(19)
(11) EP 0 816 566 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.01.1998  Patentblatt  1998/02

(21) Anmeldenummer: 97890104.9

(22) Anmeldetag:  18.06.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E01C 7/32, E04D 7/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
SI

(30) Priorität: 26.06.1996 AT 1129/96

(71) Anmelder: Prottelith Baustoffe Brandenburg GmbH
14772 Brandenburg/Havel (DE)

(72) Erfinder:
  • Pennerstorfer, Walter, Dipl.-Ing.
    1170 Wien (AT)

(74) Vertreter: Köhler-Pavlik, Johann, Dipl.-Ing. 
Margaretenplatz 5
1050 Wien
1050 Wien (AT)

   


(54) Fussbodenkonstruktion


(57) Die Erfindung betrifft eine Fußbodenkonstruktion mit einer Deckschicht aus Gußasphalt 1 und einer Tragschicht (2) auf einem Untergrund (3), z.B. einer Zwischendecke. Zur Schaffung einer leichten und formstabilen Fußbodenkonstruktion, deren Tragschicht (2) rasch und kostengünstig hergestellt werden kann, und auf die schon nach kurzer Antrocknungszeit der Gußasphalt (1) aufgebracht werden kann, ist vorgesehen, daß die Tragschicht (2) aus Schüttgut gemischt mit Zement und Wasser besteht. Die einschichtige Tragschicht (2) vereinigt die Funktionen des Ausgleichs von Unebenheiten des Untergrunds und der Trittfestigkeit der Tragschicht. Vorteilhafterweise ist das Schüttgut körnig und besteht aus einem mineralischen Stoff oder ist mineralisch ummantelt. Eine besonders schnelle Trocknung des Gußasphalts (1) und damit eine Beschleunigung der Bauarbeit wird dadurch erreicht, daß zwischen Tragschicht (2) und Gußasphalt (1) eine Trennlage (4) vorgesehen ist, welche im wesentlichen horizontale Entlüftungskanäle (5) aufweist. Die Trennlage (4) kann z.B. aus Wellpappe bestehen, welche die Entlüftungskanäle (5) in Form von Rillen beinhaltet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Fußbodenkonstruktion gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.

[0002] Gußasphalt wird heute für Neubau und Sanierung als Belag für vielfältige Anwendungsbereiche eingesetzt. Z. B. wird Gußasphalt im Außenbereich für den Straßen- und Wegebau, im Innenbereich für Estriche oder als Unterlage für verschiedene Bodenbeläge in Wohn- und Naßbereichen verwendet. Dabei ist erforderlich, daß die Unterkonstruktion für den Gußasphalt temperaturbeständig. stabil und setzungsfrei ist.

[0003] Im Außenbereich werden solche Unterkonstruktionen z.B. durch verdichtetes mineralisches Schüttgut oder Beton hergestellt. Wenn keine besonderen Anforderungen an den Unterbau gestellt werden, wird auch im Innenbereich Beton für die Unterkonstruktion eingesetzt.

[0004] Im Innenbereich ist häufig ein Niveauausgleich der z.B. bei Sanierung alter Gebäude als Höhenausgleich zwischen der alten tragenden Decke und anschließenden Räumen notwendig ist oder eine Wärmedämmung erforderlich. Auch eine Kombination dieser beiden Anforderungen ist denkbar. Dann hat die Unterkonstruktion zusätzlich eine dieser beiden oder auch beide Anforderungen zu erfüllen. In einem solchen Fall werden Platten, welche der Temperaturbeanspruchung beim Aufbringen der Gußasphaltschicht entsprechen müssen, auf die tragende Konstruktion wie z.B. eine Zwischendecke aufgebracht. Für diese Bauweise ist aber eine ebene tragende Konstruktion erforderlich, damit die Platten vollflächig aufliegen können. Andernfalls muß eine Ausgleichsschicht aus z.B. Sand auf die tragende Konstruktion aufgebracht werden.

[0005] Bei größeren Höhenunterschieden kann auf die tragende Konstruktion eine Schicht Ausgleichsbeton aufgebracht und nach dessen Austrocknungszeit die Platten oder ein Schichtaufbau von vorzugsweise körnigem Schüttgut wie z.B. Blähton oder gesintertes Lavagestein und Platten aufgelegt. Neben der zusätzlichen Deckenbelastung durch den Ausgleichsbeton ist der Schichtaufbau von Schüttgut und Platten sehr aufwendig und somit teuer. Auch ein mehrlagiger Schichtaufbau von vorzugsweise körnigem Schüttgut und Platten ist möglich, womit ein weiterer Anstieg der Verarbeitungsanforderungen und -kosten verbunden ist.

