[0001] Die Erfindung betrifft eine in ihrer Wirkung modulierbare Fadenbremse gemäß Gattungsbegriff
des Anpruches 1.
[0002] Eine derartige Fadenbremse wird in der WO 91/14032, dort in der Fig. 5f, beschrieben.
[0003] Die erfindungsgemäße Fadenbremse wirkt mit der Speichertrommel einer Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung zusammen, wobei die ringförmigen, beweglichen Bremselemente
elastisch ausbiegbare Borsten oder dergleichen ausbilden, welche auf dem Randbereich
der Trommel aufliegen. In Achsrichtung zentral vor dem Kopf der Trommel ist eine Abzugsöffnung
ausgebildet, durch welche der zwischen den Bremselementen durchziehbare Faden läuft.
Die Abzugsöffnung bildet eine Fadenführungshülse, welche in Achsrichtung bewegbar
ist. Die Fadenabzugshülse ist gleichzeitig Träger eines Halteorganes für das Bremzelement.
Die Fadenführungshülse ist umgeben von zwei Magnetspulen. Durch Bestromung der einen
oder anderen Magnetspule kann die Fadenführüngshülse und damit das Bremzelement hin-
und herbewegt werden, so daß die Wirkung der Bremse modulierbar ist zwischen zwei
Bremsstellungen.
[0004] Beim Stand der Technik ist die Fadenführungshülse magnetisch ausgebildet und wirkt
somit mit den Magnetspulen zusammen.
[0005] Webstühle sind mit Fadenspeicher- und -liefervorrichtungen verbunden, die mit einer
Fadenabzugsbremse versehen sind. Die Fadenbremse ist an die Art des Garnes und des
Webstuhles anpaßbar, so daß die beste Abzugsspannung einstellbar ist. Bei besonders
leicht brüchigen Garnen kann sich die Notwendigkeit ergeben, die Abzugsspannung auf
sehr kleine Werte herabzusetzen, um die Schußfaden-Bruchhäufigkeit zu verhindern,
die einen Ausfall des Webstuhles und eine Qualitätsverschlechterung zur Folge hat.
Einerseits darf die Bremswirkung zur Vermeidung von Fadenbrüchen eine bestimmte Fadenspannung
nicht überschreiten. Andererseits benötigen Webstühle in einigen Phasen des Schußfadeneintrages
eine minimale Fadenspannung, damit eine tadellose Arbeitsweise möglich ist. So ist
beim Projektil-Webstuhl in der Start- und Ankunftsphase des Projektils eine Mindestfadenspannung
unumgänglich; wogegen die Garnspannung in den restlichen Phasen des Zyklus' reduzierbar
bzw. minimal sein kann. Betrachtet man eine moderne Webmaschine mit 600 Schußfadeneinträgen
pro Minute, so hat ein vollständiger Zyklus eine Dauer von nur 100 Millisekunden (0,27
ms/°). Die Hauptwelle des Webstuhles dreht dabei mit einer entsprechend hohen Winkelgeschwindigkeit.
Bei einem Projektil-Webstuhl kann die Einschußphase zwischen etwa 80° und 300° liegen.
Dies ermöglicht erforderlichenfalls eine Verminderung der Fadenspannung im Winkelbereich
zwischen 120 und 275°. Der Zug-Elektromagnet soll bspw. für die Dauer von 155° (ca.
43 ms) erregt werden. Der Druck-Elektromagnet soll bspw. für eine Dauer von (360°
- 155°) 57 ms erregt werden. Es sind während eines Schußfadeneintrages vier Bremsumstellungen
notwendig.
[0006] Die Abzugsgeschwindigkeit bei einem Greifer-Webstuhl hat einen quasi sinusförmigen
Verlauf. Zu Beginn des Arbeitszyklus wird der Faden bis zu einem, etwa bei 100° liegenden
Maximum beschleunigt. Danach wird der Fadenabzug bis auf eine geringe Übergabegeschwindigkeit
bei 180° verzögert. Bei etwa 180° erfolgt die Übergabe an den zweiten Greifer. Nach
einer ähnlichen glockenförmigen Beschleunigungs-/Verzögerungskurve erreicht das Fadenende
dann das Ende des Faches. Zu Beginn des Arbeitszyklus ist die Fadenbremse geschlossen.
