Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schutzdach. Insbesondere betrifft die Erfindung
ein Schutzdach in zeltähnlicher Bauweise, das wahlweise aufstellbar und wieder verstaubar
ist.
Stand der Technik
[0002] Unter einem Schutzdach in zeltähnlicher Bauweise wird ein Schutzdach verstanden,
das im wesentlichen eine Dacheindeckung sowie Stützmittel zum Stützen oder Tragen
der Dacheindeckung umfasst. Die Dacheindeckung besteht üblicherweise aus einer flexiblen
Zelthaut in Form einer Plane, einer Folie o.ä. Die Dacheindeckung kann jedoch auch
aus flachen oder gebogenen Platten wie z.B. Wellblechplatten, Plexiglasplatten, Kunststoffplatten
und/oder anderen wahlweise montierbaren und wieder demontierbaren Dacheindeckungsmitteln
bestehen. Gegenüber einem Schutzdach in fester Bauweise weist ein Schutzdach in zeltähnlicher
Bauweise den grundsätzlichen Vorteil auf, dass es wahlweise aufstellbar und wieder
verstaubar (bzw. versorgbar) ist.
[0003] Schutzdächer in zeltähnlicher Bauweise sind in einer Vielzahl von Ausführungsformen
für die unterschiedlichsten Anwendungszwecke bekannt. Meistens dienen sie dem Schutz
von irgendwelchen Objekten gegen Witterungseinflüsse, insbesondere gegen Regen und/oder
gegen direkte Sonnenstrahlung. Bei Schutzdächern in zeltähnlicher Bauweise zum Zwecke
des Witterungsschutzes für Gäste, Tische und Stühle bzw. Bänke in Gartenwirtschaften,
bei im Freien stattfindenden Festanlässen, bei Ausstellungen, beim Campieren etc.
sind bisher zwei unterschiedliche Typen von Schutzdächern bekannt.
[0004] Beim ersten Typ bildet das aus einer Dacheindeckung und den Stützmitteln bestehende
Schutzdach eine selbständige, vom zu schützenden Mobiliar unabhängige Einheit. Die
Stützmittel für diesen Typ umfassen üblicherweise ein oder mehrere solide Sockelelemente,
auf denen Fussstützen oder Ständer eines Traggestells anzuordnen sind. Die Stützmittel
mit dem Traggestell bilden eine selbständig stehende Tragkonstruktion. Diese trägt
eine Dacheindeckung, welche die zu schützenden Objekte überdacht. Ein Schutzdach dieses
Typs kann unabhängig von den Tischen, Stühlen, Bänken usw. aufgestellt werden, zu
deren Schutz es vorgesehen ist. Als Nachteil für diesen Typ von Schutzdächern erweist
sich jedoch häufig ihr Platzbedart in aufgestelltem Zustand. So muss zum Beispiel
in einer Gartenwirtschaft genügend Freiraum für die Sockel und die Stützen des Traggestells
zwischen den verschiedenen Tischen vorgesehen sein. Zudem sind die Sockel und die
Stützen, insbesondere für das Servicepersonal in Gartenwirtschaften, hinderlich und
können die Ursache für Unfälle bilden.
[0005] Beim zweiten bekannten Typ von Schutzdächern ist mindestens eines der zu schützenden
Objekte, meistens ein Tisch, als integraler Teil der Stützmittel ausgebildet. Bei
einer Variante dieses Typs ist die Tischplatte mit einer oder mehreren lochartigen
Durchführungen versehen, die zur Aufnahme und Führung von Gestellelementen in Form
von Ständern, Stützstangen oder Streben für das Schutzdach dienen. Bei einer anderen
Variante dieses Typs von Schutzdächern sind die Stützmittel für das Schutzdach in
nicht demontierbarer Art fest am Tisch angeordnet, wie dies beispielsweise häufig
bei Marktständen der Fall ist. Der zweite Schutzdachtyp weist den wesentlichen Nachteil
auf, dass das Schutzdach nicht mit einem beliebigen Tisch kombinierbar ist. Ein Tisch
muss jeweils mit speziellen Durchführungs- oder Befestigungsmitteln versehen sein,
welche zum Zusammenwirken mit entsprechend ausgebildeten Befestigungselementen des
Traggestells für das Schutzdach vorgesehen sind. Bei nicht aufgestelltem Schutzdach
sind die Befestigungsmittel am Tisch störend und ästhetisch unbefriedigend. Des weiteren
erweist sich als nachteilig, dass das Aufstellen oder Demontieren von Schutzdächern
dieses Typs häufig kompliziert und zeitaufwendig ist, oder dass das Demontieren des
Schutzdaches vom als integraler Teil der Stützmittel dienenden Tisch überhaupt nicht
möglich ist.
Darstellung der Erfindung
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Schutzdaches, das
vielseitig verwendbar ist und in aufgestelltem Zustand wenig Platz benötigt.
[0007] Die Lösung der Aufgabe ist Gegenstand des unabhängigen Patentanspruchs 1.
[0008] Ein erfindungsgemässes Schutzdach weist nebst einer Dacheindeckung und einem Gestell
zum Tragen der Dacheindeckung weiter Befestigungsmittel zum Anbringen des Gestells
an einer Tischplatte auf.
[0009] Die Befestigungsmittel zum Anbringen des Gestells an einer Tischplatte erlauben das
Aufstellen des Schutzdaches auf irgend einem beliebigen Tisch. Am Tisch selbst müssen
keine besonderen Befestigungselemente für das Gestell vorgesehen sein. Dadurch ist
das erfindungsgemässe Schutzdach vielseitig verwendbar. Weil das Gestell an der Tischplatte
anbringbar und somit das Schutzdach auf dem Tisch aufstellbar ist, wird auch kein
zusätzlicher Platz neben, vor oder hinter dem Tisch für irgendwelche Fussstützen oder
Sockel für das Schutzdach benötigt. Die Sockelfunktion für das erfindungsgemässe Schutzdach
wird vom Tischsockel übernommen. Somit sind erfindungsgemässe Schutzdächer beispielsweise
problemlos auf den Tischen einer Gartenwirtschaft aufstellbar, selbst wenn die Tische
eng nebeneinander aufgestellt sind und der Zwischenraum zwischen den Tischen weiter
mit Bänken und/oder Stühlen belegt ist.
