[0001] Die Erfindung betrifft einen wiederbefüllbaren Mehrwege-Container nach dem First
in-First out-Prinzip für hochviskose Medien.
[0002] Hochviskose Medien, wie Klebstoffe, Fette, Öle, Pasten etc. werden üblicherweise
in Fässern vom Hersteller abgefüllt und zum Verbraucher transportiert. Beispielsweise
ist es aus der US-PS 4790 456 bekannt, hochviskoses Medium über eine Steigleitung
nach oben aus dem gefüllten Faß mittels eines eintauchenden Verdrängerkolbens herauszudrücken,
wobei jedoch nach dem Last in-First out-Prinzip das zuletzt in das Faß eingefüllte
Medium zuerst entnommen wird, mit der Folge, daß im Bodenbereich des Fasses verbleibendes
früher eingefülltes Medium unbrauchbar werden kann und entsorgt werden muß. Darüberhinaus
kann das Herausdrücken des Mediums aus dem Faß durch Lufteinschlüsse im Medium behindert
und u.U. unmöglich gemacht werden.
[0003] Beispielsweise bei der Automobilherstellung ist es üblich, Klebstoffe, die in den
bekannten Fässern bereitgestellt sind, für das Verkleben von Blechen in der Fahrzeugkarosserie
einzusetzen. Diese Klebstoffe werden dabei üblicherweise aus dem Faß in der eben beschriebenen
Weise herausgedrückt und mittels einer Dosierpumpe über eine robotergeführte Düse
aufgetragen. Während des Betriebs derartiger automatisierter Vorrichtungen kommt es
neben den bereits erwähnten Problemen beim Herausdrücken des Mediums aus dem Faß häufig
vor, daß Umgebungsluft insbesondere beim Faßwechsel mit dem Klebstoff in Berührung
kommt und zu frühzeitigen Aushärteprozessen und daraus resultierenden Verstopfungen
führt. Dies hat zur Folge, daß das Faß samt darin befindlichem Rest-Klebstoff unbrauchbar
wird und unter großem Aufwand vom Verbraucher entsorgt werden muß.
[0004] Auch sind die jeweils notwendigen Vorrichtungen zum Entleeren des Fasses mit Verdrängerkolben
und Antrieb sehr aufwendig und gestalten den Austausch eines entleerten Fasses gegen
ein neues unerwünscht aufwendig.
[0005] Beim Austausch eines entleerten Fasses gegen ein gefülltes tritt zudem häufig Medium
mit der Folge der Verschmutzung dieses Bereiches aus. Je nach verwendetem Medium kann
dieser Austritt des Mediums auch zur Entwicklung schädlicher Dämpfe o.dgl. führen,
was erhebliche Probleme mit sich bringt. Auch sind die bisher verwendeten Fässer üblicherweise
nur für einmaligen Gebrauch bestimmt, was den Entsorgungsaufwand erhöht.
[0006] Aus der US-PS 4552 090 ist ein nach dem First in - First out Prinzip aufgebautes
Faß für hochviskose Medien bekannt, welches einen im Bodenbereich ausgebildeten Entnahmekanal
und eine auf dem eingefüllten Medium aufliegende Folgeplatte aufweist.
[0007] Nachteilig bei diesem bekannten Faß ist es, daß es mangels geeigneter Einfüll- und
Be- bzw. Entlüftungsmöglichkeiten nur für einen einmaligen Gebrauch geeignet ist,
dabei jedoch durch seine aufwendige Folgeplatte wirtschaftlich nicht sinnvoll anwendbar
ist. Beim Einsatz des bekannten Fasses und bei dessen Wechsel ist daher ein unangemessen
hoher Aufwand nötig.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist daher, einen wiederbefüllbaren Container für hochviskose
Medien vorzuschlagen, der einen möglichst einfachen Wechsel eines entleerten zu einem
gefüllten Container ermöglicht, ohne das Medium austritt und bei dem die Entnahme
des eingefüllten Mediums möglichst einfach erfolgen kann und keinerlei Entsorgungsprobleme
beim Verbraucher auftreten.
[0009] Diese Aufgabe wird mit einem erfindungsgemäßen Container gemäß den Merkmalen des
Patentanspruches 1 gelöst.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen entnehmbar.
[0011] Die Erfindung schlägt einen wiederbefüllbaren Container nach dem First-in- First-out-Prinzip
für hochviskose Medien mit einem von einem Boden und Seitenwandungen begrenzten Innenraum
und einem im Boden des Containers ausgebildeten Entnahmekanal und einer in den Innenraum
des Containers lose eingesetzten, den Innenraum abdeckenden und gegenüber den Seitenwandungen
des Containers abgedichteten und unter Druckbeaufschlagung im Innenraum des Containers
nach oben oder unten bewegbaren Folgeplatte, wobei zwischen Folgeplatte und Boden
des Containers ein Füllraum für das Medium von dem Innenraum abteilbar ist und durch
die Folgeplatte ein Einfüllkanal zum Einfüllen des Mediums in den Füllraum und ein
Entlüftungskanal zum Entlüften des Füllraums führen und der Einfüllkanal und der Belüftungskanal
jeweils mit einer aus dem Container herausgeführten Leitung verbindbar sind und verschließbar
sind.
[0012] Wenn das hochviskose Medium über den Einfüllkanal in den Füllraum des erfindungsgemäßen
Containers unter Druck eingefüllt wird, wird die Folgeplatte mit steigendem Füllniveau
infolge Druckanstieg angehoben und liegt oberseitig auf dem in dem Füllraum befindlichen
Medium auf und ist gegenüber den Seitenwandungen des Containers abgedichtet, so daß
der Füllraum allseits luftdicht abgeschlossen ist und eine vorzeitige Alterung des
eingefüllten Mediums aufgrund eines Kontakts mit Umgebungsluft ausgeschlossen ist.
[0013] Nach dem vollständigen Befüllen des Füllraumes kann an den Entlüftungskanal eine
entsprechende Entlüftungseinrichtung angeschlossen werden, um eventuell noch im Füllraum
enthaltene Luft vollständig aus dem Füllraum zu evakuieren. In diesem Zustand mit
mit Medium gefülltem und evakuiertem Füllraum kann der erfindungsgemäße Container
zum Verbraucher versendet werden, wobei durch das Evakuieren des Füllraumes auch das
im Füllraum befindliche Medium entlüftet wird und Lufteinschlüsse vermieden werden.
