[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von festen Wasch- oder Reinigungsmitteln.
[0002] Granulare Wasch- oder Reinigungsmittel mit hohen Schüttgewichten und hohen Tensidgehalten
sind bekannt und werden beispielsweise in den europäischen Patentanmeldungen EP 340
013, EP 352 892 und EP 460 925 beschrieben. Die in diesen Druckschriften beschriebenen
Mittel werden durch Granulierverfahren erhalten.
[0003] In der intemationalen Patentanmeldung WO 91/02047 wird ein Verfahren zur Herstellung
verdichteter Granulate beschrieben, die in Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzt
werden können. Dabei wird ein homogenes Vorgemisch unter Zusatz eines Plastifizier-
und/oder Gleitmittels bei hohen Drucken zwischen 25 und 200 bar strangförmig verpreßt.
Diese Anmeldung lehrt, daß als Plastifizier- und/oder Gleitmittel Tenside eingesetzt
werden können. Dabei ist es möglich, daß die Plastifizier- und/oder Gleitmittel begrenzte
Mengen an Hilfsflüssigkeiten enthalten. Zu diesen Hilfsflüssigkeiten zählen auch höher
siedende, gegebenenfalls polyethoxylierte Alkohole, bei Raumtemperatur oder mäßig
erhöhten Temperaturen fließfähige Polyalkoxylate und dergleichen.
[0004] Die in der voranstehend genannten intemationalen Patentanmeldung hergestellten Wasch-
oder Reinigungsmittel enthalten anionische und nichtionische Tenside sowie gegebenenfalls
Seife und weitere übliche Inhaltsstoffe wie Buildersubstanzen und gegebenenfalls Alkalisierungsmittel.
Als Aniontenside werden Alkylbenzolsulfonate und Alkylsulfate genannt. Alkylbenzolsulfonate
besitzen jedoch den Nachteil, daß sie aus petrochemischen Grundstoffen gewonnen werden.
Alkylsulfate, insbesondere die Fettalkylsulfate, basieren zwar auf nachwachsenden
fettchemischen Grundstoffen, doch ist andererseits bekannt, daß sie in höheren Mengen,
und insbesondere in Kombination mit Niotensiden, zu einem nicht akzeptablen Löse-
und Einspülverhalten führen können.
[0005] In der intemationalen Patentanmeldung WO 93/02176 wird ein Verfahren zur Herstellung
von festen Wasch- oder Reinigungsmitteln mit hohem Schüttgewicht vorgeschlagen, worin
man zur Verbesserung des Auflöseverhaltens und zur Erleichterung der Einarbeitung
der Niotenside diese in inniger Vermischung mit einem Strukturbrecher in einem Gewichtsverhältnis
von flüssigem Niotensid: Strukturbrecher von 10 : 1 bis 1 : 2 einsetzt. Als Strukturbrecher
können Polyethylenglykol oder Polypropylenglykol. deren Sulfate und/oder Disulfate,
Sulfosuccinate und/oder Disulfosuccinate oder Mischungen aus diesen eingesetzt werden.
[0006] In der internationalen Patentanmeldung WO 94/13771 werden granulare Wasch- oder Reinigungsmittel
mit einem Schüttgewicht von 700 g/l und darüber beschrieben, welche einen hohen Tensidgehalt
und Aniontenside mit gutem Abbauverhalten enthalten. Zur Verbesserung des Löseverhaltens
und Einspülverhaltens wird vorgeschlagen, daß die granularen Wasch- und Reinigungsmittel
20 bis 55 Gew.-% an anionischen und nichtionischen Tensiden sowie gegebenenfalls einschließlich
Seife enthalten, wobei der Gehalt der Mittel an C
8-C
22-Alkoholsulfaten, ethoxylierten Alkoholsulfaten, α-Sulfofettsäureestern und Mischungen
aus diesen oberhalb 8 Gew.-% liegt und das Gewichtsverhältnis aus diesen anionischen
Sulfaten und/oder Sulfofettsäureestern zu Niotensiden 10 : 1 bis 1 : 1,25 betragen
soll.
[0007] In der japanischen Patentanmeldung Heisei 6-108099 werden tablettenförmige Waschmittelzusammensetzungen
beschrieben, die 5 bis 50 Gew.-% Tensid sowie 10 bis 70 Gew.-% Kaliumcarbonat und
0,5 bis 5 Gew.-% pulverförmige Duftstoffzubereitung enthalten. Solche Tabletten lösen
sich, insbesondere wenn die mittleren Teilchendurchmesser des Kaliumcarbonats unterhalb
150 µm liegen und etwa 40 Gew.-% Kaliumcarbonat eingesetzt wird, sehr gut.
[0008] In der japanischen Patentanmeldung Heisei 6-116599 werden beispielsweise granulatförmige
Waschmittel mit einer Schüttdichte von 0,5 bis 1,2 g/cm
3 beschrieben. Die Waschmittel enthalten zur Verbesserung ihrer Löslichkeit als nichtionische
Tenside Fettsäurealkylesteralkoxylate.
[0009] Wie aus dem voranstehend beschriebenen Stand der Technik ersichtlich ist, wurden
zahlreiche Versuche unternommen, die Löslichkeit der festen Wasch- oder Reinigungsmittel
zu erhöhen. Die Erhöhung des Tensidgehalts wie sie in modernen Waschmitteln vorgenommen
wird, insbesondere beim Einsatz von nichtionischen Tensiden wie z.B. ethoxylierten
Fettalkoholen, führt häufig dazu. daß die festen Waschmittelteilchen verkleben, wodurch
die Rieselfähigkeit und die Einspülbarkeit verschlechtert werden. Zur Verbesserung
dieser Eigenschaften werden die Teilchen üblicherweise gecoated oder abgepudert. Diese
Maßnahme kann jedoch wiederum zu einer Verschlechterung der Löslichkeit führen. Hinzu
kommt, daß manche Tenside beim Lösen in Wasser oder beim Verdünnen ihrer Lösungen
eine Gelphase bilden. Diese Gelbildung führt zu einer deutlichen Verschlechterung
sowohl der Einspülbarkeit als auch der Löslichkeit.
[0010] Ein weiteres Problem ist, daß feste Waschmittel, die ein Tensidsystem enthalten,
welches dem Mittel eine gute Löslichkeit und ein gutes Einspülverhalten in übliche
Haushaltswaschmaschinen verleiht, häufig eine verschlechterte Waschkraft zeigen, so
daß größere Mengen an Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt werden müssen.
[0011] Ein weiteres Ziel bei der Herstellung von Wasch- oder Reingigungsmitteln ist es,
Mittel mit hohen Waschaktivsubstanzgehalten zu liefem. Insbesondere, wenn Wasch- oder
Reinigungsmittel mit geringerem Schaumvermögen hergestellt werden sollen, ist es möglich,
Schauminhibitoren zuzusetzen, wodurch jedoch die Kosten erhöht werden, oder den Tensidgehalt
der Produkte zu senken, was jedoch zu einem erheblichen Verlust der Waschleistung
führt
[0012] Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
von festen Wasch- oder Reinigungsmitteln mit einem hohen Schüttgewicht zu entwickeln,
die eine gute Löslichkeit und ein gutes Einspülverhalten in übliche Haushaltswaschmaschinen
zeigen, wobei eine mindestens gleich gute Waschkraft gegenüber den aus dem Stand der
Technik bekannten Wasch- oder Reinigungsmitteln erhalten wird, und daß die festen
Wasch- oder Reinigungsmittel als Extrudate oder Tabletten mit erhöhtem Niotensidanteil
hergestellt werden können, ohne daß diese verkleben.
