[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von
Gittermasten mit Eckstielen und Schrägstreben, insbesondere von Stahlgittermasten,
wie zum Beispiel Hochspannungsfreileitungsmasten, sowie eine Vorrichtung für die Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Es ist bekannt, daß nach geltenden Vorschriften, insbesondere zur Unfallverhütung,
Personen beim Besteigen von Gittermasten zu deren Errichtung und/oder Reparatur, insbesondere
von Hochspannungsfreileitungsmasten, sich gegen Absturz sichern müssen. Hierzu ist
erforderlich, daß diese Personen, ähnlich der Absicherung von Bergsteigern so gesichert
sind, daß im Schadensfall keine unzulässige Falltiefe auftritt.
[0003] Hierzu ist beispielsweise bekannt, eine Sicherungsleine mitzuführen und in Schlaufen,
die am Mast im engen vertikalen Abstand anzulegen sind und die nach erfolgter Durchführung
der vorgesehenen Besteigung wieder entfernt werden, hindurchzuführen, um so eine ausreichende
Verbindung der den Mast besteigenden Personen und dem Mast herzustellen.
[0004] Statt dessen können auch Haken oder ähnliche Haltemittel, die unlösbar mit dem Mast
verbunden sind, vorgesehen sein, an welchen die Sicherungsleine geführt ist. Allen
bekannten Sicherungsmöglichkeiten gemein sind die umständliche Handhabung im praktischen
Einsatz beziehungsweise der hohe Hersteilaufwand.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung ein Verfahren
der eingangs genannten Art zur Personensicherung beim Besteigen von Gittermasten sowie
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens anzugeben, welche einfach handhabbar
und mit geringem Aufwand einsetzbar sind.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Patentansprüche 1 und 4 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0007] Dementsprechend ist das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet, daß die
jeweilige Person an einer über ihr befindlichen Schrägstrebe nahe dem Eckstiel eine
hakenförmige Vorrichtung anbringt, welche mittels einer Sicherungsleine mit der Person
verbunden ist, daß die Person derart gesichert am Eckstiel aufsteigt und nach Erreichen
der Schrägstrebe, an welcher die Vorrichtung angebracht ist, die Vorrichtung abnimmt
und an einer weiteren über ihr befindlichen Schrägstrebe anbringt, daß die Person
derart gesichert weiter aufsteigt, bis sie die vorgesehene Masthöhe erreicht hat,
und daß nach Erreichen der vorgesehenen Masthöhe die Person die Verbindung mit der
Sicherungsleine löst und eine andere Sicherungseinrichtung benutzt, welche der betreffenden
Masthöhe zugeordnet ist.
[0008] In zweckmäßiger Weiterbildung dieses Verfahrens ist ferner vorgesehen, daß die Person
die hakenförmige Vorrichtung jeweils an einer Schrägstrebe anbringt, die sich wenigstens
eine Armeslänge oberhalb der Person befindet, wobei die hakenförmige Vorrichtung vorteilhafterweise
an die betreffende Schrägstrebe angehängt wird.
[0009] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des vorstehend angegebenen Verfahrens
zeichnet sich dadurch aus, daß sie hakenförmig ausgebildet ist mit zwei zueinander
schräg- oder gleichlaufenden Schenkeln, von denen einer wenigstens die fünffache Länge
des anderen Schenkels aufweist, ähnlich einem Spazierstock. Dabei ist an wenigstens
einem der beiden Schenkel eine Sperrvorrichtung angebracht, welche das unbeabsichtigte
Lösen der Vorrichtung von der betreffenden Schrägstrebe verhindert, an welcher die
Vorrichtung jeweils angebracht ist, wobei die Sicherungsleine an der Vorrichtung geführt
ist.
