[0001] Zur Verbrennung von stückigem Brennstoff, der auf einem rotierenden kegelförmigen
oder kegelähnlichen Verbrennungsrost liegt, ist es bekannt, die Verbrennungsluft als
Unter- und Oberwind zuzuführen.
[0002] Für die Zuführung des Unterwindes ist es bekannt, unterhalb des rotierenden Verbrennungsrostes
feststehende Blaskanäle anzuordnen, die gegen den Verbrennungsrost gerichtete Öffnungen
haben, aus denen der Unterwind aufwärts gegen die Unterseite des Verbrennungsrostes
geblasen wird. Der Verbrennungsrost hat Öffnungen zwischen den ihn bildenden Roststäben,
durch den der Unterwind jedoch nur zum kleinen Teil strömen kann, weil der auf dem
Verbrennungsrost liegende Brennstoff diese Öffnungen teilweise versperrt. Der größere
Teil des Unterwindes wird daher gewöhnlich seitlich und nach unten abgelenkt. Der
auf dem Verbrennungsrost liegende Brennstoff erhält dadurch nicht genügend Verbrennungsluft.
[0003] Ein erheblicher Nachteil ist ferner, daß in dem in der vorgenannten Weise abgelenkten
Unterwind mitgerissene gas- und staubförmige Brennstoffanteile enthalten sind, die
brennen. Die dadurch entstehenden Flammstrahlen überhitzen und korrodieren das metallische
Material des Verbrennungsrostes, insbesondere dessen aus radialen Tragarmen und zirkularen
Ringen bestehende Tragstruktur. Mit steigendem Heizwert des Brennstoffs werden solche
Überhitzungen und Korrosionen gravierender.
[0004] Zur Nachverbrennung der vom Verbrennungsrost aufsteigenden Flammgase ist es bekannt,
diesen Oberluft zuzuführen. Bei bekannten Verfahren erfolgte dieses in der Weise,
daß die Flammgasströmung die Oberluft von selbst ansaugte.
[0005] Nachteilig bei solchen Rostfeuerungen war ein noch immer unvollständiger Ausbrand
des Brennstoffs, der sich in einem entsprechend hohen CO-Anteil in den Verbrennungsabgasen
äußerte. Schließlich enthielten diese auch noch einen erheblichen Anteil mitgerissener
Feststoffpartikel, insbesondere Flugasche, die eine Abscheidung mittels Filteranlagen
und dgl. erforderlich machten. Rostfeuerungen der beschriebenen Art, insbesondere
mit Drehkegeln, haben sich daher in der Praxis nicht durchsetzen können.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruchs
1 umrissenen Art anzugeben, das eine für den vollständigen Ausbrand des Brennstoffs
ausreichende Luftzuführung gewährleistet, eine Überhitzung des Verbrennungsrostes
vermeidet und ohne Staubfilterung der Verbrennungsabgase auskommt. Außerdem soll eine
zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung angegeben werden.
[0007] Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens durch die im Anspruch 1, hinsichtlich
der Vorrichtung durch die im Anspruch 2 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Die Erfindung erreicht den von ihr angestrebten Erfolg zum einen apparativ dadurch,
daß die Tragarme des Verbrennungsrostes hohl ausgeführt und vom Unterwind durchströmt
sind, wodurch sie gekühlt werden. Der Unterwind tritt zwangsweise an der Oberseite
des Verbrennungsrostes, d.h. direkt am Brennstoff aus, so daß die Möglichkeit einer
Ablenkung des Unterwindes unter den Verbrennungsrost stark vermindert ist.
[0009] Zum anderen ist zur Erreichung des von der Erfindung angestrebten Ziels der Nachverbrennung
der Flammgase, die von dem auf dem Verbrennungsrost brennenden Brennstoff ausgehen,
besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Gemäß der Erfindung wird den Flammgasen die Oberluft
in Form einer Hochgeschwindigkeitsströmung zugeführt, die die Flammgase schraubenlinienförmig
umgibt und sich in Richtung auf den Verbrennungsrost fortpflanzt, wobei sich der Durchmesser
dieses Strömungswirbels vergrößert. Die Oberwindströmung beschreibt somit etwa den
Mantel eines Kegelstumpfes, dessen größerer Durchmesser dem Verbrennungsrost zugewandt
ist.
