(19)
(11) EP 0 730 811 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.09.1998  Patentblatt  1998/36

(21) Anmeldenummer: 95901321.0

(22) Anmeldetag:  23.11.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6H04R 25/00
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE9401/377
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9515/067 (01.06.1995 Gazette  1995/23)

(54)

Hörtesteinrichtung und Verfahren zum Testen

Hearing aids tester and method of operation

Appareil de correction auditive et procédé de controle de l'appareil


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 23.11.1993 DE 4339899
23.11.1993 DE 4339898
31.03.1994 DE 9405529 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.09.1996  Patentblatt  1996/37

(60) Teilanmeldung:
98102570.3 / 0855847

(73) Patentinhaber: Lux-Wellenhof, Gabriele
65830 Kriftel (DE)

(72) Erfinder:
  • Lux-Wellenhof, Gabriele
    65830 Kriftel (DE)

(74) Vertreter: KUHNEN, WACKER & PARTNER 
Alois-Steinecker-Strasse 22
85354 Freising
85354 Freising (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 421 233
WO-A-87/07464
GB-A- 5 833
US-A- 3 906 170
US-A- 4 712 245
EP-A- 0 560 679
WO-A-90/09760
US-A- 3 732 382
US-A- 4 539 440
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Hörtestvorrichtung sowie ein Verfahren zum Betreiben dieser Hörtestvorrichtung bzw. ein Verfahren zum Testen der Hörfähigkeit von Personen und zur Auswahl eines auf den Patienten individuell abgestimmten Hörgeräts.

    [0002] Damit für einen an Schwerhörigkeit leidenden Patienten ein optimal angepaßtes Hörgerät ausgewählt bzw. angefertigt werden kann, muß zunächst der Grad seiner Schwerhörigkeit bzw. seine Hörfähigkeit ermittelt werden. Steht diese fest, kann dann ein entsprechendes Hörgerät ausgewählt und eine Otoplastik hierfür individuell angefertigt werden. Die herkömmlichen bekannten Hörtests sind sehr aufwendig, da sie nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden können. Darüber hinaus besteht ein Nachteil darin, daß im wesentlichen unnatürliche Sinus-Töne zum Testen der Hörfähikgeit verwendet werden.

    [0003] Aus der Druckschrift FR 2 664 494 A1 ist eine Hörtestvorrichtung bekannt, mittels der auf einer Klangspeichereinrichtung gespeicherte Schallereignisse über einen Lautsprecher abgerufen werden können. Der Grad des Erkennens der verschiedenen Schallereignisse (Kurve b in Fig. 2) wird durch eine untersuchende Person für verschiedene Hörgeräte bzw. für ein Hörgerät mit verschiedenen Einstellungen aufgezeichnet. Auf diese Weise wird durch Zusammenarbeit zwischen Patient und untersuchender Person ein entsprechend individuell angepaßtes Hörgerät ausgesucht. Nachteilig ist es hierbei, daß die Untersuchung nur unter ständiger Mitwirkung von entsprechend geschultem Fachpersonals durchgeführt werden kann. Aufgrund der hohen Personalkosten veteuert sich das Untersuchungsverfahren daher entsprechend.

    [0004] Aus der DE-OS 39 00 588 bzw. der DE-OS 32 05 685 sind Hörgeräte bekannt, bei denen sich bestimmte akustische Betriebsparameter variieren lassen.

    [0005] Aus WO 90/09760 ist eine computergesteuerte Vorrichtung zum Anpassen von Hörgeräten bekannt. Das Ohr des Patient wird mit verschieden durch den Computer ausgewählten Frequenzen beaufschlagt und aus der Frequenzantwort werden verschieden Einstellparameter für das anzupassende Hörgerät abgeleitet. Die ermittelten Parameter werden entweder computergesteuert oder durch eine Bedienperson in das anzupassende Hörgerät übernommen.

