[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von kurzen, sich zyklisch wiederholenden
Strompulsen mit großer Stromstärke und mit großer Flankensteilheit. Ferner betrifft
sie eine Schaltungsanordnung zur elektrolytischen Metallabscheidung, insbesondere
zur Durchführung dieses Verfahrens. Anwendung findet das Verfahren bei der elektrolytischen
Metallabscheidung, vorzugsweise beim vertikalen oder horizontalen Galvanisieren von
Leiterplatten. Diese Art des Galvanisierens wird als Pulse-Plating bezeichnet.
[0002] Bekannt ist, daß mit Hilfe von pulsartigen Strömen das elektrolytische Abscheiden
von Metallen beeinflußt werden kann. Dies betrifft die chemischen und physikalischen
Eigenschaften der abgeschiedenen Schichten. Es betrifft aber auch die Gleichmäßigkeit
der Schichtdicke der Metalle auf der Oberfläche des zu behandelnden Werkstückes, die
sogenannte Streuung. Folgende Parameter des pulsierenden Galvanisierstromes beeinflussen
diese Eigenschaften:
- Pulsfrequenz
- Pulszeiten
- Pausenzeiten
- Pulsamplitude
- Pulsanstiegszeit
- Pulsabfallzeit
- Pulspolarität (galvanisieren, entmetallisieren)
[0003] In der Druckschrift DE 27 39 427 A1 wird das Galvanisieren mit pulsierendem Badstrom
beschrieben. Die unipolaren Pulse haben hier eine Dauer von maximal 0,1 Millisekunde.
Variabel sind die Pulszeit, die Pausenzeit sowie die Pulsamplitude. Zur Erzeugung
dieser Pulse dienen Halbleiterschalter, hier in Form von Transistoren. Nachteilig
dabei ist, daß durch den Einsatz von Schalttransistoren der maximal anwendbare pulsierende
Badstrom technisch und wirtschaftlich begrenzt ist. Die obere Grenze liegt etwa bei
einigen hundert Ampere.
[0004] Diesen Nachteil vermeidet das in der Druckschrift DE 40 05 346 A1 beschriebene Verfahren.
Zur Erzeugung der Stromimpulse werden hier abschaltbare Thyristoren als schnelle Schaltelemente
(GTO: Gate tum off thyristor) verwendet. Technisch verfügbare GTO's eignen sich für
Ströme bis zu 1.000 Ampere und mehr.
[0005] In beiden Fällen ist der technische Aufwand zu spiegeln, d. h. zu verdoppeln, wenn
bipolare Pulse benötigt werden. In der Druckschrift GB-A 2 214 520, die sich ebenfalls
mit dem Pulse-Plating befaßt, wird in einer Ausführungsform eine zweite Badstromquelle
vermieden, indem zur Umpolung der eingespeisten Gleichspannung mechanische, elektromechanische
oder Halbleiterschalter verwendet werden. Die erforderlichen Hochstromschalter sind
jedoch nachteilig. Außerdem ist dieses System unflexibel, da in beiden Polaritäten
mit gleicher Stromamplitude gearbeitet werden muß, denn bei kurzen Hochstrompulsen
kann in den praktisch verfügbaren Badstromquellen die Amplitude nicht schnell genug
nachgeregelt werden. Deshalb wird auch in einer weiteren Ausführungsform in dieser
Druckschrift mit zwei unabhängig voneinander einstellbaren Badstromquellen gearbeitet.
Diese Badstromquellen sind über einen Umschalter mit dem in der elektrolytischen Zelle
befindlichen Werkstück und der Elektrode verbunden. Da es bei der Leiterplattengalvanisierung
aus Gründen der geforderten Präzision (Schichtdickenkonstanz) notwendig ist, für die
Plattenvorderseite und für die Plattenrückseite individuell einstellbare Badgleichstromquellen
zu verwenden, verdoppelt sich somit der Aufwand, der für die Realisierung des Verfahrens
nach dieser Ausführungsform erforderlich ist, auf insgesamt vier Badstromquellen.
[0006] Neben diesem hohen technischen Aufwand, insbesondere für die jeweils zweite Badstromquelle
pro Leiterplattenseite, verursachen die elektronischen Hochstromschalter große Energieverluste.
An jedem elektronischen Schalter entsteht im eingeschalteten Zustand am inneren nichtlinearen
Widerstand bei Stromfluß ein Spannungsabfall. Dies gilt für alle Arten von Halbleiterelementen
gleichermaßen, jedoch mit unterschiedlich großem Spannungsabfall. Mit zunehmendem
Strom wird dieser Spannungsabfall, auch Sättigungsspannung oder Flußspannung U
F genannt, größer. Bei den in der Galvanotechnik im allgemeinen angewandten Strömen,
z. B. bei 1.000 Ampere, beträgt die Flußspannung U
F bei Dioden und Transistoren etwa 1 Volt und bei Thyristoren etwa 2 Volt. Die Verlustleistung
P
V an jedem dieser Halbleiterelemente wird nach der Formel P
V = U
F x I
G berechnet, wobei I
G der Galvanisierstrom ist. Mit I
G = 1.000 A erreicht die Verlustleistung P
V 1.000 Watt bis 2.000 Watt. Die durch die elektronischen Schalter zusätzlich entstehende
Wärme muß durch Kühlung abgeführt werden. In der eigentlichen Badstromquelle entsteht
ebenfalls eine Verlustleistung mindestens in der gleichen Größenordnung, die unvermeidlich
ist. Diese Verluste sollen in die weiteren Betrachtungen nicht einbezogen werden.
Nachfolgend werden nur die zur Pulserzeugung zusätzlich aufzubringenden Verlustleistungen
betrachtet.
