[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einer Sonnenschutzanlage mit in eingefahrenem Zustand
zu einem Paket gerafften, horizontalen Lamellen, die an einer Wendeeinrichtung zu
ihrer Neigungsverstellung hängen, die an einer mit Hilfe von Aufzugselementen verfahrbaren
Wendeschiene montiert ist.
[0002] Sonnenschutzanlagen mit horizontalen Lamellen - auch Raffstore genannt - arbeiten
meist nach dem gleichen System. Die Lamellen sind beidseitig durch gemeinsam eine
Art Leiter bildende Tragelemente, normalerweise Schnüre, oder eine Schlaufenkordel
gehalten, über die der Lamellenbehang an einer häufig in einem Gehäuse integrierten
Wendeeinrichtung hängt. Zum Einfahren des Behangs wird eine Unterschiene durch Aufzugselemente
nach oben gezogen, wobei sich die Lamellen nacheinander auf dieser Unterschiene zu
einem Paket stapeln.
[0003] Aus der US-PS 5,443,108 ist bereits ein Raffstore bekannt, dessen Wendeschiene mitsamt
einer an ihr montierten Wendeeinrichtung durch Aufzugselemente verfahrbar ist. Nachteilig
bei dieser Konstruktion ist, daß der manuelle Antrieb der Wendeeinrichtung lediglich
den Einbau auf einer Fensterinnenseite erlaubt und keine automatische Einstellung
der Lamellenneigung, wie sie beispielsweise für den Einsatz in Bürogebäuden unerläßlich
ist, realisiert werden kann. Damit läßt sich der Vorteil einer verfahrbaren Wendeschiene,
der in der Reduzierung des erforderlichen Platzes oberhalb der Fensterfläche liegt,
nur sehr begrenzt einsetzen.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Sonnenschutzanlage zu schaffen, die
eine verfahrbare Wendeschiene aufweist und universell einsetzbar ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Sonnenschutzanlage der eingangs beschriebenen
Art gelöst, bei welcher in der Wendeschiene ein Elektromotor vorgesehen ist, der wenigstens
die Wendeeinrichtung antreibt und der an eine Versorgungsquelle in der Wendeschiene
oder über frei hängende oder aufwickelbare Versorgungsleitungen oder über Schleifkontakte,
die auf seitlichen Stromschienen laufen, an eine externe Versorgungsquelle angeschlossen
ist.
[0006] Die Anordnung des Antriebsmotors in der Wendeschiene erlaubt eine Fernbedienung der
Steuerung der Lamellenneigung beispielsweise vom Rauminneren, so daß die Sonnenschutzanlage
problemlos auf den Außenseiten von Fenstern montiert werden kann. Das Problem der
Stromversorgung eines Elektromotors in der verfahrbaren Wendeschiene wird erfindungsgemäß
durch eine der vorgeschlagenen Varianten gelöst.
[0007] In bevorzugter Ausführungsform der Erfindung treibt ein Motor in der Wendeschiene
die Aufzugselemente an. Bei dieser Variante ist es nicht notwendig, oberhalb oder
unterhalb der zu verschattenden Fensterfläche ein Gehäuse vorzusehen, das den Antriebsmotor
für die Aufzugselemente aufnimmt. Damit läßt sich der Platzbedarf der Sonnenschutzanlage
insbesondere oberhalb der zu verschattenden Fensterfläche weiter reduzieren.
[0008] Überlicherweise ist die unterste Lamelle über Tragelemente mit einer Unterschiene
verbunden. Diese kann unterhalb der zu verschattenden Fläche feststehend angeordnet
oder mit Hilfe von an der Wendeschiene montierten Aufholelementen mit einem Motor
aufziehbar sein. Bei der Variante mit feststehend montierter Unterschiene erfolgt
das Zusammenraffen des Lamellenbehangs unterhalb der zu verschattenden Fensterfläche.
Bei der zweiten Variante mit unabhängig von der Wendeschiene verfahrbarer Unterschiene
kann das Raffen des Paketes grundsätzlich an jeder gewünschten Stelle im Verfahrbereich
der beiden Schienen erfolgen. Diese Variante ermöglicht eine sehr variable Verschattung
der Fensterfläche, so daß z.B. auch ein Ausschnitt in der Mitte der Fensterfläche
verschattet werden kann.