[0014] Die Entnahme des in dem Füllraum des erfindungsgemäßen Containers befindlichen Mediums
erfolgt über den Entnahmekanal, an dessen Ausgang eine Pumpe,beispielsweise eine Schöpfkolbenpumpe
beim Verbraucher anschließbar ist, die beim Fördern im Innenraum einen Unterdruck
erzeugt, so daß das im Füllraum befindliche Medium über den Entnahmekanal entleert
wird und die Folgeplatte mit dem absinkenden Niveau des Mediums nach unten sinkt.
Die Folgeplatte sorgt bei ihrem Absinken entlang den Seitenwandungen des erfindungsgemäßen
Containers entsprechend dem sinkenden Füllstand in dem Füllraum für einen gleichmäßigen
Materialfluß. Wenn der Füllraum entleert ist, liegt die Folgeplatte auf dem Boden
des Containers auf und der so entleerte erfindungsgemäße Container kann zur Wiederbefüllung
an den Hersteller zurückbefördert werden.
[0015] Sollte infolge zu langer Lagerung des entleerten erfindungsgemäßen Containers die
Folgeplatte beim nun vorzusehenden Wiederbefüllen über den Einfüllkanal zu fest auf
dem Boden aufliegen und sich nicht selbsttätig auf Grund des über den Einfüllkanal
neu zugeführten Mediums anheben, wird vorgeschlagen, daß neben dem Einfüll- und dem
Entlüftungskanal auch ein Belüftungskanal durch die Folgeplatte führt, der mit einer
aus dem Container herausgeführten Leitung verbindbar und verschließbar ist. Über diesen
Belüftungskanal kann kurzzeitig Druckluft zwischen Boden und Folgeplatte eingeblasen
werden und das Anheben der Folgeplatte erleichtert werden. Weiterhin ist es möglich,
über den Belüftungskanal eventuell vorhandene Restmengen im Inneren des Füllraumes
abzusaugen bzw. über den Entnahmekanal mittels Druckluft auszublasen.
[0016] Vorteilhaft ist zwischen den Seitenwandungen des Containers und dem Umfang der Folgeplatte
ein Ringspalt für die Bewegung der Folgeplatte innerhalb des Containers gebildet,
so daß die Folgeplatte entsprechend dem Niveau des im Füllraum eingefüllten hochviskosen
Medium ungehindert entlang den Seitenwandungen des Containers aufwärts bzw. abwärts
bewegbar ist und stets auf dem im Füllraum befindlichen hochviskosen Medium aufliegt.
Um den Zutritt von beispielsweise Umgebungsluft über den Ringspalt in den Füllraum
und das darin befindliche hochviskoste Medium zu verhindern, ist die Folgeplatte an
ihrem den Seitenwandungen des Containers zugewandten Umfang mit mindestens einem umlaufenden,
den Ringspalt abdichtenden Dichtungselement ausgebildet.
[0017] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Folgeplatte mehrteilig
ausgebildet ist und einen Folgeplattenboden und einen Folgeplattendeckel umfaßt und
mindestens ein Dichtungselement zur Abdichtung der Folgeplatte gegenüber den Seitenwandungen
des Containers enthält und der Folgeplattenboden und der Folgeplattendeckel lösbar
zum Beispiel mittels Schraubverbindung miteinander verbunden sind.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Folgeplatte dreiteilig
ausgebildet und umfaßt einen Folgeplattenboden, Folgeplattendeckel und eine dazwischen
angeordnete Zwischenplatte, die lösbar zum Beispiel mittels Schraubverbindungen miteinander
verbunden sind. Die Zwischenplatte ist mittels Distanzstücken von dem Folgeplattendeckel
beabstandet und Dichtungselemente zur Abdichtung der Folgeplatte gegenüber den Seitenwandungen
des Containers sind zwischen der Zwischenplatte und dem Folgeplattenboden befestigt.
[0019] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Containers sieht
vor, daß die Folgeplatte zweiteilig ausgebildet ist und einen Folgeplattenboden und
einen Folgeplattendeckel umfaßt. Auf dem Folgeplattenboden ist auf seiner dem Folgeplattendeckel
zugewandten Seite ein Ringkörper aufgebracht, dessen Außendurchmesser kleiner als
der Außendurchmesser der Folgeplatte ist, so daß der Folgeplattendeckel und der Folgeplattenboden
seitlich über den Außenumfang des Ringkörpers vorstehen und eine Aufnahmenut für Dichtungselemente
bilden und der Folgeplattendeckel auf dem Ringkörper aufliegt und lösbar an dem Ringkörper
befestigt ist.
[0020] In Weiterbildung dieser Ausführungsform wird vorgeschlagen, daß der Ringkörper an
seinem Außenumfang einen umlaufenden Steg aufweist, dessen Außendurchmesser gleich
groß oder kleiner als der Außendurchmesser der Folgeplatte ist. Dieser Steg unterteilt
die Aufnahmenut in zwei vorzugsweise gleich große Aufnahmenuten zur Aufnahme von Dichtungselementen.
[0021] Als Dichtungselemente für den erfindungsgemäßen Container sind Flachdichtungen oder
Wulstringe aus einem elastischen Material, wie Gummi, vorgesehen, wobei insbesondere
auch möglich ist, Flachdichtungen und Wulstringe als Dichtungselemente kombiniert
an einer Folgeplatte des erfindungsgemäßen Containers je nach Einsatzzweck vorzusehen.
[0022] Die Dichtwirkung der vorgesehenen Dichtungselemente zwischen Folgeplatte und den
Seitenwandungen des Containers kann beispielsweise durch entsprechendes Anziehen der
Schraubverbindungen zwischen Folgeplattenboden und Folgeplattendeckel variiert werden,
indem ein entsprechender Druck auf die zwischen Folgeplattendeckel und Folgeplattenboden
befindlichen Dichtungselemente ausgeübt wird und eine dauerhafte Abdichtung an der
Seitenwandung des Containers bewirkt werden kann.
[0023] Um ein leichtes Gleiten der Folgeplatte entlang der Seitenwandung des erfindungsgemäßen
Containers in Abhängigkeit vom jeweiligen Füllstand des Mediums in dem Füllraum zu
gewährleisten, wird vorgeschlagen, daß auf der dem Boden des Containers abgewandten
Oberseite der Folgeplatte mindestens zwei Führungselemente für die Führung der Folgeplatte
ausgebildet sind. Diese Führungen können beispielsweise als vorstehende Kufen ausgebildet
sein und verhindern ein Verkanten der Folgeplatte in dem erfindungsgemäßen Container.
