[0001] Die folgende Erfindung betrifft die Kombination aus Flügel- und Blendrahmen eines
Fensters/einer Tür nach Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Derartige Kombination ist bekannt aus EP 0 761 920 A2 und zeichnet sich im wesentlichen
dadurch aus, daß der Flügelrahmen gegenüber dem Blendrahmen längs einer Achse beweglich
angeschlagen ist, wobei der im Falzluftbereich zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen
angeordnete Fensterbeschlag den Flügelrahmen entweder verschließt (=Verschlußstellung)
oder den Verschluß öffnet (=Freigabestellung), so daß der Flügelrahmen geöffnet werden
kann. Hierzu ist es allgemein bekannt, den Beschlag in einer Beschlagnut des Flügelrahmens
zu führen. Der Beschlag trägt die Verschlußbolzen welche in im Blendrahmen befestigte
Verriegelungsstücke einfahren, sobald der Beschlag in die Verschlußstellung gebracht
ist.
[0003] Genausogut ist es möglich, daß der Beschlag in einer Beschlagnut des Blendrahmens
geführt wird und daß die Verriegelungsstücke für diesen Fall am Flügelrahmen vorgesehen
sind.
[0004] Derartige Fenster/Türen bestehen üblicherweise aus Kunststoffhohlprofilen, die den
Vorteil einer preiswerten Serienfertigung bieten. Derartige Serienfertigung macht
es jedoch notwendig, daß relativ große Toleranzen zwischen den Innenabmessungen des
Blendrahmens und den Außenabmessungen des Flügelrahmens notwendig sind. Diese Toleranzen
dienen unter anderem dazu, das unterschiedliche Wärmeausdehnungsverhalten zwischen
Flügelrahmen und Blendrahmen auszugleichen. Während nämlich der Blendrahmen im Mauerwerk
gefesselt ist, ist der Flügelrahmen frei ausdehnbar. Auch für den ungünstigsten Fall
muß Klemmung zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen unbedingt vermieden werden.
[0005] Andrerseits ist man natürlich bestrebt, diese Toleranzen möglichst klein zu halten
und gesonderte Führungselemente zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen vorzusehen,
um trotz der Toleranzforderungen möglichst genaue Passungen zu erzielen. Hierzu sind
beispielsweise Auflaufböcke bekannt, welche der Überbrückung der Toleranzen dienen
und zu diesem Zweck beim Verschließen des Fensterflügels eine präzise Führung zwischen
Flügelrahmen und Blendrahmen übernehmen.
[0006] Derartige Auflaufböcke sind zwar bei herkömmlichen Fenstern durchaus geeignet Führungsaufgaben
zu übernehmen, bei Rundbogenfenstern jedoch lassen sich diese Auflaufböcke praktisch
nicht verwenden, da die exakte Positionierung nicht möglich ist.
[0007] Es ist deshalb Aufgabe dieser Erfindung, die bekannte Kombination aus Fügelrahmen
und Blendrahmen von Fenstern/Türen so weiterzubilden, daß unabhängig von der Richtung
der Rahmenholme des Blendrahmens und des Flügelrahmens ein formschlüssiger horizontaler
und vertikaler Rundumverbund zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen entsteht. Die Lösung
dieser Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen von Anspruch 1.
[0008] Aus der Erfindung ergibt sich der Vorteil, daß eine derart ausgestaltete Tür/ein
derart ausgestaltetes Fenster eine erhöhte Aufbruchsicherheit bietet.
[0009] Dieser Vorteil wird dadurch erreicht, daß im Falzluftbereich zwischen Flügelrahmen
und Blendrahmen toleranzüberbrückende und von der Bewegung des Beschlags in und außer
Eingriff zu bringende Paare von Verschlußkeilen vorgesehen werden, die in der Freigabestellung
gegenseitig behinderungsfrei aneinander vorbeilaufen und die in der Verschlußstellung
einen formschlüssigen Verbund zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen herstellen.
[0010] Dabei kann die Anzahl der Paare von Verschlußkeilen in Abhängigkeit der Fenstergröße
vorgegeben werden. Überlicherweise genügt es, an jedem Rahmenschenkel zwischen 1 und
3 Paaren von Verschlußkeilen vorzusehen.
[0011] Auf diese Weise wird eine Relativbewegung zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen bei
geschlossenem Fenster zuverlässig unterbunden, weil die Paare der Verschlußkeile eine
durchgehende starre Verbindung zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen schaffen.
