(19)
(11) EP 0 691 159 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.02.1999  Patentblatt  1999/05

(21) Anmeldenummer: 95110410.8

(22) Anmeldetag:  04.07.1995
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B02C 23/32, B02C 23/16, B07B 7/083

(54)

Mühlensichter

Classifier for grinding mills

Séparateur pour broyeurs


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI PT SE

(30) Priorität: 06.07.1994 DE 4423815

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
10.01.1996  Patentblatt  1996/02

(73) Patentinhaber: LOESCHE GMBH
D-40549 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Brundiek, Horst, Dipl.-Ing.
    D-41564 Kaarst (DE)
  • Keyssner, Michael, Dipl.-Ing.
    D-40489 Düsseldorf (DE)
  • Koschorek, Reinhard, Dipl.-Ing.
    D-44805 Bochum (DE)

(74) Vertreter: Heim, Hans-Karl, Dipl.-Ing. et al
Weber & Heim Patentanwälte Irmgardstrasse 3
81479 München
81479 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 204 412
GB-A- 2 132 920
EP-A- 0 472 930
US-A- 3 078 651
   
  • ZEMENT-KALK-GIPS, Bd. 46, Nr. 8, 1.August 1993 Seiten 444-450, XP 000412153 H. BRUNDIEK 'wälzmühlensichter'
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Mühlensichter, insbesondere einen Wälzmühlensichter, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Wälzmühlensichter, welche in einer Walzenschüsselmühle oder in einer Wälzmühle, beispielsweise in einer Luftstrommühle, integriert angeordnet oder auf diese aufgesetzt sein können, können als statische oder dynamische Sichter ausgebildet sein.

[0003] Bekannt sind außerdem Kombinationen eines statischen und eines dynamischen Sichters, welche dann auch als Hocheffektsichter bezeichnet werden.

[0004] Ein Hocheffektsichter für eine Wälzmühle ist unter der Bezeichnung Jalousie-Kreiselsichter bekannt. Als dynamischer Sichter ist ein Kreisel- oder auch Leistenrotorsichter angeordnet, der von konzentrischen, ineinander gesteckten Konen unterschiedlicher Durchmesser unter Ausbildung eines Sichtraumes umgeben ist. Eine erste Sichtwirkung wird durch eine koaxiale Drallströmung des aus dem Schaufelkranz am Umfang des Mahltellers austretenden Fluidstromes erreicht, welche eine erste Grobgutabscheidung in einer Randzone bewirkt. Eine vorteilhafte zweite Sichtwirkung wird durch die Jalousie-Konen erreicht, indem das aufwärts strömende Fluid-Mahlgut-Gemisch Strömungsumlenkungen mit Aufwärts- und Abwärtsströmung und anschließend einer Radialströmung ausgesetzt wird, wodurch ein zweiter Anteil an Grobgut ausgeschieden wird. Außerdem erfolgt eine Sichtung an den konzentrischen ineinander gesteckten Jalousie-Konen, die wie ein statischer Fliehkraft-Sichter arbeiten und einen dritten Anteil an Grobgut entfernen. Eine weitere Sichtung erfolgt während der Abwärtsbewegung des Mahlgut-Fluidstromes, so daß ein beträchtlicher Anteil an Grobgut bereits entfernt ist, bevor der dynamische Sichtvorgang im Leistenrotor durchgeführt wird siehe auch ZKG, 46. Jahrgang (1993) Heft 8, Seite 444 bis 450, Bild 7, 8.

[0005] Ein weiterer Hocheffekt- bzw. Hochleistungssichter ist da auch beschrieben. Dieser Sichter weist einen zylindrischen Leistenrotor und einen konzentrisch angeordneten Leitflügelkranz auf. Hierbei soll eine möglichst effektive Tangentialströmung zwischen dem statischen Leitapparat und dem Leistenrotor erzeugt werden, damit die Grobpartikel nicht an den Rotor gelangen können. Nachteile sind ein erhöhter Druckverlust und ein zunehmender Verschleiß der Leitflügel, insbesondere bei hohen Partikelkonzentrationen.

[0006] Demgegenüber zeigen die Jalousie-Kreiselsichter im Betrieb einen relativ geringen Verschleiß und auch einen niedrigeren Druckverlust.