[0007] Eine Galvanisieranlage besteht aus mehreren Galvanisierzellen. Sie werden mit großen
Badströmen gespeist. Als Beispiel soll eine Horizontalanlage zur Abscheidung von Kupfer
auf Leiterplatten aus sauren Elektrolyten betrachtet werden. Die Anwendung der Pulstechnik
verbessert die Menge der Kupferabscheidung in den feinen Löchern der Leiterplatten
ganz wesentlich. Als besonders wirksam hat es sich erwiesen, wenn die Polarität der
Pulse zyklisch gewechselt wird. Bei kathodischer Polarität des Behandlungsgutes wird
z. B. mit Strompulsen von 10 Millisekunden Pulsdauer gearbeitet. Diesem Puls kann
ein anodischer Puls mit einer Dauer von einer Millisekunde folgen. Beim pulsartigen
kathodischen Metallisieren wird vorzugsweise eine Stromdichte gewählt, die größer
oder gleich der Stromdichte ist, die mit diesem Elektrolyten beim Gleichstromgalvanisieren
angewendet wird.Während der kurzen anodischen Strompulse findet ein Entmetallisierungsvorgang
mit einer wesentlich höheren Stromdichte als während der kathodischen Pulsphase statt.
Vorteilhaft ist etwa der Faktor 4 der anodischen zur kathodischen Pulsphase.
[0008] Die Leiterplatten werden beidseitig, d. h. an ihren Vorder- und Rückseiten mit getrennten
Badstromversorgungen galvanisiert. Als Beispiel werden fünf elektrolytische Bäder
einer horizontalen Galvanisieranlage betrachtet. Sie haben je Seite beispielsweise
fünf Badstromversorgungseinheiten mit je 1.000 Ampere Nennstrom, d. h. 10 Badstromversorgungsgeräte
mit insgesamt 10.000 Ampere. Die Badspannung zum Galvanisieren liegt bei sauren Kupferelektrolyten
bei 1 bis 3 Volt und ist stromdichteabhängig. Wegen der hohen Ströme wird als Beispiel
die Energiebilanz für den Schaltungsvorschlag in der Druckschrift DE 40 05 346 A1
betrachtet (Fig.7). Ein mit dieser Schaltungsanordnung erzeugter positiver Puls als
Galvanisierpuls mit einer Dauer von t = 10 Millisekunden und ein negativer Puls als
Entmetallisierungspuls mit einer wesentlich größeren Amplitude mit einer Dauer von
t = 1 Millisekunden werden für die nachfolgende Betrachtung zugrundegelegt. Ungenauigkeiten
durch geringe Flankensteilheiten werden hierbei vernachlässigt. Somit führen für die
Dauer von 10 Millisekunden die Halbleiterelemente 6, 9, 5 in der in Fig. 7 dargestellten
Schaltungsanordnung den vollen Galvanisierstrom. Die Verlustleistung dieser Schaltelemente
beträgt je Badstromversorgung mit den oben angegebenen Flußspannungen U
F in Höhe von (2Volt + 1Volt + 2Volt) x 1.000 Ampere = 5.000 Watt. Für die Dauer von
1 Millisekunde führen dann die Halbleiterelemente 7 und 8 gemäß Aufgabenstellung den
vierfachen Strom. Diese Verlustleistung beträgt P
v =(2Volt + 2Volt) x 4.000 Ampere = 16.000 Watt. Die mittlere Hochstromschalter-Verlustleistung
eines 11 Millisekunden langen Zyklus liegt damit bei 6.000 Watt. Mit 10 Badstromversorgungen
ergibt dies eine Verlustleistung von 60 kW (kilo Watt). Zur Wirkungsgradbestimmung
ist diese Leistung mit der Leistung zu vergleichen, die zum Galvanisieren und zum
Entmetallisieren direkt am elektrolytischen Bad umgesetzt wird. Die Badspannungen
werden hierzu für saure Kupferbäder mit 2 Volt zum Galvanisieren und mit 7 Volt zum
Entmetallisieren angenommen. Damit beträgt der Mittelwert der Badgesamtleistung zum
Pulsgalvanisieren ca. 4,5 kW (für 10 Millisekunden 2 Volt x 1.000 Ampere und für 1
Millisekunden 7 Volt x 4.000 Ampere). Mit den oben berechneten Verlusten in Höhe von
6 kW liegt somit allein der Wirkungsgrad der Hochstromschalter, bezogen auf die Badgesamtleistung,
deutlich unter 50 %.
[0009] Eine derart mit elektronischen Hochstromschaltern ausgerüstete Galvanisieranlage
arbeitet völlig unwirtschaftlich. Zudem ist der technische Aufwand für die elektronischen
Schalter und deren Kühlung sehr groß. Dies hat zur Folge, daß derartige Pulsstromgeräte
auch ein großes Volumen haben, was einem räumlich nahen Aufstellen an der elektrolytischen
Zelle entgegensteht. Die räumliche Nähe ist aber notwendig, um in der Zelle an den
Elektroden die geforderte Flankensteilheit des Badstromes zu erzielen. Lange elektrische
Leiter wirken mit ihren parasitären Induktivitäten einem schnellen Stromanstieg entgegen.
[0010] Elektromechanische Schalter haben im Vergleich zu den elektronischen Schaltern einen
deutlich geringeren Spannungsabfall im geschalteten Zustand. Schalter bzw. Schütze
sind jedoch für die geforderte hohe Pulsfrequenz in Höhe von 100 Hertz völlig ungeeignet.