    [0006] Aus WO 87/07464 ist eine Hörtestvorrichtung gemäß dem Obergriff des Anspruchs 1 bekannt. Mit dieser Hörtestvorrichtung lassen sich unterschiedliche Klang- oder Schallereignisse aus einer Klangspeichereinrichtung abrufen und über eine Lautsprechereinrichtung hörbar machen. Über eine Steuer- und Bedienungseinrichtung können die akustischen Betriebsparameter eines Hörgeräts solange variiert werden, bis ein für den Patienten optimal abgestimmtes Hörgerät gefunden ist. Der Patient kann die verschiedenen akkustischen Parameter in von einer Bedienperson festgelegten Grenzen varieren, um somit das für ihn passendste Hörgerät zu finden.

    [0007] Ausgehend von WO 87/07464 ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung zum Testen der Hörfähigkeit eines Patienten und zur Auswahl eines individuell angepaßten Hörgeräts bereitzustellen, die eine weniger kostenintensive Anwendung erlaubt und zu einem Hörgerät führt, das nach dem subjektiven Empfinden des Patienten einen optimalen und natürlichen Klangeindruck liefert. Weiter ist es Aufgabe der Erfindung ein entsprechend angepaßtes Verfahren zum Testen der Hörfähigkeit eines Patienten und zur Auswahl eines individuell angepaßten bzw. abgestimmten Hörgeräts zur Verfügung zu stellen.

    [0008] Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt durch die Merkmale der Ansprüche 1 bzw. 10.

    [0009] Gemäß Anspruch 1 wird eine Hörtestvorrichtung bereitgestellt mit der unterschiedliche Klang- oder Schallereignisse aus einer Klangspeichereinrichtung abrufbar und über eine Lautsprechereinrichtung hörbar gemacht werden können. Über eine Steuer- und Bedienungseinrichtung können die akustischen Betriebsparameter eines Hörgeräts solange variiert werden, bis ein für den Patienten optimal abgestimmtes Hörgerät gefunden ist. Der Patient kann die verschiedenen akkustischen Parameter, wie Frequenzgang, Verstärkung, Ausgangsschalldruckpegel und auch Art der Verstärkerschaltung innerhalb bestimmter Grenzen frei wählen, um somit das für ihn passendste Hörgerät ohne fremde Hilfe zu finden. Zum eigentlichen Test des Hörgeräts kann der Patient aus der Klangspeichereinrichtung verschiedene ihm bekannte Geräusche oder Klangereignisse abrufen, die dann über die Lautsprecher ertönen.

    [0010] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird gleichzeitig mit einem bestimmten Klangereignis die zugehörige Bedeutung entweder in Form eines Ansagetextes oder in Form einer bildlichen Darstellung aus der Klangspeichereinrichtung abgerufen und in einer Anzeigeeinrichtung angezeigt. Damit kann der Patient immer sofort beurteilen, ob ein bestimmtes Schallereignis, z. B. das Rascheln von Blättern im Wind mit den momentan eingestellten Hörgeräteparametern natürlich klingt oder nicht.

    [0011] Sofern das Klangereignis ein gesprochener Text ist, wird dieser gesprochene Text auf der Anzeigeeinrichtung dargestellt. Gemäß bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung wird das Schallereignis selbst und die zugehörige Bedeutung in Form eines Textes, einer bildlichen Darstellung etc. zusammen in der Klangspeichereinrichtung abgespeichert. Damit können beliebige Schallereignisse ausgewählt werden und der Patient bzw. ein Betreuer braucht sich nicht um die Zuordnung von akkustisch auftretendem Schallereignis und den Anzeigen der zugehörenden Bedeutung kümmern. Die Schallereignisse lassen sich beiliebig oft wiederholen.

