[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Lokalisierung von Artillerie-
und Heckenschützen-Stellungen
während deren Schußabgabe.
[0002] Artillerie- und Scharfschützenwaffen werden - wie aktuell bekannt ist - in Konflikten
häufig unspezifisch gegen zivile Ziele eingesetzt und stellen daher ein terroristisches,
bei friedenschaffenden Missionen vorrangig "auszutrocknendes" Potential dar. Wie die
nahe Vergangenheit vor Augen führte, sind die Probleme zur Lokalisierung insbesondere
leichter und mittlerer Artilleriewaffen - wie Mörser etc. - noch nicht gelöst.
[0003] Die Bekämpfung von Artilleriestellungen geschieht in der Regel durch Vermessen des
schießenden Geschützes mit akustischen Sensoren etc. und anschließendem Beschuß. Ferner
steht ein modernes Vermessungsinstrument hoher Genauigkeit in Gestalt von einem Artillerie-Beobachtungsradar
zur Verfügung. Der Beschuß erfolgt im allgemeinen mit Artilleriegeschossen, Lenkflugkörper,
Abwurfbomben etc. Diese Bekämpfungsmittel sind ausnahmslos von letaler Wirkung und
gehen im Grunde genommen über den Rahmen der Selbstverteidigung hinaus, insbesondere
für sogenannte "friedenschaffende Einheiten", wie sie beispielsweise die UN-Verbände
darstellen. Deshalb wird solchen Einheiten bei einem Einsatz durchwegs eine sehr hohe
Einsatzschwelle abverlangt. Wegen der vorherrschenden großen Zeitspannen zwischen
terroristischem Artillerieeinsatz etc. und den Anforderungen von Bekämpfungsmaßnahmen
und schließlich deren Einsatz, können diese sich unter Umständen bereits gegen falsche
Ziele richten und tragen dann erheblich zur Eskalation eines weiteren Konflikts bei.
[0004] Die Anmelderin hat in der DE 42 28 539 Al - ein aufwendiges Multisensorsystem zur
Erkennung und Identifizierung von Kampfmitteln und Kampfsituationen vorgeschlagen,
das für anti-terroristischen Einsatz viel zu aufwendig ist.
[0005] Bei Heckschützen liegen die Sachverhalte anders, sie sind nur individuell aus der
Nähe bekämpfbar und haben jederzeit die Möglichkeit, sich dem Zugriff der friedenschaffenden
Einheiten zu entziehen, beispielsweise durch Untertauchen in der Zivilbevölkerung.
[0006] Durch den Stand der Technik sind eine Vielzahl von Einrichtungen zur Lokalisierung
und zum Schutz von Objekten bekannt, so beispielsweise aus der DE 20 00 444 eine Freigeländeüberwachungsanlage
mittels Schallaufnehmer, oder aus der DE 35 04 552 eine installationslos arbeitende
Alarmauslöseeinrichtung. Alle diese Objektschutzeinrichtungen sind jedoch für einen
variierbaren Einsatz zur Bekämpfung terroristischer Maßnahmen wenig oder überhaupt
nicht geeignet.
[0007] Ferner ist aus der DE 35 04 552 A1 eine Vorrichtung bekannt, die gezielt akustische
Signale detektiert und bei einer Übereinstimmung mit vorgegebenen Signalmustern einen
Alarm auslöst. Aus der DE 28 29 239 C1 ist aus dem miltitärischen Bereich eine ebenfalls
akustisch arbeitende Detektionseinrichtung bekannt, deren Signal jedoch zur Ausrichtung
einer Waffe dient. Schließlich zeit die DE 93 20 382 U1 ebenfalls eine u.a. akustisch
arbeitende Alarmeinrichtung zur Installations in einem Gefechtsfeldfahrzeug.
[0008] Zudem offenbart die FR-A-2 174 987 eine Vorrichtung zur Lokalisierung eines Zieles,
die ein Gehäuse, einen Zünder und ein optisch anzeigendes Signalmittel umfaßt. Diese
Vorrichtung dient zur Ausbringung einer Farbmarkierung in Wasser zum Zweck der Auffindbarkeit
einer im Wasser verunglückten Person. Die Vorrichtung wird dabei zunächst manuell
ausgelöst, jedoch erfolgt die Ausbringung der Farbmarkierung ins Wasser erst , wenn
ein bestimmter hydrostatischer Druck im Wasser, d.h. eine bestimmte Tiefe im Wasser,
erreicht ist.