Aus den beschriebenen technischen Gründen beschränkt sich das bekannte Pulsgalvanisieren
auf spezielle Anwendungen und vorzugsweise auf im galvanotechnischen Sinne niedrige
Pulsströme.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt von daher das Problem zugrunde, ein Verfahren und
eine Schaltungsanordnung zu finden, mit denen es möglich ist, kurze, sich zyklisch
wiederholende uni- oder bipolare pulsförmige hohe Ströme zum Galvanisieren zu erzeugen,
ohne daß die genannten Nachteile auftreten, insbesondere ohne daß diese mit erheblicher
Verlustleistung erzeugt werden. Außerdem soll die hierfür erforderliche elektronische
Schaltung auch kostengünstig realisiert werden.
[0012] Gelöst wird das Problem durch die in den Patentansprüchen 1 und 11 angegebene Erfindung.
[0013] Die Erfindung besteht darin, daß in einen Galvanisiergleichstromkreis, kurz Hochstromkreis
genannt, umfassend eine Badgleichstromquelle, elektrische Leiter und eine elektrolytische
Zelle mit dem Galvanisiergut und Anode auf induktivem Wege mittels eines geeigneten
Bauelements, beispielsweise eines Stromtransformators, ein pulsförmiger Strom derart
gepolt eingekoppelt wird, daß der Badgleichstrom kompensiert oder überkompensiert
wird. Das Bauelement wird mit der elektrolytischen Galvanisierzelle in Reihe geschaltet.
Beispielsweise wird hierzu die Stromtransformator-Sekundärwicklung mit niedriger Windungszahl
in den Badgleichstromkreis in Serie so geschaltet, daß sie vom Badgleichstrom durchflossen
wird. Primärseitig weist der Stromtransformator eine hohe Windungszahl auf, so daß
die sie speisenden Pulse entsprechend des Übersetzungsverhältnisses einen niedrigen
Strom mit hoher Spannung haben können. Die induzierte pulsförmige niedrige Sekundärspannung
treibt den hohen Kompensationsstrom. Zum Schließen des Stromkreises für den pulsförmigen
Kompensationsstrom dient ein Kondensator, der parallel zur Badgleichstromquelle geschaltet
ist.
[0014] Die Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 6 näher erläutert. Es zeigen:
- Figuren 1a bis 1e
- unipolare und bipolare Galvanisierstromverläufe, so wie sie üblicherweise in der Praxis
eingesetzt werden;
- Figuren 2a und 2b
- Schaltungsanordnung zur Einspeisung des Kompensationsstromes in den Hochstromkreis;
Figur 2a gilt während des Galvanisierens und Figur 2b während des Entmetallisierens;
- Figur 3
- eine schematische Darstellung des Stromdiagramms für den Badstrom bei Verwendung der
in Figur 2 dargestellten Schaltungsanordnung;
- Figur 4a
- Spannungsverläufe im Hochstromkreis unter Berücksichtigung der Anstiegs- und Abfallzeiten;
- Figur 4b
- ein elektrisches Schaltbild mit eingetragenen Potentialen;
- Figur 5
- eine mögliche Ansteuerungsschaltung für den Stromtransformator;
- Figur 6
- eine Gesamtansicht der Schaltungsanordnung zur Anwendung zum Galvanisieren von Leiterplatten,
- In Figur 7
- ist ist eine herkömmliche Schaltungsanordnung, beschrieben in DE 40 05 346 A1, dargestellt.
[0015] In den Figuren soll ein positiv gezeichneter Badstrom für das elektrolytische Metallisieren
gelten, d. h. das Behandlungsgut ist gegenüber der Anode negativ gepolt. Ein negativ
gezeichneter Badstrom soll für das elektrolytische Entmetallisieren gelten. Das Behandlungsgut
ist in diesem Fall gegenüber der Anode positiv gepolt.
[0016] Das Diagramm in Figur 1a gilt für das Galvanisieren mit Gleichstrom. In Figur 1b
wird der Badstrom kurzzeitig unterbrochen. Er bleibt jedoch unipolar, das heißt die
Stromrichtung wird nicht umgepolt. Die Pulszeiten liegen vorzugsweise in der Größenordnung
von 0,1 Millisekunden bis zu Sekunden. Die Pausenzeiten sind entsprechend kürzer.
Figur 1c zeigt einen pulsförmigen unipolaren Strom mit unterschiedlichen Amplituden.
Figur 1d zeigt einen bipolaren, das heißt kurzzeitig umgepolten pulsförmigen Strom
mit einer langen Galvanisierzeit und mit einer kurzen Entmetallisierzeit. Die Entmetallisierungsamplitude
beträgt hier ein Vielfaches der Metallisierungsamplitude. Insgesamt fließt jedoch
bei einer Galvanisierzeit von z. B. 10 Millisekunden und bei einer Entmetallisierzeit
von 1 Millisekunde ein deutlicher Überschuß der für die Galvanisierung gegenüber der
für die Entmetallisierung benötigten Ladungsmenge. Diese Pulsform ist für das beidseitige
Galvanisieren von Leiterplatten mit feinen Löchern bevorzugt geeignet. In Figur le
ist eine doppelte Pulsform dargestellt, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielt
werden kann. Unipolare Pulse wechseln hier mit bipolaren Pulsen ab.