[0010] Der Oberwind wird am kleineren Durchmesser dieses Kegelstumpfes eingeblasen. Dadurch
ergibt sich im Zentrum ein Unterdruck, der die Flammgase ansaugt. Zwischen dem Zentrum
der in Richtung auf diesen Unterdruckpunkt strömenden Flammgasströmung und der diese
umgebenden torusförmigen Oberwindströmung bildet sich eine Zone intensiver Turbulenz
aus, wo die Flammgase mit dem Oberwind intensiv durchmischt werden. Diese Turbulenzzone
ist außen von einer Kaltluftströmung frischen Oberwindes umgeben.
[0011] Der Oberwind wird mit einer Geschwindigkeit von 40 bis 100 m/s, bevorzugt 60 bis
80 m/s, zugeführt, die somit derart hoch ist, daß die dadurch auf die Partikel in
den Flammgasen einwirkende Zentrifugalkraft die Partikel in die erwähnte Kaltluftströmung
ausschleudert, wo sie soweit abgekühlt werden, daß sie trocken ausfallen. Auf diese
Weise wird nicht nur die aus dem Nachbrenner austretende Abgasströmung ohne Einsatz
von Filtern von Partikeln befreit, sondern ist auch eine Verschlackung der Verbrennungsanlage
vermieden.
[0012] Tatsächlich ergibt sich eine so weitgehende Heißentstaubung der Flammgase, daß die
aus dem Nachbrenner austretenden Abgase - z.B. bei Ausblasen ins Freie - für das Auge
klar und optisch staubfrei erscheinen, was beim heutigen Stand der Heißentstaubungstechnik
bislang als unmöglich angesehen worden ist.
[0013] Versuche mit Abfallholz in Form von Holzschnitzeln als Brennstoff haben gezeigt,
daß die vorgenannten Ergebnisse mit einer Luftführung erreicht werden, bei der etwa
30 bis 40% der zur vollständigen Verbrennung des Brennstoffs erforderlichen Luftmenge
als Unterwind zugeführt werden, während der notwendige Restanteil von 70 bis 60% der
Luftmenge als Oberwind zugeführt wird. Man erkennt hieraus, daß der Nachverbrennung
auch unter dem Gesichtspunkt der Brennstoffausnutzung eine wesentliche Bedeutung zukommt.
[0014] Apparativ erreicht man die beschriebene Luftführung im Nachbrenner mit Hilfe einer
kegelstumpfförmigen Nachbrennkammer, in die der Oberwind am dem Verbrennungsrost abgewandten
Ende kleineren Durchmessers derselben über eine Einleitvorrichtung eingeblasen wird,
die den Oberwind tangential zur Wand der Nachbrennkammer in diese einleitet, wo er
sich unter einem Winkel schräg zur Achse der Nachbrennkammer in dieser ausbreitet.
Bei der Einleitung des Oberwindes in die Nachbrennkammer kann diesem auch von vornherein
durch Leiteinrichtungen eine Strömungsrichtung schräg zur Achse der Nachbrennkammer
vermittelt werden.
[0015] Vorteilhafterweise wird im Betrieb nur denjenigen Tragarmen des Verbrennungsrostes
Unterluft zugeführt, auf denen Brennstoff liegt, und vorzugsweise nach Maßgabe der
Dicke der Brennstoffschicht. Die anderen, nicht von Brennstoff bedeckten Tragarme
erhalten keine Luft. Man kann ihnen aber auch eine geringe Luftmenge zuführen, um
das Eindringen korrodierender Brenngase und von Brennstoff- oder Aschepartikeln zu
verhindern. Eine geringe Durchströmung der nicht von Brennstoff bedeckten Tragarme
verbessert auch die Kühlung derselben.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung hat jeder hohle Tragarm wenigstens eine weitere
Öffnung auf der dem Brennstoff abgewandten Seite, so daß durch den Verbrennungsrost
hindurchgefallene Asche oder feine Brennstoffanteile im Aschenraum Verbrennungsluft
erhalten, um vollständig auszubrennen. Durch diese Öffnungen können außerdem in die
Rohre eingedrungene Brennstoff- oder Aschepartikel ausgeblasen werden.
