[0001] Die Erfindung betrifft eine Dachentwässerungsvorrichtung mit Abdeckung für den Einsatz
auf Flachdächern.
[0002] Dachentwässerungsvorrichtungen bestehen üblicherweise aus einem trichterförmigen
Einlauf und einem sich daran anschließenden Rohrstutzen. Der Einlauf wird in das Dach
eingesetzt und der Rohrstutzen an ein Ablaufrohr angeschlossen. Damit das Rohrsystem
nicht verschmutzt, sind die Einlauföffnungen üblicherweise geschützt, vielfältige
Ausführungen sind hierzu bekannt.
[0003] In einer einfachen Ausführung wird der Einlauf mit einer perforierten Platte abgedeckt.
Dachentwässerungen dieser Art neigen jedoch dazu, schnell zu verstopfen. Weiterhin
bekannt sind zylinderförmige perforierte Abdeckungen, die nicht mehr so schnell verstopfen,
da das Wasser über den um den Zylinder angesammelten Schmutz steigt und dann durch
die Öffnungen im Zylinder in den Einlauf fließt.
[0004] Die Leistungsfähigkeit einer Dachentwässerung wird häufig durch Ansaugen von zuviel
Luft beeinträchtigt. Im oberen Bereich der Einlauföffnung bildet sich ein Wasserwirbel,
der Luft mitreißt, wodurch die Strömung des Wassers im Rohr beeinträchtigt wird. Daher
kann die volle Ablaufleistung des Rohres nicht ausgenutzt werden.
[0005] Aus EP 0 146 561 B1 ist ein Dachablauf mit Schmutzgitter bekannt, der eine den Einlauf
überdeckende Platte aufweist. Die Platte ist in vertikalem Abstand zur Dachebene angeordnet
und bildet so eine ringsum offene Einlauföffnung, in der sich ein aus im wesentlichen
dreieckigen Rippen bestehendes Einlaufgitter befindet. Das Einlaufgitter überragt
die Platte vertikal, so daß bei verstopfter Außenseite des Einlaufgitters das Wasser
über das Einlaufgitter steigt und an dem Plattenrand vorbei in die Einlauföffnung
abfließen kann. Bei dieser Konstruktion wird das Einsaugen von Luft im wesentlichen
verhindert. Die Vorrichtung hat aber eine relativ große Bauhöhe und bei starkem Wasseranfall
kann sich unterhalb der Platte ein Kavitationsraum bilden, der nicht mit Wasser gefüllt
ist und in dem sich ein Vakuum ausbildet. Dadurch wird der Strömungsverlauf beeinträchtigt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dachentwässerungsvorrichtung mit verbessertem
Ablaufverhalten zu schaffen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
[0008] Gemäß der Erfindung weist die Dachentwässerungsvorrichtung eine Abdeckvorrichtung
auf, die aus einem muldenförmigen Teller mit Bodenöffnung und einem die Tellermulde
im wesentlichen überdeckenden Deckel besteht, wobei die Tellermulde in einen Trichterteil
eines Einlauftrichters der Dachentwässerungsvorrichtung eintaucht. Der Trichterteil
mündet in einen Rohrstutzen ein, an den ein Ablaufrohr angeschlossen wird. Die Einlauföffnung
wird von dem Außenrand des Tellers und dem Einlauftrichter gebildet.
[0009] Da der Deckel den Rohrstutzen abdeckt, werden Lufteinströmungen weitestgehend verhindert.
Das Ablaufverhalten wird weiterhin dadurch verbessert, daß die Unterseite der Tellermulde
in den Trichterteil eingreift und so ein ring- und trichterförmiger Kanal gebildet
wird. Bei starkem Wasseranfall füllt das Wasser den Kanal vollständig aus, so daß
keine Luft vom Umfang her in den Rohrstutzen eindringen kann. Kavitationsräume unterhalb
des Deckels können sich nicht ausbilden, da sich in der Tellermulde eine Bodenöffnung
befindet, die eine Verbindung nach außen hat und so für einen Luftausgleich sorgt,
wobei die Luftzufuhr im Vergleich zu einem nicht abgedeckten Rohr gedrosselt wird.
So kann sich kein Vakuum, welches eine gleichmäßige Strömung stört, ausbilden.
[0010] Bevorzugterweise sind die Unterseite der Tellermulde und die Oberseite des Trichterteils
parallel zueinander ausgebildet.
