[0001] Die Erfindung betrifft eine Schmirgelmaschine mit einer dicht mit sich parallel zur
Drehachse erstreckenden, leistenförmigen Schmirgelsegmenten besetzten Schmirgelwalze,
die dazu dient, eine unter Spannung vorbeigeführte textile Florstoffbahn unter Wischkontakt
der Oberfläche mit den Schmirgelsegmenten zu bearbeiten.
[0002] In der Praxis der Textilindustrie unterscheidet man Schmirgelmaschinen und Schleifmaschinen.
Ein besonderes Kennzeichen der Gattung der Schmirgelmaschinen besteht darin, daß die
Stoffbahn nur mit ihrer eigenen Längsspannung gegen die Oberfläche der jeweiligen
Schmirgelwalze gehalten wird. Diese besitzt bei bekannten Maschinen Schlagleisten,
die sich parallel zur Walzenachse erstrecken und (vorzugsweise spiralförmig) mit Schmirgelband
umwickelt werden. Die Alternative der Schmirgelwalze, die sogenannte Schleifwalze,
wird vollflächig oder auf einem Muster mit einem Schleifmittel beschichtet. Eine Schleifmaschine
wird in der DE-OS 25 32 459 beschrieben. Bei einer solchen Maschine wird die zu behandelnde
textile Stoffbahn durch den Spalt zwischen einer Schleifwalze und einer an die Peripherie
der Schleifwalze gedrückten Gegenwalze hindurchgeführt. Die vorliegende Erfindung
bezieht sich nur auf Schmirgelwalzen bzw. Schmirgelmaschinen.
[0003] Bei Betrieb wird die zu behandelnde Stoffbahn, z.B. mit Hilfe von Zustellstangen
oder Zustellrollen, um einen Teil - insbesondere etwa ein Viertel - des Umfangs der
rotierenden Schmirgelwalze herumgeführt, derart, daß der Flor der Stoffbahn in Kontakt
mit den mit dem Schmirgelband bewickelten Schlagleisten kommt. In der Praxis wird
gesagt, die Schlagleisten übten einen Wischkontakt oder Wischschlagkontakt auf den
Flor aus.
[0004] In EP 0 381 864 A1 wird eine Schmirgelmaschine eingangs genannter Art angegeben.
In dieser Schmirgelmaschine bestehen die Schmirgelsegmente aus sich parallel zur Drehachse
der Schmirgelwalze erstreckenden Schlagleisten. Um die Schmirgelwalze und damit auch
um die Schlagleisten wird ein Schmirgelband gewickelt.
[0005] Bei dieser bekannten Schmirgelmaschine wird jede Schlagleiste mit zwei getrennt wirkenden
Längskanten bzw. Schlagkanten ausgerüstet, wobei die beiden Kanten durch eine sich
in Längsrichtung der Schlagleiste erstreckende Ausnehmung voneinander getrennt sind.
Dadurch wird die Schlaghäufigkeit der Schmirgelwalze bei unveränderter Drehzahl verdoppelt,
weil sowohl die Vorder- als auch die Hinterkante der Schlagleiste einen Wischschlag
auf die zu bearbeitende Stoffbahn ausüben. Bei Weiterentwicklungen wurden Schlagleisten-Schmirgelmaschinen
geschaffen, deren Leisten bis zu fünf sich parallel zur Drehachse der Walze erstreckenden
Erhebungen aufwiesen. Entsprechend viele Wischschläge wurden bei Umdrehung der Schmirgelwalze
auf die zu bearbeitende Stoffbahn ausgeübt.
