[0001] Die Erfindung betrifft eine einstellbare Liege, insbesondere für ein Bett in einem
Pflegeheim, und umfassend eine Liegefläche mit untereinander gelenkig verbundenen
Liegeabschnitten, wie etwa ein Schienbeinstück, ein Oberschenkel stück, ein Sitzstück
und ein Rückenstück, sowie eine Bewegungseinrichtung umfassend eine mit einem Betätigungsgerät
verbundene, in der Längsrichtung bewegliche Antriebsstange und mit an jeden der Abschnitte
gekoppelte Übertragungsmechanismen, welche Antriebsstange mit Mitnehmern zum Beeinflussen
der Übertragungsmechanismen versehen ist, wobei ein oder mehrere der gelenkig verbundenen
Liegeabschnitte durch die Betätigungsmittel über die Übertragungsmechanismen aktiviert
durch im voraus festgelegte Bewegungsmuster aus einer neutralen Liegestellung, in
welcher die Liegeabschnitte eine im wesentlichen ebene Fläche bilden, in eine gewünschte
Liegestellung bewegt werden können, in welcher Stellung einer oder mehrere der gelenkig
verbundenen Liegeabschnitte mit mindestens einem benachbarten Liegeabschnitt Winkel
bilden, bei welcher Liege die Betätigungsmittel aus einem und demselben linearen Betätigungsgerät
bestehen, das sich in der neutralen Liegestellung der Liegeabschnitte in einer Zwischenstellung
zwischen zwei Aussenstellungen befindet, und dass die Bewegungsrichtung des Betätigungsgerätes
von der Zwischenstellung weg in eine der zwei Aussenstellungen dafür ausschlaggebend
ist, welche Abschnitte in der gewünschten Liegestellung mit den benachbarten Liegeabschnitten
Winkel bilden.
[0002] Liegen vorerwähnter Art, auf welcher sich eine pflegebedürftige Person längere Zeit
befindet, sind derart eingerichtet, dass sie in mehrere Liegestellungen eingestellt
werden können, welche die Pflege der Person erleichtern oder für diese Person bequem
sind.
[0003] Dies können beispielsweise Stellungen der Liege sein, wo das Rückenstück gekippt
oder das Schienbeinstück angehoben, oder beides der Fall ist.
[0004] Um der bettlägrigen Person die Möglichkeit zu geben die Stellung der Liege zu ändern,
ist eine solche Liege normalerweise mit Bedienungsorganen für eine Anzahl von Betätigungseinrichtungen
versehen, welche die Liegeabschnitte beeinflussen, so dass diese eine gewünschte Stellung
einnehmen können. Das Bedienungsorgan kann z.B. eine Fernbedienung sein, die derart
aufgehängt ist, dass sie sowohl für die bettlägrige Person als das Pflegepersonal
zugänglich ist.
[0005] Die Inanspruchnahme mehrerer Betätigungsgeräte ermöglicht, dass die einzelnen Liegeabschnitte
unabhängig voneinander bewegt werden können, so dass die Liege mit einem grossen Mass
an Freiheit gewünschte Stellungen einnehmen kann.
[0006] Mittlerweile führt das bei Benutzung von mehreren Betätigungsgeräten grosse Ausmass
an Freiheit mit sich, dass sich die Herstellungskosten solcher Liegen verteuern, da
die Betätigungsgeräte einen wesentlichen Teil der Materialkosten ausmachen.
[0007] Bei gewissen Marktbereichen für Liegen der eingangs erwähnten Art spielen die Kosten
der Liege bei der Wahl derselben eine verhältnismässig grosse Rolle. So zu verstehen,
dass im Verhältnis zu u.a. der Anzahl von Funktionen, welche die Liege aufweist, die
Kosten der Liege an sich von entscheidender Bedeutung sind, wenn bloss gewisse erwünschte
Grundfunktionen vorhanden sind.
