[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Teleskopausleger für Hubarbeitsbühnen, insbesondere
für fahrbare und selbstfahrbare Hubarbeitsbühnen, mit mehreren, zueinander verschiebbar
angeordneten Teleskopträgern, wobei der äußere Teleskopträger zur Aufnahme und Führung
der inneren Teleskopträger dient und mindestens drei der inneren Teleskopträger miteinader
gekoppelt und verschiebbar sind und eine Teleskopträgergruppe bilden, wobei wenigstens
die innersten zwei Teleskopträger über mindestens zwei Ketten- oder Seilzüge miteinander
verbunden sind.
[0002] Ein derartiger Teleskopausleger ist aus der DE 195 20 080 A1 bekannt. Das darin beschriebene,
teleskopierbare Trägersystem ist zumindest zwischen einer horizontalen Ausrichtung
und einer nahezu vertikalen Lage über einen äußeren Träger verschwenkbar aufgelagert
und hat zumindest drei weitere, teleskopisch untereinander sowie zum äußeren Träger
verschiebliche Träger. Um in kritischen Lagen eine günstigere Massenverteilung im
gesamten Trägersystem zu erzielen, ist bei dem bekannten Trägersystem aus den weiteren
Trägern eine innere Trägergruppe gebildet, die aus mindestens drei mechanisch gleichlaufend
miteinander gekoppelten Trägern besteht und die bei Annäherung an einen kritischen
Lastzustand derart gesteuert wird, daß die inneren Träger vorrangig vor dem Ausschieben
der gesamten Trägergruppe aus dieser ausgefahren werden und/oder die gesamte innere
Trägergruppe vorrangig vor dem Einschieben ihrer beiden inneren Träger in den sie
auf-nehmenden Träger eingefahren wird.
[0003] Nachteilig an diesem bekannten Trägersystem ist jedoch, daß einerseits keine beliebige
Auslegung der Ausschubreihenfolge möglich ist, und andererseits der aufnehmende Träger
mit der Trägergruppe über einen außenliegenden, doppelwirkenden Zylinder in Wirkverbindung
steht. Durch die Anordnung dieses Zylinders am Außenumfang des äußeren Trägers ergibt
sich ein erhöhter Platzbedarf für das bekannte Trägersystem. Zudem ist durch die Anordnung
dieses Zylinders das Risiko von Beschädigungen sehr hoch.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Teleskopausleger der eingangs
genannten Art bereitzustellen, der einerseits eine beliebige Auslegung der Ausschubreihenfolge
der einzelnen Teleskopträger ermöglicht, möglichst wenig Platzbedarf beansprucht und
das Risiko von Beschädigungen vermindert.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die Merkmale des unabhängigen Patentanspruches.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0007] Beim erfindungsgemäßen Teleskopausleger für Hubarbeitsbühnen stehen der äußere Teleskopträger
und mindestens die beiden äußeren Teleskopträger einer Teleskopträgergruppe über einen
einzelnen, innerhalb des Teleskopauslegers angeordneten, doppelwirkenden und mindestens
doppelstufigen Teleskopzylinder in Wirkverbindung zueinander. Dadurch ist gewährleistet,
daß bei hohen Teleskop-Ausschubkräften in der horizontalen Auslegerstellung ein unabhängiges
Ausfahren aller Zylinderstufen in Abhängigkeit des Kolbenflächen-Verhältnisses möglich
ist. Die Reihenfolge des Teleskopträgerausschubs wird durch den Teleskopzylinder erfindungsgemäß
lastabhängig gesteuert. Eine hubreduzierende Bewegung erfolgt erfindungsgemäß lastabhängig
in umgekehrter Reihenfolge. Durch die Anordnung des Teleskopzylinders innerhalb des
Teleskopauslegers ist dieser gegen äußere Einflüsse und Beschädigungen geschützt.
Zudem ergibt sich eine Reduzierung des Bauraumes um den äußeren Teleskopträger, wodurch
vorteilhafterweise eine geringere Fahrzeuggesamthöhe als bei bekannten Teleskopauslegern
erreicht wird. Zudem ergibt sich gegenüber bekannten Systemen vorteilhafterweise die
Reduzierung von hydraulischen Steuerelementen für den Teleskopausschub.
[0008] Im folgenden wird eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Teleskopauslegers beispielhaft
anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
[0009] Ein in der Figur in einer schematischen Darstellung gezeigter Teleskopausleger 10
umfaßt mehrere, zueinander verschiebbar angeordnete Teleskopträger 12, 14, 16, 18.
Der äußere Teleskopträger 12 dient dabei zur Aufnahme und Führung der inneren Teleskopträger
14, 16, 18. Man erkennt, daß die drei inneren Teleskopträger 14, 16, 18 miteinander
gekoppelt und verschiebbar sind und eine Teleskopträgergruppe bilden. Dabei sind die
innersten zwei Teleskopträger 16, 18 über einen ersten und einen zweiten Seil- oder
Kettenzug 20, 26 miteinander verbunden. Sie bilden dadurch ein Hubverdopplungssystem.