[0017] Vorteilhafterweise wird der Verbrennungsrost vom Mantel eines hohlen (Brenn-) Kegels
gebildet, der eine Drehbewegung um eine schrägstehende Achse ausführt. Die Nachbrennkammer
ist in diesem Falle am günstigsten koaxial zur Drehachse des Kegels angeordnet. Hierdurch
werden die aus dem Brennkegel austretenden Flammgase besonders gut in das Zentrum
des Nachbrenners geleitet, wo ein gegenüber dem im Brennkegel herrschenden Druck verminderter
Druck herrscht, was die Überleitung der aus dem Brennkegel austretenden Flammgase
in die Nachverbrennung begünstigt und ein unkontrolliertes Entweichen dieser Flammgase
nach außen bzw. in ein die Verbrennungsanlage aus Brennkegel und Nachbrennkammer umschließendes
Gehäuse verhindert.
[0018] Die koaxiale Anordnung der Nachbrennkammer dicht über dem Brennkegel hat ferner zur
Folge, daß die Wärmestrahlung der in der Nachbrennkammer brennenden Flammgase auf
den im Brennkegel befindlichen Brennstoff vorteilhaft einwirkt und den dort stattfindenden
Verschwelungs- und Verbrennungsvorgang unterstützt.
[0019] Dabei sollte zweckmäßigerweise der untere Durchmesser der Nachbrennkammer etwas größer
als der Durchmesser des oberen Randes des Brennkegels sein. Dadurch wird der in der
Nähe der Nachbrennkammerwand abwärts geblasene Staub aus der Nachbrennkammer am Brennkegel
vorbei in den darunter befindlichen Ascheraum geblasen.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf in den Zeichnungen dargestelltes
Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines kegelförmigen Brenners mit
daran angesetztem Nachbrenner;
Fig. 2 einen Schnitt durch den konischen Teil des kegelförmigen Verbrennungsrostes
des Brenners von Fig. 1, und
Fig. 3 einen vergrößerten Schnitt durch einen hohlen Tragarm des Verbrennungsrostes
von Fig. 2.
[0021] Fig. 1 zeigt eine vollständige Verbrennungsanlage, bestehend aus einem um eine schrägstehende
Achse O rotierenden Brennkegel K und einem sich an das Austrittsende des Brennkegels
K koaxial anschließenden Nachbrenner N, die von einem Gehäuse G umschlossen sind.
[0022] Der Brennkegel K weist einen kegelstumpfförmigen Abschnitt 1, einen sich daran zum
offenen Ende hin anschließenden zylindrischen Abschnitt 2 und einen sich an diesen
anschließenden, sich im Durchmesser verengenden Abschnitt 3 auf. Der Verbrennungsrost
dieses Brennkegels K besteht aus Roststäben 4 aus warmfestem Guß und aus hohlen, radialen
Tragarmen 5 und Ringträgern (nicht dargestellt), die die Tragarme 5 miteinander verbinden.
Der Brennkegel K ist an seinem Ende kleineren Durchmessers von mehreren hohlen achsparallelen
Beinen 6 gehalten, die mit einem Luftsammelkasten 7 verbunden sind, der radiale Zwischenwände
aufweist, die pro Tragarm 5 je eine Luftsammelkammer abschließen. Der Luftsammelkasten
7 ist mit einem Laufring 8 fest verbunden, der von mehreren stationär gelagerten Laufrollen
(nicht dargestellt) gelagert ist. Der Laufring 8 weist je eine Öffnung pro Tragarm
5 auf.