[0010] Vorteilhafterweise ist die hakenförmige Vorrichtung entsprechend einer bevorzugten
Ausführungsform U-förmig ausgebildet ist mit zwei zu einander etwa parallelen Schenkeln
und mit einem die Enden der Schenkel zum offenen U verbindenden Quersteg, der vorzugsweise
bogenförmig ausgebildet ist, sowie mit einem Sperrteil, welches in Ruhelage quer zu
den Schenkeln angeordnet ist und diese miteinander verbindet und so das offene U zu
einer geschlossenen Öse umbildet, wobei durch Verlagern des Sperrteils das U geöffnet
ist. An Stelle der U-Form kann aber ebenso vorteilhaft die V-Form vorgesehen sein,
welche ebenfalls mittels eines entsprechend angebrachten Sperrteils eine Dreieck-Öse
bildet.
[0011] Entsprechend einer Weiterbildung der Erfindung kann das Sperrteil am längeren der
beiden Schenkel angebracht sein, während gemäß einer anderen Weiterbildung das Sperrteil
am kürzeren der beiden Schenkel angebracht ist.
[0012] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß das Sperrteil schwenkbar
ausgebildet ist und daß die Schwenkachse des Sperrteils quer zu den Längsachsen der
beiden Schenkel verläuft, wobei günstigerweise die Schwenkachse des Sperrteils achsparallel
zu den Längsachsen der beiden Schenkel verläuft.
[0013] Vorteilhafterweise kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung zur Führung des Sperrteils
ein Schwenkgelenk vorgesehen sein, welches einen der beiden Schenkel konzentrisch
umfaßt, und daß das Sperrteil in einer quer zu den Längsachsen der beiden Schenkel
aufgespannten Ebene schwenkbar ist. Dabei kann zusätzlich für das an einem der beiden
Schenkel angelenkte Sperrteil am anderen Schenkel eine Aufnahme vorgesehen sein.
[0014] Ein andere Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet,
daß das Sperrteil als quer zu den Längsachsen der Schenkel verschieblicher Steg ausgebildet
ist, der translatorisch von einer Öffnungsstellung in eine Schließstellung bewegbar
ist.
[0015] Eine weitere günstige Ausgestaltung sieht für das an einem der beiden Schenke angebrachte
Sperrteil eine Öffnungssicherung vor, welche das Sperrteil gegen ungewolltes Öffnen
sichert. Diese Öffnungssicherung ist vorteilhafterweise fernbetätigbar, wobei eine
einfache Lösung hierzu eine Betätigungsleine vorsieht.
[0016] Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der mit einer Öffnungssicherung versehen
Vorrichtung sieht vor, daß diese als quer zum Sperrteil angeordneter, in den Öffnungsweg
des Sperrteils schwenkbar eingreifender Steg mit einer Nut ausgebildet ist, welche
Nut das Sperrteil an drei Seiten umgreift, daß die Nutbreite höchstens 20% größer
ist als die Breite des darin eingreifenden Sperrteils, so daß sich im gesicherten
Zustand das Sperrteil an die Nutflanken anlegt und hierdurch eine Selbsthemmung auftritt.
Vorteilhafterweise kann das Sperrteil ebenfalls mit einer Nut versehen sein, in welche
die Öffnungssicherung eingreift.
[0017] Ferner kann für die erfindungsgemäß an der Vorrichtung geführte Sicherungsleine eine
Öse an einem der beiden Schenkel vorgesehen sein, durch welche die Sicherungsleine
hindurchgeführt ist.
[0018] Zweckmäßigerweise besteht die erfindungsgemäße Vorrichtung aus Material mit ausreichender
Festigkeit, wie zum Beispiel Metall oder aus faserverstärktem Kunststoff. Die metallische
Vorrichtung ist hierbei entweder ganz oder teilweise aus Stahl gebildet. An Stelle
von Stahl kann aber auch vorgesehen sein, daß die Vorrichtung aus Leichtmetall, vorzugsweise
aus einer Aluminiumlegierung, gebildet ist.
[0019] Unabhängig von dem für die erfindungsgemäße Vorrichtung vorgesehenen Material, kann
sie aus einem Hohlprofil und/oder aus einem Flachprofil gefertigt sein, wobei vorteilhafterweise
die Länge des längeren Schenkels der Vorrichtung Wenigstens 1 m beträgt.
