(19)
(11) EP 0 725 852 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
30.12.1998  Patentblatt  1998/53

(21) Anmeldenummer: 95900061.3

(22) Anmeldetag:  27.10.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D07B 3/02
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE9401/299
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9512/023 (04.05.1995 Gazette  1995/19)

(54)

VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR HERSTELLUNG VON STAHLCORD

PROCESS AND DEVICE FOR PRODUCING STEEL CORD

PROCEDE ET DISPOSITIF DE PRODUCTION DE CABLE ACIER


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE ES FR IT

(30) Priorität: 28.10.1993 DE 4337596

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
14.08.1996  Patentblatt  1996/33

(73) Patentinhaber: SKET Verseilmaschinenbau GmbH
39120 Magdeburg (DE)

(72) Erfinder:
  • GELING, Helmut
    D-39104 Magdeburg (DE)
  • MANDADJIEV, Dimiter
    D-39128 Magdeburg (DE)
  • POIDA, Martin
    D-39104 Magdeburg (DE)

(74) Vertreter: Kietzmann, Manfred 
Kietzmann & Partner Friedrichstrasse 95
10117 Berlin
10117 Berlin (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 563 586
DE-A- 2 462 092
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Stahlcord, insbesondere HT-Cord bzw. Ultra-HT-Cord (Ultra-high tensile strength steel tire cord).

    [0002] Es ist bekannt, Doppelschlagverseilmaschinen für die Verseilung von Stahldrähten einzusetzen. Durch die DE 24 62 092 A1 ist eine Maschine bekannt, bei der die einzelnen Ablauf spulen achsfluchtend hintereinander jeweils zwischen Getriebeständern angeordnet sind. Jeder einzelne Draht wird durch Rollensysteme um die Spulen herum in die Achsmitte des Rotors geführt und von dort durch einen Lagerzapfen zum nächsten Spulenrahmen geleitet, wo er mit den jeweils dazukommenden Drähten in der vorher beschriebenen Weise weitergeleitet wird. Am Rotorende werden die Drähte über eine mit dem Rotor synchron drehende Umlenkrolle in die Gegenrichtung umgelenkt und in einer sinusförmigen Kurve jeweils um die Spulen herum zum anderen Ende des Rotors geführt. Außerhalb des Verseilsystems sind eine Überdrehvorrichtung zur Beseitigung der durch die Doppelschlagverseilung in der Litze vorhandenen großen Torsionsspannungen sowie ein Abzug und Aufwickler angeordnet. Der erste Verseilpunkt liegt im Bereich der ersten Umlenkrolle, und der zweite Verseilpunkt zur Realisierung des Doppelschlages befindet sich am Auslauf der Verseilmaschine. Mit dieser bekannten Maschine können jedoch nur Hohllitzen qualitätsgerecht hergestellt werden. Zur Herstellung von Litzen mit einem Kerndraht ist diese Maschine nicht geeignet, da der Kerndraht während der Verseilung seine Länge annähernd beibehält und somit länger als die Drähte der Decklage ist, die durch den zweiten Verseilschlag verkürzt wird und im Ergebnis eine nachteilige Verformung der Litze bewirkt. Weiterhin erfordert das Aufwickeln der fertigen Stahldrahtlitze einen hohen Bedienaufwand, weil ein ständiger Spulenwechsel der Aufwickelspule durch den Bediener notwendig ist. Das Spulenvolumen aller Ablaufspulen beträgt in der Regel ein mehrfaches des Spulenvolumens der Aufwickelspule.

    [0003] Durch die EP 0 563 586 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung hochfester Stahldrahtlitzen bekannt.

    [0004] Bei dem Verfahren werden die einzelnen Drähte von innerhalb eines Spulenrahmens angeordneten, abbremsbaren Ablaufspulen abgezogen und nach dem Doppelschlagprinzip verseilt und die Stahldrahtlitze wird mittels einer Verlegeeinrichtung auf Spulen aufgewickelt, die jeweils eine wesentlich kleinere Aufnahmekapazität als die Ablaufspulen haben.

    [0005] Die mit gleicher Spannung abgezogenen Drähte werden dabei infolge einer Gleitbewegung auf einer konischen Umlenkrolle in einem einzigen Verseilpunkt im Doppelschlag zu der in ihrer Struktur fertigen Stahldrahtlitze verseilt. Die in ihrer Struktur fertige Stahldrahtlitze rotiert bei Durchlaufen von zwei synchron rotierenden Flyern in doppelter Drehzahl der Flyer um sich selbst und wird vor ihrem Abwickeln zum Abbau ihrer inneren Torsionsspannungen einem Nachformvorgang und einem definierten Zugkraftanstieg unterworfen.

    [0006] Die Vorrichtung besteht aus einer Doppelschlagverseilmaschine mit mehreren im Spulenrahmen gelagerten und durch je eine Drahtzugbremse abgebremsten Ablaufspulen, einem nachgeordneten Litzenabzug und einem drehangetriebenen und seitlich verfahrbaren Spulenpaket mit austauschbaren Aufwickelspulen und einer Verlegeinrichtung.

    [0007] Hierbei ist im Bereich des ersten Umlenkpunktes des Verseilgutes in der Mittenachse eine konisch geformte Umlenkrolle angeordnet und im Bereich zwischen Ablaufspulen und Umlenkrolle ein gemeinsamer Verseilpunkt für den ersten und den zweiten Verseilschlag angeordnet. An jeder Stirnseite des Spulenrahmens ist ein Flyer mit je einem Führungsglied für die vom kleinen Durchmesser der konischen Umlenkrolle ablaufende Stahldrahtlitze drehbar gelagert und zwischen dem ablaufseitig angeordneten zweiten Flyer und dem Spulenpaket ist eine Vorrichtung zum Abbau der Torsionsspannung in der Stahldrahtlitze angeordnet.

    [0008] Es ist jedoch nicht möglich mit dem bekannten Verfahren und der Vorrichtung einen Stahlcord höchster Zugfestigkeit, insbesondere HT-Cord und Ultra-HT-Cord qualitätsgerecht herzustellen. Außerdem ist die Vorrichtung nach der EP 0 563 586 A1 nicht geeignet, eine Laufdauer mit einem 24-Stunden-Rhythmus zu realisieren, da dieser Rhythmus eine hohe Spulenmasse erfordert und diese Masse nach dem bekannten Verfahren und mit der bekannten Vorrichtung nicht mit der erforderlichen Genauigkeit bewegt und somit die zu ver-seilenden Drähte nicht mit der erforderlichen geringen Zugspan-nung abgewickelt werden können. Es sind dadurch Drahtrisse mög-lich, welche die Qualität des Verseilgutes und das Verseilre-gime negativ beeinflussen.

    [0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Stahlcord, insbesondere HT-Cord und Ultra-HT-Cord, zu schaffen, wobei es möglich ist, nach dem Prinzip in-out Drahtlitzen mit einem Kerndraht aus HT- und Ultra-HT-Drähten qualitätsgerecht herzustellen, wobei große Spulenfüllungen bei einem Schallpegel < 80 dB verarbeitbar sind.

    [0010] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß

    a) die Drähte von im wesentlichen innerhalb eines Spulenrahmens angeordneten, mechanisch abbremsbaren Ablaufspulen mit einer Füllmenge > 50 kg über die gesamte Spulenfüllung mit konstanter Spannung abgezogen und infolge einer Gleit- und Abwälzbewegung auf einer konischen Umlenkrolle in einem einzigen Verseilpunkt im Doppelschlag zu der in ihrer Struktur fertigen Drahtlitze verseilt werden,

    b) die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze bei Durchlaufen von zwei synchron zueinander rotierenden Flyern in doppelter Drehzahl der Flyer um sich selbst rotiert,

    c) die einzelnen Drähte vor Einlauf in den Verseilpunkt einer Vorverformung unterworfen werden,

    d) die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze im Bereich zwischen dem Verseilpunkt und der konischen Umlenkrolle einer plastischen Umformung durch Überdrehung unterworfen wird,

    e) die Überdrehzahl und die Flyerdrehzahl über den gesamten Verseilprozeß einschließlich Anlauf- und Abbremsphase im gleichen Drehzahlverhältnis zueinander geregelt werden,

    f) die Drahtlitze vor ihrem Aufwickeln zum Abbau ihrer inneren Torsionsspannungen einem definierten Zugkraftanstieg und einem oder mehreren Überdreh- und Nachformvorgängen unterworfen wird und abschließend mit gleichbleibender Aufwickelkraft einem geregelten Aufwickler zugeführt wird.



    [0011] Eine bevorzugte Ausführungsform besteht dabei darin, daß

    a) die von den Ablaufspulen mit konstanter Zugkraft abgezogenen Drähte auf den größten Durchmesser der konischen und im ersten Umlenkpunkt des Verseilgutes angeordneten Umlenkrolle auflaufen und während ihrer Umlenkung auf der Umlenkrolle zum kleineren Durchmesser hin abgleiten und dadurch in Drehung versetzt werden,

    b) die Drähte vor Einlauf in den Verseilpunkt mittels feststehender Vorformnippel oder Vorformrollen, um die der jeweilige Draht geführt wird, vorgeformt werden,

    c) die Drähte zwischen der Umlenkrolle und den Ablaufspulen in einem Verseilpunkt den ersten und zweiten Verseilschlag gemeinsam erhalten,

    ca) im Anschluß daran die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze einer plastischen Umformung mittels einer Dralliereinrichtung unterworfen wird,

    cb) die ihrerseits in gleicher Richtung wie die Flyer, jedoch je nach gewünschtem Verseilaufbau mit der 1,8 bis 1,95fachen Drehgeschwindigkeit der Flyer, rotiert,

    d) die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze zur Erhaltung der Verseilstruktur von dem dem Spulenrahmen vorgeordneten ersten Flyer in freier Flugkurve zu dem nachgeordneten zweiten Flyer geführt wird,

    e) die inneren Torsionsspannungen der Drahtlitze in einem Doppelscheibenabzug, welcher einen Durchmessersprung zum größeren hin aufweist, in einer oder mehreren gesondert angetriebenen Überdreheinrichtungen, die eine zu den Flyern der Doppelschlagverseilmaschine entgegengesetzte Drehrichtung aufweisen und je nach gewünschtem Verseilaufbau mit der 0,3 bis 1,0fachen Drehzahl rotieren sowie in einer oder mehreren Nachformeinrichtungen abgebaut werden,

    f) die torsionsspannungsfreie Drahtlitze über eine Verlegeeinrichtung einem tänzergeregelten Aufwickler zugeführt wird.