Der erste Seil- oder Kettenzug 20 dient dabei als Rückzugkette bzw. -seil und ist
über eine erste Umlenkvorrichtung 22 geführt. Ein Ende des ersten Ketten- oder Seilzugs
20 ist dabei mittels einer Befestigungsvorrichtung 32 am inneren Stirnende des Teleskopträgers
18 befestigt. Das gegenüberliegende Ende des ersten Ketten- oder Seilzugs 20 ist über
eine Befestigungsvorrichtung 34 an dem äusseren Stirnende des Teleskopträgers 14 befestigt.
Der zweite Ketten- oder Seilzug 26 wirkt als Ausschubkette bzw. -seil. Der zweite
Ketten- oder Seilzug 26 wird ebenfalls über eine zweite Umlenkvorrichtung 24 geführt
und ist entsprechend dem ersten Ketten- oder. Seilzug 20 über zwei Befestigungsvorrichtungen
28, 30 an den Teleskopträgern 14, 18 befestigt.
[0010] Weiterhin erkennt man, daß der äußere Teleskopträger 12 und die beiden äußeren Teleskopträgern
14, 16 der Teleskopträgergruppe 14, 16, 18 über einen einzelnen, innerhalb des Teleskopauslegers
10 angeordneten, doppelwirkenden und doppelstufigen Teleskopzylinder 36 in Wirkverbindung
zueinander stehen. Dabei ist die Kolbenstange 44 des Teleskopzylinders 36 fest mit
dem innenliegenden, stirnseitigen Trägerboden 42c des äußeren Teleskopträgers 12 verbunden.
[0011] Weiterhin erkennt man, daß die erste Zylinderstufe 38 auf dem innenliegenden Trägerboden
42a des Teleskopträgers 16 aufliegt und dort befestigt ist. Eine zweite Zylinderstufe
40 ist an dem innenliegenden Trägerboden 42b des Teleskopträgers 14 angeordnet und
dort befestigt.
[0012] Eine Zylindergleitführung 46 ist im Inneren des innersten Teleskopträgers 18 angeordnet.
Durch eine derartige Anordnung des doppelwirkenden, zweistufigen Teleskopzylinders
36 wird die Reihenfolge des Teleskopausschubes des äußeren Teleskopträgers 12 und
der Teleskopträgergruppe 14, 16, 18 lastabhängig gesteuert. Durch die Kolbenflächen-Verhältnisänderung
ist eine beliebige Auslegung der Ausschub- wie auch Einschubreihenfolge gewährleistet.
[0013] Durch die Verwendung eines einzigen Teleskopzylinders 36 im Teleskopausleger 10 wird
die Anzahl der benötigten hydraulischen Elemente minimiert. So genügt hierbei jeweils
eine einzige Druck- und Rücklaufleitung, die mit dem Telekopzylinder 36 verbunden
sind.
[0014] In der Praxis fahren die miteinander über die Ketten- und Seilzüge 20, 26 verbundenen
Teleskopträger 16, 18 horizontal zuerst bis zum Erreichen einer zulässigen, seitlichen
Reichweite aus. Erst bei Erreichen einer größeren Arbeitshöhe, wenn die beiden Teleskopträger
16, 18 gegen Anschlag ausgefahren sind, wird infolge des Kolbenflächen-Verhältnisses
der zweitäußerste Teleskopträger 14 nachgeschoben. Eine entgegengesetzte, hubreduzierende
Bewegung erfolgt ebenfalls lastabhängig, allerdings in umgekehrter Reihenfolge.
[0015] Bei schweren Trägerfahrzeugen für Hubarbeitsbühnen, insbesondere für Trägerfahrzeuge
ab 10t, wird zum Erreichen einer großen, seitlichen Reichweite die Ausschubreihenfolge
umgekehrt, damit die Teleskopzylinderkräfte der zweiten Zylinderstufe 40 gering bleiben.
Dadurch kann der Kolbenstangenquerschnitt reduziert werden.
1. Teleskopausleger für Hubarbeitsbühnen, insbesondere für fahrbare und selbstfahrbare
Hubarbeitsbühnen, mit mehreren zueinander verschiebbar angeordneten Telekopträgern,
wobei der äußere Teleskopträger (12) zur Aufnahme und Führung der inneren Teleskopträger
(14, 16, 18) dient und mindestens drei der inneren Teleskopträger (14, 16, 18) miteinander
gekoppelt und verschiebbar sind und eine Teleskopträgergruppe bilden, wobei wenigstens
die innersten zwei Teleskopträger (16, 18) über mindestens zwei Ketten- oder Seilzüge
(20, 26) miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der äußere Teleskopträger (12) und mindestens die beiden äußeren Teleskopträger
(14, 16) der Teleskopträgergruppe (14, 16, 18) über einen einzelnen, innerhalb des
Teleskopauslegers (10) angeordneten, doppelwirkenden und mindestens doppelstufigen
Teleskopzylinder (36) in Wirkverbindung zueinander stehen.
2. Teleskopausleger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Reihenfolge des Teleskopausschubs des äußeren Teleskopträgers (12) und der
Teleskopträgergruppe (14, 16, 18) lastabhängig durch den Teleskopzylinder (36) steuerbar
ist.
3. Teleskopausleger nach einem der Ansprüch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Teleskopzylinder (36) mindestens eine erste und eine zweite Zylinderstufe
(38, 40) aufweist, wobei die Zylinderstufen (38, 40) unabhängig voneinander ausgefahren
werden können.