[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Klemmen eines Unterwindefadens
an der Spindel einer Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine, wobei die Spindel unterhalb
eines aufgesteckten Kopses einen fest auf ihr angeordneten Bund und eine auf ihr axial
verschiebbare und drehbare KIemmhülse aufweist, welche zum Aufheben einer Klemmwirkverbindung
mit dem Bund über eine Betätigungsvorrichtung in Berührung bringbar ist und wobei
der Unterwindefaden die Spindel mit weniger als 360° umschlingt.
[0002] Sobald an Ringspinn- oder Ringzwirnmaschinen die Spule (Kops) fertiggestellt ist,
wird das Bespulen durch das Abspinnen abgeschlossen, bei dem Ober-, Hinter- und Unterwindungen
ausgeführt werden können. Zum Bilden von Unterwindungen wird der Faden unterhalb der
Unterwindekrone in den geriffelten Bereich des Wirtels der spindel (Unterwindebereich)
unterhalb der Spulenhülse geführt. Dort wird der Faden noch in wenigen Windungen abgelegt.
Erst dann wird die fertige Spule beim Doffen von der spindel mittels selbsttätiger
Spulenwechselvorrichtungen von der Spindelwelle abgezogen, wobei der Faden zwischen
Unterwindung und Kops reißt. Der Faden läuft allerdings nach wie vor vom Wirtel über
den Ringläufer zum Streckwerk.
[0003] Beim anschließenden Anspinnen wird dann die Ringbank wieder angehoben, so daß der
Faden wieder über die Unterwindekrone geführt wird und beim folgenden Hauptspinnen
auf der neuen Spulenhülse aufgewunden werden kann.
[0004] Die Unterwindungen verbleiben dabei auf dem Wirtel der Spindel und müssen von Zeit
zu Zeit entfernt werden. Das Entfernen kann während des Hauptspinnens sowohl manuell
mittels eines betätigbaren Trennvorgangs (DE 29 31 209 C2) als auch automatisiert
mittels eines Reinigungselements (G 91 11 455.1) erfolgen.
[0005] Obwohl die während des Entfernens der Unterwindungen entstehenden Fadenreste durch
entsprechende Absaug- und Sammeleinrichtungen beseitigt werden können, entsteht Faserflug
in der Spinnerei. Da dieser den Spinnprozeß beeinträchtigen kann, ist er unerwünscht
und sollte erst gar nicht entstehen. Darüber hinaus sind Absaug- und Sammeleinrichtungen
für den Faserflug mit erhöhten Investitionen verbunden. Auch die Vorrichtungen zum
Entfernen der Unterwindungen verursachen erhebliche Kosten.
[0006] In den letzten Jahren wurden Vorrichtungen und Verfahren entwickelt, mittels deren
das Anbringen von Unterwindungen der oben beschriebenen Art entbehrlich werden sollte.
[0007] Zum Stand der Technik zählt eine Vorrichtung mit einem aufweitbaren Klemmkörper,
der durch die auf ihn bei umlaufender Spindel wirkende Zentrifugalkraft nach unten
verschoben wird (EP 0 292 856 A1). Dadurch öffnet sich ein Klemmspalt, der beim Abspinnen
den Faden in teilweiser Umschlingung geklemmt hatte und ihn nunmehr freigibt. Um den
Klemmkörper während des Abspinnens in seine Klemmstellung zurückzustellen, ist er
gemäß einer weiteren, bekannten Konstruktion (EP 0 358 032 A1) mit einem Rückstellelement
in Form einer Ringfeder versehen.
[0008] Eine Vorrichtung zum Handhaben des Fadens in einer Ringspinnmaschine sowie ein entsprechendes
Verfahren hierfür (EP 0 462 467 B1) benutzt als Betätigungselement für eine axial
verschiebbare Festlegehülse, die sich zwischen einer Arbeits- und einer Offenstellung
bewegen kann, die Ringbank. Auf die Festlegehülse wirkt darüber hinaus ein auf sie
drückendes Rückstellelement, beispielsweise eine Feder, das parallel zur Längsachse
der Spindelwelle wirkt.