[0012] Auch unter äußerster Gewalteinwirkung mit üblichen Hebelwerkzeugen (z.B. Schraubenzieher)
hält der formschlüssige Verbund zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen, so daß der
Eingriff zwischen Verschlußbolzen und Verriegelungsstücken nicht beeinträchtigt werden
kann.
[0013] Um nämlich diesen Eingriff durch äußere Gewalt lösen zu können, muß der Flügelrahmen
gegenüber dem Blendrahmen eine gewisse Relativbewegung ausführen können, was durch
die formschlüssig eingreifenden Verschlußkeilpaare in der Verschlußstellung des Beschlags
zuverlässig unterbunden wird.
[0014] Dabei kommt es für die Erfindung lediglich darauf an, daß sich die beteiligten Keilflächen
in der Verschlußstellung unmittelbar gegenüberliegen. Ein gewisser Luftspalt zwischen
den beiden Keilflächen ist durchaus zulässig. Der Luftspalt kann z.B. 1-2 mm betragen.
Wichtig ist, daß der Flügelrahmen gegenüber dem Blendrahmen eine auf diesen Luftspalt
begrenzte Relativbewegung ausführen kann, daß diese Relativbewegung allerdings durch
formschlüssige Anlage der Keilflächen begrenzt bleibt.
[0015] Will man erreichen, daß sich die beteiligten Keilflächen in der Verschlußstellung
praktisch formschlüssig gegenüberliegen, so kann dies zum einen durch millimetergenaue
Positionierung der Verschlußkeile relativ zueinander erzielt werden, zum anderen bietet
sich eine Weiterbildung an, bei welcher wenigstens einer der Verschlußkeile längsverschieblich
gelagert ist, so daß er sich beim Verfahren des Beschlags in die Verschlußstellung
relativ zum anderen Verschlußkeil nicht mehr bewegt. Der Beschlag mit den Verschlußbolzen
wird sozusagen relativ zu den Verschlußkeilen mit diesen vorbeigefahren (1.Varinate)
bzw. an diesen vorbeigefahren (2.Variante).
[0016] Da die Kraftübertragung zwischen den beiden Verschlußkeilen allein auf Druckkräfte
abstellt, lassen sich die Verschlußkeile einfach auf ihre Montageunterlage aufsetzen.
Die Montageunterlage ist entweder die Treibstange oder die Stulpschiene des Beschlags
bzw. die entsprechende Auflagefläche des Blendrahmens.
[0017] Für den Fall längsverschieblicher Verschlußkeile wird zusätzlich vorgeschlagen, diese
mittels Federkraft in eine Endposition auf Anschlag zu halten, in welcher sie in formschlüssigem
Kontakt mit dem jeweils anderen Verschlußkeil geraten. Beim Auseinanderfahren der
Verschlußkeile zum Öffnen des Fensters/der Tür wird somit ein genau definierter Trennpunkt
zwischen den beiderseitigen Verschlußkeilen erzeugt.
[0018] Dies wird dadurch erzielt, daß der längsbeweglich geführte Verschlußkeil beim Auseinanderfahren
der beiden Verschlußkeile plötzlich gegen den Anschlag läuft. In dieser Position wird
er gestoppt während der zweite Verschlußkeil weitergefahren wird. Dabei trennen sich
die korrespondierenden Keilflächen und der Fensterflügel kann geöffnet werden.
[0019] Eine zusätzliche Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die Verschlußkeile auf
ihren sich zugewandten Keilflächen in Längsrichtung verlaufende Nut-Feder-Kombination
aufweisen. Auf diese Weise wird eine zweidimensionale Fesselung zwischen Flügelrahmen
und Blendrahmen erzielt, wobei die ineinandergreifende Nut-Feder-Kombination gewaltsam
eingeleitete Querbewegungen des Flügelrahmens abfängt und in den bauseits festgedübelten
Blendrahmen überträgt.
[0020] Die Verschlußkeile nach dieser Erfindung können als preiswerte Einzelteile gefertigt
werden. Da die Verschlußkeile im wesentlichen nur Druckkräfte aushalten müssen, können
sie aus einfachen Kunststoffspritzteilen bestehen, welche in einfacher Weise gegenüber
dem Beschlag bzw. dem korrespondierenden Rahmenholm festgenietet sein können.