[0010] Indem das erfindungsgemässe Schutzdach auf einem Tisch aufstellbar ist, sind für
das Schutzdachgestell zur Erreichung einer gewünschten Dachhöhe weniger lange Stützen
und/oder Streben erforderlich als bei üblichen Schutzdächern, deren Stützen bis zum
Boden reichen. Beim erfindungsgemässen Schutzdach können die Stützen um die Höhe der
Tischplatte über dem Boden kürzer ausgebildet sein als die bis zum Boden reichenden
Stützen von Schutzdächern nach dem Stand der Technik. Dadurch wird ein platzsparendes
Lagern und Transportieren des erfindungsgemässen Schutzdaches ermöglicht.
[0011] Es versteht sich von selbst, dass das Gestell des erfindungsgemässen Schutzdaches
mit Hilfe der Befestigungsmittel auch an irgend einer tischplattenähnlichen Struktur
angebracht werden kann, bei der es sich nicht um eine Tischplatte im eigentlichen
Sinn handeln muss. So kann das erfindungsgemässe Schutzdachgestell beispielsweise
auch an einem tischähnlichen Sockel angebracht werden. Ein solcher Sockel kann wesentlich
niedriger oder höher als ein üblicher Tisch sein. Sofern nicht ausdrücklich anders
vermerkt, ist in der vorliegenden Beschreibung, den Patentansprüchen und den Zeichnungen
unter einer Tischplatte stets eine tischplattenähnliche Struktur zu verstehen. Im
Vergleich zum strukturellen Aspekt der Tischplatte ist ihr funktioneller Aspekt im
Zuge der vorliegenden Beschreibung von untergeordneter Bedeutung.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfassen die Befestigungsmittel
ein klauenförmiges Greifelement, das derart ausgebildet ist, dass es den Rand einer
Tischplatte mindestens zweiseitig (z.B. an der Unterseite und an der Seitenfläche
der Tischplatte) umgreift. Vorzugsweise ist das klauenförmige Greifelement sogar den
Tischplattenrand dreiseitig umgreifend (unten, seitlich und oben) ausgebildet. Das
Greifelement kann zusätzlich mit einer wahlweise wieder lösbaren Klemmvorrichtung
versehen sein, welche ein wieder lösbares Festklemmen des Greifelementes (und somit
des Schutzdachgestells) am Tischplattenrand ermöglicht.
[0013] Ein Schutzdachgestell für ein Schutzdach mit einer Dacheindeckung und einem Gestell
zum Tragen der Dacheindeckung kann zum Zwecke des wahlweisen Aufstellens und wieder
Verstauens des Schutzdaches eine scherenkinematische Struktur aufweisen. Vorzugsweise
umfasst die scherenkinematische Struktur eine um ein erstes Drehgelenk schwenkbar
an einer ersten Strebe angelenkte zweite Strebe, eine um ein zweites Drehgelenk schwenkbar
an der zweiten Strebe angelenkte dritte Strebe und eine um ein drittes Drehgelenk
schwenkbar an der dritten Strebe angelenkte vierte Strebe, welche um ein viertes Drehgelenk
schwenkbar an der ersten Strebe angelenkt ist. Die Streben der Scherenkinematik (d.h.
der scherenkinematischen Struktur) sind bevorzugterweise im wesentlichen in einer
Ebene angeordnet und in dieser Ebene bewegbar, wobei die Drehachsen sämtlicher Drehgelenke
parallel angeordnet sind.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Scherenkinematik sind die Streben nach
Art eines Parallelogramms angeordnet, so dass die erste Strebe im wesentlichen parallel
zur dritten Strebe und die zweite Strebe im wesentlichen parallel zur vierten Strebe
liegt. Die Streben sind vorzugsweise aus im wesentlichen geraden, hohlen Vierkantrohren
gefertigt. Sie können jedoch auch aus Rohren mit anderen (z.B. kreisförmigen) Querschnitten,
aus vollen Stangenprofilen, aus krummen Stangen oder Rohren usw. gefertigt sein.
[0015] Vorzugsweise wird das die scherenkinematische Struktur umfassende Schutzdachgestell
als Teil eines auf einem Tisch aufstellbaren Schutzdaches verwendet. Grundsätzich
ist das die scherenkinematische Struktur umfassende Gestell jedoch auch als Schutzdachgestell
für ein anderes Schutzdach, z.B. ein auf dem Boden aufstellbares Schutzdach, verwendbar.
[0016] Das die scherenkinematische Struktur umfassende Schutzdachgestell kann zum Stützen
eines die Dacheindeckung tragenden Holmes weiter eine Stützstange umfassen, an welcher
ein an der Gelenkachse des dritten Drehgelenks der Scherenkinematik unverschieblich
anbringbares Verbindungselement derart längsverschieblich anzuordnen ist, dass die
Distanz zwischen dem dritten Drehgelenk und dem Holm durch Längsverschiebung des Verbindungselementes
bezüglich der Stützstange veränderbar ist. Durch die Verschiebbarkeit des Verbindungselementes
bezüglich der Stützstange wird - im Falle einer Dacheindeckung in Form einer flexiblen
Zelthaut - ein einfaches wahlweises Spannen oder Entspannen der Zelthaut ermöglicht.
[0017] Es versteht sich von selbst, dass zur Stützung des Holmes die Stützstange auf irgend
einer geeigneten Abstützbasis abstützbar ist. Bei einem auf einer Tischplatte aufstellbaren
Schutzdachgestell kann die Länge der Stützstange derart bemessen sein, dass die Stützstange
in aufgestelltem Zustand des Schutzdaches auf der Tischplatte abstützbar ist.
