[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpacken kieinstückiger Artikel in einer
Packung mit Flügelknoten bei dem ein Packstoffstück teilweise um einen zu verpackenden
Artikel gelegt wird, wobei beiderseits des Artikels je ein Schenkel des Packstoffstückes
über den Artikel hinaussteht, und anschließend einer der Schenkel umgelegt wird.
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung eine Einschlagvorrichtung zum Verpacken kleinstückiger
Artikel in einer Packung mit Flügelknoten mit einer Vorrichtung zum Anlegen eines
Packstoffstückes um einen zu verpackenden Artikel, wobei Schenkel des Packstoffstückes
beiderseits über den Artikel hinausstehen.
[0003] Ein Verfahren und eine Einschlagvorrichtung der eingangs genannten Art ist zum Verpacken
von Karamellen oder Konfekt bekannt. Dabei wird der zu verpackende Artikel zuerst
etwa zur Hälfte mit einem Packstoffstück U-förmig umlegt. Anschließend werden die
über den Artikel hinausstehenden Schenkel (der U-Form) nacheinander eingeschlagen,
wobei sich die beiden Schenkel überlappen. Danach werden die in Längsrichtung über
den Artikel weiterhin hinausstehenden Enden des Packstoffstückes verdreht. Das Verdrehen
erfolgt dabei so, daß bei einem Auseinanderziehen der verdrehten Enden der Artikel
ausgewickelt wird. Herkömmlicherweise wird an beiden Seiten ein Flügelknoten vorgesehen.
[0004] Diese Art der Verpackung setzt die Verwendung twistfähiger Packstoffe voraus, die
nach dem Verdrehen ihre Form beibehalten. Derartige Packstoffe müssen jedoch eine
bestimmte Mindestdicke aufweisen. Eine zu geringe Dicke beeinträchtigt die Maschinengängigkeit
des Packstoffes. Diese Mindestdicke ist jedoch größer als zu einer ausreichenden Festigkeit
im verpackten Zustand notwendig wäre. Das Erfordernis twistfähiger Packstoffe bei
dem bekannten Verfahren führt somit bei Verpackungen mit Dreh- bzw. Doppelflügelknoten
zu einer ineffizienten Materialausnutzung hinsichtlich der erforderlichen Festigkeit
im verpackten Endzustand. Dies führt zu einem unnötig hohen Materialverbrauch und
einem hohen Kostenaufwand für das Verpackungsmaterial.
[0005] Die bekannten Verpackungen mit Doppeldreheinschlägen konnten bisher nicht luft- bzw.
gasdicht hergestellt werden. Andererseits besteht insbesondere unter dem Gesichtspunkt
des Marketings ein großes Interesse an luftdichten, d.h. aromasicheren Verpackungen
mit Flügelknoten.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Einschlagvorrichtung
der eingangs genannten Art bereitzustellen, das bzw. die die Herstellung luftdichter
Verpackungen mit Flügelknoten bei gleichzeitigem Einsatz dünnerer Packstoffe, auch
nicht-twistfähiger Packstoffe mit erhöhter Rückstellkraft ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren dadurch gelöst, daß der zuerst
umgelegte Schenkel beim Umlegen mit einem Quer-Kaltsiegelbereich gegen einen Quer-Kaltsiegelbereich
des anderen Schenkels zur Anlage kommt und an diesem entlang des Artikels anhaftet,
und anschließend der andere Schenkel mit dem anhaftenden Teil des zuerst umgelegten
Schenkels umgelegt wird. Zudem wird der andere Schenkel gegen den zuerst umgelegten
Schenkel gedrückt unter Bildung einer gasdichten Verbindung zwischen den Schenkeln,
und das Packstoffstück an beiderseits des über den Artikel in Querrichtung hinausstehenden
Längs-Kaltsiegelbereichen verdreht unter Bildung einer gasdichten Verbindung an den
Flügelknoten.