[0013] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von verpreßten
Wasch- oder Reinigungsmitteln mit hohem Schüttgewicht, worin ein Vorgemisch aus Waschmittelbestandteilen,
enthaltend Aniontenside, Niotenside, Buildersubstanzen und gegebenenfalls Alkalisierungsmittel,
hergestellt und verpreßt wird, wobei mehr als 50 Gew.-% der eingesetzten Niotenside
Fettsäurealkylesteralkoxylate mit den Formeln I, II oder III sind,
R
1-CO
2-(AO)
m-R
2 (I),
R
2-CO
2-(AO)
m-R
1 (II),

worin
- R1
- für eine verzweigte oder geradkettige, gesättigte oder ungesättigte Alkylgruppe mit
5 bis 21 C-Atomen steht,
- R2
- für Wasserstoff oder eine geradkettige oder verzweigtkettige Alkylgruppe mit 1 bis
6 C-Atomen steht,
- R3, R4 und R5
- gleich oder verschieden sein können und für Wasserstoff oder Ø

worin R6 eine verzweigte oder geradkettige, gesättigte oder ungesättigte Alkylgruppe mit 5
bis 21 C-Atomen sein kann, mit der Maßgabe, daß R3, R4 und R5 nicht gleichzeitig Wasserstoff sind, steht,
- AO
- für eine C2-C4-Alkylenoxydeinheit steht,
- m, n, o und p
- gleich oder verschieden sein können und für eine Zahl von 1 bis 60, vorzugsweise 1
bis 30, insbesondere 3 bis 12, stehen.
[0014] Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens können insbesondere Extrudate
und Tabletten erhalten werden.
[0015] Zur Herstellung von Extrudaten ist ein Verfahren bevorzugt, worin zuerst ein Vorgemisch
aus Waschmittelbestandteilen hergestellt wird. Dieses feste, bevorzugt rieselfähige
Vorgemisch, wird unter Zusatz eines Plastifizier- und/oder Gleitmittels über Lochformen
mit Öffnungsweiten der vorbestimmten Granulatdimension bei hohen Drucken zwischen
25 und 200 bar strangförmig verpreßt. Der Strang wird direkt nach dem Austritt aus
der Lochform mittels einer Schneidevorrichtung auf die vorbestimmte Granulatdimension
zugeschnitten. Die Anwendung des hohen Arbeitsdrucks bewirkt die Plastifizierung des
Vorgemisches bei der Granulatbildung und stellt die Schneidfähigkeit der frisch extrudierten
Stränge sicher. Das Vorgemisch besteht wenigstens anteilsweise aus festen, vorzugsweise
feinteiligen üblichen Inhaltsstoffen von Wasch- und Reinigungsmitteln, denen gegebenenfalls
flüssige Bestandteile zugemischt sind. Die festen Inhaltsstoffe können durch Sprühtrocknung
gewonnene Turmpulver, aber auch Agglomerate, die jeweils gewählten Mischungsbestandteile
als reine Stoffe, die im feinteiligen Zustand miteinander vermischt werden, sowie
Mischungen aus diesen sein. Im Anschluß daran werden gegebenenfalls die flüssigen
Inhaltsstoffe zugegeben und dann das erfindungsgemäß ausgewählte Plastifizier- und
/oder Gleitmittel eingemischt. Als Plastifizier- und/oder Gleitmittel werden wäßrige
Lösungen von polymeren Polycarboxylaten sowie hochkonzentrierte Aniontensidpasten
und nichtionische Tenside bevorzugt. Zur ausführlichen Beschreibung des Verfahrens
sowie der geeigneten Inhaltsstoffe des Vorgemisches und der geeigneten Plastifizier-
und/oder Gleitmittels wird auf die Offenbarung der intemationalen Patentanmeldung
WO 91/02047 verwiesen.
[0016] In einer möglichen Ausführungsform dieses Verfahrens können die flüssigen Niotenside
auch als flüssiger Bestandteil beziehungsweise als Plastifizier- und/oder Gleitmittel
zu dem festen Vorgemisch zugegeben werden, oder sie sind ein Bestandteil einer festen
Mischungskomponente des Vorgemisches, wobei diese feste Mischungskomponente aus einem
Trägerbead bestehen kann, das mit dem Niotensid oder einer wäßrigen Dispersion des
Niotensids beaufschlagt wurde. Die Zugabe der flüssigen Komponente in flüssiger Form
kann an jeder beliebigen Stelle des Verfahrens, zum Beispiel bei der Herstellung des
Vorgemisches, aber auch bei der Verarbeitung des plastifizierten Vorgemisches, jedoch
vor dem Durchtritt durch die Lochform (Lochdüsenplatte) erfolgen. Als Homogenisiervorrichtung
können bevorzugt Kneter beliebiger Ausgestaltung, beispielsweise 2-Schnecken-Kneter
gewählt werden. Der intensive Mischungsvorgang kann dabei bereits aus sich heraus
zu einer gewünschten Temperatursteigerung führen. Dabei werden mäßig erhöhte Temperaturen
von beispielsweise 60 bis 70 °C in der Regel nicht überschritten. In einer bevorzugten
Ausführungsform wird das Vorgemisch vorzugsweise kontinuierlich einem 2-Schnecken-Kneter
(Extruder) zugeführt, dessen Gehäuse und dessen Extruder-Granulierkopf auf die vorbestimmte
Extrudiertemperatur temperiert, beispielsweise auf 40 bis 60 °C aufgeheizt sind. Unter
der Schereinwirkung der Extruder-Schnecken wird das Vorgemisch bei Drucken von 25
bis 200 bar, vorzugsweise oberhalb 30 bar und insbesondere bei Drucken von 50 bis
180 bar verdichtet, plastifiziert, in Form feiner Stränge durch die Lochdüsenplatte
im Extruderkopf extrudiert und schließlich das Extrudat mittels eines rotierenden
Abschlagmessers vorzugsweise in kugelförmigen bis zylindrischen Granulatkömem verkleinert.
Der Lochdurchmesser in der Lochdüsenplatte und die Strangschnittlänge werden dabei
auf die gewählte Granulatdimension abgestimmt. In dieser Ausführungsform gelingt die
Herstellung von Granulaten einer im wesentlichen gleichmäßig vorbestimmbaren Teilchengröße,
wobei im einzelnen die absoluten Teilchengrößen dem beabsichtigten Einsatzzweck angepaßt
sein können. Im allgemeinen werden Teilchendurchmesser bis höchstens 0,8 cm bevorzugt.
Wichtige Ausführungsformen sehen hier die Herstellung von einheitlichen Granulaten
mit Durchmessern im Millimeterbereich, beispielsweise im Bereich von 0,5 bis 5 mm
und insbesondere im Bereich von 0,8 bis 3 mm vor. Das Länge/Durchmesser-Verhältnis
des abgeschlagenen primären Granulats liegt dabei in einer wichtigen Ausführungsform
im Bereich von 1 : 1 bis etwa 3 : 1. Weiterhin ist es bevorzugt, das noch plastische,
feuchte Primärgranulat einem weiteren formgebenden Verarbeitungsschritt zuzuführen;
dabei werden am Rohgranulat vorliegende Kanten abgerundet, so daß letztlich kugelförmige
oder wenigstens annähemd kugelförmige Granulatkörner erhalten werden können. Falls
gewünscht oder erforderlich, können in dieser Stufe geringe Mengen an Trockenpulver,
beispielsweise Zeolithpulver wie Zeolith NaA-Pulver, mit verwendet werden. Diese Formgebung
kann in marktgängigen Rondiergeräten, beispielsweise in Rondiergeräten mit rotierender
Bodenscheibe, erfolgen. Vorzugsweise werden die Granulate dann einem Trocknungsschritt,
beispielsweise einem Wirbelschichttrockner, zugeführt.
