[0001] Die Erfindung betrifft eine Siebmaschine zum Sieben von Pulvermaterial mit einem
Gehäuse, einem im Gehäuse angeordneten Sieb und einer Fördervorrichtung zum Fördern
des Materials über das Sieb.
[0002] Hierbei wird üblicherweise ein rohrförmiges Sieb verwendet, durch das das Pulvermaterial
mittels einer Schnecke oder einer schnell rotierenden Zentrifuge gefördert und dabei
aufgrund der Zentrifugalkraft von innen gegen die Siebfläche gedrückt wird. In der
Praxis wird dabei das Problem beobachtet, daß möglicherweise aufgrund der Reibung
der Pulverteilchen am Sieb und der dabei entstehenden Aufladung der Teilchen eine
Haftung dieser Pulverteilchen am Sieb auftritt, die einen Durchgang durch die Sieböffnungen
auch dann erschwert oder verhindert, wenn die Sieböffnungen ausreichend dimensioniert
sind. Dadurch wird eine genau Klassierung bzw. Siebung nicht möglich. Mit solchen
Vorrichtungen können deshalb feine Pulver mit Korngrößen von maximal 250µm nicht erfolgreich
klassiert werden. Es müssen dort andere Verfahren wie das Windsichten verwendet werden.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Siebmaschine der eingangs beschriebenen Art zu
schaffen, bei der dieses Problem nicht auftritt.
[0004] Die Aufgabe wird durch eine in Patentanspruch 1 gekennzeichnete Siebmaschine gelöst.
[0005] Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargestellt.
[0006] Im weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Figuren beschrieben.
[0007] Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht einer verwendeten Schnecke;
- Fig. 4
- eine Stirnansicht der in Fig. 3 gezeigten Schnecke;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der verwendeten Bürste;
- Fig. 6
- einen Schnitt durch die Bürste;
- Fig. 7
- eine Seitenansicht einer Siebpatrone; und
- Fig. 8
- eine schematische Seitenansicht einer dritten Ausführungsform der Siebmaschine.
[0008] Die in Fig. 1 gezeigte Siebmaschine weist ein Gehäuse 1 auf. Dieses besitzt einen
zylinderförmig ausgebildeten ersten Abschnitt 2 mit einem in Arbeitsstellung oben
liegenden Eingang 3. An den ersten Abschnitt schließt sich ein zweiter Abschnitt 4
des Gehäuses an, der auf seiner in Arbeitsstellung unten liegenden Seite einen trogförmig
ausgebildeten Abschnitt 5 aufweist, welcher an seiner in Arbeiststellung gesehen tiefsten
Stellung eine Austrittsöffnung 6 aufweist.
[0009] In dem zweiten Abschnitt ist koaxial zu dem zylinderförmigen ersten Abschnitt 2 ein
zylinderförmig ausgebildetes Sieb 7 angeordnet. Dieses Sieb ist als eine an ihren
beiden Enden offene Siebpatrone ausgebildet. Der zweite Abschnitt 4 des Gehäuses weist
an seiner Stirnseite 9 eine entsprechende zylindrische Öffnung zum Einschieben bzw.
Herausnehmen der Siebpatrone auf. Die Siebpatrone selbst weist an ihren beiden Enden
Halteelemente 10, 11 auf, mit denen mit geeigneten Schrauben eine feste Verbindung
mit dem zweiten Abschnitt 4 des Gehäuses gebildet wird.
[0010] Das Sieb 7 ist vorzugsweise aus einem Edelstahlblech mit Sieböffnungen geeigneter
Größe, insbesondere 100 - 200µm und vorzugsweise 150µm gebildet. Hat das Sieb wegen
der geringen Blechstärke keine ausreichende Formstabilität, dann sind an den beiden
Enden des zylinderförmigen Siebes Halterungen vorgesehen zur Aufnahme von Spannstäben.
[0011] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist im Inneren des Siebes 7 und koaxial zu diesem
eine schraubenförmig gewickelte Bürste 12 vorgesehen. Das eine Ende der Bürstenseele
ist über eine Kupplung 13 mit einem Antriebsmotor 14 verbunden.
[0012] Die Bürste 12 enthält eine Seele in Form von zwei verdrillten Drähten, zwischen denen
sich im wesentlichen radial erstrekkende Borsten derart gehalten sind, daß die schraubenförmigen
Wicklungen um die Seele mit zwischen den Wicklungen gebildeten freien schraubenförmigen
Zwischenräumen bilden. Die Länge der Borsten ist so gewählt, daß der Außendurchmesser
der von der Seele und den Borsten gebildeten Bürste etwas größer ist als der Innendurchmesser
des Siebes. Eine Lagerung der Seele insbesondere an ihrem der Kupplung 13 abgewandten
freien Ende ist nicht erforderlich, da die Bürste über die im Sieb anliegenden Borsten
zentriert wird.
[0013] Die Borsten bestehen jeweils etwa zu 50% aus Nylon bzw. Roßhaar. Es können auch andere
geeignete Borstenmaterialien verwendet werden. Vorteilhaft ist die Verwendung zumindest
eines Teiles von Roßhaar, da dieses Material die statische Aufladung des Pulvermateriales
wegnimmt.
[0014] Die Steigung der Wicklung der Borsten kann durch die Wahl der Anzahl, Größe und Form
der verdrillten Drähte geeignet gewählt werden.