[0008] Das Drücken der Schenkel gegeneinander kann am Ende des Umlegens des zweiten Schenkels
aber auch bereits beim Umlegen des ersten Schenkels erfolgen.
[0009] Weiterhin wird diese Aufgabe durch eine Einschlagvorrichtung der eingangs genannten
Art gelöst, die gekennzeichnet ist durch einen Innenfalter der in Eingriff mit einer
Außenseite eines Schenkel bringbar ist zum Anlegen des Schenkels an den Artikel und
den gegenüberliegenden Schenkel und einen gegenüberliegend angeordneten Außenfalter
zum Umlegen des anderen Schenkels und des daran anhaftenden Teils des ersten Schenkels.
[0010] Mit dem eingangs genannten Verfahren können nunmehr luftdichte Verpackungen mit Flügelknoten,
vorzugsweise mit Dreh- bzw. Doppeldreheinschlägen, hergestellt werden und gleichzeitig
dünnere Packstoffe eingesetzt werden. Die verwendeten Packstoffstücke sind hierzu
mit Quer-Kaltsiegelbereichen und Längs-Kaltsiegelbereichen versehen, die die Eigenschaft
besitzen, aneinander haften zu bleiben und eine gas- bzw. lufdichte Dichtung zu bilden.
Durch ein Aneinanderpressen kann die Festigkeit der Verbindung weiter gesteigert werden.
Vorzugsweise ist das Material der Kaltsiegelbereiche so beschaffen, daß dieses nach
dem Verbinden unter einer weiteren Steigerung der Verbundkraft aushärtet.
[0011] Bei dem Umlegen des ersten Schenkels des Packstoffstückes kommt ein Quer-Kaltsiegelbereich
dieses Schenkels mit einem Quer-Kaltsiegelbereich des anderen Schenkels in Berührung,
so daß beide aneinander anhaften. Durch das anschließende Umlegen des zweiten Schenkels
wird gleichzeitig der an dem zweiten Schenkel anhaftende Bereich des ersten Schenkels
mit umgelegt. Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden am Ende
des zweiten Umlegevorganges die aneinander anhaftenden Bereiche der beiden Schenkel
gegeneinander angedrückt, um so die Verbindungsfestigkeit zu steigern, so daß sich
in Querrichtung des Packstoffstückes eine gasdichte Verbindung ergibt.
[0012] Durch das Vorsehen von Längs-Kaltsiegelbereichen im Bereich der Flügelknoten wird
durch das Verdrehen eine gas- bzw. luftdichte Verbindung hergestellt, so daß insgesamt
eine gas- bzw. luftdichte Verpackung entsteht, die einen guten Aroma- und Barriereschutz
für den verpackten Artikel bildet. Hierdurch ist es möglich, einzeln verpackte Artikel
wie Lebensmittel unterschiedlicher Geschmacksrichtungen in einer größeren Sammelpackung
zu verpacken.
[0013] Die Kaltsiegelbereiche werden nur an den zu dichtenden Stellen vorgesehen. Hierdurch
ist es möglich, in dem nicht von den Kaltsiegelbereichen erfaßten Teilen der Verpackung
die Dicke des Verpackungsmaterials vor allem unter dem Gesichtspunkt der erforderlichen
Verpackungsfestigkeit zu dimensionieren, so daß nunmehr dünnere Folien als bisher,
d.h. Folien, deren Dicke kleiner oder gleich 30 µm beträgt, einzusetzen.
[0014] Da die Kaltsiegelbereiche im gesiegelten Zustand ein bleibendes Verformungsverhalten
aufweisen, können nunmehr als Packstoffe auch nicht-twistfähige Folien mit erhöhter
Rückstellkraft eingesetzt werden. Hierdurch wird eine erhebliche Material- und Kostenersparnis
erzielt.
[0015] Vorzugsweise werden die Flügelknoten als Doppeldreheinschläge ausgeführt. Die beim
Eindrehvorgang entstehenden Zugkräfte wirken auf die umgelegten Schenkel und verfestigen
deren Verbindung.