[0021] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig.1
- eine typische Einbausituation, bestehend aus Flügelrahmen und Blendrahmen eines Fensters/einer
Tür,
- Fig.2a
- ein erstes Ausführungsbeispiel für längsverschieblich gelagerten Verschlußkeil,
- Fig.2b
- ein weiteres Ausführungsbeispiel für längsverschieblich gelagerten Verschlußkeil,
- Fig.3
- ein Ausführungsbeispiel für ein Verschlußkeilpaar mit Nut-Feder-Kombination.
[0022] Sofern im folgenden nichts anderes gesagt ist, gilt die folgende Beschreibung stets
für alle Figuren.
[0023] Die Figuren, insbesondere Fig. 1, zeigt ein Fenster 1, bestehend aus Flügelrahmen
2 und Blendrahmen 3. Der innen befindliche Flügelrahmen ist so aufgeschnitten, daß
der Beschlag 5 zu sehen ist, der sich im Falzluftbereich 4 zwischen Flügelrahmen 2
und Blendrahmen 3 befindet und dort in Längsrichtung zwischen einer Verschlußstellung
13 und einer Freigabestellung 14 beweglich ist.
[0024] Von dem Beschlag 5 ist lediglich die Treibstange 6 gezeigt. Üblicherweise weisen
derartige Beschläge auch eine Stulpschiene auf, welche der Festlegung der Treibstange
6 in einer hierzu vorgesehenen Beschlagnut dient. Für das Verständnis der Erfindung
kommt es jedoch hierauf nicht an.
[0025] Die Treibstange 6 ist mit Verschlußbolzen 7 versehen. Die Verschlußbolzen sind mit
der Bewegung der Treibstange unmittelbar und direkt gekoppelt. Die Verschlußbolzen
7 fahren in Verriegelungsstücke 8 ein, die im gezeigten Fall bezüglich des umgebenden
Blendrahmens fest angeordnet sind.
[0026] Um den Beschlag 5 in Bewegung zu versetzen dient ein Getriebe 9. Das Getriebe 9 weist
ein Zahnrad 10 auf, dessen Innenvierkant 11 mit dem Fenstergriff/dem Türgriff gekoppelt
wird. Durch Verdrehen des Fenstergriffs/Türgriffs wird das Zahnrad 10 in Bewegung
versetzt und treibt dabei die starr mit der Treibstange 6 verbundene Zahnstange 12
an.
[0027] Die zugeordnete vertikale Treibstange 6 des Beschlags 5 wird dadurch in vertikale
Auf- und Abwärtsbewegung versetzt. Zur Kopplung dieser Bewegung sind die reihum angeordneten
Treibstangen 6 über sogenannte Eckumlenkungen 15 miteinander gekoppelt. Diesbezüglich
wird auf den Stand der Technik verwiesen (siehe z.B. Prospekt Firma Pax).
[0028] Es entsteht also im Falzluftbereich 4 zwischen Flügelrahmen 2 und Blendrahmen 3 eine
miteinander gekoppelte Kette aus Treibstangen 6, die zusammen entweder nur im Uhrzeigersinn
oder gegen den Uhrzeigersinn gefahren werden.
[0029] Dabei werden die Verschlußbolzen 7 entweder in Verschlußstellung 13 zu den Verriegelungsstücken
8 gebracht oder in Freigabestellung 14, so daß der Flügelrahmen 2 dann geöffnet werden
kann.
[0030] Wesentlich ist nun, daß im Bereich der Falzluft 4 zwischen Flügelrahmen 2 und Blendrahmen
3 zumindest ein Paar von Verschlußkeilen 16,17 vorgesehen ist, die sich in der Verschlußstellung
13 mit ihren Keilflächen unmittelbar gegenüberliegen.
[0031] Wie aus der gestrichelten Darstellung ersichtlich ist, fahren die sich in der Verschlußstellung
unmittelbar gegenüberliegenden Keilflächen bis zum Erreichen der Freigabestellung
14 des Beschlags 5 so auseinander, daß diese gegenseitig behinderungsfrei sind.