[0024] Auch ist es möglich, die Führungselemente als jeweils mindestens eine am Folgeplattendeckel
gehalterte Führungsrolle auszubilden, wobei die Drehachse der Führungsrolle parallel
zur Folgeplatte verlaufend angeordnet ist und die Führungsrollen so an der Folgeplatte
angeordnet sind, daß sie bei in den Innenraum des Containers eingesetzter Folgeplatte
an den Seitenwandungen des Containers abrollen und so ein Verkanten der Folgeplatte
verhindern. Beispielsweise kann es vorgesehen sein, auf der Oberseite der Folgeplatte
vier in gleichem Abstand voneinander auf der Folgeplatte im Bereich ihres Umfangs
angeordnete Führungselemente anzuordnen, die jeweils zwei übereinander in einem Rahmen
gehalterte Führungsrollen umfassen.
[0025] Zum gleichmäßigen Befüllen des Füllraumes ist der Einfüllkanal bevorzugt zentrisch
in der Folgeplatte angeordnet.
[0026] Um die Handhabung des erfindungsgemäßen Containers zu vereinfachen, wird vorgeschlagen,
daß die Seitenwandungen des Containers über den Boden nach unten vorstehen und einen
Sockel mit Sockelraum bilden und an den Entnahmekanal des Bodens ein in den Sockelraum
vorstehender Rohrstutzen angebracht ist, der mittels eines Deckels verschließbar ist.
Nach Abnehmen dieses den Rohrstutzen verschließenden Deckels kann sodann das in den
Füllraum des erfindungsgemäßen Containers eingefüllte hochviskose Medium über den
Entnahmekanal im Boden des Containers und den hieran anschließenden Rohrstutzen entnommen
werden.
[0027] Es ist jedoch auch möglich, daß der Rohrstutzen mit einem Abzweigrohr ausgerüstet
ist, das parallel zu dem Boden des Containers durch den Sockelraum und den Sockel
geführt ist. Über dieses Abzweigrohr kann das in dem Füllraum des erfindungsgemäßen
Containers eingefüllte hochviskose Medium über den Entnahmekanal im Boden seitlich
aus dem erfindungsgemäßen Container im Sockelbereich herausgeführt und dort entnommen
werden, was insbesondere bei direkt auf einem Untergrund stehenden erfindungsgemäßen
Fässern von Vorteil ist. Durch Abnehmen des den vorstehenden Rohrstutzen verschließenden
Deckels und Befestigen dieses Deckels am Ende des Abzweigrohres kann der derart ausgebildete
erfindungsgemäße Container jedoch auch in kurzer Zeit für eine Entnahme über den Rohrstutzen
vorbereitet werden.
[0028] Um die Handhabung des erfindungsgemäßen Containers zu erleichtern, wird vorgeschlagen,
daß am Ende des Rohrstutzens und/oder des Abzweigrohres eine Schnellschlußkupplung
zum Anschluß einer Entnahmeleitung für das hochviskose Medium vorgesehen ist. Derartige
Schnellschlußkupplungen sind bekannt und ermöglichen auf einfache Weise den Anschluß
der Entnahmeleitung. Dieser Anschluß kann dabei mittels eines einzigen Handgriffes
oder auch vollautomatisch erfolgen.
[0029] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß am dem Boden abgewandten
Ende des Einfüllkanals und/oder Entlüftungskanals und/oder Belüftungskanals auf der
Folgeplatte ebenfalls die vorerwähnten Schnellschlußkupplungen zum Anschluß von Leitungen
für den Einfüllkanal und/oder Entlüftungskanal und/oder Belüftungskanal vorgesehen
sind. Auch in diesem Fall ermöglichen die Schnellschlußkupplungen, die handelsüblich
erhältlich sind, den Anschluß der jeweiligen Leitung auf einfachste Weise.
[0030] Um die auf der Oberseite der Folgeplatte angeordneten Schnellschlußkupplungen und
Absperrventile gegen Beschädigungen wirksam zu schützen, wird vorgeschlagen, daß auf
der dem Boden gegenüber liegenden Seite des Containers ein abnehmbarer Deckel zum
Abschluß des Innenraumes befestigbar ist.
[0031] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Deckel mit Durchgangsöffnungen
zum Hindurchführen von Leitungen für den Einfüllkanal und/oder Entlüftungskanal und/oder
Belüftungskanal der Folgeplatte ausgebildet.
[0032] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß im Bereich der Durchgangsöffnungen
auf dem Deckel Schnellschlußkupplungen für den Anschluß von Leitungen für den Einfüllkanal
und/oder Entlüftungskanal und/oder Belüftungskanal angeordnet sind. Zwischen dem Deckel
und der Folgeplatte sind Schlauchleitungen vorgesehen, die von den Schnellschlußkupplungen
am Deckel zu dem jeweils zugeordneten Entnahmekanal, Entlüftungskanal und/oder Belüftungskanal
der Folgeplatte führen.
[0033] Vorteilhaft sind die in den vorangehend beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung
verwendeten Schnellschlußkupplungen derart ausgebildet, daß sie bei abgekuppelter
Leitung selbsttätig einen gasdichten Verschluß bewirken, was üblicherweise durch Integration
entsprechender selbsttätig wirkender Absperrventile den Schnellschlußkupplungen ermöglicht
wird.
[0034] Um eine leichte Anpassung an bereits vorhandene Transportsysteme sowie Entnahmeeinrichtungen
zu gewährleisten, wird vorgeschlagen, daß der Container faßartig mit rundem Querschnitt
der Seitenwandung ausgebildet ist und eine den bekannten faßartigen Behältnissen angepaßte
Größe und Füllmenge aufweist.
[0035] Um auch über längere Anwendungszeiträume und häufiges Wiederbefüllen eine stets gleichmäßig
gute Beweglichkeit der Folgeplatte entlang der Seitenwandungen des erfindungsgemäßen
Containers zu gewährleisten, wird vorgeschlagen, daß auf der dem Innenraum zugewandten
Seite des Deckels eine Spritzleitung mit mehreren auf die Seitenwandungen des Containers
gerichteten Spritzdüsen vorgesehen ist, über die bedarfsweise ein Gleitmittel für
die Bewegung der Folgeplatte entlang der Seitenwandungen des Containers aufsprühbar
ist.
