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EP 0 899 176 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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03.03.1999 Patentblatt 1999/09 |
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Anmeldetag: 14.08.1998 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL LT LV MK RO SI |
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Priorität: |
25.08.1997 DE 19736910
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Anmelder: DUEWAG AKTIENGESELLSCHAFT |
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47829 Krefeld (DE) |
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Erfinder: |
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- Meyer, Gerd, Dr.-Ing.
51375 Leverkusen (DE)
- Calomfirescu, Mikail, Dipl.-Ing.
45359 Essen (DE)
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Wagenkasten eines Schienenfahrzeuges |
(57) Der Wagenkasten eines Schienenfahrzeuges hat eine Bodenplatte (1), Stirnwände (2),
Seitenwände (3) und ein Dach (4). Der gesamte Wagenkasten bildet eine tragende röhrenartige
Verbundstruktur, innerhalb der die Bodenplatte (1) und die Stirnwände (2) jeweils
aus Aluminium-Strangpreßprofilen bestehen und die Seitenwände (3) sowie das Dach (4)
als Haube aus Faserverbundwerkstoff hergestellt sind. In die röhrenartige Verbundstruktur
des Wagenkastens ist zumindest ein oberer Längsträger (5) als zusätzliches Tragelement
einbezogen.
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[0001] Die Erfindung betrifft einen Wagenkasten eines Schienenfahrzeuges mit einer Bodenplatte,
Stirnwänden, Seitenwänden und einem Dach.
[0002] Der Wagenkasten moderner Schienenfahrzeuge wird insbesondere aus Gewichtsgründen
in einer Aluminiumbauweise erstellt, bei der größere Strangpreßprofile miteinander
durch Schweißen verbunden sind. Die Aluminiumbauweise hat mittlerweile einen derart
ausgereiften Stand erreicht, daß kaum noch Möglichkeiten für eine Gewichtsreduzierung
des Wagenkastens bestehen. Die Schienenfahrzeughersteller sind daher im Hinblick auf
eine gewollte weitere Verringerung des Gewichts bestrebt, für bestimmte Baugruppen
Faserverbundwerkstoffe einzusetzen, beispielsweise zur Außenverkleidung von Seitenwänden.
Eine Vollnutzung von Faserverbundwerkstoffen wird durch den Preis der Rohstoffe und
durch den technischen Aufwand für die Krafteinleitung erschwert. Vor allem die Realisierung
einer Bodenplatte, an der unterschiedlich schwere Geräte befestigt werden sollen und
in der auch viele Krafteileitungen verlaufen müssen, läßt eine Vollkunststoff-Bauweise
sehr problematisch erscheinen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wagenkasten der gattungsgemäßen Art
so zu gestalten, daß ein möglichst geringes Gewicht, eine hohe Belastbarkeit mit einwandfreien
Krafteinleitungen und eine wirtschaftliche Herstellung erreichbar sind.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der gesamte Wagenkasten eine
tragende röhrenartige Verbundstruktur bildet, innerhalb der die Bodenplatte und die
Stirnwände jeweils aus Aluminium-Strangpreßprofilen bestehen und die Seitenwände sowie
das Dach als Haube aus Faserverbundwerkstoff hergestellt sind, wobei zumindest ein
oberer Längsträger als zusätzliches Tragelement in die röhrenartige Verbundstruktur
des Wagenkastens einbezogen ist.
[0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Im weiteren wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Die Fig. 1 und 2 zeigen jeweils unterschiedliche
Gestaltungen eines Wagenkastens in perspektivischer Ansicht.
[0007] Gemäß Fig. 1 und 2 bestehen die Bodenplatte 1 und die beiden Stirnwände 2 übereinstimmend
aus Aluminium-Strangpreßprofilen. Die Bodenplatte 1 und die Stirnwände 2 können als
eine brückenartige Struktur angesehen werden, die für die Aufhängung schwerer Geräte
und die dazu notwendigen Krafteinleitungen bestens geeignet ist. Die Seitenwände 3
und das Dach 4 sind als Haube des Wagenkastens aus Faserverbundwerkstoff hergestellt,
wobei insbesondere Glasfasern oder Kohlenstoffasern in Betracht kommen. Dabei ist
eine Schalenbauweise mit Stringern und Spanten oder eine Sandwichbauweise mit einem
Kern aus Hartschaum oder Wabenkörpern möglich. Der gesamte Wagenkasten bildet eine
tragende röhrenartige Struktur.