    [0012] Gemäß weiteren vorteilhafter Ausgestaltungen weist die Standardschale des Hörgeräts eine elastische Hülle auf, die aus hygienischen Gründen auswechselbare ist. Damit können die gleichen Standardschalen für unterschiedliche Personen verwendet werden. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dieser Hülle um eine schlauchförmige bzw. doppelschlauchförmige Hülle, in die ein Fluid, insbesondere Luft, eingefüllt werden kann, so daß das Hörgerät dann optimal dem Gehörgang des jeweiligen Patienten angepaßt ist. Hierfür eignen sich insbesondere die vorstehende beschriebenen Hüllen bzw. Hörgeräte mit Hülle.

    [0013] Als Hörgerät können beliebige Hörgeräte oder Hörverstärker verwendet werden. Um die Auswechselbarkeit zu erleichtern ist das Hörgerät vorzugsweise an einer Trageeinrichtung, zum Beispiel einem Stetho-Clip angebracht. Die Steuerung und Bedienung des Hörgeräts kann über ein das Hörgerät und die Steuer- und Bedienungseinrichtung verbindendes Kabel oder auch mittels Infrarotstrahlen oder dergleichen erfolgen.

    [0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform können verschiedene Geräusche wie z. B. Zeitungsrascheln oder Wecker klingeln auch auf natürliche Weise erzeugt werden, d. h. diese Klanereignisse werden nicht aus der Klangspeichereinrichtung abgerufen, sondern werden unmittelbar durch den Patienten selbst erzeugt.

    [0015] Um Verletzungen des Patienten zu vermeiden lassen sich kritische Parameter, wie z. B. die Verstärkung bzw. der Ausgangsschalldruckpegel des Hörgeräts nur in Bereichen unter der Hörschädigungsgrenze frei wählen. Sollten außerhalb dieser Grenzen liegende Werte nötig sein, können diese natürlich durch eine entsprechende Fachkraft eingestellt werden.

    [0016] Die weiteren Unteransprüche beziehen sich auf weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.

    [0017] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen anhand der Zeichnung.

    [0018] Es zeigt:
    Fig. 1
    ein Blockschaltbild mit dem schematischen Aufbau der erfindungsgemäßen Hörtestvorrichtung; und
    Fig. 2
    eine schematische Darstellung des Testhörgeräts.


    [0019] Fig. 1 zeigt schematisch eine beispielhafte Ausgestaltung der Hörtestvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung.

    [0020] Die in Fig. 1 dargestellte Hörtestvorrichtung besteht aus einer zentralen Bedienungs- und Steuereinrichtung 2, die mit einer Klangspeichereinrichtung 4, einer Anzeigeeinrichtung 6, einer Lautsprechereinrichtung bestehend aus zwei Lautsprecherboxen 8 und 9 sowie mit einem Testhörgerät 10 verbunden ist.

    [0021] Wie aus Fig. 2 zu ersehen ist, umfaßt das Testörgerät 10 ein Stetho-Clip 12, an dem ein Hörgerätemodul 11 befestigt ist. Das Hörgerätemodul 11 ist über einen Standardschlauch 14 mit einer Standardschale 16 verbunden, die in den Gehörgang des Patienten eingeführt wird. Die Standardschale 16 ist von einer einer doppelschlauchförmigen, elastischen Hülle 18 aus hautverträglichem Material umgeben. Durch Verwendung unterschiedlicher Standardschläuche bzw. durch das Einlegen von Schallschläuchen definierten Durchmessers zwischen Standardschale 14 und Hörgerätemodul 11 können Frequenzprobleme bzw. Probleme mit der Stimmlage des Benutzers durch entsprechend geschultes Fachpersonal ausgeräumt werden. Diese Schallschläuche dienen gleichzeitig der Belüftung des Gehörgangs. Auch hinsichtlich der Funktion und des Aufbaus dieser Schall-bzw. Belüftungsschläuche wird auf die vorstehenden ausführungen verwiesen.