[0036] Als Gleitmittel kann beispielsweise eine mit dem in den erfindungsgemäßen Container
eingefüllten Medium kompatible Flüssigkeit eingesetzt werden. So ist es beispielsweise
möglich, bei Befüllung des erfindungsgemäßen Containers mit einem Klebstoff auf PVC-Basis
einen mit diesem Klebstoff kompatiblen Weichmacher, der bereits in dem verwendeten
PVC enthalten ist, in einer flüssigen Lösung als Gleitmittel auf die Seitenwandungen
des Containers aufzusprühen, wodurch ein leichtes Gleiten der Folgeplatte ermöglicht
wird, negative Einflüsse auf das in den erfindungsgemäßen Container eingefüllte hochviskose
Medium jedoch ausgeschlossen sind.
[0037] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- die Aufsicht auf einen Mehrwege-Container
- Fig. 2
- einen vertikalen Schnitt durch einen Mehrwege-Container gem. Fig 1 in vergrößerter
Darstellung
- Fig. 3
- einen vertikalen schnitt durch eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Containers
- Fig. 4
- in vergrößerter Darstellung die Einzelheit X gemäß Fig. 3.
[0038] Gemaß der Fig. 1 ist der Container 1 faßartig mit einem runden Querschnitt der Seitenwandung
10 ausgebildet und weist, wie auch aus der Fig. 2 ersichtlich, einen von einem Boden
11 und den Seitenwandungen 10 begrenzten Innenraum 110 auf.
[0039] In den Innenraum 110 des Containers 1 ist oberhalb des Bodens 11 eine Folgeplatte
4 lose unter Belassung eines Ringspaltes 111 eingesetzt, wobei zwischen Folgeplatte
4 und Boden 11 ein Füllraum 17 für das einzufüllende Medium M gebildet ist, der von
der Folgeplatte 4 gegenüber dem übrigen Innenraum 110 des Containers 1 abgeteilt ist.
[0040] Die Folgeplatte 4 ist dreiteilig mit einem Folgeplattendeckel 45, einem Folgeplattenboden
41 und einer dazwischen angeordneten Zwischenplatte 43 ausgebildet. Die Zwischenplatte
43 ist mittels Distanzstücken 44 von dem Folgeplattendeckel 45 beabstandet und zwischen
Zwischenplatte 43 und Folgeplattenboden 41 ist eine Flachdichtung 42 eingelegt, die
die Folgeplatte 4 gegenüber der Seitenwandung 10 des Containers 1 abdichtet und den
Ringspalt 110 überdeckt. Der Folgeplattendeckel 45, die Zwischenplatte 43 und der
Folgeplattenboden 41 sind mittels mehrerer Schraubverbindungen 46 miteinander verbunden,
wobei durch entsprechendes Anziehen der Schraubverbindungen 46 ein Anpreßdruck zwischen
Zwischenplatte 43 und Folgeplattenboden 41 auf die Flachdichtung 42 ausgeübt wird,
wodurch die feste Anlage und dauerhafte Dichtwirkung der Flachdichtung 42 gegenüber
der Seitenwandung 10 des Containers 1 bewirkt ist.
[0041] Die Folgeplatte 4 weist einen zentrisch angeordneten, durch die Folgeplatte 4 hindurchgehenden
Einfüllkanal 40 für das Einfüllen des Mediums M in den Füllraum 17 auf. Des weiteren
führen ein Belüftungskanal 49 und ein Entlüftungskanal 48 durch die Folgeplatte 4
in den Füllraum 17.
[0042] Auf der Oberseite des Folgeplattendeckels 45 weist der Einfüllkanal 40 eine Schnellschlußkupplung
70 zum Anschluß einer Zuführleitung für das einzufüllende Material auf. Auch der Entlüftungskanal
48 und der Belüftungskanal 49 weisen und eine entsprechende Schnellschlußkupplung
50 bzw. 60 zum Anschluß einer Entlüftungs- bzw. Belüftungseinrichtung auf.
[0043] Auch der Boden 11 des Containers 1 weist eine zentrische Öffnung zum Füllraum 17
auf, die als Entnahmekanal 14 für das in den Füllraum 17 eingefüllte Medium M dient.
Die Seitenwandungen 10 des Containers 1 stehen nach unten über den Boden 11 vor und
bilden einen umlaufenden Sockel 101 mit umschlossenem Sockelraum 102. In diesen Sockelraum
102 ist an den im Boden 11 ausgebildeten Entnahmekanal 14 ein in den Sockelraum 102
vorstehender Rohrstutzen 16 angebracht, der mittels eines Deckels 15 verschlossen
ist. Weiterhin ist der Rohrstutzen 16 mit einem Abzweigrohr 17 ausgerüstet, welches
parallel zu dem Boden 11 des Containers durch den Sockelraum 102 und den Sockel 101
nach außen aus dem Container 1 herausgeführt ist. Am Ende dieses mit dem Entnahmekanal
14 kommunizierenden Abzweigrohres 17 ist wiederum eine Schnellschlußkupplung 90 zum
Anschluß einer nicht näher dargestellten Entnahmeleitung ausgebildet.
[0044] Zum Befüllen dieses Containers 1 mit einem hochviskosen Medium wird auf die Schnellschlußkupplung
70 des Einfüllkanals 40 eine nicht dargestellte Zuführleitung für das hochviskose
Medium aufgesetzt. Dabei öffnet sich ein in der Schnellschlußkupplung integriertes
Absperrventil und das Medium M kann in den Füllraum 17 gemäß Pfeil F unter Druck zwischen
Folgeplatte 4 und Boden 11 des Containers 1 eingefüllt werden. Mit steigendem Niveau
des Mediums M im Füllraum 17 hebt sich die Folgeplatte 4 durch den Druckanstieg im
Füllraum 17 gemäß Pfeil P1(F) nach oben an, wobei sie das im Füllraum 17 befindliche
Medium M mittels der Flachdichtung 42 gegenüber der Umgebung abdichtet. Der Container
1 wird sodann bis zum Erreichen der strichliert dargestellten oberen Füllgrenze 100
mit Medium M gefüllt. Die Zuführleitung kann nun von der Schnellschlußkupplung 70
des Einfüllkanals 40 abgenommen werden, ohne daß Umgebungsluft in den Füllraum 17
gelangen könnte, da das in die Schnellschlußkupplung 70 integrierte Absperrventil
einen luftdichten Verschluß selbsttätig in bekannter Weise bewirkt. Nunmehr noch im
Inneren des Füllraumes 17 befindliche Luft kann über den Entlüftungskanal 48 abgesaugt
werden. Dazu ist an die Schnellschlußkupplung 50 des Entlüftungskanals 48 eine Venturi-Düse
52 angeschlossen, so daß durch Beaufschlagung der Venturi-Düse 52 mit einem Druckluftstrom
eventuell noch befindliche Luft im Füllraum 17 evakuiert wird und nach erfolgtem Evakuieren
und erneutem Verschließen des Absperrventils 51 das im Füllraum 17 befindliche Medium
M entlüftet ist und unter Luftabschluß gelagert ist.