[0017] Es wurde festgestellt, daß extrudierte Granulate, welche Peroxyverbindungen als Bleichmittel,
beispielsweise Perborat-Monohydrat enthalten, bei Zulufttemperaturen zwischen 80 und
150 °C ohne Verlust an Aktivsauerstoff getrocknet werden können. Der Gehalt der getrockneten
Granulate an freiem Wasser beträgt vorzugsweise bis etwa 3 Gew.-%, insbesondere zwischen
0,1 bis 1 Gew.-%. Wahlweise ist es auch möglich, den Trocknungsschritt im direkten
Anschluß an die Extrusion des Primärgranulats und damit zeitlich vor einer gewünschtenfalls
vorgenommenen abschließenden Formgebung in einem Rondiergerät durchzuführen. Zur Erreichung
eines erhöhten Schüttgewichts ist es von Vorteil, die getrockneten Granulate gegebenenfalls
noch einmal mit feinteiligen Trockenpulvem abzupudem. Beispiele für derartige Trockenpulver
sind wieder Zeolith-NaA-Pulver, aber auch gefällte oder pyrogene Kieselsäure, wie
sie beispielsweise als Aerosil
® oder Sipernat
® (Produkte der Firma Degussa) im Handel erhältlich sind, und Mischungen mit Zeolith.
Bevorzugt sind hierbei auch hochkonzentrierte, mindestens 90 gew.-%ige Fettalkoholsulfat-Pulver,
die im wesentlichen, das heißt zu mindestes 90 Gew.-% aus Teilchen mit einer Teilchengröße
kleiner als 100 µm bestehen.
[0018] Tabletten können beispielsweise derart hergestellt werden, daß man die Buildersubstanzen,
bevorzugt amorphe, teilkristalline und/oder kristalline schichtförmige Natriumsilikate
und gegebenenfalls alle anderen Bestandteile in einem Mischer miteinander vermischt
und das Gemisch mittels herkömmlicher Tablettenpressen beispielsweise Exzenterpressen,
hydraulischen Pressen oder Rundläuferpressen mit Preßdrucken im Bereich von 1 bis
300 bar, vorteilhafterweise im Bereich von etwa 5 bis 200 bar und insbesondere zwischen
10 und 150 bar verpreßt. Vorzugsweise erfolgt die Verpressung dabei ohne die Zugabe
von Wasser. In einer bevorzugten Ausführungsform können die zur Verpressung vorgesehenen
Vorgemische jedoch durch Vermischen der einzelnen Inhaltsstoffe, die wenigstens anteilsweise
in vorkonfektionierter Form als granulares Compound vorliegen, hergestellt. Hierzu
zählen beispielsweise walzenkompaktierte kristalline schichtförmige oder amorphe Natriumdisilikate,
die gegebenenfalls mit flüssigen bis wachsartigen Komponenten, beispielsweise nichtionischen
Tensiden imprägniert wurden. Insbesondere wird hierdurch eine wasser-freie Vorkonfektionierung
ermöglicht, welche besonders vorteilhaft Ist. Man erhält so problemlos bruchfeste
und dennoch unter Anwendungsbedingungen ausreichend schnell lösliche Tabletten mit
guter Bruchfestigkeit. Die Preßbedingungen sind Im jeweiligen Fall üblicherweise auf
die Einstellung der gewünschten Löslichkeit der Tablette bei gleichzeitig ausreichender
Festigkeit bzw. Härte der Tablette zu optimieren. Dabei gilt in an sich bekannter
Weise, daß höhere Preßdrucke eine Verminderung der Löslichkeit der Tablette bewirken.
Bevorzugte Tabletten weisen eine Bruchfestigkeit von mindestens 55 N und insbesondere
von mindestens 60 N auf. Es sind auch Tabletten mit Bruchfestigkeiten über 150 N möglich.
[0019] Als Raumform kommen praktisch alle sinnvollen handhabbaren Ausgestaltungsformen in
Betracht, solange sie den Anforderung entsprechen, daß der Kontakt zur Tablettierapparatur
während des Herstellungsprozesses relativ gering ist. Bevorzugt sind hierbei zylinderförmige
Ausgestaltungen mit ovalem oder kreisförmigem Querschnitt der unten angegebenen Art.
Vorzugsweise weist eine derart hergestellte Tablette ein Gewicht von 10 bis 120 g,
insbesondere von 20 bis 100 g auf, wobei der Durchmesser der Tabletten üblicherweise
kleiner als 100 mm ist. Bevorzugte Waschmitteltabletten weisen einen Durchmesser von
maximal 80 mm und insbesondere von 30 bis 80 mm auf. Es ist jedoch auch möglich und
insbesondere auch im Hinblick auf verbesserte Löslichkeiten bevorzugt, mehrere, also
mindestens 2 Tabletten mit gleicher oder unterschiedlicher Zusammensetzung einzusetzen.
Diese Tabletten besitzen vorzugsweise ein Gewicht von 10 bis 40 g, wobei Durchmesser
von 20 bis 50 mm bevorzugt sind. Das Durchmesser/Höhe-Verhältnis der Tabletten soll
dahingehend optimiert sein, daß eine möglichst geringe Abrasion an den vertikalen
Wänden der Tablettierapparatur (hoher Durchmesser/geringe Höhe) mit einer ausreichenden
Stabilität und einer nicht zu großen Oberfläche (kleiner Durchmesser/große Höhe) gewährleistet
ist. Bevorzugte Durchmesser/Höhe-Verhältnisse der zylindrischen Preßlinge liegen bei
etwa 0,5:1 bis 10:1, insbesondere bei 1:1 bis 8:1.
[0020] Die in den erfindungsgemäßen verpreßten festen Waschmitteln eingesetzten Fettsäurealkylesteralkoxylate
der Formeln (I) und (II) können durch konventionelle Methoden hergestellt werden,
wie z.B. durch Veresterung von Fettsäuren mit alkoxylierten niederen Alkylalkoholen
oder niederen Hydroxyalkylalkoholen. Die Fettsäurealkylesteralkoxylate der Formeln
(I) und (II) können auch durch eine heterogen katalysierte Direktalkoxylierung von
Fettsäurealkylester mit Alkylenoxid, insbesondere Ethylenoxid, hergestellt werden.
Dieses Syntheseverfahren ist in WO-A-90/13533 und WO-A-91/15441 ausführlich beschrieben
Die dabei entstehenden Produkte zeichnen sich durch eine niednge OH-Zahl aus, die
Reaktion wird einstufig durchgeführt und man erhält hellfarbige Produkte. Vorzugsweise
werden solche Fettsäurealkylesteralkoxylate der Formel (1) eingesetzt, die durch Ethoxylierung
von Fettsäurealkylester entstehen, d.h. In denen AO in der Formel (I) für eine Ethylenoxideinheit
und R
3 für eine kurzkettige Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, insbesondere für
eine Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylgruppe oder deren Isomeren steht. Die als
Ausgangsstoffe dienenden Fettsäurealkylester können sowohl aus natürlichen Ölen und
Fetten gewonnen als auch auf synthetischem Wege hergestellt werden.
[0021] Die Partialglyceridalkoxylate gemäß Formel (III) können beispielsweise durch Alkoxylierung
von Triglyceriden in Gegenwart von Polyolen, hier inbesondere in Gegenwart von Glycerin,
erhalten werden.
[0022] Vorzugsweise werden mehr als 50 Gew.-% der eingesetzten Niotenside in Form der ethoxylierten
Fettsäurealkylester gemäß Formel (I) eingesetzt, wobei C
12-C
18-Fettsäuremethylester mit 1 bis 30 EO und insbesondere mit 3 bis 12 besonders bevorzugt
sind. Dabei können ethoxylierte Fettsäurealkylester in flüssiger, pastöser oder fester,
compoundierter Form in das Verfahren eingebracht werden. So ist es bevorzugt, ein
festes Compound, enthaltend Aniontenside und ethoxylierte Fettsäurealkylester, und/oder
ein builderhaltiges festes Compound, insbesondere silikathaltiges Compound, welches
mit ethoxylierten Fettsäurealkylestem imprägniert ist, einzusetzen.