[0015] Im Betrieb wird die Bürste 12 über den Antriebsmotor 14 so in Rotation versetzt,
daß die Bürste von der Eingangsseite zur Ausgangsseite hin fördert. Ein über den Eingang
3 zugeführtes Pulvermaterial wird dann von der Eingangsseite zu dem Ausgang 8 hin
durch das Sieb gefördert. Die Borsten übernehmen die zusätzliche Aufgabe, mit ihren
an der Siebinnenfläche anliegenden und dort wegen ihrer erhöhten Länge anschmiegenden
Enden das Material durch die Sieböffnungen zu drücken. Damit ist zur Siebung keine
Zentrifugalkraft erforderlich, so daß die Bürste mit relativ geringer Geschwindigkeit
rotieren kann. Die Anteile größerer Korngröße werden am freien Ende 8 des zylindrischen
Siebes ausgestoßen.
[0016] Die Figuren 2 bis 7 zeigen eine zweite Ausführungsform und Details derselben. Alle
diejenigen Merkmale, die mit der ersten Ausführungsform übereinstimmen, sind mit den
gleichen Bezugszeichen versehen.
[0017] Die Seele 15 der Bürste ist, wie am besten aus Fig. 6 ersichtlich ist, aus zwei schraubenförmig
gewundenen Blechstreifen 16, 17 gebildet, zwischen denen die sich in radialer Richtung
erstreckenden Borsten 18 gehalten sind. An dem kupplungsseitigen Ende weist die Seele
ein am besten in Fig. 5 ersichtliches flaches Kupplungsstuck 19 zum Ineingriffbringen
mit der Kupplung 13 auf.
[0018] Die Siebpatrone ist lediglich an ihrem dem Eingang abgewandten ausgangsseitigen Ende
mit Halteelementen 10 zum drehfesten Verbinden mit dem Gehäuse versehen. In der Ausführungsform
sind an den beiden Stirnseiten der Patrone abgestützte Spannstäbe 20 gezeigt. Die
Patrone ist, wie am besten aus Fig. 2 ersichtlich ist, lediglich an dem ausgangsseitigen
Ende mit dem Halteelement 10 befestigt und ragt ansonsten frei in das Gehäuse hinein.
Eine Halterung und Ausrichtung erfolgt durch die am entgegengesetzten Ende der Kupplung
festgemachte Bürste 12.
[0019] Anders als bei der ersten Ausführungsform ist in dem ersten Abschnitt des Gehäuses
unterhalb des Einganges 3 eine Förderschnecke 21 vorgesehen, die hohl ausgebildet
ist und die von dem kupplungsseitigen Ende der Bürste her auf diese aufgesteckt ist,
wie dies am besten aus Fig. 2 ersichtlich ist. Die Förderschnecke 21 weist auf ihrem
der Kupplung zugewandten Ende einen in Fig. 4 gezeigten geschlossenen Boden 22 auf,
der in seiner Mitte eine Öffnung 23 besitzt, die in Form und Abmessungen den Außenabmessungen
der Seele entspricht. Auf diese Weise wird die Förderschnecke auf die Seele aufgesteckt
und an diesem Ende von der Seele getragen und mit dieser zusammen angetrieben.
[0020] Im Betrieb wird das durch den Eingang zugeführte Pulver zunächst durch die Förderschnecke
21 bis zu dem Siebabschnitt gefördert und dann in der gleichen Weise wie bei der ersten
Ausführungsform gesiebt.
[0021] Die in Fig. 8 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der in Fig. 2 gezeigten
Ausführungsform dadurch, daß das Sieb 3 in axialer Richtung gesehen aufeinanderfolgende
Abschnitte 24, 25, 26 aufweist, die jeweils unterschiedliche und zwar vom Eingang
zum Ausgang hin gesehen zunehmende Lochgrößen aufweisen. Jedem der Abschnitte ist
ein eigener trogförmiger Abschnitt 5, 27, 28 mit zugehörigen Austrittsöffnungen 6,
29, 30 zugeordnet. Ansonsten weist die Ausführungsform die gleichen Merkmale auf wie
die anhand von Fig. 2 erläuterte Ausführungsform.
1. Siebmaschine zum Sieben von Pulvermaterial, mit einem Gehäuse (1), einem im Gehäuse
angeordneten Sieb (7), und einer Fördervorrichtung zum Fördern des Materials über
das Sieb (7), dadurch gekennzeichnet, daß die Fördervorrichtung eine im wesentlichen
parallel zur Siebfläche angeordnete schraubenförmig gewickelte Bürste (12) und einen
mit der Bürste gekoppelten Antrieb (13, 14) zum Drehen der Bürste (12) aufweist.
2. Siebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sieb (7) als sich im
wesentlichen horizontal erstreckender Siebzylinder ausgebildet ist.
3. Siebmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Sieb (7) als
in dem Gehäuse (1) auswechselbar befestigte Siebpatrone ausgebildet ist.
4. Siebmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse
(1) einen einen Eingang (3) aufweisenden ersten Abschnitt (2) und einen einen Ausgang
(6) aufweisenden zweiten Abschnitt (4) aufweist.
5. Siebmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dem
ersten Abschnitt (2) eine Förderschnecke vorgesehen ist.
6. Siebmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
der Borsten (18) so gewählt ist, daß der Durchmesser der Bürste (12) größer ist als
der Innendurchmesser des Siebes (7).
7. Siebmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten
(18) zumindest teilweise aus Roßhaar bestehen.
8. Siebmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sieböffnungen
einen Durchmesser von 100-200µm, vorzugsweise 150µm aufweisen.
9. Siebmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Sieb
(7) einen ersten Abschnitt (24) einer ersten Maschenweite und daran anschließend einen
zweiten Abschnitt (25) einer zweiten Maschenweite und das Gehäuse (1) einen dem ersten
Abschnitt (24) zugeordneten ersten Ausgang (6) und einen dem zweiten Abschnitt (25)
zugeordneten zweiten Ausgang (29) aufweisen.