[0007] Nachteilig ist jedoch, daß die starre Ausbildung der Jalousie einer Optimierung der Verfahrensparameter durch den statischen Leitapparat entgegensteht und daß eine Anpassung und Optimierung lediglich im Bereich der dynamischen Sichtung, beispielsweise mit Hilfe der Rotordrehzahl, möglich ist.

[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hocheffektiven Mühlensichter, insbesondere einen Wälzmühlensichter zu schaffen, der bei einer besonders einfachen Konstruktion eine außerordentlich hohe Flexibilität und Optimierung der Sichtprozesse ermöglicht.

[0009] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige und vorteilhafte Ausgestaltungen sind in der Figurenbeschreibung und in den Unteransprüchen enthalten.

[0010] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, einen Mühlensichter zu schaffen, bei welchem die Vorteile eines Hocheffekt-Jalousiesichters beibehalten sind und dessen Effizienz durch überraschend einfache Maßnahmen erheblich verbessert ist.

[0011] Erfindungsgemäß ist als dynamischer Sichter ein Leistenrotor angeordnet und als statischer Leitapparat sind mehrere ringförmige Leitflügelkränze, wenigstens ein unterer und ein oberer Leitflügelkranz, konzentrisch zum dynamischen Sichter und unter Ausbildung eines ringförmigen Sichtraumes vorgesehen. Um eine abrupte, rechtwinklige Umlenkung einer am Mühlengehäuse aufwärts transportierten Fluid-Mahlgut-Strömung an einer flachen Sichterdecke zu vermeiden, welche zu einer Abbremsung der Strömung und zu einer Anreicherung mit Partikeln in Deckennähe führen würde, ist erfindungsgemäß in einem an den oberen Leitflügelkranz angrenzenden Bereich der Sichterdecke eine Umlenkeinrichtung vorgesehen, welche eine sanfte, gerichtete Umlenkung der Fluid-Mahlgut-Strömung und eine Abwärtsströmung oder -bewegung in den Sichtraum bewirkt. Die Umlenkung erfolgt in einem Winkel von größer 120° bis nahezu 180°, wobei durch eine definierte Ausbildung der Umlenkeinrichtung mit Anordnung der mehreren Leitflügelkränze eine Beschleunigung des Partikelstromes und eine Geschwindigkeitssteigerung in der Tangentialströmung erreicht wird. Dies ist vorteilhaft, da sich dadurch die Trennkorngrenze des Sichters herabsetzen läßt. Besonders vorteilhaft ist die Möglichkeit, die Leitflügelkränze, welche insbesondere gleiche Abmessungen aufweisen und axial übereinander angeordnet sind, derart zu verstellen, daß der Strömungsquerschnitt eines Leitflügelkranzes partiell oder über den ganzen Umfang geschlossen ist. Insbesondere kann durch eine tangentiale Anstellung der vertikalen Leitflügelkränze eine Blockierung des Strömungsquerschnittes erreicht werden. Indem beispielsweise der untere Leitflügelkranz vollständig geschlossen wird, kann die Radialgeschwindigkeit im oberen Leitflügelkranz entsprechend erhöht werden, wodurch veränderte Sichteffekte und Trenngrenzen erreicht werden.

[0012] Eine wesentliche Erhöhung des Sichteffektes und eine zusätzliche Effektivitätssteigerung ist durch eine Umlenkung um nahezu 180° möglich, indem im Sichtraum eine Fallstromwirkung in der Abwärtsströmung mit Schwerkraftwirkung erreicht wird. Bei einer derartigen Umlenkung bis nahezu 180° wird dem Partikel-Abwärtsstrom neben der kinetischen Energie noch die Erdbeschleunigung "g" als weitere erhöhte Geschwindigkeitskomponente verliehen.

[0013] Die bei der Erfindung durchgeführte statische Vorsichtung im statischen Leitapparat entsteht nicht nur durch die Kanalwirkung des Leitflügelkranzes und auch nicht nur durch die Erhöhung der Geschwindigkeitskomponente der Partikel durch die Umlenkung von mehr als 120°, sondern es wird zusätzlich eine Geschwindigkeitssteigerung der Partikel aufgrund der bei der Abwärtsströmung einwirkenden Erdbeschleunigung erreicht.