[0045] Auch während des Befüllens des Containers 1 mit dem Medium M kann die Venturi-Düse
52 bereits mit Druckluft beaufschlagt werden, um eventuell eindringende Luft sogleich
über den Entlüftungskanal 48 abzusaugen.
[0046] Ein derartiger befüllter und evakuierter Container 1 ist nunmehr versandfertig und
kann zum Verbraucher transportiert werden.
[0047] Sollte das eben beschriebene Anheben der Folgeplatte 4 gemäß Pfeil P1 (F) beim Befüllen
des Füllraumes 17 nicht selbsttätig erfolgen, etwa weil eventuell vorhandene Restmengen
an Medium im Füllraum ein leichtes Verkleben der Folgeplatte 4 mit dem Boden 11 bewirkt
haben, kann über den Belüftungskanal 49 nach Anschluß einer Druckluftleitung an die
Schnellschlußkupplung 60 Druckluft in den Füllraum 17 geblasen werden und somit das
Anheben der Folgeplatte 4 während des Befüllvorganges unterstützt werden. Darüber
hinaus ist es möglich, vor dem Befüllen des Containers 1 über den Belüftungskanal
49 Druckluft in den Füllraum 17 einzublasen, um beispielsweise im Entnahmekanal 14
verbliebenes Material auszublasen, ebenso wie es möglich ist, in Umkehrung des Belüftungskanals
49 durch Anschluß einer Unterdruckleitung an die Schnellschlußkupplung 60 eventuell
verbliebenes Medium im Füllraum 17 vor dem erneuten Befüllen abzusaugen.
[0048] Der Belüftungskanal 49 kann während des Befüllens des Containers 1 auch als Füllstandsanzeiger
verwendet werden. Dazu wird der Belüftungskanal 49 während des Befüllens des Containers
1 geöffnet, wobei im Bereich des maximalen Füllstandes 100 des Mediums M ein Anschlag
für die Folgeplatte 4 ausgebildet sein kann. Nach dem Erreichen des maximalen Füllstandes
tritt sodann Medium aus dem geöffneten Belüftungskanal 49 aus und signalisiert so
die vollständig erfolgte Befüllung des Füllraumes 17.
[0049] Auch kann überschüssiges Füllmedium aus dem Füllraum 17 über den Belüftungskanal
49 abgesaugt werden.
[0050] Um die auf der Oberseite der Folgeplatte 4 angeordneten Absperrventile und Schnellschlußkupplungen
gegen Beschädigungen zum Beispiel während des Transports zu schützen, ist auf die
Oberseite des Containers 1 eine abnehmbare Abdeckung 2 aufgesetzt.
[0051] Zum Entleeren des derartig mit Medium gefüllten und evakuierten und verschlossenen
Containers 1 wird lediglich ein Schlauchanschluß auf die Schnellschlußkupplung 90
des Entnahmekanals 14 aufgesetzt und eine nachgeschaltete Pumpe, beispielsweise eine
Schöpfkolbenpumpe, die beim Fördern im Faßinnenraum für einen Unterdruck sorgt, kann
eine Entleerung des Mediums aus dem Füllraum 17 in Pfeilrichtung E bewirken, ohne
daß Umgebungsluft in den Container 1 gelangt. Infolge des von der Pumpe hervorgerufenen
Unterdrucks entweicht nicht nur das Medium M aus dem Füllraum 17, sondern die Folgeplatte
4 gleitet entsprechend dem vorringerten Niveau und Druckabfall im Inneren des Füllraumes
17 in Pfeilrichtung P2(E) nach unten und sorgt, unterstützt durch ihr Eigengewicht,
für einen gleichmäßigen Materialfluß in Pfeilrichtung E aus dem Entnahmekanal 14 und
der Schnellschlußkupplung 90.
[0052] Um ein möglichst leichtgängiges Gleiten der Folgeplatte 4 entlang der Innenwandung
18 des Containers 1 zu gewährleisten, sind überdies auf der Oberseite des Folgeplattendeckels
45 kufenförmige Führungen 47 ausgebildet, die ein Verkanten der Folgeplatte 4 bei
Bewegung in Pfeilrichtung P1(F) bzw. P2(E) verhindern.
[0053] Nachdem das gesamte Medium M aus dem Füllraum 17 über den Entnahmekanal 14 entleert
worden ist, liegt die Folgeplatte 4 auf dem Boden 11 auf und der so entleerte Container
1 kann nach und Abnehmen der Entnahmeleitung von der Schnellkupplung 90 einer erneuten
Befüllung zugeführt werden, ohne daß beispielsweise Umgebungsluft ins Innere des Füllraumes
17 gelangt.
[0054] Infolge dieses vollständigen Luftabschlusses durch die Schnellschlußkupplungen 50,
60, 70, 90 sowohl beim Befüllen als auch bei der Entnahme des Mediums aus dem Füllraum
17 wird einer vorzeitigen Alterung des Mediums M durch Zutritt von Umgebungsluft zuverlässig
vorgebeugt, so daß beim Verbraucher keinerlei Entsorgungsprobleme mehr auftreten und
der Container 1 vielfach wiederverwendet werden kann.
[0055] Weiterhin ist durch die an gegenüberliegenden Seiten des Containers 1 ausgebildeten
Einfüllkanal 40 und Entnahmekanal 14 gewährleistet, daß das zuerst in den Füllraum
17 eingefüllte Medium M, welches sich in der Nähe des Bodens 11 ansammelt, auch zuerst
über den Entnahmekanal 14 entnommen wird, so daß der Container 1 eine Lagerung und
Entnahme des Mediums M nach dem First-in- First-out-Prinzip gewährleistet und der
Gefahr vorzeitiger Alterung des Mediums M auch unter diesem Gesichtspunkt vorgebeugt
wird.
[0056] Sämtliche Oberflächen des Containers 1, die mit dem Medium M in Berührung kommen,
sind vorteilhaft mit einer der Anhaftung von Medium M entgegenwirkenden Ausrüstung
versehen. Dies kann z.B. eine Anti-Haft-Beschichtung, z.B. auf Basis von Teflon sein,
oder die Oberflächen weisen eine besonders geringe Rauhigkeit z.B. infolge Elektropolieren
o.ä. auf und der Container 1 ist vorteilhaft aus einem geeigneten Edelstahl hergestellt.