Bei Erreichen einer bestimmten Anzugsgeschwindigkeit öffnet die Fadenbremse und bleibt
über das Maximum der Fadenabzugsgeschwindigkeit geöffnet, um kurz vor der Übergabe
und bis nach der Übergabe wieder geschlossen zu werden. Nach erfolgter Übergabe öffnet
die Bremse wieder bis kurz vor Erreichen des Fachendes. Wenn der Greifer in das Webfach
eintritt und den Schußfaden auf höchste Geschwindigkeit beschleunigt, soll die elektronisch
gesteuerte Bremse geöffnet sein. Dies führt zu einem sehr geringen Belastungsniveau
für den Schußfaden. Zur Übergabe an den Nehmergreifer kann die Bremse wieder geschlossen
werden. Nach der Übergabe wird die Bremse erneut geöffnet, um dann beim Austritt des
Nehmergreifers aus dem Fach die nötige Fadenspannnng abzugeben, um den eingetragenen
Schußfaden zu kontrollieren. Die hohe Arbeitsgeschwindigkeit derartiger Greiferwebstühle
erfordert ein nahezu schlagartiges Umstellen der Bremswirkung, wobei der Umstellzeitpunkt
exakt reproduziert werden muß.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Fadenbremse hinsichtlich
der Schaltgeschwindigkeit zu verbessern.
[0008] Gelöst wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen angegebene Erfindung.
[0009] Stirnseitig der Spule sind an der Fadenführungshülse Ankerplatten befestigt, deren
Abstand zueinander größer ist als die axiale Länge des Lagergehäuses. Das Lagergehäuse
bildet stirnseitige Anschläge für die Ankerplatte aus. Beim Stand der Technik wird
bei der Erregung eines der beiden Elektromagneten die Fadenbremse nur unzulänglich
beschleunigt. Erfindungsgemäß wirkt die Magnetkraft in rein axialer Richtung. Während
der Verlagerung der federlos bewegbaren Fadenführungshülse verringert sich der Abstand
zwischen Ankerplatte und Spule. Aufgrund der bekannten Gesetzmäßigkeit erhöht sich
damit die Krafteinwirknng auf die Ankerplatte, so daß eine mit der Bewegung überlineare
ansteigende Beschleunigung der Ankerplatte gegeben ist. Hierdurch sind erheblich schnellere
Schaltzeiten möglich als beim Stand der Technik. In der Endphase der Bewegung der
Ankerplatte läuft diese bevorzugt gegen einen Gummipuffer, welcher als Gummiring ausgebildet
ist. Wegen der bei geringem Abstand zum Lagergehäuse sich erhöhenden magnetischen
Kraftwirkung wird dieser Gummiring komprimiert, bis die Ankerplatte auf dem aus vorzugsweise
Weicheisen bestehenden Lagergehäuse aufliegt. Die Luftspalte in dem magnetischen System
sind dann minimiert, so daß eine maximale Haltewirkung erzielt ist. Die Dämpfung in
der Endphase der Bewegung ist so ausgebildet, daß ein Abprallen und damit eine mögliche
Schwingung verhindert ist. In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist der
Abstand zwischen den beiden Ankerplatten einstellbar, so daß der Hub der Fadenbremse
nachstellbar ist, wenn sich bspw. die als Borsten ausgebildeten Bremselemente abnutzen
oder verbiegen. Das Lagergehäuse wird vorzugsweise vom Spulenkörper ausgebildet. Zur
Einstellung des Hubes kann die Ankerplatte ein Innengewinde haben, welches auf ein
Außengewinde der Fadenführungshülse aufschraubbar ist. Die Lage der Ankerplatte kann
durch eine Kontermutter gesichert werden. Die beiden Spulen sind mit einer Steuerelektronik
verbunden, welche die Spulen mit Strom beaufschlagt. Die Steuerelektronik ist bevorzugt
derart ausgeschaltet, daß die Elektromagnete mit einer Pulsweiten-Modulation angesteuert
werden. Hierzu weist die Steuerelektronik einen Oszillator auf. Die Steuerungselektronik
kann über eine Erregerleitung mit der Webmaschine verbunden sein. Die Webmaschine
sendet über diese Leitung Steuersignale, mit welchen die Bremse betätigt werden kann.