[0009] In einer anderen bekannten Konstruktion zum Betätigen einer Festlegehülse für eine
Ringspinn- bzw. Zwirnmaschine (EP 0 587 526 A1) wirkt ein Betätigungsorgan zum unabhängigen
Steuern der Festlegehülse mit dieser zusammen und ist hierzu über eine Kulissensteuerung
betätigbar. Dadurch kann die Festlegehülse unabhängig von den Parametern eines Spinnprogramms,
insbesondere von der Spindeldrehzahl, aber abgestimmt auf das Spinnprogranm, betätigt
werden. Durch das Betätigungsorgan kann die Festlegehülse aus einer Schließstellung
in eine Offenstellung mit Freigabe des Unterwindefadens gebracht werden. Ein Rückstellorgan
in Form einer Spiralfeder bringt die Festlegehülse wieder in ihre Schließstellung.
[0010] Bei einer anderen Vorrichtung zum Klemmen eines Unterwindefadens an der Spindel einer
Ringspinn- oder Zwirnmaschine (EP 0 775 769 A1) hat die Spindel unterhalb einer aufgesteckten
Spinnspule einen fest mit ihr verbundenen Bund und eine mittels einer Betätigungsvorrichtung
axial auf der Spindel verschiebbare, mit dem Bund in Klemmwirkverbindung bringbare
Klemmhülse, wobei der Unterwindefaden die Spindel mit weniger als 360° umschlingt.
Die mit mindestens einem Betätigungselement versehene Betätigungsvorrichtung ist feststehend
an der Maschine angeordnet; das Betätigungselement ist nur zum Betätigen mit der Klemmhülse
in Berührung bringbar; darüber hinaus ist eine Einrichtung vorgesehen, durch welche
die Klemmhülse unabhängig vom Einwirken der Betätigungsvorrichtung in der Klemmstellung
gehalten wird.
[0011] Eine andere bekannte Konstruktion (DE 196 28 826 A1) verwendet eine Klemmvorrichtung
für Fäden an einer Spindel für eine Spinn- oder Zwirnmaschine. Diese Vorrichtung weist
ein feststehendes Klemmelement sowie ein axial verschiebbares, gegen das feststehende
Klemmelement preßbares Klemmelement auf. Das verschiebbare Klemmelement ist mit einer
konischen Innenfläche ausgestattet, mit welcher mindestens ein unabhängig von dem
verschiebbaren Klemmelement beweglicher Fliehkörper in Eingriff steht.
[0012] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen,
die gegenüber dem bekannten Stand der Technik auf einfachere Weise gewährleistet,
daß der Faden während des Abspinnens mit einer Spindel- bzw. Wirtelumwindung von weniger
als 360° geklemmt und nach dem Doffen im nachfolgenden Spinnen freigegeben wird.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß miteinander korrespondierende
Stirnflächen des Bundes und der durch mindestens ein Federelement beaufschlagten Klemmhülse
zumindest über einen Teilbereich des Umfangs und/oder des Querschnitts eine wellenförmige
Kontur aufweisen. Durch diese wellenförmige Kontur ergibt sich ein gutes Klemmen des
Unterwindefadens während des Abspinnens, wobei andererseits gewährleistet wird, daß
der Unterwindefaden beim Aufheben der Klemmwirkung sicher freigegeben wird.