[0008] So ist aus der US-A-5497518 eine Liege der eingangs erwähnten Art bekannt, wo zur
Bewegung der Liegeabschnitte einer Liege in Form eines Rückenstücks und eines zweiteiligen
Beinstückes durch festgelegte Bewegungsmuster für verschiedene gewünschte Liegestellungen
ein und dasselbe Betätigungsgerät verwendet wird. Die Liege kann abhängig von der
Bewegungsrichtung des Betätigungsgeräts die gewünschte Liegestellung einnehmen, da
auf dem Betätigungsstab fest im Verhältnis zueinander angeordete Nocken vorgesehen
sind, die die Liegeabschnitte beeinflussen. Bei dieser Liege ist die Bewegungsfreiheit
aufgrund der fest im Verhältnis zueinander angeordneten Nocken auf dem Betätigungsstab
jedoch begrenzt, und das Rückenstück kann somit nicht frei und unabhängig vom Beinstück
bewegt werden und umgekehrt, was die Einsatzmöglichkeiten der Liege z.B. in Verbindung
mit ärztlicher Untersuchung oder der täglichen Pflege begrenzt.
[0009] Es ist Aufgabe der Erfindung eine preisgünstige Liege der eingangs erwähnten Art
anzugeben, die unter Inanspruchnahme von einem und demselben Betätigungsgerät ein
grösseres Ausmass an Freiheit in der Beweglichkeit der einzelnen Abschnitte untereinander
bietet und somit den vorstehend genannten Nachteilen abhilft.
[0010] Gemäss der Erfindung erzielt man dies mit einer Liege der eingangs erwähnten Art,
die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Antriebsstange an einer Stelle zwischen den
Mitnehmern für zwei der Übertragungseinrichtungen dazu vorgesehen ist in zwei Längen
getrennt zu werden, wobei nur die beim Betätigungsgerät am nächsten liegende Länge
mit diesem fortwährend verbunden ist.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform üben die Mitnehmer auf mindestens einen der
Übertragungsmechanismen von der einen bzw, der anderen Richtung, abhängig von der
Bewegungsrichtung der Antriebsstange, einen Einfluss aus.
[0012] Dadurch erzielt man, dass bestimmte Übertragungsmechanismen von der Aktion des Betätigungsgeräts
beeinflusst werden, ungeachtet dessen, in welche Bewegungsrichtung von der Zwischenstellung
weg diese Aktion erfolgt.
[0013] In einer anderen Ausführungsform umfassen ein oder mehrere der Übertragungsmechanismen
einen Stangenmechanismus mit mehreren Stangen, von denen vier an vier Gelenkpunkten,
die die Ecken eines Viereckes bilden, miteinander verbunden sind, wobei zwei Seiten
des Viereckes gleich lang sind und andere zwei Seiten des Viereckes ebenfalls gleich
lang sind, und wo einer der Gelenkpunkte vorzugsweise auf einem stationären Gestell
angebracht ist.
[0014] Mit dieser Ausführungsform erzielt man, dass die Übertragungsmechanismen die Liegeabschnitte
in ein und derselben Richtung beeinflussen, ungeachtet, welche der beiden Bewegungsrichtungen
das Betätigungsgerät bzw. die Antriebsstange hat.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es, wenn zumindest eine der Stangen in einem der Stangenmechanismen
einen Teil umfasst, der ausserhalb des Viereckes, dessen Ecken von den vier Gelenkpunkten
des betreffenden Stangenmechanismus gebildet werden, liegt, und dass die Mitnehmer
vorzugsweise diesen Teil beeinflussen.
[0016] Dadurch kann das Übersetzungsverhältnis, das zwischen der Aktion des Betätigungsgeräts
und der Bewegung eines Liegeabschnittes besteht, derart angepasst werden, dass eine
Optimierung zwischen der Kraft, die das Betätigungsgerät auf den Stangenmechanismus
ausübt und der Distanz in der der Liegeabschnitt bewegt wird, erreicht wird.
[0017] In einer besonderen Ausführungsform ist der Stangenmechanismus derart eingerichtet,
dass das Viereck, dessen Ecken von den vier Gelenkpunkten des betreffenden Stangenmechanismus
gebildet werden, ein Parallelogramm ist.
[0018] Dadurch kann erzielt werden, dass der Liegeabschnitt im Verhältnis zur Bewegung des
Betätigungsgeräts dieselbe Bewegung ausführt, ungeachtet der Bewegungsrichtung des
Betätigungsgeräts.