[0009] Um das Gewicht der wendeschiene und ihren Bauraum gering zu halten, ist in bevorzugter
Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, daß ein einziger Motor den Antrieb der Wendeeinrichtung,
der Aufzugselemente und/oder der Aufholelemente bewerkstelligt. Die Verteilung des
Antriebsmoments des Motors zu den einzelnen Elementen kann über schaltbare Kupplungen,
Rutschkupplungen, Freiläufe oder dgl. erfolgen. Selbstverständlich ist es ohne weiteres
möglich, statt eines Motors in der Wendeschiene zum Antrieb der Aufzugselemente bzw.
Aufholelemente übliche Konstruktionen mit ortsfest eingebauten Aufzugsmotoren oder
manuellen Aufzugsvorrichtungen mit dem erfindungsgemäßen motorisch angetriebenen Wendemechanismus
in der verfahrbaren Wendeschiene zu kombinieren.
[0010] Die Ansteuerung des wenigstens einen Elektromotors in der Wendeschiene erfolgt vorzugsweise
über einen schnurlosen Signalempfänger, der von der Versorgungsquelle des Motors mit
gespeist ist. Die schnurlose Ansteuerung der Elektromotoren vermeidet zusätzliche
Steuerkabel und bietet verschiedene Möglichkeiten der manuellen oder automatischen
Ansteuerung.
[0011] Bei einer in der Wendeschiene integrierten Versorgungsquelle des Elektromotors besteht
diese vorzugsweise aus einem Akkumulator, der über Kontrakte an der Wendeschiene aufladbar
ist, die im eingefahrenen Zustand der Anlage mit einer Spannungsquelle in Verbindung
stehen. Der Vorteil dieser Variante liegt darin, daß keine stromführenden Teile einer
Bewegung ausgesetzt sind und daher nicht mit Kontaktproblemen, Kabelbrüchen oder dgl.
gerechnet werden muß.
[0012] Bei einer Versorgungsspannung im Niedervoltbereich ist es auch denkbar, daß die Aufzugselemente
Versorgungsleitungen bilden.
[0013] Der Antrieb der Wendelager der Wendeeinrichtung und der Aufzugsrollen der Aufzugselemente
erfolgt in einer Art und Weise, wie sie aus den bisher üblichen kombinierten Wende-
und Auszugsantrieben bei Sonnenschutzanlagen mit oben liegendem Lamellenpaket bekannt
ist. Bei einem derartigen Antrieb nimmt der Antriebsmotor die Wendelager und damit
die Tragelemente, an denen die Lamellen aufgehängt sind, nur über einen bestimmten
Drehwinkel bis zu einem Anschlag mit. Wird der Antriebsmotor weiter betätigt, sorgt
eine Rutschkupplung dafür, daß sich die Aufzugsrollen trotz der blockierten Wendelager
weiter drehen können, so daß der Lamellenbehang ein- bzw. ausgefahren werden kann.
In ähnlicher Art und Weise können die Aufholelemente an den Antriebsmotor in der Wendeschiene
gekoppelt sein, wobei beispielsweise das Antriebsmoment des Motors wahlweise auf die
Aufzugselemente oder die Aufholelemente wirkt.
[0014] Nachfolgend wird anhand der beigefügten Zeichnungen näher auf Ausführungsbeispiele
der Erfindung eingegangen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine teilgeschnittene, schematische Ansicht einer Sonnenschutzanlage mit getrenntem
Wende- und Aufzugsantrieb;
- Fig. 2
- eine teilgeschnittene, schematische Ansicht einer Sonnenschutzanlage mit kombiniertem
Wende- und Aufzugsantrieb;
- Fig. 3
- eine Sonnenschutzanlage nach Fig. 2 mit geänderter Stromzufuhr;
- Fig. 4
- einen Querschnitt der Sonnenschutzanlage nach Fig. 3 in eingefahrenem Zustand;
- Fig. 5
- einen Querschnitt der Sonnenschutzanlage nach Fig. 1 in halb ausgefahrenem Zustand;
- Fig. 6
- einen Querschnitt der Sonnenschutzanlage nach Fig. 2 in ausgefahrener Stellung;
- Fig. 7
- einen Querschnitt einer weiteren Sonnenschutzanlage in ausgefahrenem Zustand mit invertierter
Lamellenstellung;
- Fig. 8
- einen Schnitt der Wendeschiene der Sonnenschutzanlage nach Fig. 3 zur Verdeutlichung
der Stromzufuhr und
- Fig. 9
- eine Sonnenschutzanlage nach Fig. 3 mit aufholbarer Unterschiene.