    [0012] Bei der erfindungsgemäßen Lösung wird, da sich die zweite Verdrehung mit HT- und Ultra-HT-Draht im Bereich der Flugkurve nicht ohne weiteres realisieren läßt, die Verseilung auf eine Stelle im Bereich vor der ersten Umlenkrolle konzentriert, wobei die Führung des Verbandes bzw. der Litzen so gestaltet ist, daß der gesamte Verband um sich rotiert, und zwar mit doppelter Drehzahl des Rotors. Der Verseilverband hat schon im Bereich zwischen der Ablaufspule und der Umlenkrolle die doppelte Drehzahl (Verseilgeschwindigkeit) des Rotors, so daß der Verseilverband schon unmittelbar nach der Umlenkrolle über seine endgültige Verdrallzahl (doppelt) verfügt und auf dem Wege zur zweiten Umlenkrolle nur noch geführt und erhalten wird. Vorteilhafterweise erfolgt dieses über die konisch geformte Umlenkrolle. Damit die Einzeldrähte den Belastungen während der Verseilung besser standhalten, werden diese vor Einlauf in den Verseilpunkt einer Vorverformung unterworfen.

    [0013] Des weiteren ist es vorteilhaft, den geometrisch fertigen Verband zwischen Verseilpunkt und konisch geformter Umlenkrolle mittels einer Dralliereinrichtung zu überdrehen. Der Verband erfährt dabei eine plastische Verformung. Gleiches erfolgt im Bereich zwischen Abzug und Aufwickler mittels Überdreheinrichtungen.

    [0014] Hierbei kann der Kerndraht als ein Einzeldraht oder eine Kernlitze von einem oder mehreren vor dem Spulenrahmen angeordneten Ablaufspulen abgezogen und über die synchron zueinander rotierenden Flyer in den Bereich der in dem Spulenrahmen angeordneten Ablaufrollen geführt und mit von aiesen ablaufenden, die Litzendrähte bildenden Drähten gemeinsamen in den Verseilpunkt geführt und dort verseilt werden.

    [0015] Vorzugsweise wird zur Erzielung einer geringen Drahtzugkraft jeder Draht, von der jeweiligen Ablaufspule kommend, vor Einlauf in die Vorformeinrichtung in mehreren Windungen über ein Rollensystem in Form eines Flaschenzuges geführt.

    [0016] Zweckmäßigerweise werden die Ablaufspulen zur Erzielung der annähernd konstanten Zugkraft durch je eine tänzergesteuerte Drahtzugbreme abgebremst, wobei deren Bremsscheibe eine verchromte, geschliffene und polierte Bremsfläche mit einer Rauheit < 3,2 µm hat und deren von der Tänzeranordnung betätigten Bremsbacken eines Bremsbandes einen Reibbelag aus Tetrafluorethylen mit 10 bis 35 % Kohlenstoffanteil aufweisen.

    [0017] Es ist weiterhin möglich, daß anschließend an die plastische Umformung zusätzlich auf die Drahtlitze eine Drahtwendel aufgebracht wird, wobei die entstandenen Wickelspannungen anschließend durch eine Nachformeinrichtung abgebaut werden.

    [0018] Die erfindungsgemäße Lösung schließt ein, daß die Drähte von Ablaufspulen einer im 24-Stunden-Rhythmus oder einem mehrfachen davon arbeitenden Doppelschlagverseilmaschine abgezogen werden.

    [0019] In entsprechender Weise wird die fertig verseilte Drahtlitze einer Aufwickelspule oder eines Aufwickelspulenpaketes eines im 24-Stunden-Rhythmus oder einem mehrfachen davon arbeitenden Aufwicklers zugeführt.

    [0020] In weiterer Ausbildung umfaßt die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Herstellung von Stahlcord, insbesondere HT- und Ultra-HT-Cord, wobei diese aufweist:

    a) eine Doppelschlagverseilmaschine mit mehreren, im wesentlichen in einem Spulenrahmen gelagerten und durch je eine Drahtzugbremse abgebremsten Ablaufspulen, bei der im Bereich des ersten Umlenkpunktes des Verseilgutes in der Mittelachse der Doppelschlagverseilmaschine eine konisch geformte Umlenkrolle angeordnet ist und im Bereich zwischen den Ablaufspulen und der Umlenkrolle in Ablaufrichtung des Verseilgutes nacheinander eine Vorformeinrichtung, ein gemeinsamer Verseilpunkt für den ersten und zweiten Verseilschlag und eine Dralliereinrichtung angeordnet sind sowie an jeder Stirnseite des Spulenrahmens ein Flyer mit je einem Führungselement für die vom kleineren Durchmesser der konischen Umlenkrolle ablaufende Drahtlitze drehbar gelagert ist und die synchron zueinander drehenden Flyer und die Dralliereinrichtung über den gesamten Verseilprozeß einschließlich Ablauf- und Abbremsphase zueinander das gleiche Drehzahlverhältnis aufweisen,

    b) einen der Doppelschlagverseilmaschine nachgeordneten, einen definierten Zugkraftanstieg realisierenden Doppelscheibenabzug,

    c) eine oder mehrere in Ablaufrichtung der Drahtlitze nacheinander angeordnete Überdreheinrichtungen und Nachformeinrichtungen,

    d) einen geregelten Aufwickler mit einer Verlegeeinrichtung.



    [0021] Hierbei ist es besonders vorteilhaft, daß zwischen jeder Ablaufspule und der zugehörigen Vorformeinrichtung ein Rollensystem in Form eines Flaschenzuges angeordnet ist, über das der jeweilige ablaufende Draht in mehreren Windungen geführt ist.

    [0022] Durch die Anordnung eines derartigen Rollensystems zwischen jeder Ablaufspule und der Vorformeinrichtung in Form eines Flaschenzuges, über welches jeder Draht geführt wird, besteht die Möglichkeit, Ablaufspulen mit großer Spulenfüllung und damit großer Masse zu verwenden. Bei hohen Spulenbremskräften können geringe und konstante Drahtzugkräfte über die gesamte Spulenfüllung realisiert werden, die einen Drahtriß während des Verseilvorganges ausschließen.

    [0023] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Vorrichtung besteht darin, daß

    a) jede Drahtzugbremse ein mit einem Schwenkhebel einer Tänzerrolle gekoppeltes Bremsband, bestehend aus einer beliebigen Anzahl Bremsbacken mit einem Reibbelag aus Tetrafluorethylen mit 10 bis 35 % Kohlenstoff sowie eine mit der Ablaufspule drehfest verbundene Bremsscheibe aufweist, deren verchromte, geschliffene und polierte Bremsfläche eine Rauheit < 3,2 µm hat,

    b) die Vorformvorrichtung für die Behandlung eines jeden Drahtes in Abhängigkeit vom jeweils zu verseilenden Draht entweder je einen feststehenden Vorformnippel oder je eine Vorformrolle, um die der jeweilige Draht geführt ist, aufweist,

    c) die Dralliereinrichtung ein Rollensystem aufweist, um welches die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze geführt ist, welches die gleiche Drehrichtung, jedoch je nach gewünschtem Verseilaufbau die 1,8 bis 2,lfache Drehgeschwindigkeit der Flyer, aufweist,

    d) dem Doppelscheibenabzug, der mit einem Durchmessersprung zum größeren hin ausgebildet ist, eine oder mehrere Überdreheinrichtungen, die die entgegengesetzte Drehrichtung, jedoch die 0,3 bis 1,0fache Drehgeschwindigkeit der Flyer aufweisen sowie eine oder mehrere Nachformeinrichtungen nachgeordnet sind,

    e) der Aufwickler mit einer einzigen Aufwickelspule oder einer Aufwickeleinrichtung zur Aufnahme eines drehangetriebenen und seitlich verfahrbaren Spulenpaketes mit mehreren, axial nebeneinander angeordneten Aufwickelspulen ausgeführt ist.



    [0024] Hierbei besteht die Möglichkeit, daß eine oder mehrere Ablaufrollen zur Aufnahme des Kerndrahtes in Form von Einzeldrähten oder einer Kernlitze vor dem Spulenrahmen angeordnet sind.

    [0025] Vorzugsweise ist dem Aufwickler eine Tänzerregelung zugeordnet, wobei der Tänzer vorzugsweise im Bereich nach der letzten Behandlung der Drahtlitze angeordnet ist.

    [0026] Weiterhin ist es vorteilhaft, insbesondere zur Verringerung der Geräuschbildung, daß die Flyer kegelförmig ausgeführt sind und die Führungselemente mit einer vollständigen Verkleidung versehen sind, die zur Durchführung der Drahtlitze Schlitze aufweist. Hierbei können die Führungsglieder als Führungsrollen oder Führungsnippel ausgeführt sein.

    [0027] Eine weitere zweckmäßige Ausbildung besteht darin, daß der Doppelschlagverseilmaschine mit Dralliereinrichtung sowie dem Abzug ein gemeinsamer Hauptantrieb, der Überdreheinrichtung ein eigener Antrieb und dem Aufwickler ein eigener, tänzergeregelter Antrieb zugeordnet sind und der Hauptantrieb und der Antrieb der Überdreheinrichtung über eine Regel- und Steuereinrichtung miteinander verbunden sind.

    [0028] Bei der vorgenannten Vorformvorrichtung weist der Vorformnippel vorzugsweise einen Vorformradius auf, der dem 10 bis 15fachen des Drahtdurchmessers entspricht.

    [0029] Der Radius der Vorformrollen beträgt vorzugsweise etwa dem 20 bis 30fachen Drahtdurchmesser.

    [0030] Eine weitere Ausbildung der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß zwischen dem Doppelscheibenabzug und dem Tänzer eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Wendel angeordnet ist.

    [0031] Vorzugsweise ist die Vorrichtung als ein Spiralwickler ausgeführt, wobei der Wickelkopf und die Wickelkopfwelle des Spiralwicklers vertikal angeordnet sind sowie die Wickelkopfwelle wickelkopfseitig in einem tief abgestimmten System elastisch und antriebsseitig mittels einer radial steifen, jedoch rotorisch elastischen Tragscheibe gelagert ist und die Lagerung der Wickelkopfwelle mittels Tellerfedern axial vorgespannt ist.