    [0022] Mit dem Hörgerätemodul 11 lassen sich verschiedene Verstärkerschaltungen wie AGCi-, AGCo-, PC-, kAMP-Schaltungen etc. darstellen bzw. realisieren. Die Elektronik, die diese unterschiedlichen Verstärkerarten realisiert, kann entweder in dem Hörgerätemodul 11 selbst oder extern, beispielsweise in der Steuer- und Bedienungseinrichtung untergebracht sein.

    [0023] Der Patient bzw. Benutzer der erfindungsgemäßen Hörtesteinrichtung erhält den Stetho-Clip mit Hörgerätemodul 11. Die Standardschale 14 des Hörgeräts 10 mit der Hülle 16 werden in den Gehörgang eingeführt und über ein Ventil (nicht dargestellt) in der Hülle 18 wird Luft in die Hülle 18 eingeblasen, so daß sich die Hülle 18 eng an den Gehörgang des Patienten anschmiegt. Auf diese Weise wird der Gehörgang abgedichtet und es werden Rückkopplungen vermieden.

    [0024] Anschließend kann der Benutzer selbsttätig an der Bedienungs- und Steuereinrichtung 2 verschiedene Betriebsparameter des Testhörgeräte einstellen, d. h. er kann beispielsweise die Verstärkung in 5 bis 10 dB-Sprüngen im Bereich von 15 bis 60 dB verändern und er kann den Frequenzgang in einem Bereich von 100 bis 6000 Hz (bei breitbandigeren Hörern im Berecih zwischen 20 und 20000 Hz) variieren, wobei hier sowohl Breitbandübertragung als auch Selektivübertragung verschiedener engerer Frequenzbereiche möglich ist.

    [0025] Zum eigentlichen Test des Hörgeräts kann der Patient aus der Klangspeichereinrichtung 4 verschiedene ihm bekannte Geräusche oder Klangereignisse abrufen, dessen Bedeutung oder bildliche Darstellung in der Anzeigeeinrichtung 6 dargestellt und gleichzeitig durch die Lautsprecher 8 und 9 akustisch ausgestrahlt wird. Aufgrund der optischen Anzeige oder Darstellung des jeweilig ertönenden Klangerzeugnisses in der Anzeigeeinrichtung 6, weiß der Patient genau, welches Schallereignis gerade erklingt bzw. ertönt und er weiß somit auch wie ein solches Schallereignis, wie z. B. das Rauschen von Blättern im Wind klingen sollte. Er kann daher die verschiedenen Betriebsparameter des Testörgeräts solange verändern, bis er einen nach seinem subjektiven Empfinden optimalen und natürlichen Klangeindruck empfindet.

    [0026] Das Testen des Sprachverstehens erfolgt durch Abrufen eines Klangereignisses, das einen gesprochenen Text darstellt. Hierbei ist es ggfs. sinnvoll die Bedeutung des Textes nicht optisch anzuzeigen, da es bei dem Verstehen von Sprache weniger um die Natürlichkeit des Klanges als vielmehr um das Verstehen als solches geht.

    [0027] Bei diesem Selbsttest des Patienten ist es natürlich vorteilhaft, wenn der Patient nicht völlig frei in der Auswahl der verschiedenen Parameter ist. Vielmehr ist es mit der erfindungsgemäßen Hörtesteinrichtung auch möglich, bestimmte vorgewählte Testmuster auszuführen und zu durchlaufen. D. h. zwischen Hörtestvorrichtung und Patient entsteht ein "Dialog" in dessen Verlauf der Patient verschiedene Alternativen wählen kann. Anhand der jeweils gewählten Alternative wird dann durch das Testprogramm entschieden, wie das Testprogramm weiter fortgesetzt wird und mit welchen Verstärkerschaltungen bzw. mit welchem Hörgerätetypen weitergetestet werden soll. Bei einem solchen programmgesteuerten Selbstest wird der Patient in erster Linie den Grad der Verstärkung, d. h. die Lautstärke frei bestimmen können, während die anderen Betriebsparameter des Hörgeräts programmgesteuert ausgewählt werden. Natürlich ist es auch sinnvoll, daß bei Fragen des Patienten jederzeit geschultes Fachpersonal zur Verfügung steht.