[0017] Die Galvanisierzelle stellt für den Galvanisierstrom in guter Näherung eine ohmsche
Last dar. Bei einer Badstromversorgung gemäß Figur 1b sind deshalb Badstrom und Badspannung
in Phase. Die geringen parasitären Induktivitäten der elektrischen Leiter zur elektrolytischen
Zelle und zur Stromquelle zurück sind vernachlässigbar. Pulsströme beinhalten dagegen
Wechselströme. Mit zunehmender Flankensteilheit der Pulse wird der Anteil der hohen
Frequenzen der Wechselströme größer. Steile Pulsflanken haben eine kurze Pulsanstiegs-
und -abfallzeit. Die Leitungsinduktivitäten stellen induktive Widerstände für diese
Wechselströme dar. Sie verzögern die Pulsflanken. Diese Effekte werden im nachfolgenden
jedoch nicht betrachtet. Sie sind unabhängig von der Art der Pulserzeugung und daher
immer gleich, wenn keine besonderen Maßnahmen ergriffen werden. Die einfachsten Maßnahmen
bestehen darin, sehr kurze elektrische Leitungen mit sehr niedrigen ohmschen und induktiven
Widerständen zu verwenden. In den Figuren wird zur Vereinfachung der Zeichnung der
Galvanisierstrom immer in Phase mit der Spannung dargestellt bzw. angenommen.
[0018] Die Figuren 2a und 2b zeigen die erfindungsgemäße Einspeisung des pulsförmigen Kompensationsstromes
mittels des Stromtransformators 1. Die Badgleichstromquelle 2 ist durch elektrische
Leiter 3 mit dem elektrolytischen Bad, das hier als Badwiderstand R
B mit der Bezugszahl 4 dargestellt ist, verbunden. In diesen Hochstromkreis 5 ist die
Sekundärwicklung 6 des Stromtransformators 1 in Serie mit dem elektrolytischen Bad
geschaltet. Die Primärseite 7 des Trafos wird von einer Leistungs-Pulselektronik 8
gespeist. Die Leistungs-Pulselektronik 8 wird über den Netzspannungsanschluß 9 mit
Energie versorgt. Die Strom- und Spannungsverläufe für die Pulse gemäß Figur 1d entsprechen
prinzipiell auch den Pulsformen der anderen Diagramme in Figur 1. Sie unterscheiden
sich nur in der momentanen Größe des Kompensationsstromes. Deshalb werden die zu Figur
1d gehörenden Spannungen bzw. Ströme in die nachfolgenden Figuren eingezeichnet und
betrachtet.
[0019] Die Figur 2a zeigt den Betriebszustand während des Galvanisierens. Als ein Beispiel
sind Potentiale in Klammern eingezeichnet. Der Kondensator C ist auf die Spannung
U
C ≈ U
GR aufgeladen. Die Spannung U
TS am Stromtransformator 1 beträgt 0 Volt. Damit liegt, von Spannungsabfällen an den
Leitungswiderständen und am Widerstand der Sekundärwicklung 6 abgesehen, die Gleichrichterspannung
U
GR am Badwiderstand R
B an und bewirkt den Galvanisierstrom I
G. Dieser temporäre Zustand entspricht dem Galvanisieren mit Gleichstrom. Im Hochstromkreis
5 werden erfindungsgemäß keine Schalter benötigt.
[0020] Figur 2b zeigt den Betriebszustand während des Entmetallisierens. Die Potentiale
können nicht mehr statisch betrachtet werden. Deshalb werden in Figur 2b die Potentiale
für das zeitliche Ende des Entmetallisierungspulses in Klammern eingetragen. Ausgangspunkt
sind die Potentiale der Figur 2a. Die Leistungs-Pulselektronik 8 speist die Primärwicklung
7 des Stromtransformators 1 mit einem sich zeitlich in der Amplitude ändernden Strom.
Die Stromflußzeit entspricht der Dauer des Kompensationsstromflusses im Hauptstromkreis
5. Die Primärspannung U
TP am Transformator ist so groß, daß entsprechend der Transformatorwindungszahlen sekundär
eine Transformatorpulsspannung U
TS erzielt wird, die in der Lage ist, den geforderten Kompensationsstrom I
K zu treiben. Dabei wird der Kondensator C mit der Zeitkonstante T = R
B x C, von der Spannung U
C ≈ U
GR ausgehend, weiter mit der Spannung U
TS aufgeladen. Der Ladestrom ist der Kompensationsstrom I
K und zugleich der Entmetallisierungsstrom I
E. Bei großer Kapazität des Kondensators C kann die Spannungsanhebung in der kurzen
Zeit des Ladestromflusses niedrig gehalten werden. Anstelle des Kondensators C kann
grundsätzlich auch ein Akkumulator Verwendung finden. Die Badgleichstromquelle 2,
bestehend aus einer Gleichrichterbrückenschaltung schaltet sich für die Dauer der
Entmetallisierzeit selbsttätig ab, weil durch die Aufladung die Spannung U
C > U
GR wird. Ohne daß zusätzliche Schaltelemente verwendet werden, speist die Gleichstromquelle
2 während der Zeitspanne, in der der Badstrom I
GR durch die induzierte Spannung U
TS in den Stromkreis eingespeist wird, daher selbsttätig keinen Strom in den Stromkreis
ein. Nach der Stromkompensation wird der Badstrom jedoch von der Gleichstromquelle
wieder geliefert. Zur Vermeidung eines kurzzeitigen Rückwärtsstromes im Abschaltmoment
bei trägen Gleichrichterelementen in der Badgleichstromquelle 2 kann eine Drossel
11 in den Hochstromkreis 5 eingefügt werden. Auf dem Weg über den Stromtransformator
1 wird die Energie zum Entmetallisieren aufgebracht. Der hohe, jedoch zeitlich kurze
Entmetallisierstrom I
E in der Sekundärwicklung 6 wird primär eingespeist. Mit dem Stromtransformator-Übersetzungsverhältnis
ü ist der Strom untersetzt.