[0014] Ein erfindungsgemäß aufgebauter statischer Leitapparat bewirkt die Entstehung einer "Wirbelsenke" in dem ringförmigen Raum zwischen dem Leitflügelkranz als statischer Sichtapparat und dem Leistenrotor als dynamischer Sichtapparat. In dieser Wirbelsenke, die auch als Zyklonströmung bezeichnet werden kann, werden Grobpartikel über das bekannte Maß hinausgeschleudert und somit vom Leistenrotor ferngehalten. Dem Leistenrotor wird daher als zweite Sichtstufe ein Partikelgemisch zugeführt, das von einem sehr hohen Anteil an Grobkorn bereits befreit ist. Die Sichtgüte des Leistenrotors verbessert sich erheblich durch das prozentual geringere Grobangebot.

[0015] Es wird daher ein Kombinationseffekt erreicht, der bei der Abwärtsströmung die Beschleunigungskräfte aufgrund der auf die Partikel wirkenden Erdanziehung mit ausnutzt.

[0016] Die Anordnung eines statischen Leitapparates aus mehreren übereinander angeordneten Leitflügelkränzen ermöglicht außerdem eine Änderung der Trenngrenze über die Höhe des statischen Sichters. Diese Möglichkeit kann unter anderem auch dazu genutzt werden, im Bereich des oberen Leitflügelkranzes eine gröbere Trenngrenze einzustellen als im Bereich des unteren Leitflügelkranzes, wodurch eine Nachsichtung des Grobguts erreicht wird. Unter Berücksichtung des Sichteffektes aufgrund der Drallströmung des aus dem Schaufelkranz am Umfang der Mahlschüssel austretenden Fluidstroms wird bereits aufgrund der immanenten Tendenz zu expandieren, Grobgut durch Fliehkraft an die Gehäusewand von Mühle und Sichter geschleudert, welches in einer strömungsberuhigten Randzone durch Schwerkraft nach unten fällt. Damit wird ein erster Anteil an Grobgut aus dem Sichtgut ausgeschieden, noch bevor dieses in den Sichter gelangt. Zusammen mit der Umlenkungssichtung mit Abwärtsströmung und Schwerkraftwirkung im Bereich der Umlenkeinrichtung an den mehreren Leitflügelkränzen und im Sichtraum ist die Fluid-Mahlgut-Strömung bereits von einem hohen Anteil an Grobgut befreit, noch bevor der eigentliche dynamische Sichtvorgang am Leistenrotor bzw. Kreiselsichter durchgeführt wird. Dieser rotierende Stabkorb erhöht die tangentiale Geschwindigkeit des Fluid-Partikel-Gemisches, wobei die erzeugten Fliehkräfte wesentlich von der Rotordrehzahl bestimmt werden.

[0017] Die konstruktive Ausbildung der übereinander angeordneten, mehreren Leitflügelkränze sieht miteinander fluchtende und zueinander koaxial angeordnete Befestigungsachsen der übereinander angeordneten Leitflügel vor, die im Bereich der Umlenkeinrichtung insbesondere an der Sichterdecke befestigt sind. Mit Hilfe von Stellhebeln und/oder Schaltringen, welche zweckmäßigerweise von außen zu betätigen sind, können die Leitflügelkränze und/oder die Leitflügel einzeln oder gleichzeitig bezüglich ihrer radialen Ausrichtung verstellt werden.

[0018] In einer Weiterbildung ist die Verstellmöglichkeit der Leitflügelkränze nicht nur auf die tangentiale Ausrichtung zur teilweisen oder vollständigen Blockierung des Strömungsquerschnitts eines Leitflügelkranzes gerichtet, sondern umfaßt auch eine horizontale bzw. radiale Verstellung der Leitflügelkränze zur Änderung des Abstandes zwischen diesem statischen Sichtsystem bzw. Leitapparat und dem dynamischen Sichter. Dies gestattet es, die Kornverteilung des Fertiggutes gezielt zu beeinflussen.

