(19)
(11) EP 0 949 194 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.10.1999  Patentblatt  1999/41

(21) Anmeldenummer: 98111555.3

(22) Anmeldetag:  23.06.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B66F 11/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 09.04.1998 DE 29806602 U

(71) Anmelder: Bison stematec, Maschinenbau- und Hubarbeitsbühnen Produktionsgesellschaft mbH
02708 Löbau (DE)

(72) Erfinder:
  • Sterzel, Helfried
    02627 Rachlau (DE)
  • Wehner, Holger
    02625 Bautzen (DE)

(74) Vertreter: Hofstetter, Alfons J., Dr.rer.nat. et al
Strasse & Hofstetter, Balanstrasse 57
81541 München
81541 München (DE)

   


(54) Teleskopausleger für Hubarbeitsbühnen


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft einen Teleskopausleger für Hubarbeitsbühnen, insbesondere für fahrbare und selbstfahrbare Hubarbeitsbühnen, mit mehreren zueinander verschiebbar angeordneten Telekopträgern, wobei der äußere Teleskopträger (12) zur Aufnahme und Führung der inneren Teleskopträger (14, 16, 18) dient und mindestens drei der inneren Teleskopträger (14, 16, 18) miteinander gekoppelt und verschiebbar sind und eine Teleskopträgergruppe bilden, wobei wenigstens die innersten zwei Teleskopträger (16, 18) über mindestens zwei Ketten- oder Seilzüge (20, 26) miteinander verbunden sind. Erfindungsgemäß steht der äußere Teleskopträger (12) und mindestens die beiden äußeren Teleskopträger (14, 16) der Teleskopträgergruppe (14, 16, 18) über einen einzelnen, innerhalb des Teleskopauslegers (10) angeordneten, doppelwirkenden und mindestens doppelstufigen Teleskopzylinder (36) in Wirkverbindung zueinander.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Teleskopausleger für Hubarbeitsbühnen, insbesondere für fahrbare und selbstfahrbare Hubarbeitsbühnen, mit mehreren, zueinander verschiebbar angeordneten Teleskopträgern, wobei der äußere Teleskopträger zur Aufnahme und Führung der inneren Teleskopträger dient und mindestens drei der inneren Teleskopträger miteinader gekoppelt und verschiebbar sind und eine Teleskopträgergruppe bilden, wobei wenigstens die innersten zwei Teleskopträger über mindestens zwei Ketten- oder Seilzüge miteinander verbunden sind.

[0002] Ein derartiger Teleskopausleger ist aus der DE 195 20 080 A1 bekannt. Das darin beschriebene, teleskopierbare Trägersystem ist zumindest zwischen einer horizontalen Ausrichtung und einer nahezu vertikalen Lage über einen äußeren Träger verschwenkbar aufgelagert und hat zumindest drei weitere, teleskopisch untereinander sowie zum äußeren Träger verschiebliche Träger. Um in kritischen Lagen eine günstigere Massenverteilung im gesamten Trägersystem zu erzielen, ist bei dem bekannten Trägersystem aus den weiteren Trägern eine innere Trägergruppe gebildet, die aus mindestens drei mechanisch gleichlaufend miteinander gekoppelten Trägern besteht und die bei Annäherung an einen kritischen Lastzustand derart gesteuert wird, daß die inneren Träger vorrangig vor dem Ausschieben der gesamten Trägergruppe aus dieser ausgefahren werden und/oder die gesamte innere Trägergruppe vorrangig vor dem Einschieben ihrer beiden inneren Träger in den sie auf-nehmenden Träger eingefahren wird.

[0003] Nachteilig an diesem bekannten Trägersystem ist jedoch, daß einerseits keine beliebige Auslegung der Ausschubreihenfolge möglich ist, und andererseits der aufnehmende Träger mit der Trägergruppe über einen außenliegenden, doppelwirkenden Zylinder in Wirkverbindung steht. Durch die Anordnung dieses Zylinders am Außenumfang des äußeren Trägers ergibt sich ein erhöhter Platzbedarf für das bekannte Trägersystem. Zudem ist durch die Anordnung dieses Zylinders das Risiko von Beschädigungen sehr hoch.