[0019] Mit Hinblick auf Platzaufwand kann es vorteilhaft sein, wenn die Seiten des Viereckes,
dessen Ecken von erwähnten vier Gelenkpunkten des betreffenden Stangenmechanismus
gebildet werden, dieselbe Länge aufweisen.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform kann zumindest einer der Stangenmechanismen zusätzlich
einen separat gelagerten schwenkbaren Arm umfassen, dessen freies Ende den zugehörigen
Liegeabschnitt beeinflusst.
[0021] Dadurch kann der Ausschlag des Stangenmechanismus im Verhältnis zur Aktion des Betätigungsgeräts
erhöht und somit eine grössere Bewegung eines Liegeabschnittes erzielt werden. Ferner
kann man damit eine indirekte Kraftübertragung auf einen Liegeabschnitt ausüben, so
dass der betreffende Liegeabschnitt eine kombinierte schwenkende und translatorische
Bewegung ausführt und zu dessen ursprünglicher Stellung mehr oder weniger parallel
verbleibt.
[0022] In noch einer Ausführungsform der Erfindung ist ein an ein Rückenstück gekoppelter
Übertragungsmechanismus vorhanden, der einen mit dem Rückenstück vorzugsweise steif
verbundenen Arm umfasst.
[0023] Dies ist ein einfaches Mittel um zu erreichen, dass das Rückenstück ledliglich bei
Aktion des Betätigungsgeräts in der einen dessen Bewegungsrichtungen bewegt wird,
wodurch erzielt wird, dass jene Liegeabschnitte, die in der einen Bewegungsrichtung
des Betätigungsgerätes mit benachbarten Abschnitten Winkel bilden, von den Liegeabschnitten
verschieden sind, die in der anderen Bewegungsrichtung des Betätigungsgerätes mit
benachbarten Abschnitten Winkel bilden.
[0024] In einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfassen die Liegeabschnitte
ein stationäres Sitzstück, ein an das eine Ende des Sitzstückes angelenktes bewegliches
Rückenstück, ein an dem anderen Ende an seinem Ende angelenktes Oberschenkelstück
sowie ein an das andere Ende des Oberschenkel stücks gelenkig verbundenes bewegliches
Schienbeinstück.
[0025] Diese besondere Kombination ergibt eine Liege, die vorzüglich für Betten, und hierunter
ganz besonders Betten bei langandauernder Bettlägrigkeit geeignet ist.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Mitnehmer als Rollen
ausgebildet, die vorzugweise auf auf der Antriebsstange befestigten Wellen gelagert
sind.
[0027] Dieses erleichert die Kraftübertragung vom Betätigungsgerät auf die Übertragungsmechanismen
und mindert die Friktionsverluste.
[0028] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels und unter Hinweis
auf die Zeichnungen näher erläutert, in welchen Zeichnungen:
Fig. 1 schematisch und vereinfacht eine Seitenansicht einer einstellbaren Liege in
einer neutralen Stellung zeigt, in der sich ein Betätigungsgerät zum Bewegen der Liege
in einer Zwischenstellung befindet,
Fig. 2 auf dieselbe Weise schematisch die in Fig. 1 dargestellte Liege in einer ersten
gewünschten Stellung zeigt, in der sich das Betätigungsgerät in einer ersten Stellung
auf der einen Seite der Zwischenstellung befindet,
Fig. 3 auf dieselbe Weise schematisch die in Fig. 1 dargestellte Liege in einer zweiten
gewünschten Stellung zeigt, in der sich das Betätigungsgerät in einer anderen Stellung
auf der entgegengesetzten Seite der Zwischenstellung befindet, und
Fig. 4 auf dieselbe Weise schematisch die in Fig. 1 dargestellte Liege in einer dritten
gewünschten Stellung zeigt, in der die Antriebsstange in zwei Längen getrennt ist.
[0029] Fig. 1 zeigt eine Liege für eine liegende Person, wo die Liegefläche an sich eine
Anzahl untereinander gelenkig verbundener Abschnitte, nämlich ein Rückenstück 2, ein
Sitzstück 3, ein Oberschenkelstück 4 und ein Schienbeinstück 5, umfasst. Das Sitzstück
3 ist gegenüber einem nicht näher gezeigten Gestell, beispielsweise einem Bettrahmen,
fest angeordnet. Das Rückenstück 2 ist mittels eines ersten Gelenks 32 an dem einen
Ende des Sitzstückes 3 mit diesem schwenkbar verbunden. An dem anderen Ende des Sitzstückes
3 ist das Oberschenkelstück 4 mittels eines zweiten Gelenks 43 mit dem Sitzstück schwenkbar
verbunden. An das andere Ende des Oberschenkelstückes 4 ist mittels eines Gelenks
54 wiederum ein Schienbeinstück 5 schwenkbar angelenkt.