    [0028] Hat schließlich der Patient ein für seine Bedürfnisse optimales Hörgerät gefunden, kann dieses unmittelbar vor Ort an den individuellen Gehörgang des Patienten angepaßt werden, in dem aus der doppelschlauchförmigen Hülle 18 die Luft herausgelassen und stattdessen eine schnellhärtende Kunststoffmasse eingefüllt wird. Durch Kaubewegungen des Patienten wird der Sitz des Hörgeräts bzw. der Standardschale im Gehörgang optimiert. Anschließend kann das individuell angepaßte Hörgerät des Patienten, d. h. also ein Hörgerät ohne Verbindung zu der eigentlichen Hörtesteinrichtung, noch einmal durch Abruf unterschiedlicher Klangereignisse getestet werden.

    [0029] Für die Lautsprechereinrichtungen werden vorzugsweise zwei oder mehrere räumlich getrennt angeordnete Lautsprecher verwendet, um auch das Richtungsgehör des Patienten zu testen bzw. um hierfür ein optimales Hörgerät auswählen zu können. Es ist natürlich auch möglich, daß die unterschiedlichen Klangereignisse mittels Kopfhörer erzeugt werden.

    [0030] Für die Klangspeichereinrichtungen können sowohl analoge Klangspeicher, wie Tonband etc. verwendet werden als auch digitale Speicher, wie CD oder beispielsweise PCMCIA-Speicherkarten. Die Steuerungs- und Bedienungseinrichtung kann insbesondere ein Standard-PC mit entsprechend eingerichteten Peripheriegeräten sein. Die Peripheriegeräte würden hierbei insbesondere eine sogenannte Soundkarte umfassen, mit der digital gespeicherte Klangereignisse in entsprechende analoge elektrische Signale umgewandelt werden können, die dann in der Lautsprechereinrichtung als Schall ertönen. Die Verwendung eines PC's als Steuerungs- und Bedienungseinrichtung hat auch den Vorteil, daß auf einfache Weise, nämlich per Software unterschiedliche Testprogramme abgefahren werden können. Für solche Testprogramme ist es auch möglich lernfähige neuronale Netze zu verwenden, die sich selbststätig an dem jeweiligen Patienten anpassen.


    Ansprüche

    1. Hörtestvorrichtung zum Testen der Hörfähigkeit eines Patienten und zur Auswahl eines individuell angepaßten Hörgeräts, mit

    einer Klangspeichereinrichtung (4) auf der verschiedene Schallereignisse abgespeichert und als elektronische Signale abrufbar sind,

    einer mit der Klangspeichereinrichtung (4) verbundenen Lautsprechereinrichtung (8, 9) zum hörbar machen der von der Klangspeichereinrichtung (4) ausgegebenen elektronischen Signale,

    einem Testhörgerät (10) mit Hörer, Mikrofon und Verstärkerschaltung, und

    einer Bedienungs- und Steuereinrichtung (2) mittels der der bestimmte akustische Betriebsparameter des Testhörgeräts (10), wie insbesondere Art der Verstärkung, Grad der Verstärkung, Frequenzgang und Ausgangsschalldruckpegel, innerhalb bestimmter Grenzen durch den Patienten selbst einstellbar sind, dadurch gekennzeichnet,

    daß mittels der Bedienungs- und Steuereinrichtung (2) durch den Patienten selbst selektiv bestimmte Schallereignisse aus der Klangspeichereinrichtung (4) in Form elektronischer Signale abrufbar sind.


     
    2. Hörtestvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Anzeigeeinrichtung (6) zur gleichzeitigen optischen Anzeige der aus der Lautsprechereinrichtung (8, 9) ertönenden Schallereignisse.
     