    [0032] Zweckmäßigerweise entspricht die Menge der ablaufenden Drähte der Menge der aufzuwickelnden Drahtlitze und sowohl Abwickelspulen als auch die Aufwickelspulen oder das Spulenpaket weisen ein solches Fassungsvermögen auf, daß die Doppelschlagverseilmaschine bei optimalen Drehzahlen im 24-Stunden-Rhythmus oder einem mehrfachen davon arbeitet.

    [0033] Um ein erschütterungsfreies Arbeiten mit einer geringen Geräuschentwicklung zu erreichen, kann die Doppelschlagverseilmaschine über elastische Elemente in einem frei auf dem Maschinenhallenboden stehenden Kastenprofil gelagert sein.

    [0034] Mit der erfindungsgemäßen Lösung ist es möglich, ein breites Fertigungsprogramm einschließlich Drahtlitzen mit Kerndraht aus HT- und Ulta-HT-Drähten qualitätsgerecht im Langlaufbetrieb zu fertigen und die Forderungen der Anwenderindustrie nach einfacher Bedienung auch mehrerer Verseilmaschinen durch einen Operator zu erfüllen, indem auf ein ständiges Wechseln der Ab- und Aufwickelspulen während des gesamten Verseilvorganges verzichtet werden kann und somit ökonomisch günstige Schichtregime realisiert werden können.

    [0035] Die Erfindung wird in einem Ausführungsbeispiel näher beschrieben. In der zugehörigen Zeichnung zeigen:
    Fig. 1
    die Vorderansicht der Vorrichtung in schematischer Darstellung,
    Fig. 2
    die Seitenansicht einer dem Verseilpunkt nachgeordneten Umlenkrolle,
    Fig. 3
    die Vorderansicht des Spulenrahmens nach Fig. 1,
    Fig. 4
    die Draufsicht auf ein der Drahtzugbremse nachgeordnetes Rollensystem für einen von der Ablaufspule abgezogenen Draht in schematischer Darstellung,
    Fig. 5
    die Seitenansicht eines Doppelscheibenabzuges für die Litze in schematischer Darstellung,
    Fig. 6
    die Vorderansicht eines Ausschnittes der Vorrichtung nach Fig. 1 in einer geänderten Ausführungsform,
    Fig. 7
    die Vorderansicht einer Vorformvorrichtung nach Fig. 1,
    Fig. 8
    die Vorderansicht einer Vorformvorrichtung nach Fig. 1 in der geänderten Ausführungsform,
    Fig. 9
    die Vorderansicht eines Flyers mit Führungselement,
    Fig. 10
    die Vorderansicht eines Spiralwicklers nach Fig. 6,
    Fig. 11a bis Fig. 11d
    die Vorderansicht von Konfigurationen der Vorrichtung mit Draht- und Litzenläufen.


    [0036] In Fig. 1 ist eine Vorrichtung gezeigt, welche eine Doppelschlagverseilmaschine 1 sowie einen Doppelscheibenabzug 4, eine oder mehrere, in Ablaufrichtung der hergestellten Drahtlitze 15 nacheinander angeordnete Überdreheinrichtungen 21 und Nachformeinrichtungen 23 sowie einen geregelten Aufwickler 5 mit einer Verlegeeinrichtung 6 aufweist.

    [0037] Die Doppelschlagverseilmaschine 1 ist mit einem rotierenden System versehen, in dem mehrere Ablaufspulen 2 mit je einer Drahtzugbremse 3 in einem gemeinsamen Spulenrahmen 1a gelagert sind. Der Spulenrahmen la ist über endseitige Drehzapfen 1b; 1c, welche hohl ausgebildet sein können, um eine Mittelachse M drehbar gelagert, dreht jedoch aufgrund seines Eigengewichtes beim Verseilvorgang nicht mit.

    [0038] Es können eine oder mehrere weitere Ablaufspulen 2' jeweils mit einer Drahtzugbremse 3' und einem Rollensystem 10' vor dem Spulenrahmen la angeordnet sein. Von dieser Ablaufspule 2' wird der Kerndraht 8' des herzustellenden Drahtcordes abgezogen. Dieser Kerndraht 8' kann ebenfalls eine aus mehreren Einzeldrähten bestehende Kernlitze sein. Der Kerndraht 8' läuft entlang der Mittelachse M zu dem Drehzapfen 1b und über eine Umlenkrolle 1d zu einem Führungselement 14a eines im Bereich des vorderen Endes des Spulenranmens la angeordneten Flyer 13a. Von dort läuft der Kerndraht 8' in einer freien Flugkurve zu einem Führungselement 14b eines im Bereich des hinteren Endes des Spulenrahmens la angeordneten Flyer 13b. Über eine dem Drehzapfen lc zugeordnete Umlenkrolle le wird der Kerndraht 8' in den Bereich der Ablaufspulen 2 geführt.

    [0039] Im Bereich der Mittelachse M ist auf oder in dem vorderen Drehzapfen 1b eine konische Umlenkrolle 7 gelagert, deren Längsachse im wesentlichen senkrecht zur Mittelachse M verläuft. Diese Umlenkrolle 7 bildet einen ersten Umlenkpunkt für das von den Ablaufspulen 2; 2' und aus den Drähten 8 sowie dem Kerndraht 8' bestehende abgezogene Verseilgut, da - wie in Fig. 2 gezeigt - auf deren größten Durchmesseranteil aufläuft und während der Umlenkung auf deren Mantel zum schmaleren Endteil hin unter einer Eigendrehung abgleitet. Hierdurch erfährt das Verseilgut eine vollständige Verseilung und bildet eine Drahtlitze 15, wobei der erste und zweite Verseilschlag in einem Verseilpunkt (Fig. 3) vereinigt werden.

    [0040] Wie in Fig. 1 gezeigt, wird jeder von der jeweiligen Ablaufspule 2 abgezogene Draht 8 über je ein radial innenliegendes Rollensystem 10 in Form eines Flaschenzuges mit einer innenliegenden Betätigungsrolle 3b einer Drahtzugbremse 3 (Fig. 3) geführt. Eine nähere Beschreibung erfolgt nachstehend unter Bezugnahme auf die Fig. 3 und 4. Alle von den Ablaufspulen 2 ablaufenden Drähte 8 verlaufen hierbei in einem geringen seitlichen Abstand zur Mittelachse M zu dem Verseilpunkt 9 und danach als eine Drahtlitze 15 entlang der Mittelachse M vorzugsweise durch den hohlen Drehzapfen 1b hindurch zum breiteren Endteil der konischen Umlenkrolle 7.

    [0041] Der Abschnitt zwischen den Ablaufspulen 2 und der Umlenkrolle 7 weist, wie in Fig. 3 dargestellt, in Ablaufrichtung des Verseilgutes nacheinander eine Vorformvorrichtung 11, den gemeinsamen Verseilpunkt 9 für den ersten und zweiten Verseilschlag und eine Dralliereinrichtung 12 auf.

    [0042] Die Vorformung der Einzeldrähte 8 ist erforderlich, damit sie den Belastungen des Verseilprozesses besser standhalten. Es wird den Drähten 8 die sogenannte "Steifigkeit" genommen.

    [0043] In den Fig. 7 und 8 sind unterschiedliche Ausführungsformen der Vorformvorrichtung 11 für den Draht 8 gezeigt. Diese werden in Abhängigkeit von der zu verarbeitenden Drahtqualität sowie dem zu verarbeitenden Drahtdurchmesser eingesetzt.

    [0044] In Fig. 7 ist eine Vorformvorrichtung 11 mit einem feststehenden Vorformnippel lla dargestellt. Jeder Vorformnippel lla weist dabei einen Vorformradius auf, der dem 10 bis 15fachen des Durchmessers des zu verarbeitenden Drahtes 8 entspricht.

    [0045] In Fig. 8 ist eine Vorformvorrichtung 11 mit einer Vorformrolle llb, um die der jeweilige Draht 8 herumgeführt wird, dargestellt. Die Vorformrolle llb weist einen Radius auf, der dem 20 bis 30fachen des Durchmessers des Drahtes 8 entspricht.

    [0046] Der Draht 8 wird nach dem Durchlaufen des Rollensystems 10 durch die Vorformvorrichtung 11 geführt und läuft anschließend in den Verseilpunkt 9 ein, wo er mit den anderen Drähten 8 und dem Kerndraht 8' den ersten und zweiten Verseilschlag erhält.

    [0047] Der vom Verseilpunkt 9 kommende, geometrisch fertige Verseilverband wird mittels der Dralliereinrichtung 12 (Fig. 3) überdreht, damit derselbe seine Struktur während der Weiterführung zum Aufwickler 5 beibehält. Es ist eine plastische Verformung zu verzeichnen. Die Dralliereinrichtung 12 dreht dabei in gleicher Richtung und je nach gewünschtem Verseilaufbau mit der 1,8 bis 1,95fachen Drehgeschwindigkeit der Flyer 13a; 13b der Doppelschlagverseilmaschine 1.

    [0048] Wie bereits dargelegt, ist an jedem Stirnende des Spulenrahmens 1a ein Flyer 13a; 13b an den Drehzapfen 1b; 1c gelagert, die jeweils eine konische Halterung mit einem an deren Rand angeordneten Umlenk- bzw. Führungselement 14a; 14b in Form einer Rolle oder eines Nippels aufweisen.

    [0049] In Fig. 9 ist der obere Teil des vorderen, kegelförmig ausgebildeten Flyers 13a gezeigt. Das Führungselement 14a für die Drahtlitze 15 ist vollständig von einer Verkleidung 14c umschlossen. In dieser sind zum Durchtritt der Drahtlitze 15 Schlitze 14d angeordnet. Der Flyer 13b ist entsprechend ausgebildet. Diese besondere Ausgestaltung der Flyer 13a; 13b führt zu einer vorteilhaften Geräuschminimierung und Verbesserung der Leistungsparameter der Doppelschlagverseilmaschine 1.

    [0050] Die vom schmaleren Endteil der Umlenkrolle 7 abgezogene, nunmehr in ihrer Struktur fertige Drahtlitze 15 läuft zum Führungselement 14a des ersten Flyers 13a und von diesem in freiem Flugbogen über das Führungselement 14b des zweiten Flyers 13b zu einer in dem Drehzapfen lc quer zur Mittelachse M gelagerten Umlenkrolle 15. Die beiden Flyer 13a; 13b werden gemeinsam über an sich bekannte Getriebe, beispielsweise Zahnriemengetriebe, von einem nicht dargestellten Antriebsmotor synchron angetrieben, wobei die in bzw. an dem Drehzapfen 16 gelagerte konische Umlenkrolle 7 zusammen mit dem Flyer 13a um die Mittelachse M rotiert.