[0015] Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform einer Sonnenschutzanlage 10. Ein Querschnitt
dieser Sonnenschutzanlage ist in Fig. 5 dargestellt.
[0016] Die Sonnenschutzanlage 10 besitzt eine Wendeschiene 12 mit Wendelagern 14, die über
sie geführte Tragelemente 16 mitnehmen. Der eigentliche Behang der Sonnenschutzanlage
10 wird von Lamellen 18 gebildet, die über jeweils an ihren beiden Längsseiten vorbeilaufende
Tragelemente 16 in bestimmtem Abstand zu den benachbarten Lamellen 18 hängen.
[0017] Die Wendeschiene 12 verfügt über seitliche Führungsbolzen 20, mit deren Hilfe sie
in seitlichen Führungsschienen 22 beweglich geführt ist. Die Lamellen 18 besitzen
abwechselnd Führungsbolzen 24 auf ihrer linken und rechten Seite. Alternativ hierzu
wäre es denkbar, nicht alle Lamellen 18 mit Führungsbolzen 24, einige jedoch beidseitig
mit Führungsbolzen 24 zu versehen.
[0018] Die Wendeschiene 12 ist an Aufzugselementen 26 aufgehängt, die z.B. am Führungsbolzen
20 (siehe linke Hälfte von Fig. 1) oder in einem mittigen Befestigungspunkt 28 (siehe
Fig. 5) am Gehäuse 30 der Wendeschiene 12 befestigt sein können. Die Aufzugselemente
26 werden durch Umlenkrollen 32 oberhalb des Verfahrbereichs der Wendeschiene 12 umgelenkt
und sind mit Aufzugsrollen 34 unterhalb der Lamellen 18 verbunden. Die beiden Aufzugsrollen
34 werden über eine Antriebswelle 36 von einem Motor 38 angetrieben. Die Aufzugselemente
26 können Bänder aus Textilien, gelochtem Kunststoff oder Metall, aber auch Ketten
sein.
[0019] Neben den Wendelagern 14 nimmt die Wendeschiene 12 auch einen Wendemotor 40, der
über eine Antriebswelle 42 die Wendelager 14 antreibt, eine Versorgungsquelle 44 für
die Stromversorgung des Wendemotors 40 und eine Signalempfangseinheit 46 auf, mit
Hilfe derer der Wendemotor 40 gesteuert werden kann. Die Versorgungsquelle 44 kann
beispielsweise ein Akkumulator sein, der über Kontakte (nicht gezeigt) an der Wendeschiene
12 aufladbar ist, die bei vollständig nach unten gefahrener Wendeschiene 12 mit spannungsführenden
ortsfesten Kontakten (nicht gezeigt) in Berührung stehen. Mit Hilfe des Wendemotors
40 können die Wendelager 14 um einen bestimmten Drehwinkel zwischen zwei Anschlagpositionen
verdreht werden (siehe Fig. 5 bis 7).
[0020] Fig. 5 zeigt im Querschnitt eine waagerechte Stellung der Lamellen 18, bei welcher
sich die Wendelager 14 in einer mittleren Stellung zwischen den beiden Anschlagspositionen
befinden und die Tragelemente 16 auf beiden Längsseiten der Lamellen 18 in gleicher
Länge aus der Wendeschiene 12 ausgelassen sind.
[0021] Bei der in Fig. 6 gezeigten ersten Anschlagstellung der Wendelager 14 ergibt sich
durch die einseitig maximal ausgelassenen und auf der anderen Seite maximal eingeholten
Tragelemente und die maximal geneigten Lamellen 18 eine geschlossene Stellung des
Behangs.
[0022] Fig. 7 zeigt die Wendelager 14 in ihrer entgegengesetzten Anschlagsstellung, in welcher
die Tragelemente im Vergleich zur Stellung nach Fig. 6 in umgekehrter Weise ausgelassen
bzw. eingeholt sind. Auch bei dieser Stellung der Wendelager 14 ergibt sich eine geschlossene
Behangstellung der Lamellen 18, jedoch mit invertierter Lage der einzelnen Lamellen
18. Fig. 7 zeigt weiterhin eine alternative Lage des Antriebsmotors 38 oberhalb der
Führungsschienen 22. Bei dieser Ausführungsform kann auf die Umlenkrollen 32 verzichtet
werden, gleichzeitig erhöht sich jedoch der Platzbedarf wegen der zwischen den beiden
Führungsschienen 22 quer verlaufenden Antriebswelle. Diese ist gewöhnlich gemeinsam
mit dem Motor 38 in eine Oberschiene integriert, so daß der Platzbedarf im oberen
Bereich der Sonnenschutzanlage 10 zunimmt.