[0009] Schließlich ist aus der DE 37 20 672 A1 ein Wirkkörper bekannt, der als Wurfmine
verbringbar ist und mit einer Aufrichteinrichtung ausgerichtet wird. Dieser Wirkkörper
umfaßt einen Gefechtskopf, der mittels eines Suchzünder-Sensors bei Erfassung eines
zu bekämpfenden Zielobjektes gezündet wird. Es besteht die Möglichkeit, den Wirkkörper
nach Art einer die Umgebung unter vorgegebenen Elevationswinkel abtastenden Suchzünder-Munition
auszulegen und dadurch eine hoch-effektive, sehr variabel einsetzbare Flächenverteidigungswaffe
zu schaffen. Die Verbringung des Wirkkörpers erfolgt mittels Geschoß, Dispenser, Wurfeinrichtung
oder von Hand. Der Suchzünder-Sensor ist hierbei ein Akustiksensor.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Einsatzmittel zu schaffen,
das sowohl zur Unterstützung der Artilleriebekämpfung, als auch zur Bekämpfung von
Heckenschützen verwendbar ist, generell leicht und schnell verfügbar ist und die Lokalisierung
in allen Fällen gewährleistet.
[0011] Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 aufgezeigten Maßnahmen gelöst. In den
Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
angegeben.
[0012] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung erläutert.
[0013] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt einer Ausführungsform des vorgeschlagenen Markierungsgeräts zur
Lokalisierung von Artillerie und Heckenschützen und
- Fig.en 2a bis 2c
- Schaubilder über einen Funktionsablauf des vorgeschlagenen Markierungsgeräts.
[0014] Der allgemeine Erfindungsgedanke sieht vor, ein speziell ausgebildetes Markierungsmittel
entweder prophylaktisch an für Artillerie- oder Heckenschützenstellungen geeigneten
Plätzen auszubringen, oder mit einem Verbringungsmittel an bereits bezogene, aufgeklärte
Stellungen zu bringen. Solche Verbringungsmittel richten sich natürlich nach dem betreffenden
Einsatz. Für Artilleriestellungen können dies beispielsweise fliegende Dispenser,
Lenkflugkörper oder Minenverlegesysteme sein oder für Heckenschützen in bereits bezogenen
Stellungen sogenannte Gewehrgranaten.
[0015] Die Einrichtung zur Lokalisierung von Artillerie und Heckenschützen setzt sich aus
einem weitgehend beschußfesten Behälter 10 kleinen Volumens - etwa 0,5 bis 11 - mit
folgenden Komponenten zusammen:
a) mit einem akustischen Auslösesensor ausgerüsteten Zünder 11, wobei der Sensor jeweils
auf die Knallsignatur der zu bekämpfenden Geschütze, Mörser, Maschinengewehr oder
gewöhnliche Schußmunition einstellbar ist, wobei bei den sogenannten "schweren Waffen"
die Signaturakustik, wie sie in einem Bereich von unter 100 m Entfernung auftritt,
herangezogen wird. Außerdem ist der Zünder mit einer sogenannten "Räumsperre" versehen,
welche automatisch des Signalmittel auslöst, wenn ein Versuch der Wegnahme, Räumung
oder Beschuß vorgenommen wird. Diese Räumsperre kann beispielsweise ein einfacher
Quecksilberschalter sein.
b) aus einem pyrotechnischen Signalmittel, das über Bebauungs- und Bewuchsobergrenzen
hinaus sichtbar ist und auch eine bestimmte Zeitbeispielsweise 15 - 30 sec - wirksam
ist. Hierbei kann es sich um Leuchtkugeln mit zugehörigem Schußbecher oder um sogenanntes
"griechisches Feuer" handeln.
[0016] Die vorbeschriebene Einrichtung zur Lokalisierung bzw. deren Signalmitttel zur Markierung
der angesprochenen, zu überwachenden Geschütze oder Gewehre wird ausgelöst, wenn im
Auffassungsbereich des Sensors 11 ein oder mehrere Schüsse abgegeben werden. Es löst
jedoch nicht aus, wenn die Signatur eines detektierten Abschusses nicht der gespeicherten
Signatur - Impulsverlauf, Frequenzspektrum etc. - entspricht.
[0017] Die gespeicherte Signatur kann dabei in einer Ausführungsform variabel programmierbar,
in einer zweiten Ausführungsform durch Auswahl aus verschieden eingestellten Zündern
vorgebbar und in einer dritten Ausführungsform breitbandig mit Schwellwerten realisiert
sein. So kann beispielsweise nur eine Auswertung tiefer Frequenzanteile zur Detektierung
großer Kaliber vorgesehen werden oder hohe Frequenzen zur Detektion von Gewehrfeuer
eingestellt werden.
