(19)
(11) EP 0 949 387 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.10.1999  Patentblatt  1999/41

(21) Anmeldenummer: 98123894.2

(22) Anmeldetag:  16.12.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E04B 5/38
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 06.04.1998 DE 19815328

(71) Anmelder:
  • Simon, Werner Dipl.-Ing.
    91166 Georgensgmünd (DE)
  • Huk, Ute
    91560 Heilsbronn (DE)

(72) Erfinder:
  • Simon, Werner Dipl.-Ing.
    91166 Georgensgmünd (DE)
  • Huk, Ute
    91560 Heilsbronn (DE)

(74) Vertreter: Schneck, Herbert, Dipl.-Phys., Dr. et al
Rau, Schneck & Hübner Patentanwälte Königstrasse 2
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) Beton-Deckenelement


(57) Bei einem Beton-Deckenelement umfassend eine Beton-Schalungsplatte und eine Mehrzahl von mit der Schalungsplatte durch Ummanteln verbundener Trägerelemente, ist vorgesehen, daß jedes Trägerelement als Beton-Trägerelement (1) ausgebildet ist, welches auf der der Beton-Schalungsplatte (6) abgewandten Seite eine Strebe (2) aufweist, von der sich einzelne Querstreben (3) weg in den Bereich der Beton-Schalungs-platte (6) erstrecken, die an die Querstreben (3) angegossen ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Beton-Deckenelement umfassend eine Beton-Schalungsplatte und eine Mehrzahl von Beton ummantelten Trägerelementen, die mit der Schalungsplatte verbunden sind.

[0002] Zur Herstellung von Betondecken ist es bekannt, an der Baustelle eine Schalung herzustellen, die auf einer durch zahlreiche einstellbare Stahlträger gebildeten Unterjochung ruht, und auf diese Schalung die Decke zu gießen. Die so gegossene Decke muß dann normgemäß mehrere Wochen aushärten und erst dann kann die Unterjochung weggenommen und die Verschalung abgebaut werden. Hierdurch ist nicht nur eine erhebliche Verzögerung im Baufortschritt bedingt, sondern durch die Herstellung und Entfernung der Unterjochung entstehen ganz erhebliche Lohnkosten, die die Kosten einer derart hergestellten Betondecke maßgeblich beeinflussen.

[0003] Es sind auch schon gattungsgemäße Beton-Deckenelemente bekannt, bei welchen als Träger Stahlträger eingesetzt werden. Derartige Beton-Stahlträger-Deckenelemente sind teuer in der Herstellung und aufwendig im Transport.

[0004] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein unterstützungsfreies Beton-Deckenelement zu schaffen, welches einen sehr zügigen Baufortschritt ermöglicht und gleichwohl eine kostengünstige Realisierung gestattet.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jedes Trägerelement als Beton-Trägerelement ausgebildet ist, welches auf der der Beton-Schalungsplatte abgewandten Seite eine biegesteife Strebe aufweist, von der sich einzelne Querstreben weg in den Bereich der Beton-Schalungsplatte erstrecken, die an die Querstreben angegossen ist.

[0006] Dabei kann insbesondere vorgesehen sein, daß die Querstreben annähernd V-förmig ausgebildet sind, und daß die V-Spitzen sich in den Bereich der angegossenen Betonplatte erstrecken.

[0007] Günstigerweise sind die annähernd V-förmigen Querstreben aneinander anschließend an der Längsstrebe angeordnet, wobei in den Längsstreben und/oder Querstreben vorzugsweise Armierungen angeordnet sind.

[0008] Die vorstehend genannte Aufgabe wird auch durch ein Verfahren zur Herstellung eines Beton-Deckenelements gelöst, welches sich dadurch auszeichnet, daß zunächst ein Beton-Trägerelement mit wenigstens einer Längsstrebe und einer Mehrzahl von einstückig hiermit hergestellten Querstreben gegossen wird, daß man die so hergestellten Beton-Trägerelemente ausharten läßt, auf eine Formunterlage stellt und dann die Beton-Schalungsplatte um die Trägerelemente mit diesen eine Verbindung herstellend gießt. Grundsätzlich kann das Trägerelement auch andere Formen haben. Der Abstand der Trägerelemente bestimmt die Deckenspannbreite, die durch Vorkümmung der Trägerelemente und/oder der Beton-Schalungsplatte noch erhöht werden kann. Die Trägerelemente werden vorgefertigt.