[0016] Die erfindungsgemäße Einschlagvorrichtung ermöglicht die Herstellung der luftdichten
Verpackung mit Flügelknoten nach dem oben beschriebenen Verfahren. Im Gegensatz zu
bekannten Vorrichtungen wird durch den Innenfalter der zuerst einzuschlagende Schenkel
nicht nur umgelegt, sondern gleichzeitig mit dem gegenüberliegenden Schenkel verbunden,
an dem dieser aufgrund der an beiden Schenkeln vorgesehenen Quer-Kaltsiegelbereiche
anhaftet. Durch das anschließende Umlegen des zweiten Schenkels mit dem anhaftenden
Bereich des ersten Schenkels wird eine Dichtung in Querrichtung des Packstoffstückes
erzielt. Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird die Verbundkraft
durch ein Zusammendrücken des Packstoffes zwischen dem Innenfalter und dem Außenfalter
in der Endstellung des Außenfalters erhöht.
[0017] Alternativ hierzu kann der Außenfalter auch feststehend ausgebildet werden, wobei
zum Umlegen des zweiten Schenkels die in einer Aufnahmeöffnung einer Transportvorrichtung
angeordnete Verpackung mit dem Schenkel eng an dem Außenfalter vorbeigeführt wird.
Die Transportvorrichtung ist vorzugsweise als Revolverkopf ausgebildet.
[0018] Vorzugsweise erreicht der Innenfalter zum Ende des Umlegevorgangs des ersten Schenkels
eine Lage bezüglich des zu verpackenden Artikels, in der seine zu dem Außenfalter
weisende Vorderkante nahe der beabsichtigten Berührlinie der beiden Schenkel zur Lage
kommt. Hierdurch werden größere Lufteinschlüsse in dem Segment zwischen den Schenkeln
und dem Artikel vermieden. Gleichzeitig führt diese Anordnung der Vorderkante zu einem
sauberen Umlegen des zweiten Schenkels mittels des Außenfalters.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird an dem Packstoffstück ein
Sollanrißschlitz angebracht. Hierdurch wird ein einfaches Aufreißen der Verpackung
ermöglicht, da aufgrund der Kaltsiegelbereiche ein einfaches Aufdrehen durch Ziehen
an den Flügelknoten nicht mehr möglich ist. Dies hat den Vorteil, daß eine Verpackung
mit dem Öffnen zuverlässig zerstört wird. Dies ist insbesondere unter dem Gesichtspunkt
des Verbraucherschutzes bei der Verwendung der Verpackung für Lebensmittel wünschenswert,
da hierdurch ein Mißbrauch der Verpackung durch Wiederverwendung verhindert wird.
Vorzugsweise ist der Sollanrißschlitz im Überlappungsbereich der Schenkel zwischen
den Flügelknoten angeordnet, so daß sich ein verbraucherfreundliches, einfaches Öffnen
der Verpackung ergibt.
[0020] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0021] Im folgenden wird nun die Erfindung anhand eines von bevorzugten Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben, die im folgenden zeigt:
- Fig. 1
- den Ablauf eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 2
- den Ablauf eines zweiten Ausführungsbeispieles des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 3
- ein verwendetes Packstoffstück,
- Fig. 4
- eine fertige Verpackung mit Flügelknoten,
- Fig. 5
- ein Beispiel für eine Einschlagvorrichtung, die nach dem Verfahren des ersten Ausführungsbeispiels
arbeitet,
- Fig. 6
- die Einschlagvorrichtung nach Fig. 5 zum Beginn des Umlegens des zweiten Schenkels,
- Fig. 7
- eine Einschlagvorrichtung, bei der das Verfahren nach dem ersten Ausführungsbeispiel
eingesetzt werden kann.