[0023] Die in Fig. 6 dargestellte Antriebsalternative des Aufzugs wird in Zusammenhang mit
Fig. 2 später näher erläutert.
[0024] Der Antrieb der Wendelager 14 könnte bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform
statt durch einen separaten Wendemotor 40 auch mit Hilfe eines auf der Antriebswelle
42 sitzenden Zahnrades (nicht gezeigt) erfolgen, das mit einer Zahnstange in der seitlichen
Führungsschiene 22 zusammenwirkt. Die Mitnahme der Wendelager 14 durch die Antriebswelle
42 beim Auf- oder Abfahren der Wendeschiene 12 erfolgt dann über eine Rutschkupplung
oder dgl., die bei einer Änderung der Bewegungsrichtung der Wendeschiene 12 das Wendelager
bis zu seinem Anschlag mitnimmt und dadurch die Lamellen in ihrer Neigung verstellt.
Wird die Wendeschiene 12 weiter in dieser Richtung verfahren, kann sich die Antriebswelle
42 dank der Rutschkupplung relativ zu dem Wendelager 14 drehen.
[0025] Auch bei der in Fig. 2 dargestellten Sonnenschutzanlage 110 sind die Wendelager 14
über eine Rutschkupplung oder ähnlich wirkende Elemente mit der Antriebswelle 42 gekoppelt.
Die Antriebswelle 42 treibt weiterhin Aufzugsrollen 134 an, auf welche Aufzugselemente
126 beim Auffahren der Wendeschiene 12 aufwickelbar sind. Die Aufzugselemente 126
halten die Wendeschiene 12 in ihrer momentanen Position und sind, da sie beim Verfahren
der Wendeschiene 12 in Bezug auf die seitlichen Führungsschienen 22 nicht bewegt werden,
an Befestigungspunkten 50 oberhalb der Sonnenschutzanlage 110 angebracht.
[0026] Im Gegensatz zu der in Fig. 1 dargestellten Sonnenschutzanlage 10 erfolgt die Stromversorgung
des kombinieren Antriebs- und Wendemotors 140 nicht über eine in der Wendeschiene
12 untergebrachte Versorgungsquelle sondern über eine Versorgungsleitung 56, die an
eine Spannungsquelle 54 angeschlossen ist. Der Signalempfänger 46 kann bei einer derartigen
Ansteuerung des Motors 140 entfallen. Die Versorgungsleitung 56 kann frei hängend,
elastisch nachgiebig oder auf einer Wickelrolle aufwickelbar ausgeführt sein.
[0027] Bei einer Niederspannungsversorgung des Motors 140 ist es auch denkbar, die Aufzugselemente
126 als Versorgungsleitungen zu nutzen. Die Spannung könnte dann im Bereich der Aufzugsrollen
134 abgegriffen werden.
[0028] Fig. 3, 4 und 8 zeigen eine weitere Möglichkeit, den Motor 140 mit Strom zu versorgen.
Im übrigen Aufbau entspricht die in Fig. 3 abgebildete Sonnenschutzanlage 210 derjenigen
aus Fig. 2. Bei der Sonnenschutzanlage 210 erfolgt die Stromzufuhr über in den seitlichen
Führungsschienen 22 verlaufende Stromschienen 58 (siehe auch Fig. 4 und 8), die an
ihrem unteren Ende an eine Spannungsquelle 60 angeschlossen sind. Der Wende- und Aufzugsmotor
140 ist über Versorgungsleitungen 256 mit Schleifkontakten 62 verbunden, die mit den
Stromschienen 58 in Kontakt stehen. Um immer eine sichere Anlage zwischen den Schleifkontakten
62 und den zugehörigen Stromschienen 58 sicherzustellen, verfügen die Schleifkontakte
62 über Federelemente 64, die sie gegen die Stromschienen 58 pressen.