[0057] Die in der Zeichnung dargestellte seitliche Herausführung des Entnahmekanals 14 aus
der Wandung 10 des Containers 1 ist lediglich beispielhaft anzusehen und richtet sich
nach den vorherrschenden Gegebenheiten beim Verbraucher. Selbstverständlich ist es
in gleicher Weise auch möglich, den Entnahmekanal 14 senkrecht nach unten aus dem
Boden verlaufend auszubilden, beispielsweise wenn an Stelle des horizontal verlaufenden
Rohrstutzens 17 der Deckel 15 am stirnseitigen Ende des Rohrstutzens 16 abgenommen
wird.
[0058] In den Fig. 3 und 4 ist eine weitere Ausführungsform eines wiederbefüllbaren Containers
1 für ein hochviskoses Medium teilweise schematisiert dargestellt. Im Unterschied
zu dem vorangehend beschriebenen Ausführungsbeispiel des Containers 1 gemäß den Fig.
1 und 2 ist hierbei die Folgeplatte 4 zweiteilig mit einem Folgeplattenboden 41 und
einem Folgeplattendeckel 45 ausgebildet.
[0059] Wie sich insbesondere aus der vergrößerten Darstellung gemäß der Fig. 4 ergibt, ist
auf der dem Folgeplattendeckel 45 zugewandten Oberseite des Folgeplattenbodens 41
auf diesem Folgeplattenboden 41 ein Ringkörper aus zwei aneinander anliegenden Ringkörperteilen
80a, 80b aufgebracht, der einen geringeren Außendurchmesser als der Folgeplattenboden
41 und der Folgeplattendeckel 45 aufweist. Hierdurch bedingt, stehen der Folgeplattendeckel
45 und Folgeplattenboden 41 seitlich über den Außenumfang des Ringkörpers vor und
bilden einen Aufnahmeraum für Dichtungselemente 83a, 83b. Dieser Aufnahmeraum für
Dichtungselemente wird durch einen am Ringkörperteil 80b angeformten, in Richtung
auf die Seitenwandung 10 des Containers 1 vorstehenden Steg 81 in zwei gleich große
Aufnahmenuten 82a, 82b unterteilt, in die zur Abdichtung der Folgeplatte 4 gegenüber
der Seitenwandung 10 des Containers 1 je ein Dichtungselement, z.B. je ein Wulstring
83a, 83b aus einem elastischen Material, beispielsweise Gummi, eingesetzt ist und
den Ringspalt 111 zwischen Folgeplatte 4 und Seitenwandung 10 abdichtet.
[0060] Die den Ringkörper 80 bildenden Ringplattenteile 80a, 80b sind an dem Folgeplattenboden
41 angeschweißt, wohingegen der Folgeplattendeckel 45 mittels Schraubverbindungen
46 mit dem Ringkörperteil 80a und mit dem Folgeplattenboden 41 lösbar verbunden ist.
[0061] Des weiteren ist am Ringplattenteil 80b auf der dem Ringplattenteil 80a zugewandten
Seite eine Dichtungsnut 84 ausgebildet, in die ein Dichtungsring zur Abdichtung des
Spaltes zwischen den Ringkörperteilen 80a, 80b einsetzbar ist.
[0062] Neben dieser in den Fig. 3 und 4 dargestellten Möglichkeit der Abdichtung der Folgeplatte
4 gegenüber der Seitenwandung 10 des Containers 1 mit zwei übereinander in je einer
Aufnahmenut gehalterten Wulstringen ist es auch möglich, je nach Anwendungsfall und
Einsatzmöglichkeiten auch Flachdichtungen an der Folgeplatte 4 zu befestigen oder
auch Flachdichtungen mit Wulstringen zu kombinieren, um eine Abdichtung der Folgeplatte
4 gegenüber den Seitenwandungen 10 des Containers 1 zu ermöglichen.
[0063] Zur Führung der Folgeplatte 4 innerhalb der Seitenwandungen 10 des Containers 1 weist
diese an ihrer dem Folgeplattenboden 11 abgewandten Oberseite mehrere Führungselemente
auf. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 umfaßt jedes Führungselement zwei übereinander
in einem Rahmen 472 gehalterte Führungsrollen 470, deren Drehachsen 471 jeweils parallel
zur Folgeplatte 4 verlaufend angeordnet sind. Die Führungsrollen 470 sind so im Bereich
des Außenumfangs der Folgeplatte 4 angeordnet, daß sie bei in den Innenraum 110 eingesetzter
Folgeplatte an den Seitenwandungen 10 des Containers 1 abrollen und ein Verkanten
der Folgeplatte 4 im Container 1 verhindern. Um die Stabilität dieser Führungselemente
zu steigern, sind überdies die einzelnen Rahmen 472, in denen die Führungsrollen 470
gehaltert sind, über einen gemeinsamen Stabilisierungsring 473 oberhalb der Rahmen
472 miteinander verbunden. Die Folgeplatte 4 ist mit mindestens zwei, vorzugsweise
drei oder vier Führungselementen, die in gleichmäßigen Abständen voneinander auf der
Folgeplatte angeordnet sind, ausgerüstet.
[0064] Der in der Fig. 3 dargestellte wiederbefüllbare Container 1 weist weiterhin einen
Deckel 2 zum Abschluß des Innenraumes 110 des Containers auf, der mittels Spannverschlüssen
20 lösbar an den Seitenwandungen 10 des Containers 1 befestigt ist. Dieser Deckel
2 weist Ausnehmungen 25, 26, 27 auf, auf die auf der dem Boden 11 des Containers abgewandten
Außenseite des Deckels 2 je eine Schnellschlußkupplung 50, 60, 70 aufgebracht ist.
Auf der dem Boden zugewandten Innenseite des Deckels 2 führen von den Durchbrechungen
25, 26, 27 Schlauchleitungen 21, 22, 23 zu den jeweiligen in der Folgeplatte 4 analog
zum vorangehenden Ausführungsbeispiel ausgebildeten Kanälen. Hierbei ist die Schnellschlußkupplung
70 wiederum für den Anschluß einer Materialzuführungsleitung für das einzufüllende
Medium in den Füllraum 17 vorgesehen und ist über die Schlauchleitung 22 mit dem Einfüllkanal
40 der Folgeplatte 4 verbunden. Die Schnellschlußkupplung 50 ist über die Schlauchleitung
21 mit dem Entlüftungskanal 48 und der darauf angebrachten, hier aber der Einfachheit
halber nicht dargestellten Venturi-Düse verbunden. Die Schnellschlußkupplung 60 ist
über die Schlauchleitung 23 mit dem Belüftungskanal 49 der Folgeplatte 4 verbunden.