[0022] Bevor im folgenden die Ausführungsbeispiele beschrieben werden, soll kurz auf das
Packstoffstück und die Verpackung im Endzustand eingegangen werden. Diese sind in
Fig. 3 und Fig. 4 gezeigt. Das Packstoffstück P ist ein rechteckiges Folienstück,
das in einzelnen Stücken oder mit anderen verbunden auf einer Rolle der Einschlagvorrichtung
zugeführt wird. Jedes einzelne Packstoffstück weist an seinen Rändern Quer-Kaltsiegelbereiche
Q und Längs-Kaltsiegelbereiche L auf. Die Richtungsangaben sind auf die Abwicklungsrichtung
in der Einschlagvorrichtung bezogen. Dabei entspricht die Längsrichtung der Transportrichtung
eines Packstoffstückes, die durch den Pfeil in Fig.3 angegeben ist. Die Kaltsiegelbereiche
besitzen die Eigenschaft, bei Anlage gegeneinander aneinander haften zu bleiben und
sind in Form einer Maske auf eine Basisfolie aufgebracht. Die Basisfolie besteht beispielsweise
aus PP-Folie. Da die Kaltsiegelmaske zu einer Versteifung der Basisfolie führt, können
als Basisfolien auch nicht-twistfähige Folien mit erhöhter Rückstellkraft verwendet
werden.
[0023] Fig. 4 zeigt eine fertige Verpackung mit Flügelknoten an den Querenden, die mittels
eines Doppeldreheinschlages für eine Karamelle hergestellt sind. Die Flügelknoten
können jedoch auch einfach durch ringförmiges Zusammendrücken der Längs-Kaltsiegelbereiche
des Packstoffstückes hergestellt werden. Die Verpackungsform ist nicht auf Karamellen
oder Lebensmittel beschränkt, sondern kann für alle Arten kleinstückiger Güter eingesetzt
werden.
[0024] Unter Bezugnahme auf die Figuren 1 sowie 5 bis 7 wird nun ein erstes Ausführungsbeispiel
als Verpackungsverfahren und einer Einschlagvorrichtung, die nach diesem Verfahren
arbeitet, beschrieben.
[0025] Fig. 5 zeigt einen rotierbaren, trommelförmigen Packkopf 40, an dessen Umfang mehrere
Falteinheiten angeordnet sind. Jede Falteinheit weist ein Paar Haltebacken 30 zum
Halten eines Artikels A mit dem bereits U-förmig darum geschlungenen Packstoffstück
P auf.
[0026] Weiterhin besitzt jede Falteinheit einen nach außen weisenden Innenfalter 10 sowie
einen nach außen weisenden Außenfalter 20. Der Innenfalter sowie der Außenfalter ist
als Schwenkarm ausgebildet, der an der Falteinheit schwenkbar angelenkt ist. Die Bewegung
der im wesentlichen L-förmigen Schwenkarme wird in Abhängigkeit von der Stellung des
Packkopfes durch Kurvenscheiben gesteuert.
[0027] Wie in Fig. 5 erkennbar ist, wird der Artikel A mit dem U-förmig darum geschlungenen
Packstoffstück durch die Haltebacken 30 so gegriffen, daß ein Schenkel S
1 des Packstoffstückes weiter über den Artikel A hervorsteht, als der zweite Schenkel
S
2 der U-Form. Der Innenfalter 10 ist dabei auf der Seite des längeren Schenkels S
1 angeordnet.
[0028] Die zu dem gegenüberliegenden Außenfalter 20 weisende Vorderkante 11 des Innenfalters
10 kommt im eingeschwenkten Zustand nach dem Umlegen des ersten Schenkels S
1 in eine Lage, in der sich die Vorderkante entlang eines Randbereiches des in zwischen
den Haltebacken 30 aufgenommenen Artikels erstreckt, so daß sie als Falzkante für
das anschließende Umlegen des zweiten Schenkels S
2 dient. Allerdings kann die Vorderkante 11 auch in einer anderen Lage enden, wenn
beispielsweise eine mittige Faltkante an der Verpackung gewünscht wird. Zur Ermöglichung
eines leichteren Überstehens des Außenfalters über den Innenfalter 10 ist der Innenfalter
zu seiner Vorderkante 11 hin in seiner Dicke verjüngt. Der verjüngte Bereich 12 dient
gleichzeitig als Gleitfläche für den Außenfalter 20 zum Anpressen der Schenkel gegeneinander.