[0030] Zur Bedienung der Liege ist ein mit dem Gestell fest verbundenes Betätigungsgerät
1 mit einem linear beweglichen Betätigungselement 1a vorgesehen. In Fig. 1 befindet
sich das Betätigungsgerät in einer Zwischenstellung, so dass sich das Betätigungselement
1a entlang seiner Längsrichtung in beiden Richtungen bewegen kann, wie mit einem Doppelpfeil
41 angedeutet.
[0031] Das Betätigungselement 1a ist an das eine Ende einer Antriebsstange 17, die eine
erste Länge 17a und eine zweite Länge 17b aufweist, angelenkt. Auf der Antriebsstange
befinden sich eine Anzahl Mitnehmer 171, 172, 173, 174, 175, die eine Reihe von Übertragungsmechanismen
beeinflussen könnnen. Diese Übertragungsmechanismen werden später beschrieben. Um
Friktionsverluste zu reduzieren sind die Mitnehmer vorzugsweise mit Rädern oder Rollen
ausgestattet.
[0032] Zwischen dem Mitnehmer 174 und dem Mitnehmer 175 ist die Antriebsstange 17 derart
eingerichtet, dass mittels einer auslösbaren Verbindung 16a, 16b die erste Länge 17a
und die zweite Länge 17b voneinander getrennt werden können, wodurch nur die zweite
Länge 17b, die beim Betätigungsgerät 1 am nächsten liegt, mit dessen Betätigungselement
1a verbunden bleibt.
[0033] Dieses Trennen kann beispielsweise elektromagnetisch erfolgen, gegebenenfalls mittels
einer elektromagnetisch auslösbaren Klinke. Dies hat den Vorteil, dass die Trennung
fernbedient von derselben Einheit, die im übrigen zur Bedienung der Liege benutzt
wird, erfolgen kann.
[0034] Die Trennung kann gemäss der Erfindung auch mit einer Klinke erfolgen, die mit einem
im Gestell (Bettrahmen) gelagerten exzentrischen Element ausgelöst wird, sodass die
Trennung nur in der neutralen Liegestellung erfolgt, wo weder Zug noch Druck auf die
Antriebsstange ausgeübt wird. Eine manuelle Bedienung dieser Art kann derart ausgestaltet
werden, dass sie im grossen und ganzen gegen Fehlbedienung gesichert ist.
[0035] Die Mitnehmer 171 und 172 sind auf jeder Seite eines ersten Auswechselmechanismus
angeordnet, der vier Stangen 24, 25, 26 und 27 umfasst, die in vier Punkten 8, 9,
10 und 11 untereinander gelenkig verbunden sind, sodass ein Viereck entsteht. Die
Stangen 24 und 25 sind an die Stangen 26 und 27 nicht an ihren Endpunkten verbunden,
sondern an einer Stelle etwas weiter unten, so dass ausser den Ecken des Viereckes,
das aus den Punkten 11 und 10 gebildet wird, betreffende Verlängerungen 24a und 25a
des Viereckes entstehen. Diese Verlängerungen dienen als Anschlag für die betreffenden
Mitnehmer 171 und 172. Man könnte sich auch vorstellen, dass die Stangen 24 und 25
an ihren Endpunkten gelenkig verbunden werden; in diesem Fall würden die Stangen 24
und 25 (oder 26 und 27) an sich, d.h. die Seiten des Viereckes als Anschlag für die
betreffenden Mitnehmer 171 und 172 dienen.
[0036] Der Punkt 9, wo die Stangen 24 und 25 miteinander verbunden sind, ist gegenüber einem
Gestell fest. Punkt 8, wo die Stangen 26 und 27 miteinander gelenkig verbunden sind,
ist mit einem schwenkbaren Arm 6 verbunden, der in einem gegenüber dem Gestell stationären
Punkt 7 gelagert ist. An dem entgegengesetzten Ende des Armes 6 liegt das Schienbeinstück
5 mit Hilfe eines Rollorgans 28 an dem Arm 6 an.
