[0001] Die Erfindung betrifft einen Einpreßkontakt zum Einpressen in ein durchkontaktiertes
Loch einer Leiterplatte mit
- einer Kontaktfeder oder einem Kontaktstift,
- einem sich daran anschließenden mittleren Schaftteil und
- einem eine Verlängerung des mittleren Schaftteils bildenden Anschlußstift,
bei dem die Kontaktfeder oder der Kontaktstift im Übergangsbereich zum Schaftteil
eine Einpreßschulter aufweist, und der Schaftteil mit einer seitlich von Schenkeln
begrenzten Schlitzöffnung versehen ist, die an ihren Enden eine annähernd parabolische
Ausbildung hat.
[0002] Im Stand der Technik sind Einpreßkontakte dieser Art bekannt und dienen zur Herstellung
lötfreier elektrischer Verbindungen, die als sogenannte Einpreßverbindung der DIN
41611, Teil 5 entsprechen können. Demnach entspricht der gattungsgemäße Einpreßkontakt
der Bauform EE, weil der Einpreßbereich seines den eigentlichen Einpreßstift bildenden
Schaftteils elastisch ausgebildet ist, also die für die Einpreßverbindung notwendigen
Kräfte durch Verformung des elastischen Schaftteils und der den Einpreßkontakt aufnehmenden
Leiterplatte aufgebracht werden - siehe Abschnitt 3.2.2 der DIN 41611, Teil 5 -.
[0003] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster G 90 04 090.2 ist ein Einpreßkontakt der eingangs
genannten Art bekannt. Bei diesem Einpreßkontakt ist die Kontaktgabe in einer Hülse
einer Leiterplatte im eingepreßten Zustand gegenüber anderen hinlänglich bekannten
Einpreßkontakten verbessert, indem die Schitzöffnung an ihren beiden Enden eine gleiche
parabolische Ausbildung hat, während sie in ihrer Mitte eine Einschnürung aufweist.
Damit wird einer zu starken, ungleichen Verformung der die Schlitzöffnung begrenzenden
Schenkel entgegengewirkt, so daß diese nach einem Einpreßvorgang nicht nachgerichtet
werden müssen.
[0004] Es hat sich jedoch gezeigt, daß es bei einem Einpreßvorgang des bekannten Einpreßkontaktes
in die Leiterplattenhülse zu einer Lochwandverformung der mit Zinn beschichteten Kupferhülse
kommen kann. Das hat den Nachteil, daß es beim Einpressen zu einem sogenannten Jet-Effekt
kommt, d.h. es wird Kupfer- und Zinnmaterial in die Hülse hineingezogen; dies kann
sogar dazu führen, daß dabei Kupferbahnen abgerissen werden, was besonders häufig
beim Einsatz von Multilayer-Leiterplatten zu beobachten ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Einpreßkontakt zu
schaffen, bei dem sich eine zu starke Lochwandverformung der Leiterplattenhülse vermeiden
läßt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schlitzöffnung kegelförmig
ausgebildet ist und das der Kontaktfeder bzw. dem Kontaktstift zugewandte Ende der
Schlitzöffnung bis in den Bereich der Kontaktfeder oder des Kontaktstiftes hineinreicht.
Durch die bis in die Kontaktfeder bzw. den Kontaktstift reichende Länge der Schlitzöffnung
wird die gesamte Elastizität des Einpreßkontaktes erhöht, weil sich die Elastizität
der Schlitzöffnung auch außerhalb des Loches der Leiterplatte auswirkt, nämlich in
den bis in den Kontaktstift verlängerten Schlitzabschnitt.
[0007] Die kegelförmige Ausgestaltung der Schlitzöffnung ist erfindungsgemäß dergestalt,
daß das bis in die Kontaktfeder oder den Kontaktstift hineinreichende Ende der Schlitzöffnung
breiter ausgeformt ist als das den Anschlußstift zugewandte Ende, während die Mitte
der Schlitzöffnung tailliert ist. Es hat sich bei Versuchen herausgestellt, daß durch
die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Schlitzöffnung eine Elastizitätssteigerung
der Einpreßzone des Einpreßkontaktes erreicht wird, indem sich die kegelförmige Schlitzöffnung
beim Einpressen im Bereich ihrer Taillierung weiter zusammendrückt. Dies führt zu
einer geringeren Belastung der Leiterplattenhülse und zu einer wünschenswerten Reduzierung
der Einpreßkräfte. Durch die Neuerung wird eine wesentliche Verbesserung der Lochwandverformung
erreicht, womit der eingangs beschriebene Jet-Effekt allenfalls noch mit unschädlicher
Wirkung auftreten kann. Trotz der hohen Elastizität wird der Einpreßkontakt beim Einpressen
nicht beschädigt, weil die die Schlitzöffnung begrenzenden Schenke - welche an ihren
Außenseiten konvex geformt sind - nicht in Richtung Schlitzöffnung einfallen, so daß
sie über ihre gesamte Länge an der Lochwand der Hülse anlegen und damit auch eine
gute Kontaktgabe gewährleisten.
[0008] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, die Elastizität des Schaftteils
noch weiter zu steigern, indem die die Schlitzöffnung begrenzenden Schenkel an ihren
Außenseiten eine Anprägung aufweisen, die sich von der Einpreßschulter bis zum Bereich
des Anschlußstiftes erstrecken. Bei den Versuchen hat sich gezeigt, daß trotz der
gesteigerten Elastizität des Einpreßkontaktes die Anforderungen an die Mindesthaltekraft
von 20 N nach IEC 352-5 überschritten werden. Des weiteren haben Versuche bestätigt,
daß auch nach einer thermischen Belastung von 500 h bei 105°C weiterhin eine zuverlässige
elektrische Verbindung besteht, was durch einen stabilen Übergangswiderstand und an
den unverändert hohen Haltekräften erkennbar ist.