    [0051] In der Fig. 3 ist ein Spulenrahmen la mit den Abzugsrollen 2 sowie der jeweils zugehörigen Drahtzugbremse 3 und dem Rollensystem 10 näher gezeigt.

    [0052] Die Drahtzugbremse 3 ist als eine sogenannte tänzergesteuerte Bremse ausgeführt und weist einen zweiarmigen Schwenkhebel 3a auf, an dessen einem Arm die vom ablaufenden Draht 8 umschlungene Betätigungsrolle 3b gelagert ist und an dessen anderem Ende ein Federelement 3c angreift. Der die Betätigungsrolle 3b tragende Arm ist über ein Gestänge 17 mit einem Bremsband 18, bestehend aus Bremsbacken 19, verbunden, deren Bremsbelag gegen die Bremsfläche einer auf der Welle der Ablaufspule 2 befestigten Bremsscheibe 20 drückt. Die Bremsfläche der Bremsscheibe 20 ist vorzugsweise verchromt, geschliffen und poliert und weist eine Rauhigkeit von unter 3,2 µm auf. Der Brems- bzw. Reibbelag der Bremsbacken 19 besteht zweckmäßig aus Tetrafluorethylen mit einem Kohlenstoffanteil von etwa 10 bis 35 %.

    [0053] Wie vorstehend bereits beschrieben, ist der Drahtzugbremse 3 ein Rollensystem 10 in Form eines Flaschenzuges zugeordnet. Die auf dem Schwenkhebel 3a gelagerte Betätigungsrolle 3b ist gleichzeitig ein Bestandteil des Rollensystems 10.

    [0054] Über diese wird der Draht 8 dem Rollensystem 10 zugeführt. Er durchläuft dieses, wie in Fig. 4 gezeigt, in mehreren Windungen.

    [0055] Durch die Führung des Drahtes 8 über das Rollensystem 10 in mehreren Windungen wird erreicht, daß bei großen Spulenmassen und damit großen Abzugskräften die Drahtzugkräfte über die gesamte Spulenfüllung gering und konstant gehalten und somit auch sehr dünne Drähte 8 verarbeitet werden können.

    [0056] Es sind Ablaufspulen 2; 2' mit einer Füllmenge > 50 kg einsetzbar. Damit können Stahlcorde qualitätsgerecht im Langlaufbetrieb gefertigt werden.

    [0057] Die bereits bei ihrem Einlauf in den ersten Flyer 13a fertig strukturierte Drahtlitze 15 bleibt in ihrer Struktur im Bereich der freien Flugkurve zwischen den beiden Flyern 13a; 13b erhalten und wird beim Verlassen der Verseilmaschine 1 über die um die Mittelachse M umlaufende Umlenkrolle 16 in den Doppelscheibenabzug 4 eingeführt.

    [0058] In Fig. 5 ist der Doppelscheibenabzug 4 näher dargestellt. Er weist zwei achsparallel im Abstand zueinander angeordnete Rollen 4a; 4b auf. Dabei kann die Rolle 4a mit Umfangsrillen 4c versehen sein, während die Rolle 4b eine Stufe 4d aufweist. Die Drahtlitze 15 läuft in mehreren geordneten Schlingen um die beiden Rollen 4a; 4b, wobei die Stufe 4d einen Sprung von einem kleineren zu einem größeren Rollendurchmesser verursacht. Hierdurch erfolgt ein definierter Zugkraftanstieg, durch den Torsionsspannungen in der Drahtlitze 15 abgebaut werden.

    [0059] Zum weiteren vollständigen Abbau von inneren Spannungen und zur Erhaltung des Verseilverbandes der Drahtlitze 15 ist dem Doppelscheibenabzug 4, wie in Fig. 1 gezeigt, eine weitere, gesondert angetriebene Überdreheinrichtung 21 nachgeordnet. Diese Überdreheinrichtung 21 weist eine zu den Flyern 13a; 13b der Doppelschlagverseilmaschine 1 entgegengesetzte Drehrichtung auf und dreht, je nach gewünschtem Verseilaufbau, mit der 0,3 bis 1,0 fachen Drehgeschwindigkeit der Flyer 13a; 13b. Die Überdreheinrichtung 21 wird durch einen Antrieb 26 getrennt von der Doppelschlagverseilmaschine 1 angetrieben. Die Regelung dieses Antriebes 26 erfolgt in Abhängigkeit von dem nicht näher dargestellten Hauptantrieb für die Doppelschlagverseilmaschine 1 und dem Doppelscheibenabzug 4 durch eine Regel- und Steuereinrichtung 27. Über diese erfolgt auch die Regelung der Drehrichtung und Drehgeschwindigkeit der Überdreheinrichtung 21.

    [0060] Im Anschluß an die Überdreheinrichtung 21 wird die Drahtlitze 15 über Umlenkrollen 22 einer oder mehreren Nachformeinrichtungen 23 zugeführt, die mindestens eine Reihe von hintereinander mit gegenseitiger Versetzung angeordnete Richtrollen aufweisen, deren gegenseitige Versetzung nach den jeweiligen Produkt- und Betriebsbedingungen eingestellt werden kann. Die Drahtlitze 15 läuft dabei in einer wellenförmigen Bahn über die Richtrollen, und durch die dabei entstehenden Biege- und Walkwirkungen erfolgt ein Spannungsabbau sowie Lagekorrekturen der Drähte 8 der Drahtlitze 15.

    [0061] Anschließend wird die Drahtlitze 15 über Umlenkrollen 22 und die Rolle 4a des Doppelscheibenabzuges 4 zu einem gewichtsbelasteten Tänzerarm 24 mit einer Umlenkrolle 25 und weiter über eine Verlegeeinrichtung 6 zu einem durch einen Antrieb 5a getrennt angetriebenen Aufwickler 5 geführt. Der Tänzerarm 24 ist elektrisch mit dem Aufwickler 5 verbunden und realisiert mittels eines nicht näher dargestellten berührungslosen Meßgliedes die Regelung der Wicklerdrehzahl und somit der Wickelkraft.

    [0062] Der Aufwickler 5 weist entweder eine einzige Aufwickelspule 38 oder ein seitlich verfahrbares Spulenpaket 39 auf, deren Aufwickelspulen 38 axial nebeneinander angeordnet sind.

    [0063] Die Führung der Drahtlitze 15, von der Doppelschlagverseilmaschine 1 kommend, erfolgt dabei in Pfeilrichtung entlang den Führungsabschnitten a bis m.

    [0064] In Fig. 6 ist eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung in dem Bereich zwischen dem Doppelscheibenabzug 4 und dem Aufwickler 5 gezeigt. Bei dieser Ausführungsform läuft die Drahtlitze 15, von der Doppelschlagverseilmaschine 1 kommend, entlang dem Führungsabschnitt a in vorbeschriebener Weise über den Doppelscheibenabzug 4 entlang der Führungsabschnitte b; c. Anschließend läuft die Drahtlitze 15 entlang dem Führungsabschnitt d über eine Umlenkrolle 22 durch die Überdreheinrichtung 21 und danach über weitere Umlenkrollen 22 durch die in den Führungsabschnitten e; f angeordneten Nachformeinrichtungen 23. Über weitere Führungsabschnitte g; h und Umlenkrollen 22 läuft die Drahtlitze 15 nunmehr in einen Führungsabschnitt i in einen vertikal angeordneten Spiralwickler 28, mit dem eine Wendel aufgebracht wird. Die erzeugten Wendelspannungen werden in einer nachgeordneten, in einem Führungsabschnitt k liegenden Nachformeinrichtung 29 abgebaut. Anschließend durchläuft die Drahtlitze 15 über die Rolle 4a des Doppelscheibenabzuges 4, die Umlenkrolle 25 auf dem Tänzerarm 24 sowie weiteren Umlenkrollen 22 und die Verlegeeinrichtung 6 die Führungsabschnitte 1 bis p, bis das fertige Erzeugnis in dem Aufwickler 5 auf eine Aufwickelspule 38 oder ein Spulenpaket 39 aufgebracht wird.

    [0065] In der Fig. 10 ist der Spiralwickler 28 näher gezeigt. Dieser weist einen Wickelkopf 30 mit einem Flyer 31 sowie eine Wikkelkopfwelle 32 auf. Die Wickelkopfwelle 32 ist wickelkopfseitig in einem tief abgestimmten System elastisch in Lagern 33 und antriebsseitig mittels einer radial steifen, jedoch rotorisch elastischen Tragscheibe 34 (Winkelversatz möglich) gelagert. Die Lagerung der Wickelkopfwelle 32 ist hierbei mittels Tellerfedern 35 axial vorgespannt.

    [0066] Der Spiralwickler 28 ist auf diese Weise spielfrei und selbstzentrierend ausgebildet.

    [0067] Eine weitere Ausbildung der Vorrichtung besteht darin, daß die Doppelschlagverseilmaschine 1 über elastische Elemente 36 in einem frei auf dem Maschinenhallenboden stehenden Kastenprofil 37 gelagert ist. Damit wird auch bei Ablaufspulen 2 mit einem Füllgewicht > 50 kg ein erschütterungsfreies Arbeiten und ein Geräuschpegel unter 80 dB erreicht.

    [0068] Der Kerndraht 8' wird, wie in dem Ausführungsbeispiel anhand der Fig. 1 beschrieben, von einer oder mehreren außerhalb des Spulenrahmens la angeordneten Ablaufspulen 2' abgezogen. Es ist aber auch möglich, daß der Kerndraht 8' in an sich bekannter Weise von einer im Spulenrahmen la angeordneten Ablaufspule 2 abgezogen wird.

    [0069] In den Fig. 11a bis 11d sind Konfigurationen der Vorrichtung mit Draht- und Litzenläufen gezeigt.

    [0070] Der Umfang der Erfindung wird jedoch nicht auf diese Beispiele beschränkt.