[0021] Hat dieser Transformator ein Untersetzungsverhältnis von z. B. 100 : 1, so sind für
einen Kompensationsstrom I
K von 4.000 Ampere primär nur ca. 40 Ampere einzuspeisen. Für die Sekundärspannung
U
TS = 10 Volt sind in diesem Beispiel primär ca. 1.000 Volt erforderlich. Die Leistungs-Pulselektronik
ist also für eine hohe Spannung und für vergleichsweise niedrige pulsförmige Ströme
zu dimensionieren. Dafür stehen kostengünstige Halbleiterbauelemente zur Verfügung.
Somit ist auch für den hohen Entmetallisierungsstrom im Hauptstromkreis 5 kein Hochstromschalter
notwendig.
[0022] Die zur Pulserzeugung aufzuwendende Verlustleistung ist im Vergleich zu bekannten
Verfahren sehr gering. Schon die Berechnung der dominierenden Verluste zeigt den Unterschied:
In der Leistungs-Pulselektronik zur Erzeugung primärseitiger Pulsströme, u. a. bestehend
aus einem elektronischen Schalter mit einer Flußspannung U
F = 2 Volt, beträgt die Schalterverlustleistung P = 40 Ampere x 2 Volt x (ca.) 10 %
Stromflußzeit ≈ 8 Watt. Desgleichen sind 8 Watt für den umgekehrten Transformatorstromfluß
zur Transformatorsättigung nötig. Bei 10 Badstromversorgungen ergibt sich damit eine
Verlustleistung von zusammen etwa 160 Watt. Für den Vergleich der gesamten Schalterverluste
der erfindungsgemäßen Schaltung mit den Verlusten der bekannten Schaltungen müssen
bei der erfindungsgemäßen Schaltung die Stromtransformatorverluste einbezogen werden.
Wird eine sehr gute Kopplung des Transformators z. B. mit einem Schnittband-Ringkern
und mit hochpermeablen dünnen Blechen verwendet, so ist mit einem Transformator-Wirkungsgrad
von η = 90 % zu rechnen. Daher betragen diese Verluste bei einem Kompensationsstrom
von 4.000 Ampere und einer Spannung von 7 Volt mit ca. 10 % Stromflußzeit insgesamt
etwa 560 Watt. Damit ergibt sich für 10 erfindungsgemäße Badstromversorgungen eine
Gesamtverlustleistung zur Erzeugung des pulsförmigen Galvanisierstromes in Höhe von
160 Watt für die Schalter und 5.600 Watt für die Strom-Transformatoren. In der Summe
sind dies für die dominierenden Verluste ca. 6 kilo Watt. Im oben berechneten Beispiel
nach dem Stand der Technik waren dies bei Verwendung von 10 Badstromversorgungen dagegen
etwa 60 kilo Watt.
[0023] Der technische Aufwand zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist ebenfalls
wesentlich geringer als bei Verwendung herkömmlicher Schaltungsanordnungen. Es werden
nur passive Bauelemente mit den hohen Galvanisierströmen und mit den noch höheren
Entmetallisierströmen belastet. Dies steigert die Zuverlässigkeit der Pulsstromversorgungsgeräte
wesentlich. Derart ausgerüstete Galvanoanlagen haben daher eine deutlich höhere Verfügbarkeit.
Erreicht wird das zudem mit wesentlich geringerem Investitionsaufwand. Zugleich ist
der fortlaufende Energieverbrauch geringer. Wegen des geringeren technischen Aufwandes
ist das Volumen derartiger Pulsgeräte klein, so daß deren Realisierung in Badnähe
erleichtert ist. Die Leitungsinduktivitäten des Hauptstromkreises reduzieren sich
daher auch auf ein Minimum.
[0024] In Figur 3 ist der pulsförmige Stromverlauf an dem Badwiderstand R
B (Galvanisierzelle 20) schematisch dargestellt. Wegen des ohmschen Widerstandes R
B sind hier Badstrom und Badspannung in Phase. Im Zeitpunkt t
1 beginnt der Kompensationsstromfluß. Die Größe und Richtung wird von den Momentanspannungen
U
C und U
TS bestimmt. Im Zeitpunkt t
2 endet der Kompensationsstromfluß. Der darauf folgende Galvanisierstrom I
G wird von der Gleichrichterspannung U
GR bestimmt, jeweils in Verbindung mit dem Badwiderstand R
B.
[0025] Der zeitliche Verlauf der Spannungen ist in den Diagrammen der Figuren 4 a und 4b
genauer dargestellt. Der Galvanisierstrom I
G ist mit der Galvanisierspannung U
G praktisch in Phase. I
G ist wegen des gleichen Verlaufes deshalb nicht eingezeichnet. Zum Zeitpunkt t=0 sind
die Gleichrichterspannung U
GR, die Kondensatorspannung U
C und ferner auch die Galvanisierspannung U
G ungefähr gleich. Die Spannung U
TS beträgt zu diesem Zeitpunkt 0 Volt. Im Zeitpunkt t
1 beginnt der Anstieg des Spannungspulses U
TS1 an der Sekundärwicklung 6 des Stromtransformators 1. Die Spannung U
TS1 ist so gepolt, daß die Galvanisierspannung U
G1 negativ wird, so daß entmetallisert werden kann. U
G wird gebildet aus der Summe der Momentanspannungen U
C und U
TS. Die Spannung U
TS ist am Kondensator C in Richtung der bestehenden Ladung gepolt. Der Kondensator C
beginnt sich daher auf die Spannung U
TS weiter aufzuladen und zwar mit der Zeitkonstanten T = R
B x C. Im Zeitpunkt t
2 beginnt der Abfall des Spannungspulses U
TS1. Wegen der endlichen Induktivität des Stromtransformator-Sekundärkreises endet der
abfallende Spannungspuls nicht an der Nullinie. Durch Spannungsinduktion tritt eine
umgekehrt gepolte Spannung U
TS2 auf. Diese addiert sich jetzt mit der Kondensatorspannung U
C. Am Badwiderstand R
B tritt eine kurzzeitige Spannungsüberhöhung U
G2 auf. Der Kondensator C beginnt sich mit der Zeitkonstanten T = R
B x C zu entladen, wobei er zumindest partiell oder auch vollständig entladen wird.