[0009] Es hat sich auch gezeigt, daß die erfindungsgemäßen Einpreßkontakte aufgrund ihrer
guten Elastizität eine wesentlich geringere Baulänge aufweisen können und sich somit
insbesondere für Leiterplatten mit einer Nenndicke von 1,6 mm eignen.
[0010] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes
der Erfindung näher erläutert ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Einpreßkontakt mit einem mittleren Schaftteil, der zur einen Seite hin mit einer
Kontaktfeder und zur anderen Seite hin mit einem Anschlußstift gefertigt ist, in der
Geamtansicht dargestellt; und
- Fig. 2
- den in ein durchkontaktiertes Loch eingepreßten Einpreßkontakt gemäß Fig. 1, von rechts
her gesehen.
[0011] Ein in Fig. 1 gezeigter Einpreßkontakt 1 zum Einpressen in ein durchkontaktiertes
Loch einer Leiterplatte besitzt einen mittleren Schaftteil 2, an den sich nach links
über eine Einpreßschulter 3 eine Kontaktfeder 4 anschließt. Zum vorderen, rechten
Ende hin geht der Schaftteil 2 in ein konisches, sich nach vorne verjüngendes, einen
Anschlußstift 5 aufnehmendes Kopfstück 17 über. Der Schaftteil 2 ist mit einer kegelförmigen,
bis in den Bereich der Kontaktfeder 4 reichenden Schlitzöffnung 7 versehen, deren
oberes und unteres bzw. vorderes Ende 8, 9 jeweils eine parabolische Ausbildung besitzt.
[0012] Der der Kontaktfeder 4 zugewandte, das parabolisch ausgebildete Ende 9 umfassende
Teil 10 der kegelförmigen Schlitzöffnung 7 ist breiter ausgeformt als der andere,
vordere Teil 11, der etwa in der Mitte der Schlitzöffnung 7 eine Taillierung 12 aufweist,
sich dann wieder geringfügig erweitert und sich dann zum Anschlußstift 5 hin verjüngt.
Das der Kontaktfeder 4 zugewandte parabolische Ende 9 der Schlitzöffnung reicht bis
in die Kontaktfeder 4 hinein und liegt somit nach einem Einpreßvorgang außerhalb der
Leiterplatte. Das andere, schmalere Ende 8 der Schlitzöffnung 7 liegt hingegen in
der Leiterplatte und endet in einem Abstand 13 in dem Übergang zwischen dem Schaftteil
2 und dem Anschlußstift 5.
[0013] Der Außenmantel des Einpreßkontaktes 1 weist beidseitig der Schlitzöffnung 7 in dem
mittleren Schaftteil 2 je einen Schenkel 14 und 15 auf; diese haben eine konvexe Außenform
und sind jeweils über ihre Länge zwischen Einpreßschulter 3 und dem Bereich des Anschlußstiftes
5 mit einer oberhalb des Kopfstückes 17 auslaufenden Anprägung 16 versehen. Durch
die Gestaltung und Lage der Schlitzöffnung 7 sowie der Schenkel 14 und 15 mit ihrer
Anprägung 16 wird der gesamte Einpreßkontakt 1 elastischer, was einerseits dazu führt,
daß der Kontakt sich bei dennoch gleichzeitig hohen Haltekräften mit verminderter
Kraft einpressen läßt und sich andererseits eine Lochwandverformung reduzieren läßt.
Gleichwohl besteht weiterhin eine gute Kontaktgabe zwischen dem mittleren Schaftteil
2 und dem durchkontaktierten Loch 6 in der Leiterplatte.
1. Einpreßkontakt zum Einpressen in ein durchkontaktiertes Loch einer Leiterplatte mit
- einer Kontaktfeder oder einem Kontaktstift,
- einem sich daran anschließenden mittleren Schaftteil und
- einem eine Verlängerung des mittleren Schaftteils bildenden Anschlußstift,
bei dem die Kontaktfeder oder der Kontaktstift im Übergangsbereich zum Schaftteil
eine Einpreßschulter aufweist, und der Schaftteil mit einer seitlich von Schenkeln
begrenzten Schlitzöffnung versehen ist, die an ihren Enden eine annähernd parabolische
Ausbildung hat,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlitzöffnung (7) kegelförmig ausgebildet ist und das der Kontaktfeder bzw.
dem Kontaktstift (4) zugewandte Ende (9) der Schlitzöffnung (7) bis in die Kontaktfeder
oder den Kontaktstift (4) hineinreicht.
2. Einpreßkontakt nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das der Kontaktfeder bzw. dem Kontaktstift (4) zugewandte Ende (9) der Schlitzöffnung
(7) breiter ausgeformt ist als das dem Anschlußstift (5) zugewandte, torpedoartig
gestaltete Ende (8) und die Schlitzöffnung (7) zwischen diesen beiden parabolischen
Abschnitten eine Taillierung (12) aufweist.
3. Einpreßkontakt nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die die Schlitzöffnung (7) begrenzenden Schenke (14, 15) an ihren Außenseiten
eine Anprägung (16) aufweisen.
4. Einpreßkontakt nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Anprägung (16) von der Einpreßschulter (3) bis zum Bereich des Anschlußstiftes
(5) erstreckt.