[0001] Die Erfindung betrifft ein Sprühtrocknungsverfahren, durch das schwere Granulate
hergestellt werden können, die sich als Wasch- oder Reinigungsmittel oder zum Einsatz
in Wasch- oder Reinigungsmitteln eignen.
[0002] In der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 120 492 werden spezielle sprühgetrocknete
Granulate beschrieben, welche Schüttgewichte von mindestens 550 g/l bis zu 800 g/l
ohne Nachbehandlung der Granulate erreichen, wobei unter Nachbehandlung das Besprühen
der porösen Granulate mit beispielsweise nichtionischen Tensiden oder das Abpudern
mit feinteiligen Pulvern, beispielsweise Zeolith-Pulvern, verstanden wird. Diese Granulate
enthalten ethoxylierte Alkohole mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen und durchschnittlich
3 bis 20 Ethylenoxidgruppen. Um ein derartig hohes Schüttgewicht zu erreichen, ist
es essentiell, daß der Gehalt an Aniontensiden in diesen Granulaten weniger als 1
Gew.-% und der Gehalt an Seife weniger als 0,2 Gew.-% beträgt, da bereits geringe
Mengen an derartigen Zusätzen bei der Sprühtrocknung zu einem Aufblähen der Granulate
und damit zu einer Abnahme des erwünschten hohen Schüttgewichts sowie der Rieselfähigkeit
führen. Die Granulate werden durch ein Verfahren hergestellt, bei dem ein Slurry mit
einem Gehalt von 55 bis 35 Gew.-% Wasser (einschließlich des adsorptiv bzw. als Hydrat
gebundenen Wassers) versprüht wird. Jedoch ist es bevorzugt, daß der Wassergehalt
nicht unterhalb 42 Gew.-% liegt, da niedrigere Gehalte zu einer starken Viskositätserhöhung
des Slurries führen und den Zusatz viskositätserniedrigender Mittel wie Toluol-, Xylol-
oder Cumolsulfonat erforderlich machen. Slurryviskositäten bis maximal 15000 mPas
unter Betriebsbedingungen werden als akzeptabel angesehen.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung bestand darin, den Sprühtrocknungsprozeß energetisch günstiger
zu gestalten oder eine Leistungssteigerung der Sprühtürme und damit eine Kapazitätssteigerung
der vorhandenen Anlagen bei gleichbleibendem Energiebedarf zu erzielen. Dazu sollte
es möglich sein, höherkonzentrierte Slurries zu versprühen. Diese Slurries durften
jedoch nicht so hohe Viskositäten aufweisen, daß ein Versprühen nicht mehr möglich
war. Außerdem sollte auf Zusätze wie Toluol-, Xylol- oder Cumolsulfonat als übliche
Mittel zur Viskositätserniedrigung verzichtet werden können. Eine weitere Aufgabe
der Erfindung bestand darin, daß Granulate bereitgestellt werden sollten, welche anionische
Tenside in Mengen von mindestens 1 Gew.-% sowie gegebenenfalls zusätzlich Seifen in
Mengen von mindestens 0,2 Gew.-% enthalten und ein für sprühgetrocknete Produkte ohne
Nachbehandlung durch mechanische und/oder chemische Bearbeitung erhöhtes Schüttgewicht
aufweisen.
[0004] Es wurde nun gefunden, daß konzentriertere Slurries in herkömmlichen Sprühtürmen
versprüht werden können, wenn sie bestimmte zusätzliche Stoffe enthalten, die aber
bereits bekannte Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln sind und dort insbesondere
als Cobuilder eingesetzt werden.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend ein Verfahren zur Herstellung von sprühgetrockneten
Granulaten, welche insbesondere für Wasch- oder Reinigungsmittel oder als Komponente
hierfür eingesetzt werden können, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Sprühtrocknung
ein Slurry eingesetzt wird, der weniger als 40 Gew.-% Wasser, dafür aber anionische
Tenside in Mengen von mindestens 1 Gew.-%, bezogen auf das sprühgetrocknete Granulat,
sowie Zuckersäuren bzw. Salze von Zuckersäuren enthält und eine Viskosität von maximal
15000 mPas (unter Betriebsbedingungen) aufweist.