Somit ist es möglich, sämtliche Anschlußleitungen für die in der Folgeplatte 4 ausgebildeten
Kanäle 40, 48, 49 auf die Schnellschlußkupplungen 50, 60, 70 auf dem Deckel 2 aufzusetzen,
ohne diesen Deckel 2 vom Container 1 abzunehmen, was den Innenraum 110 des Containers
1 vor Verschmutzung und Beschädigung schützt. Die Schlauchleitungen 21, 22, 23 sind
dabei flexibel und in einer solchen Länge ausgeführt, daß sie den Bewegungen der Folgeplatte
4 zwischen ihren Endstellungen bei vollständig mit Medium befülltem Füllraum 17 und
vollständig vom Medium entleerten Füllraum 17 zu folgen vermögen.
[0065] Weiterhin ist der Fig. 3 entnehmbar, daß auf der dem Boden 11 zugewandten Innenseite
des Deckels 2 eine ringförmig verlaufende Spritzleitung 24 mit auf die Seitenwandung
10 des Containers 1 gerichteten Spritzdüsen angeordnet ist. Durch diese Ringleitung
24 kann ein Gleitmittel für die Bewegung der Folgeplatte 4 entlang der Seitenwandungen
10 bedarfsweise, beispielsweise in periodischen Abständen auf die Seitenwandungen
10 des Containers 1 aufgesprüht werden.
[0066] Hierfür wird beispielsweise vorgeschlagen, ein zum in den Füllraum 17 eingefüllten
Medium kompatibles Gleitmittel in Form einer Flüssigkeit einzusetzen. Dies kann beispielsweise
bei Klebstoffen auf Basis von PVC ein im PVC enthaltener Weichmacher in einer entsprechenden
Lösung sein.
[0067] Der vorangehend beschriebene erfindungsgemäße Container ermöglicht somit einen extrem
einfachen Wechsel eines entleerten Containers gegen einen befüllten Container durch
Verbinden von nur einem einzigen Entnahmeschlauch mit der entsprechenden Schnellschlußkupplung.
Auf diese Weise werden die beim Containerwechsel notwendigen Produktionsunterbrechungen
einer automatischen Entnahmevorrichtung minimiert. Auch beim Befüllen des Containers
mit dem Medium ist lediglich ein Anschluß einer Zuführleitung auf der entsprechenden
Schnellschlußkupplung nötig, was ebenfalls ohne großen Aufwand und mit hoher Geschwindigkeit
durchgeführt werden kann.
[0068] Durch das im erfindungsgemäßen Container verwirklichte First in-First out-Prinzip,
bei dem das zuerst eingefüllte Medium auch zuerst verarbeitet wird, wird einem Altern
des Mediums im Container vorgebeugt.
[0069] Der Containerwechsel beim Verbraucher geschieht mit jeweils vollständig abgesperrten
Containern, so daß ein Austritt von Medium während des Containerwechsels nicht möglich
ist, was zum einen eine Verunreinigung des Containerstandortes verhindert, zum anderen
aber auch den Umgang mit beispielsweise gesundheitsschädliche Dämpfe erzeugenden hochviskosen
Medien erheblich vereinfacht, da ein Austritt des Mediums während des Containerwechsels
unterbunden ist.
[0070] Da ein Austritt von Medium während des Containerwechsels somit zuverlässig verhindert
ist und durch den bewirkten vollständigen Luftabschluß im Inneren des Containers das
eingefüllte Medium auch keiner vorzeitigen Alterung unterworden ist, werden Restmengen
und auch zu entsorgende Abfälle des hochviskosen Mediums beim Verbraucher verhindert,
was eine erhebliche Kostenentlastung und Aufwandsminimierung mit sich bringt.
[0071] Auch die Vorrichtung zum automatisierten Entleeren des Containers kann erheblich
einfacher gestaltet werden, da es lediglich erforderlich ist, an den Entnahmekanal
eine Unterdruck erzeugende Pumpe anzuschließen und somit die bisher verwendeten zusätzlichen
Vorrichtungen, wie Pumpenständer etc. entfallen können.
1. Wiederbefüllbarer Container nach dem First-in-First-out-Prinzip für hochviskose Medien
mit einem von einem Boden (11) und Seitenwandungen (10) begrenzten Innenraum (110)
und einem im Boden (11) des Containers (1) ausgebildeten Entnahmekanal (14) und einer
in den Innenraum (110) des Containers (1) lose eingesetzten, den Innenraum (110) abdeckenden
und gegenüber den Seitenwandungen (10) des Containers abgedichteten und unter Druckbeaufschlagung
im Innenraum (110) des Containers (1) nach oben oder unten bewegbaren Folgeplatte
(4), wobei zwischen Folgeplatte (4) und Boden (11) des Containers ein Füllraum (17)
für das Medium von dem Innenraum (110) abteilbar ist und durch die Folgeplatte (4)
ein Einfüllkanal (40) zum Einfüllen des Mediums in den Füllraum (17) und ein Entlüftungskanal
(48) zum Entlüften des Füllraums (17) führen und der Einfüllkanal (40) und der Belüftungskanal
(4a) jeweils mit einer aus dem Container herausgeführten Leitung verbindbar und verschließbar
sind.
2. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß durch die Folgeplatte (4) ein Belüftungskanal (49) zum Belüften des Füllraumes
(17) führt, der mit einer aus dem Container (1) herausgeführten Leitung verbindbar
und verschließbar ist.
3. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Seitenwandungen (10) des Containers (1) und dem Umfang der Folgeplatte
(4) ein Ringspalt (111) für die Bewegung der Folgeplatte (4) innerhalb des Containers
(1) gebildet ist und die Folgeplatte (4) an ihrem den Seitenwandungen (10) des Containers
(1) zugewandten Umfang mit mindestens einem umlaufenden, den Ringspalt (111) abdichtenden
Dichtungselement (42, 83a, 83b) ausgerüstet ist.
4. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Folgeplatte (4) mehrteilig ausgebildet ist und einen Folgeplattenboden (41)
und einen Folgeplattendeckel (45) umfaßt und mindestens ein Dichtungselement (42,
83a, 83b) zur Abdichtung der Folgeplatte (4) gegenüber den Seitenwandungen (10) des
Containers (1) enthält und der Folgeplattenboden (41) und der Folgeplattendeckel (45)
lösbar miteinander verbunden sind.