[0029] Fig. 2 stellt ebenso wie Fig. 3 zwei Varianten der Anordnung der Aufzugselemente
dar. Entsprechend auch der in Fig. 1 abgebildeten Sonnenschutzanlage 10 können die
Aufzugselemente 126 im Bereich der Führungsschienen 22 verdeckt geführt sein, oder
sie können offen oberhalb der Wendeschiene 12 vor der zu verschattenden Fläche verlaufen.
[0030] Aus Fig. 8 ist die Querschnittsform der Führungsschiene 22 ersichtlich. Im Querschnitt
besitzt sie drei Längskammern 68, 70, die durch schmale Schlitze 66 von außen zugänglich
sind, wobei die mittlere Kammer 68 den Führungsbolzen 20 der Wendeschiene führt und
die beiden äußeren Kammern 70 jeweils eine Stromschiene 58 aufnehmen und als Führungsbahn
für die Schleifkontakte 62 dienen. Um nur eine möglichst einfache Isolierung der Stromschienen
58 zu benötigen, arbeitet der Wende- und Aufzugsmotor 140 vorzugsweise mit niedrigen
Spannungen.
[0031] Fig. 4 bis 7, auf die bereits im Zusammenhang mit den verschiedenen Antrieben Bezug
genommen wurde, zeigen, wie die Lamellen 18, die im eingefahrenen Zustand zu einem
Paket 72 zusammengerafft sind, zu einem Behang aufziehbar sind. Fig. 4 zeigt - als
Beispiel - die Sonnenschutzanlage 210 in vollständig eingefahrenem Zustand. Die Lamellen
18 ruhen zu einem Paket 22 gerafft auf einer Unterschiene 74, die auf Befestigungswinkeln
76 aufliegt oder über diese den Innenwänden eines Schachtes 78 befestigt ist. Der
Schacht 78 wird im eingefahrenen Zustand von einer Abdeckung 80 verschlossen, die
an der Oberseite der Wendeschiene 12 angebracht ist. Beim vollständigen Einfahren
der Lamellen legt sich die Abdekkung 80 in einen Absatz 82 an der Oberseite des Schachtes
78. Der Schacht 78 bildet zusammen mit der Abdeckung 80 einen Schutz vor dem Eindringen
von Wasser und Schmutz, was insbesondere wegen der in dem Schacht 78 angeordneten
elektrischen Bauteile besonders wichtig ist, aber auch einer vorzeitigen Verschmutzung
der Lamellen 18 entgegenwirkt.
[0032] In Fig. 5 ist die Wendeschiene 12 in halb ausgefahrener Stellung gezeigt, in welcher
nur noch ein Teil der Lamellen 18 als Paket zusammengelegt auf der Unterschiene 74
ruht. Auf die Darstellung des Schachtes 78 wurde in dieser Abbildung verzichtet.
[0033] Fig. 6 und 7 zeigen die Wendeschiene 12 in maximal ausgefahrener Stellung. In dieser
Stellung sind sämtliche Lamellen 18 von der Unterschiene 74 abgehoben und bilden einen
hängenden Behang. Die unterste Lamelle 18 ist an der Unterschiene 74, z. B. über die
Tragelemente, fixiert, um den Behang zusätzlich zu stabilisieren. Auch eine unmittelbare
Befestigung der untersten Lamelle 18 am Schacht 78 oder der Gebäudewand ist denkbar
[0034] In Fig. 9 ist eine Abwandlung der in Fig. 3 dargestellten Sonnenschutzanlage 210
dargestellt. Diese Sonnenschutzanlage 310 unterscheidet sich von der in Fig. 3 abgebildeten
Sonnenschutzanlage 210 dadurch, daß die Unterschiene 374 nicht starr unterhalb der
zu verschattenden Fläche befestigt sondern beweglich in den seitlichen Führungsschienen
22 geführt ist. Um die Unterschiene 374 unabhängig von der Wendeschiene 12 verfahren
zu können, verfügt die Sonnenschutzanlage 310 über kombinierte Aufzugs- /Wendela-ger
314, die ein Aufziehen des Behangs mit Hilfe des Motors 140 ermöglichen. Die Aufzugsrollen
134, mit Hilfe derer die Wendeschiene verfahrbar ist, entsprechen in ihrer Ausführung
der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform, die Ankopplung an den Motor 140 erfolgt
jedoch vorzugsweise über eine schaltbare Kupplung, um wahlweise die Wendeschiene 12
oder die Unterschiene 374 in den Führungsschienen 22 verfahren zu können. Die Stromversorgung
des Motors 140 entspricht dabei ebenfalls der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform.