[0023] Sollen die erfindungsgemäß hergestellten festen Waschmittel zur Entfernung lipophiler
Anschmutzungen verwendet werden, wählt man bevorzugt Fettsäurealkylesteralkoxylate
mit im erfindungsgemäßen Bereich liegendem niedrigen Ethoxylierungsgrad; sollen hydrophile
Anschmutzungen entfemt werden, ist der Einsatz von Fettsäurealkyesterethoxylaten mit
im erfindungsgemäßen Bereich liegenden höheren Ethoxylierungsgrad zweckmäßig.
[0024] Die Verbindungen mit den Formeln I, II oder III können allein oder in Kombination
mit anderen nichtionischen Tensiden eingesetzt werden.
[0025] Als weitere nichtionische Tenside können auch Alkylglykoside der allgemeinen Formel
RO(G)
X eingesetzt werden, in der R einen pnmären geradkettigen oder methylverzweigten, insbesondere
in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise 12 bis
18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit 5 oder
6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der die
Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4. Die Alkylglykoside zeichnen
sich dadurch aus, daß sie leicht abbaubar und somit ökologisch unbedenklich sind.
[0026] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel IV,

in der R
7CO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
8 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht.
[0027] Als weitere nichtionische Tenside können auch alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
Alkohole eingesetzt werden. Die ethoxylierten Alkohole leiten sich von primären Alkoholen
mit vorzugsweise 9 bis 18 Kohlenstoffatomen ab und weisen durchschnittlich 1 bis 12
Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol auf. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen
statistische Mittelwerte dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine
gebrochene Zahl sein können. Der Alkoholrest kann linear oder in 2-Stellung methylverzweigt
sein, bzw. lineare und methylverzweigte Reste im Gemisch enthalten, so wie sie üblicherweise
in Oxoalkoholresten vorliegen. Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen
Resten aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, z. B. aus
Kokos-, Talgfett- oder Oleylalkohol, und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol
bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C
12-C
14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-C
11-Alkohol mit 7 EO, C
13-C
15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-C
18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-C
14-Alkohol mit 3 EO und C
12-C
18-Alkohol mit 5 EO. Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung
auf (narrow range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu den voranstehend genannten ethoxylierten
Fettalkoholen können auch solche mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür
sind Talgfettalkohol mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO. In einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird auf den Einsatz von ethoxylierten Alkoholen verzichtet.
[0028] Im fertigen Mittel können die nichtionischen Tenside in einer Menge von 1 bis 25
Gew.-%, bevorzugt 2 bis 20 Gew.-% enthalten sein. In einer bevorzugten Ausführungsform
enthält das fertige Mittel Verbindungen mit der Formeln I, II oder III in einer Menge
von 2 bis 20 Gew.-%. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden nichtionische
Tenside eingesetzt, von denen mindestens 50 % Gew.-% Fettsäurealkylesteralkoxylate
mit der Formel I und als Rest alkoxylierte Alkohole und/oder Alkylpolyglykoside und/oder
Polyhydroxyfettsäureamide der allgemeinen Formel IV sind, wobei das Gewichtsverhältnis
der Fettsäurealkylesteralkoxylate zu den alkoxylierten Alkoholen und/oder Alkylpolyglykosiden
und/oder Polyhydroxyfettsäureamiden 1 : 1 bis 9 : 1, bevorzugt 1 : 1 bis 3 : 1 betragen
kann.
[0029] Als weitere Komponenten können Strukturbrecher eingesetzt werden, sie sind aber in
den erfindungsgemäßen Extrudaten nicht erforderlich um die Verarbeitbarkeit von Extrudaten
zu verbessem. Als Strukturbrecher eignen sich besonders ethoxylierte C
8-C
18-Fettalkohole mit 20 bis 45 EO, vorzugsweise Talgfettalkohole mit 30 und 40 EO, Polyethylenglykol
oder Polypropylenglykol, Sulfate und/oder Disulfate von Polyethylenglykol oder Polypropylenglykol,
Sulfosuccinate und/oder Disulfosuccinate von Polyethylenglykol oder Polypropylenglykol
oder Mischungen aus diesen. Die nichtionischen Tenside und die Strukturbrecher können
in einem Verhältnis von nichtionischem Tensid zu Strukturbrecher von 1:1 bis 15:1
eingesetzt werden.
[0030] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Wasch- oder Reinigungsmittel
zeigen eine verbesserte Lösegeschwindigkeit und ein verbessertes Einspülverhalten
bei Temperaturen zwischen 15 und 60 °C und insbesondere zwischen 20 und 45 °C. Insbesondere
werden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Waschmittel bevorzugt, die
15 bis 55 Gew.-%, insbesondere 20 bis 55 Gew.-%, Tenside enthalten.
[0031] Neben den voranstehend beschriebenen Tensiden können auch anionische Tenside enthalten
sein. Die anionischen Tenside können ausgewählt sein aus der Gruppe der C
6-C
18-Alkylsulfate, C
9-C
13-Alkylbenzolsulfonate, C
6-C
18-Alkansulfonate, C
6-C
18-Alkylpolyglykolethersulfate, α-Olefinsulfonate, C
6-C
18-Alkylpolyglykolethersulfonate, Glycerinethersulfonate, Glycerinethersulfate, Hydroxymischethersulfate,
Monoglyceridsulfate, Sulfosuccinate, Sulfotriglyceride, C
6-C
18-Fettsäureamidethersulfate, C
6-
18-Alkylcarboxylate, Fettsäureisethionate, N-C
6-C
18-Acyl-Sarconisate, N-C
6-C
18-Acyl-Tauride und -Methyltauride, C
6-C
18-Alkyloligoglucosidsulfate, C
6-C
18-Alkylphosphate, Fettsäureseifen sowie deren Mischungen.
[0032] Weitere mögliche anionische Bestandteile sind die sogenannten Disalze, welche durch
Umsetzung von gesättigten oder ungesättigten, überwiegend auf natürlichen Rohstoffen
basierenden Fettsäuren durch Umsetzung mit Schwefeltrioxid und anschließende Überführung
in die Alkalimetallsalze erhalten werden, wobei die Umsetzung gesättigter Fettsäuren
zu Disalzen führt, die in α-Stellung sulfoniert sind, während die Umsetzung ungesättigter
Fettsäuren Disalze ergibt, die überwiegend innenständig an den ehemals doppeltgebundenen
C-Atomen sulfoniert sind. Diese Verbindungen lassen sich gut in pulverförmige Waschmittel
einarbeiten. Bevorzugte Disalze leiten sich von Fettsäuren bzw. Fettsäuregemischen
insbesondere natürlichen Ursprungs ab, die eine C-Kettenlänge zwischen 8 und 18 und
vorzugsweise zwischen 12 und 18 aufweisen.
[0033] Die anionischen Tenside können in Form ihrer Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze
sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanolamin vorliegen.
[0034] Der Gehalt der erfindungsgemäß hergestellten Waschmittel an anionischen Tensiden
beziehungsweise an anionischen Tensidgemischen beträgt vorzugsweise 5 bis 35, insbesondere
8 bis 30 Gew.-%. Die Aniontenside können dabei in fester, beispielsweise in sprühgetrockneter
oder granulierter Form, oder in flüssiger bis pastöser Form eingesetzt werden. So
ist es bevorzugt, zumindest einen Teil der eingesetzten Aniontenside als Plastifizier-
und/oder Gleitmittel eingesetzten Aniontenside in Form einer wäßrigen Tensidpaste
in das Verfahren einzubringen.
[0035] Die nichtionischen und anionischen Tenside können in beliebigen Mischungen eingesetzt
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform wird eine Kombination aus den Verbindungen
der Formeln I und II und gegebenenfalls weiteren nichtionischen Tensiden und C
6-C
18-Alkylsulfaten und/oder C
9-C
13-Alkylbenzolsulfonaten und/oder Monoglyceridsulfaten eingesetzt.