[0032] Von jedem Paar ist einer der Verschlußkeile mit der Treibstange 6 des Beschlags 5
verbunden. Dieser Verschlußkeil 16 führt daher eine der Treibstangenbewegung identische
Bewegung aus. Der andere der Verschlußkeile 17 ist hier mit dem Blendrahmen 3 fest
verbunden und am Blendrahmen so positioniert, daß er mit seiner Keilfläche dem anderen
Verschlußkeil 16 unmittelbar gegenüberliegt, sobald die Verschlußstellung 13 erreicht
worden ist.
[0033] Dabei korrespondieren die beiden Verschlußkeile derart, daß die Keilfläche des einen
Verschlußkeils, der bezüglich des Beschlags 5 unabhängig ist (hier Verschlußkeil 17)
in Richtung zur Verschlußstellung 13 ansteigt und daß die Keilfläche des mit der Treibstange
6 des Beschlags 5 verbunden Verschlußkeils (hier Verschlußkeil 16) entgegen der Richtung
zur Verschlußstellung 13 ebenfalls ansteigt.
[0034] Auf diese Weise läßt sich das Paar von Verschlußkeilen 16,17 bei Bewegung der Treibstange
6 in Richtung zur Verschlußstellung 13 zusammenfahren und in Gegenrichtung trennen.
Zusätzlich ist gezeigt, daß hier an jedem Rahmenholm jeweils nur ein einziges Paar
von Verschlußkeilen vorgesehen ist.
[0035] Zweckmäßigerweise ist jedoch eine Anordnung bevorzugt, wo jedes Paar von Verschlußkeilen
praktisch gegenüberliegend zu einer Schließpaarung, bestehend aus Verschlußbolzen
7 und Verriegelungsstück 8 angeordnet wird.
[0036] Auf diese Weise läßt sich mit geringsten Hebelarmen ein Aufreißen des Eingriffs zwischen
Verschlußbolzen 7 und Verriegelungsstück 8 über die gegenüberliegende Abstützung der
Verschlußkeile 16,17 zuverlässig verhindern.
[0037] Die Relativpositionierung der zugeordneten Verschlußkeile kann dabei berücksichtigen,
daß sie in ihre Formschlußstellung praktisch mit der Einnahme der Verschlußstellung
13 der Treibstange 6 geraten.
[0038] Hierbei ist allerdings eine milimetergenaue Positionierung des am Blendrahmen 3 angeschlagenen
Verschlußkeils 17 notwendig, da der mit der Treibstange verbundene Verschlußkeil 16
praktisch unverrückbar fest mit dieser vernietet ist.
[0039] Eine andere Möglichkeit, um formschlüssige Anlage der beiden Verschlußkeile in der
Verschlußstellung der Treibstange zu erreichen, liegt darin, daß von den Verschlußkeilen
16, 17 wenigstens einer aus einer vorgegebenen Position 19 entlang eines Wegstücks
längsverschieblich gelagert ist, welches zumindest so groß ist, daß dieser Verschlußkeil
17 bzw. 16 (siehe Fig. 2a bzw. Fig. 2b) ab der formschlüssigen Anlage seiner Keilfläche
an der Keilfläche des anderen Verschlußkeils (=Formschlußstellung) relativ zu diesem
stehenbleibt, bis die Treibstange 6 die Verschlußstellung 13 erreicht hat.
[0040] Gemäß Fig.2a läßt sich dies dadurch erreichen, daß der blendrahmenseitige Verschlußkeil
17 dort an einem Linearlager 18 gelagert ist und in einer Anschlagposition 19 gehalten
wird, in welcher er den ankommenden Verschlußkeil 16, welcher mit der Treibstange
6 verbunden ist, erwartet.
[0041] Sobald die beiden Verschlußkeile 16,17 in formschlüssige gegenseitige Anlage geraten,
bewegen sich diese zusammen mit der Treibstange 6 mit, bis diese in die Verschlußstellung
13 gebracht wurden.
[0042] Sinngemäß gilt dies auch für die Ausführungsform gemäß Fig. 2b, wo der längsverschieblich
gelagerte Verschlußkeil 16 an der Treibstange 6 sitzt.
