[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Eine solche Einrichtung ist beispielsweise aus Signal + Draht 84(1992)6, Seiten 158
bis 164 bekannt. Dort wird u. a. über die Eigenortung eines spurgeführten Fahrzeugs
berichtet, das zur Ortungs- und/oder Informationsübertragung mit vorzugsweise mehreren
Antennen an einen in der Fahrspur verlegten Linienleiter angekoppelt ist. Über die
Fahrzeugantennen können beim Befahren der Linienleiterabschnitte von den Linienleitern
ausgehende magnetische Felder empfangen werden, die durch in den Linienleiter eingespeiste
Signal ströme erzeugt worden. Die Ortung geschieht dadurch, daß der Linienleiter in
vorgegebenen Abständen mit Markierungsstellen versehen ist, bei deren Passieren sich
das von der oder den Fahrzeugantennen detektierte Magnetfeld markant ändert. Wenn
die Markierungsstellen in bekannter Weise durch Kreuzungsstellen von Linienleitern
definiert sind, kehrt sich beim Passieren dieser Kreuzungsstellen die Phasenlage der
Empfangsspannungen in den Fahrzeugantennen um, wodurch das Passieren einer Kreuzungsstelle
für das Fahrzeug erkennbar wird. Das Fahrzeug erkennt das Passieren einer Kreuzungsstelle
durch Vergleich der Phasenlage der Empfangsspannung im gerade befahrenen Abschnitt
mit der Phasenlage der Empfangsspannung im zurückliegenden Abschnitt.
[0003] In der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung (internes Aktenzeichen
GR 96 P 4084 DE) wird über die Eigenortung eines Eisenbahnfahrzeugs berichtet, das
über nur eine oder zwei in einer Ebene quer zum Gleis verlaufend angeordnete Fahrzeugantennen
an einen Linienleiter angekoppelt ist. Hier ist das Fahrzeuggerät dazu eingerichtet,
über einen Oszillator auf die Frequenz und Phasenlage des gerade befahrenen Abschnittes
einzurasten und diese für den späteren Vergleich mit der dann gewechselten Phase im
folgenden Abschnitt bereitzustellen.
[0004] Wenn ein Eisenbahnfahrzeug in einen mit einem Linienleiter ausgerüsteten Streckenbereich
einfährt oder wenn die Ortungsfunktion auf dem Fahrzeug erst aktiviert wird, nachdem
das Fahrzeug in den Linienleiter-Streckenabschnitt eingefahren ist, dann kann das
Fahrzeug zwar das Passieren von Linienleitermarkierungen erkennen; es weiß aber häufig
nicht konkret, welche Markierung es jeweils passiert hat und kann daher seinen Fahrort
nicht zuverlässig bestimmen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, die Einrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1 so weiterzubilden, daß das Fahrzeug die Möglichkeit erhält, nach dem Eindringen
in einen Linienleiter-Streckenbereich oder nach dem Aktivieren seiner Ortungsfunktion
erst während des Befahren eines Linienleiter-Streckenbereichs seinen jeweiligen Fahrort
zuverlässig zu bestimmen.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1. Durch die Installation von Grobortungsstellen an ihm bekannten Fixpunkten kann
das Fahrzeug beim Passieren dieser Fixpunkte seinen ungefähren Fahrort bestimmen und
anschließend den von ihm detektierten Markierungsstellen eindeutige relative oder
absolute Ortspositionen zuordnen.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Einrichtung
sind in den Unteransprüchen angegebenen.
[0008] Die Erfindung ist nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt in
- Figur 1
- einen Streckenausschnitt mit einem Fahrzeug, das sich einem Linienleiter-Streckenbereich
nähert, in
- Figur 2
- einen Streckenausschnitt mit einem einen Linienleiter-Streckenbereich befahrenden
Fahrzeug, dessen Ortungsfunktion erst noch aktiviert wird und in
- Figur 3
- einen Streckenabschnitt mit einem erfindungsgemäß ausgestalteten Linienleiter.
[0009] Für einander entsprechende Einrichtungen sind in den Figuren die gleichen Bezugszeichen
verwendet worden.
[0010] Der dargestellte Streckenausschnitt wird aus den Schienen 1 und 2 eines Gleises gebildet.