    3. Hörtestvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Testhörgerät (10) an einer Tragevorrichtung (12) befestigt ist, ein Hörgerätemodul (11) mit Hörer und Mikrofon, wenigstens eine Standardschale (16) aufweist und über ein Kabel mit der Verstärkerschaltung und der Bedienungs- und Steuereinrichtung (2) verbunden ist, und daß über die Bedienungs- und Steuereinrichtung (2) und der damit verbundenen Verstärkerschaltung die unterschiedlichen akustischen Betriebsparameter des Testhörgeräts (10) auswählbar sind.
     
    4. Hörtestvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der Klangspeichereinrichtung (4) zu jedem gespeicherten Schallereigniß eine zugeordnete optische Information gespeichert ist, die auf der Anzeigeeinrichtung (6) optisch anzeigbar ist.
     
    5. Hörtestvorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß in der Anzeigeeinrichtung (6) eine bildliche Darstellung des und/oder eine textliche Information über das jeweilige Schallereignis gleichzeitig anzeigbar ist.
     
    6. Hörtestvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schallereignisse in der Klangspeichereinrichtung (4) digital gespeichert sind.
     
    7. Hörtestvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Standardschale (16) von einer elastischen, auswechselbaren Hülle (18) umgeben ist.
     
    8. Hörtestvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die auswechselbare Hülle (18) mechanisch an dem Gehörgang arretierbar ist.
     
    9. Hörtestvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lautsprechereinrichtung (8, 9) zur Erzeugung eines räumlichen Klangeindrucks und damit zum Testen des Richtungsgehörs eine Mehrzahl von Lautsprechern aufweist.
     
    10. Verfahren zum Testen der Hörfähigkeit eines Patienten und zur Auswahl eines individuell abgestimmten Hörgeräts für einen Patienten mit einer Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche mit folgenden Verfahrensschritten:

    a) Einführen der in den Gehörgang bzw. in die Gehörgänge einzuführenden Teile eines Testhörgeräts (10);

    b) selektives Auswählen eines bestimmten Schallereignisses durch den Patienten;

    c) akustisches Erzeugen des in Schritt b) ausgewählten Schallereignisses;

    d) Variation bestimmter akustischer Betriebsparameter des Testhörgeräts (10) aufgrund des Grades des Erkennens der ausgewählten Schallereignisse; und

    e) Ersetzen des Testhörgeräts (10) durch ein vorgefertigtes Hörgerät mit den gefundenen akustischen Betriebsparametern.


     
    11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß in Schritt c) das akustisch erzeugte Schallereigniß optisch angezeigt wird.
     
    12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bedeutung des akustisch erzeugten Schallereignisses optisch dargestellt wird.
     
    13. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß bestimmte Schallereignisse, insbesondere Weckerklingeln, Zeitungsrascheln, Hämmern, Sprechen, unmittelbar auf "natürliche" Art und Weise erzeugt werden.
     
    14. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß in Schritt c) aufgrund des Grades des Erkennens der akustisch erzeugten Schallereignissen die bestimmten akustischen Betriebsparameter, die veränderbar sind, durch ein Computerprogramm festgelegt werden.
     


    Claims

    1. A hearing test device for testing the hearing ability of a patient and for selection of an individually adapted hearing aid, including

    sound storing means (4) on which various sound events are stored and can be called up in the form of electronic signals,

    speaker means (8, 9) connected to said sound storing means (4) for acoustic reproduction of the electronic signals output by said sound storing means (4),

    a test hearing aid (10) including earphone, microphone and amplification circuit, and

    operating and control means (2) whereby specific acoustic operating parameters of said test hearing aid (10), in particular gain type, gain level, frequency response, and output sound pressure level, can be adjusted by the patient within specific limits,

    characterised in that

    by means of said operating and control means (2), specific sound events may selectively be called up from said sound storing means (4) in the form of electronic signals by the patient.