[0020] Eine weitere Besonderheit besteht darin, daß gemäß einer Weiterbildung die Aufnahme
für das Sperrteil und die Öffnungssicherung zusammenwirken, indem sie das ungewollte
Öffnen des Sperrteils formschlüssig blockieren.
[0021] Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0022] Anhand eines in der schematischen Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels sollen
die Erfindung, vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen sowie besondere Vorteile
der Erfindung näher erläutert und beschrieben werden.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- den hakenförmig ausgebildeten oberen Bereich einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in Seitenansicht;
- Fig. 2
- eine Schnittansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1 entlang Schnittlinie A-A;
- Fig. 3
- eine Teilansicht 'B' der Vorrichtung gemäß Fig. 1 von der Seite;
- Fig. 4
- den hakenförmig ausgebildeten oberen Bereich einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in Seitenansicht;
- Fig. 5
- eine Schnittansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 4 entlang Schnittlinie D-D;
- Fig. 6
- eine Schnittansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 4 entlang Schnittlinie E-E;
- Fig. 7
- eine Teilansicht 'F' der Vorrichtung gemäß Fig. 4 von der Seite;
- Fig. 8
- den hakenförmig ausgebildeten oberen Bereich einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in Seitenansicht.
[0024] In Fig. 1 ist eine Vorrichtung 10 mit einem U-förmig gebogenen Endstück 12 mit einem
längeren Schenkel 14, einem kürzeren Schenkel 16 und einem gebogenen Quersteg 18 dargestellt,
welche Vorrichtung 10 in dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel an einem im Querschnitt
dargestellten Stabprofil einer Schrägstrebe 20 eines damit versehenen, hier nicht
näher dargestellten Hochspannungsfreileitungsmastes angehängt ist. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung 10 kann, wie in Fig. 1 gezeigt, zweiteilig ausgebildet sein und aus dem
gezeigten Endstück 12 und einer nicht gezeigten stabartigen Verlängerung bestehen,
die am längeren Schenkel 14 des U-förmigen Endstücks 12 anschließt. Diese zweiteilige
Ausgestaltung der Vorrichtung 10 hat den Vorteil einfacher Handhabung beim Transport
ohne Nachteil für die erforderliche Haltekraft beim praktischen Einsatz.
[0025] Die spazierstockartige Vorrichtung 10 gemäß der Erfindung kann aus Hohl- oder Vollmaterial
gebildet sein, wobei das gewählte Material ausreichend Zug- und Biegefestigkeit aufweisen
muß, um die auftretenden Biegemomente sowie Quer- und Längskräfte aufzunehmen.
[0026] Bei dem in Fig. 1 gezeigten Endstück 12 ist etwa gegenüber dem Ende des kürzeren
Schenkels 16 am längeren Schenkel 14 eine von einem Schwenkhebel gebildete Sperrvorrichtung
22, welcher Schwenkhebel 22 am längeren Schenkel 14 zu diesem parallel verschwenkbar
angelenkt ist.
[0027] Das am längeren Schenkel 14 befindliche Ende des als Sperrvorrichtung dienenden Schwenkhebels
22 ist über den Drehpunkt hinaus verlängert und mit einer Öse versehen, an welcher
Öse ein Betätigungsseil 24 angreift, mittels welchem die Sperrvorrichtung geöffnet
werden kann, indem am Seil gezogen wird und der Schwenkhebel 22 nach oben schwenkt.
[0028] Unterhalb der Anlenkung des Schwenkhebels 22 ist am längeren Schenkel 14 eine Halteöse
26 angeformt, welche eine hier nicht näher gezeigte Sicherungsleine aufnimmt, an welcher
die den Mast besteigende Person gesichert ist.