[0037] Die Mitnehmer 173 und 174 sind auf jeder Seite eines zweiten Übertragungsmechanismus
angeordnet, der vier Stangen 19, 20, 21 und 22 umfasst, die in vier Punkten 12, 13,
14 und 15 derart untereinander gelenkig verbunden sind, dass ein Viereck entsteht.
Dies entspricht dem ersten Übertragungsmechanismus. So sind die Stangen 19 und 20
mit den Stangen 21 und 22 nicht an ihren Endpunkten verbunden, sondern an einer Stelle
weiter unten, wodurch ausser den durch die Punkte 12 und 13 gebildeten Ecken des Viereckes
betreffende Verlängerungen 19a und 19b der Seiten des Viereckes entstehen. Diese Verlängerungen
dienen als Anschlag für die zugehörigen Mitnehmer 173 und 174. Die Stangen 19 und
20 könnten auch hier an den Endpunkten verbunden werden, und in diesem Fall würden
die Stangen 19 und 20 (oder 21 und 22), also die Seiten des Viereckes als Anschlag
für die zugehörigen Mitnehmer 173 und 174 dienen.
[0038] Der zweite Übertragungsmechanismus unterscheidet sich jedoch von dem ersten dadurch,
dass der Punkt 14, wo die Stangen 21 und 22 miteinander verbunden sind, nicht an einen
schwenkbaren Arm angelenkt ist, sondern direkt an das Oberschenkelstück 4 an einem
Punkt, der gegenüber den Enden des Oberschenkelstückes und zwischen diesen stationär
ist.
[0039] Der Mitnehmer 175 ist derart angeordnet, dass er einseitig einen dritten Auswechselmechanismus
beeinflussen kann, der, wie in Fig. 1 gezeigt, in seiner einfachsten Form einen mit
dem Rückenstück 2 steif verbundenen Arm 29 umfasst, wodurch das Rückenstück 2 um das
Gelenk 32 schwenken kann. Indes ist es auch möglich einen Übertragungsmechanismus
entsprechend dem ersten oder dem zweiten Übertragungsmechanismus zu benutzen, der
dann einseitig vom Mitnehmer 175 beeinflusst wird.
[0040] In Fig. 1 ist ferner eine Bedienungseinheit skizziert, mit deren Hilfe das Betätigungsgerät
gesteuert werden kann. Diese Bedienungseinheit ist nicht ein Teil der Erfindung und
wird deshalb nicht näher beschrieben, und ist aus demselben Grund in den übrigen Figuren
weggelassen.
[0041] Mit Hilfe der übrigen Figuren, in welchen jene Elemente, die mit Elementen in Fig.
1 identisch sind, dieselben Bezugszeichen haben, wird die Funktionsweise der Liege
nachstehend näher erläutert.
[0042] In Fig. 2 ist eine Situation gezeigt, die entsteht, wenn das Betätigungsgerät 1 das
Betätigungselement 1a in Fig. 2 nach rechts bewegt, wie mit einem Pfeil 42 angedeutet.
Die Bewegung des Betätigungselementes 1a wird auf die Antriebsstange 17 und damit
auf die Mitnehmer 171-175 übertragen, so dass diese auch eine Bewegung nach rechts
ausführen.
[0043] Hierbei beeinflusst der Mitnehmer 171 den ersten Übertragungsmechanismus bei der
Stange 25 und/oder deren Verlängerung 25a, so dass der Gelenkpunkt 10 nach rechts
und der Gelenkpunkt 8 nach oben verschoben wird. Der im Punkt 7 gelagerte Arm 6 wird
dadurch derart beeinflusst, dass er eine um den Punkt 7 schwenkende Bewegung ausführt.
Das Rollorgan 28 schwenkt mit und bewegt das darauf ruhende Schienbeinstück 5 in Richtung
nach oben. Die Benutzung des Rollorgans 28 zur Übertragung der Bewegung vom Arm 6
auf das Schienbeinteil 5 ist vorteilhaft, weil dieses eine relative Bewegung zwischen
dem Endpunkt des Armes 6, wo sich die Rolle 28 befindet, und dem Schienbeinstück 5
ermöglicht. Dadurch kann, wie aus der weiteren Beschreibung hervorgeht, die Bewegung
des Schienbeinstückes 5 auch eine translatorische Komposante umfassen.