     
    2. The hearing test device according to claim 1, characterised by display means (6) for concurrent visual display of the sound events sounding from said speaker means (8, 9).
     
    3. The hearing test device according to claim 1 or 2, characterised in that said test hearing aid (10) is fastened to wearing means (12) and includes a hearing aid module (11) with earphone and microphone and having at least one standard shell (16), and is connected via a cable to said amplification circuit and said operating and control means (2), and that the various acoustic operating parameters of said test hearing aid (10) may be selected via said operating and control means (2) and said amplification circuit connected thereto.
     
    4. The hearing test device according to claim 2 or 3, characterised in that for each stored sound event, associated visual information which may be visually displayed on said display means (6) is stored in said sound storing means (4).
     
    5. The hearing test device according to at least one of claims 1 to 4, characterised in that a visual representation of the respective sound event and/or text information about the respective sound event may concurrently be displayed in said display means (6).
     
    6. The hearing test device according to at least one of the preceding claims, characterised in that the sound events are stored digitally in said sound storing means (4).
     
    7. The hearing test device according to at least one of the preceding claims, characterised in that said standard shell (16) is surrounded by an elastic, replaceable sleeve (18).
     
    8. The hearing test device according to claim 7, characterised in that said replaceable sleeve (18) is mechanically attachable to the auditory channel.
     
    9. The hearing test device according to at least one of the preceding claims, characterised in that said speaker means (8, 9) include a plurality of speakers for generating a three-dimensional auditory sensation and thus for testing directional hearing.
     
    10. A method for testing the hearing ability of a patient and for selection of an individually adapted hearing aid for a patient including a device according to at least one of the preceding claims, said method comprising the following method steps:

    a) insertion of those parts of a test hearing aid (10) intended for inserting into the auditory channel(s);

    b) selective choice of a specific sound event by the patient;

    c) acoustical reproduction of the sound event selected in step b);

    d) variation of specific acoustic operating parameters of said test hearing aid (10) based on the degree of recognition of the selected sound events; and

    e) exchanging said test hearing aid (10) for a prefabricated hearing aid having the ascertained acoustic operating parameters.


     
    11. The method according to claim 10, characterised in that the acoustically reproduced sound event is displayed visually in step c).
     
    12. The method according to claim 10, characterised in that the signification of the acoustically reproduced sound event is displayed visually.
     
    13. The method according to at least one of claims 10 to 12, characterised in that specific sound events, in particular the ringing of an alarm clock, the rustling of a newspaper, hammering, speech, are reproduced directly in a "natural" manner.
     
    14. The method according to at least one of claims 10 to 13, characterised in that the specific acoustic operating parameters, which are variable, are in step c) determined by a computer program based on the degree of recognition of the acoustically reproduced sound event.
     


    Revendications

    1. Dispositif de test auditif pour tester la capacité auditive d'un patient et pour sélectionner un appareil de correction auditive adapté individuellement, comportant

    un dispositif (4) formant mémoire de sons, dans lequel différents évenements acoustiques sont mémorisés et peuvent être appelés sous la forme de signaux électroniques,

    un dispositif formant haut-parleur (8, 9) relié au dispositif (4) formant mémoire de sons, pour rendre audibles les signaux électroniques délivrés par le dispositif (4) formant mémoire de sons,

    un appareil auditif de test (10) comportant un écouteur, un microphone et un circuit amplificateur, et

    un dispositif de manipulation et de commande (2), à l'aide duquel des paramètres acoustiques déterminés de fonctionnement de l'appareil auditif de test (10), tels que notamment le type d'amplification, le degré d'amplification, la réponse en fréquence et le niveau de pression acoustique de sortie, peuvent être réglés par le patient lui-même dans des limites déterminées,

       caractérisé en ce

    qu'à l'aide du dispositif de manipulation et de commande (2), des événements acoustiques déterminés de façon sélective par le patient lui-même peuvent être appelés du dispositif (4) formant mémoire de sons sous la forme de signaux électroniques.