[0014] Die wellenförmige Kontur umfaßt mindestens einen Kurvenbereich; vorzugsweise sind
jedoch mehrere Kurvenbereiche vorgesehen, wobei die wellenförmige Kontur auch auf
zwei Ebenen ausgeführt sein kann und die innere Ebene dabei höher oder niedriger ausgebildet
ist.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die axial verschiebbare Klemmhülse durch
eine Betätigungsvorrichtung bewegbar sein. Diese kann beispielsweise als Schwenkhebel,
als Nockenwelle oder als ortsfeste Kulissensteuerung ausgeführt sein.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die Betätigungsvorrichtung entlang der
Reihe der Spindeln bewegbar ausgebildet sein, fremdangetrieben beispielsweise durch
ein Zugmittel, ein Reinigungsaggregat (z. B. Wanderbläser) oder durch einen separaten
Wagen, oder selbstgetrieben beispielsweise durch einen akkumulatorgespeisten oder
über eine Stromschiene netzgespeisten Elektromotor. Möglich ist natürlich auch manuelles
Betreiben, bspw. Schieben oder Ziehen des Betätigungselements.
[0017] Eine Kombination der Betätigungsvorrichtung mit einem Reinigungsaggregat wie bspw.
einem Wanderbläser ist insbesondere dann von Vorteil, wenn dieses Reinigungsaggregat
auch eine Saugeinrichtung umfaßt, mittels deren der freigegebene Unterwindefaden abgesaugt
werden kann.
[0018] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer Textilspindel, teils geschnitten;
- Fig. 2a
- einen Längsschnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung in Klemmstellung und durch
eine Betätigungsvorrichtung;
- Fig. 2b
- einen Längsschnitt der Ausführungsform nach Fig. 2a in Freigabestellung;
- Fig. 3a
- einen Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform der Erfindung in Klemmstellung
und durch eine Betätigungsvorrichtung;
- Fig. 3b
- einen Längsschnitt analog der Ausführungsform nach Fig. 3a in Freigabestellung;
- Fig. 4
- eine Abwicklung der wellenförmigen Kontur;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Klemmvorrichtung;
- Fig. 6a
- ebenfalls einen Längsschnitt durch eine weitere Ausführungsform der Erfindung in Klemmstellung
und durch eine Betätigungsvorrichtung;
- Fig. 6b
- einen Längsschnitt analog der Ausführungsform nach Fig. 6a in Freigabestellung;
- Fig. 6c
- eine vergrößerte Darstellung des Bereichs A in Fig. 6a;
- Fig. 7
- eine Variante der Vorrichtung im Längsschnitt;
- Fig. 8a
- eine Draufsicht auf eine Betätigungsvorrichtung in Klemmstellung;
- Fig. 8b
- eine Draufsicht auf die Ausführungsform nach Fig. 8a in Freigabestellung;
- Fig. 9a
- eine Draufsicht auf eine andere Ausführungsmöglichkeit der Erfindung in Klemmstellung;
- Fig. 9b
- eine Draufsicht auf die Ausführungsform nach Fig. 9a in Freigabestellung;
- Fig. 10
- eine Draufsicht auf eine angetriebene Betätigungsvorrichtung;
- Fig. 11
- eine Draufsicht auf eine selbstgetriebene Betätigungsvorrichtung;
- Fig. 12
- eine Ansicht einer Ringspinnmaschine in schematischer Darstellung der erfindungsgemäßen
Betätigungsvorrichtung und
- Fig. 13
- eine Ausführungsmöglichkeit eines Zugmittels schematisch in Ansicht.
[0020] In Fig. 1 ist eine Seitenansicht des umlaufenden Teils einer Textilspindel 1 mit
Hülsenaufnahme, Topfmesser 18 sowie Wirtel mit Lauffläche für einen Tangentialriemen
und Fußlager, teils geschnitten dargestellt. Gemäß den Fig. 2a und 2b weist die Spindel
1 unterhalb des Topfmessers 18 einen fest an ihr angeordneten Bund 2 und darunter
eine von einer Feder 5 beaufschlagte, an der Spindel axial verschiebbar und drehbar
gelagerte Klemmhülse 3 auf. Diese Klemmhülse 3 ist durch eine Betätigungsvorrichtung
4 beaufschlagbar, welche z. B. aus einem Steg 23 besteht, der auf einer horizontalen,
drehbaren Welle 22 befestigt ist.