[0043] Zusätzlich ist gezeigt, daß der längsverschiebliche Verschlußkeil 17 bzw. 16 jeweils
unter Einfluß einer Rückstellfeder 20 in Anschlagposition 19 steht, solange der betreffende
Verschlußkeil außerhalb des formschlüssigen Eingriffs mit seinem Partner ist.
[0044] Während in Fig. 2a das lineare Lager 18 aus einer Wälzkörperlagerung 21 besteht,
mit dem Vorteil weitestgehender Reibungsfreiheit und Verschleißvermeidung, ist im
Falle der Fig. 2b ein Gleitlager 22 vorgesehen. Derartiges Gleitlager 22 besteht aus
einer auf der Unterseite des Verschlußkeils 16 vorgesehenen Auflagefläche 23, die
auf der Oberfläche des zugeordneten Beschlags 5 gleitet. Der Verschlußkeil 16 durchsetzt
die Treibstange mit einem Führungssteg 24, der durch den hierfür vorgesehenen Längsschlitz
25 der Treibstangen hindurchgeht und der sich hinter der Treibstange 6 mit einer Erweiterung
26 verhakt, um Herausfallen des Verschlußkeils 16 zu vermeiden.
[0045] In Ergänzung zum bisher Gesagten, ist es auch möglich, beide Verschlußkeile jeweils
längsverschieblich zu lagern, was einer Kombination aus den Fig. 2a und 2b entsprechen
wurde.
[0046] Wie ergänzend Fig.3 zeigt, können die Verschlußkeile 16, 17 auf ihren sich zugewandten
Keilflächen eine in Längsrichtung verlaufende Nut-Feder-Kombination 27;28 aufweisen.
Hierzu wird einer der Verschlußkeile (z.B.16) mit einer Nut 27 versehen, in welche
Nut 27 eine zugeordnete Feder 28 des anderen Verschlußkeils 17 eingreift. Auf diese
Weise wird eine zweidimensionale Festlegung der im Formschluß befindlichen Verschlußkeile
16,17 erzielt, so daß nicht nur das relative Bewegungsspiel zwischen Flügelrahmen
2 und Blendrahmen 3 überbrückt wird, sondern auch zusätzlich eine gewaltsam eingeleitete
Querbewegung des Flügelrahmens sicher abgefangen wird.
[0047] Eine weitere Verminderung der noch verbleibenden Freiheitsgrade läßt sich dadurch
erzielen, daß die Nut-Feder-Kombination schwalbenschwanzartig hintergriffen ist. Auf
diese Weise wird zusätzlich zu den hintergreifenden Verschlußbolzen 7 auch eine Auszugsicherung
der im formschlüssigen Eingriff befindlichen Verschlußkeile 16,17 erzielt. Damit wird
folglich auch ein Auseinanderziehen der Verschlußkeilpaare 16,17 verhindert.
[0048] Zur Überbrückung der naturgemäß zu berücksichtigenden Toleranzen kann zusätzlich
vorgesehen sein, daß die Nut-Feder-Kombination in Einfahrrichtung 31 konvergierend
zusammenläuft. Bei der Einfahrbewegung 31 trifft daher die vorauslaufende schmale
Seite der Feder 28 auf die vorauslaufend angefahrene breitere Öffnung der Nut 27.
Mit zunehmender Einfahrtiefe geraten die beteiligten Seitenwände zwischen Nut 27 und
Feder 28 zunehmend aneinander bis letzlich im Idealfall eine formschlüssige seitliche
Anlage zwischen Nut und Feder bei vollständiger Einfahrtiefe zustande kommt.
[0049] Von besonderem Vorteil ist die Tatsache, daß diese Paare von Verschlußkeilen 16,17
praktisch auch Schließstellen zwischen Flügelrahmen und Blendrahmen bilden, so daß
diese Paare 16,17 prinzipiell auch anstelle von Verschlußbolzen 7 und Verriegelungsstück
8 eingesetzt werden können.