Im Zeitpunkt t
3 beträgt die Spannung U
TS daher 0 Volt. Die Badgleichstromquelle U
GR übernimmt wieder die Speisung des Badwiderstands R
B, so daß U
G ≈ U
GR ist. Die Spannungen U
GR, U
C und U
G sind dann wieder ungefähr gleich groß. Die kurzzeitige Spannungsüberhöhung am Badwiderstand
R
B ist aus galvanotechnischen Gründen unerwünscht. In der Praxis sind diese Spitze und
die weiteren Spitzen, anders als hier dargestellt, deutlich abgerundet. Eine Freilaufdiode
parallel zur Sekundärwicklung oder parallel zu einer weiteren Wicklung auf dem Kern
des Stromtransformators bewirken bedarfsweise eine weitere Abschwächung der Spannungserhöhung
am Badwiderstand R
B. Dafür steht die geringere Überspannung dann länger an. Auf diese bekannten Beschaltungen
von Induktivitäten soll hier nicht weiter eingegangen werden, desgleichen auch nicht
auf die Konstruktion des Stromtransformators, der als Pulstransformator aufzubauen
ist. Pulse sind primärseitig in den Transformator so einzuspeisen, daß eine magnetische
Sättigung des Transformatoreisens vermieden wird. Zur Entsättigung steht nach jedem
Strompuls in den Pulspausen genügend Zeit zur Einspeisung eines Stromes mit umgekehrter
Polarität zur Verfügung. Zu diesem Zweck kann eine zusätzliche Wicklung auf den Transformatorkern
aufgebracht werden. Ein Beispiel zur primärseitigen Ansteuerung des Stromtransformators
1 zeigt Figur 5. Eine Hilfsspannungsquelle 12 wird von einem Ladekondensator 13 mit
der Kapazität C gestützt. Ein elektronischer Schalter 14, hier ein IGBT (Isolated
Gate Bipolar Transistor), wird von Spannungspulsen 15 angesteuert. Im durchgeschalteten
Zustand des elektronischen Schalters 14 fließt in die Teilwicklung I der Primärwicklung
7 des Stromtransformators ein Primärstrom und zur Vereinfachung der Schaltung ein
Entsättigungsstrom in der Teilwicklung II. Im nicht durchgeschalteten Zustand fließt
nur ein Entsättigungstrom in der Teilwicklung II. Zur Aufwandreduzierung wird hier
für diesen Strom auf einen möglichen weiteren elektronischen Schalter verzichtet.
Die Windungszahlen der Teilwicklungen I und II sowie der Vorwiderstand 17, über den
permanent ein Strom geringer Größe fließt, sind aufeinander so abgestimmt, daß eine
Sättigung des Transformatoreisens nicht erfolgt. Den primären Strom I
TP zeigt schematisch das Stromdiagramm 18 in der Figur 5.
[0026] Figur 6 zeigt die Anwendung der Pulsstromeinheiten 19 in einem Galvanisierbad 20
mit vertikal angeordnetem Galvanisiergut, für das zwei Badgleichstromquellen 2 für
die Vorderseite und die Rückseite des flachen Galvanisiergutes, zum Beispiel einer
Leiterplatte, verwendet werden. Jede Seite der Leiterplatte 21 wird separat von einer
dieser Stromquellen 2 mit Galvanisierstrom versorgt. Jeder Leiterplattenseite ist
eine Anode 22 gegenüberliegend angeordnet. Während des kurzen Entmetallisierungspulses
arbeiten diese Anoden als Kathoden gegenüber dem Behandlungsgut, das dann anodisch
gepolt ist.
Beide Pulsstromeinheiten können zueinander asynchron oder synchron arbeiten. Zur Lochgalvanisierung
von Leiterplatten ist es vorteilhaft, wenn die gleichfrequenten Pulsfolgen beider
Pulsstromeinheiten synchronisiert sind und wenn zugleich eine Phasenverschiebung der
Pulse vorliegt. Die Phasenverschiebung muß derart sein, daß während der Galvanisierphase
auf der einen Leiterplattenseite der Entmetallisierungspuls auf der anderen Seite
auftritt und umgekehrt. In diesem Falle wird die Metallstreuung, daß heißt die Lochgalvanisierung,
verbessert. Die gleichfrequenten Pulsfolgen können aber bei getrennter elektrolytischer
Behandlung der Vorder- und der Rückseite des Behandlungsgutes auch asynchron zueinander
laufen.
[0027] Die Erfindung eignet sich für alle Pulsgalvanisierverfahren. Sie kann in vertikal
oder horizontal arbeitenden Galvanisieranlagen, Tauch- und Durchlaufanlagen, zur Anwendung
kommen. In letzteren wird plattenförmiges Galvanisiergut während des Behandelns in
horizontaler oder vertikaler Lage gehalten. Die in dieser Beschreibung genannten Zeiten
und Amplituden können in praktischen Anwendungsfällen in weiten Bereichen geändert
werden.