5. Container nach den Ansprüchen 1 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Folgeplatte (4) dreiteilig ausgebildet ist und einen Folgeplattenboden (41),
Folgeplattendeckel (45) und eine dazwischen angeordnete Zwischenplatte (43) umfaßt,
die lösbar miteinander verbunden sind und die Zwischenplatte (43) mittels Distanzstücken
(44) von dem Folgeplattendeckel (45) beabstandet ist und Dichtungselemente (42, 83a,
83b) zur Abdichtung der Folgeplatte (4) gegenüber den Seitenwandungen (10) des Containers
(1) zwischen der Zwischenplatte (43) und dem Folgeplattenboden (41) befestigt sind.
6. Container nach den Ansprüchen 1 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Folgeplatte (4) zweiteilig ausgebildet ist und einen Folgeplattenboden (41)
und einen Folgeplattendeckel (45) umfaßt und auf dem Folgeplattenboden (41) auf seiner
dem Folgeplattendeckel (45) zugewandten Seite ein Ringkörper (80) aufgebracht ist,
dessen Außendurchmesser kleiner als der Außendurchmesser der Folgeplatte (4) ist,
so daß der Folgeplattendeckel (45) und der Folgeplattenboden (41) seitlich über den
Außenumfang des Ringkörpers (80) vorstehen und eine Aufnahmenut für Dichtungselemente
bilden und der Folgeplattendeckel (45) auf dem Ringkörper (80) aufliegt und lösbar
an dem Ringkörper (80) befestigt ist.
7. Container nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ringkörper (80) an seinem Außenumfang einen umlaufenden Steg (81) aufweist,
dessen Außendurchmesser gleich groß oder kleiner als der Außendurchmesser der Folgeplatte
(4) ist und der Steg (81) die Aufnahmenut in zwei vorzugsweise gleich große Aufnahmenuten
(82a, 82b) zur Aufnahme von Dichtungselementen unterteilt.
8. Container nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß als Dichtungselemente (42, 83a, 83b) Flachdichtungen und/oder Wulstringe aus
einem elastischen Material, wie Gummi, vorgesehen sind.
9. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß auf der dem Boden (11) des Containers (1) abgewandten Oberseite der Folgeplatte
(4) mindestens zwei Führungselemente (47, 470) für die Führung der Folgeplatte (4)
entlang der Seitenwandung (10) des Containers (1) ausgebildet sind.
10. Container nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente als jeweils mindestens eine am Folgeplattendeckel (45)
gehalterte Führungsrolle (470) ausgebildet sind, wobei die Drehachse (471) der Führungsrolle
(470) parallel zur Folgeplatte (4) verlaufend angeordnet ist und die Führungsrollen
(470) derart oberhalb der Folgeplatte (4) angeordnet sind, daß sie bei in den Innenraum
(110) des Containers eingesetzter Folgeplatte (4) an den Seitenwandungen (10) des
Containers (1) abrollen.
11. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Einfüllkanal (40) zentrisch in der Folgeplatte (4) angeordnet ist.
12. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwandungen (10) des Containers (1) über den Boden (11) nach unten vorstehen
und einen Sockel (101) mit Sockelraum (102) bilden und an dem Entnahmekanal (14) des
Bodens (11) ein in den Sockelraum (102) vorstehender Rohrstutzen (16) angebracht ist,
der mittels eines Deckels (15) verschließbar ist.
13. Container nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rohrstutzen (16) mit einem Abzweigrohr (17) ausgerüstet ist, das parallel
zu dem Boden (11) des Containers (1) durch den Sockelraum (102) und den Sockel (101)
geführt ist.
14. Container nach einem der Ansprüche 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß am Ende des Rohrstutzens (16) und/oder des Abzweigrohres (17) eine Schnellschlußkupplung
(90) zum Anschluß einer Entnahmeleitung (E) für das Medium vorgesehen ist.
15. Container nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß an dem dem Boden (11) abgewandten Ende des Einfüllkanals (40) und/oder Entlüftungskanals
(48) und/oder Belüftungskanals (49) auf der Folgeplatte (4) Schnellschlußkupplungen
(50, 60, 70) zum Anschluß von Leitungen für den Einfüllkanal (40) und/oder Entlüftungskanal
(48) und/oder Belüftungskanal (49) vorgesehen sind.
16. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß auf der dem Boden (11) gegenüberliegenden Oberseite des Containers (1) ein abnehmbarer
Deckel (2) zum Abschluß des Innenraums (110) befestigbar ist.
17. Container nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (2) mit Durchgangsöffnungen (25, 26, 27) zum Hindurchführen von Leitungen
für den Einfüllkanal (40) und/oder den Entlüftungskanal (48) und/oder den Belüftungskanal
(49) der Folgeplatte (4) ausgebildet ist.
18. Container nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Deckel (2) im Bereich der Durchgangsöffnungen (25, 26, 27) Schnellschlußkupplungen
(50, 60, 70) für den Anschluß von Leitungen für den Einfüllkanal (40) und/oder Entlüftungskanal
(48) und/oder Belüftungskanal (49) vorgesehen sind und zwischen Deckel (2) und Folgeplatte
(4) des Containers (1) Schlauchleitungen (21, 22, 23) vorgesehen sind, die an die
Schnellschlußkupplungen (50, 60, 70) angeschlossen sind und zu dem Entnahmekanal (40),
Entlüftungskanal (48) bzw. Belüftungskanal (49) der Folgeplatte (4) führen.
19. Container nach einem der Ansprüche 14, 15 oder 18,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schnellschlußkupplungen (50, 60, 70, 90) bei abgekuppelter Leitung selbsttätig
gasdicht verschließend ausgebildet sind.
20. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Entlüftungskanal (48) des Folgedeckels (4) auf seiner dem Füllraum abgewandten
Seite mit einer Entlüftungseinrichtung in Gestalt einer Venturi-Düse (52) ausgerüstet
ist.
21. Container nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Container (1) faßartig mit rundem Querschnitt ausgebildet ist.
22. Container nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, daß auf der dem Innenraum (110) zugewandten Seite des Deckels (2) eine Spritzleitung
(24) mit mehreren auf die Seitenwandungen (10) des Containers (1) gerichteten Spritzdüsen
(24a) vorgesehen ist, über die bedarfsweise ein Gleitmittel für die Bewegung der Folgeplatte
(4) entlang der Seitenwandungen (10) des Containers (1) aufsprühbar ist.
23. Container nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet, daß als Gleitmittel eine mit dem eingefüllten Medium kompatible Flüssigkeit verwendet
ist.