[0011] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung bilden der Umfang des Deckels und der
obere Rand der Tellermulde eine Überlauföffnung. Bei sehr starkem Wasseranfall oder
bei Verschmutzung der Einlauföffnung fließt Wasser durch die Überlauföffnung ab, so
daß auch in diesen Fällen ein Ablaufen des Wassers garantiert ist. Auf dem Dach befindliches
von Regenwasser angeschwemmtes Laub oder anderer Schmutz kann sich in der ringförmigen
Einlauföffnung festsetzen und so das Wasser aufstauen. Das Wasser fließt dann nicht
mehr durch einen von der Unterseite des Tellers und der Oberseite des Trichterteils
gebildeten Kanal, sondern durch die Überlauföffnung und die Bodenöffnung des Tellers
ab. Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß dadurch ein starker Unterdruck in dem
Kanal aufgebaut wird. Dieser Druck reicht aus, um das Laub von der Einlauföffnung
wegzusaugen. Die Dachentwässerungsvorrichtung ist somit selbstreinigend.
[0012] In bevorzugter Ausführung der Erfindung beträgt der obere Durchmesser der Tellermulde
das Drei- bis Vierfache des Durchmessers des Rohrstutzens. Bei diesem Verhältnis wird
das Wasser auf einer hinreichend langen Strecke kanalisiert, so daß eine gleichmäßige
Strömung entsteht.
[0013] Bevorzugterweise ist der Deckel in der Ebene des Tellerrandes angeordnet. Dadurch
kann der Aufbau der Dachentwässerungsvorrichtung sehr flach gehalten werden und die
Verstopfungsgefahr wird vermindert.
[0014] In vorteilhafter Ausführung der Erfindung entspricht die Querschnittsfläche des Rohrstutzens
im wesentlichen dem Eintrittsquerschnitt der Einlauföffnung. Somit sind die Abflußleistungen
von Einlauföffnung und Rohrstutzen annähernd gleich. Dies garantiert eine sehr gleichmäßige
Strömung des Wassers.
[0015] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
[0016] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt einer Dachentwässerungsvorrichtung 1 für ein Flachdach,
bestehend aus einem Einlauftrichter 2 und einer Abdeckvorrichtung 3. In Flachdächern,
üblicherweise aus Beton bestehend, sind Öffnungen vorhanden, in die ein Einlauftrichter
2 eingesetzt wird, welcher z.B. einstückig aus Kunststoff geformt ist. Anschließend
wird das Dach mit einer Dachhaut 20 bedeckt, die bis in den Einlauftrichter 2 hineingeführt
wird. Die Abdeckvorrichtung 3 ist durch hier nicht dargestellte Stützen schwebend
über dem Einlauftrichter 2 gehalten.
[0017] Der Einlauftrichter 2 weist einen Trichterteil 4 und einen sich daran anschließenden
Rohrstutzen 5 auf. Am oberen Rand des Trichterteils 4 geht dieser in eine mit der
Dachfläche bündige horizontale Fläche über. Die Abdeckvorrichtung 3 besteht aus einem
muldenförmigen Teller 6 und einem Deckel 7. Der Teller 6 weist einen Tellerrand 8
auf, der eine Tellermulde 9 mit einer zentralen Bodenöffnung 10 umschließt. Der Teller
6 taucht etwa bis zur Hälfte des Trichterteils 4 in diesen ein. Die Außenkante des
Tellerrandes 8 und die Oberseite des Einlauftrichters 2 bzw. die Dachhaut 20 bilden
eine ringförmige vertikale Einlauföffnung 11 am Umfang der Dachentwässerungsvorrichtung
1. Daran schließt sich ein ring- und trichterförmiger Kanal 12 an, der von der Unterseite
des Tellers 6 und von der Oberseite des Einlauftrichters 2 gebildet wird. Der Kanal
12 geht in den Rohrstutzen 5 über. Der Kanal 12 hat eine gleichmäßige Höhe a von 10
bis 20 mm. Der Deckel 7 hat einen Durchmesser, der etwas kleiner ist als der obere
Durchmesser der Tellermulde 9 und ist mit radial abstehenden Stützen auf dem oberen
Rand der Tellermulde 9 aufgelegt, so daß zwischen den Stützen mehrere Überlauföffnungen
13 gebildet werden.
[0018] Der Rohrstutzen 5 weist einen Nenn-Innendurchmesser von 70 mm auf. Alle anderen Maße
der Dachentwässerungsvorrichtung 1 sind von diesem Maß abhängig, da die Ablaufleistung
der Dachentwässerungsvorrichtung 1 der Ablaufleistung des Ablaufrohres angepaßt wird.