[0018] Als Alternative dazu kann die Stützstange auch an der scherenkinematischen Struktur
abgestützt werden. Dies ist z.B. durch eine Arretiervorrichtung erreichbar, welche
eine wahlweise lösbare Arretierung bzw. Blockierung der Verschiebbarkeit des Verbindungselementes
bezüglich der Stützstange ermöglicht. In diesem Fall wird bei einer Blockierung der
Relativbewegung zwischen dem Verbindungselement und der Stützstange die letztere indirekt
über das Verbindungselement an der Gelenkachse des dritten Drehgelenks der scherenkinematischen
Struktur abgestützt.
[0019] Es ist jedoch auch eine Abstützung der Stützstange an anderen geeigneten Stellen
der Scherenkinematik oder an anderen Gestellteilen möglich. So ist bei einer weiteren
bevorzugten Variante der Erfindung die Länge der Stützstange derart bemessen, dass
sie in aufgestelltem Zustand des Schutzdaches entweder auf der ersten oder zweiten
Strebe abstützbar ist. Vorzugsweise ist bei dieser Variante der Erfindung die Stützstange
an ihrem unteren Längsende mit einem Dorn versehen und an mindestens einer der ersten
und zweiten Strebe eine Bohrung derart angebracht, dass in aufgestelltem Zustand des
Schutzdaches der Dorn in die Bohrung einsteckbar ist, um mittels der Stützstange eine
solide Abstützung des die Dacheindeckung tragenden Holmes auf der Strebe zu gewährleisten.
[0020] Vorzugsweise ist das Verbindungselement rohrförmig ausgebildet und die Querschnittfläche
seines hohlen Innenraumes derart ausgebildet und bemessen, dass die Stützstange mit
Spielpassung im Innenraum des rohrförmigen Verbindungselementes in Rohrlängsrichtung
verschieblich anzuordnen ist. So kann das Verbindungselement beispielsweise aus einem
hohlen Vierkantrohr bestehen, in dessen Innenraum die Stützstange in Form eines Vierkantrohres
mit kleinerem Querschnitt längsverschieblich und koaxial zum Aussenrohr (d.h. Verbindungselement)
anzuordnen ist. Natürlich können die Rohre in einer anderen Variante auch kreisförmige
oder ellipsenförmige Querschnitte aufweisen, oder das Verbindungselement kann in irgend
einer anderen geeigneten Form längsverschieblich an der Stützstange angeordnet sein.
[0021] Die Länge des Verbindungselementes und/oder der Stützstange kann derart bemessen
sein, dass das Verbindungselement und/oder die Stützstange in aufgestelltem Zustand
des Schutzdaches in Richtung vom dritten Drehgelenk der Scherenkinematik zum ersten
Drehgelenk über das erste Drehgelenk hinaus vorsteht. Vorzugsweise ist das Verbindungselement
und/oder die Stützstange in dieser Richtung längsverschieblich an der Gelenkachse
des ersten Drehgelenks anzuordnen. Durch die Anordnung des Verbindungselementes und/oder
der Stützstange an der Gelenkachse des ersten Drehgelenks wird eine feste Positionierung
des Verbindungselementes und/oder der Stützstange bezüglich der Scherenkinematik erreicht
und die Stabilität des Schutzdachgestells verbessert. Indem das Verbindungselement
und/oder die Stützstange längsverschieblich an der Gelenkachse des ersten Drehgelenks
anzuordnen sind, wird weiterhin ein einfaches wahlweises Spannen oder Entspannen der
Dacheindeckung in Form einer Zelthaut ermöglicht. Vorzugsweise sind weitere Arretiermittel
vorgesehen, um die Längsverschieblichkeit des Verbindungselementes und/oder der Stützstange
bezüglich der Gelenkachse des ersten Drehgelenks wahlweise zu arretieren oder blockieren.
Durch ein Blockieren der Stützstange an der Gelenkachse des ersten Drehgelenks wird
ein Abstützen der Stützstange an der scherenkinematischen Struktur und somit über
die Stützstange eine Abstützung des die Dacheindeckung tragenden Holmes auf der Scherenkinematik
erreicht.
[0022] Die erste Strebe der Scherenkinematik kann eine in Richtung vom ersten Drehgelenk
zum vierten Drehgelenk über das vierte Drehgelenk vorstehende Strebenendpartie aufweisen,
die zur Aufnahme eines die Dacheindeckung tragenden Holmes ausgebildet ist. Vorzugsweise
weist auch die zweite Strebe eine in Richtung vom ersten Drehgelenk zum zweiten Drehgelenk
über das zweite Drehgelenk vorstehende Strebenendpartie auf, die zur Aufnahme eines
weiteren die Dacheindeckung tragenden Holmes ausgebildet ist.
[0023] Die erste Strebe der Scherenkinematik kann eine in Richtung vom vierten Drehgelenk
zum ersten Drehgelenk über das erste Drehgelenk vorstehende, bezüglich der Strebe
teleskopartig verstellbare Strebenendpartie aufweisen, die zur Befestigung der Strebe
an einer Tischplatte mit einem klauenförmigen Greifelement versehen ist, welches zum
mindestens zweiseitigen Umgreifen eines Randes der Tischplatte ausgebildet ist. Durch
die teleskopartig einstellbare Länge der ersten Strebe wird die Möglichkeit zur Anpassung
des Schutzdachgestells an verschiedene Tischplattenbreiten gewährleistet, damit nicht
die Höhe des Schutzdaches über der Tischplatte von der Breite der Tischplatte abhängig
ist. Vorzugsweise weist auch die zweite Strebe eine in Richtung vom zweiten Drehgelenk
zum ersten Drehgelenk über das erste Drehgelenk vorstehende, bezüglich der Strebe
teleskopartig verstellbare Strebenendpartie auf, die wiederum mit einem klauenförmigen
Greifelement versehen ist, welches zum mindestens zweiseitigen Umgreifen eines Randes
der Tischplatte ausgebildet ist.