[0009] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung ermöglicht es, Betonplatten-Elemente in raumüberspannender Länge herzustellen, sofern es die Transportmöglichkeiten gestatten sogar in raumgroßen Flächen. Dementsprechend kann die Erstellung einer Unterjochung völlig wegfallen, was sich erheblich kostenreduzierend auswirkt. Die Plattenunterseite der Beton-Schalungsplatten ist stahlschalungsglatt, vorzugsweise in porenarmen Sichtbeton ausgeführt und dementsprechend optisch ansprechend und unmittelbar tapezierfähig.

[0010] Durch die großflächigen Abmessungen ergeben sich sehr kurze Verlegezeiten. Die herkömmlicherweise erforderliche Plattenstoßbewehrung entfällt. Bei den raumgroßen Elementen ist keine Fugenverspachtelung erforderlich, wie es bei herkömmmlichen Element- und Vollmontagedecken der Fall ist. Durch das herkömmlicherweise verwendete Fugenmaterial entstehen Ausdehnungen und Risse sind die Folge.

[0011] Nach der Montage der erfindungsgemäßen Beton-Deckenelemente wird dann eine Ortbetondecke aufgegossen, wobei die Gesamtkonstruktion aber von Anfang an eine hinreichende statische Festigkeit aufweist und dementsprechend eine Unterjochung nicht erforderlich ist und auch nicht lange Aushärtezeiten abgewartet zu werden brauchen. Vor dem Gießen der Betondecke ist es möglich, Deckendosen und Leerrohre zu verlegen, wobei diese Verlegung auch schon werkseitig vorgenommen werden kann.

[0012] Da die erfindungsgemäßen Beton-Deckenelemente stehend angeliefert werden können, sind Abdrücke von Gitterträgern oder Holzabdrücke nicht zu erkennen. Durch die Anlieferung raumgroßer Deckenelemente ist die Verweildauer des liefernden Lastkraftwagens auf der Baustelle auf ein Minimum begrenzt, da eine Anlieferung auf Innenladerpaletten möglich ist.

[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann mit besonderem Vorteil vorgesehen sein, daß die Streben und/oder die Armierungen mit einer Vorkrümmung bezogen auf die Einbausituation nach oben versehen werden können. Dadurch werden noch größere Spannweiten erzielt. Weiterhin kann vorgesehen sein, daß auch die Beton-Schalungsplatte selbst eine Vorkrümmung aufweist.

[0014] Hierdurch ist es möglich, Räume von größeren Spannweiten und 9 bis 10 m Länge mit einem erfindungsgemäßen Beton-Deckenelement fugenfrei abzudecken, so daß Nacharbeiten für die Bearbeitung der Fugen entfallen und aufgrund der Vorkrümmmung bei Aufbringung der Ortbeton-Schicht ohne die Verwendung von Streben oder mit einer gegenüber herkömmlichen Techniken deutlich verminderten Zahl eine gerade Decke entsteht.

[0015] Dabei ist das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren zur Realisierung einer solchen Vorkrümmung von besonderer Bedeutung, weil es dadurch möglich wird, vorgekrümmte Armierungen zunächst zur Herstellung eines Betonträger-Elements zu verwenden, welches dann einer Dampfbehandlung unterzogen werden kann und bereits nach vier Stunden in einem erfindungsgemäßen Beton-Deckenelement weiterverarbeitet werden kann.

[0016] Die erfindungsgemäß vorgesehene Vorkrümmung beträgt günstigerweise ca. 2,5 mm pro 1 m Spannweite.

[0017] Die Beton-Schalungsplatte kann günstigerweise mit einer kreuzweisen Bewehrung versehen, was unter statischen Gesichtspunkten optimal ist und eine hohe Tragfähigkeit gewährleistet.

[0018] Für die Armierung können sowohl im Querschnitt V-förmige als auch T-förmige Träger eingesetzt werden.

[0019] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung näher beschrieben. Dabei zeigen:
Fig. 1
einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Beton-Deckenelement,
Fig. 2
einen Schnitt längs der Schnittlinie A-A bei aufgebrachtem Ortbeton, und
Fig. 3
eine schematische Darstellung einer Armierung mit Vorkrümmung.


[0020] Ein in Fig. 1 dargestelltes Beton-Deckenelement umfaßt ein Beton-Trägerelement 1, das eine biegesteife Strebe 2 mit einer Mehrzahl V-förmiger Querstreben 3 und einer durchlaufenden Armierung 4 aufweist. Die Armierung 4 steht im Bereich der V-Spitzen 5 der V-förmigen Querstreben 3 nach unten frei vor. Die V-förmigen Querstreben 3 sind dicht an dicht nebeneinander angeordnet.