[0006] Wesentlich höher kann die Wisch/Schlagzahl bei unveränderter Umdrehungszahl und unverändertem
Durchmesser der aus EP 0 381 864 A1 bekannten Schmirgelwalze jedoch nicht gebracht
werden, weil bei weiterer Feinverteilung der Schlagleisten deren Einzelschläge allmählich
in ein Kontinuum ohne Höhen und Tiefen übergehen. Ein Nachteil der bekannten Schmirgelmaschinen
besteht auch darin, daß der sich um die ganze Walze und damit auch um die Schlagleisten
erstreckende Schmirgelbezug stets nach kurzer Laufzeit wegen Abnutzung ausgetauscht
werden muß. Die Abnutzung des Schmirgelbezugs erfolgt dabei praktisch ausschließlich
längs der Streifen, die radial oben auf den Erhöhungen der Schlagleisten liegen. Das
zwischen diesen Streifen befindliche Schmirgelmittel geht im wesentlichen ungenutzt
verloren.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schmirgelwalze zu schaffen, deren
Schlaghäufigkeit pro Umdrehung wesentlich höher als bei bisherigen Schlagleistenmaschinen
ist und bei der die Abnutzung des Schmirgelbelags viel gleichmäßiger als bei einem
um die Schmirgelleisten gewickelten Band erfolgt.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung besteht für die eingangs genannte Schmirgelwalze mit
sich parallel zur Drehachse erstreckenden, leistenförmigen Schmirgelsegmenten darin,
daß die Schmirgelsegmente aus mit radial nach außen gerichteten und mit mit einem
Schmirgelmittel durchsetzten Borsten besetzten Leistenkörper bestehen. Das Schmirgelmittel
ist erfindungsgemäß also unmittelbar in die Borsten - in den Borstenkörper - eingelagert.
Vorzugsweise werden erfindungsgemäß Borsten aus extrudiertem, im Sinne eines möglichst
intensiven Wischschlageffekts hartem Kunststoff eingesetzt.
[0009] Durch die Erfindung wird erreicht daß nicht nur jedes mit Borsten besetzte Schmirgelsegment
- kurz Bürstschmirgelsegment - insgesamt einen Wischkontakt auf die Stoffbahn ausübt,
sondern daß bei Betrieb eigentlich jede Borste einzeln wie ein Schlagmittel auf die
Stoffbahn wirkt. Die Zahl der Schläge pro Umdrehung der Schmirgelwalze wird daher
gegenüber dem Stand der Technik bei unveränderter Drehzahl und unverändertem Walzendurchmesser
vervielfacht.
[0010] Die erfindungsgemäße Schmirgelwalze ist nicht nur - wie erwartet - zur Bearbeitung
trockener Ware geeignet. Überraschend läßt sich ein ausgezeichneter Schmirgeleffekt
auch erreichen, wenn die Ware feucht oder gar naß ist. Die Ware kann daher ohne eine
für das Schmirgeln spezielle Vorbehandlung erfindungsgemäß bearbeitet werden.
[0011] Anhand der schematischen Darstellung in der beiliegenden Zeichnung werden Einzelheiten
der Erfindung erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schmirgelwalze im Betriebszustand mit daran vorbeigezogener Stoffbahn in einem
Schnitt quer zur Walzenachse;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines Teils eines Bürstensegments der Schmirgelwalze
nach Fig. 1; und
- Fig. 3
- eine Ansicht einer Borste des Bürstensegments nach Fig. 2.
[0012] In Fig. 1 wird eine insgesamt mit 1 bezeichnete Schmirgelwalze im Querschnitt dargestellt,
mit deren Walzenkörper 2 Leistenkörper 3 von insgesamt mit 4 bezeichneten Bürstensegmenten
mit Hilfe von Schraubbolzen 5 verbunden werden. Die Leistenkörper 3 können aus Holz,
Kunststoff oder Metall bestehen. Der Walzenkörper 2 wird im allgemeinen als Metallrohr
ausgebildet. Die Zahl der Schraubbolzen 5 richtet sich nach Qualität und Länge der
Leistenkörper 3. Die Bürstsegmente 4 der Leistenkörper 3 erstrecken sich radial nach
außen etwa bis an eine Einhüllende bzw. Umfangsfäche 6. An dieser Umfangsfläche 6
entlang wird bei Betrieb eine zu behandelnde Stoffbahn 7 in Transportrichtung 8 über
Zustellstangen oder Rollen 9 geführt. Die Schmirgelwalze 1 kann so rotiert werden,
daß ihre Drehrichtung 10 an der Stoffbahn 7 mit deren Transportrichtung 8 übereinstimmt
oder entgegengesetzt ist. Allerdings ist die Umfangsgeschwindigkeit der Schmirgelwalze
1 um ein Vielfaches größer als die Transportgeschwindigkeit der Stoffbahn 7.