Im Gleis ist ein Linienleiter L verlegt, der mit Markierungsstellen M z. B. in Form
von Linienleiterkreuzungsstellen versehen ist. Die Strecke wird von einem Fahrzeug
F befahren, das beim Befahren des Linienleiter-Streckenbereiches über mindestens eine
Sende- und/oder Empfangsantenne A mit dem Linienleiter koppelt. Das Fahrzeug kann
ferner zur Informationsübertragung mit den Schienen 1 und 2 koppeln.
[0011] Für eine optimale Fahrzeugsteuerung ist es erforderlich, daß das Fahrzeug Bescheid
weiß über seinen jeweiligen Fahrort. Dies geschieht regelmäßig mittels Wegimpulsgebern,
deren Ergebnisse aber schlupfbehaftet sind und daher nach einer gewissen Fahrstrecke
zu Fehlergebnissen führen. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, die fahrzeugseitigen
Wegmeßeinrichtungen in gewissen Abständen auf die tatsächlichen Fahrorte zu synchronisieren.
Dies kann z. B. unter Verwendung eines Linienleiters geschehen, der entweder nur zu
Ortungszwecken vorgesehen ist oder zusätzlich auch zur Informationsübertragung zwischen
Fahrzeug und Strecke. Durch Zählen der passierten Kreuzungsstellen weiß das Fahrzeug,
an welcher Stelle innerhalb eines Linienleiter-Streckenbereiches es sich gerade befindet.
Beim Erkennen einer Kreuzungsstelle synchronisiert das Fahrzeug seinen Wegimpulszähler
und bestimmt fortan seinen Feinfahrort nach der augenblicklichen Position seines Wegimpulszählers;
an der folgenden Linienleiterkreuzungsstelle wird der Wegimpulszähler wieder auf die
dann aktuelle Position synchronisiert.
[0012] Voraussetzung für das Erkennen seines jeweiligen Fahrortes ist, daß das Fahrzeug
weiß, welche Kreuzungsstelle es zuletzt passiert hat. Wenn auf dem Fahrzeug, wie in
Figur 1 angenommen, die Ortungsfunktion an einem Fahrort a außerhalb des Linienleiter-Streckenbereiches
aktiviert wird, dann mag das Fahrzeug über seinen Wegzähler zwar mehr oder weniger
genau über seinen Fahrort Bescheid wissen; eine die Mißweisung des Wegzählers eliminierende
Feinortung ist dort aber nicht möglich.
[0013] Frühestens beim Passieren des Fahrortes b erkennt das Fahrzeug das Eindringen in
den Linienleiter-Streckenbereich. Ob dieses Eindringen aber tatsächlich erkannt wird,
ist fraglich, weil die Empfangsspannung am Fahrort b zwar einen Amplituden- aber keinen
Phasensprung macht. Das Erkennen einer Linienleiterkreuzungsstelle schon beim Eindringen
eines Fahrzeugs in einen Linienleiter-Streckenbereich ist vielfach davon abhängig,
ob dort ein in Figur 1 schematisch angedeuteter Schienenverbinder SV vorhanden ist
oder nicht. Das Fahrzeug reagiert dann gelegentlich auf den im Schienenverbinder fließenden
Triebrückstrom wie auf einen Linienleiterstrom und erkennt durch Phasenänderung beim
Eindringen in den Linienleiter-Streckenbereich das Passieren einer ersten Kreuzungsstelle,
obgleich es diese tatsächlich erst sehr viel später passiert. Erst an der folgenden
Markierungsstelle, am Fahrort c, ist das Passieren einer Kreuzungsstelle zuverlässig
erkennbar. Wenn das Fahrzeug jedoch bereits beim Eindringen in den Linienleiter-Streckenbereich
irrtümlich eine Markierung erkannt hat, wähnt es sich bereits am Fahrort c*, obgleich
es sich tatsächlich am Fahrort c befindet.
[0014] Ganz ähnlich verhält es sich, wenn ein Fahrzeug F seine Ortungsfunktion erst aktiviert,
während es einen Linienleiter-Streckenabschnitt befährt. In Figur 2 ist angenommen,
daß dies - veranlaßt durch das Fahrzeug selbst oder eine strekkenseitige Anweisung
- zu einem beliebigen Zeitpunkt geschieht, zu dem sich das Fahrzeug an dem ihm nicht
bekannten Streckenpunkt d befindet. Zwar erkennt das Fahrzeug das Passieren der am
Streckenpunkt e gelegenen folgenden Markierungsstelle zuverlässig; es weiß aber nicht,
um welche Kreuzungsstelle es sich handelt und kann daher nicht mit der Eigenortung
beginnen.