[0006] Bevorzugt hergestellte Granulate weisen dabei ein Schüttgewicht von mindestens 600
g/l, vorzugsweise von 650 bis 1000 g/l und insbesondere von mindestens 700 g/l auf.
Wenn im Rahmen dieser Erfindung von sprühgetrockneten Granulaten mit hohen Schüttgewichten,
insbesondere mit Schüttgewichten von mindestens 700 g/l, gesprochen wird, so werden
diese Granulate ausschließlich durch einen Sprühtrocknungsprozeß hergestellt. Nachbehandlungen
wie Imprägnierungen mit flüssigen bis wachsartigen Komponenten, beispielsweise Niotensiden,
Abpuderungen mit feinteiligen Pulvern oder Einsatz der Granulate in gegebenenfalls
weiter verdichtend wirkenden Misch- und/oder Granulations- bzw. Extrusionsverfahren
werden dabei nicht ausgeschlossen, sind jedoch nicht erfindungswesentlich. Die Angaben
zu den Schüttgewichten beziehen sich somit immer auf die durch Sprühtrocknung erhaltenen
Basisgranulate.
[0007] Der Gehalt der erfindungsgemäß hergestellten Granulate an Aniontensiden wie üblichen
Alkylbenzolsulfonaten und/oder Alkyl(ether)sulfaten beträgt vorzugsweise 1,5 bis 10
Gew.-%. Zusätzlich können die Granulate auch noch Seifen in Mengen von mindestens
0,2 Gew.-% enthalten. Bevorzugte Granulate enthalten dabei zusätzlich etwa 0,5 bis
15 Gew.-%, insbesondere bis 10 Gew.-% an Fettsäureseifen bzw. natürlichen Fettsäureseifengemischen.
[0008] Als anionische Tenside werden beispielsweise solche vom Typ der Sulfonate und Sulfate
eingesetzt. Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen vorzugsweise C
9-C
13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-C
18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
12-C
18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden. Die biologisch gut abbaubaren Alkansulfonate
werden aus C
12-C
18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen. Die Sulfonatgruppe ist dabei über die gesamte
Kohlenstoffkette statistisch verteilt, wobei die sekundären Alkansulfonate überwiegen.
Geeignet sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren (Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten
Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren.
[0009] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
12-C
18-Fettalkohole beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlänge bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind C
16-C
18-Alk(en)ylsulfate insbesondere bevorzugt. Dabei kann es auch von besonderem Vorteil
und insbesondere für maschinelle Waschmittel von Vorteil sein, C
16-C
18-Alk(en)ylsulfate in Kombination mit niedriger schmelzenden Aniontensiden und insbesondere
mit solchen Aniontensiden, die einen niedrigeren Krafft-Punkt aufweisen und bei relativ
niedrigen Waschtemperaturen von beispielsweise Raumtemperatur bis 40 °C eine geringe
Kristallisationsneigung zeigen, einzusetzen. In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung enthalten die Mittel daher Mischungen aus kurzkettigen und langkettigen
Fettalkylsulfaten, vorzugsweise Mischungen aus C
12-C
14-Fettalkylsulfaten oder C
12-C
18-Fettalkylsulfaten mit C
16-C
18-Fettalkylsulfaten und insbesondere C
12-C
16-Fettalkylsulfaten mit C
16-C
18-Fettalkylsulfaten. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden
jedoch nicht nur gesättigte Alkylsulfate, sondern auch ungesättigte Alkenylsulfate
mit einer Alkenylkettenlänge von vorzugsweise C
16 bis C
22 eingesetzt. Dabei sind insbesondere Mischungen aus gesättigten, überwiegend aus C
16 bestehenden sulfierten Fettalkoholen und ungesättigten, überwiegend aus C
18 bestehenden sulfierten Fettalkoholen bevorzugt, beispielsweise solche, die sich von
festen oder flüssigen Fettalkoholmischungen des Typs HD-Ocenol
(R) (Handelsprodukt des Anmelders) ableiten. Dabei sind Gewichtsverhältnisse von Alkylsulfaten
zu Alkenylsulfaten von 10:1 bis 1:2 und insbesondere von etwa 5:1 bis 1:1 bevorzugt.
Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-C
21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-C
11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-C
18-Fettalkohole mit 2 bis 4 E0, sind geeignet. Sie werden in Waschmitteln aufgrund ihres
hohen Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen von
1 bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
[0010] Als Seifen eignen sich insbesondere gesättigte Fettsäureseifen, wie die Salze der
Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, hydrierte Erucasäure und
Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen Fettsäuren, z.B. Kokos-, Palmkern- oder
Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische. Insbesondere sind solche Seifengemische
bevorzugt, die zu 50 bis 100 Gew.-% aus gesättigten C
12-C
24-Fettsäureseifen und zu 0 bis 50 Gew.-% aus Ölsäureseife zusammengesetzt sind.
[0011] Die anionischen Tenside und Seifen können in Form ihrer Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze
sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanolamin, vorliegen.
Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze,
insbesondere in Form der Natriumsalze vor.
[0012] Als Zuckersäuren bzw. Salze von Zuckersäuren enthalten die Mittel vorzugsweise Polyhydroxymonocarbonsäuren
bzw. Polyhydroxymonocarbonsäuresalze mit 4 bis 6 Kohlenstoffatomen, wobei jedes Kohlenstoffatom,
welches keine Carboxylgruppe oder Ketogruppe trägt, eine Hydroxy-Gruppe aufweist,
und/oder Polyhydroxydicarbonsäuren bzw. Polyhydroxydicarbonsäuresalze mit 4 bis 6
Kohlenstoffatomen und mindestens 2 Hydroxy-Gruppen pro Molekül oder Mischungen aus
diesen Säuren und Salzen. Dabei bilden Polyhydroxymonocarbonsäuren bzw. Polyhydroxymonocarbonsäuresalze,
welche eine Ketogruppe pro Molekül aufweisen, vorzugsweise Lactone. Bevorzugte Polyhydroxymonocarbonsäuren
bzw. Polyhydroxymonocarbonsäuresalze sind solche, die 4 bis 6 Kohlenstoffatome enthalten
und an jedem Kohlenstoffatom, das keine Carboxylgruppe oder Ketogruppe trägt, eine
Hydroxy-Gruppe aufweisen. Insbesondere sind dabei Polyhydroxymonocarbonsäuren bzw.
und Polyhydroxymonocarbonsäuresalze mit 4 Kohlenstoffatomen und 3 Hydroxy-Gruppen,
mit 5 Kohlenstoffatomen und 4 Hydroxygruppen und mit 6 Kohlenstoffatomen und 4 oder
5 Hydroxy-Gruppen bevorzugt. Besonders vorteilhafte Eigenschaften weisen Polyhydroxymonocarbonsäuren
bzw. Polyhydroxymonocarbonsäuresalze mit 6 Kohlenstoffatomen und 5 Hydroxy-Gruppen,
wie D-Gluconsäure (auch Maltonsäure oder Dextronsäure genannt) bzw. deren Salze, und
Polyhydroxymonocarbonsäuren bzw. Polyhydroxymonocarbonsäuresalze mit 6 Kohlenstoffatomen,
einer Ketogruppe und 4 Hydroxy-Gruppen, wie L-Ascorbinsäure, die als Lacton vorliegt,
und L-Ascorbinsäuresalze auf. Dabei können auch Mischungen der Säuren und/oder der
Salze eingesetzt werden, letztere vorzugsweise in Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze.