[0021] In den Ausführungsformen der Figuren 2a, 2b und 3a, 3b weisen die einander zugekehrten
Stirnflächen 10 und 20 des Bundes 2 und der Klemmhülse 3 eine in Fig 5 näher dargestellte
wellenförmige, sich zum Rand hin erweiternde Kontur W auf. Die wellenförmige Kontur
W kann sich auch nur über einen Teilbereich der Stirnflächen in Umfangsrichtung und/oder
im Durchmesser erstrecken.
[0022] Beim Abspinnen werden die Lieferung des Streckwerkes der Spinnmaschine, die Bewegung
der Ringbank und die Spindeldrehung so aufeinander abgestimmt, daß ein in Fig. 2b
schematisch dargestellter Unterwindefaden 15 die Spindel 1 mit weniger als 360° umschlingt.
Er legt sich dabei in den sich nach innen verengenden Schlitz zwischen dem Bund 2
und der Klemmhülse 3 ein und wird dort beim Kopswechsel gehalten.
[0023] Wenn nach Wiederanlaufen der Spinnmaschine nach einem Kopswechsel bei laufender Spindel
1 die Welle 22 gemäß Fig. 2a in Pfeilrichtung I gedreht wird, wird die Klemmhülse
3 aus ihrer Rotation heraus in Stillstand versetzt oder zumindest gegenüber der Spindel
abgebremst. Dabei wird sie durch das Übereinander-Laufen der Konturen W gegen Wirkung
der Feder 5 aus der Klemmstellung nach Fig. 2a in die in Fig. 2b dargestellte Freigabestellung
nach unten bewegt. Dadurch wird die Klemmung des Unterwindefadens 15 aufgehoben und
er kann sich aufgrund der auf ihn wirkenden Zentrifugalkräfte von der Textilspindel
1 lösen und weggetragen werden.
[0024] In der Ausführungsform der Fig. 3a und 3b weist die Betätigungsvorrichtung 4 einen
auf der Welle 22' angeordneten Nocken 23' auf. Fig. 3a zeigt wieder die Klemmstellung,
d. h. die Stirnflächen 10 und 20 des Bundes 2 und der KIemmhülse 3, wie bereits oben
ausgeführt, liegen in Wirkstellung. Wird nun nach Fig. 3b über die Welle 22' der Nocken
23' im Gegenuhrzeigersinn gedreht, so bewegt sich die axial verschiebbare Klemmhülse
3 gegen Wirkung der Feder 5 nach unten und drückt die Klemmhülse 3 vom Bund 2 weg
und löst dadurch die Wirkverbindung zwischen den beiden Stirnflächen 10 und 20.
[0025] Das gleichzeitige Abbremsen oder Stillsetzen aller auf den Spindeln gelagerter Klemmhülsen
3 einer Spinnmaschine belastet deren Antrieb erheblich. Um dies zu vermeiden, können
die den einzelnen Spindeln zugeordneten Betätigungselemente 23 bzw. 23' gestuft im
Winkel gegeneinander versetzt sein, so daß das Abbremsen oder Stillsetzen nacheinander
erfolgt.
[0026] In Fig. 4 ist in Form einer Abwicklung die wellenförmige Kontur W dargestellt. Hierbei
weisen gemäß Fig. 5 sowohl der Bund 2 als auch die axial bewegliche Klemmhülse 3 diese
wellenförmige Kontur W auf.
[0027] Bei der Ausführungsform nach Fig. 6a bis 6c sind die wellenförmigen Konturen W' in
Ringen 12 bzw. 13 angeordnet, die den korrespondierenden Stirnflächen 10 und 20 des
Bundes 2 und der Klemmhülse 3 an deren innerem Umfang zugeordnet sind. Die mit dem
Faden in Berührung kommenden Bereiche der Stirnflächen 10 und 20 weisen in diesem
Falle keine wellenförmigen Konturen W auf, sondern sind nur ballig ausgeführt.