Bevorzugt erfolgen die von der Webmaschine kommenden Befehle in einer solchen Zeit
vorversetzt, daß die Bremswirkung zur erforderlichen Zeit eintritt. Die Zeitversetzung
berücksichtigt die Flugphase der Bremse bei der Modulation. Die Steuerungselektronik
kann ferner in der Lage sein, die Spule zeitabhängig von ihrer Funktion zu bestromen.
So ist bspw. möglich, in der Zeit, in welcher die Bremse verstellt wird, die Spule
höher zu bestromen, damit die notwendige Umstellgeschwindigkeit erreicht wird. In
der Phase, in der die Bremse in einer der beiden Bremsstellungen gehalten wird, wird
die Spule weniger stark bestromt, so daß ein Verschleiß bzw. ein Aufheizen der Spule
verhindert wird. Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist daß Stirnende
der Speichertrommel kegelstumpfförmig ausgebildet. Auf der Kegelstumpfmantelfläche
liegen die radial einwärts gerichteten Borsten des Bremsringes auf. Die Borsten stehen
dabei in einem spitzen Winkel zur Kegelmantelfläche und sind durch die Verlagerung
des Magnetankers in eine Abstandsstellung bringbar. Die Lage des Elektromagneten kann
auch so gewählt werden, daß die Borsten zwischen zwei verschiedenen Bremsstellungen
hin und her verlagert werden können. Eine Weiterbildung der Erfindung ermöglicht es,
die Bremzwirkung während des Betriebes des Webstuhles einstellen zu können. Hierzu
kann die Lage des Bremsringes über einen Antriebsmotor in Achsrichtung verstellt werden.
Die Hülse, die endseitig die beiden Ankerplatten trägt, ist drehfest im Spulenkörper
axial verschieblich gelagert. Eine der beiden Ankerplatten, bevorzugt die auf der
bremsabgewandten Seite, ist als Zahnrad ausgebildet, in welches die Verzahnung eines
Antriebszahnrades eingreift. Das Zahnrad ist mit einer Gewindebüchse verbunden, welche
auf dem Außengewinde des Rohres sitzt, so daß eine Verdrehung des Zahnrades eine Axialverstellung
der Bremse bewirkt. Die Bremsstellung ist mit einem Sensor detektierbar.
[0010] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand heigefügter Figuren erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine skizzierte Fadenbremse in der ersten Bremsstellung,
- Fig. 2
- einen Schnitt gemaß Fig. 1 in der zweiten Bremsstellung,
- Fig. 3
- ein Detail des Spulengehäuses,
- Fig. 4
- ein Schaltbild der Steuerung,
- Fig. 5
- verschiedene Signale in ihrem zeitlichen Verlauf und
- Fig. 6
- ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0011] Die erfindungsgemäße Anordnung betrifft eine Ringbremse 1, welche einen Ringkörper
19 aufweist, welcher bspw. mit einem trichterförmigen Halteorgan 5 verklipst sein
kann. Aus dem Ringkörper 19 ragen radial einwärts Borsten 2. Bei diesen Borsten kann
es sich um Metallborsten, Kunststoffborsten oder Naturhaarborsten handeln. Die Ringbremse
1 kann auch aus einer kreisförmigen Bürste mit Büscheln bestehen, die von den Borsten,
bspw. dem biegsamen Draht, ausgebildet sind. Diese Büschel sind mit geeigneter planarer
bzw. radialer Neigung dem zentralen Bereich zugewandt. Die Ringbürste 1 wird an der
Abwickelseite des Schußfadens an den Endabschnitt 3 der Trommel 4 angedrückt. Der
Endabschnitt der Trommel kann entweder gerundet sein oder aber als Kegelstumpfmantelfläche
ausgebildet sein. Auf der Speichertrommel 4 des hier im Detail nicht dargestellten
Fadenspeichers wird der Faden windungsweise mittels einer Wickelanordnung aufgewickelt
und über Kopf durch eine Fadenabzugsöffnung, welche von der Fadenführungshülse 8 ausgebildet
ist, abgezogen, wobei der Faden zwischen dem gewölbten Randabschnitt 3 der Platte
4 und den darauf aufliegenden Borsten 2 hindurchgezogen wird. Der Randabschnitt 3
und die Borsten 2 bilden die zwei Glieder einer Fadenbremse aus. Durch den von den
Borsten 2 auf dem Endbereich 3 der Trommel 4 ausgeübten Druck wird die Bremskraft
eingestellt. Die Abwickelspannung des Fadens wird von der Reibung des Fadens zwischen
den beiden Gliedern 2, 3 der Bremse beeinflußt. Die Spannung des Fadens kann durch
die Auflagekraft der Borsten 2 beeinflußt werden. Diese hängt von ihrer Durchbiegung
ab. Dies bedeutet, daß eine axiale Verlagerung des Ringkörpers 19 die Bremswirkung
beeinflußt.