    [0071] In der Fig. 11a sind entsprechend dem Programm 2 + 2 zwei Ablaufspulen 2' für den Kerndraht 8' vor den in dem rotierenden System der Doppelschlagverseilmaschine 1 (Fig. 1) angeordneten Ablaufspulen 2 vorgesehen. Die Kerndrähte 8' laufen in das rotierende System ein und werden mit den in dem Spulenrahmen la (Fig. 1) angeordneten Ablaufspulen 2 ablaufenden Drähten 8 verseilt. Nachdem die Drahtlitze 15 zum Abbau ihrer inneren Torsionsspannungen einem definierten Zugkraftanstieg und einem oder mehreren Überdreh- und Nachformvorgängen, wie beschrieben, unterworfen wird, wird der fertige Stahlcord mit gleichbleibender Aufwickelkraft dem geregelten Aufwickler 5 zugeführt.

    [0072] In Fig. 11b sind entsprechend dem Programm 2 + 3 den zwei Ablaufspulen 2' in dem rotierenden System drei Ablaufspulen 2 für die Drähte 8 zugeordnet. Der Verfahrensablauf ist vorstehend beschrieben.

    [0073] In der Fig. 11c ist entsprechend dem Programm 3 + 6 eine Ablaufspule 2' vor dem rotierenden System angeordnet. Von dieser Ablaufspule läuft eine Kernlitze, welche aus drei miteinander verseilten Einzeldrähten besteht, ab, wobei diese, wie am Anfang des Ausführungsbeispiels dargelegt, ebenfalls als Kerndraht 8' bezeichnet wird.

    [0074] In dem rotierenden System sind sechs Ablaufspulen 2 mit jeweils einem Draht 8, wobei jeweils zwei parallel nebeneinander liegen, angeordnet. Die Verseilung erfolgt wie vorstehend beschrieben.

    [0075] In der Fig. 11d sind bei dem Programm 3 + 9 + 1 mehrere Varianten gezeigt.

    [0076] Bei der ersten Variante sind in dem rotierenden System zehn Ablaufspulen 2 angeordnet, wobei jeweils zwei parallel nebeneinander liegen. Davon ist eine Ablaufspule 2 mit der Kernlitze, bestehend aus drei Einzeldrähten, bewickelt. Die übrigen neun Ablaufspulen sind mit jeweils einem Einzeldraht bewickelt. Auf dem entstehenden Seilverband wird dann, wie anhand der Fig. 6 bescnrieben, mit einem Spiralwickler 28 auf die Drahtlitze 15 eine aus einem Draht bestehende Wendel aufgebracht. Der fertige Stahlcord wird danach auf den geregelten Aufwickler 5 aufgebracht.

    [0077] Bei einer zweiten Variante, welche in der Fig. 11d gestrichelt dargestellt ist, ist, wie in der Fig. 11c, eine Ablaufspule 2' vor dem rotierenden System angeordnet, und von dieser läuft die Kernlitze ab.

    [0078] Es sind auch weitere, nicht dargestellte Varianten möglich.

    [0079] Diese Maschinenkonfiguration ist auch für Verseilprogramme geeignet, bei denen einzelne Plätze für Ablaufspulen 2 nicht belegt sind.

    [0080] Als Beispiel wird ein Programm 3 + 6 genannt. Bei einem derartigen Programm läuft die aus drei miteinander verseilten Einzeldrähten bestehende Kernlitze von der außerhalb des rotierenden Systems angeordneten Ablaufspule 2' ab. Innerhalb des rotierenden Systems sind im Spulenrahmen la (Fig. 1) sechs Ablaufspulen 2 mit je einem Einzeldraht bewickelt. Vier der Ablaufspulen 2 bleiben frei. Der Verfahrensablauf ist dann wie vorbeschrieben.

    [0081] Durch die beschriebene Lösung ist es möglich, Stahlcord, insbesondere HT-Cord und Ultra-HT-Cord, mit einem Kerndraht qualitätsgerecht herzustellen. Durch den Einsatz von Ablaufspulen 2; 2' mit einer Füllmenge > 50 kg wird eine Verringerung des Bedienaufwandes erreicht, und auch die Geräuschbildung mit einem Schallpegel < 80 dB liegt in dem zulässigen Grenzbereich.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung von Stahlcord, insbesondere HT- und Ultra-HT-Cord, wobei

    a) die Drähte (8; 8') von im wesentlichen innerhalb eines Spulenrahmens (1a) angeordneten, mechanisch abbremsbaren Ablaufspulen (2; 2') mit einer Füllmenge > 50 kg über die gesamte Spulenfüllung mit konstanter Spannung abgezogen und infolge einer Gleit- und Abwälzbewegung auf einer konischen Umlenkrolle (7) in einem einzigen Verseilpunkt(9)imDoppelschlag zu der in ihrer Struktur fertigen Drahtlitze (15) verseilt werden,

    b) die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze (15) bei Durchlaufen von zwei synchron zueinander rotierenden Flyern (13a, 13b) in doppelter Drehzahl der Flyer (13a, 13b) um sich selbst rotiert,

    c) die einzelnen Drähte (8; 8') vor Einlauf in den Verseilpunkt (9) einer Vorverformung unterworfen werden,

    d) die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze (15) im Bereich zwischen dem Verseilpunkt (9) und der konischen Umlenkrolle (7) einer plastischen Umformung durch Überdrehung unterworfen wird,

    e) die Überdrehzahl und die Flyerdrehzahl über den gesamten Verseilprozeß einschließlich Anlauf- und Abbremsphase im gleichen Drehzahlverhältnis zueinander geregelt werden,

    f) die Drahtlitze (15) vor ihrem Aufwickeln zum Abbau ihrer inneren Torsionsspannungen einem definierten Zugkraftanstieg und einem oder mehreren Überdreh- und Nachformvorgängen unterworfen und abschließend mit gleichbleibender Aufwickelkraft einem geregelten Aufwickler (5) zugeführt wird.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß

    a) die von den Ablaufspulen (2; 2') mit konstanter Zugkraft abgezogenen Drähte (8; 8') auf den größten Durchmesser der konischen und im ersten Umlenkpunkt des Verseilgutes angeordneten Umlenkrolle (7) auflaufen und während ihrer Umlenkung auf der Umlenkrolle (7) zum kleineren Durchmesser hin abgleiten und dadurch in Drehung versetzt werden,

    b) die Drähte (8; 8') vor Einlauf in den Verseilpunkt (9) mittels feststehender Vorformnippel (11a) oder Vorformrollen (llb), um die der jeweilige Draht (8; 8') geführt wird, vorgeformt werden,

    c) die Drähte (8) zwischen der Umlenkrolle (7) und den Ablaufspulen (2; 2') in einem Verseilpunkt (9) den ersten und zweiten Verseilschlag gemeinsam erhalten,

    ca) im Anschluß daran die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze (15) einer plastischen Umformung mittels einer Dralliereinrichtung (12) unterworfen wird,

    cb) die ihrerseits in gleicher Richtung wie die Flyer (13a; 13b), jedoch je nach gewünschtem Verseilaufbau mit der 1,8 bis 1,95fachen Drehgeschwindigkeit der Flyer (13a; 13b), rotiert,

    d) die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze (15) zur Erhaltung der Verseilstruktur von dem dem Spulenrahmen (1a) vorgeordneten ersten Flyer (13a) in freier Flugkurve zu dem nachgeordneten zweiten Flyer (13b) geführt wird,

    e) die inneren Torsionsspannungen der Drahtlitze (15) in einem Doppelscheibenabzug (4), welcher einen Durchmessersprung zum größeren hin aufweist, in einer oder mehreren gesondert angetriebenen Überdreheinrichtungen (21), die eine zu den Flyern (13a; 13b) der Doppelschlagverseilmaschine (1) entgegengesetzte Drehrichtung aufweisen und je nach gewünschtem Verseilaufbau mit der 0,3 bis 1,0fachen Drehzahl rotieren sowie in einer oder mehreren Nachformeinrichtungen (23) abgebaut werden,

    f) die torsionsspannungsfreie Drahtlitze (15) über eine Verlegeeinrichtung (6) einem tänzergeregelten Aufwickler (5) zugeführt wird.


     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kerndraht (8') als ein Einzeldraht oder eine Kernlitze von einer oder mehreren vor dem Spulenrahmen (la) angeordneten Ablaufspulen (2') abgezogen und über die synchron zueinander rotierenden Flyer (13a; 13b) in den Bereich der in dem Spulenrahmen (la) angeordneten Ablaufrollen (2) geführt und mit von diesen ablaufenden, die Litzendrähte bildenden, Drähten (8) gemeinsam in den Verseilpunkt (9) geführt und dort mit diesen verseilt wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung einer geringen Drahtzugkraft jeder Draht (8; 8'), von der jeweiligen Ablaufspule (2; 2') kommend, vor Einlauf in die Vorformeinrichtung (11) in mehreren Windungen über ein Rollensystem (10) in Form eines Flaschenzuges geführt wird.
     
    5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufspulen (2) zur Erzielung der annähernd konstanten Zugkraft durch je eine tänzergesteuerte Drahtzugbremse (3) abgebremst werden, deren Bremsscheibe (20) eine verchromte, geschliffene und polierte Bremsfläche mit einer Rauheit < 3,2 µm hat und deren von der Tänzeranordnung (3a; 3b) betätigten Bremsbacken (19) eines Bremsbandes (18) einen Reibbelag aus Tetrafluorethylen mit 10 bis 35 % Kohlenstoffanteil aufweisen.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß anschließend an die plastische Umformung zusätzlich auf die Drahtlitze (15) eine Drahtwendel aufgebracht und die entstandenen Wickelspannungen anschließend durch eine Nachformeinrichtung (29) abgebaut werden.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drähte (8; 8') von Ablaufspulen (2; 2') einer im 24-Stunden-Rhythmus oder einem mehrfachen davon arbeitenden Doppelschlagverseilmaschine (1) abgezogen werden.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die fertig verseilte Drahtlitze (15) einer Aufwickelspule (38) oder einem Aufwickelspulenpaket (39) eines im 24-Stunden-Rhythmus oder einem mehrfachen davon arbeitenden Aufwicklers (5) zugeführt wird.
     