     
    2. Dispositif de test auditif selon la revendication 1, caractérisé par un dispositif d'affichage (6) servant à réaliser l'affichage visuel simultané des évènements acoustiques émis par le dispositif formant haut-parleur (8, 9).
     
    3. Dispositif de test auditif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'appareil auditif de test (10) est fixé à un dispositif de support (12), comporte un module d'appareil auditif (11) pourvu d'un écouteur et d'un microphone, et au moins une coque standard (16), et est relié par l'intermédiaire d'un câble au circuit amplificateur et au dispositif de manipulation et de commande (2), et en ce que les différents paramètres acoustiques de fonctionnement de l'appareil auditif de test (10) peuvent être sélectionnés au moyen du dispositif de manipulation et de commande (2) et du circuit amplificateur qui est raccordé à ce dernier.
     
    4. Dispositif de test auditif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que, dans le dispositif (4) formant mémoire de sons, est mémorisée, pour chaque événement acoustique mémorisé, une information visuelle associée, qui peut être affichée visuellement sur le dispositif d'affichage (6).
     
    5. Dispositif de test auditif selon au moins l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'une représentation sous forme d'image de l'événement acoustique considéré et/ou une information sous forme de texte concernant l'événement acoustique considéré peuvent être affichées simultanément dans le dispositif d'affichage (6).
     
    6. Dispositif de test auditif selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les événements acoustiques sont mémorisés numériquement dans le dispositif (4) formant mémoire de sons.
     
    7. Dispositif de test auditif selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la coque standard (16) est entourée par une enveloppe élastique remplaçable (18).
     
    8. Dispositif de test auditif selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'enveloppe remplaçable (18) peut être fixée mécaniquement sur le conduit auditif.
     
    9. Dispositif de test auditif selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif formant haut-parleur (8, 9) comporte une multiplicité de haut-parleurs pour la production d'un effet sonore tridimensionnel et, par conséquent, pour le test de l'ouïe directionnelle.
     
    10. Procédé pour tester la capacité auditive d'un patient et pour sélectionner un appareil de correction auditive accordé individuellement pour un patient, à l'aide d'un dispositif selon au moins l'une des revendications précédentes, comprenant les étapes opératoires suivantes :

    a) introduction des éléments d'un appareil auditif de test (10), devant être introduits dans le conduit auditif ou dans les conduits auditifs ;

    b) détermination sélective d'un événement acoustique déterminé par le patient ;

    c) génération acoustique de l'événement acoustique sélectionné lors de l'étape b) ;

    d) modification de paramètres acoustiques déterminés de fonctionnement de l'appareil auditif de test (10) sur la base du degré d'identification des événements acoustiques sélectionnés ; et

    e) remplacement de l'appareil auditif de test (10) par un appareil de correction auditive fabriqué au préalable et possédant les paramètres acoustiques trouvés de fonctionnement.


     
    11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que lors de l'étape c) l'événement acoustique généré acoustiquement est affiché visuellement.
     
    12. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que la signification de l'événement acoustique généré acoustiquement est représentée visuellement.
     
    13. Procédé selon au moins l'une des revendications 10 à 12, caractérisé en ce que des événements acoustiques déterminés, notamment des sonneries de réveil, des bruissements de journaux, des coups de marteaux, des paroles, sont générés directement d'une manière "naturelle".
     
    14. Procédé selon au moins l'une des revendications 10 à 13, caractérisé en ce que lors de l'étape c), les paramètres acoustiques déterminés de fonctionnement, qui peuvent être modifiés, sont fixés par un programme d'ordinateur, sur la base du degré d'identification des événements acoustiques générés acoustiquement.
     




    Zeichnung