[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Teleskopausleger der eingangs genannten Art bereitzustellen, der einerseits eine beliebige Auslegung der Ausschubreihenfolge der einzelnen Teleskopträger ermöglicht, möglichst wenig Platzbedarf beansprucht und das Risiko von Beschädigungen vermindert.

[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die Merkmale des unabhängigen Patentanspruches.

[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

[0007] Beim erfindungsgemäßen Teleskopausleger für Hubarbeitsbühnen stehen der äußere Teleskopträger und mindestens die beiden äußeren Teleskopträger einer Teleskopträgergruppe über einen einzelnen, innerhalb des Teleskopauslegers angeordneten, doppelwirkenden und mindestens doppelstufigen Teleskopzylinder in Wirkverbindung zueinander. Dadurch ist gewährleistet, daß bei hohen Teleskop-Ausschubkräften in der horizontalen Auslegerstellung ein unabhängiges Ausfahren aller Zylinderstufen in Abhängigkeit des Kolbenflächen-Verhältnisses möglich ist. Die Reihenfolge des Teleskopträgerausschubs wird durch den Teleskopzylinder erfindungsgemäß lastabhängig gesteuert. Eine hubreduzierende Bewegung erfolgt erfindungsgemäß lastabhängig in umgekehrter Reihenfolge. Durch die Anordnung des Teleskopzylinders innerhalb des Teleskopauslegers ist dieser gegen äußere Einflüsse und Beschädigungen geschützt. Zudem ergibt sich eine Reduzierung des Bauraumes um den äußeren Teleskopträger, wodurch vorteilhafterweise eine geringere Fahrzeuggesamthöhe als bei bekannten Teleskopauslegern erreicht wird. Zudem ergibt sich gegenüber bekannten Systemen vorteilhafterweise die Reduzierung von hydraulischen Steuerelementen für den Teleskopausschub.

[0008] Im folgenden wird eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Teleskopauslegers beispielhaft anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.

[0009] Ein in der Figur in einer schematischen Darstellung gezeigter Teleskopausleger 10 umfaßt mehrere, zueinander verschiebbar angeordnete Teleskopträger 12, 14, 16, 18. Der äußere Teleskopträger 12 dient dabei zur Aufnahme und Führung der inneren Teleskopträger 14, 16, 18. Man erkennt, daß die drei inneren Teleskopträger 14, 16, 18 miteinander gekoppelt und verschiebbar sind und eine Teleskopträgergruppe bilden. Dabei sind die innersten zwei Teleskopträger 16, 18 über einen ersten und einen zweiten Seil- oder Kettenzug 20, 26 miteinander verbunden. Sie bilden dadurch ein Hubverdopplungssystem. Der erste Seil- oder Kettenzug 20 dient dabei als Rückzugkette bzw. -seil und ist über eine erste Umlenkvorrichtung 22 geführt. Ein Ende des ersten Ketten- oder Seilzugs 20 ist dabei mittels einer Befestigungsvorrichtung 32 am inneren Stirnende des Teleskopträgers 18 befestigt. Das gegenüberliegende Ende des ersten Ketten- oder Seilzugs 20 ist über eine Befestigungsvorrichtung 34 an dem äusseren Stirnende des Teleskopträgers 14 befestigt. Der zweite Ketten- oder Seilzug 26 wirkt als Ausschubkette bzw. -seil. Der zweite Ketten- oder Seilzug 26 wird ebenfalls über eine zweite Umlenkvorrichtung 24 geführt und ist entsprechend dem ersten Ketten- oder. Seilzug 20 über zwei Befestigungsvorrichtungen 28, 30 an den Teleskopträgern 14, 18 befestigt.

[0010] Weiterhin erkennt man, daß der äußere Teleskopträger 12 und die beiden äußeren Teleskopträgern 14, 16 der Teleskopträgergruppe 14, 16, 18 über einen einzelnen, innerhalb des Teleskopauslegers 10 angeordneten, doppelwirkenden und doppelstufigen Teleskopzylinder 36 in Wirkverbindung zueinander stehen. Dabei ist die Kolbenstange 44 des Teleskopzylinders 36 fest mit dem innenliegenden, stirnseitigen Trägerboden 42c des äußeren Teleskopträgers 12 verbunden.