[0029] Zusätzlich ist eine Öffnungssicherung 28 vorgesehen, welche im Bereich der Anlenkung
des Schwenkhebels um 90° zu diesem in horizontaler Richtung verschwenkt ebenfalls
um eine Achse 29 schwenkbar am längeren Schenkel 14 angelenkt ist. Die Öffnungssicherung
28, welche in der Darstellung in Fig. 2 in genauerem Detail gezeigt ist, beruht darauf,
daß ein weiterer Schwenkhebel 30, der mit einer an das Profil der Sperrvorrichtung
22 angepaßten Nut 32 die Sperrvorrichtung 22 übergreift und hierdurch kraft- und formschlüssig
blockiert. Wird nämlich die Sperrvorrichtung 22 in Öffnungsrichtung betätigt, so wird
hierdurch die von dem Schwenkhebel 30 gebildete Öffnungssicherung mitbetätigt, das
heißt, nach oben verschwenkt, so daß sich die Nutflanken der Nut 32 schräg stellen
und gegen die Sperrvorrichtung drücken. Eine weitere Öffnung der Öffnungssicherung
32 ist nun nicht mehr möglich.
[0030] Erst wenn die Öffnungssicherung 32 wieder entlastet ist, kann mittels einer dritten
Leine 33 die Öffnungssicherung 32 betätigt werden und die Sperrvorrichtung 22 freigegeben
werden.
[0031] Am freien Ende des kürzeren Schenkels 16 des Endstücks 12 ist eine in Fig. 3 gezeigte
Aufnahme 34 für die Sperrvorrichtung 22 in Form eines am Schenkel 16 angeformten kurzen
Kragarms 34 vorgesehen, auf welchem die Sperrvorrichtung in Schließstellung ruht.
[0032] Das Prinzip der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Personensicherung
besteht darin, daß die Person, im folgenden der Steiger, das an einer Verlängerungsstange
befestigte Endstück nach Öffnen der Verriegelung 28 mittels Leine 24 in einen Fachwerkstab
20 des Mastes einhängt. Der Steiger ist dabei bereits mit seinem Sicherungsseil mit
Falldämpfer an der Anschlagöse 26 des sogenannten Steigerhakens 10 befestigt. Unmittelbar
nach dem Einhängen schließt sich die wie ein Fallmesser ausgebildete Sperrvorrichtung
22 durch Eigenlast und fällt mit einem deutlich hörbaren Ton auf die Auffangplatte
34. Sogleich gibt der Steiger das Seil der Verriegelung 28 frei und somit fällt diese
Klappe auf die Sperrvorrichtung 22, wobei die beiden Flansche der Verriegelungsklappe
die Sperrvorrichtung 22 umfassen. In diesem Moment ist das Fallmesser 22 verriegelt
und der Steiger ist gesichert. Er kann ohne die Gefahr eines Absturzes in die Tiefe
mit dem Steigen beginnen. Rutscht er aus irgendwelchen Gründen ab, so fällt er nur
in sein Sicherungsseil, welches an der Öse 26 am Endstück befestigt ist. Der Steiger
muß die geeigneten Anschlagpunkte an der Mastkonstruktion für die Vorrichtung 10 wählen.
Diese müssen der Beanspruchung beim Hineinfallen in das Sicherungsseil standhalten.
[0033] Wird die Vorrichtung beim Steigen unbeabsichtigt nach oben bewegt, so stößt das Fallmesser
22 an den Fachwerkstab 20. Das Fallmesser 22 kann sich folglich nicht öffnen. Stößt
des Fallmesser hingegen an ein Mastbauteil (Fachwerkstab oder Knotenblech), das sich
unter dem Fallmesser 22 befindet, so bewegt sich das Fallmesser 22 nach oben und nimmt
eine leichte Schrägstellung ein. Gleichzeitig erfolgt nun eine Bewegung der Verriegelungsklappe
nach oben. Die nach oben wirkende Kraft des Fallmessers 22 bewirkt eine vertikale
Auflagerkraft in der Achse der Verriegelung 28 und ein horizontales Kräftepaar in
den Wangen der beiden Flanken der Verriegelung 28. Eine weitere Bewegung des Fallmessers
22 nach oben (d. h. eine Entriegelung) ist somit unmöglich. Der Sperrhebel 22 bleibt
verriegelt.