[0012] Die Fadenbremse ermöglicht es, den Ringkörper 19 zwischen zwei definierten Axialstellungen
hin- und herzuverlagern. Hierzu ist das den Ringkörper 19 tragende Halteorgan mit
der Fadenführungshülse 8 verbunden. Die Verbindung dieser beiden Elemente 5, 8 erfolgt
über eine Ankerscheibe 6, welche stirnseitig vor dem Lagergehäuse der Fadenführungshülse
8 angeordnet ist. Die Fadenführungshülse 8 durchgreift eine zentrale Höhlung eines
Spulenkörpers 9, welcher aus Weicheisen besteht.
[0013] Die Fadenführungshülse 8 ist innerhalb des Lagergehäuses 9 mittels Lager, bspw. Gleit-
oder Kugellager, in Achsrichtung verlagerbar gelagert. An ihren beiden Endseiten sind
an der Fadenführungshülse 8 kreisscheibenförmige Ankerscheiben 6, 7 angebracht. Während
die Ankerscheibe 6 fest mit der Fadenführungshülse 8 verbunden ist und gleichzeitig
das Halteorgan 5 trägt, ist die Aukerscheibe 7 gegenüber der Fadenführungshülse 8
verlagerbar und feststellbar. Hierzu kann die Ankerscheibe 7 ein Innengewinde 13 aufweisen,
welches auf ein Anßengewinde 12 der Fadenführungshülse aufgeschraubt ist. Die axiale
Lage der Ankerscheibe 7 kann durch eine Kontermutter 14 gesichert werden. Durch Einstellung
der axialen Distanz zwischen den beiden Ankerscheiben 6, 7 kann der Hub der Ringbremse
1 eingestellt werden.
[0014] Der Spulenkörper 9 ist über nicht dargestellte Befestigungsmittel mit dem Gehäuse
des Fadenspeichers fest verbunden. Der Spulenkörper 9 weist in axialer Hintereinanderlage
zwei Ringspulen auf, welche die Fadenführungshülse 8 umgeben. Stirnseitig weist der
Spulenkörper 9 ringförmige Öffnungen auf. Zur Anschlagbedämpfung der Ankerplatten
6, 7 auf die Stirnseite des Spulenkörpers 9 sind Gummiringe 11 vorgesehen, welche
sich bei der Anlage der jeweiligen Ankerscheibe 6, 7 auf der Stirnseite des Spulenkörpers
9 komprimieren. Der Luftspalt 11 zwischen der Stirnseite des Spulenkörpers 9 und der
Ankerplatte 6, 7 kann bei vollständig zur Stirnseite hin verlagerter Ankerscheibe
auf Null reduziert werden, so daß eine Minimierung des magnetischen Widerstandes und
damit eine Optimierung der Haltekraft erzielt ist.