[0019] In einer besonders einfachen Ausbildung ist gemäß der Erfindung vorgesehen, einen Randbereich der Sichterdecke als Umlenkeinrichtung auszubilden und mit einer umlaufenden Wölbung mit definierten Neigungswinkeln zu versehen. Sinnvollerweise ist die Wölbung im Querschnitt konkav, halbkreisförmig oder auch als gleichschenkliges Trapez ausgebildet. Als Neigungswinkel sind ein außenseitiger Anströmwinkel und ein innenliegender Umlenkwinkel vorgesehen, die bei einer bevorzugten mittigen Anordnung der Befestigungachsen der Leitflügelkränze gleich ausgebildet sind. Auf diese Weise wird eine sanfte Umlenkung der Mahlgut-Fluid-Strömung erreicht, bei der es nicht zu einer abrupten Abbremsung kommt und eine Anlagerung von Partikeln weitgehend vermieden wird.

[0020] Ein wesentlicher Sichteffekt wird im Sichtraum durch eine Fallstromwirkung in der Abwärtsströmung erreicht, bei der die Schwerkraft wirken kann.

[0021] Wesentlich ist die Ausbildung der Umlenkeinrichung bzw. der Wölbung in der randseitigen Sichterdecke oberhalb des Sichterrotors. Bevorzugt weist die Wölbung eine Höhe von etwa der halben Höhe eines Leitflügelkranzes auf, wobei die Leitflügelkränze im wesentlichen ebenfalls oberhalb des Sichterrotors angeordnet sind.

[0022] Zweckmäßigerweise ist bei mehreren Leitfügelkränzen vorgesehen, daß der obere Leitflügelkranz mit einer Hohlachse und die darunter angeordneten Leitflügelkränze mit Hohl- bzw. Massivachsen, welche in der jeweils oberen Hohlachse geführt sind, an der Sichterdecke, bevorzugt im Zentrum der Wölbung der Umlenkeinrichtung befestigt sind.

[0023] In einer Weiterbildung der Erfindung ist unterhalb der Leitflügelkränze eine sich konisch verjüngende Zwischenwand angeordnet, die im Bereich des Leistenrotors den Sichtraum begrenzt und in einen Grießeaustrag im Zentrum der Mahlwalzen endet. Mit dieser Zwischenwand bzw. dem Grießeaustrag wird vermieden, daß die entgegen einer aufsteigenden Fluid-Mahlgut-Strömung zurückfallenden Grobpartikel zu einem größeren Druckverlust in der Mühle und im Sichter führen. Außerdem wird ein störender Druckverlust vermieden, indem der Wälzmühlensichter eine Bauhöhe aufweist, die zu einer reduzierten Strömungsgeschwindigkeit führt. Damit wird die Effektivität der Sichtung verbessert und gleichzeitig eine Verschleißreduzierung erreicht.

[0024] Die Erfindung soll nachstehend anhand einer Zeichnung weiter erläutert werden. Hierbei zeigen in einer schematisierten Darstellung
Figur 1
einen Vertikalschnitt durch einen Wälzmühlensichter gemäß der Erfindung und
Figur 2
eine partielle Schnittdarstellung durch einen bei der Erfindung zum Einsatz kommenden statischen Leitapparat mit koaxialer Anordnung der Achsen einer Einheit der übereinander angeordneten Leitflügellkränze.


[0025] Der Wälzmühlensichter 1 ist im Beispiel nach Figur 1 auf eine Wälzmühle aufgesetzt, von welcher neben zwei Mahlwalzen 17, einer rotierenden Mahlschüssel 20 und einem die Mahlschüssel 20 umgebenden Schaufelkranz 21 ein Mühlengehäuse 19 als Ausschnitt dargestellt sind.