[0034] Ist der Steiger bis zur eingehängten Vorrichtung hochgestiegen, sichert er sich mit
einem Sicherheitsseil über den Leibgurt (Haltegurtfunktion) am Bauwerk (z.B. Masteckstiel),
entriegelt über das Seil 33 der Verriegelung 28 das Fallmesser 22, klappt das Fallmesser
durch Betätigen des Seiles 24 nach oben und hängt die Vorrichtung 10 wie gehabt an
die nächst höhere Anschlagstelle an der Mastkonstruktion. Beim Abstieg geht der Steiger
entsprechend vor.
[0035] In den Fig. 4 bis 7 ist eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
gezeigt, deren Grundprinzip ähnlich der ersten Ausführungsform 10.1 ist, jedoch im
Detail sich gänzlich von dieser unterscheidet. Dabei sind für gleiche Merkmale die
gleichen Bezugszeichen verwendet. An einem gleichartigen Endstück 12.2 ist eine Sperrvorrichtung
36 horizontal verschwenkbar angeordnet, die ebenfalls mittels einer Verriegelung 38
gesichert ist. Das Prinzip der zweiten Ausführungsform besteht darin, daß der Steiger
das an einer Verlängerungsstange befestigte Endstück 12.2 gemäß der zweiten Ausführungsform
der Vorrichtung nach Öffnen einer Verriegelung 36 über einen Seilzug 33 oder über
einen vertikalen Impuls in einen Fachwerkstab 20 des Mastes einhängt. Der Steiger
ist dabei bereits mit seinem Sicherungsseil mit Falldämpfer an der Anschlagöse 26
der Vorrichtung 10.2 befestigt. Das Einhängen erfolgt in der Weise, daß der Steiger
mit der Hand die Verlängerungsstange abrupt dreht und somit dreht sich die als Drehmesser
36 ausgebildete Sperrvorrichtung in einer horizontalen Ebene aus der Hakenebene heraus.
Damit ist die Vorrichtung 10.2 geöffnet und wird von oben her in ein Bauteil des Bauwerkes
12 eingehängt. Die Verriegelung 38 befindet sich in horizontaler Lage. Nun verleiht
der Steiger der Verlängerungsstange einen kurzen Drehimpuls in entgegengesetzter Richtung.
Durch die schräg anlaufende Spitze der Verriegelung 38 wird diese ein Stück angehoben
und fällt sogleich auf das Drehmesser 36 zurück und verriegelt dieses. Somit ist der
Steiger gesichert. Das Drehmesser wird zusätzlich durch eine zweite Sicherung an der
Anschlagstelle am freien Ende des Schenkels 16 gegenüber einem Auflagerring 40 gegen
Öffnen gesichert. Die Sicherung wird dadurch erreicht, daß durch die bewußt gewählte
Differenz zwischen Außendurchmesser Schenkels 14 und dem Innendurchmesser der Drehmesserhülse
42 das Drehmesser 36 eine definierte Schräglage einnimmt, wobei eine bestimmte Bewegungsmöglichkeit
der Spitze des Drehmessers 36 in vertikaler Richtung vorhanden ist. Beim Schließvorgang
des Drehmessers 36 durch den Drehimpuls gleitet das Drehmesser 36 auf dem schräg anlaufenden
Ende einer Zusatzverriegelung und fällt dann in die Aussparung. Das Drehmesser 36
liegt infolge seiner Eigenlast sicher in der Aussparung und kann sich nicht von selbst
öffnen.
[0036] Den Vorgang des Anschlagens des Drehmessers 36 an dem Anschlag 44 kann der Steiger
deutlich hörbar vernehmen. Er kann ohne die Gefahr eines Absturzes in die Tiefe mit
dem Steigen beginnen. Rutscht er aus irgendwelchen Gründen ab, so fällt er nur in
sein Sicherungsseil, weiches an der Vorrichtung 10.2 befestigt ist. Der Steiger muß
die geeigneten Anschlagpunkte an der Mastkonstruktion für die Vorrichtung 10.2 wählen.
Diese müssen der Beanspruchung beim Hineinfallen in das Sicherungsseil standhalten.