[0015] Der kegelförmige Bürstenträger, welcher das Halteorgan 5 ausbildet, ist mit dem Teller
bzw. Anker 6 des antreibenden Elektromagneten fest verbunden. Die Ankerscheibe 6 ist
seinerzeit mit der als Rohr ausgebildeten Fadenführungshülse 8 fest verbunden. Als
Werkstoff für das Rohr 8 bzw. die Anker 6, 7 kommt wenig kohlenstoffhaltiges Eisen
in Betracht. Das Rohr 8 bildet zusammen mit einem die Öffnung 10 ausbildenden Mantelrohr
den Kern des Elektromagneten, welcher von den beiden Spulen 15 und 16 ausgebildet
wird. Die beiden Spulen 15 und 16 werden durch einen scheibenförmigen mittleren Steg
17 voneinander getrennt. In den von dem Spulenkörper 9 ausgebildeten ringförmigen
Hohlräumen liegen die mit lackisoliertem Kupferdraht gewickelten, gleichartig aufgebauten
Spulen 15, 16 ein, welche getrennt erregbar sind und den anziehenden bzw. andrückenden
aktiven Teil des doppelt wirkenden Elektromagneten bilden. Die Fadenführungshülse
8, durch welche in nicht dargestellter Weise der abgezogene Faden geleitet wird, ist
innerhalb der Öffnung 10 federlos, frei verlagerbar zwischen den beiden durch die
axiale Lage der Ankerscheiben 6, 7 gegebenen Anschlagstellungen. Die beiden Enden
der Fadenführungshülse 8 weisen Keramikbüchsen 20, 21 auf.
[0016] Um einen hohen Wirkungsgrad und folglich eine Betätigung mit hoher Geschwindigkeit
erzielen zu können, ist ein gedoppelter Elektromagnet 15, 16 mit beweglich gedoppelten
Ankern 6, 7 vorgesehen, so daß die magnetische Anziehungskraft vollkommen ausnutzbar
ist, ohne daß ein Teil derselben dazu bestimmt werden muß, eine Rückführfeder zu spannen.
Der Elektromagnet besitzt einen beweglichen Anker, damit der magnetische Widerstand
und folglich die magnetomotorische Kraft herabgesetzt werden kann. Der magnetische
Widerstand des Magnetkreises ist durch die Summe der magnetischen Widerstände gegeben,
wobei die Luftbereiche (l1 und l2) einen hohen magnetischen Widerstand und die Metallbereiche
(Eisen) einen geringen Widerstand hab. Hülse 8, Ankerscheibe 6, 7 und Spulenkörper
sollen deshalb aus Weicheisen, Eisen mit geringem Kohlenstoffgehalt, gefertigt sein.
Hierdurch verläuft der Magnetfluß überwiegend in einem eisernen Werkstoff, so daß
der Widerstand minimiert ist. Minimal ist der Widerstand, wenn in der angezogenen
Stellung der Luftspalt l1 gleich Null wird. Dann ist nur eine geringe Bestromung notwendig,
um die Fadenbremse in dieser Bremsstellung zu halten.
[0017] Damit die Fadenbremse zur richtigen Zeit, innerhalb der nur wenigen zur Verfügung
stehenden Millisekunden, in die jeweils andere Bremsstellung gewechselt ist, kommt
der vom Webstuhl kommende Verlagerungsbefehl um eine solche Zeit vorversetzt, die
dem bei der Verstellung der Masse des Elektromagneten nebst Bremse entstehenden Verzug
entspricht.