    9. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Herstellung von Stahlcord, insbesondere HT- und Ultra-HT-Cord, nach Anspruch 1, wobei diese aufweist:

    a) eine Doppelschlagverseilmaschine (1) mit mehreren, im wesentlichen in einem Spulenrahmen (1a) gelagerten und durch je eine Drahtzugbremse (3) abgebremsten Ablaufspulen (2; 2'), bei der im Bereich des ersten Umlenkpunktes des Verseilgutes in der Mittelachse (M) der Doppelschlagverseilmaschine (1) eine konisch geformte Umlenkrolle (7) angeordnet ist und im Bereich zwischen den Ablaufspulen (2; 2') und der Umlenkrolle (7) in Ablaufrichtung des Verseilgutes nacheinander eine Vorformeinrichtung (11), ein gemeinsamer Verseilpunkt (9) für den ersten und zweiten Verseilschlag und eine Dralliereinrichtung (12) angeordnet sind sowie an jeder Stirnseite des Spulenrahmens (1a) ein Flyer (13a; 13b) mit je einem Führungselement (14a; 14b) für die vom kleineren Durchmesser der konischen Umlenkrolle (7) ablaufende Drahtlitze (15) drehbar gelagert ist und die synchron zueinander drehenden Flyer (13a; 13b) und die Dralliereinrichtung (12) über den gesamten Verseilprozeß einschließlich Ablauf- und Abbremsphase zueinander das gleiche Drehzahlverhältnis aufweisen,

    b) einen der Doppelschlagverseilmaschine (1) nachgeordneten, einen definierten Zugkraftanstieg realisierenden Doppelscheibenabzug (4),

    c) eine oder mehrere in Ablaufrichtung der Drahtlitze (15) nacheinander angeordnete Überdreheinrichtungen (21) und Nachformeinrichtungen (23),

    d) einen geregelten Aufwickler (5) mit einer Verlegeeinrichtung (6).


     
    10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennnzeichnet, daß zwischen jeder Ablaufspule (2; 2') und der zugehörigen Vorformeinrichtung (11) ein Rollensystem (10) in Form eines Flaschenzuges angeordnet ist, über das der jeweilige ablaufende Draht (8; 8') in mehreren Windungen geführt ist.
     
    11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß

    a) jede Drahtzugbremse (3) ein mit einem Schwenkhebel (3a) einer Tänzerrolle (3b) gekoppeltes Bremsband (18), bestehend aus einer beliebigen Anzahl Bremsbacken (19) mit einem Reibbelag aus Tetrafluorethylen mit 10 bis 35 % Kohlenstoff sowie eine mit der Ablaufspule (2; 2') drehfest verbundene Bremsscheibe (20) aufweist, deren verchromte, geschliffene und polierte Bremsfläche (15) eine Rauheit < 3,2 µm hat,

    b) die Vorformvorrichtung (11) für die Behandlung eines jeden Drahtes (8; 8') in Abhängigkeit vom jeweils zu verseilenden Draht (8; 8') entweder je einen feststehenden Vorformnippel (11a) oder je eine Vorformrolle (11b), um die der jeweilige Draht (8; 8') geführt ist, aufweist,

    c) die Dralliereinrichtung (12) ein Rollensystem aufweist, um welches die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze (15) geführt ist, welches die gleiche Drehrichtung, jedoch je nach gewünschtem Verseilaufbau die 1,8 bis 2,1-fache Drehgeschwindigkeit der Flyer (13a; 13b), aufweist,

    d) dem Doppelscheibenabzug (4), der mit einem Durchmessersprung zum größeren hin ausgebildet ist, eine oder mehrere Überdreheinrichtungen (21), die die entgegengesetzte Drehrichtung, jedoch die 0,3 bis 1,0 fache Drehgeschwindigkeit der Flyer (13a; 13b) aufweisen sowie eine oder mehrere Nachformeinrichtungen (23) nachgeordnet sind,

    e) der Aufwickler (5) mit einer einzigen Aufwickelspule (38) oder einer Aufwickeleinrichtung zur Aufnahme eines drehangetriebenen und seitlich verfahrbaren Spulenpaketes (39) mit mehreren, axial nebeneinander angeordneten Aufwickelspulen ausgeführt ist.


     
    12. Vorrichtung nach einem und/oder mehreren der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Ablaufrollen (2') zur Aufnahme des Kerndrahtes (8') in Form von Einzeldrähten oder einer Kernlitze vor dem Spulenrahmen (1a) angeordnet sind.
     
    13. Vorrichtung nach Anspruch 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß dem Aufwickler (5) eine Tänzerregelung zugeordnet ist und der Tänzer (24) vorzugsweise im Bereich nach der letzten Behandlung der Drahtlitze (15) angeordnet ist.
     
    14. Vorrichtung nach Anspruch 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Flyer (13a; 13b) kegelförmig ausgeführt und die Führungselemente (14a; 14b) mit einer vollständigen Verkleidung (14c) versehen sind, die zur Durchführung der Drahtlitze (15) Schlitze (14d) aufweisen.
     
    15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsglieder (14a; 14b) als Führungsrollen oder Führungsnippel ausgeführt sind.
     
    16. Vorrichtung nach Anspruch 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Doppelschlagverseilmaschine (1) mit Dralliereinrichtung (12) sowie dem Abzug (4) ein gemeinsamer Hauptantrieb, der Überdreheinrichtung (21) ein eigener Antrieb (26) und dem Aufwickler (5) ein eigener, tänzergeregelter Antrieb (5a) zugeordnet sind und der Hauptantrieb und der Antrieb der Überdreheinrichtung (21) über eine Regel- und Steuereinrichtung (28) miteinander verbunden sind.
     
    17. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorformradius der Vorformnippel (11a) der Vorformvorrichtung (11) dem 10 bis 15fachen Durchmesser des Drahtes (8; 8') entspricht.
     
    18. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Radius der Vorformrollen (11b) der Vorformvorrichtung (11) dem 20 bis 30fachen Durchmesser des Drahtes (8; 8') entspricht.
     
    19. Vorrichtung nach Anspruch 9 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Doppelscheibenabzug (4) und dem Tänzer (24) eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Wendel angeordnet ist.
     
    20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zum Aufbringen der Wendel als ein Spiralwickler (28) ausgeführt ist, wobei der Wickelkopf (30) und die Wickelkopfwelle (32) des Spiralwicklers (28) vertikal angeordnet sind sowie die Wickelkopfwelle (32) wickelkopfseitig in einem tief abgestimmten System elastisch und antriebsseitig mittels einer radial steifen, jedoch rotorisch elastischen Tragscheibe (34) gelagert und die Lagerung der Wickelkopfwelle (32) mittels Tellerfedern (35) axial vorgespannt ist.
     
    21. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge der ablaufenden Drähte (8; 8') der Menge der aufzuwickelnden Drahtlitze (15) entspricht und sowohl Abwickelspulen (2; 2') als auch die Aufwickelspulen (38) oder das Spulenpaket (39) ein solches Fassungsvermögen aufweisen, daß die Doppelschlagverseilmaschine (1) bei optimalen Drehzahlen im 24-Stunden-Rhythmus oder einem mehrfachen davon arbeitet.
     
    22. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelschlagverseilmaschine (1) über elastische Elemente (36) in einem frei auf dem Maschinenhallenboden stehenden Kastenprofil (37) gelagert ist.
     


    Claims

    1. Process for producing steel cord, in particular HT and ultra-HT cord,

    a) the wires (8; 8') being drawn off, with a constant tension over the entire bobbin filling, from unwind bobbins (2; 2'), which are arranged essentially inside a bobbin frame (la), can be braked mechanically and have a filling quantity > 50 kg and, as a result of a sliding and rolling movement on a conical turn roll (7), the wires being stranded at a single stranding point (9), in double lay, to form the ready-structured stranded wire (15),

    b) the ready-structured stranded wire (15), as it passes through two flyers (13a, 13b) which rotate in synchronism with each other, rotates about itself at twice the speed of the flyers (13a, 13b),

    c) the individual wires (8; 8') are subjected to prior deformation before they run into the stranding point (9),

    d) in the region between the stranding point (9) and the conical turn roll (7), the ready-structured stranded wire (15) is subjected to plastic shaping by means of overtwisting,

    e) the overtwisting speed and the flyer speed are controlled so as to have the same speed ratio to each other over the entire stranding process, including the start-up and braking phases,

    f) before being wound up, the stranded wire (15) is subjected to a defined increase in tensile force and to one or more overtwisting and reshaping operations, in order to dissipate its internal torsional stresses, and is subsequently fed with a constant winding force to a controlled winder (5).


     
    2. Process according to Claim 1, characterized in that

    a) the wires (8; 8'), which are drawn off with a constant tensile force from the unwind bobbins (2; 2'), run onto the largest diameter of the turn roll (7), which is conical and is arranged at the first turning point of the material to be stranded, and, while they are being turned on the turn roll (7), the wires slide towards the smaller diameter and are set turning as a result,

    b) before running into the stranding point (9), the wires (8; 8') are pre-shaped by means of stationary pre-shaping nipples (11a) or pre-shaping rolls (11b), around which the respective wire (8; 8') is led,

    c) between the turn roll (7) and the unwind bobbins (2; 2'), the wires (8) are jointly given the first and second stranding lay at a stranding point (9),

    ca) following this, the ready-structured stranded wire (15) is then subjected to plastic shaping by means of a twisting device (12),

    cb) which, for its part, rotates in the same direction as the flyers (13a; 13b) but, depending on the desired stranding configuration, at 1.8 to 1.95 times the speed of the flyers (13a; 13b),

    d) the ready-structured stranded wire (15) is led on a free flight curve from the first flyer (13a), which is arranged upstream of the bobbin frame (1a), to the second flyer (13b), which is arranged downstream in order to impart the stranded structure,

    e) the internal torsional stresses in the stranded wire (15) are dissipated in a double-pulley haul-off (4), which has a step to a larger diameter, in one or more separately driven overtwisting devices (21), which have a direction of rotation that is opposite to that of the flyers (13a; 13b) of the double-lay stranding machine (1) and, depending on the desired stranding configuration, rotate at 0.3 to 1.0 times the speed, and the stresses are dissipated in one or more re-shaping devices (23),

    f) the stranded wire (15) which is free of torsional stress is fed via a laying device (6) to a dancer-controlled winder (5).


     
    3. Process according to Claim 1 and/or 2, characterized in that the core wire (8') is drawn off as a single wire or a stranded core wire from one or more unwind bobbins (2') that are arranged upstream of the bobbin frame (la), and is led, over the mutually synchronously rotating flyers (13a; 13b), into the region of the unwind bobbins (2) that are arranged in the bobbin frame (1a) and, together with wires (8) that run off from the said unwind bobbins (2) and form the stranded wires, are lead into the stranding point (9) and stranded there with the said wires (8).
     