[0011] Weiterhin erkennt man, daß die erste Zylinderstufe 38 auf dem innenliegenden Trägerboden 42a des Teleskopträgers 16 aufliegt und dort befestigt ist. Eine zweite Zylinderstufe 40 ist an dem innenliegenden Trägerboden 42b des Teleskopträgers 14 angeordnet und dort befestigt.

[0012] Eine Zylindergleitführung 46 ist im Inneren des innersten Teleskopträgers 18 angeordnet. Durch eine derartige Anordnung des doppelwirkenden, zweistufigen Teleskopzylinders 36 wird die Reihenfolge des Teleskopausschubes des äußeren Teleskopträgers 12 und der Teleskopträgergruppe 14, 16, 18 lastabhängig gesteuert. Durch die Kolbenflächen-Verhältnisänderung ist eine beliebige Auslegung der Ausschub- wie auch Einschubreihenfolge gewährleistet.

[0013] Durch die Verwendung eines einzigen Teleskopzylinders 36 im Teleskopausleger 10 wird die Anzahl der benötigten hydraulischen Elemente minimiert. So genügt hierbei jeweils eine einzige Druck- und Rücklaufleitung, die mit dem Telekopzylinder 36 verbunden sind.

[0014] In der Praxis fahren die miteinander über die Ketten- und Seilzüge 20, 26 verbundenen Teleskopträger 16, 18 horizontal zuerst bis zum Erreichen einer zulässigen, seitlichen Reichweite aus. Erst bei Erreichen einer größeren Arbeitshöhe, wenn die beiden Teleskopträger 16, 18 gegen Anschlag ausgefahren sind, wird infolge des Kolbenflächen-Verhältnisses der zweitäußerste Teleskopträger 14 nachgeschoben. Eine entgegengesetzte, hubreduzierende Bewegung erfolgt ebenfalls lastabhängig, allerdings in umgekehrter Reihenfolge.

[0015] Bei schweren Trägerfahrzeugen für Hubarbeitsbühnen, insbesondere für Trägerfahrzeuge ab 10t, wird zum Erreichen einer großen, seitlichen Reichweite die Ausschubreihenfolge umgekehrt, damit die Teleskopzylinderkräfte der zweiten Zylinderstufe 40 gering bleiben. Dadurch kann der Kolbenstangenquerschnitt reduziert werden.


Ansprüche

1. Teleskopausleger für Hubarbeitsbühnen, insbesondere für fahrbare und selbstfahrbare Hubarbeitsbühnen, mit mehreren zueinander verschiebbar angeordneten Telekopträgern, wobei der äußere Teleskopträger (12) zur Aufnahme und Führung der inneren Teleskopträger (14, 16, 18) dient und mindestens drei der inneren Teleskopträger (14, 16, 18) miteinander gekoppelt und verschiebbar sind und eine Teleskopträgergruppe bilden, wobei wenigstens die innersten zwei Teleskopträger (16, 18) über mindestens zwei Ketten- oder Seilzüge (20, 26) miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der äußere Teleskopträger (12) und mindestens die beiden äußeren Teleskopträger (14, 16) der Teleskopträgergruppe (14, 16, 18) über einen einzelnen, innerhalb des Teleskopauslegers (10) angeordneten, doppelwirkenden und mindestens doppelstufigen Teleskopzylinder (36) in Wirkverbindung zueinander stehen.
 
2. Teleskopausleger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Reihenfolge des Teleskopausschubs des äußeren Teleskopträgers (12) und der Teleskopträgergruppe (14, 16, 18) lastabhängig durch den Teleskopzylinder (36) steuerbar ist.
 
3. Teleskopausleger nach einem der Ansprüch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Teleskopzylinder (36) mindestens eine erste und eine zweite Zylinderstufe (38, 40) aufweist, wobei die Zylinderstufen (38, 40) unabhängig voneinander ausgefahren werden können.
 




Zeichnung