[0024] Die nachfolgende detaillierte Beschreibung der vorliegenden Erfindung dient in Verbindung
mit den beiliegenden Zeichnungen nur als Beispiel für ein besseres Verständnis der
Erfindung und ist nicht als Einschränkung des Schutzbereichs der Patentansprüche aufzufassen.
Für den Fachmann sind aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit den beiliegenden
Zeichnungen und der Gesamtheit der Patentansprüche weitere vorteilhafte Ausführungsformen
und Merkmalskombinationen ohne weiteres erkennbar, die jedoch immer noch innerhalb
des Bereichs der vorliegenden Erfindung liegen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0025] Die Zeichnungen stellen bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung dar.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Teilansicht eines Schutzdaches gemäss einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- das Schutzdach aus Fig. 1 in einer Ansicht von vorne;
- Fig. 3
- einen Ausschnitt des Schutzdachgestells aus Fig. 1 von vorne;
- Fig. 4
- ein Detail des Schutzdachgestellausschnittes aus Fig. 3 von der Seite;
- Fig. 5
- einen weiteren Ausschnitt des Schutzdaches aus Fig. 1 von vorne;
- Fig. 6
- ein Detail des Schutzdaches aus Fig. 1 in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 7
- ein weiteres Detail des Schutzdaches aus Fig. 1 in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 8
- einen Ausschnitt eines Schutzdachgestells gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung von vorne;
- Fig. 9
- einen Ausschnitt des Schutzdachgestells aus Fig. 8 von der Seite.
[0026] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0027] In der Figur 1 ist ein Schutzdach gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung in einer perspekivischen Teilansicht von schräg vorne dargestellt. In der
Figur 2 ist dieses Schutzdach in einer Frontalansicht von vorne dargestellt.
[0028] Das in den Figuren dargestellte Schutzdach umfasst eine Dacheindeckung in Form einer
flexiblen Zelthaut 10 und ein Gestell 20 (auch als Schutzdachgestell 20 bezeichnet)
zum Tragen der Zelthaut 10. Das in den Figuren dargestellte Schutzdach ist auf einer
Tischplatte 15 aufgestellt und mit Befestigungsmitteln 21, 22 zum Anbringen des Gestells
20 an der Tischplatte 15 versehen.
[0029] Bei der in den Figuren dargestellten Ausführungsform der Erfindung umfasst das Schutzdachgestell
20 drei Holme 71, 72, 73, welche die Zelthaut 10 tragen und/oder aufspannen, nämlich
einen mittleren Firstholm 73 und zwei Seitenholme 71, 72. Die Holme 71, 72, 73 sind
im wesentlichen parallel zu den Längsseiten der Tischplatte 15 bzw. des Tisches angeordnet.
Je nach Länge des Schutzdaches weist das Schutzdachgestell 20 zudem zwei oder mehr
Stützsegmente auf, welche die Holme 71, 72, 73 stützen und/oder tragen. Der Übersichtlichkeit
halber ist in der Figur 1 nur das vorderste Stützsegment des Schutzdachgestells 20
dargestellt, und von den Holmen 71, 72, 73, der Zelthaut 10 und dem Tisch ist nur
ihre vorderste Partie dargestellt.
[0030] Das Stützsegment ist im aufgestellten Zustand des Schutzdaches im wesentlichen in
einer vertikalen Ebene, ungefähr rechtwinklig zu den Tischlängsseiten und somit den
Holmen 71, 72, 73 angeordnet. Das Stützsegment ist in Tischlängsrichtung an einer
beliebigen Stelle an den Holmen 71, 72, 73 anbringbar. Dadurch wird eine gute Anpassungsfähigkeit
des erfindungsgemässen Schutzdaches zum Aufstellen beispielsweise auf einem gedeckten
Tisch gewährleistet, indem die Stützsegmente - unabhängig von der Längspositionierung
der Holmen 71, 72, 73 - zwischen den Gedecken angeordnet werden können. Die Holmen
71, 72, 73 können - falls gewünscht - über die in Längsrichtung äussersten Schützsegmente
hinaus vorstehen.
[0031] Das Stützsegment umfasst eine zum Zwecke des wahlweisen Aufstellens und wieder Verstauens
des Schutzdaches auf- und zuklappbare scherenkinematische Struktur 30, auch Scherenkinematik
30 genannt. Das Stützsegment umfasst weiter eine den Firstholm 73 tragende Stützstange
50 und ein Verbindungselement 60 zur Verbindung der Stützstange 50 mit der Scherenkinematik
30.
[0032] Die Scherenkinematik 30 umfasst eine um ein erstes Drehgelenk 41 schwenkbar an einer
ersten Strebe 31 angelenkte zweite Strebe 32. An der zweiten Strebe 32 ist - um ein
zweites Drehgelenk 42 schwenkbar - eine dritte Strebe 33 angelenkt und im wesentlichen
parallel zur ersten Strebe 31 angeordnet. Eine um ein drittes Drehgelenk 43 schwenkbar
an der dritten Strebe 33 angelenkte vierte Strebe 34 ist im wesentlichen parallel
zur zweiten Strebe 32 angeordnet und um ein viertes Drehgelenk 44 schwenkbar an der
ersten Strebe 31 angelenkt.
[0033] Zur Bildung der Drehgelenke 41-44 sind die Streben 31-33 mit Bohrungen versehen.
Je zwei Streben werden jeweils derart hintereinander angeordnet, dass ein Schraubenbolzen
durch die entsprechenden beiden Bohrungen hindurch führbar ist, um als Drehachse für
das die beiden Streben schwenkbar miteinander verbindende Drehgelenk zu dienen. Die
Scherenkinematik 30, welche die vier Streben 31-34 und die vier Drehgelenke 41-44
umfasst, bildet insgesamt eine im wesentlichen ebene, parallelogrammartige Struktur.