[0029] Weiterhin ist der Innenfalter 10 im Bereich seiner Vorderkante 11 mit einer radial
nach außen hervorstehenden geschlitzten Nase versehen, die als Schneidgegenlager 13
für ein Messer 71 zur Anbringung eines Sollanreißeinschnittes an den Schenkein dient.
[0030] Eine Schneidvorrichtung 70 mit einem Messer 71 ist im Umfangsbereich des Packkopfes
40 angeordnet, so daß bei einem Drehen des Packkopfes die nasenförmige Schneidgegenlage
13 an dem Messer 71 vorbeigeführt wird. Bei dem Vorbeiführen werden die miteinander
verbundenen Schenkel zur Bildung eines Soll-Anrisses eingeschnitten. Grundsätzlich
ist es jedoch auch möglich, die Soll-Anrisse bereits vor dem Einwickeln an dem Packstoffstück
vorzusehen.
[0031] In Fig. 7 ist eine Gesamtansicht der Einschlagvorrichtung im Prinzip gezeigt. Die
über eine Fördervorrichtung angelieferten Artikel A werden von einer Vorrichtung 50
zum Anlegen eines Packstoffstückes P um einen zu verpackenden Artikel ergriffen und
von dieser dann an den Packkopf 40 übergeben. In Fig. 7 ist diese Vorrichtung 50 als
Greiferkopf ausgebildet, bei dem von oben zugeführte Packstoffstücke an einen Artikel
A gelegt werden, um dann an den Packkopf 40 übergeben zu werden. Bei der Übergabe
des Artikels A von dem Greiferkopf 50 an den Packkopf 40 wird das Packstoffstück U-förmig
um den Artikel gelegt. Diese Einschlagvorrichtung ermöglicht ein kontinuierliches
Verpacken der Artikel. Allerdings ist die Erfindung nicht auf kontinuierlich arbeitende
Maschinen beschränkt, sondern kann genauso bei diskontinuierlich arbeitenden Maschinen
eingesetzt werden, bei denen der rotierende Greiferkopf durch eine diskontinuierlich
arbeitende Vorrichtung zum Anlegen der Packstoffstücke um die einzelnen Artikel ersetzt
ist.
[0032] Im folgenden wird nun anhand von Fig. 1 das Verpacken der Artikel im einzelnen beschrieben.
Hierzu wird zuerst ein Packstoffstück P im wesentlichen U-förmig um einen Artikel
A gelegt, wobei beiderseits des Artikels je ein Schenkel des Packstoffstückes über
den Artikel hinaussteht. Vorzugsweise sind dabei die über den Artikel hinausstehenden
Längen der beiden Schenkel verschieden. Der zuerst umzulegende Schenkel S
1 ist dabei länger als der als zweites umzulegende Schenkel S
2. Beide Schenkel weisen auf ihren einander gegenüberliegenden Seiten jeweils einen
Quer-Kaltsiegelbereich Q auf. Nun wird zuerst der erste Schenkel S
1 umgelegt, so daß dieser in Anlage einerseits mit dem zu verpackenden Artikel und
andererseits mit dem gegenüberliegenden Schenkel kommt. Dabei haften die Quer-Kaltsiegelbereiche
der beiden Schenkel aneinander an, so daß ein Endbereich E des ersten Schenkels S
1 und der zweite Schenkel S
2 zusammen eine Flosse bilden. Anschließend wird der zweite Schenkel S
2 bzw. die Flosse umgelegt, so daß eine Packstoffrolle enststeht.
[0033] Vorzugsweise bleibt nach dem Umlegen des ersten Schenkels mittels des Innenfalters
10 dieser in seiner Lage, so daß der in Gegenrichtung geschwenkte Außenfalter 20 in
der Endstellung des zweiten Umlegevorganges die Flosse gegen den Innenfalter 10 drückt.