Die Tiefe des Trichterteils 4 beträgt 30 mm und der obere Durchmesser 250 mm. Der
Teller 6 hat einen Durchmesser von 350 mm, wobei der obere Durchmesser der Tellermulde
9 dem des Trichterteils 4 entspricht. Der Durchmesser der Bodenöffnung 10 ist gleich
dem des Rohrstutzens 5.
[0019] Beim Betrieb fließt das Wasser durch die Einlauföffnung 11 und wird von dem Kanal
12 in den Rohrstutzen 5 und ein daran angeschlossenes Ablaufrohr geführt. Die Höhe
a des Kanals 12 ist über die gesamte radiale Erstrekkung im wesentlichen konstant.
An dem Rohrstutzen 5 entsteht ein nach unten gerichteter Sog, der bestrebt ist, Luft
in den Rohrstutzen 5 einzusaugen. Da die Bodenöffnung 10 vorhanden ist, findet ein
Druckausgleich mit der Umgebung statt. Ohne diesen Druckausgleich würde sich über
dem Rohrstutzen 5 ein Kavitationsraum ausbilden. Eine gleichmäßige kontinuierliche
Strömung wäre nicht zu realisieren. Der über dem Rohrstutzen 5 angebrachte Deckel
7 verhindert, daß Schmutz in den Rohrstutzen 5 fällt oder daß zu viel Luft angesaugt
wird. Durch die Überlauföffnungen 13 wird eine geringe Menge Luft angesogen, die ausreicht,
ein Vakuum zu verhindern.
[0020] Ist die Einlauföffnung 11 z.B. mit Laub verstopft, staut sich das Wasser auf dem
Flachdach und fließt dann über den Tellerrand 8 in die Überlauföffnungen 13 und von
dort durch die Tellermulde 9 und die Bodenöffnung 10 in den Rohrstutzen 5. Die Überlauföffnungen
13 sind nun mit Wasser gefüllt, so daß kein Druckausgleich mehr stattfindet. Dadurch
wird die in dem Kanal 12 befindliche Luft von der Strömung abgesaugt, so daß sich
in dem Kanal 12 ein Unterdruck bildet, der den Schmutz von der Einlauföffnung 11 in
den Rohrstutzen 5 zieht, und somit die Einlauföffnung 11 wieder benutzbar macht.
1. Dachentwässerungsvorrichtung (1) für ein Flachdach mit einem Einlauftrichter (2),
der einen in einen Rohrstutzen (5) einmündenden Trichterteil (4) aufweist, und einer
den Einlauftrichter (2) überdeckenden, über dem Flachdach angeordneten Abdeckvorrichtung
(3), wobei zwischen dem Einlauftrichter (2) und der Abdeckvorrichtung (3) ein ringförmiger
Einlauf (11) gebildet ist, der sich nach innen in einen Kanal (12), der als trichterförmiger
Ring ausgebildet ist, fortsetzt und wobei die Abdeckvorrichtung (3) einen muldenförmigen
Teller (6) mit Bodenöffnung (10) und einen die Tellermulde (9) im wesentlichen überdeckenden
Deckel (7) aufweist, wobei die Tellermulde (9) in den Trichterteil (4) eintaucht und
von einem umlaufenden Tellerrand (8) umgeben ist.
2. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterseite
der Tellermulde (9) im wesentlichen parallel zu der Oberseite des Trichterteils (4)
verläuft.
3. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
sich zwischen dem Rand des Deckels (7) und dem Tellerrand (8) oder im Deckel (7) mindestens
eine als Überlauf dienende Öffnung (13) befindet.
4. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bodenöffnung (10) des Tellers (6) im wesentlichen den gleichen Durchmesser
hat wie der Rohrstutzen (5).
5. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet,
daß der obere Durchmesser der Tellermulde (9) das Dreifache bis Vierfache des Durchmessers
des Rohrstutzens (5) beträgt.
6. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (7) in der Ebene des Tellerrandes (8) angeordnet ist.
7. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Querschnittsfläche des Rohrstutzens (5) im wesentlichen dem Eintrittsquerschnitt
zwischen Tellerrand (8) und Oberseite des Einlauftrichters (2) am Umfang des Tellerrandes
entspricht.
8. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Tiefe der Tellermulde (9) im wesentlichen gleich der Tiefe des Trichterteils
(4) ist.
9. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet,
daß der vertikale Abstand des Tellers (6) von dem Einlauftrichter (2) an allen Stellen
zwischen 10 und 20 mm beträgt.