[0018] In Fig. 4 ist vereinfacht ein Schaltbild der Steuerung dargestellt. Es handelt sich
um eine PWM-Schaltung (Pulsweitenmodulation). Dieses System ist auch unter der Bezeichnung
CLC (Current Logic Control) bekannt. Der Oszillator O gibt regelmäßig Setzimpulse
an den S-Eingang der bi-stabilen Kippstufe B. Durch den jeweiligen Impuls entsteht
der Logikwert "1" (High) am Q-Ausgang der Kippstufe. Der Steuertransistor T steuert
den Leistungs-MOS-FET MP und den MOS-FET MN in den Sättigungszustand. Die Betriebsspannung
Va wird wird daher an die Spule L angelegt. In der Sättigungsphase der Leistungsstufe
(betrachtet man L als eine ideale Drossel) steigt der Strom linear mit der Zeit. Sein
Wert, der als eine proportionale am Shunt-Widerstand Sh abfallende Spannung erscheint,
wird an dem positiven Eingang des Vergleichers C angelegt, welcher ein logisches Rücksetz-Signal
an die Kippstufe B gibt, daß die Endstufe wiederum so lange in den Anfangs-Sperrzustand
versetzt, bis ein neuer Setzimpuls von O kommt. Während der Sperrphase wird die in
der Drossel gespeicherte Energie über die Dioden D1 und D2 wiederum teilweise der
Speisung zurückgegeben. Die Induktivität der Drossel L ist selbstverständlich ausreichend
groß gewählt, um die Anstiegs- und Abfallflanken des fließenden Stromes während des
durch die Periodendauer des Oszillators O bestimmten Zeitabschnittes zu integrieren,
so daß ein Durchschnittswert des fließenden Stromes sichergestellt wird, welcher dem
Kozienten aus am Potentiometer P abgegriffenen Spannung VR und dem Shunt-Widerstand
entspricht. Die am negativen Eingang des Vergleichers C angelegte Bezugsspannung VR
erscheint nur dann, wenn das logische Signal CTL (Webstuhl-Steuerung) seinen hohen
Pegel aufweist. Das Potentiometer P gestattet es, den Spannungswert für VR und damit
den Stromwert für IL vorzugeben. Die beiden Spulen, nämlich die Zug- und die Druckspule
15, 16, werden durch zwei voneinander unabhängige Stromkreise jeweils mit Hilfe der
Signale CTL bzw. deren inversem Signal gesteuert. Bei der praktischen Ausführung werden,
um die Leistungsaufnahme über die Speiseleitung VA zu begrenzen und folglich die Temperaturerhöhung
der Wicklungen gering zu halten, die Werte für VR und damit auch für IL, nach erfolgter
mechanischer Verstellung, auf einen zum Aufrechterhalten der erreichten Stellung ausreichenden
Haltewert reduziert. Der Wert des Haltestromes ist etwa um das fünffache kleiner als
der Wert des Einstellstromes; daher ist die Verlustleistung um etwa 25-fach kleiner.
In der Fig. 5 sind die Kurven der verschiedenen Signale innerhalb der Steuerungselektronik
zeitabhängig dargestellt.
[0019] In der in Fig. 6 dargestellten Variante ist der Anker 7 als mit einer Außenverzahnung
versehenes Zahnrad ausgebildet. Auf dem Zahnrad sitzt eine Gewindehülse 21, welche
fest mit dem Zahnrad verbunden ist. Die Gewindehülse 21 ist auf den Gewindeabschnitt
25 des Rohres 8 aufgeschraubt so daß eine Drehung des Zahnrades 7 den Abstand der
beiden Anker 6, 7 verändert.
[0020] Zur ferngesteuerten Abstandsveränderung, welche einhergeht mit einer Hubveränderung
des Bremsringes 1, ist am Spulenkörper 9 ein Antriebsmotor 24 befestigt, auf dessen
Antriebswelle eine Zahnwalze 23 befestigt ist, welche mit der Anßenverzahnung des
Zahnrades 7 kämmt. Wird die Zahnwalze 23 drehangetrieben, so schraubt sich die Schraube
21 über das Außengewinde 25 der Führunghülse 8. Während der Axialverlagerung der Bremse
gleitet die Außenverzahnung des Zahnrades 7 in der Außenverzahnung der Zahnwalze 23.
[0021] Zufolge dieser Ausgestaltung ist eine ferngesteuerte Einregelung der Auflagekraft
der Borsten 2 auf der Trommelmantelfläche möglich. Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist als Trommelmantelfläche 3 die Fläche eines Kegelstumpfes 4' gewählt worden.
[0022] Im Bereich des Stirnendes der Fadenführungshülse 8, welches fadenabzugsseitig das
Außengewinde 25 aufweist, ist ein Sensor 22 angeordnet. Der Sensor kann magnetisch,
optisch oder per Ultraschall ausgelöst werden. Der Sensor erfüllt zwei Funktionen.
Er gibt einerseits eine sofortige Meldung ab, wenn eine eigentlich zu erfolgende System-Bewegung
erfolgt ist. Es läßt sich also feststellen, ob die Bremse anforderungsgemäß betätigt
worden ist. In einer zweiten Funktionsweise kann von diesem Sensor die Motorfunktion
des Motors 24 überwacht werden. Wenn bspw. der Anker 7 angezogen ist, kann der Abstand
des Stirnendes der Führungshülse 8 zum Sensor bestimmt werden, so daß auch der Hub
überprüfber ist.