[0021] Das vorstehend beschriebene Beton-Trägerelement 1 wird zunächst durch Gießen werkseitig aus Beton hergestellt. Daran anschließend wird eine Mehrzahl derartiger Beton-Trägerelemente 1 parallel zueinander auf eine Formunterlage gestellt und es wird dann eine Beton-Schalungsplatte 6, eine sogenannte Elementplatte mit einer Dicke von beispielsweise 6 cm, angegossen, wobei die Spitzen der Armierung 4, die im Bereich der V-Spitzen 5 vorstehen, in die Beton-Schalungsplatte eingegossen werden und zu einer festen Verbindung des Beton-Trägerelements 1 mit dieser beitragen.

[0022] Aus Fig. 2 ist erkennbar, daß die als Druckgurt wirkende biegesteife Strebe 2 als Betongurt ausgebildet ist, in welchem als Armierung ein Druckstab 7 vorgesehen ist. Die Beton-Schalungsplatte 6 weist Querbewehrungen 8 und Längsbewehrungen 9 auf. Außerdem ist ein Zuggurt 10 vorgesehen.

[0023] Beim Aufbringen des Ortbetons 11 schließt die Ortbeton-Schicht die Trägerelemente 1 vollständig ein und es ergibt sich eine glatte Oberfläche, wobei die Unterseite 12 der Beton-Schalungsplatte 6 durch die werkseitige Fertigung so glatt ist, daß hier sofort Farbe oder Tapeten aufgebracht werden können.

[0024] Vor dem Gießen des Ortbetons 11 werden Deckendosen und Leerrohre installiert, was insbesondere auch schon werkseitig erfolgen kann.

[0025] In Fig. 3 ist eine Armierung 4' dargestellt, die eine Vorkrümmung V aufweist, welche in der Zeichnung zur Veranschaulichung übertrieben gezeichnet ist.

[0026] Die Vorkrümmung ist derart orientiert, daß die Armierung und gegebenenfalls auch eine unter Verwendung dieser Armierung hergestellte Strebe eine Ausbauchung bezogen auf den Einbauzustand nach oben aufweisen, so daß bei der Aufbringung des Ortbetons 11 diese Vorkrümmung wieder ausgeglichen wird und sich ein ebener Verlauf einstellt. Die Vorkrümmung kann 2,5 mm pro 1 m Spannweite betragen.


Ansprüche

1. Beton-Deckenelement umfassend eine Beton-Schalungsplatte und eine Mehrzahl von Beton ummantelten Trägerelementen, die mit der Schalungsplatte verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Trägerelement als Beton-Trägerelement (1) ausgebildet ist, welches auf der der Beton-Scha-lungsplatte (6) abgewandten Seite eine biegesteife Strebe (2) aufweist, von der sich einzelne Querstreben (3) weg in den Bereich der Beton-Schalungs-platte (6) erstrecken, die an die Querstreben (3) angegossen ist.
 
2. Beton-Deckenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Querstreben (3) annähernd V-förmig ausgebildet sind, und daß die V-Spitzen (5) sich in den Bereich der angegossenen Beton-Schalungsplatte (6) erstrecken.
 
3. Beton-Deckenelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die annähernd V-förmigen Querstreben (3) aneinander anschließend an der Längsstrebe angeordnet sind.
 
4. Beton-Deckenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Längsstreben und/oder Querstreben (3) Armierungen (4) angeordnet sind.
 
5. Beton-Deckenelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die biegesteifen Streben (2) und/oder die Armierungen (4') mit einer Vorkrümmung bezogen auf die Einbausituation nach oben versehen sind.
 
6. Beton-Deckenelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Beton-Schalungsplatte (6) eine Vorkrümmung aufweist.
 
7. Beton-Deckenelement nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorkrümmung ca. 2,5 mm pro 1 m Spannweite beträgt.
 
8. Beton-Deckenelement nach einem der Ansprüche der 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Beton-Schalungsplatte (6) mit einer kreuzweisen Bewehrung versehen ist.
 
9. Verfahren zur Herstellung eines Beton-Deckenelements nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst ein Beton-Trägerelement (1) mit wenigstens einer Längsstrebe und einer Mehrzahl von einstückig hiermit hergestellten Querstreben (3) gegossen wird, daß man die so hergestellten Beton-Trägerelemente (1) aushärten läßt, auf eine Formunterlage stellt und dann die Beton-Schalungsplatte (6) um die Beton-Trägerelemente (1) mit diesen eine Verbindung herstellend gießt.
 




Zeichnung










Recherchenbericht