[0006] Die DE 28 57 406 Al offenbart eine Wärmedämmplatte für Fußböden, bei welcher eine Asbestplatte oder eine Holzspanplatte unter Zwischenschaltung einer Lage aus Papier oder Kunststoff, welche in Mäanderform abgekröpft ist oder einer ellipsenförmigen Einlage auf einer Hartschaumstoffplatte aufgebracht ist. Die Verwendung von Gußasphalt ist in Verbindung mit einer Hartschaumstoffplatte unter Zwischenschaltung einer Papierfolie erwähnt. Der mehrschichtige Aufbau des Unterbaus der Fußbodenkonstruktion bedingt eine sehr arbeits- und zeitaufwendige Herstellung.

[0007] Aufgabe der Erfindung ist daher die Schaffung einer leichten und formstabilen Fußbodenkonstruktion. deren Tragschicht rasch und kostengünstig hergestellt werden kann, und auf die schon nach kurzer Antrocknungszeit z.B. von wenigen Tagen, der Gußasphalt aufgebracht werden kann.

[0008] Diese Aufgabe wird durch das kennzeichnende Merkmal des Patentanspruches 1 gelöst. Durch die Verwendung von Schüttgut gemischt mit Zement und Wasser ist eine einfache und rasche Verarbeitung mit gleichzeitigem Ausgleich von Unebenheiten der tragenden Konstruktion möglich. Die einschichtige Tragschicht vereinigt die Funktion des Ausgleichs von Unebenheiten des Untergrunds, welche herkömmlich durch körniges Schüttgut bewerkstelligt wurde mit der Funktion der Trittfestigkeit der Tragschicht, welche üblicherweise mit Hartschaumplatten od. dgl. bewerkstelligt wurde. Die Trocknung erfolgt rasch. weshalb schon nach kurzer Zeit der Gußasphalt aufgebracht werden kann.

[0009] Wenn das Schüttgut körnig ist, wird die Trocknungszeit wesentlich verkürzt.

[0010] Besonders geeignet sind Schüttgüter, welche aus einem mineralischen Stoff bestehen oder mineralisch ummantelt sind.

[0011] Durch den Einsatz einer Fußbodenkonstruktion, bei welcher das Schüttgut aus mineralisch ummanteltem Polystyrol besteht, resultiert eine Reihe von bauphysikalischen Vorteilen. Solche Materialien haben sehr geringes Raumgewicht, sind sehr atmungsaktiv und bieten einen guten Brandschutz (bis zu Brandschutzklasse F90).

[0012] Eine sogenannte "erdfeuchte Abmischung" wird durch eine Abmischung des mineralisch ummantelten Polystyrols pro m3 mit vorzugsweise 100 bis 300 kg Zement und 50 bis 150 1 Wasser erreicht. Dadurch. daß wenig Zement und Wasser in der Abmischung enthalten sind, kann die Fußbodenkonstruktion direkt, ohne zwischenliegende Folien, auf empfindliche Untergründe, wie z.B. auf Holzdecken aufgebracht werden, ohne daß diese durch die Feuchtigkeit Schaden erleiden. Die enthaltene Feuchtigkeit ist so gering, daß sie die Oberfläche des Untergrunds nur kurz anfeuchtet und darunterliegende Schichten, wie z.B. Stuckdecken verschont bleiben. Dies kann z.B. bei der Sanierung von historischen Gebäuden von großer Bedeutung sein.

[0013] Wenn zwischen der Tragschicht und dem Gußasphalt eine Trennlage vorgesehen ist, welche im wesentlichen horizontale Entlüftungskanäle aufweist, kann die Austrocknungszeit des Gußasphalts extrem verkürzt werden, da die Feuchtigkeit durch die Entlüftungskanäle in der Trennlage. welche in Form von Nuten, Rillen oder dgl. vorliegen, entweichen kann. Da der Untergrund schon nach kurzer Zeit begehbar ist, kann die Bauarbeit rasch fortgesetzt werden.

[0014] Die Verwendung von Wellpappe als Trennlage zwischen Tragschicht und Gußasphalt stellt eine einfache und kostengünstige Lösung dar, wobei die Entlüftungskanäle durch die Rillen gebildet werden.

[0015] Anhand der beiliegenden Zeichnungen werden zwei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Konstruktion beschrieben.

[0016] Darin zeigen
Fig. 1
einen Querschnitt eines Baukörperabschnittes und
Fig. 2
den Querschnitt einer Ausführung einer Fußbodenkonstruktion mit einer zwischen Gußasphalt und der Tragschicht angeordneten Trennlage.


[0017] Die erfindungsgemäße Fußbodenkonstruktion ist auf alle begehbaren Materialien, die eine gewisse Tragfähigkeit aufweisen, anwendbar. Beispielsweise kann es sich bei den gezeigten Ausführungsformen um eine Deckenkonstruktion handeln.