[0028] In der Beschreibung verwendete Begriffe:
- UG
- Galvanisierspannung
- UGR
- Gleichrichterspannung
- UC
- Kondensatorspannung
- UTP
- Primäre Transformatorpulsspannung
- UTS
- Sekundäre Transformatorpulsspannung
- UF
- Flußspannung
- IG
- Galvanisierstrom
- IE
- Entmetallisierstrom
- IK
- Kompensationsstrom
- PV
- Verlustleistung
- ü
- Stromtransformator-Übersetzungsverhältnis
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Stromtransformator
- 2
- Badgleichstromquelle
- 3
- Elektrische Leiter
- 4
- Badwiderstand RB
- 5
- Hochstromkreis
- 6
- Sekundärwicklung des Stromtransformators
- 7
- Primärwicklung des Stromtransformators
- 8
- Leistungs-Pulselektronik
- 9
- Netzanschluß
- 10
- Kondensator mit der Kapazität C
- 11
- Drossel
- 12
- Hilfsspannungsquelle
- 13
- Ladekondensator mit der Kapazität CL
- 14
- Elektronischer Schalter
- 15
- Spannungsimpulse
- 16
- Spannungsdiagramm
- 17
- Vorwiderstand
- 18
- Stromdiagramm
- 19
- Pulsstromeinheit
- 20
- Galvanisierzelle
- 21
- Behandlungsgut
- 22
- Anode
1. Verfahren zur Erzeugung von kurzen sich zyklisch wiederholenden unipolaren oder bipolaren
pulsförmigen Strömen IG, IE zum Galvanisieren, dadurch gekennzeichnet, daß in einen von einer Gleichstromquelle
(2) und einer Galvanisierzelle (20) mit einem Badwiderstand RB gebildeten Galvanisiergleichstromkreis (5) mittels eines in Reihe mit der Galvanisierzelle
(20) geschalteten Bauelements (1) auf induktivem Wege ein pulsförmiger Kompensationsstrom
Ik derart gepolt eingekoppelt wird, daß der von der Gleichstromquelle (2) gelieferte
Badstrom kompensiert oder überkompensiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Bauelement (1) ein Transformator
verwendet wird.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kompensationsstrom
Ik zur Aufladung eines als Kapazität C wirkenden Bauelements (10), vorzugsweise eines
Kondensators oder eines Akkumulators, geführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das als
Kapazität C wirkende Schaltungselement (10) während der Zeitspannen, in denen der
Badstrom nicht kompensiert oder überkompensiert wird, partiell entladen wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung
von unipolaren Strompulsen die Amplitude des pulsförmigen Kompensationsstromes Ik höchstens so groß eingestellt wird wie die Amplitude des von der Gleichstromquelle
(2) gelieferten Badstromes.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Erzeugung von bipolaren Strompulsen die Amplitude des pulsförmigen Kompensationsstromes
Ik größer eingestellt wird als die Höhe des von der Gleichstromquelle (2) gelieferten
Badstromes.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Amplitude
des pulsförmigen Stromes zum Entmetallisieren IE größer eingestellt wird als die Amplitude des pulsförmigen Stromes zum Metallisieren
IG und daß die Pulsdauer des Stromes IE kürzer eingestellt wird als die Pulsdauer des Stromes IG.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei getrennter
elektrolytischer Versorgung der Vorder- und Rückseite eines Galvanisiergutes mit pulsförmigem
Stromdie gleichfrequenten Pulsfolgen beider Seiten synchron eingestellt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den pulsförmigen Strömen
an der Vorder- und Rückseite des Galvanisiergutes eine konstante Phasenverschiebung
so eingestellt wird, daß auf beiden Seiten des Galvanisiergutes nicht zugleich entmetallisiert
wird.
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als das
in Reihe mit der Galvanisierzelle geschaltete Bauelement (1) ein Ringkern-Stromtransformator
verwendet wird.
11. Schaltungsanordnung zum Galvanisieren, mit der kurze sich zyklisch wiederholende unipolare
oder bipolare pulsförmige Ströme IG, IE erzeugt werden können, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen
1 bis 10, gekennzeichnet durch einen von einer Gleichstromquelle (2) und einer Galvanisierzelle
(20) gebildeten Galvanisiergleichstromkreis (5), in den mittels eines in Reihe mit
der Galvanisierzelle (20) geschalteten Bauelements (1) auf induktivem Wege ein pulsförmiger
Kompensationsstrom Ik derart gepolt einkoppelbar ist, daß der von der Gleichstromquelle (2) gelieferte
Badstrom kompensiert oder überkompensiert wird.
12. Schaltungsanordnung nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch eine zur Gleichstromquelle
(2) parallel geschaltete Kapazität C
13. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 11 oder 12, gekennzeichnet durch einen
Stromtransformator als Bauelement (1) mit einer Primärwicklung (7) und einer Sekundärwicklung
(6), wobei die Sekundärwicklung in Reihe mit der Gleichstromquelle (2) geschaltet
ist und die Primärwicklung eine größere Windungszahl aufweist als die Sekundärwicklung.
1. Method of generating short, cyclically repeating, unipolar or bipolar, pulse-shaped
electroplating currents IG, IE, characterised in that a pulse-shaped compensation current Ik is introduced inductively into an electroplating direct-current circuit (5), which
is formed from a direct-current source (2) and an electroplating cell (20) having
a bath resistance RB, by means of a constructional element (1), which is connected in series with the
electroplating cell (20), in such a poled manner that the bath current, supplied from
the direct-current source (2), is compensated-for or is overcompensated-for.
2. Method according to claim 1, characterised in that a transformer is used as the constructional
element (1).
3. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the compensation
current Ik is provided for charging a circuit element (10), which acts as capacitance C, preferably
a capacitor or an accumulator.
4. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the circuit
element (10), which acts as capacitance C, is partially discharged during the intervals
of time in which the bath current is not compensated-for or overcompensated-for.