Hierdurch wird die Anpreßkraft und somit die Festigkeit der Verbindung zwischen den
beiden Schenkeln erhöht, so daß sich entlang der so gebildeten Packstoffrolle eine
gasdichte Verbindung einstellt. Anschließend werden der Innenfalter und der Außenfalter
zurückgeschwenkt. Die Packstoffrolle ist dabei in Querrichtung an ihren beiden Seiten
offen. Die in Querrichtung beiderseits über den Artikel hinausragenden Enden, die
an ihrer Innenseite jeweils Längs-Kaltsiegelbereiche aufweisen, werden anschließend
zusammengedrückt, um eine gasdichte Verbindung an den Enden der Packstoffrolle zu
erzeugen. Grundsätzlich ist es möglich, die Enden zu einem flachen Saum zusammenzudrücken
oder, unter Bildung eines Flügelknotens, ringförmig zusammenzudrücken. Vorzugsweise
werden die Längsenden der Packstoffrolle jedoch unter Bildung eines Doppeldreheinschlages
verdreht, da hierdurch weitere Zugkräfte auf die umgelegte Flosse einwirken und die
Verbindung der Schenkel verfestigen.
[0034] Aus den Figuren 2 und 5 ist erkennbar, daß die Flosse an jeder beliebigen Seite des
Artikels außer den Querseiten, an denen die Flügelknoten angeordnet sind, angebracht
werden kann.
[0035] Ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen
Einschlagvorrichtung ist in Fig. 2 dargestellt. Bei diesem Verfahren ist im Gegensatz
zu dem in Fig. 1 gezeigten Verfahren der Außenfalter 20 stationär, während der Innenfalter
10 hin- und herbewegt werden kann. Dieses Verfahren eignet sich besonders für diskontinuierlich
arbeitende Verpackungsmaschinen, bei denen die einzelnen Artikel A durch einen Einstößer
80 nacheinander in eine Aufnahmeöffnung 61 einer Transportvorrichtung 60 geschoben
werden. Bei dem Einschieben des Artikels A in die Aufnahmeöffnung 61 wird gleichzeitg
das Packstoffstück U-förmig um den Artikel gelegt. Während die über den Artikel hinausstehenden
Schenkel S
1 und S
2 des Packstoffstückes, die hier ebenfalls mit Quer-Kaltsiegelbereichen versehen sind,
zwischen einem Innenfalter und einen Außenfalter verbleiben. Nachdem der Einstößer
80 zurückgezogen worden ist, wird der Innenfalter 10 in Bewegung versetzt, um den
ersten Schenkel S
1 umzulegen und dabei gleichzeitig zur Anlage gegen den zweiten Schenkel S
2 zu bringen. Dabei wirkt der Außenfalter 20 als Gegenhalter für den Innenfalter 10,
so daß die durch einen Endabschnitt des ersten Schenkels und den zweiten Schenkel
gebildete Flosse zusammengedrückt wird. Das Umlegen des zweiten Schenkels bzw. der
Flosse erfolgt durch eine Bewegung der Transportvorrichtung 60, die bevorzugt in Form
eines Revolverkopfes 60 ausgebildet ist, relativ zu dem Außenfalter 20. Der Abstand
zwischen dem Randbereich der Aufnahmeöffnung der Transportvorrichtung und dem Außenfalter
20 ist dabei so klein gehalten, daß die Flosse in ihrer Dicke gerade hindurchgeführt
werden kann. Durch die Bewegung der als Revolverkopf ausgebildete Transportvorrichtung
60 streift die Flosse entlang des Außenfalters 20 und wird dabei umgelegt. Anschließend
werden, wie in dem ersten Ausführungsbeispiel, an den Enden der so gebildeten Packstoffrolle
die Flügelknoten angebracht.