[0035] Die in Fig. 9 dargestellte Variante erlaubt eine flexible Verschattung der Fensterfläche,
da das Raffen des Behangs 72 an jeder gewünschten Stelle im Verfahrbereich erfolgen
kann.
[0036] Die Endabschaltung des jeweils für das Auf- und Abfahren der Wendeschiene 12 zuständigen
Motors 38, 140 kann durch am Motor angebrachte Schaltfühler oder separat positionierte
Endschalter erfolgen, die unmittelbar durch die Wendeschiene 12 angefahren und ausgelöst
werden. Grundsätzlich sind alle bisher bekannten Varianten einer Endabschaltung auch
auf die hier beschriebenen Sonnenschutzanlagen 10, 110, 210 übertragbar.
[0037] Die Steuerung der Motoren kann im Falle des Vorhandenseins eines Signalempfängers
46 durch drahtlose Infrarot- oder Funksignalgeber erfolgen, oder, im Falle fester
Versorgungsleitungen oder Stromschienen, über gewöhnliche Schalter.
[0038] Die gezeigten Ausführungsbeispiele von Sonnenschutzanlagen besitzen alle den Vorteil,
daß im Gegensatz zu üblichen Sonnenschutzanlagen oberhalb der zu verschattenden Fensterfläche
kein bzw. nur sehr geringer Bauraum erforderlich ist.
1. Sonnenschutzanlage mit in eingefahrenem Zustand zu einem Paket (72) gerafften, horizontalen
Lamellen (18), die an einer Wendeeinrichtung (14, 16, 42) zu ihrer Neigungsverstellung
hängen, die an einer mit Hilfe von Aufzugselementen (26; 126) verfahrbaren Wendeschiene
(12) montiert ist, dadurch gekennzeichnet, daß in der Wendeschiene (12) ein Elektromotor (40; 140) vorgesehen ist, der wenigstens
die Wendeeinrichtung (14, 16, 42) antreibt und der an eine Versorgungsquelle (44)
in der Wendeschiene (12) oder über freihängende oder aufwickelbare Versorgungsleitungen
(56) oder Schleifkontakte (62), die auf seitlichen Stromschienen (58) laufen, an eine
externe Versorgungsquelle (54; 60) angeschlossen ist.
2. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Motor (140) in der Wendeschiene (12) die Aufzugselemente (26; 126) antreibt.
3. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die unterste Lamelle über Tragelemente (16) mit einer Unterschiene (74; 374)
verbunden ist, die unterhalb der zu verschattenden Fläche feststehend angeordnet oder
mit Hilfe von an der Wendeschiene (12) montierten Aufholelementen (314) mit einem
Motor (140) aufziehbar ist.
4. Sonnenschutzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein einziger Motor (140) den Antrieb der Wendeeinrichtung (14, 16, 42), der
Aufzugselemente (26; 126) und/oder der Aufholelemente (314) bewerkstelligt.
5. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilung des Antriebsmoments des Motors (140) zu den einzelnen Elementen
(14, 16, 42; 26; 126; 314) über schaltbare Kupplungen, Rutschkupplungen, Freiläufe
oder dgl. erfolgt.
6. Sonnenschutzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufzugselemente an der Wendeschiene (12) angebrachte Bänder (26; 126), Schnüre,
Ketten oder dgl. sind oder aus Zahnelementen an der Wendeschiene (12) und mit diesen
zusammenwirkenden Verzahnungen in seitlichen Führungsschienen (22) bestehen.
7. Sonnenschutzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Elektromotor (40) über einen schnurlosen Signalempfänger (46)
ansteuerbar ist, der von der Versorgungsquelle (44; 54; 60) des Motors (140) gespeist
ist.
8. Sonnenschutzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Versorgungsquelle (44) aus einem Akkumulator besteht, der über Kontakte
an der Wendeschiene aufladbar ist, die im eingefahrenen Zustand der Anlage mit einer
Spannungsquelle in Verbindung stehen.
9. Sonnenschutzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Versorgungsspannung im Niedervoltbereich liegt und die Aufzugselemente (26;
126) Versorgungsleitungen bilden.
10. Sonnenschutzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die Wendeschiene (12) von einer in einer Oberschiene angeordneten Federwelle
nach oben und von einem Motor entgegen deren Kraft nach unten bewegbar ist.