[0018] Der in Fig. 1 dargestellte Baukörperabschnitt besteht aus einer Schicht Gußasphalt 1, einer Tragschicht 2, die z.B. auf eine Zwischendecke 3 aufgebracht ist. Die Tragschicht 2 besteht vorzugsweise aus einem Schüttgut mit einer Oberflächenbeschaffenheit, die eine Abmischung mit nur wenig Zement und Wasser ermöglicht. Dabei entsteht eine stabile, setzungsfreie, leichte. wärmedämmende und atmungsaktive Masse. welche bereits vor Abschluß der Abbindezeit das Aufbringen der Gußasphaltschicht erlaubt. Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß dann die Restfeuchtigkeit zu keiner gefährlichen Dampfbildung führt, obwohl der Gußasphalt mit einer Verarbeitungstemperatur von vorzugsweise 180 bis 220° C aufgebracht wird. Infolge der Wirkung der Tragschicht 2 verdampft das nicht gebundene Restwasser nur im obersten Bereich, welches infolge der Atmungsaktivität während der Verarbeitung jedoch seitlich entweichen kann.

[0019] Versuche haben gezeigt, daß eine Tragschicht 2, bestehend aus mineralisch ummanteltem Polystyrol und einer Mischung pro m3 mit 200 kg Zement und 100 1 Wasser bereits nach 3 Tagen die Weiterverarbeitung von Gußasphalt ermöglicht. Bei Einsatz derartiger Materialien kann daher auf einen mehrschichtigen Aufbau verzichtet werden und ohne längere Wartezeiten kurzfristig der Gußasphalt aufgebracht werden.

[0020] Um das Entweichen des verdampften Wassers bzw. der Feuchtigkeit zu unterstützen und damit die Atmungsaktivität zu intensivieren, ist beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 zwischen Tragschicht 2 und Gußasphalt 1 eine Trennlage 4 vorgesehen, welche Entlüftungskanäle 5 besitzt. Diese Trennlage 4 kann z.B. aus gewelltem Material, wie z.B. Wellpappe bestehen. Es können natürlich auch andere Trennlagen 4 verwendet werden, welche beispielsweise porös gelocht oder mit Rillenkanälen oder dgl. ausgestattet sind, durch die ein seitliches Ausweichen der Dämpfe ermöglicht wird.

[0021] Das Schüttgut der Tragschicht 2 besteht vorzugsweise aus mineralischem Material, z.B. Granulatkügelchen. körnigem Gut oder dgl. Vorzugsweise kann körniges Schüttgut aus mineralisch ummanteltem Polystyrol verwendet werden. Eine sogenannte ,,erdfeuchte Abmischung" mit wenig Wasser und Zement ist dabei besonders vorteilhaft in Hinblick auf die schnellere Trocknung und geringere Belastung des Untergrunds 3. Eine Beimengung von vorzugsweise 100 bis 300 kg Zement und 50 bis 150 1 Wasser pro m3 Schüttgut hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt.

[0022] Wie eingangs erwähnt, ist die Tragschicht 2 der erfindungsgemäßen Fußbodenkonstruktion vielseitig einsetzbar. z.B. als Belag für Neubau und Sanierung, im Außenbereich für den Straßen- und Wegebau, im Innenbereich für Estriche oder Unterlagen für verschiedene Bodenbeläge in Wohn- und Naßbereichen oder für Dachkonstruktionen.


Ansprüche

1. Fußbodenkonstruktion mit einer Deckschicht aus Gußasphalt (1) und einer Tragschicht (2) auf einem Untergrund (3), z.B. einer Zwischendecke, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragschicht (2) aus Schüttgut gemischt mit Zement und Wasser besteht.
 
2. Fußbodenkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut körnig ist.
 
3. Fußbodenkonstruktion nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut aus einem mineralischen Stoff besteht oder mineralisch ummantelt ist.
 
4. Fußbodenkonstruktion nach mindestens einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut aus mineralisch ummanteltem Polystyrol besteht.
 
5. Fußbodenkonstruktion nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das mineralisch ummantelte Polystyrol pro m3 mit vorzugsweise 100 bis 300 kg Zement und 50 bis 150 1 Wasser abgemischt ist.
 
6. Fußbodenkonstruktion nach mindestens einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Tragschicht (2) und dem Gußasphalt (1) eine Trennlage (4) vorgesehen ist, welche im wesentlichen horizontale Entlüftungskanäle (5) aufweist.
 
7. Fußbodenkonstruktion nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennlage (4) aus Wellpappe besteht.
 




Zeichnung