Bezugszeichenaufstellung:
[0050]
- 1
- Fenster
- 2
- Flügelrahmen
- 3
- Blendrahmen
- 4
- Falzluft
- 5
- Beschlag
- 6
- Treibstange
- 7
- Verschlußbolzen
- 8
- Verriegelungsstück
- 9
- Getriebe
- 10
- Zahnrad
- 11
- Innenvierkant
- 12
- Zahnstange
- 13
- Verschlußstellung
- 14
- Freigabestellung
- 15
- Eckumlenkung
- 16
- Verschlußkeil
- 17
- Verschlußkeil
- 18
- Linearlager
- 19
- Anschlagposition
- 20
- Rückstellfeder
- 21
- Wälzkörperlager
- 22
- Gleitlager
- 23
- Auflagefläche
- 24
- Führungssteg
- 25
- Längsschlitz
- 26
- Stegerweiterung
- 27
- Nut
- 28
- Feder
- 31
- Einfahrrichtung
1. Kombination aus Flügelrahmen (2) und Blendrahmen (3) eines Fensters/einer Tür (1)
mit einem dazwischenliegenden Falzluftbereich (4) und am Flügelrahmen (2) oder am
Blendrahmen (3) angeordnetem Beschlag (5) dessen Treibstange (6) in Rahmenlängsrichtung
zwischen Verschlußstellung (29) und Freigabestellung (30) verschiebbar ist, wobei
die Treibstange (6) den/die verfahrbaren Schließpartner aus Verschlußbolzen (7) und
Verrieglungsstücken (8) trägt und der/die andere(n) Schließpartner ortsfest korrespondierend
am Blendrahmen (3) oder am Flügelrahmen (2) angebracht ist/sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
1.0 im Falzluftbereich (4) zwischen Flügelrahmen (2) und Blendrahmen (3) zumindest
ein Paar von Verschlußkeilen (16,17) vorgesehen ist, von denen
1.1 der eine Verschlußkeil (17) am Blendrahmen (3) oder am Flügelrahmen (2) unabhängig
vom Beschlag (5) angeordnet und der andere Verschlußkeil (16) mit der Treibstange
(6) des Beschlags verbunden ist, wobei
1.2 die Keilfläche des vom Beschlag unabhängigen Verschlußkeils (17) in Richtung zur
Verschlußstellung (13) und die Keilfläche des mit der Treibstange (6) des Beschlags
(5) verbundenen Verschlußkeils (16) entgegen der Richtung zur Verschlußstellung (13)
jeweils ansteigt und wobei
1.3 sich die Keilflächen in der Verschlußstellung (13) unmittelbar gegenüberliegen.
2. Kombination nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Keilflächen in der Verschlußstellung (13) der Treibstange (6) praktisch
formschlüssig gegenüberliegen.
3. Kombination nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußkeile (16,17) in Längsrichtung der Treibstange (6) relativ zueinander
so positioniert sind und daß sie mit der Einnahme der Verschlußstellung (13) der Treibstange
(6) in ihre Formschlußstellung kommen.
4. Kombination nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß von Verschlußkeilen (16; 17) wenigstens einer aus vorgegebener Position (19)
entlang eines Wegstücks längsverschieblich gelagert ist, welches zumindest so groß
ist, daß dieser Verschlußkeil (16,17) ab der formschlüssigen Anlage seiner Keilfläche
an der Keilfläche des anderen Verschlußkeils (=Formschlußstellung) relativ zu diesem
stehen bleibt, bis die Treibstange (6) die Verschlußstellung (13) erreicht hat.
5. Kombination nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder längsverschiebliche Verschlußkeil (17,16) von einer Rückstellfeder (20)
in die vorgebene Position (19) gedrückt wird, wo beide Verschlußkeile (16,17) in Formschlußstellung
geraten.
6. Kombination nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerung als Gleitlager (22) ausgebildet ist.
7. Kombination nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußkeile (16,17) auf ihren sich zugewandten Keilflächen eine in Längsrichtung
verlaufende Nut-Feder-Kombination (27,28) aufweisen.
8. Kombination nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut-Feder-Kombination (27,28) schwalbenschwanzartig hintergriffen ist.
9. Kombination nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut-Feder-Kombination in Einfahrrichtung (31) konvergierend zusammenläuft.
10. Kombination nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließpartner, bestehend aus Verschlußbolzen (7) und Verriegelungsstück
(8) gebildet werden von jeweils einem Paar von Verschlußkeilen (16, 17), die in der
Verschlußstellung zumindest teilweise nach Art einer Nut-Feder-Kombination hintergreifen.
11. Kombination nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußkeile (16,17) aus Kunststoffspritzguß gefertigt sind.