Sämtliche Drehachsen 45-48 der vier Drehgelenke 41-44 sind parallel, im wesentlichen
senkrecht zur Ebene der Scherenkinematik 30 (d.h. parallel zu den Holmen 71, 72, 73)
angeordnet. Dadurch ist die scherenkinematische Struktur 30 in ihrer Ebene beweglich.
[0034] Die Stützstange 50 ist an ihrem oberen Ende mit einer gabelförmigen Aufnahmevorrichtung
51 zur Aufnahme des Firstholmes 73 versehen. Anstelle der gabelförmigen Aufnahmevorrichtung
51 könnte auch irgend eine andere aus dem Zeltbau bekannte Verbindungsvorrichtung
zur Schaffung einer wahlweise lösbaren Verbindung zwischen zwei im wesentlichen rechtwinklig
angeordneten Zeltstangen verwendet werden.
[0035] Das Verbindungselement 60 ist rohrförmig ausgebildet. Bei den in den Figuren dargestellten
Ausführungsformen der Erfindung ist das Verbindungselement 60 im wesentlichen als
hohes Vierkantrohr ausgebildet. Die Querschnittfläche des hohlen Innenraumes des Verbindungselementes
60 ist derart ausgebildet und bemessen, dass die Stützstange 50, die ebenfalls im
wesentlichen als Vierkantrohr ausgebildet ist, mit Spielpassung im Innenraum des rohrförmigen
Verbindungselementes 60 in Rohrlängsrichtung verschieblich anzuordnen ist. Insgesamt
stellen die Stützstange 50 und das Verbindungselement 60 eine Doppelrohrstruktur in
Form eines in einem Aussenrohr 60 verschieblichen Innenrohres 50 dar, wobei das Innenrohr
50 durch die Stützstange 50 und das Aussenrohr 60 durch das Verbindungselement 60
gebildet wird.
[0036] Das Verbindungselement 60 ist unverschieblich an der Gelenkachse 47 des dritten Drehgelenks
43 der Scherenkinematik 30 angeordnet, was am besten in der Figur 5 erkennbar ist.
Zu diesem Zweck ist der als Drehachse 47 für das dritte Drehgelenk 43 der Scherenkinematik
30 dienende Schraubenbolzen 47 durch je eine entsprechende Bohrung in der vierten
Strebe 34, der dritten Strebe 33 und dem als Verbindungselement 60 dienenden Aussenrohr
60 hindurch geführt. Damit die als Innenrohr 50 ausgebildete Stützstange 50 in Rohrlängsrichtung
bezüglich des Aussenrohres 60 verschieblich bleibt, ist die Stützstange 50 mit einem
Längsschlitz 54 versehen, durch welchen hindurch der Schraubenbolzen 47 geführt ist.
[0037] Bei der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Variante des Stützsegmentes ist die
Stützstange 50 an ihrem unteren Ende mit einem kleinen Fusstellerteil 53 zum Abstützen
der Stützstange 50 auf der Tischplatte 15 versehen. In aufgestelltem Zustand des Schutzdaches
steht die Stützstange 50 gemäss dieser Ausführungsform der Erfindung auf der Tischplatte
15 und stützt somit den Firstholm 73 auf der Tischplatte 15 ab.
[0038] Die Längen sowohl des Verbindungselementes 60 als auch der Stützstange 50 sind derart
bemessen, dass diese in aufgestelltem Zustand des Schutzdaches in Richtung vom dritten
Drehgelenk 43 zum ersten Drehgelenk 41 (zur Tischplatte 15 hin) über das erste Drehgelenk
41 hinaus vorstehen. Sowohl die Stützstange 50 als auch das Verbindungselement 60
sind in vertikaler Richtung längsverschieblich an der Gelenkachse 45 des ersten Drehgelenks
41 angeordnet, wie in den Figuren 3 und 4 deutlich erkennbar ist. Zu diesem Zweck
ist der als Drehachse 45 für das erste Drehgelenk 41 der Scherenkinematik 30 dienende
Schraubenbolzen 45 durch je eine entsprechende Bohrung in der zweiten Strebe 32 und
der ersten Strebe 31 hindurch geführt. Der Schraubenbolzen 45 ist weiter durch einen
Längsschlitz 52 in der Stützstange 50 und einen Längsschlitz 62 im Verbindungselement
60 hindurch geführt. Damit die Längsverschieblichkeit einerseits der Stützstange 50
und des Verbindungselementes 60 bezüglich des Schraubenbolzens 45 und andrerseits
der Stützstange 50 bezüglich des Verbindungselementes 60 gewährleistet ist, ist zwischen
der ersten Strebe 31 und dem als Aussenrohr 60 ausgebildeten Verbindungselement 60
eine Kontermutter 81 am Schraubenbolzen 45 angeordnet. Am Ende des Schraubenbolzens
45 ist zur Fixierung des Aussenrohres 60 (und somit auch der als Innenrohr 50 ausgebildeten
Stützstange 50) eine Flügelmutter 82 am Schraubenbolzen 45 angeordnet.
[0039] Die zweite Strebe 32 weist - am besten in der Figur 6 erkennbar - eine in Richtung
vom ersten Drehgelenk 41 zum zweiten Drehgelenk 42 über das zweite Drehgelenk 42 vorstehende
Strebenendpartie 38 auf, die - ähnlich wie das obere Ende der Stützstange 50 - mit
einer gabelförmigen Aufnahmevorrichtung 39 zur Aufnahme eines Seitenholmes 71 versehen
ist. Anstelle der gabelförmigen Aufnahmevorrichtung 39 könnte wiederum irgend eine
andere aus dem Zeltbau bekannte Verbindungsvorrichtung zur Schaffung einer wahlweise
lösbaren Verbindung zwischen zwei im wesentlichen rechtwinklig angeordneten Zeltstangen
verwendet werden. In analoger Weise weist die erste Strebe 31 eine in Richtung vom
ersten Drehgelenk 41 zum vierten Drehgelenk 44 über das vierte Drehgelenk vorstehende
Strebenendpartie 37 auf, die mit einer gabelförmigen Aufnahmevorrichtung zur Aufnahme
des anderen Seitenholmes 72 versehen ist.