[0026] Der Wälzmühlensichter 1 weist ein konisch ausgebildetes Sichtergehäuse 2 und eine Sichterdecke 3 auf, in deren Bereich die Feingutaustragsöffnung 24 angeordnet ist. Das zu mahlende Aufgabegut wird über ein axial angeordnetes Fallrohr 22 der Mahlschüssel 20 zugeführt. Eine konusförmige Grießeaustragsöffnung 18 reicht bis in den Bereich der Mahlwalzen 17 und geht in eine Zwischenwand 16 über, die bis zu Leitflügelkränzen 7, 8 eines statischen Leitapparates 6 reicht. Von der Zwischenwand 16 und einem Leistenrotor 10 ist ein ringförmiger Sichtraum 5 gebildet, in den der Fluid-Mahlgut-Strom 4 (nur im linken Bereich dargestellt) nach einer sanften Umlenkung im Bereich einer Umlenkeinrichtung 9 gelangt. Vor der dynamischen Sichtung mit Hilfe des Leistenrotors 10 bzw. eines Kreiselsichters wird der Fluid-Mahlgut-Strom 4 in einer Abwärtsströmung der Schwerkraftwirkung ausgesetzt. Die zu sichtende Fluid-Mahlgut-Strömung 4 wird in einer aus der vom Schaufelkranz 21 aufsteigenden Drallströmung, die im Bereich die Innenwandung des Mühlengehäuses 19 bzw. des Sichtergehäuses 2 aufsteigt, in einem von der Zwischenwand 16 und dem Sichtergehäuse 2 gebildeten, sich nach oben konisch verjüngenden Zwischenraum 26 bis zur Umlenkeinrichtung 9 im Bereich der Sichterdecke 3 geführt.

[0027] Diese Umlenkeinrichtung 9 ist in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel als Wölbung 12 in einem Randbereich der Sichterdecke 3 und eines statische Leitapparates 6 ausgebildet. Die Wölbung stellt im Querschnitt ein gleichschenkliges Trapez dar, dessen Grundfläche nach unten zum Sichtraum 5 und Zwischenraum 26 offen ist. Im Bereich der Umlenkeinrichtung 9 ist der statische Leitapparat 6, welcher aus einem unteren Leitflügelkranz 7 und einem axial darüber angeordneten, oberen Leitflügelkranz 8 besteht, befestigt, so daß ein funktionales Zusammenwirken der Leitflügelkränze 7, 8 und der Umlenkeinrichtung 9 gewährleistet ist. Die Wölbung 12 der Umlenkeinrichtung 9 befindet sich oberhalb des Sichterrotors 10 und weist definierte Neigungswinkel auf, um eine Anlagerung von Partikeln der Fluid-Mahlgut-Strömung 4 weitgehend auszuschließen. In diesem Ausführungsbeispiel sind die Neigungswinkel, die einen außenrandseitigen Anströmwinkel und einen inneren Umlenkwinkel umfassen, identisch ausgebildet. Bei einer klöpperbodenähnlichen Ausführung beträgt der Anströmwinkel und der Umlenkwinkel bezogen auf eine Horizontale jeweils etwa 45°. In einer mittigen Anordnung sind die Leitflügel des oberen Leitflügelkranzes 8 jeweils über Hohlachsen 13 und darunter in einer weitgehend identischen Ausbildung, die Leitflügel des unteren Leitflügelkranzes 7 über Massivachsen 14, welche in der oberen Hohlachse 13 geführt sind, befestigt.

[0028] In diesem Ausführungsbeispiel ist eine unterschiedliche Anstellung der Leitflügel bzw. Leitflügelkränze 7, 8 vorgesehen, um eine Fluid-Mahlgut-Strömung 4, welche im Bereich der Umlenkeinrichtung 9 in den Sichtraum 5 durch eine wenigstens 120° und maximal bis nahezu 180°-Umlenkung gelangt, nach einer Abwärtsströmung einer radialen Strömung des Sichterrotors 10 auszusetzen. Vorteilhaft sind die individuellen winkligen Einstellungen der zwei übereinander angeordneten Leitflügelkränze 7, 8, welche eine Vielfalt von Einstellungsvarianten zulassen. Durch die Verstellvarianten der Leitflügelkränze können die zugeführten Fluid-Mahlgut-Ströme auf unterschiedliche Umlenkbahnen gezwungen werden und somit jeweils unterschiedlichen und durch die Einstellungen optimierten Fliekräften ausgesetzt werden. Besonders vorteilhaft ist die Vorabscheidung von Grobkornfraktionen durch eine Sichtung der Drallströmung, im Bereich der zwei Leitflügelkränze 7, 8 des statischen Leitapparates 6 und durch die Schwerkraftwirkung in der Abwärtsströmung, wodurch das Sichtgutangebot in dem dynamischen Leistenrotor 10 reduziert ist. Es besteht die Möglichkeit, einen variablen Prozentsatz an Grobpartikeln in dem Feingut zuzulassen bzw. einzustellen. Ein weiterer Vorteil ist der besonders geringe Verschleiß, der auf eine relativ niedrige Strömungsgeschwindigkeit des besonders effektiven Sichters zurückzuführen ist.