[0037] Wird die Vorrichtung 10.2 beim Steigen unbeabsichtigt nach oben bewegt, so stößt
das Drehmesser 36 an den Fachwerkstab 20. Das Drehmesser 36 kann sich infolge der
Lagerung auf dem Auflagerring 40 und der Klemmwirkung der Rohrhülse 42 in Vertikalrichtung
nicht öffnen. Stößt das Drehmesser hingegen an ein Mastbauteil Fachwerkstab oder Knotenblech,
das sich unter dem Drehmesser befindet, so wird das Hochschieben des Drehmessers 36
durch die Lagerlamellen 46 der Achse der Verriegelung 38 und die Klemmwirkung der
Rohrhülse 42 verhindert. Das Drehmesser 36 bleibt verriegelt.
[0038] Ist der Steiger bis zum eingehängten Endstück der Vorrichtung 10.2 hochgestiegen,
sichert er sich mit einem zweiten Sicherungsseil über den Leibgurt (Haltegurtfunktion)
am Bauwerk (z.B. Masteckstiel, entriegelt über das Seil der Verriegelung 38 oder über
den vertikalen Impuls das Drehmesser 36, klappt das Drehmesser 36 durch den beschriebenen
Drehimpuls aus der Hakenebene heraus und hängt die Vorrichtung 10.2 wie gehabt an
die nächst höhere Anschlagstelle an der Mastkonstruktion. Beim Abstieg geht der Steiger
entsprechend umgekehrt vor.
[0039] In Fig. 8 ist eine dritte Ausführungsform 10.3 der erfindungsgemäßen Vorrichtung
dargestellt, bei welcher ähnlich wie bei der ersten Ausführungsform eine Sperrvorrichtung
von einem vertikal schwenkenden Hebel 48 gebildet ist, der jedoch an dem freien Ende
des kürzeren Schenkels 16 des Endstücks 12.3 angelenkt ist, und demgemäß dorthin schwenkt.
[0040] Die als Pendelklappe 48 ausgebildete Sperrvorrichtung 48 hat eine Schließstellung,
die in Fig. 8 gezeigt ist, und eine Offenstellung, bei welcher er senkrecht auf der
nach außen weisenden Seite des kürzeren Schenkels 16 mittels eines zusätzlichen Haltestiftes
50 in einer hierfür vorgesehenen Ausnehmung 52 eingreift und gehalten ist.
Das Prinzip der dritten Ausführungsform 10.3 der Vorrichtung besteht darin, daß der
Steiger das an einer Verlängerungsstange befestigte Endstück 12.3 bei geöffneter als
Pendelklappe 48 ausgebildeter Sperrvorrichtung in einen Fachwerkstab 20 des Bauwerkes
z. B. Stahlgittermast von oben her einhängt. Der Steiger ist dabei bereits mit seinem
Sicherungsseil mit Falldämpfer über Karabinerhaken an der Anschlagöse 26 der Vorrichtung
10.3 befestigt. Nach dem Einhängen verleiht der Steiger der Verlängerungsstange einen
kurzen Impuls nach oben. Dadurch wird die nahezu senkrecht stehende Pendelklappe 48
aus der zweifachen Lagerung am kurzen Schenkel 14 im Langloch 51 als Schwenklagerstelle
und die als Langloch ausgebildete Ausnehmung 52 mit seitlichem Ausgang gehoben. Das
obere Langloch wurde geringfügig außermittig und schräg nach oben ausgeführt. Nach
dem Impuls kippt die Pendelklappe 48 infolge der exzentrischen oberen Auflagerung
und ihrer Eigenlast zur Seite und pendelt mit Schwung bis zur gegenüberliegenden Seite
durch. Infolge Trägheit schwingt die Pendelklappe 48 über die gedachte horizontale
Linie in Höhe des Lagers 54 der Pendelklappe 48 hinaus. Dabei bewegt sie eine bewegliche
Scharnierklappe 56 eines auf der dem Lager 54 der Pendelklappe 48 gegenüberliegenden
und am langen Schenkel 14 befestigten Scharniers nach oben, wobei die Scharnierklappe
56 anschließend sofort in ihre Ausgangslage zurückfällt. Dabei fängt sie die Pendelklappe
48, die mit dem Arretierungsbolzen 50 an der Innenseite des kurzen Schenkels 16 anschlägt
und nach unten zurückschlägt, auf. Die Scharnierklappe 56 kann sich nur bis zur horizontalen
Lage bewegen. Die Vorrichtung befindet sich nun im verriegelten Zustand. Der Steiger
kann nun ohne die Gefahr eines Absturzes in die Tiefe mit dem Steigen beginnen. Rutscht
er aus irgendwelchen Gründen ab, so fällt er nur in sein Sicherungsseil mit Falldämpfer,
welches an der Vorrichtung befestigt ist. Der Steiger muß die geeigneten Anschlagpunkte
an der Mastkonstruktion für die Vorrichtung wählen. Diese müssen der Beanspruchung
beim Hineinfallen in das Sicherungsseil standhalten.