[0028] Fig. 6a zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung in Klemmstellung: Hier greift die
wellenförmige Kontur W' des Ringes 12 in die wellenförmige Kontur W' des Ringes 13,
Bund 2 und Klemmhülse 3 liegen aneinander und bilden den - in diesem Falle ebenen
- Schlitz, in den sich der Unterwindefaden 15, wie in Fig. 6c in vergrößertem Ausschnitt
gezeigt, einlegt. Wird nun über die Betätigungsvorrichtung 4 die Klemmhülse 3 nach
Fig. 6b bremsend oder nach unten drückend beaufschlagt, werden Bund 2 und Klemmhülse
3 durch die Konturen W' ihrer Ringe 12 bzw. 13 auseinandergedrückt und der Unterwindefaden
15 wird freigegeben.
[0029] Es versteht sich, daß in kinematischer Umkehr der bisher beschriebenen Ausführungsformen
der feste Bund 2' auch unten und die axial verschiebbare Klemmhülse 3' gemäß Fig.
7 über diesem angeordnet sein kann. Das Betätigungselement 23' kann hier ebenfalls
die Klemmhülse 3' abbremsen oder - wie in der Zeichnung angedeutet - nach oben drucken,
um den Eingriff der Konturen zu lösen.
[0030] Nach Fig. 8a und Fig. 8b umfaßt die Betätigungsvorrichtung 4 eine horizontale Stange
22'', die über ein Antriebsaggregat 25 so längsverschiebbar ist, daß die an ihnen
angeordneten Betätigungselemente 24, beispielsweise ein Steg mit abriebfestem Belag,
den Außenumfang der Klemmhülse 3 nach Fig. 8a freigibt (Klemmstellung) bzw. nach Fig.
8b beaufschlagt (Freigabestellung).
[0031] Bei der Ausführungsform nach Fig. 9a und 9b wird ebenfalls eine horizontale Stange
22'' verwendet, die mit Hilfe von Antriebsaggregaten 25 gegen die Spindeln 1 bewegbar
ist. Nach Fig. 9a sind die Klemmhülsen 3 freigegeben, wohingegen nach Fig. 9b die
Betätigungselemente 24 der Betätigungsvorrichtung 4 die Außenumfänge der Klemmhülsen
3 beaufschlagen.
[0032] Fig. 10 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Betätigungsvorrichtung 4 mit
einer entlang der Reihe der Spindeln bewegbaren Betätigungseinheit 26. Diese kann
ebenfalls einen Steg mit abriebfestem Belag aufweisen und wird über ein Zugmittel
25' in Pfeilrichtung bewegt, wobei sie nacheinander den jeweiligen Umfang der Klemmhülsen
3 zum Freigeben des Fadens beaufschlagt. Ersichtlich werden hier die Spindeln 1 nacheinander
betätigt.
[0033] Nach Fig. 11 besteht auch die Möglichkeit, daß die Betätigungsvorrichtung 4 als selbstfahrende
Einheit 26' ausgebildet ist, beispielsweise mit Akkumulatoren-Antrieb, die auf einer
Schiene 40 geführt ist, oder als Elektromotoren-Antrieb mit Stromschiene.
[0034] Gemäß Fig. 12 ist die Betätigungseinheit 26, welche Teil der Betätigungsvorrichtung
4 ist, mit einem Zugmittel 25' verbunden, welches als umlaufender Bandantrieb ausgebildet
ist. Wie aus Fig. 13 erkennbar, umläuft das Zugmittel 25', d. h. der Bandantrieb,
zumindest teilweise eine Antriebsrolle 30, die mit einem Antriebsmotor 35 verbunden
ist, sowie Umlenkrollen 31, 32, 33 und 34. Die Betätigungseinheit 26 ist mit einem
der Trume des Zugmittels 25' verbunden und wird bei dessen Umlauf mitgenommen. Es
versteht sich, daß das Zugmittel 25' so vor- und zurücklaufend gesteuert ist, daß
die Betätigungseinheit 26 zwischen den Umlenkrollen 32 und 33 an der Spindelreihe
vor und zurück läuft.