[0044] Unter der Bewegung der Antriebsstange nach rechts wird der Mitnehmer 172, der zusammen
mit dem Mitnehmer 171 ein Paar bildet, von dem ersten Übertragungsmechahanismus weg
bewegt. Unter der Nach-rechts-Bewegung übt der Mitnehmer 172 auf den ersten Übertragungsmechanismus
somit keinen Einfluss aus.
[0045] Der Mitnehmer 173 beeinflusst den zweiten Übertragungsmechanismus bei der Stange
20 und/oder deren Verlängerung 20a, sodass der Gelenkpunkt 12 nach rechts und der
Gelenkpunkt 14 nach oben verschoben wird. Dadurch wird das Oberschenkelstück 4, dessen
eines Ende im Punkt 34 gelagert ist, derart beeinflusst, dass das Oberschenkelstück
4 um den Punkt 34 eine schwenkende Bewegung ausführt. Das andere Ende des Oberschenkelstückes,
das beim Punkt 56 an das Schienbeinstück 55 gelenkig verbunden ist, beeinflusst das
Schienbeinstück in Richtung nach oben. Aus den zwei Beeinflussungen des Schienbeinstückes
5 vom dem Arm 6 bzw. dem Oberschenkelstück 4 ergibt sich eine Bewegung des Schienbeinstückes
5, die nicht nur schwenkend, sondern auch translatorisch ist. Das Oberschenkelstück
4 führt hingegen ausschliesslich eine schwenkende Bewegung aus.
[0046] Unter der Bewegung der Antriebsstange nach rechts wird der Mitnehmer 174 , der zusammen
mit dem Mitnehmer 173 ein Paar bildet, von dem zweiten Übertragungsmechanismus weg
bewegt. Der Mitnehmer 174 beeinflusst unter der Nach-rechts-Bewegung somit nicht den
zweiten Übertragungsmechanismus.
[0047] Der Mitnehmer 175 beeinflusst den mit dem Rückenstück 2 steif verbundenen Arm 29,
sodass dieser um den Gelenkpunkt 32 eine schwenkende Bewegung ausführt. Auf Grund
der steifen Verbindung schwenkt das Rückenstück 2 dementsprechend.
[0048] Gemäss dem obenstehend Angeführten entsteht eine Situation, wo alle Abschnitte mit
benachbarten Abschnitten von 180° unterschiedliche Winkel bilden.
[0049] Die Grösse dieser Winkel ist vom Ausschlag des Betätigungselements abhängig, und
eine gewünschte Stellung kann somit eingenommen werden, wenn man das Betätigungsgerät
1 auf einer passenden Stelle in dessen Bewegung stoppt.
[0050] In Fig. 3 ist eine Situation gezeigt, die ensteht, wenn das Betätigungsgerät 1 das
Betätigungselement la nach links bewegt, wie mit einem Pfeil 43 angedeutet. Entsprechend
der Situation in Fig. 2 wird die Bewegung des Betätigungselementes 1a auf die Antriebsstange
17 und damit auf die Mitnehmer 171-175 übertragen, jedoch derart, dass diese hier
eine Bewegung nach links ausführen.
[0051] In dieser Situation beeinflusst der Mitnehmer 172 den ersten Übertragungsmechanismus
bei der Stange 24 und/oder deren Verlängerung, so dass der Gelenkpunkt 11 nach links
und der Gelenkpunkt 8 nach oben verschoben wird. Diese Bewegung wird über den Arm
6 auf das Schienbeinstück 5 übertragen, auf dieselbe Weise wie in der in Fig. 2 gezeigten
Situation.
[0052] Unter der Nach-links-Bewegung der Antriebsstange wird der Mitnehmer 171 von dem zweiten
Übertragungsmechanismuss weg bewegt. Unter der Nach-links-Bewegung beeinflusst der
Mitnehmer 171 somit nicht den zweiten Übertragungsmechanismus.