[0040] Die erste Strebe 31 der Scherenkinematik 30 weist eine in Richtung vom vierten Drehgelenk
44 zum ersten Drehgelenk 41 über das erste Drehgelenk 41 vorstehende, bezüglich der
Strebe 31 teleskopartig verstellbare Strebenendpartie 35 auf. Zur Befestigung der
Strebe 31 an der Tischplatte 15 ist diese Strebenendpartie 35 mit einem klauenförmigen
Greifelement 22 versehen, das in der Figur 7 im Detail dargestellt ist. Das Greifelement
22 weist zwei im wesentlichen rechtwinklig zueinander angeordnete Platten auf, welche
in aufgestelltem Zustand des Schutzdaches an der Unterseite und der Seitenfläche der
Tischplatte 15 anlegen. Somit wird der eine seitliche Rand der Tischplatte 15 durch
das Greifelement 22 zweiseitig umgriffen. In analoger Weise weist die zweite Strebe
32 eine in Richtung vom zweiten Drehgelenk 42 zum ersten Drehgelenk 41 über das erste
Drehgelenk 41 vorstehende, bezüglich der Strebe 32 teleskopartig verstellbare Strebenendpartie
36 auf, die wiederum mit einem klauenförmigen Greifelement 21 versehen ist, welches
zum zweiseitigen Umgreifen des anderen Seitenrandes der Tischplatte 15 ausgebildet
ist.
[0041] In den Figuren 8 und 9 ist eine Variante eines Stützsegmentes gemäss einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Die Darstellungen der Figuren
8 und 9 entsprechen den Darstellungen der oben beschriebenen Ausführungsform des Stützsegmentes
in den Figuren 3 bzw. 4.
[0042] Bei der in den Figuren 8 und 9 dargestellten Ausführungsform der Erfindung sind die
Längen der Stützstange 150 und des Verbindungselementes 160 derart bemessen, dass
sie in aufgestelltem Zustand des Schutzdaches auf der ersten Strebe 131 in der Nähe
des ersten Drehgelenkes 141 aufstehen und auf dieser abgestützt werden. Die Stützstange
150 ist an ihrem unteren Längsende mit einem Dorn 183 versehen. In aufgestelltem Zustand
des Schutzdaches (in der Figur 8 in durchgezogenen und unterbrochenen Linien dargestellt)
ist dieser Dorn 183 in eine an der ersten Strebe 131 angebrachten Bohrung 184 gesteckt,
um über die Stützstange 150 eine solide Abstützung des die Zelthaut tragenden Firstholmes
auf der ersten Strebe 131 zu gewährleisten. Die Bohrung 184 ist derart in der Nähe
des ersten Drehgelenkes 141 an der ersten Strebe 131 angeordnet, dass bei in die Bohrung
184 eingestecktem Dorn 183 die Stützstange 150 im wesentlichen senkrecht über dem
als Drehachse 145 des ersten Drehgelenkes 141 dienenden Schraubenbolzen 145 zu stehen
kommt. Am als Aussenstange 160 ausgebildeten Verbindungselement 160 ist weiter ein
U-Profil-förmiger Flansch 190 angeordnet, der zur Zusammenwirkung mit der zweiten
Strebe 132 ausgebildet ist. Die lichte Innenweite des U-Profils 190 entspricht im
wesentlichen der Breite der zweiten Strebe 132. Wenn zum Aufstellen oder Abbrechen
des Schutzdaches die Stützstange 150 und das Verbindungselement 160 in die in der
Figur 8 mit punktierten Linien dargestellte Position verschoben wird (auf der Darstellung
der Figur 8 nach rechts), hängt der U-Profil-förmige Flansch 190 über die zweite Strebe
132 ein. Diese Position der Stützstange 150 und des Verbindungselementes 160 ist auch
in der Figur 9 dargestellt. Bei einer Verschiebung des Verbindungselementes 160 (und
der Stützstange 150) nach rechts wird das Verbindungselement 160 bezüglich der Stützstange
150 durch den Flansch 190 und die zweite Strebe 132 nach oben gedrückt, wodurch die
Zelthaut (wie weiter hinten beschrieben) entspannt wird. Bei einer Verschiebung des
Verbindungselementes 160 und der Stützstange 150 nach links wird das Verbindungselement
160 aufgrund des Gewichtes des Verbindungselementes 160 und der mit ihm verbundenen
Scherenkinematik bezüglich der Stützstange 150 wieder nach unten gedrückt und dadurch
die Zelthaut gespannt.
[0043] Die Zelthaut 10 ist an den Seitenholmen 71, 72 mit Haken und Ösen (nicht dargestellt)
und mit Laschen 11, 12 befestigt, wie sei bei Zelten und bei Schutzdächern in zeltähnlicher
Bauweise üblich sind. An ihrem vorderen Ende kann die Zelthaut 10 zusätzlich mittels
einer Lasche 13 am Firstholm fixiert werden, ebenso an ihrem hinteren Ende.
[0044] Die in den Figuren dargestellten bevorzugten Ausführungsformen von erfindungsgemässen
Schutzdächern sind in Tischlängsrichtung verlängerbar. Die Holmen sind in einer für
Zeltstangen üblichen Weise in Längsrichtung mit weiteren Holmen verbindbar, wie es
in der Figur 6 dargestellt ist. Ebenfalls ist die Zelthaut 10 in Längsrichtung mittels
Klettverschluss, Reissverschluss, Knöpfen oder anderen geeigneten Mitteln mit einer
weiteren Zelthaut verbindbar. Zudem kann eine Vielzahl von Stützsegmenten in Tischlängsrichtung
aneinandergereiht werden. Durch die Segmentierbarkeit des Schutzdaches in Längsrichtung
ist das erfindungsgemässe Schutzdach im Prinzip beliebig verlängerbar.