[0015] Hier setzt die Erfindung ein. Nach der Lehre der Erfindung ist der zu Ortungszwecken
im Gleis verlegte Linienleiter L außerhalb des Einflußbereiches eines etwaigen Schienenverbinders
mit vom Fahrzeug F erkennbaren Markierungsstellen versehen, deren Abstand voneinander
verschieden ist von dem üblicherweise vorhandenen Abstand der Markierungsstellen,
vgl. Figur 3. Der Bereich dieser Markierungsstellen wird nachfolgend als Grobortungsstelle
GO bezeichnet; seine relative oder absolute Lage im Gleis ist dem Fahrzeug bekannt.
Das Fahrzeug beginnt grundsätzlich erst dann mit der Synchronisierung seines Wegzählers,
wenn es die Grobortungsstelle GO passiert und erkannt hat.
[0016] Für das zuverlässige Erkennen einer Grobortungsstelle GO ist es möglich, den Abstand
der Markierungsstellen größer zu machen als auf der übrigen Strecke. Ferner ist es
möglich, den Abstand der Markierungsstellen innerhalb der Grobortungsstelle in einer
vorgegebenen Weise zu variieren, also z. B. stetig enger oder weiter zu machen; vorteilhaft
ist die Anordnung der Markierungsstellen in jeweils gleichem, kürzerem Abstand als
auf der übrigen Strecke, weil dann das Passieren der Grobortungsstelle relativ schnell,
einfach und zuverlässig erkannt werden kann.
[0017] Es ist auch möglich, innerhalb einer Linienleiterschleife mehrere Grobortungsstellen
vorzusehen, insbesondere dann, wenn diese Grobortungsstellen unterschiedlichen Fahrrichtungen
von Fahrzeugen zuzuordnen sind. Die eine Grobortungsstelle befindet sich dann in der
Nähe des einen Endes, die andere in der Nähe des anderen Endes eines Linienleiter-Streckenbereiches.
Es ist aber auch möglich, daß alle Fahrzeuge unabhängig von ihrer jeweiligen Fahrrichtung
die gleiche Grobortungsstelle erkennen und zur Synchronisierung ihrer fahrzeugseitigen
Wegzähler verwenden.
[0018] Für die erfindungsgemäße Einrichtung ist es ohne belang, wie die Markierungsstellen
des Linienleiters gebildet werden, wo der Linienleiter im Gleis angeordnet ist und
ob über ihn auch eine Informationsübertragung stattfinden soll. Ferner spielt es keine
Rolle, ob die Fahrzeuge mit jeweils einer einzigen Antenne ausschließlich zu Ortungszwecken
oder mit mehreren Antennen versehen sind. Auch spielt es keine Rolle, ob über diese
oder anderen Antennen eine Informationsübertragung in der einen oder anderen Richtung
oder in beiden Richtungen stattfindet.
1. Einrichtung zur Eigenortung eines Eisenbahnfahrzeugs auf einer Strecke, auf der mindestens
in einem vorgegebenen Bereich eine Ortung über mindestens einen längs der Schienen
verlegten, mit elektrischen Markierungsstellen versehenen Linienleiter vorgesehen
ist, der mit mindestens einer Sende- und/oder Empfangsantenne des Eisenbahnfahrzeugs
koppelt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektrischen Markierungsstellen (M) an vorgegebenen Grobortungsstellen (GO)
außerhalb des Einflußbereiches etwaiger Schienenverbinder (SV) ein markant anderes
Abstandsmuster zueinander aufweisen als außerhalb der Grobortungsstellen und daß das
Fahrzeug (F) aus dem Erkennen einer Grobortungsstelle auf den von ihm befahrenen Fahrort
schließt und erst im Anschluß daran den beim Passieren folgender Markierungsstellen
ausgelösten Kreuzungsstellen-Meldungen Ortspositionen zuordnet.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das markante Abstandsmuster durch mehrere in kürzeren oder längeren Abständen
als die übrigen Markierungsstellen aufeinanderfolgende Markierungsstellen definiert
ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand der Markierungsstellen innerhalb einer Grobortungsstelle konstant
ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Markierungsstellen durch Linienleiterkreuzungen dargestellt sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
daß der Linienleiter für die fahrzeugseitige Ortung auf eingleisigen Strecken mindestens
je eine für die eine und mindestens je eine für die andere Fahrrichtung geltende Grobortungsstelle
aufweist.