[0023] Gegen die dem Brennkegel K abgewandte Seite des Laufrings 8 ist von Federn ein Gleitring
9 gedrückt, der mehrere Anschlußstutzen trägt, die über Schlauchleitungen 10 mit einer
gemeinsamen Luftzuführkammer 11 verbunden sind. Die Anzahl der Anschlußstutzen ist
vorzugsweise ebenso groß wie die Anzahl der hohlen Tragarme 5.
[0024] Mit dem Laufring 8 ist eine Welle 12 starr verbunden, die sich auf der dem Brennkegel
K abgewandten Seite des Laufrings 8 von diesem weg erstreckt und in ihrem freien Endbereich
mittels eines Pendelrollenlagers 13 gelagert ist. Man erkennt ferner einen Antriebsmotor
14, der über eine Stirnverzahnung den Laufring 8 und damit den Brennkegel K in Drehung
am die Achse O versetzt.
[0025] Im Abstand über dem Ende größeren Durchmessers des Brennkegels K befindet sich der
kegelstumpfförmige Nachbrenner N, der koaxial zum Brennkegel K angeordnet ist. Der
Nachbrenner N hat eine kegelstumpfförmige Nachbrennkammer 15,die sich in Richtung
auf den Brennkegel K erweitert und deren unterer Rand 16 einen größeren Durchmesser
hat, als der freie Rand des sich verengenden Abschnitts 3 des Brennkegels K. An das
Ende kleineren Durchmessers der Nachbrennkammer 15 schließt sich ein Luftsammelraum
17 an, in dem radial verstellbare Leitschaufeln 18 angeordnet sind. Durch Verstellen
der Leitschaufeln 18 ist der wirksame Öffnungsquerschnitt des Luftsammelraums 17 veränderbar.
Der Luftsammelraum 17 weist eine Öffnung (nicht dargestellt) auf, durch die hindurch
Oberluft tangential in den Luftsammelraum 17 eingeblasen werden kann. Nach außen,
also auf der der Nachbrennkammer 15 abgewandten Seite schließt sich an den Luftsammelraum
17 ein verengter Kragen 19 an, der einen Austrittsquerschnitt 20 frei läßt.
[0026] Die kegelstumpfförmige Wand 21 der Nachbrennkammer 15 ist von einem Mantel 22 umgeben,
der mit der Wand 21 eine von Kühlmittel durchströmte Kammer begrenzt und Teil des
Gehäuses G sein kann. Durch diesen Mantel 22 und die Wand 21 erstreckt sich ein Zuführschacht
23, der vertikal über der Öffnung des Brennkegels K liegt und der Zuführung von Brennstoff
in den Brennkegel K dient. In dem Schacht 23 sind geeignete Schließklappen (nicht
dargestellt) angeordnet.
[0027] Man erkennt in Fig. 1 ferner im Gehäuse G unterhalb des Brennkegels K eine Förderschneckenanordnung
24, die dem Transport von sich im Gehäuse G ansammelnder Asche in einen Ascheauslaß
25 dient.
[0028] Es sei angemerkt, daß die Achse der Nachbrennkammer 15 gegen die Achse des Brennkegels
K geneigt sein kann, insbesondere nach oben, doch sollte dabei der Rand 16 der Nachbrennkammer
15 parallel zum gegenüberstehenden Rand des Brennkegels K verbleiben, um das unkontrollierte
Austreten von Flammgasen zu vermeiden oder wenigstens zu vermindern.