[0045] Die in den Figuren dargestellten bevorzugten Ausführungsformen von erfindungsgemässen
Schutzdächern sind auf jeder Seite je mit einem weiteren erfindungsgemässen Schutzdach
verbindbar. Zur Verbindung von zwei nebeneinander angeordneten Schutzdächern in zeltähnlicher
Bauweise gemäss der Erfindung wird zwischen ihren benachbarten Längsseiten ein dachrinnenartiges
Verbindungsstück angeordnet. Das dachrinnenartige Verbindungsstück verhindert ein
Hinunterlaufen von Wasser zwischen den beiden Schutzdächern. Diese Verbindbarkeit
der Schutzdächer in seitlicher Richtung gewährleistet - zusammen mit der oben erwähnten
Verlängerbarkeit des erfindungsgemässen Schutzdaches - dass mit einer Vielzahl von
erfindungsgemässen Schutzdächern eine beliebige Fläche überdeckt werden kann.
[0046] Zum Aufstellen eines erfindungsgemässen Schutsdaches auf einem Tisch wird zunächst
das Schutzdachgestell 20 auf dem Tisch ausgelegt. Bei der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten
Ausführungsform des Stützsegmentes sind in diesem Zustand die Stützstange 50 und das
Verbindungselement 60 vom die Drehachse des ersten Drehgelenks 41 bildenden Schraubenbolzen
45 gelöst, bei der in den Figuren 8 und 9 dargestellten Ausführungsform des Stützsegmentes
ist der Dorn 183 nicht in die Bohrung 184 eingesteckt.
[0047] Als nächstes werden die klauenförmigen Greifelemente 21, 22 an den Tischplattenrändern
eingehängt. Dann wird die Zelthaut 10 lose über die Holme 71, 72, 73 gelegt. Anschliessend
wird das Gestell 20 aufgerichtet, indem die Scherenkinematiken auseinandergeklappt
werden.
[0048] Bei der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ausführungsform des Stützsegmentes wird
nun die Stützstange 50 mitsamt dem Verbindungselement 60 im wesentlichen vertikal
aufgerichtet, so dass die Längsschlitze 152, 162 der Stützstange 50 und des Verbindungselementes
60 neben das erste Drehgelenk 41 der Scherenkinematik 30 zu liegen kommen. Dann wird
die Stützstange 50 mitsamt dem Verbindungselement 60 derart zur Scherenkinematik 30
hin verschoben, dass der als Drehachse des ersten Drehgelenks 41 dienende Schraubenbolzen
45 durch die Schlitze 152, 162 der Stützstange 50 und des Verbindungselementes 60
hindurch geführt wird. Anschliessend wird die Stützstange 50 mitsamt dem Verbindungselement
60 (aufgrund der Schlitze 152, 162 längsverschieblich) mittels der Flügelmutter 82
am Schraubenbolzen 45 fixiert.
[0049] Bei der in den Figuren 8 und 9 dargestellten Ausführungsform des Stützsegmentes wird
die Stützstange 150 mitsamt dem Verbindungselement 160 im wesentlichen vertikal aufgerichtet
und der Dorn 183 am unteren Längsende der Stützstange 150 in die Bohrung 184 an der
ersten Strebe 131 der Scherenkinematik gesteckt.
[0050] Die Zelthaut 10 kann durch ein Verschieben des Verbindungselementes 60; 160 bezüglich
der Stützstange 50; 150 wahlweise gespannt oder entspannt werden. Dies erweist sich
insbesondere zum Befestigen der Zelthaut 10 am Schutzdachgestell 20 oder zum Lösen
der Zelthaut 10 als nützlich. Wenn die erste und die zweite Strebe 31, 32; 131, 132
der Scherenkinematik mittels der klauenförmigen Greifelemente 21, 22 fest an der Tischplatte
15 angebracht sind, so ist ein solches Verschieben nur möglich, wenn die Streben der
Scherenkinematik ein wenig flexibel sind. Die erforderliche Flexibilität der Streben
ist in der Praxis, insbesondere bei der bevorzugten Ausbildung der Streben aus Metallrohren,
immer gegeben.
[0051] Bei der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ausführungsform des Stützsegmentes wird
zum Entspannen der Zelthaut 10 das Verbindungselement 60 bezüglich der Stützstange
50 nach oben verschoben. Da das Verbindungselement 60 unverschieblich an der Drehachse
47 des dritten Drehgelenks 43 angeordnet ist, wird die Distanz zwischen dem dritten
Drehgelenk 43 und dem ersten Drehgelenk 41 vergrössert. Dadurch werden die Seitenholme
71, 72 in vertikaler Richtung nach oben und in horizontaler Richtung zur Stützstange
50 hin verschoben. Die Position der auf der Tischplatte 15 stehenden Stützstange 50
und des durch diese gestützten Firstholmes 73 wird nicht verändert. Insgesamt wird
durch ein Verschieben des Verbindungselementes 60 nach oben die Distanz zwischen den
Seitenholmen 71, 72 und dem Firstholm 73 verkleinert, wodurch die Zelthaut 10 entspannt
wird.
[0052] Umgekehrt wird durch ein Verschieben des Verbindungselementes 60 nach unten ein Spannen
der Zelthaut 10 bewirkt.
[0053] Bei der in den Figuren 8 und 9 dargestellten Ausführungsform des Stützsegmentes wird
zum Entspannen der Zelthaut der Dorn 183 am unteren Ende der Stützstange 150 aus der
Bohrung 184 an der ersten Strebe 131 gezogen und das Verbindungselement 160 mitsamt
der Stützstange 150 in Bezug auf die Figur 8 nach rechts verschoben. Der U-Profil-förmige
Flansch 190 hängt an der zweiten Strebe 132 ein und wird durch diese nach oben gedrückt.