    4. Process according to Claims 1 to 3, characterized in that, in order to achieve a low wire tensile force, each wire (8; 8') coming from the respective unwind bobbin (2; 2'), before running into the pre-shaping device (11), is lead in several turns over a roll system (10) that has the form of a block and tackle.
     
    5. Process according to Claims 1 to 4, characterized in that, in order to achieve the approximately constant tensile force, the unwind bobbins (2) are braked by a dancer-controlled wire-tension brake (3), whose brake drum (20) has a chromium-plated, ground and polished braking surface with a roughness < 3.2 µm and whose brake shoes (19), actuated by the dancer arrangement (3a; 3b), of a brake band (18) have a friction lining made of polytetrafluoroethylene with a carbon content of 10 to 35%.
     
    6. Process according to Claims 1 to 5, characterized in that, following the plastic shaping, a wire helix is additionally applied to the stranded wire (15), and the winding stresses produced are subsequently dissipated by a re-shaping device (29).
     
    7. Process according to Claims 1 to 6, characterized in that the wires (8; 8') are drawn off from unwind bobbins (2; 2') of a double-lay stranding machine (1) that operates in a 24-hour cycle or a multiple thereof.
     
    8. Process according to Claims 1 to 6, characterized in that the ready-stranded wire (15) is fed to a winder bobbin (38) or a winder-bobbin assembly (39) of a winder (5) that operates in a 24-hour cycle or a multiple thereof.
     
    9. Device for implementing the process for producing steel cord, in particular HT and ultra-HT cord, according to Claim 1, this device having:

    a) a double-lay stranding machine (1) having a plurality of unwind bobbins (2; 2'), which are essentially mounted in a bobbin frame (la) and are braked by a wire-tension brake (3) each, in which machine, in the region of the first turning point of the material to be stranded, a conically shaped turn roll (7) is arranged on the central axis (M) of the double-lay stranding machine (1) and, in the region between the unwind bobbins (2; 2') and the turn roll (7), there are arranged, one after another in the unwind direction of the material to be stranded, a pre-forming device (11), a common stranding point (9) for the first and second stranding lay and a twisting device (12), and a flyer (13a; 13b) having a guide element (14a; 14b) each for the stranded wire (15) that runs off from the smaller diameter of the conical turn roll (7) is rotatably mounted at each end of the bobbin frame (1a), and the mutually synchronously rotating flyers (13a; 13b) and the twisting device (12) have the same speed ratio to each other over the entire stranding process, including the start-up and braking phases,

    b) a double-pulley haul-off (4), which is arranged downstream of the double-lay stranding machine and implements a defined increase in tensile force,

    c) one or more overtwisting devices (21) and re-shaping devices (23), which are arranged one after another in the unwind direction of the stranded wire (15),

    d) a controlled winder (5) having a laying device (6).


     
    10. Device according to Claim 9, characterized in that, between each unwind bobbin (2; 2') and the associated pre-shaping device (11), there is arranged a roll system (10) in the form of a block and tackle, over which the respective unwinding wire (8; 8') is lead in several turns.
     
    11. Device according to Claim 9, characterized in that

    a) each wire-tension brake (3) has a brake band (18), which is coupled to a pivoting lever (3a) of a dancer roll (3b) and comprises any desired number of brake shoes (19) having a brake lining made of polytetrafluoroethylene with 10 to 35% carbon, and a brake disc (20), which is rotatably fixedly connected to the unwind bobbin (2; 2') and whose chromium-plated, ground and polished braking surface (15) has a roughness < 3.2 µm,

    b) depending on the wire (8; 8') to be respectively stranded, the pre-shaping device (11) for treating each wire (8; 8') has either a stationary pre-shaping nipple (11a) or a pre-shaping roll (11b) each, around which the respective wire (8; 8') is led,

    c) the twisting device (12) has a roll system around which the ready-structured stranded wire (15) is led and which has the same direction of rotation but, depending on the desired stranding configuration, rotates at 1.8 to 2.1 times the speed of the flyers (13a; 13b),

    d) arranged downstream of the double-pulley haul-off (4), which is designed to have a step to a larger diameter, there are one or more overtwisting devices (21), which have the opposite direction of rotation but rotate at 0.3 to 1.0 times the speed of the flyers (13a; 13b), as well as one or more re-shaping devices (23),

    e) the winder (5) is designed to have a single winder bobbin (38) or a winding device for accommodating a rotationally driven and laterally movable bobbin assembly (39) having a plurality of winder bobbins arranged axially beside one another.


     
    12. Device according to one and/or more of Claims 9 to 11, characterized in that one or more unwind bobbins (2') for accommodating the core wire (8') in the form of single wires or a stranded core wire are arranged upstream of the bobbin frame (1a).
     
    13. Device according to Claims 9 to 12, characterized in that the winder (5) is assigned a dancer control system, and the dancer (24) is preferably arranged in the region downstream of the last treatment of the stranded wire (15).
     
    14. Device according to Claims 9 to 13, characterized in that the flyers (13a; 13b) are of conical design and the guide elements (14a; 14b) are provided with complete cladding (14c), which has slots (14d) for the stranded wire (15) to be lead through.
     
    15. Device according to Claim 14, characterized in that the guide members (14a; 14b) are designed as guide rolls or guide nipples.
     
    16. Device according to Claims 9 to 15, characterized in that the double-lay stranding machine (1), together with the twisting device (12) and the haul-off (4), is assigned a common main drive, the overtwisting device (21) is assigned its own drive (26), and the winder (5) is assigned its own, dancer-controlled drive (5a), and the main drive and the drive of the over-twisting device (21) are connected to each other via an open-loop and closed-loop control device (28).
     
    17. Device according to Claim 11, characterized in that the pre-shaping radius of the pre-shaping nipple (11a) of the pre-shaping device (11) corresponds to 10 to 15 times the diameter of the wire (8; 8').
     
    18. Device according to Claim 11, characterized in that the radius of the pre-shaping rolls (11b) of the pre-shaping device (11) corresponds to 20 to 30 times the diameter of the wire (8; 8').
     
    19. Device according to Claims 9 to 18, characterized in that a device for applying a helix is arranged between the double-pulley haul-off (4) and the dancer (24).
     
    20. Device according to Claim 19, characterized in that the device for applying the helix is designed as a spiral winder (28), the winding head (30) and the winding-head shaft (32) of the spiral winder (28) being arranged vertically, and the winding-head shaft (32), on the winding-head side, being mounted elastically in a system having a matched depth and, on the drive side, being mounted by means of a radially rigid but rotationally elastic supporting disc (32), and the mounting of the winding-head shaft (32) being axially prestressed by means of cup springs (35).
     
    21. Device according to one or more of Claims 9 to 20, characterized in that the amount of wire (8; 8') that unwinds corresponds to the amount of stranded wire (15) to be wound up, and both the unwind bobbins (2; 2') and the winder bobbins (38) or the bobbin assembly (39) have a holding capacity such that, given optimum speeds, the double-lay stranding machine (1) operates in a 24-hour cycle or a multiple thereof.
     
    22. Device according to one or more of Claims 9 to 21, characterized in that the double-lay stranding machine (1) is mounted, via elastic elements (36), in a box profile (37) that stands freely on the floor of the machine room.
     


    Revendications

    1. Procédé pour la fabrication de corde d'acier, en particulier de corde HT et Ultra-HT, dans lequel

    a) les fils (8; 8') sont prélevés de bobines dérouleuses (2; 2') à freinage mécanique, avec une quantité de remplissage > 50 kg, disposées essentiellement à l'intérieur d'un cadre de bobines (1a), avec une tension constante sur tout le remplissage des bobines et ils sont, par suite d'un mouvement de glissement et de roulage sur un rouleau de déviation conique (7), torsadés en un seul point de câblage (9) en double torsion pour former le toron entièrement structuré (15),

    b) le toron entièrement structuré (15) tourne autour de lui-même, lors du franchissement de deux bobinots (13a, 13b) tournant en synchronisme l'un avec l'autre, avec une vitesse double de celle des bobinots (13a, 13b),

    c) les fils individuels (8; 8') sont soumis à une prédéformation avant d'entrer dans le point de câblage (9),

    d) le toron entièrement structuré (15) est soumis à une déformation plastique par surtorsion, dans la région située entre le point de câblage (9) et le rouleau de déviation conique (7),

    e) la survitesse et la vitesse des bobinots sont réglées avec le même rapport de vitesses l'une par rapport à l'autre sur l'ensemble du processus de câblage, y compris la phase de démarrage et la phase de freinage,

    f) le toron (15) est soumis, avant son bobinage, à une augmentation définie de l'effort de traction et à une ou plusieurs opérations de surtorsion et de postdéformation pour éliminer ses tensions internes de torsion et est ensuite transmis avec un effort d'enroulement constant à une enrouleuse asservie (5).


     
    2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que

    a) les fils (8; 8') prélevés des bobines dérouleuses (2; 2') avec un effort de traction constant arrivent sur le plus grand diamètre du rouleau de déviation (7) conique et disposé au premier point de déviation du produit à câbler et glissent, pendant leur déviation, sur le rouleau de déviation (7) en direction du plus petit diamètre et sont ainsi déportés en rotation,

    b) les fils (8; 8') sont prédéformés, avant leur entrée dans le point de câblage (9), au moyen de nipples de prédéformation fixes (11a) ou de rouleaux de prédéformation (11b), autour desquels le fil respectif (8; 8') est mené,

    c) les fils (8; 8') reçoivent en même temps la première et la seconde torsion en un point de câblage (9) entre le rouleau de déviation (7) et les bobines dérouleuses (2; 2'),

    ca) ensuite, le toron entièrement structuré (15) est soumis à une déformation plastique au moyen d'un dispositif de torsion (12),

    cb) qui tourne à son tour dans le même sens que les bobinots (13a; 13b), cependant avec une vitesse de rotation égale à 1,8 à 1,95 fois la vitesse de rotation des bobinots (13a; 13b) selon la structure de câblage désirée,

    d) le toron entièrement structuré (15) est mené avec une trajectoire flottant librement depuis le premier bobinot (13a) disposé avant le cadre de bobines (1a) jusqu'au second bobinot (13b) disposé après, pour atteindre la structure de câblage,

    e) les contraintes internes de torsion du toron (15) sont éliminées dans un extracteur à double poulie (4), qui présente un saut de diamètre vers le plus grand, dans un ou plusieurs dispositifs de surtorsion (21) entraînés séparément, qui présentent un sens de rotation opposé à celui des bobinots (13a; 13b) de la machine de câblage double torsion (1) et qui tournent avec une vitesse égale à 0,3 à 1,0 fois la vitesse de rotation, selon la structure de câblage désirée, ainsi que dans un ou plusieurs dispositifs de postdéformation (23),

    f) le toron (15) libre de contraintes de torsion est mené à une enrouleuse (5) asservie à un danseur par l'intermédiaire d'un dispositif de pose (6).