[0029] Die partielle Schnittdarstellung nach Figur 2 zeigt eine Einheit des statischen Leitapparates 6. Dieser Leitapparat 6 weist im Beispiel einen oberen Leitflügel 8 und einen unteren Leitflügel 7 auf. Die Verstellbarkeit dieser Leitflügel 7, 8 wird von außerhalb, d.h. oberhalb der Sichterdecke 3 durchgeführt. Hierfür ist in der Decke 3 eine Achsenlagerung 11 vorhanden. Der obere Leitflügel 8 ist hierbei an einer drehbaren Hohlwelle 13 angeordnet, die außerhalb der Sichterdecke 3 mit einer Verstelleinrichtung 33, die insbesondere als Griff ausgebildet ist und festsetzbar ist, befestigt.

[0030] Der untere Leitflügel 7 der rotativ starr mit der Achse 14 festliegt, ist über diese Achse 14, die durch die Hohlachse 13 nach außen ragt und die Verstelleinrichtung 34, insbesondere einen Griff, auf die gewünschte Winkeleinstellung einstellbar.

[0031] Bei dieser Auslegung lässt sich eine leichte Handhabung der Leitflügelkränze von außen herbeiführen, wobei auch die Strömung beeinflussende Vorrichtungsteile reduziert werden.

[0032] Die Leitflügel 7, 8 sind daher übereinander angeordnet und nicht in Umfangsrichtung gegeneinander versetzt, so daß auch kein Trennring zwischen den beiden Leitflügeln erforderlich ist. Auch bei unterschiedlicher Winkelstellung der Leitflügel der Leitflügelkränze 7, 8 treten daher nur minimale, nicht gewünschte "Falschströmungen" auf.


Ansprüche

1. Mühlensichter, insbesondere Wälzmühlensichter, mit einem statischen und dynamischen Sichter, sowie mit einem zwischen diesen Sichtern ausgebildeten, ringförmigen Sichtraum, wobei als statischer Sichter ein radial außen angeordneter Leitapparat (6) mit Leitflügelkränzen und als dynamischer Sichter ein Leistenrotor (10) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,

daß der statische Leitapparat (6) wenigstens einen unteren Leitflügelkranz (7) und einen oberen Leitflügelkranz (8) mit koaxial zueinander angeordneten Leitflügelachsen (14,13) aufweist und

daß oberhalb des Leistenrotors (10) in einem an den oberen Leitflügelkranz (8) angrenzenden Bereich eine Umlenkeinrichtung (9) vorgesehen ist, durch welche eine aufsteigende Fluid-Mahlgut-Strömung (4) einer gerichteten Umlenkung im Bereich von größer 120° bis kleiner 180° in eine Abwärtsströmung mit Schwerkraftwirkung zuführbar ist.


 
2. Mühlensichter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,

daß die Umlenkeinrichtung (9) an einer Sichterdecke (3) angeordnet ist und daß die Leitflügel der Leitflügelkränze (7,8) in Achsenlagerungen (11) im Bereich der Umlenkeinrichtung (9) gelagert und von außen verstellbar sind.


 
3. Mühlensichter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,

daß die Umlenkeinrichtung (9) in einem Randbereich der Sichterdecke (3) als eine Wölbung (12) mit einer definierten Neigung, insbesondere mit einem definierten Anström- und Umlenkwinkel, ausgebildet ist und daß die Leitflügelkränze (7,8) im Zentrum der Wölbung (12) der Sichterdecke (3) angeordnet sind.


 
4. Mühlensichter nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,

daß die Wölbung (12) im Querschnitt konkav, halbkreisförmig oder als gleichschenkliges Trapez mit einer nach unten gerichteten Öffnung ausgebildet ist.


 
5. Mühlensichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,

daß die Höhe der Wölbung (12) etwa der halben Höhe des oberen Leitflügelkranzes (8) entspricht.


 
6. Mühlensichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,

daß die Leitflügelkränze (7, 8) unabhängig voneinander oder gemeinsam verstellbar sind und daß die radiale oder tangentiale Verstellung einzeln oder gleichzeitig bei allen Leitflügeln (7, 8) eines Leitflügelkranzes (7, 8) durchführbar ist.