[0053] Die Beeinflussung des zweiten Übertragungsmechanismus entspricht der Situation in
Fig. 2, nur mit den Unterschied, dass die Beeinflussung von der anderen Seite und
in der anderen Richtung erfolgt, so dass es hier der Mitbringer 174 ist, der die Stange
19 und/oder deren Verlängerung 19a beeinflusst, während der Mitnehmer 173 vom Übertragungsmechanismus
weg bewegt wird ohne diesen zu beeinflussen.
[0054] Der Mitnehmer 175 wird von dem mit dem Rückenstück steif verbundenen Arm 29 weg bewegt,
so dass dieser und damit das Rückenstück 2 nicht beeinflusst werden.
[0055] Da das Rückenstück fortwährend waagrecht ist, entsteht eine Situation, wo nicht alle
Abschnitte mit benachbarten Abschnitten von 180° unterschiedliche Winkel bilden, wo
aber das Oberschenkel stück 4 und das Schienbeinstück 5 jedoch durch dieselbe Bewegung
wie in Fig. 2 dieselben Stellungen einnehmen, vorausgesetzt, dass die Vierecke in
den zwei Übertragungsmechanismen wie in der gezeigten Ausführungsform symmetrisch
sind.
[0056] Dies muss nicht der Fall sein, und es könnten bei der Beeinflussung der Übertragungsmechanismen
in der einen bzw. der anderen Richtung, indem man einfach die Vierecke assymmetrisch
macht, beispielsweise verschiedene Stellungen des Oberschenkelstückes 4 und des Schienbeinstückes
5 im Verhältnis zueinander erzielt werden. Zum Beispiel könnte man die Stangen 24
und 27 im ersten Übertragungsmechanismus kürzer machen als die zwei anderen Stangen
25 und 26.
[0057] In dem in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiel können ferner noch andere Liegestellungen
erzielt werden, wo nicht alle Abschnitte mit benachbarten Abschnitten von 180° unterschiedliche
Winkel bilden. Insbesondere, wie in Fig. 4 gezeigt, wo nur das Rückenstück 2 bewegt
wird, so dass dieses einen im Verhältnis zum Sitzstück 3 von 180° unterschiedliche
Winkel einnimmt, während das Schienbeinstück 5 und das Oberschenkelstück 4 in einer
neutralen Stellung verbleiben, wo sie in Verlängerung des festen Sitzstückes 3 liegen.
[0058] Dies erzielt man, indem man die Antriebsstange 17 mittels der auslösbaren Verbindung
16a, 16b in zwei Längen 17a und 17b teilt, wie in Fig. 4 gezeigt. Dies entkoppelt
die Länge 17a der Antriebsstange 17, die vom Betätigungsgerät 1 am weitesten entfert
ist, so dass nur die Länge 17b mit dem Betätigungselement 1a in Verbindung steht.
Nach der Entkopplung werden der erste und der zweite Übertragungsmechanismus nicht
länger vom Betätigungsgerät 1 beeinflusst, und demzufolge werden auch das Schienbeinstück
5 und das Oberschenkelstück 4 nicht länger beeinflusst. Dadurch erzielt man, dass
nur das Rückenstück 2 bewegt wird, wenn das Betätigungselement 1a nach rechts bewegt
wird, wie mit einem Pfeil 44 angedeutet.
[0059] Diese Bewegung des Rückenstückes 2 entspricht der in Fig. 2 gezeigten Situation,
wo der Mitnehmer 175 den mit dem Rückenstück 2 steif verbundenen Arm 29 beeinflusst,
so dass der Arm 29 und das Rückenstück 2 zusammen um den Gelenkpunkt 32 eine schwenkende
Bewegung ausführen.
[0060] Es wird einem Fachmann klar sein, dass, ohne über den Umfang der Ansprüche hinauszugehen,
andere Ausführungen von Übertragungsmechanismen als die hier beschriebenen verwendet
werden können; insbesondere kann bei Verwendung von Stangenmechanismen die Form und
Länge der Stangen variieren, ebenso wie die erwähnten Rollen oder Räder durch andere
Einrichtungen mit passend niedriger Friktion erstattet werden können.