[0036] Das erfindungsgemäß hergestellte feste Waschmittel kann übliche Builder enthalten.
Die Builder können im erfindungsgemäßen Mittel in einer Menge von 10 bis 60 Gew.-%,
vorzugsweise in einer Menge von 15 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Mittel, enthalten
sein.
[0037] Als Builder können beispielsweise feinkristalliner, synthetischer und gebundenes
Wasser enthaltender Zeolith sowie Alkalisilikate eingesetzt werden. Als Zeolith ist
Zeolith vom A-Typ oder vom P-Typ bevorzugt. Geeignet sind auch Gemische aus Zeolith
A oder P und X, wobei der Anteil des Zeoliths NaX in derartigen Gemischen zweckmäßigerweise
unter 30 % liegt. Geeignete Zeolithe weisen praktisch keine Teilchen größer als 30
µm auf und bestehen vorzugsweise zu wenigstens 80 % aus Teilchen einer Größe kleiner
als 10 µm. Geeignete Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 10
µm (Meßmethode: Frauenhofer-Beugung; Mittelwert der Volumenverteilung), bevorzugt
zwischen 1,5 und 4,5 µm, insbesondere zwischen 2,0 und 4,0 µm auf. Ihr Calciumbindevermögen,
das nach den Angaben der deutschen Patentanmeldung 24 12 837 bestimmt wird, liegt
im Bereich von 100 bis 200 mg CaO/g. Der Gehalt der Mittel an feinteiligem, insbesondere
kristallinem, hydratisiertem Zeolith beträgt vorzugsweise 30 bis 65 Gew.-% und insbesondere
32 bis 45 Gew.-%, bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz. Der Zeolith weist im allgemeinen
einen Wassergehalt von 17 bis 25 Gew.-% auf, vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-%, insbesondere
20 bis 22 Gew.-%.
[0038] Werden Alkalisilikate als Builder verwendet, so werden diese in der Regel als Feststoff
und nicht in Form einer Lösung zugegeben. Sie können amorph oder kristallin vorliegen.
Bevorzugte Alkalisilikate sind die Natriumsilikate, insbesondere die amorphen Natriumsilikate,
mit einem molaren Verhältnis Na2O:SiO2 von 1:2 bis 1:3,3. Derartige amorphe Alkalisilikate
sind beispielsweise unter dem Namen Portil
® (Henkel) im Handel erhältlich. Weitere bevorzugte amorphe Silikate sind solche, die
beispielsweise gemäß den deutschen Patentanmeldungen 44 00 024, 44 15 362, 44 06 591,
44 06 592 und 44 08 359 hergestellt werden können. Auch im Handel erhältliche Carbonat-Silikat-Compunds
können eingesetzt werden. Als kristalline Silikate, die allein oder im Gemisch mit
amorphen Silikaten vorliegen können, werden vorzugsweise kristalline Schichtsilikate
der Formel NaMSi
xO
2x+1y·H
2O eingesetzt, in denen M für Natrium steht, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine Zahl
von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Derartige kristalline
Schichtsilikate werden beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung 164 514
beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate der angegebenen Formel sind solche,
in denen M für Natrium steht und x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl
β- als auch δ-Natriumdisilikate Na
2Si
2O
5·yH
2O bevorzugt, wobei β-Natriumdisilikat beispielsweise nach dem Verfahren erhalten werden
kann, das in der intemationalen Patentanmeldung WO91/08171 beschrieben ist. Der Gehalt
der Mittel an Alkalisilikaten beträgt vorzugsweise 1 bis 15 Gew.-% und insbesondere
2 bis 8 Gew.-%, bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz. Das Gewichtsverhältnis Zeolith
: amorphes Silikat, jeweils bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz, beträgt vorzugsweise
4:1 bis 10:1. Die kristallinen Schichtsilikate werden vorzugsweise in Mengen von 1
bis 15 Gew.-% und insbesondere 2 bis 7 Gew.-% eingesetzt, wobei das Gewichtsverhältnis
Zeolith zu kristallinem Schichtsilikat, jeweils bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz,
mindestens 5:1 beträgt. In Mitteln, die sowohl amorphe als auch kristalline Alkalisilikate
enthalten, beträgt das Gewichtsverhältnis amorphes Alkalisilikat : kristallines Alkalisilikat
vorzugsweise 1:2 bis 2:1 und insbesondere 1:1 bis 2:1. Derartige Silikate können auch
als Träger für nichtionische Tenside dienen.
[0039] Als weitere Gerüststoffe können auch polymere Carboxylate bzw. polymere Carbonsäuren
enthalten sein. Diese polymeren Carboxylate bzw. Carbonsäuren können im erfindungsgemäßen
Waschmittel in einer Menge von 2 bis 15 Gew.-% vorliegen. Es kommen polymere Carboxylate
bzw. polymere Carbonsäuren mit einer relativen Molekülmasse von mindestens 350 in
Form ihrer wasserlöslichen Salze, insbesondere in Form der Natrium- und/oder Kaliumsalze,
in Betracht, wie Polyacrylate, Polyhydroxyacrylate, Polymethacrylate, Polymaleate
und insbesondere Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure bzw. Maleinsäureanhydrid,
vorzugsweise solche aus 50 bis 70 % Acrylsäure und 50 bis 10 % Maleinsäure. Die relative
Molekülmasse der Homopolymeren liegt im allgemeinen zwischen 1000 und 100000, die
der Copolymeren zwischen 2000 und 200000, vorzugsweise 50000 bis 120000, bezogen auf
freie Säure. Ein besonders bevorzugtes Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer weist eine
relative Molekülmasse von 50000 bis 100000 auf. Geeignete, wenn auch weniger bevorzugte
Verbindungen dieser Klasse sind Copolymere der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit
Vinylethem, wie Vinylmethylethem, Vinylester, Ethylen, Propylen und Styrol, in denen
der Anteil der Säure mindestens 50 Gew.-% beträgt. Anstelle der genannten Copolymere
können auch Terpolymere oder Gemische aus Copolymeren und Terpolymeren eingesetzt
werden. Diese organischen Builder können in einer Menge von 2 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise
5 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Mittel, enthalten sein. Auch Polymere mit mehr als
2 verschiedenen Monomereinheiten, insbesondere solche, die biologisch abbaubar sind,
werden bevorzugt eingesetzt. Derartige Polymere können beispielsweise bei der Firma
Stockhausen (Bundesrepublik Deutschland) erworben werden. Auch Polymere gemäß den
Patentanmeldungen DE-A-43 03 320 und P 44 17 734.6, welche als Monomere vorzugsweise
Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze bzw. Acrolein und Vinylacetat enthalten, werden
bevorzugt eingesetzt.
[0040] Weitere brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die bevorzugt
in Form ihrer Natriumsalze eingesetzten Polycarbonsäuen, wie Citronensäure, Adipinsäure,
Bemsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäure, Aminocarbonsäure, Nitrilotriessigsäure
(NTA), sofem ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden
ist, sowie Mischungen aus diesen. Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren
wie Citronensäure, Adipinsäure, Bemsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren
und Mischungen aus diesen.
[0041] Die erfindungsgemäß hergestellten Waschmittel enthalten vorzugsweise Peroxybleichmittel
und insbesondere Peroxybleichmittel in Kombination mit Bleichaktivatoren. Unter den
als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefemden Verbindungen haben das Natriumperborattetrahydrat und das Natriumperboratmonohydrat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumpercarbonat,
Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefemde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperoxyazelainsäure
oder Diperoxydodecandisäure. Die Waschmittel enthalten vorzugsweise 5 bis 25 Gew.-%
und insbesondere 10 bis 20 Gew.-% Bleichmittel, wobei bevorzugt Natriumperboratmonohydrat
oder -tetrahydrat eingesetzt wird.