[0018] Die weithin sichtbare optische Markierung durch ein pyrotechnisches Signalmittel
ermöglicht es auch einem zahlenmäßig kleinen Beobachtungstrupp, ein großes Gebiet
zu überwachen, Heckenschützen oder Artillerie etc. unmittelbar zu lokalisieren und
Bekämpfungsmittel richtig einzuweisen sowie das Beobachtungsergebnis zu dokumentieren.
[0019] Es sind weitere Variationen möglich, so beispielweise im Falle einer individuellen
Anbringung am Geschütz selbst im Zuge einer Kontrolle schwerer Waffen läßt sich mittels
unterschiedlicher Gestaltung des pyrotechnischen Signalmittels - beispielsweise durch
unterschiedliche oder kombinierte Farbgebung - zusätzlich ein Codiersystem realisieren.
So wird beispielsweise eine einwandfreie Unterscheidung von Geschützen einer Partei
von der anderen Partei gewährleistet.
[0020] Bei der Ausbringung über unzugänglichen oder verteidigten Stellungen mittels Trägergeschossen
oder Flugkörpern ist eine Zerstörung des jeweiligen Trägers in ausreichender Höhe
über der zu überwachenden Stellung erforderlich. Dies kann mittels herkömmlicher Abstandszünder
auf Radar- oder Laserbasis im Träger selbst erfolgen.
1. Vorrichtung zur Lokalisierung von Artillerie- und Heckenschützenstellungen während
deren Schußabgabe, die autark funktionsfähig ist mit
- einem beschußfesten Gehäuse (10),
- einem in Frequenz und/oder Impulsverlauf einstellbaren Akustiksensor,
- einer Räumsperre (12),
- einem mit Sensor und Sperre verknüpften Zünder und
- einer nachgeschalteten Einrichtung, die bei Zündung ein optisch anzeigendes, vorzugsweise
pyrotechnisches Signalmittel freisetzt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Signalmittel (13) aus verschiedenen pyrotechnischen Komponenten so kombinierbar
ist, daß eine eindeutige optische Codierung durch unterschiedliche Farben oder Farbkombinationen
gewährleistet ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalmittel als Leuchtkugeln mit zugehörigem Schußbecher oder als "griechisches
Feuer" ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Räumsperre (12) als Quecksilberschalter ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie zur Verlegung durch Dispenser, gelenkte Geschosse oder durch Gewehrgranaten
konzipiert ist.
1. A device for locating artillery and sniper positions during firing therefrom, which
is self-contained and has
- a shell-proof housing (10),
- an acoustic sensor adjustable in frequency and/or pulse characteristic,
- an anti-clearance means (12),
- a detonator linked to the sensor and anti-clearance means and
- a downstream arrangement that releases an optical, preferably pyrotechnic signalling
means on detonation.
2. A device according to claim 1, characterised in that the signalling means (13) can
be a combination of different pyrotechnic components, so that a clear optical coding
by different colour or colour combinations is ensured.
3. A device according to one of claims 1 or 2, characterised in that the signalling means
are in the form of flares with an associated launcher or in the form of "Greek fire".
4. A device according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the anti-clearance
means (12) is in the form of a mercury switch.
5. A device according to any one of claims 1 to 4, characterised in that it is designed
to be laid by dispensers, guided missiles or by rifle-launched grenades.
1. Dispositif de localisation de la position de pièces d'artillerie et de tireurs embusqués
lorsqu'ils font feu, lequel peut fonctionner de façon autonome et comporte :
- un boîtier résistant au tir (10),
- un capteur acoustique réglable en fréquence et/ou en profil d'impulsion,
- un dispositif antirelevage (12),
- une amorce liée au capteur et au dispositif antirelevage, et
- un dispositif monté en aval qui, à l'amorçage, libère un moyen de signalisation
visuel de préférence pyrotechnique.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le moyen de signalisation
(13) peut être une combinaison de différents constituants pyrotechniques de sorte
que l'on a la garantie d'un codage visuel univoque grâce à différentes couleurs ou
combinaisons de couleurs.
3. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que les moyens
de signalisation sont réalisés sous forme de fusées éclairantes avec boîtier de tir
associé ou sous forme de "feu grégeois".
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le dispositif
antirelevage (12) est réalisé sous forme de contacteur basculant à mercure.
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'il est conçu
pour être mis en place à l'aide de moyens de dispersion, de projectiles téléguidés
ou à l'aide de grenades à fusil.