[0029] Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch den konischen Abschnitt des Brennkegels K. Man erkennt
die Tragarme 5, die hohl ausgebildet sind und in gleichmäßigen Winkelabständen angeordnet
sind. Die Bezugszeichen der einzelnen Tragarme 5 sind hier zur späteren Erläuterung
des Betriebsablaufs mit Suffixen a bis 1 versehen. Zwischen den Tragarmen 5 befinden
sich die Roststäbe 4 aus warmfestem Gruß, die im Querschnitt im wesentlichen T-förmig
sind, wobei der breite Schenkel des T die Auflagefläche für den Brennstoff B bildet,
während die davon hochstehende Rippe nicht nur der Aussteifung, sondern auch der Abführung
von Wärme dient. Die Roststäbe 4 haben einen gegenseitigen Abstand, der so gewählt
ist, daß Asche, nicht aber zu große Brennstoffstücke durch den vom Abstand gebildeten
Zwischenraum hindurchfallen kann. Der Abstand liegt zweckmäßigerweise in der Größenordnung
von 4mm.
[0030] In Fig. 3 ist einer der Tragarme 5 im Querschnitt vergrößert dargestellt. Man erkennt,
daß aus dem hohlen Innenraum desselben oben schrägstehende Öffnungen 26 in den von
dem Brennkegel K umschlossenen Brennraum führen. Eine weitere Öffnung 27 kann auf
der entgegengesetzten Seite ausgebildet sein. Deren Zweck wird noch erläutert.
[0031] Im Betrieb läuft der Brennkegel K um seine Achse O um. Diese Umlaufbewegung ist in
Fig. 2 mit dem Pfeil dargestellt. Der im Brennkegel K befindliche Brennstoff B wird
dadurch vom Brennkegel mitgenommen, so daß sich eine schrägverlaufende Böschung ergibt,
wie Fig. 2 andeutet. Diese Böschung wird beim Umlauf des Brennkegels K immer steiler
und bricht dann zusammen, was zur Folge hat, daß der Brennstoff B im Brennkegel ständig
umgewälzt wird.
[0032] Der Brennstoff B wird zu Beginn des Verbrennungsvorgangs durch eine Zündflamme, die
von einer Lanze (nicht dargestellt) zugeführt wird, gezündet. Wenn der Brennstoff
B ausreichend brennt, kann auf die Unterstützung der Verbrennung durch die Zündflamme
verzichtet werden. Unter ständiger Umwälzung aufgrund der Brennkegelbewegung brennt
der Brennstoff B im Brennkegel K ab. Durch den Schacht 23 kann zum geeigneten Zeitpunkt
Brennstoff neu zugegeben werden. Die Dosierung des Brennstoffs pro Zeiteinheit erfolgt
zweckmäßigerweise durch Überwachung des in den Verbrennungsabgasen enthaltenen O
2-Anteils.
[0033] Die vom Brennkegel K ausgehenden Flammgase werden durch den von der Oberwindströmung
hervorgerufenen Unterdruck in die Nachbrennkammer 15 hineingesaugt, wobei sie mit
dem dort intensiv wirbelnden Oberwind durchmischt werden. Noch brennbare Bestandteile
der Flammgase werden dadurch vollständig ausgebrannt. Ascheteilchen werden in die
Richtung der Wand 21 ausgeschleudert und fallen am Rand 16 nach unten in das Gehäuse
G.
[0034] Für den Betrieb ist es zweckmäßig, wenn nur die in der Verbrennungszone befindlichen
Tragarme 5 mit Unterwind versorgt sind.
[0035] Das sind in Fig. 2 die Tragarme 5k, 5lund 5a bis 5d. Dieses kann in der Weise gesteuert
werden, daß nur jene Anschlußstutzen mit Unterluft versorgt werden, die an den Positionen
angeordnet sind, die augenblicklich die vorgenannten Tragarme einnehmen. Bei weiterer
Drehung des Brennkegels in Fig. 2 entgegen dem Uhrzeigersinn tritt dann der Tragarm
5j in die Verbrennungszone ein, während der Tragarm 5d sie verläßt. Später gelangt
dann der Tragarm 5i in die Verbrennungszone, während der Tragarm 5c sie verläßt, usw..