[0042] Um beim Waschen bei Temperaturen von 60°C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung
zu erreichen, können Bleichaktivatoren in die Präparate eingearbeitet werden, die
mit H
2O
2 organische Persäuren bilden. Beispiele hierfür sind N- oder O-Acyl-Verbindungen,
beispielsweise mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere Tetraacetylethylendiamin,
acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril, N-acylierte Hydantoine,
Hydrazide, Triazole, Triazine, Urazole, Diketopiperazine, Sulfurylamide und Cyanurate,
außerdem Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, Carbonsäureester,
insbesondere Natriumisononanoyloxybenzolsulfonat, und acylierte Zuckerderivate, insbesondere
Pentaacetylglucose. Der Bleichaktivator kann in bekannter Weise mit Hüllsubstanzen
überzogen oder, gegebenenfalls unter Einsatz von Hilfsmitteln, granuliert oder extrudiert/pelletiert
worden sein und gewünschtenfalls weitere Zusatzstoffe, beispielsweise Farbstoff, enthalten.
Vorzugsweise enthält ein derartiges Granulat über 70 Gew.-%, insbesondere von 90 Gew.-%
bis 99 Gew.-%, Bleichaktivator. Vorzugsweise wird ein Bleichaktivator eingesetzt,
der unter den Waschbedingungen Peressigsäure bildet. Unter diesen ist mit Hilfe von
Carboxymethylcellulose granuliertes Tetraacetylethylendiamin (TAED) mit mittleren
Komgrößen von 0,01 bis 0,8 mm, wie es nach dem in der europäischen Patentschrift EP
037 026 beschriebenen Verfahren hergestellt werden kann, und/oder granuliertes 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin
(DADHT), wie es nach dem in der deutschen Patentschrift DD 255 884 beschriebenen Verfahren
hergestellt werden kann, besonders bevorzugt. Es kann auch extrudiertes TAED eingesetzt
werden, welches ≥ 70 Gew.-% TAED, 15 bis 25 Gew.-% C
12-18-Fettalkoholsulfat und 2 bis 6 Gew.-% Soda enthält. Der Gehalt an Bleichaktivatoren
in den bleichmittelhaltigen Waschmitteln liegt in dem üblichen Bereich, vorzugsweise
zwischen 1 und 10 Gew.-% und insbesondere zwischen 3 und 8 Gew.-%.
[0043] Weitere geeignete Inhaltsstoffe der erfindungsgemäßen Mittel sind wasserlösliche
anorganische Salze wie Bicarbonate, Carbonate, amorphe Silikate oder Mischungen aus
diesen; insbesondere Alkalicarbonat und Alkalisilikat, vor allem Natriumsilikat mit
einem molaren Verhältnis Na
2O : SiO
2 von 1:1 bis 1:4,5, vorzugsweise von 1:2 bis 1:3,5, eingesetzt. Der Gehalt der Mittel
an Natriumcarbonat beträgt dabei vorzugsweise bis zu 20 Gew.-%, vorteilhafterweise
5 und 15 Gew.-%. Der Gehalt der Mittel an Natriumsilikat beträgt im allgemeinen bis
zu 10 Gew.-% und vorzugsweise zwischen 2 und 8 Gew.-%.
[0044] Zu den sonstigen Waschmittelbestandteilen, deren Anteil je nach Zusammensetzung der
Waschmittel 0,1 bis 5 Gew.-% beträgt, zählen Schauminhibitoren, optische Aufheller,
Enzyme, textilweichmachende Stoffe, Farb- und Duftstoffe. Es können auch Neutralsalze
in einer Menge bis zu 20 Gew.-% enthalten sein, ihr Anteil ist bevorzugt ≤ 10 Gew.-%.
[0045] Femer kann das Mittel zusätzliche Vergrauungsinhibitoren in einer Menge von 0,1 bis
5 Gew.-%, bezogen auf die Mittel, enthalten. Als zusätzliche Vergrauungsinhibitoren
sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise lösliche
Stärkepräparate und z. B. abgebaute Stärke, Aldehydstärken usw. Carboxymethylcellulose
(Na-Salz), Methylcellulose, Methylhydroxyethylcellulose und deren Gemische sowie Polyvinylpyrrolidon
werden bevorzugt eingesetzt.
[0046] Als Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen
bzw. deren Gemische in Frage. Besonders gut geeignet sind aus Bakterienstämmen oder
Pilzen, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis und Streptomyces griseus und
Humicola insolens gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Vorzugsweise werden Proteasen
vom Subtilisin-Typ und insbesondere Proteasen, die aus Bacillus lentus gewonnen werden,
eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen, beispielsweise aus Protease und Amylase oder
Protease und Lipase oder Protease und Cellulase oder aus Cellulase und Lipase oder
aus Protease, Amylase und Lipase oder Protease, Lipase und Cellulase, insbesondere
jedoch Cellulase-haltige Mischungen von besonderem Interesse. Auch Peroxidasen oder
Oxidasen haben sich in einigen fällen als geeignet erwiesen. Die Enzyme können an
Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein, um sie gegen
vorzeitige Zersetzung zu schützen. Der Anteil der Enzyme, Enzymmischungen oder Enzymgranulate
kann beispielsweise etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis etwa 2 Gew.-%, betragen.
[0047] Geeignete Schauminhibitoren sind beispielsweise Organopolysiloxane und deren Gemische
mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse
und deren Gemische mit silanierter Kieselsäure. Mit Vorteil können auch Gemische verschiedener
Schauminhibitoren verwendet werden, z.B. solche aus Silikonöl, Paraffinöl oder Wachsen.
Vorzugsweise sind die Schauminhibitoren an eine granulare, in Wasser lösliche bzw.
dispergierbare Trägersubstanz gebunden.
[0048] Die erfindungsgemäß hergestellten festen Waschmittel können als optische Aufheller
beispielsweise Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure bzw. deren Alkalimetallsalze
enthalten, die sich gut in die Dispersion einarbeiten lassen. Der maximale Gehalt
an Aufhellem in den erfindungsgemäßen Mitteln beträgt 0,5 Gew.-%, vorzugsweise werden
Mengen von 0,02 bis 0,25 Gew.-% eingesetzt.
[0049] Als Stabilisatoren insbesondere für Perverbindungen und Enzyme kommen die Salze von
Polyphosphonsäuren, insbesondere 1-Hydroyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) in Betracht.
[0050] Die Wasch- oder Reinigungsmittel können einheitlich aus Extrudaten hergestellt werden,
welche die obengenannten Inhaltsstoffe aufweisen. Die Mittel können jedoch auch aus
einem Gemisch mehrerer verschiedener Granulate erhalten werden, von denen die erfindungsgemäßen
Extrudate den Hauptbestandteil bilden. So können beispielsweise der Bleichaktivator,
die Enzyme sowie Farb- und Duftstoffe nachträglich zu den Extrudaten zugemischt werden.
Dabei ist es bevorzugt, den Bleichaktivator und die Enzyme jeweils in kompaktierter
granularer Form, beispielsweise als jeweils separat hergestellte Extrudate, die mittels
eine Kneters der oben beschriebenen Ausgestaltung oder über eine Pelletpresse erhalten
werden, einzusetzen.
[0051] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden dabei schwach schäumende
Wasch- oder Geschirrspülmittel, insbesondere für den maschinellen Gebrauch, hergestellt.
[0052] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden schäumende Wasch-
oder Reinigungsmittel, insbesondere für den manuellen Gebrauch, hergestellt.