[0036] Vorzugsweise ist bei der Einschlagvorrichtung, die nach dem Verfahren nach Fig. 2
arbeitet, die Transportvorrichtung 60 als rotierende Scheibe oder Trommel ausgebildet,
die in Umfangsrichtung mit einer Vielzahl von Aufnahmeöffnungen 61 versehen ist. Die
Öffnungen können in ihrer Tiefe so gestaltet werden, daß das der zu verpackende Artikel
nahezu mit dem Randbereich, der zu den Innnen- und Außenfalter weist, abschließt,
so daß der Artikel ohne größeren Einschluß von Luft eng und luft- bzw. gasdicht verpackt
werden kann.
[0037] Alternativ zu einem rotierenden Revolverkopf können auch Transportvorrichtungen eingesetzt
werden, die die Artikelaufnahmeöffnungen translatorisch an dem Außenfalter vorbeiführen.
[0038] Die beschriebenen Verfahren und Einschlagvorrichtungen arbeiten mit einer Druckbildzentrierung,
um zu gewährleisten, daß die angelieferten Packstoffstücke bezüglich des zu verpackenden
Artikels stets dieselbe Lage einnehmen.
[0039] Das anhand von Ausführungsbeispielen erläuterte erfindungsgemäße Verfahren sowie
die erfindungsgemäße Vorrichtung können zur Verpackung aller Arten von kleinstückigen
Artikeln eingesetzt werden. Sie sind jedoch besonders geeignet zum Verpacken von insbesondere
aromaempfindlichen Lebensmitteln wie Karamellen oder Konfekt. Die Form der Artikel
ist dabei nicht auf kugelförmige oder runde Artikel beschränkt. Vielmehr können genauso
eckige oder auch längliche Artikel verpackt werden, bei denen neben einem gasdichten
Abschluß auf ein Erscheinungsbild mit Flügelknoten an den Querenden der Verpackung
Wert gelegt wird.
1. Verfahren zum Verpacken kleinstückiger Artikel in einer Packung mit Flügelknoten,
bei dem ein Packstoffstück (P) teilweise um einen zu verpackenden Artikel (A) gelegt
wird, wobei beiderseits des Artikels je ein Schenkel (S1, S2) des Packstoffstückes über den Artikel hinaussteht, und anschließend einer der Schenkel
(S1) umgelegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß dieser umgelegte Schenkel beim Umlegen mit einem Quer-Kaltsiegelbereich (Q)
gegen einen Quer-Kaltsiegelbereich (Q) des anderen Schenkels zur Anlage kommt und
an diesem entlang des Artikels anhaftet, und anschließend der andere Schenkel (S2) mit dem anhaftenden Teil des zuerst umgelegten Schenkels umgelegt wird, daß der
andere Schenkel (S2) gegen den zuerst umgelegten Schenkel (S1) gedrückt wird, unter Bildung einer gasdichten Verbindung zwischen den Schenkeln,
und daß das Packstoffstück an beiderseits des über den Artikel in Querrichtung hinausstehenden
Längs-Kaltsiegelbereichen (L) verdreht wird unter Bildung einer gasdichten Verbindung
an den Flügelknoten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Umlegen des ersten Schenkels (S1) dieser gegen den Artikel (A) zur Anlage kommt und im gleichen Vorgang ein Endabschnitt
(E) des ersten Schenkels (S1) mit seinem sich entlang der gesamten gasdicht abzuschließenden Länge des Packstoffstückes
erstreckenden Quer-Kaltsiegelbereich (Q) gegen den an dem anderen, zweiten Schenkel(S2) vorgesehenen und sich in Querrichtung desselben erstreckenden Quer-Kaltsiegelbereich
(Q) in Berührung kommt und an diesem anhaftet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Schenkel (S2) in Gegenrichtung des ersten Schenkels (S1) umgelegt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende des Umlegevorganges des zweiten Schenkels (S2) dieser von außen in Richtung auf den ersten Schenkel (S1) angedrückt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zeitweilig zwischen dem Artikel (A) und der Außenseite des Endabschnittes (E)
des ersten Schenkels (S1) ein flaches Plattenteil als Gegenhalter für das Andrücken am Ende des zweiten Umlegevorganges
angeordnet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdrehen der Längs-Kaltsiegelbereiche (L) nach dem zweiten Umlegen und
als Doppeldreheinschlag ausgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Längs-Kaltsiegelbereich (L) des Packstoffstückes (P) durch Zusammendrücken
anstelle durch Verdrehen gasdicht verbunden wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Umlegen der Schenkel das Packstoffstück an den Artikel angelegt wird,
um sich teilweise, vorzugsweise etwa zur Hälfte, um den Artikel herumzuerstrecken,
wobei der zuerst umzulegende Schenkel (S1) weiter über den Artikel (A) hinaussteht, als der andere Schenkel (S2).