[0008] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, beinhaltet die Haube paarweise angeordnete Seitenwandplatten
3a, zu denen jeweils eine Dachplatte 4a gehört. Ein solches Baukastensystem erlaubt
die Herstellung z. B. hinsichtlich der Türanordnung unterschiedlicher Wagenkästen
mit gleichartigen Plattenelementen 3a und 4a, die auf kostengünstige Weise in Serie
am Fließband produzierbar sind. Eine alternative, sich in Länge des Wagenkastens erstreckende
Ausführung der Seitenwandelemente 3a links und rechts sowie der dann einzigen Dachplatte
4a ist selbstverständlich möglich. Im Bereich der beiden Stoßstellen zwischen den
Seitenwandplatten 3a und der Dachplatte 4a - siehe auch die lupenartige Vergrößerung
in Fig. 1 - ist jeweils ein durchlaufender Längsträger 5 aus Aluminium, Stahl oder
Kunststoff (Pultrudat) angeordnet. Diese Längsträger 5 sind als zusätzliche Tragelemente
in die röhrenartige Verbundstruktur des Wagenkastens einbezogen. Die Längsträger 5
dienen außerdem als Verbindungselemente für die Seitenwandplatten 3a mit der zugehörigen
Dachplatte 4a. Weiter sind die Längsträger 5 für das Befestigen von Teilen der Innenausstattung
des Wagenkastens nutzbar.
[0009] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 besteht die Haube aus Paaren von Seitenwandplatten
3a mit daran jeweils angeformten Dachhälften 4b. Das auch in diesem Falle geschaffene
variable Baukastensystem ist durch eine wahlweise in Länge des Wagenkastens durchlaufende
Ausführung ersetzbar. Der an der in Fahrzeuglängsmitte befindlichen Stoßstelle der
Dachhälften 4d angeordnete obere Längsträger 5 stimmt mit den anhand der Fig. 1 beschriebenen
Längsträgern 5 funktionell überein. Im Bereich des Überganges jeder Seitenwandplatte
3a in ihre Dachhälfte 4b ist ein Hohlraum zur Aufnahme eines Verstärkungsträgers 6
vorgesehen, der nach dem Einsetzen in diesen Hohlraum durch Kleben gehalten wird.
[0010] Das Verbinden der Baugruppen aus Aluminium (Bodenplatte 1, Stirnwände 2) und der
Baugruppen aus Kunststoff (Seitenwand 3, Dach 4) kann durch die üblichen Fügemittel
erfolgen, wie Kleben, Nieten, Schrauben. Für die Endmontage des Wagenkastens sind
keine Schweißarbeiten notwendig, so daß die Baugruppen 1 bis 4 mit einem hohen Fertigungsgrad
komplettiert werden können. So kann beispielsweise die Bodenplatte 1 vor der Endmontage
des Wagenkastens mit den Versorgungsleitungen, dem Fußboden und der Unterflurbelegung
ausgerüstet werden. In diesem Sinne bietet es sich auch an, die Fenster 7 als mittragende
Elemente in die entsprechenden Felder der Seitenwandplatten 3a zu kleben und diese
Platten 3a sowie die Dachplatten 4a bzw. die Dachhälften 4b mit einer Innenverkleidung
zu versehen.
Liste der Bezugszeichen
[0011]
- 1
- Bodenplatte
- 2
- Stirnwand
- 3
- Seitenwand
- 3a
- Seitenwandplatte
- 4
- Dach
- 4a
- Dachplatte
- 4b
- Dachhälfte
- 5
- oberer Längsträger
- 6
- Verstärkungsträger
- 7
- Fenster
1. Wagenkasten eines Schienenfahrzeuges mit einer Bodenplatte (1), Stirnwänden (2), Seitenwänden
(3) und einem Dach (4), dadurch gekennzeichnet, daß der gesamte Wagenkasten eine tragende
röhrenartige Verbundstruktur bildet, innerhalb der die Bodenplatte (1) und die Stirnwände
(2) jeweils aus Aluminium-Strangpreßprofilen bestehen und die Seitenwände (3) sowie
das Dach (4) als Haube aus Faserverbundwerkstoff hergestellt sind, wobei zumindest
ein oberer Längsträger (5) als zusätzliches Tragelement in die röhrenartige Verbundstruktur
des Wagenkastens einbezogen ist.
2. Wagenkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haube wenigstens zwei
Seitenwandplatten (3a) und eine Dachplatte (4a) beinhaltet.
3. Wagenkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haube aus wenigstens
zwei Seitenwandplatten (3a) mit daran jeweils angeformten Dachhälften (4b) besteht.
4. Wagenkasten nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des Überganges
jeder Seitenwandplatte (3a) in ihre Dachhälfte (4b) ein Hohlraum zur Aufnahme eines
Verstärkungsträgers (6) vorgesehen ist, der nach dem Einsetzen in diesen Hohlraum
durch Kleben gehalten wird.
5. Wagenkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der seitlichen Stoßstelle
zwischen den Seitenwandplatten (3a) und der Dachplatte (4a) - Anspruch 2 - bzw. an
der in Fahrzeuglängsmitte befindlichen Stoßstelle der Dachhälften (4b) - Anspruch
3 - jeweils ein oberer Längsträger (5) angeordnet ist, der neben seiner Funktion als
zusätzliches Tragelement als Verbindungselement für die Seitenwandplatten (3a) und
die Dachplatte (4a) bzw. die Dachhälften (4b) dient.
6. Wagenkasten nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Längsträger (5)
für das Befestigen von Teilen der Innenausstattung - wie z. B. Gepäckablage, Luftkanal,
Beleuchtungskörper - nutzbar ist.