[0013] Nach Fig. 2 besteht jedes insgesamt mit 11 bezeichnete Schmirgelsegment aus einem
Leistenkörper 3 und einem Bürstensegment 4 mit im wesentlichen senkrecht auf dem Leistenkörper
3, das heißt bei Montage in der Schmirgelwalze 1 im wesentlichen radial nach außen
stehenden Borsten 12. Fig. 3 zeigt eine Borste 12 in vergrößerter Darstellung. Es
werden Teilchen des Schmirgelmittels 13, z.B. Korundkörner, die in die Borste 12 eingelagert
oder an die Borste 12 angelagert sind, symbolisch dargestellt.
[0014] Es wird im Rahmen der Erfindung besonders bevorzugt, wenn die Borsten 12 ganz mit
Schmirgelmittel 13 durchsetzt sind, weil die Schmirgelwirkung vor allem im Spitzenbereich
der einzelnen Borste ausgeübt wird und bei einem Verschleiß immer neue Korundkörner
oder dergleichen im Spitzenbereich freigelegt werden. Dadurch können die Borsten 12
im wesentlichen bis herunter zu ihrer Einbindung in den Leistenkörper 3 genutzt werden.
[0015] Wenn die Schmirgelwalze 1 um ihre Drehachse 14 rotiert und wenn längs der Umfangsfläche
6 - im Abschnitt zwischen den Zustellstangen 9 - eine Stoffbahn 7 in Transportrichtung
8 gezogen wird, üben die Bürstensegmente 4 bzw. die Borsten 12 den erstrebten Wischschlageffekt
auf die Oberfläche 15 der Stoffbahn 7 aus.
[0016] Eine Schmirgelmaschine mit einer mit sich parallel zur Drehachse erstreckenden, leistenförmigen
Schmirgelsegmenten besetzten Schmirgelwalze läßt ohne Durchmesser- und Drehzahlvergrößerung
eine vervielfachte Schlagzahl und zugleich eine wesentlich verbesserter Ausnutzung
des eingesetzten Schmirgelmittels zu, wenn die Schmirgelsegmente aus mit Borsten besetzten
Leisten bestehen und jede Borste mit dem Schmirgelmittel durchsetzt ist.
Bezugszeichenliste
[0017]
- 1
- = Schmirgelwalze
- 2
- = Walzenkörper
- 3
- = Leistenkörper
- 4
- = Bürstensegment
- 5
- = Schraubbolzen
- 6
- = Umfangsfäche
- 7
- = Stoffbahn
- 8
- = Transportrichtung (7)
- 9
- = Zustellstangen
- 10
- = Drehrichtung
- 11
- = Schmirgelsegment
- 12
- = Borsten
- 13
- = Schmirgelmittel
- 14
- = Drehachse
- 15
- = Oberfläche Stoffbahn
1. Schmirgelmaschine mit einer dicht mit sich parallel zur Drehachse (15) erstreckenden,
leistenförmigen Schmirgelsegmenten (11) besetzten Schmirgelwalze (1), die dazu dient,
eine unter Spannung vorbeigeführte textile Florstoffbahn (7) durch Wischkontakt der
Oberfläche (15) mit den Schmirgelsegmenten (11) zu bearbeiten,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schmirgelsegmente (11) aus mit radial nach außen gerichteten und mit einem
Schmirgelmittel (13) durchsetzten Borsten (12) besetzten Leistenkörpern (3) bestehen.
2. Schmirgelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Borsten (12) aus extrudiertem, im Sinne eines intensiven Wischschlageffekts
steifen, Kunststoff bestehen.
3. Schmirgelmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Borsten (12) im wesentlichen auf ihrer ganzen Länge mit dem Schmirgelmittel
(13), insbesondere mit Korund, durchsetzt sind.