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Packstoffstück ein Sollanrißschlitz angebracht wird.
10. Einschlagvorrichtung zum Verpacken kleinstückiger Artikel in einer Packung mit Flügelknoten,
mit
einer Vorrichtung zum Anlegen eines Packstoffstückes um einen zu verpackenden Artikel,
wobei Schenkel des Packstoffstückes beiderseits über den Artikel hinausstehen,
gekennzeichnet durch
einen Innenfalter (10), der in Eingriff mit einer Außenseite eines Schenkels (S1) bringbar ist, zum Anlegen des einen Schenkels (S1) an den Artikel (A) und den gegenüberliegenden Schenkel (S2), und
einen dem Innenfalter (10) gegenüberliegend angeordneten Außenfalter (20) zum Umlegen
des anderen Schenkels und des daran anhaftenden Teils des ersten Schenkels (S1).
11. Einschlagvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenfalter (10) in Anlage an der Außenwand des zuerst umgelegten Schenkels
(S1) verbleibt, wenn der andere Schenkel (S2) umgelegt wird.
12. Einschlagvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Endstellung des Außenfalters (20) nach dem Umlegen des zweiten Schenkels
(S2) der Innenfalter (10) und der Außenfalter (20) den dazwischen befindlichen Packstoff
zusammendrücken.
13. Einschlagvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, gekennzeichnet durch eine Falteinheit, die Haltebacken (30) aufweist, zum Halten eines Artikels sowie
des teilweise darum gewickelten Packstoffstückes, wobei die Falteinheit weiterhin
den Innenfalter (10) und den Außenfalter (20) aufweist, die jeweils als Schwenkarm
relativ zu einem zwischen den Haltebacken (30) gehaltenen Artikel bewegbar ausgebildet
sind.
14. Einschlagvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Falteinheiten jeweils mit einem nach außen weisenden Innenfalter (10)
und einem nach außen weisenden Außenfalter (20) am Umfang eines drehbaren, trommelförmigen
Packkopfes (40) angeordnet sind.
15. Einschlagvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenfalter (20) feststehend angeordnet ist, wogegen der Innenfalter (10)
gegen den Außenfalter (20) bewegbar ist.
16. Einschlagvorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Vorrichtung (50) zum Anlegen eines Packstoffstückes gegentiberliegenden
Seite des Innen- und Außenfalters (10, 20) eine Transportvorrichtung, bevorzugt ein
Revolverkopf (60) mit Artikelaufnahmebereichen (61) zur Aufnahme der verpackten Artikel
angeordnet ist, wobei die Artikelaufnahmebereiche (61) eng an dem Außenfalter (20)
vorbei bewegbar sind, zum Umlegen der zweiten Schenkel.
17. Einschlagvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, gekennzeichnet durch eine Schneidvorrichtung (70), die ein zumindest mit einem der Schenkel in Eingriff
bringbares Messer aufweist.
18. Einschlagvorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Innenfalter eine mit dem Messer (71) in Eingriff bringbare Schneidgegenlage
(13) zur Anbringung eines Sollanrisses an dem Packstoffstück vorgesehen ist.