 
7. Mühlensichter nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,

daß zur Verstellung der Leitflügelkränze (7,8) Verstelleinrichtungen (33,34) vorgesehen sind, welche jeweils mit einer Hohlachse (13) der Leitflügel (8) des oberen Leitflügelkranzes (8) und mit einer Massivachse (14) der Leitflügel (7) des unteren Leitflügelkranzes (7) verbunden sind, wobei die Massivachse (14) in der Hohlachse (13) geführt ist.


 
8. Mühlensichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,

daß unterhalb der Leitflügelkränze (7,8) eine sich in Richtung Mahlraum (15) konisch verjüngende Zwischenwand (16) angeordnet ist, die im Bereich des Leistenrotors (10) den Sichtraum (5) begrenzt und in einer Grießeaustragöffnung (18) im Bereich von Mahlwalzen (17) einer Wälzmühle endet.


 
9. Mühlensichter nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,

daß von der Zwischenwand (16) und dem Sichter- (2) und Mühlengehäuse (19) ein Ringraum (26) gebildet ist, welcher sich in Richtung der aufsteigenden Fluid-MahlgutStrömung (4) verengt.


 
10. Mühlensichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,

daß ein zentrales Fallrohr (22) zur Mahlgutaufgabe angeordnet ist, welches bis nahe zur Grießeaustragsöffnung (18) reicht.


 


Claims

1. Mill classifier, particularly roller mill classifier, comprising a static and a dynamic classifier, and an annular classifying zone formed between said two classifiers, as static classifier being provided a radially outwardly positioned guide apparatus (6) with guide blade rings and as dynamic classifier is provided a ledge rotor (10),
characterized in that,

the static guide apparatus (6) comprises at least one lower guide blade ring (7) and an upper guide blade ring (8) with guide blade shafts (14, 13) arranged coaxially to one another, and

above the ledge rotor (10) and in an area adjacent to the upper guide blade ring (8) is provided a deflecting device (9) through which a rising fluid-grinding material flow (4) can be supplied with a directed deflection in the range from 120° to smaller than 180° in a downward flow with gravity action.


 
2. Mill classifier according to claim 1,
characterized in that,

the deflecting device (9) is located on a classifier cover (3), and that the guide blades of the guide blade rings (7, 8) are arranged in shaft bearings (11) in the vicinity of the deflecting device (9) and are adjustable from outside.


 
3. Mill classifier according to claim 1 or 2,
characterized in that,

the deflecting device (9) is constructed in a marginal area of the classifier cover (3) as a curvature (12) with a clearly defined inclination and in particular with a clearly defined attack angle and deflection angle, and that the guide blade rings (7, 8) are arranged in the centre of the curvature (12) of the classifier cover (3).


 
4. Mill classifier according to claim 3,
characterized in that,

the curvature (12) is in cross-section concave, semi-circular or in the form of an isosceles trapezoid with a downwardly directed opening.


 
5. Mill classifier according to one of the preceding claims,
characterized in that,

the height of the curvature (12) corresponds to roughly half the height of the upper guide blade ring (8).


 
6. Mill classifier according to one of the preceding claims,
characterized in that,

the guide blade rings (7, 8) are adjustable independently of one another or jointly and that the radial or tangential adjustment can be carried out individually or simultaneously for all the guide blades (7, 8) of a guide blade ring (7, 8).


 
7. Mill classifier according to claim 6,
characterized in that,

for adjusting the guide blade rings (7, 8) adjusting means (33, 34) are provided, which are in each case connected to a hollow shaft of the guide blades (8) of the upper guide blade ring (8) and to a solid shaft (14) of the guide blades (7) of the lower guide blade ring (7), the solid shaft (14) being guided in the hollow shaft (13).


 
8. Mill classifier according to one of the preceding claims,
characterized in that,

below the guide blade rings (7, 8) is provided a partition (16) tapering conically in the direction of the grinding zone (15) and which in the vicinity of the ledge rotor (10) bounds the classifying zone (5) and terminates in an oversize material discharge opening (18) in the vicinity of the grinding rolls (17) of a roller mill.