[0041] Wird nun, wie vorher bei den anderen Ausführungsformen erläutert, die Vorrichtung
beim Steigen unbeabsichtigt nach oben bewegt, so stößt die Pendelklappe 48 gegen den
Fachwerkstab 20 des Bauwerkes. Die Pendelklappe 48 kann sich infolge Aufliegens auf
dem Scharnier 56 nicht öffnen. Stößt die Pendelklappe 48 hingegen an ein Bauteil des
Bauwerkes Fachwerkstab, Knotenbleche etc., das sich unterhalb der Pendelklappe 48
befindet, so wird die Pendelklappe 48 zwar geringfügig nach oben bewegt, wird aber
dann abrupt durch den Arretierungsbolzen 50 an der weiteren Bewegung nach oben gehindert,
so daß sich die Vorrichtung nicht unbeabsichtigt aus dem Bauwerk aushängen kann. Die
Vorrichtung bleibt verriegelt.
[0042] Ist der Steiger bis zur eingehängten Vorrichtung hochgestiegen, sichert er sich mit
einem Sicherungsseil über den Leibgurt für die Haltefunktion am Bauwerk, öffnet die
Pendelklappe 48, in dem er über einen Seilzug 33 die bewegliche Scharnierklappe 56
ausreichend weit nach oben anhebt, bis die Pendelklappe 48 von selbst nach unten fällt.
[0043] Die Vorrichtung ist nunmehr geöffnet. Der Steiger hängt nun die Vorrichtung an die
nächsthöhere Anschlagstelle am Bauwerk ein. Beim Herabsteigen geht der Steiger entsprechend
umgekehrt vor.
[0044] Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich besonders für Erststeiger, sogenannte
Vorsteiger, von fachwerkartigen Bauwerken. Sie kann für alle Montage-, Wartungs- und
Inspektionsarbeiten an fachwerkähnlichen Hochbauten eingesetzt werden. Gegenüber der
im Stand der Technik bekannten Schlaufenmethode ist er besonders vorteilhaft, da bei
größeren Bauwerkshöhen, z. B. über 70 m, der Steiger eine nicht beherrschbare Zahl
von Schlaufen mit sich führen müßte.
1. Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von Gittermasten mit Eckstielen
und Schrägstreben, insbesondere von Stahlgittermasten, wie zum Beispiel Hochspannungsfreileitungsmasten,
dadurch gekennzeichnet, daß die jeweilige Person an einer über ihr befindlichen Schrägstrebe nahe dem Eckstiel
eine hakenförmige Vorrichtung anbringt, welche mittels einer Sicherungsleine mit der
Person verbunden ist, daß die Person derart gesichert am Eckstiel aufsteigt und nach
Erreichen der Schrägstrebe, an welcher die Vorrichtung angebracht ist, die Vorrichtung
abnimmt und an einer weiteren über ihr befindlichen Schrägstrebe anbringt, daß die
Person derart gesichert weiter aufsteigt, bis sie die vorgesehene Masthöhe erreicht
hat, und daß nach Erreichen der vorgesehenen Masthöhe die Person die Verbindung mit
der Sicherungsleine löst und eine andere Sicherungseinrichtung benutzt, welche der
betreffenden Masthöhe zugeordnet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Person die hakenförmige
Vorrichtung jeweils an einer Schrägstrebe anbringt, die sich wenigstens eine Armeslänge
oberhalb der Person befindet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hakenförmige Vorrichtung
an die betreffende Schrägstrebe angehängt wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß sie hakenförmig ausgebildet ist mit zwei zueinander schräg- oder
gleichlaufenden Schenkeln, von denen einer wenigstens die fünffache Länge des anderen
Schenkels aufweist, daß an wenigstens einem der beiden Schenke eine Sperrvorrichtung
angebracht ist, welche das unbeabsichtigte Lösen der Vorrichtung von der betreffenden
Schrägstrebe, an welcher die Vorrichtung jeweils angebracht ist, verhindert und daß
die Sicherungsleine an der Vorrichtung geführt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die hakenförmige Vorrichtung
U-förmig ausgebildet ist mit zwei zu einander etwa parallelen Schenkeln und einem
die Enden der Schenkel zum U verbindenden Quersteg sowie mit einem Sperrteil, welches
in Ruhelage quer zu den Schenkeln angeordnet ist und diese miteinander verbindet und
so das offene U zu einer geschlossenen Öse umbildet, und daß durch Verlagern des Sperrteils
das U geöffnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrteil am längeren
der beiden Schenkel angebracht ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrteil am kürzeren
der beiden Schenkel angebracht ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrteil
schwenkbar ausgebildet ist und daß die Schwenkachse des Sperrteils quer zu den Längsachsen
der beiden Schenkel verläuft.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse
des Sperrteils achsparallel zu den Längsachsen der beiden Schenkel verläuft.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zur Führung des Sperrteils
ein Schwenkgelenk vorgesehen ist, welches einen der beiden Schenkel konzentrisch umfaßt,
und daß das Sperrteil in einer quer zu den Längsachsen der beiden Schenkel aufgespannten
Ebene schwenkbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß für das
an einem der beiden Schenkel angelenkte Sperrteil am anderen Schenkel eine Aufnahme
vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrteil
als quer zu den Längsachsen der Schenkel verschieblicher Steg ausgebildet ist, der
translatorisch von einer Öffnungsstellung in eine Schließstellung bewegbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß für das
an einem der beiden Schenkel angebrachte Sperrteil eine Öffnungssicherung vorgesehen
ist, welche das Sperrteil gegen ungewolltes Öffnen sichert.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungssicherung fernbetätigbar
ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungssicherung mittels
einer Betätigungsleine fernbetätigbar ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungssicherung als
quer zum Sperrteil angeordneter, in den Öffnungsweg des Sperrteils schwenkbar eingreifender
Steg mit einer Nut ausgebildet ist, welche Nut das Sperrteil an drei Seiten umgreift,
daß die Nutbreite höchstens 20% größer ist als die Breite des darin eingreifenden
Sperrteils, so daß sich im gesicherten Zustand das Sperrteil an die Nutflanken anlegt
und hierdurch eine Selbsthemmung auftritt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrteil ebenfalls
mit einer Nut versehen ist, in welche die Öffnungssicherung eingreift.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß für die
an der Vorrichtung geführte Sicherungsleine eine Öse an einem der beiden Schenkel
vorgesehen ist, durch welche die Sicherungsleine hindurchgeführt ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
aus Metall besteht.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
aus Stahl gebildet ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
aus Leichtmetall, vorzugsweise aus einer Aluminiumlegierung, gebildet ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
aus einem Hohlprofil gebildet ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
aus Flachprofil gebildet ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme
für das Sperrteil und die Öffnungssicherung zusammenwirken, indem sie das ungewollte
Öffnen des Sperrteils formschlüssig blockieren.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
des längeren Schenkels der Vorrichtung wenigstens 1 m beträgt.