1. Vorrichtung zum Klemmen eines Unterwindefadens an der Spindel (1) einer Ringspinn-
oder Ringzwirnmaschine, wobei die Spindel unterhalb eines aufgesteckten Kopses einen
an ihr befestigten Bund (2) und eine axial an ihr verschiebbare Klemmhülse (3) aufweist,
welche zum Aufheben einer Klemmwirkverbindung zwischen Bund (2) und Klemmhülse mit
einer Betätigungsvorrichtung (4) in Berührung bringbar ist und wobei der Unterwindefaden
die Spindel mit weniger als 360° umschlingt, dadurch gekennzeichnet, daß miteinander
korrespondierende Stirnflächen (10, 20) des Bundes und der durch mindestens ein Federelement
(5) gegen den Bund (2) drückbaren und auf der Spindel drehbar gelagerten Klemmhülse
(3) zumindest über einen Teilbereich in Richtung des Umfangs und/oder des Durchmessers
aufeinander abgestimmte und ineinandergreifende wellenförmige Kontur (W) aufweisen
und daß die Betätigungsvorrichtung (4) zumindest zum Abbremsen der Klemmhülse (3)
gegenüber dem Bund der Spindel eingerichtet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die wellenförmige Kontur
(W) über den gesamten Umfang und/oder über den gesamten Durchmesser der Stirnflächen
(10, 20) des Bundes (2) und der Klemmhülse (3) erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnflächen (10,
20) des Bundes (2) und der Klemmhülse (3) im Querschnitt parallel zueinander liegen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnflächen (10,
20) des Bundes (2) und der Klemmhülse (3) im Querschnitt konvex/konkav gegeneinander
gewölbt sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede der korrespondierenden
Stirnflächen (10, 20) des Bundes (2) und der Klemmhülse (3) einen inneren Ring (12,
13) aufweist, dessen Stirnfläche zumindest über einen Teilbereich ihres Umfangs mit
der wellenförmigen Kontur (W) versehen ist.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die die Klemmwirkverbindung zwischen dem Bund (2) und der Klemmhülse (3) auflösende
Betätigungsvorrichtung (4) jeweils ein gegen die Klemmhülse (3) bewegbares Betätigungselement
(23, 23'; 24; 26, 26') aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß alle Betätigungselemente
(23, 23') gemeinsam um eine horizontale Achse (22, 22') schwenkbar sind. (Fig. 1 bis
3b, 6a 6b)
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß alle Betätigungselemente
(24) gemeinsam entlang der Reihe der Spindeln (1) verschiebbar sind. (Fig. 8a und
8b)
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungselemente
(23, 23') im Winkel bzw. in Betätigungsrichtung der Betätigungsvorrichtung (4) gegeneinander
versetzt sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß alle Betätigungsvorrichtungen
(24) gemeinsam auf die Spindeln (1) zu verschiebbar sind. (Fig. 9a und 9b)
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Betätigungsvorrichtung (4) ein entlang der Spindeln (1) bewegbares
Betätigungselement (26) aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement (24)
mit einem entlang der Spindeln (1) verlaufenden Antriebsmittel verbunden ist. (Fig.
10)
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsmittel als umlaufender
Bandantrieb (25') ausgebildet ist. (Fig. 12, 13)
14. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement als
einen eigenen Vorschubantrieb aufweisende Einheit (26') ausgebildet ist. (Fig. 11)
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Betätigungsvorrichtung (4) an einem an der Ringspinn- und/
oder -zwirnmaschine entlang fahrenden Reinigungsaggregat (26) angebracht ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Reinigungsaggregat
(26) mindestens eine Abblasdüse und/oder mindestens eine Absaugdüse für den abzulösenden
bzw. abgelösten Unterwindefaden angebracht ist.