1. Einstellbare Liege, insbesondere für ein Bett in einem Pflegeheim, und umfassend eine
Liegefläche mit untereinander gelenkig verbundenen Liegeabschnitten, wie etwa ein
Schienbeinstück, ein Oberschenkelstück, ein Sitzstück und ein Rückenstück, sowie eine
Bewegungseinrichtung umfassend eine mit einem Betätigungsgerät verbundene, in der
Längsrichtung bewegliche Antriebsstange und mit an jeden der Abschnitte gekoppelte
Übertragungsmechanismen, welche Antriebsstange mit Mitnehmern zum Beeinflussen der
Übertragungsmechanismen versehen ist, wobei ein oder mehrere der gelenkig verbundenen
Liegeabschnitte durch die Betätigungsmittel über die Übertragungsmechanismen aktiviert
durch im voraus festgelegte Bewegungsmuster aus einer neutralen Liegestellung, in
welcher die Liegeabschnitte eine im wesentlichen ebene Fläche bilden, in eine gewünschte
Liegestellung bewegt werden können, in welcher Stellung einer oder mehrere der gelenkig
verbundenen Liegeabschnitte mit mindestens einem benachbarten Liegeabschnitt Winkel
bilden, bei welcher Liege die Betätigungsmittel aus einem und demselben linearen Betätigungsgerät
bestehen, das sich in der neutralen Liegestellung der Liegeabschnitte in einer Zwischenstellung
zwischen zwei Aussenstellungen befindet, und dass die Bewegungsrichtung des Betätigungsgerätes
von der Zwischenstellung weg in eine der zwei Aussenstellungen dafür ausschlaggebend
ist, welche Abschnitte in der gewünschten Liegestellung mit den benachbarten Liegeabschnitten
Winkel bilden, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsstange an einer Stelle zwischen den Mitnehmern für zwei der Übertragungsmechanismen
dazu vorgesehen ist in zwei Längen getrennt zu werden, wobei nur die beim Betätigungsgerät
am nächsten liegende Länge mit diesem fortwährend verbunden ist.
2. Einstellbare Liege nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer, abhängig von der Bewegungsrichtung der Antriebsstange, mindestens
einen der Übertragungsmechanismen von der einen bzw. der anderen Richtung beeinflussen.
3. Einstellbare Liege nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer oder mehrere der Übertragungsmechanismen einen Stangenmechanismus mit
mehreren Stangen umfassen, von welchen Stangen vier in vier Gelenkpunkten, die die
Ecken in einem Viereck bilden, miteinander gelenkig verbunden sind, wobei zwei Seiten
des Viereckes gleich lang sind, und andere zwei Seiten des Viereckes ebenfalls gleich
lang sind, und wo einer der Gelenkpunkte vorzugsweise auf einem stationären Gestell
angeordnet ist.
4. Einstellbare Liege nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Stangen in einem der Stangenmechanismen einen Teil umfasst,
der ausserhalb des Viereckes, dessen Ecken von erwähnten vier Gelenkpunkten des betreffenden
Stangenmechanismus gebildet werden, liegt, und dass die Mitnehmer vorzugsweise diesen
Teil beeinflussen.
5. Einstellbare Liege nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass das Viereck, dessen Ecken von den vier Gelenkpunkten des betreffenden Stangenmechanismus
gebildet werden, ein Parallelogramm ist.
6. Einstellbare Liege nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Seiten in dem Viereck, dessen Ecken von den vier Gelenkpunkten des betreffenden
Stangenmechanismus gebildet werden, dieselbe Länge aufweisen.
7. Einstellbare Liege nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Stangemechanismen zusätzlich einen separat gelagerten schwenkbaren
Arm umfasst, dessen freies Ende den zugehörigen Liegeabschnitt beeinflusst.
8. Einstellbare Liege nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein an ein Rückenstück gekoppelter Übertragungsmechanismus einen mit einem Rückenstück
vorzugsweise steif verbundenen Arm umfasst.
9. Einstellbare Liege nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Liegeabschnitte ein stationäres Sitzstück, ein an das eine Ende des Sitzstückes
gelenkig verbundenes bewegliches Rückenstück, ein an das andere Ende des Sitzstückes
an seinem einen Ende gelenkig verbundenes Oberschenkelstück sowie ein an das andere
Ende des Oberschenkelstückes gelenkig verbundenes, bewegliches Schienbeinstück umfasst.
10. Einstellbare Liege nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,dass die Mitnehmer als Rollen ausgebildet sind, die vorzugsweise auf auf der Antriebsstange
befestigten Wellen gelagert sind.