     
    3. Procédé suivant la revendication 1 et/ou 2, caractérisé en ce que le fil central (8') est prélevé comme un fil unique ou comme un toron central d'une ou de plusieurs bobines dérouleuses (2') disposées avant le cadre de bobines (1a) et est mené sur les bobinots (13a; 13b) tournant en synchronisme l'un avec l'autre dans la région des bobines dérouleuses (2) disposées dans le cadre de bobines (1a) et est mené au point de câblage (9) en même temps que les fils (8) formant les fils de toron se déroulant de celles-ci et y est câblé avec ceux-ci.
     
    4. Procédé suivant une revendication 1 à 3, caractérisé en ce que, pour atteindre un faible effort de traction du câble, chaque fil (8; 8'), venant de la bobine dérouleuse (2; 2') respective, est mené en plusieurs spires sur un ensemble de rouleaux (10) en forme de poulie multiple, avant son entrée dans le dispositif de prédéformation (11).
     
    5. Procédé suivant une revendication 1 à 4, caractérisé en ce que les bobines dérouleuses (2) sont freinées chacune par un frein de traction du fil (3) asservi à un danseur pour obtenir l'effort de traction approximativement constant, dont le disque de frein (20) possède une face de freinage chromée, meulée et polie avec une rugosité < 3,2 µm et dont les mâchoires de freinage (19) d'une bande de freinage (18) actionnées par le dispositif de danseur (3a; 3b) présentent un revêtement de friction en tétrafluoréthylène avec une fraction de 10 à 35 % de carbone.
     
    6. Procédé suivant une revendication 1 à 5, caractérisé en ce qu'à la suite de la déformation plastique, une torsion hélicoïdale est appliquée en plus au toron (15) et les contraintes de bobinage apparues sont ensuite éliminées par un dispositif de postdéformation (29).
     
    7. Procédé suivant une revendication 1 à 6, caractérisé en ce que les fils (8; 8') sont prélevés de bobines dérouleuses (2; 2') d'une machine de câblage double torsion (1) travaillant avec un rythme de 24 heures ou d'un multiple de celui-ci.
     
    8. Procédé suivant une revendication 1 à 6, caractérisé en ce que le toron (15) terminé est fourni à une bobine d'enroulement (38) ou à un ensemble de bobines d'enroulement (39) d'une enrouleuse (5) travaillant avec un rythme de 24 heures ou d'un multiple de celui-ci.
     
    9. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé pour la fabrication de corde d'acier, en particulier de corde HT ou ultra-HT, suivant la revendication 1, dans lequel celui-ci comprend:

    a) une machine de câblage double torsion (1) avec plusieurs bobines dérouleuses (2; 2') supportées essentiellement dans un cadre de bobine (1a) et freinées chacune par un frein de traction de fil (3), dans lequel un rouleau de déviation (7) de forme conique est disposé dans la région du premier point de déviation du produit à câbler dans l'axe central (M) de la machine de câblage double torsion (1) et en ce que, dans la région entre les bobines dérouleuses (2; 2') et le rouleau de déviation (7), sont disposées, l'une derrière l'autre dans le sens de déroulement du produit à câbler, un dispositif de prédéformation (11), un point de câblage commun (9) pour la première et la seconde torsion de câblage et un dispositif de torsion (12) ainsi qu'à chaque côté d'extrémité du cadre de bobine (1a) un bobinot (13a; 13b) avec chacun un organe de guidage (14a; 14b) pour le toron (15) se déroulant du plus petit diamètre du rouleau de déviation conique (7) est supporté de façon rotative et les bobinots (13a; 13b) tournant en synchronisme l'un par rapport à l'autre et le dispositif de torsion (12) présentent le même rapport de vitesses de rotation sur l'ensemble du processus de câblage y compris la phase de déroulement et la phase de freinage,

    b) un extracteur à double poulie (4) disposé après la machine de câblage double torsion (1) et réalisant une augmentation définie de l'effort de traction,

    c) un ou plusieurs dispositifs de surtorsion (21) et de dispositifs de postdéformation (23) disposés l'un après l'autre dans le sens de déroulement du toron (15),

    d) une enrouleuse asservie (5) avec un dispositif de pose (6).


     
    10. Dispositif suivant la revendication 9, caractérisé en ce que entre chaque bobine dérouleuse (2;2') et le dispositif de prédéformation correspondant (11) est disposé un ensemble de rouleaux (10) sous la forme d'une poulie multiple, sur lequel le fil respectif qui se déroule (8; 8') est guidé en plusieurs spires.
     
    11. Dispositif suivant la revendication 9, caractérisé en ce que

    a) chaque frein de traction de fil (3) présente une bande de freinage (18) couplée avec un levier oscillant (3a) d'un rouleau danseur (3b), se composant d'un nombre quelconque de mâchoires de freinage (19) avec un revêtement de friction en tétrafluoréthylène avec 10 à 35 % de carbone ainsi qu'un disque de freinage (20) calé en rotation avec la bobine dérouleuse (2; 2'), dont la face de freinage (15) chromée, meulée et polie a une rugosité < 3,2 µm,

    b) le dispositif de prédéformation (11) présente, pour le traitement de chaque fil (8; 8'), en fonction du fil à câbler (8; 8'), soit une nipple de prédéformation (11a) fixe soit un rouleau de prédéformation (11b) autour duquel le fil respectif (8; 8') est mené,

    c) le dispositif de torsion (12) présente un ensemble de rouleaux, autour desquels est mené le toron entièrement structuré (15), qui présente le même sens de rotation cependant avec une vitesse de rotation égale à 1,8 à 2,1 fois la vitesse de rotation des bobinots (13a; 13b), selon la structure de câblage désirée,

    d) un ou plusieurs dispositifs de surtorsion (21), qui présentent un sens de rotation opposé, mais avec une vitesse de rotation égale à 0,3 à 1,0 fois la vitesse de rotation des bobinots (13a, 13b), ainsi qu'un ou plusieurs dispositifs de postdéformation (23) sont disposés après l'extracteur à double poulie (4), qui comporte un saut de diamètre en direction du plus grand,

    e) l'enrouleuse (5) est réalisée avec une seule bobine d'enroulement (38) ou avec un dispositif d'enroulement pour recevoir un paquet de bobines (39) entraîné en rotation et déplaçable latéralement, avec plusieurs bobines d'enroulement disposées axialement l'une à côté de l'autre.


     
    12. Dispositif suivant une et/ou plusieurs des revendications 9 à 11, caractérisé en ce qu'une ou plusieurs bobines dérouleuses (2') sont disposées avant le cadre de bobines (1a) pour recevoir le fil central (8') sous la forme de fils individuels ou d'un toron central.
     
    13. Dispositif suivant une revendication 9 à 12, caractérisé en ce qu'une régulation du danseur est associée à l'enrouleuse (5) et en ce que le danseur (24) est disposé de préférence dans la région située après le dernier traitement du toron (15).
     
    14. Dispositif suivant une revendication 9 à 13, caractérisé en ce que les bobinots (13a; 13b) sont de forme conique et en ce que les organes de guidage (14a; 14b) sont pourvus d'un revêtement complet (14c), qui présente des fentes (14d) pour le passage du toron (15).
     
    15. Dispositif suivant la revendication 14, caractérisé en ce que les organes de guidage (14a; 14b) sont constitués par des rouleaux de guidage ou des nipples de guidage.
     
    16. Dispositif suivant une revendication 9 à 15, caractérisé en ce qu'à la machine de câblage double torsion (1) avec le dispositif de torsion (12) ainsi qu'à l'extracteur (4) est associé un dispositif d'entraînement principal commun, au dispositif de surtorsion (21) un dispositif d'entraînement propre (26), et à l'enrouleuse (5) un dispositif d'entraînement propre (5a) asservi au danseur, et en ce que le dispositif d'entraînement principal et le dispositif d'entraînement du dispositif de surtorsion (21) sont reliés l'un à l'autre par un dispositif de régulation et de commande (28).
     
    17. Dispositif suivant la revendication 11, caractérisé en ce que le rayon de prédéformation de la nipple de prédéformation (11a) du dispositif de prédéformation (11) correspond à 10 à 15 fois le diamètre du fil (8; 8').
     
    18. Dispositif suivant la revendication 11, caractérisé en ce que le rayon des rouleaux de prédéformation (11b) du dispositif de prédéformation (11) correspond à 20 à 30 fois le diamètre du fil (8; 8').
     
    19. Dispositif suivant une revendication 9 à 18, caractérisé en ce qu'un dispositif pour l'application d'une hélice est disposé entre l'extracteur à double poulie (4) et le danseur (24).
     
    20. Dispositif suivant la revendication 19, caractérisé en ce que le dispositif pour l'application de l'hélice est constitué par une enrouleuse spirale (28), dans laquelle la tête de bobine (30) et l'arbre de la tête de bobine (32) de l'enrouleuse spirale (28) sont placés verticalement, l'arbre de la tête de bobine (32) est supporté de façon élastique, du côté de la tête d'enroulement, dans un système profondément accordé et du côté du dispositif d'entraînement au moyen d'une poulie porteuse (34) radialement rigide mais élastique en rotation, et le support de l'arbre de la tête de bobine (32) est précontraint axialement au moyen de rondelles élastiques (35).
     
    21. Dispositif suivant une ou plusieurs des revendications 9 à 20, caractérisé en ce que la quantité des fils (8; 8') se déroulant correspond à la quantité du toron (15) à enrouler, et aussi bien les bobines dérouleuses (2; 2') que les bobines d'enroulement (38) ou le paquet de bobines (39) présentent une capacité de réception telle que la machine de câblage double torsion (1) travaille, aux vitesses optimales, avec un rythme de 24 heures ou d'un multiple de celui-ci.
     
    22. Dispositif suivant une ou plusieurs des revendications 9 à 21, caractérisé en ce que la machine de câblage double torsion (1) repose par des éléments élastiques (36) dans un caisson profilé (37) installé librement sur le sol de la salle des machines.
     




    Zeichnung