-Umleitwalze
17 um, die somit gleichzeitig die Funktion einer angetriebenen Bandumleitwalze übernimmt.
Das Überführband 3 ist dementsprechend um die Drehachse der Bahn-Umleitwalze 17 zur
Registerwalze 16 an- und davon abstellbar. Ansonsten sind die Konstruktion und die
Funktionsweise dieser Ausführungsalternative zu der nach Figur 2 gleich.
[0027] In Figur 4 ist eine mechanisch besonders einfache Überführvorrichtung 2 dargestellt.
Hierbei ist zu der Registerwalze 16 benachbart ein starres Leitmittel 5, im Ausführungsbeispiel
ein einfaches Umlenkblech, angeordnet. Das Leitmittel 5 bildet wiederum zusammen mit
der Registerwalze 16 einen trichterförmigen Einlauf für den angeförderten Bahnanfang
der zweiten Teilbahn B
2. Der angeförderte Bahnanfang stößt zunächst auf eine der Registerwalze 16 zugewandte,
gerundete Umlenkfläche des Umleitmittels 5 und gleitet auf dieser Umlenkfläche bei
seiner weiteren Förderung auf das Überführband 3.
[0028] Ein oberes Ende des Leitmittels 5 weist geneigt zu dem einlaufenden Bahnanfang. Im
weiteren Verlauf verläuft die Umlenkfläche des Leitmittels in etwa konzentrisch zur
Oberfläche der Registerwalze 16. Ein unteres Ende des Leitmittels 5 ragt rechenförmig
zwischen die Bandstreifen des Überführbands 3, so daß der Bahnanfang ständig von unten
unterstützt ist.
[0029] Die Überführung des Bahnanfangs auf dem Überführband 3 zur nachgeordneten Bahn-Umleitwalze
17 erfolgt wie im Ausführungsbeispiel nach Figur 3.
[0030] Das Überführband nach Figur 4 ist nicht schwenkbar. Es läuft lediglich um die beiden
ortsfest gelagerten Band-Umleitwalzen 17 und 8 sowie um die Spannrolle 4. Diese Ausführungsvariante
zeichnet sich durch ihre Einfachheit und ihre vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten
aus.
1. Vorrichtung zum Überführen eines Bahnanfangs einer in einer Rollenrotationsmaschine,
insbesondere einer Druckmaschine, geförderten Materialbahn,
a) mit einem Umlenkmittel (16) zum Umlenken der Bahn und
b) mit einem Aufgabemittel (17) für die umgelenkte Bahn, das in Förderrichtung der
umgelenkten Bahn beabstandet von dem Umlenkmittel (16) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
c) zu dem Umlenkmittel (16) benachbart ein Leitmittel (3; 5) angeordnet ist, das einen
Bahnanfang der Bahn bei dem Umlenken um das Umlenkmittel (16) führt und, daß
d) der umgelenkte Bahnanfang auf einem umlaufenden Überführband (3) aufliegend zu
dem Aufgabemittel (17) gefördert wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch das Leitmittel (3;
5) und das Umlenkmittel (16) ein trichterförmiger Einlauf für einen Bahnanfang der
Bahn gebildet wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Überführband (3)
zu dem Umlenkmittel (16) anstellbar, insbesondere an- und abschwenkbar, ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Überführband (3) das Umlenkmittel (16) in einem Umlenkbereich für die Bahn umschlingt
und dabei auch das Leitmittel bildet.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Überführband (3) um zumindest drei Bandumleitwalzen (7, 8, 9) geführt ist und ein
Trum des Überführbands (3) gegen das Umlenkmittel (16) drückend das Umlenkmittel (16)
in einem Umlenkbereich für die Bahn umschlingt und dabei auch das Leitmittel bildet.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine
erste Bandumleitwalze (7) für das Überführband (3) in Förderrichtung der Bahn unmittelbar
vor dem Aufgabemittel (17) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Überführband
(3) und dem Aufgabemittel (17) ein Bahnauflagemittel (11) angeordnet ist, von dem
der darauf aufliegende Bahnanfang zum Aufgabemittel (17) aufgegeben wird.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine erste
Bandumleitwalze für das Überführband (3), insbesondere eine Antriebswalze für das
Überführband (3), durch das Aufgabemittel (17) gebildet wird.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, gekennzeichnet durch eine Anstellvorrichtung
(15), mit der eine zweite Bandumleitwalze (8) und eine dritte Bandumleitwalze (9),
die mit der ersten Bandumleitwalze (7; 17) in Form eines Dreiecks angeordnet sind,
zum An- und Abstellen des Überführbands (3) gegenüber dem Umlenkmittel (16) bewegbar,
insbesondere schwenkbar, sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Leitmittel
(5) durch ein Leitblech oder dergleichen gebildet wird, auf dem ein Bahnanfang der
Materialbahn gleitend auf das Überführband gefördert wird.
11. Rollenrotationsdruckmaschine, bei der eine erste Bedruckstoffbahn um eine erste Umlenkwalze
(16) umgelenkt, die umgelenkte Bedruckstoffbahn zu einer zweiten Umlenkwalze (17)
gefördert, durch diese nochmals umgelenkt und mit einer zweiten Bedruckstoffbahn zusammengeführt
wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
zur Überführung eines Bahnanfangs der ersten Bedruckstoffbahn zu der zweiten Umlenkwalze
(17) eine Vorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche verwendet wird.
12. Verfahren zum Zusammenführen zweier Materialbahnen in einer Rollenrotationsmaschine,
bei dem eine erste Bahn über eine Umlenkwalze (16) umgelenkt, zu einem Aufgabemittel
(17) gefördert und anschließend mit einer zweiten Bahn zusammengeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) ein Bahnanfang der ersten Bahn durch ein Leitmittel (3; 5) in einem Umlenkbereich
an dem Umlenkmittel (16) geführt und
b) der umgelenkte Bahnanfang auf einem Überführband (3) aufliegend zu dem Aufgabemittel
(17) gefördert wird.