Die übrigen, nicht in der Verbrennungszone befindlichen Tragarme, das sind in der
in Fig. 2 dargestellten Situation die Tragarme 5d bis 5h, werden nicht oder nur schwach
mit Luft versorgt, beispielsweise über entsprechende Drosselstellen. Diese schwache
Versorgung dient einerseits einer gewissen Kühlung, hauptsächlich aber der Verhinderung,
daß Partikel durch die Öffnungen 26 in sie eindringen.
[0036] Durch die dargestellte Gestaltung und Anordnung des Brennkegels K ergibt sich, daß
die Schichtdicke des Brennstoffs über dem Verbrennungsrost unterschiedlich ist. Sie
ist beispielsweise am Übergang zwischen dem kegeligen Abschnitt 1 und dem zylindrischen
Abschnitt 2 am größten und nahe dem Zentrum des kegeligen Abschnitts 1, d.h. an dessen
kleinsten Durchmesser am geringsten. Um dem beim Verbrennungsvorgang Rechnung zu tragen,
können die Öffnungen 26, die längs jedes Tragarms 5 angeordnet sind, in Durchmesser
und/oder Längsverteilung derart ausgebildet sein, daß die Summe der Öffnungsquerschnitte
pro Längeneinheit jedes Tragarms näherungsweise proportional der Schichtdicke der
auf der jeweiligen Längeneinheit des Tragarms liegenden Brennstoffmenge ist. Der sich
in den unterschiedlichen Höhenlagen der Tragarme während des Umlaufs des Brennkegels
ergebende unterschiedliche Bedeckungsgrad der Tragarme kann durch entsprechende Drosselung
der Unterwindzufuhr an den etwas höher gelegenen Anschlußstutzen berücksichtigt werden.
[0037] Vorzugsweise sind die Öffnungen 26 und 27 in den Tragarmen 5 so bemessen, daß bei
Vollast die Geschwindigkeit des aus ihnen austretenden Unterwindes zwischen 20 und
60 m/s, bevorzugt bei 40 m/s liegt.
[0038] Die letztgenannten Öffnungen 27 in den Tragarmen 5 dienen dazu, einerseits etwa in
die Tragarme 5 eingedrungene Partikel auszublasen, und andererseits, die in den Ascheaufnahmeraum
im Gehäuse G hineingefallenen Partikel, die möglicherweise noch nicht vollständig
ausgebrannt sind, mit Brennluft zu versorgen. Daher sind die Öffnungen 27 auf der
Außenseite des Brennkegel K in den Tragarmen 5 ausgebildet, und zwar zweckmäßigerweise
an derjenigen Stelle, die bei der tiefstliegenden Mantellinie des Brennkegels am tiefsten
liegt. Im dargestellten Beispiel wäre das im Bereich des Überganges zwischen dem kegeligen
Abschnitt 1 und dem zylindrischen Abschnitt 2 des Brennkegels K.
1. Verfahren zur Zuführung des Windes zur Verbrennung von stückigem Brennstoff, der auf
einem Verbrennungsrost liegt, der einen in einer Verbrennungszone befindlichen, von
dem Brennstoff bedeckten Oberflächenbereich und einen von dem Brennstoff nicht bedeckten
Oberflächenbereich aufweist und eine Umlaufbewegung ausführt, die eine wälzende Bewegung
des Brennstoffs über die gesamte Oberfläche des Verbrennungsrostes hervorruft, wobei
dem Brennstoff in der Verbrennungszone Wind von unten (Unterwind) zugeführt wird und
die von der Verbrennungszone ausgehenden Flammgase im Abstand zur Verbrennungszone
mit einem Oberwind vermischt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein erster Anteil der für den vollständigen Ausbrand des Brennstoffs erforderlichen
Verbrennungsluftmenge als Unterwind oberhalb des Verbrennungsrostes unter den Brennstoff
geblasen wird, und
ein zweiter Anteil der für den vollständigen Ausbrand des Brennstoffs erforderlichen
Verbrennungsluftmenge als Oberwind mit einer Geschwindigkeit von 40 bis 100 m/s in
einer rotierenden Strömung zugeführt wird, die die von der Verbrennungszone ausgehenden
Flammgase einhüllt und in einer schraubenlinienförmig verlaufenden Bahn, die sich
im Durchmesser erweitert, in Richtung auf die Verbrennungszone geführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterwind mit einer Geschwindigkeit
von 20 bis 60 m/s dem auf dem Verbrennungsrost befindlichen Brennstoff zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß beim Einsatz von Holzabfällen,
insbesondere Holzschnitzeln, als Brennstoff 30 bis 40% der für die vollständige Verbrennung
des Brennstoffs benötigte Luftmenge als Unterwind und der Restanteil der notwendigen
Luftmenge als Oberwind zugeführt werden.
4. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch einem der Ansprüche 1 bis
3, enthaltend einen beweglichen Verbrennungsrost und eine Verbrennungszone, die einen
Teilbereich des Verbrennungsrostes erfaßt, und eine Antriebseinrichtung, die den Verbrennungsrost
in eine Umlaufbewegung versetzt, die nacheinander alle Teilbereiche des Verbrennungsrostes
durch die Verbrennungszone führt,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Verbrennungsrost teilweise von radial verlaufenden Tragarmen (5) gebildet ist,
die über den Verbrennungsrost gleichmäßig verteilt und hohl ausgebildet sind und jeweils
mehrere gegen die den Brennstoff tragende Oberfläche des Verbrennungsrostes gerichtete
Blasöffnungen (26) aufweisen,
eine Luftquelle vorgesehen ist, die über eine bewegliche Kupplungseinrichtung (7,8)
wenigstens mit den jeweils in der Verbrennungszone befindlichen Tragarmen (5) zur
Zuführung von Unterwind pneumatisch verbunden ist, und
über dem Verbrennungsrost eine an eine Luftquelle angeschlossene Nachverbrennungskammer
(15) angeordnet ist, die die von dem Verbrennungsrost aufsteigenden Flammgase entgegennimmt
und mit als Oberwind frisch zugeführter Verbrennungsluft vermischt und ausbrennt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht in der Verbrennungszone
befindlichen Tragarme (5) über eine Drosselungseinrichtung mit der Luftquelle pneumatisch
verbunden sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gegen
den Brennstoff gerichteten Blasöffnungen (26) an den Tragarmen (5) so verteilt und
bemessen sind, daß die Summe der Öffnungsquerschnitte pro Längeneinheit jedes Tragarms
(5) näherungsweise proportional der nominalen Schichtdicke des auf dem betreffenden
Längenabschnitt des Tragarms liegende Brennstoffmenge ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, bei der der Verbrennungsrost der Mantel
eines Kegels (K) mit gegen die Horizontale schräg verlaufender Umlaufachse (O) ist
und die Tragarme (5) radial verlaufen, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine
von der Brennstofftragfläche des Verbrennungsrostes weg gerichtete Blasöffnung (27)
an derjenigen Stelle jedes Tragarms (5) ausgebildet ist, die am tiefsten liegt, wenn
die Mantellinie, in der der Tragarm (5) liegt, die unterste Stellung während der Rotation
des Kegels (K) einnimmt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnung des Kegels (K)
an dessen Basis eine zylindrisch oder sich in Durchsatzrichtung konisch verengend,
drehsymmetrisch ausgebildete Nachbrennkammer (15) koaxial gegenübersteht, deren dem
Kegel (K) zugewandte Eintrittsöffnung (16) einen größeren Durchmesser aufweist, als
die Öffnung des Kegels (K), und die im Bereich des dem Kegel (K) abgewandten Austrittsendes
eine Einrichtung (17,18) zum tangentialen Zuführen von Oberwind aufweist, und daß
sich in Richtung auf das Austrittsende an diese Einrichtung (17,18) ein Kragen (19)
anschließt, der eine Öffnung kleineren Durchmessers als der engste Querschnitt der
Nachbrennkammer (N) umschließt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung (17,18) zum
tangentialen Zuführen des Oberwindes einen veränderbaren Öffnungsquerschnitt aufweist.