Beispiele
Herstellung
[0053] Es wurden Mittel mit unterschiedlichen Fettsäurealkylesteralkoxylaten und Aniontensiden
hergestellt. Die Vergleichsrezepturen enthalten Fettalkoholderivate. Die Grundrezeptur
ist in Tabelle 1 wiedergegeben, Tabelle 2 enthält die verschiedenen Fettsäurealkylesteralkoxylate
und Aniontenside sowie die in den Vergleichsrezepturen eingesetzten Fettalkoholderivate.
[0054] Die Mittel mit der in Tabelle 1 angegebenen Zusammensetzungen wurden gemäß der Lehre
der intemationalen Patentanmeldung WO91/02047 extrudiert. Dabei wurden das Enzym und
der Bleichaktivator in granularer Form nachträglich zum Extrudat hinzugefügt.
Tabelle 1
| Komponente |
Menge (Gew.-%) |
| Aniontensid |
12,0 |
| Fettsäurealkylesteralkyloxylat bzw. Fettalkoholderivat |
13,0 |
| Na-Seife |
0,8 |
| Polyethylenglykol (relative Molekülmasse 400) |
2,0 |
| Zeolith A (wasserfreie Aktivsubstanz) |
28,0 |
| Citrat |
3,0 |
| amorphes Natriumdisilikat |
2,0 |
| Natriumperboratmonohydrat |
20,0 |
| Bleichaktivator (TAED) |
6,0 |
| Protease |
1,24 |
| Lipase |
1,00 |
| Parfüm |
0,45 |
| Silikonentschäumer |
0,6 |
| Wasser und Salze aus Rohstoffen |
ad 100 |
Tabelle 2
| Rezeptur- Nr. |
Nichtionisches Tensid |
Anionisches Tensid |
| |
Fettalkoholderivat |
Fettsäurealkylesteralkoxylat |
|
| 1 |
|
C12/18-Fettsäuremethylester x 5 EO |
C12/18-Fettalkoholsuffat |
| 2 |
|
C12/18-Fettsäuremethylester x 4,5 EO |
" |
| 3 |
|
C12/18-Fettsäuremethylester x 6 EO |
" |
| 4 |
|
C12/18-Fettsäuremethylester x 12 EO |
" |
| 5 |
|
C12/18-Fettsäure-n-butylester x 12 EO |
" |
| 6 |
|
C16/18-Fettsäuremethylester x 5 EO |
" |
| 7 |
|
C12/18-Fettsäuremonoglyceridr x 9 EO |
" |
| 8 |
|
Sojafettsäuretriglycerid x 25 EO (Doppelbidnungen in der Sojafettsäure sind epoxydiert) |
" |
| V1 (Vergl.) |
Na-C12/18-Fettalkohol X 5 EO |
- |
" |
| 9 |
- |
C12/18-Fettsäureethylester x 12 EO |
C11/13-Alkylbenzolsulfonat |
| 10 |
- |
C12/18-Fettsäure-n-butylester x 12 EO |
" |
| V2 (Vergl.) |
Na-C12/18-Fettalkohol X 5 EO |
- |
" |
[0055] Das Gelverhalten, die Löslichkeit und das Einspülverhalten der in den Tabelle 1 und
2 genannten Rezepturen wurde bestimmt.
Gelverhalten
[0056] Zur Bestimmung des Gelverhaltens wurden 25 g des Mittels in ein 400 ml-Becherglas
mit 200 ml Wasser ohne Rühren zügig gegeben. Die Gelbildung wurde beobachtet. Die
Menge des gebildeten Geles wurde mit Noten von 0 bis 6 bewertet, wobei die Noten wie
folgt vergeben wurden:
1 keine Gelbildung
2 Viskositätserhöhung ohne Gelbildung, die sich von selbst zurückbildet
3 Gelbildung, die sich nach kurzem Umrühren mit dem Glasstab auflöst
4 leichte Gelbildung, das Gel setzt sich am Glasrand ab und verflüssigt sich unter
Fingerdruck
5 leichte Gelbildung, das Gel setzt sich am Glasrand ab und läßt sich unter Fingerdruck
nicht verflüssigen
6 starke Gelbildung, Gel läßt sich am Glasstab aus dem Wasser ziehen
Bestimmung des Löseverhaltens
[0057] In einer Schüssel wurden 32 g des Mittels in 4 1 Wasser (16 °d) bei einer Temperatur
von 30°C 15 Sekunden mit der Hand vorgelöst. Dann wurde ein Nicki-Pullover dreimal
untergetaucht, gedrückt und um 90° gedreht. Nach einer Minute wurde der Pullover aus
der Waschlauge genommen und ausgewrungen. Die Waschlauge wurde abdekaniert, die Rückstände
auf ein Sieb überführt und bei 40°C getrocknet. Die Rückstände werden in Gew.-% angegeben.
[0058] Die Löslichkeit wurde bei unterschiedlichen Komgrößen K bestimmt:
A: 1,6 > K > 1,25 mm
B: 1,25 > K > 1,0 mm
C: 1,0 > K > 0,8 mm
[0059] Die Versuchsergebnisse des Gelverhaltens und der Löslichkeit sind in Tabelle 3 wiedergeben.
Es zeigte sich, daß die Löslichkeit einerseits von der Komgröße, aber insbesondere
vom Gelverhalten der Mittel abhängt.
Schaumverhalten
[0060] Die Schaumprüfung wurde bei einer Temperatur von 60°C und einer Wasserhärte von 16
± 2°d durchgeführt. Das Mittel wurde in einer Konzentration von 45,9 g/l Wasser dosiert.
Die Menge des gebildeten Schaumes wurde mit Noten von 0 bis 6 bewertet, wobei die
Noten wie folgt vergeben wurden:
0 kein Schaum
1 Schaum im Bullauge der Waschmaschine gerade sichtbar
3 Bullauge der Waschmaschine bis zur Hälfte mit Schaum bedeckt
5 Bullauge der Waschmaschine nahezu vollständig mit Schaum bedeckt
6 Überschäumen, d.h. Austreten des Schaums aus der Waschmaschine
Tabelle 3
| Rezeptur- Nr. |
Gelverhalten |
Löslichkeit |
| |
|
A |
B |
C |
| 1 |
1,5 |
15 |
10 |
6 |
| 2 |
1,5 |
11 |
5 |
5 |
| 3 |
1,5 |
10 |
6 |
4 |
| 4 |
2 |
9 |
3 |
4 |
| 5 |
1 |
6 |
2 |
2 |
| 6 |
2,5 |
7 |
3 |
2 |
| 7 |
2,5 |
20 |
12 |
7 |
| 8 |
1 |
11 |
5 |
2 |
| V1 |
6 |
32 |
24 |
14 |
| 9 |
2 |
10 |
5 |
5 |
| 10 |
1 |
7 |
2 |
1 |
| V2 |
6 |
25 |
14 |
7 |
Einspülverhalten
[0061] Zur Bestimmung des Einspülverhaltens der Extrudate wurden 80 g der Extrudate in die
Einspülrinnen der handelsüblichen Waschmaschinen Elektrolux Öko 3, Quelle Privileg
1100 und Miele Novotronic W717 gegeben und nach einer Ruhezeit von 1 Minute bei einem
Druck von 0,5 bar 12,7 l, 11,7 l bzw. 13,1 l Wasser eingespeist. Die Menge des danach
verbliebenen Rückstands wurde jeweils ausgewogen. Der in Tabelle 4 angegebene Wert
ist der Durchschnittswert aus diesen 3 Messungen.
Einspülbarkeit in die Einspülkammer:
[0062]
A: Anfangswert
B: Nach 4 Wochen Lagerung bei Raumtemperatur
C: Nach 4 Wochen Lagerung in der Klimazelle bei 80 % rel. Luftfeuchtigkeit und 30°C
[0063] Die erfindungsgemäßen Mittel wiesen alle eine hervorragende Einspülbarkeit auf.