 
9. Mill classifier according to claim 8,
characterized in that,

the partition (16) and the classifier (2) and mill casing (19) form an annular zone (26), which tapers in the direction of the rising fluid-grinding material flow (4).


 
10. Mill classifier according to one of the preceding claims,
characterized in that,

a central drop tube (22) for grinding material charging is provided, which extends to close to the oversize material discharge opening.


 


Revendications

1. Séparateur pour broyeurs, notamment séparateur pour broyeurs à cylindres, comportant un séparateur statique et un séparateur dynamique, ainsi qu'une chambre de séparation annulaire aménagée entre les deux séparateurs, un dispositif directeur (6) situé radialement à l'extérieur avec des aubages directeurs étant prévu comme séparateur statique et un rotor à palettes (10) étant prévu comme séparateur dynamique, caractérisé par le fait que le dispositif directeur statique (6) comporte au moins un aubage directeur (7) inférieur et un aubage directeur (8) supérieur avec des axes d'aubages (14, 13) mutuellement coaxiaux et par le fait que qu'il est prévu au-dessus du rotor à palettes (10), dans une région contiguë à l'aubage directeur (8) supérieur un dispositif de déviation (9) par lequel un écoulement ascendant (4) de produit de broyage fluide est transformé un écoulement descendant par gravité par une déviation ciblée dans une plage allant de plus de 120° à moins de 180°.
 
2. Séparateur pour broyeurs selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le dispositif de déviation (9) est disposé dans un toit de séparateur (3) et par le fait que les aubages directeurs (7,8) sont montés dans des paliers (11) dans la région du dispositif de déviation (9) et peuvent être réglés depuis l'extérieur.
 
3. Séparateur pour broyeurs selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que le dispositif de déviation (9) est agencé dans une région périphérique du toit du séparateur (3) sous forme d'arrondi (12) avec une inclinaison définie, notamment avec un angle d'entrée et un angle de déviation déterminés, et par le fait que les aubages directeurs (7,8) sont disposés au centre de l'arrondi (12) du toit de séparateur (3).
 
4. Séparateur pour broyeurs selon la revendication 3, caractérisé par le fait que l'arrondi (12) en section transversale présente une forme concave, de demi-cercle, ou de trapèze isocèle avec une ouverture dirigé vers le bas.
 
5. Séparateur pour broyeurs selon une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que la hauteur de l'arrondi (12) correspond sensiblement à la moitié de la hauteur de l'aubage directeur supérieur (8).
 
6. Séparateur pour broyeurs selon une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que les aubages directeurs (7,8) peuvent être réglés indépendamment l'un de l'autre et par le fait que le réglage radial ou tangentiel peut être opéré individuellement ou simultanément pour toutes les aubes directrices (7,8) d'un aubage directeur (7,8).
 
7. Séparateur pour broyeurs selon la revendication 6, caractérisé par le fait qu'il est prévu pour le réglage des aubages directeurs (7,8), des dispositifs de réglage (33,34) qui sont liés à un axe creux (13) des aubes directrices (8) de l'aubage directeur supérieur (8) et à un axe plein (14) des aubes directrices (7) de l'aubage directeur inférieur (7), l'axe plein (14) étant guidé dans l'axe creux (13).
 
8. Séparateur pour broyeurs selon une des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'une paroi intermédiaire (16) qui se rétrécit en forme de cône en direction de la chambre de broyage (15) est disposée en-dessous des aubages directeurs (7,8), laquelle paroi intermédiaire, dans la région du rotor à palettes (10), délimite la chambre de séparation (5) et se termine dans une ouverture d'évacuation des produits grossiers (18), dans la région de cylindres de broyage (17) d'un broyeur à cylindres.
 
9. Séparateur pour broyeurs selon la revendication 8, cractérisé par le fait que la paroi intermédiaire (16) et le corps de séparateur (2) et le corps de broyeur (19) définissent une chambre annulaire (26) qui se rétrécit dans la direction de l'écoulement ascendant de produit de broyage fluide (4).
 
10. Séparateur pour broyeurs selon une des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'un tube de sortie par gravité (22) central est disposé pour évacuer le produit de broyage, lequel tube s'étend jusque dans le voisinage de l'ouverture d'évacuation des produits grossiers (18).
 




Zeichnung