5. Method according to one of the preceding claims, characterised in that, to generate
unipolar current pulses, the maximum amplitude of the pulse-shaped compensation current
Ik is set to be as high as the amplitude of the bath current supplied from the direct-current
source (2).
6. Method according to one of the preceding claims 1 to 4, characterised in that, to
generate bipolar current pulses, the amplitude of the pulse-shaped compensation current
Ik is set to be greater than the level of the bath current supplied from the direct-current
source (2).
7. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the amplitude
of the deplating pulse-shaped current IE is set to be greater than the amplitude of the plating pulse-shaped current IG, and in that the pulse duration of the current IE is set to be shorter than the pulse duration of the current IG.
8. Method according to one of the preceding claims, characterised in that, when the front
and rear sides of an article to be electroplated are separately and electrolytically
supplied with pulse-shaped current, the pulse sequences of both sides, having identical
frequency, are set synchronously.
9. Method according to claim 8, characterised in that a constant phase shift is set between
the pulse-shaped currents at the front and rear sides of the article to be electroplated
in such a manner that deplating is not effected simultaneously on both sides of the
article to be electroplated.
10. Method according to one of the preceding claims, characterised in that a toroidal
core current transformer is used as the constructional element (1) connected in series
with the electroplating cell.
11. Circuit arrangement for electroplating purposes, by means of which arrangement short,
cyclically repeating, unipolar or bipolar, pulse-shaped currents IG, IE can be generated, more especially for accomplishing the method according to claims
1 to 10, characterised by an electroplating direct-current circuit (5), which is formed
from a direct-current source (2) and an electroplating cell (20), and into which circuit
a pulse-shaped compensation current Ik can be introduced inductively by means of a constructional element (1), which is
connected in series with the electroplating cell (20), in such a poled manner that
the bath current, supplied from the direct-current source (2), is compensated-for
or is overcompensated-for.
12. Circuit arrangement according to claim 11, characterised by a capacitance C which
is connected in parallel with the direct-current source (2).
13. Circuit arrangement according to one of claims 11 or 12, characterised by a current
transformer as a constructional element (1) having a primary winding (7) and a secondary
winding (6), the secondary winding being connected in series with the direct-current
source (2), and the primary winding having a greater number of windings than the secondary
winding.
1. Procédé de production de brefs courants IG, IE en forme d'impulsions, unipolaires ou bipolaires, à répétition cyclique, destinés
à un processus galvanoplastique, caractérisé en ce que, au moyen d'un module (1) branché
en série avec la cellule d'électrolyse (20), un courant de compensation Ik en forme d'impulsions est introduit par voie inductive dans un circuit à courant
continu pour électrolyse (5), formé par une source de courant continu (2) et une cellule
d'électrolyse (20) présentant une résistance de bain RB, avec une polarisation telle que le courant pour le bain, fourni par la source de
courant continu (2), est compensé ou surcompensé.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le module (1) utilisé est
un transformateur.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le courant de compensation Ik est utilisé pour le chargement d'un module (10), agissant comme une capacité C, de
préférence un condensateur ou un accumulateur.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le module du circuit (10), agissant comme une capacité C, est partiellement déchargé
pendant les intervalles de temps durant lesquels le courant pour le bain n'est pas
compensé ou surcompensé.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que,
pour produire des impulsions de courant unipolaires, l'amplitude du courant de compensation
Ik en forme d'impulsions doit être réglée au maximum à la même valeur que l'amplitude
du courant pour le bain fourni par la source de courant continu (2).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, pour
produire des impulsions de courant bipolaires, l'amplitude du courant de compensation
Ik en forme d'impulsions doit être réglée à une valeur supérieure à celle de la hauteur
du courant pour le bain fourni par la source de courant continu (2).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
l'amplitude du courant en forme d'impulsions destiné à la démétallisation IE doit être réglée à une valeur supérieure à celle de l'amplitude du courant en forme
d'impulsions destiné à la métallisation IG. et en ce que la durée des impulsions du courant IE est réglée à une valeur inférieure à celle de la durée des impulsions dans le courant
IG.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que,
en cas de traitement électrolytique séparé de la partie avant et de la partie arrière
de la pièce à traiter avec des courants en forme d'impulsions, les séquences d'impulsions
sur les deux côtés sont réglées de manière synchrone à la même fréquence.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce qu'un décalage de phase constant
entre les courants en forme d'impulsions sur la partie avant et ceux sur la partie
arrière de la pièce à traiter, est réglé de telle sorte que la démétallisation ne
se produise pas en même temps sur les deux côtés de la pièce à traiter.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le module (1) utilisé, branché en série avec la cellule d'électrolyse, est un transformateur
toroïdal.
11. Système de circuit destiné à un processus galvanoplastique, permettant de produire
de brefs courants IG, IE en forme d'impulsions. unipolaires ou bipolaires, à répétition cyclique, en particulier
pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10,
caractérisé par un circuit à courant continu pour électrolyse (5), formé par une source
de courant continu (2) et une cellule d'électrolyse (20), dans lequel est introduit
par voie inductive, au moyen d'un module (1) branché en série avec la cellule d'électrolyse
(20), un courant de compensation Ik en forme d'impulsions avec une polarisation telle que le courant pour le bain, fourni
par la source de courant continu (2), est compensé ou surcompensé.
12. Système de circuit selon la revendication 11, caractérisé par une capacité C branchée
en parallèle avec la source de courant continu (2).
13. Système de circuit selon la revendication 11 ou 12, caractérisé par un transformateur
de courant conçu comme un module (1) comportant un enroulement primaire (7) et un
enroulement secondaire (6), l'enroulement secondaire étant branché en série avec la
source de courant continu (2) et l'enroulement primaire comportant un plus grand nombre
de spires que l'enroulement secondaire.