Gleichzeitig gleitet die Stützstange 150 im als Aussenrohr ausgebildeten Verbindungselement
160 nach unten. Dies ergibt eine ähnliche Bewegung der Scherenkinematik wie bei der
oben beschriebenen Ausführungsform der Erfindung. Wiederum wird insgesamt die Distanz
zwischen den Seitenholmen und dem Firstholm verkleinert, wodurch die Zelthaut entspannt
wird. Durch ein Verschieben des Verbindungselementes 160 mitsamt der Stützstange 150
nach links wird umgekehrt wiederum ein Spannen der Zelthaut bewirkt.
[0054] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung ein Schutzdach in zeltähnlicher
Bauweise bereitgestellt wird, das vielseitig verwendbar ist, in aufgestelltem Zustand
wenig Platz benötigt und platzsparend gelagert und transportiert werden kann.
1. Schutzdach mit einer Dacheindeckung (10) und einem Geste (20) zum Tragen der Dacheindeckung
(10), gekennzeichnet durch Befestigungsmittel (21, 22) zum Anbringen des Gestells
(20) an einer Tischplatte (15).
2. Schutzdach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel ein
klauenförmiges Greifelement (21, 22) umfassen, das zum mindestens zweiseitigen Umgreifen
eines Randes der Tischplatte (15) ausgebildet ist.
3. Schutzdachgestell (20) für Schutzdach mit einer Dacheindeckung (10) und einem Gestell
(20) zum Tragen der Dacheindeckung (10) insbesondere nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass das Gestell (20) zum Zwecke des wahlweisen Aufstellens und wieder
Verstauens eine scherenkinematische Struktur (30) umfasst.
4. Schutzdachgestell (20) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die scherenkinematische
Struktur (30) eine um ein erstes Drehgelenk (41; 141) schwenkbar an einer ersten Strebe
(31; 131) angelenkte zweite Strebe (32; 132), eine um ein zweites Drehgelenk (42)
schwenkbar an der zweiten Strebe (32; 132) angelenkte dritte Strebe (33) und eine
um ein drittes Drehgelenk (43) schwenkbar an der dritten Strebe (33) angelenkte vierte
Strebe (34) umfasst, welche um ein viertes Drehgelenk (44) schwenkbar an der ersten
Strebe (31; 131) angelenkt ist.
5. Schutzdachgestell (20) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Streben (31,
32, 33, 34; 131, 132) derart parallelogrammartig angeordnet sind, dass die erste Strebe
(31; 131) im wesentlichen parallel zur dritten Strebe (33) und die zweite Strebe (32;
132) im wesentlichen parallel zur vierten Strebe (34) angeordnet ist.
6. Schutzdachgestell (20) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell
(20) zum Stützen eines die Dacheindeckung (10) tragenden Holmes (73) weiter eine Stützstange
(50; 150) umfasst, an welcher ein an der Gelenkachse (47) des dritten Drehgelenks
(43) unverschieblich anbringbares Verbindungselement (60; 160) derart längsverschieblich
anzuordnen ist, dass die Distanz zwischen dem dritten Drehgelenk (43) und dem Holm
(73) durch Längsverschiebung des Verbindungselementes (60; 160) bezüglich der Stützstange
(50; 150) veränderbar ist.
7. Schutzdachgestell (20) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement
(60; 160) rohrförmig ausgebildet und die Querschnittfläche seines hohlen Innenraumes
derart ausgebildet und bemessen ist, dass die Stützstange (50; 150) mit Spielpassung
im Innenraum des rohrförmigen Verbindungselementes (60; 160) in Rohrlängsrichtung
verschieblich ist.
8. Schutzdachgestell (20) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge
mindestens eines der Teile des aus dem Verbindungselement (60) und der Stützstange
(50) gebildeten Teilepaares derart bemessen ist, dass dieses Teil in aufgestelltem
Zustand des Schutzdaches in Richtung vom dritten Drehgelenk (43) zum ersten Drehgelenk
(41) über das erste Drehgelenk (41) hinaus vorsteht, wobei das Teil in dieser Richtung
längsverschieblich an der Gelenkachse (45) des ersten Drehgelenks (41) anzuordnen
ist.
9. Schutzdachgestell (20) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die Länge der Stützstange (50) derart bemessen ist, dass die Stützstange (50) in aufgestelltem
Zustand des Schutzdaches in Richtung vom dritten Drehgelenk (43) zum ersten Drehgelenk
(41) über das erste Drehgelenk (41) hinaus bis zu einer festen Abstützbasis vorsteht,
um eine solide Abstützung des die Dacheindeckung (10) tragenden Holmes (73) auf der
Abstützbasis zu gewährleisten.
10. Schutzdachgestell (20) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Stützstange (150) an ihrem unteren Längsende mit einem Dorn (183) versehen
ist und ihre Länge derart bemessen ist, dass die Stützstange (150) in aufgestelltem
Zustand des Schutzdaches auf einer der ersten und zweiten Streben (131) abstützbar
ist, wobei der Dorn (183) in eine an der Strebe (131) vorgesehene Bohrung (184) einsteckbar
ist, um eine solide Abstützung des die Dacheindeckung (10) tragenden Holmes auf der
Strebe (131) zu gewährleisten.
11. Schutzdachgestell (20) nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Strebe (31; 131) eine in Richtung vom ersten Drehgelenk (41) zum vierten
Drehgelenk (44) über das vierte Drehgelenk (44) vorstehende Strebenendpartie (37)
aufweist, die zur Aufnahme eines die Dacheindeckung (10) tragenden Holmes (72) ausgebildet
ist.
12. Schutzdachgestell (20) nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Strebe (31) eine in Richtung vom vierten Drehgelenk (44) zum ersten
Drehgelenk (41) über das erste Drehgelenk (41) vorstehende, bezüglich der Strebe (31)
teleskopartig verstellbare Strebenendpartie (35) aufweist, die zur Befestigung der
Strebe (31) an einer Tischplatte (15) mit einem klauenförmigen Greifelement (22) versehen
ist, welches zum mindestens zweiseitigen Umgreifen eines Randes der Tischplatte (15)
ausgebildet ist.