[0023] Aufgrund der schnellen Bewegungsfolge des Bremssystems beim Weben ist es möglich,
einen Fadenabzug optimal durchzuführen, auch wenn dieser nur auf die Öffnungsphase
des Bremssystems begrenzt ist. Die Synchronisation ermöglicht es, durch den Sensor
22 einen optimalen Fadenabzug einzustellen, ohne daß der Webstuhl bei jeder Änderung
der Betriebsparameter der Bremse angehalten werden muß. Zum Einstellen des Hubes des
Elektromagneten kann der Sensor 22 überflüssig sein, wenn es sich bei dem Antriebsmotor
24 um einen Schrittmotor handelt.
[0024] Die Schaltstellung der Fadenbremse ist dadurch in jedem Zustand definiert, daß immer
eine der beiden Spulen 15, 16 bestromt sind.
[0025] Alle offenbarten Merkmale sind erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung
wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten Prioritätsunterlagen
(Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch zu dem Zweck, Merkmale
dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
1. In ihrer Wirkung modulierbare Fadenbremse für eine Fadenspeicher- und -liefervorrichtung,
bei welcher der windungsweise auf einer Speichertrommel abgelegte Faden zwischen einem
ersten, festen Bremselement und einem auf dem ersten Bremselement aufliegenden zweiten,
beweglichen und ringförmigen Bremselement der Fadenbremse und durch eine in Trommelachsrichtung
beabstandet von der Trommel liegende Abzugsöffnung hindurchziehbar ist, wobei die
Abzugsöffnung von einer elektromagnetisch in Achsrichtung zwischen einer ersten und
einer zweiten Stellung hin- und herbewegbaren Fadenführungshülse ausgebildet wird,
das bewegliche Bremselement fest mit der Fadenführungshülse verbunden ist und die
Fadenführungshülse in einem gehäusefesten, eine Spule aufweisenden Lagergebäuse axial
geführt ist, gekennzeichnet durch jeweils stirnendseitig der Spule (15, 16) an der
Fadenführungshülse (8) befestigte Ankerplatten (4, 5), deren Abstand zueinander größer
ist als die axiale Länge der Lagerhülse (9), welches stirnseitige Anschläge für die
Ankerplatten (4, 5) ausbildet.
2. Fadenbremse nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstand der Ankerplatten (4, 5) einstellbar ist.
3. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschläge von Gummipuffern, insbesondere Gummiringen
(11) ausgebildet sind.
4. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Spulenkörper (9) das Lagergehäuse bildet.
5. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine der Ankerplatten (6, 7) ein Innengewinde
aufweist, welches auf einem Außengewinde der Fadenführungshülse (8) aufschraubbar
und mit einer Kontermutter (14) sicherbar ist.
6. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der magnetische Widerstand (Reluktanz) in der
Haltestellung minimiert ist.
7. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenbremse mit einer Webbaschine signalverbunden
ist und von der Webmaschine gesteuert ist.
8. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuersignale der Webmaschine zeitvorversetzt
kommen.
9. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulen (15, 16) pulsweitenmoduliert angesteuert
sind.
10. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulenbestromung zeitlich unterschiedlich
ist derart, daß der in der Bewegungsphase fließende Strom größer ist als der in der
Haltephase fließende Strom.
11. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremskraft ferngesteuert einstellbar ist.
12. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungshub der Ankerplatten ferngesteuert
einstellbar ist.
13. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß eine Ankerplatte als außen verzahntes Zahnrad
(7) ausgebildet ist und mit einer Außenverzahnung eines Einstellzahnrades (23) kämmt.
14. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß das Einstellzahnrad (23) durch einen Elektromotor
(24) antreibbar ist.
15. Fadenbremse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, gekennzeichnet durch einen Sensor (22), welcher die axiale Stellung der Fadenführungshülse
(8) detektiert und der Webmaschine quittiert, daß ein entsprechendes Stellsignal ausgeführt
worden ist.