[0064] Durch den Einsatz der Fettsäurealkylesteralkoxylate wurde somit sowohl die Löslichkeit
als auch die Einspülbarkeit verpreßter Granulate (Extrudate) entscheidend verbessert.
Analoge Ergebnisse wurden auch für Tabletten erhalten.
Tabelle 4
| Rezeptur- Nr |
Einspülbarkeit |
| . |
A |
B |
C |
| 1 |
3 |
0,5 |
1 |
| 2 |
4 |
2 |
2 |
| 3 |
5 |
3 |
2 |
| 4 |
7 |
7 |
5 |
| 5 |
3 |
2 |
1 |
| 6 |
4 |
3 |
1 |
| 7 |
3 |
0,5 |
0,5 |
| 8 |
5 |
4 |
2 |
| V1 |
23 |
23 |
24 |
| 9 |
5 |
3 |
2 |
| 10 |
4 |
3 |
2 |
| V2 |
19 |
15 |
16 |
Waschkraft
[0065] Die Prüfung der Waschleistung erfolgte unter praxisnahen Bedingungen in Haushaltswaschmaschinen.
Hierzu wurden die Maschinen mit 3,0 kg normal verschmutzter Haushaltswäsche (Bettwäsche,
Tischwäsche, Leibwäsche) und 0,5 kg Testgewebe beschickt. Als Testgewebe wurden Streifen
aus standardisiertem Baumwollgewebe (Wäscheforschungsanstalt Krefeld), Nessel, Wirkware
(Baumwolltricot) und Frotteegewebe verwendet.
Waschbedingungen: Leitungswasser von 23°d (Äquivalent 230 mg CaO/l), Hauptwaschgang 8,0 g/l bei 30°C
(Aufheizzeit 60 Minuten, 15 Minuten bei 90°C), Flottenverhältnis (kg Wäsche: Liter
Waschlauge im Hauptwaschgang) 1:4, fünfmaliges Nachspülen mit Leitungswasser, Abschleudem
und Trocknen.
[0066] Die Testgewebe waren mit Fett-/Pigment-Anschmutzungen versehen. Die Waschwirkung
wird durch Messung der Remission bestimmt. (Messung des Weißgrades: Zeiss-Reflektometer,
465 nm, Ausblendung des Aufheller-Effektes). Die Versuche wurden jeweils sechsmal
wiederholt. Die angegebenen Remissionswerte sind die Durchschnittswerte über alle
Messungen. Das gewaschene Testgewebe wurde auf den Resffettgehalt untersucht. Die
ermittelten Werte sind in der folgenden Tabelle wiedergegeben. Aus dieser Tabelle
geht hervor, daß mit dem erfindungsgemäßen Waschmittel die größte Menge an Fett auf
dem Testgewebe entfernt werden konnte.
[0067] Die Waschkraft und das Schaumverhalten der Beispiele 1 bis 6, 9 und 10 wurde mit
den Vergleichsbeispielen V1 und V2 verglichen. Außerdem wurde für diese Beispiele
das Schaumverhalten getestet. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 dargestellt.
A: Nach Herstellung
B: Nach 16 Wochen Lagerung in der Klimazelle bei 80 % rel. Luftfeuchtigkeit und 30°C
Tabelle 5
| Rezeptur- Nr. |
Waschkraft |
Schaumverhalten |
| |
A |
B |
A |
B |
| 1 |
62 |
63 |
0 |
0 |
| 2 |
60 |
62 |
0 |
0 |
| 3 |
62 |
60 |
0,1 |
0 |
| 4 |
61 |
60 |
0,2 |
0,2 |
| 5 |
62 |
62 |
0,1 |
0,1 |
| 6 |
60 |
61 |
0 |
0 |
| V1 |
61 |
61 |
4,5 |
4,5 |
| 9 |
61 |
60 |
0,2 |
0,2 |
| 10 |
62 |
61 |
0,1 |
0,1 |
| V2 |
61 |
61 |
4,5 |
4,5 |
[0068] Aus den voranstehenden Versuchsergebnissen wird deutlich, daß in den erfindungsgemäßen
Rezepturen die Waschkraft erhalten bleibt.
[0069] Das Schaumverhalten kann bekannterweise beispielsweise durch den Einsatz anderer
Tenside oder der Tenside in anderen Gewichtsverhältnissen gezielt eingestellt werden.
Auf diese Weise konnten stärker schäumende Mittel erhalten werden, die sich insbesondere
für den manuellen Gebrauch eigneten.
1. Verfahren zur Herstellung von verpreßten Wasch- oder Reinigungsmitteln mit hohem Schüttgewicht,
worin ein Vorgemisch aus Waschmittelbestandteilen, enthaltend Aniontenside, Niotenside,
Buildersubstanzen und gegebenenfalls Alkalisierungsmittel, hergestellt und verpreßt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß mehr als 50 Gew.-% der eingesetzten Niotenside Fettsäurealkylesteralkoxylate
mit den Formeln I, II oder III sind,
R
1-CO
2-(AO)
m-R
2 (I),
R
2-CO
2-(AO)
m-R
1 (II),

worin
R1 für eine verzweigte oder geradkettige, gesättigte oder ungesättigte Alkylgruppe
mit 5 bis 21 C-Atomen steht,
R2 für Wasserstoff oder eine geradkettige oder verzweigtkettige, gesättigte oder ungesättigte
Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen steht,
R3, R4 und R5 gleich oder verschieden sein können und für Wasserstoff oder

worin R6 eine verzweigte oder geradkettige, gesättigte oder ungesättigte Alkylgruppe mit 5
bis 21 C-Atomen sein kann, mit der Maßgabe, daß R3, R4 und R5 nicht gleichzeitig Wasserstoff sind, steht,
AO für eine C2-C4-Alkylenoxydeinheit steht,
m, n, o und p gleich oder verschieden sein können und für eine Zahl von 1 bis 60
stehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß m, n, o und p für eine Zahl
zwischen 1 bis 30 und insbesondere zwischen 3 bis 12 stehen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorgemisch unter
Zusatz eines Plastifizier- und/oder Gleitmittels über Lochformen mit Öffnungsweiten
der vorbestimmten Granulatdimension bei hohen Drucken zwischen 25 und 200 bar strangförmig
verpreßt und der Strang direkt nach dem Austritt aus der Lochform mittels einer Schneidevorrichtung
auf die vorbestimmte Granulatdimension zugeschnitten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorgemisch zu Tabletten
verpreßt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß C12-C18-Fettsäuremethylester mit 1 bis 30 EO und insbesondere mit 3 bis 12 EO eingesetzt
werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein festes
Compound, enthaltend Aniontenside und ethoxylierte Fettsäuremethylester und/oder ein
builderhaltiges festes Compound, insbesondere ein silikathaltiges Compound, welches
mit ethoxylierten Fettsäurealkylestern imprägniert ist, eingesetzt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens
50 Gew.-% der eingesetzten nichtionischen Tenside als Fettsäurealkylesteralkoxylate
der Formel (I) und als weitere nichtionische Tenside alkoxylierte Alkohole und/oder
Alkylpolyglykoside und/oder Polyhydroxyfettsäureamide einsetzt, wobei das Gewichtsverhältnis
der Fettsäurealkylesteralkoxylate zu den alkoxylierten Alkoholen und/oder Alkylpolyglykosiden
und/oder Polyhydroxyfettsäureamiden 1 : 1 bis 9 : 1 beträgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man Aniontenside
in fester oder flüssiger bis pastöser Form einsetzt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Schüttgewicht
der Wasch- oder Reinigungsmittel zwischen 600 und 1000 g/l einstellt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein schwachschäumendes
Wasch- oder Geschirrspülmittel, insbesondere für den maschinellen Gebrauch, hergestellt
wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein schäumendes
Wasch- oder Reinigungsmittel, insbesondere für den manuellen Gebrauch, hergestellt
wird.