Weiterhin bevorzugt sind jedoch auch Polyhydroxydicarbonsäuren bzw. Polyhydroxydicarbonsäuresalze,
welche 4 bis 6 Kohlenstoffatome enthalten und an jedem Kohlenstoffatom, das keine
Carboxylgruppe trägt, eine Hydroxy-Gruppe aufweisen. Insbesondere sind dabei also
Polyhydroxydicarbonsäuren und Polyhydroxydicarbonsäuresalze mit 4 Kohlenstoffatomen
und 2 Hydroxy-Gruppen, wie Weinsäure und Weinsäuresalze, und mit 6 Kohlenstoffatomen
und 4 Hydroxy-Gruppen, wie Galactarsäure (auch Mucinsäure oder Schleimsäure genannt)
und Galactarsäuresalze sowie Glucarsäure (auch Saccharinsäure genannt) und Glucarsäuresalze,
bevorzugt. Dabei können auch Mischungen der Säuren, der Monosalze und/oder der Disalze
eingesetzt werden. Die Salze werden vorzugsweise als Natrium- oder Kaliumsalze eingesetzt.
Zu den besonders vorteilhaften Polyhydroxydicarbonsäuresalzen gehören daher die Mononatriumsalze
und Dinatriumsalze sowie die Monokalium- und Dikaliumsalze der Weinsäure, der Galactarsäure
und der D-Glucarsäure.
[0013] Der Gehalt der sprühgetrockneten Granulate an Zuckersäuren und vorzugsweise an den
Salzen der Zuckersäuren beträgt dabei vorzugsweise 0,2 bis 20 Gew.-% und insbesondere
0,5 bis 15 Gew.-%. Besonders bevorzugt werden dabei sprühgetrocknete Granulate hergestellt,
welche 1 bis 10 Gew.-% und vorteilhafterweise 2 bis 5 Gew.-% Gluconsäure, Gluconat
oder Mischungen aus diesen enthalten.
[0014] Die erfindungsgemäß hergestellten Granulate können noch weitere Inhaltsstoffe enthalten,
die üblicherweise in Wasch- oder Reinigungsmitteln, die entweder im Haushalt oder
im gewerblichen Bereich eingesetzt werden können, verwendet werden. Neben den anionischen
Tensiden können die Granulate auch nichtionische Tenside enthalten. Ihr Gehalt beträgt
vorzugsweise 1 bis 30 Gew.-%, insbesondere 2 bis 25 Gew.-%. In Granulaten, welche
mehr als 10 Gew.-% an Aniontensiden und Seifen enthalten, beträgt der Gehalt an nichtionischen
vorteilhafterweise bis 20 Gew.-%. Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte,
vorteilhafterweise flüssige ethoxylierte, insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise
8 bis 24 C-Atomen, insbesondere 8 bis 18 C-Atomen, und durchschnittlich 1 bis 12 Mol
Ethylenoxid (E0) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest linear oder
bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann, bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen bevorzugt, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder
Oleylalkohol, und durchschnittlich 2 bis 8 E0 pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten
ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C
12-C
14-Alkohole mit 3 E0 oder 4 E0, C
9-C
11-Alkohol mit 7 E0, C
13-C
15-Alkohole mit 3 E0, 5 E0, 7 E0 oder 8 E0, C
12-C
18-Alkohole mit 3 E0, 5 E0 oder 7 E0 und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-C
14-Alkohol mit 3 E0 und C
12-C
18-Alkohol mit 5 E0. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Weitere bevorzugte Niotenside sind dabei insbesondere Talgfettalkohole mit bis zu
80 E0, vorzugsweise Talgfettalkohole mit 11 E0, 14 E0, 25 E0, 30 E0 oder 40 E0. Aufgrund
des bekannten Pluming-Problems bei der Sprühtrocknung von ethoxylierten Alkoholen,
welches durch die Wasserdampfflüchtigkeit von nicht-umgesetzten Alkohol und niedrigethoxylierten
Alkoholen hervorgerufen wird, enthalten die bevorzugt eingesetzten ethoxylierten Fettalkohole
mindestens durchschnittlich 5 E0-Gruppen im Molekül. Bevorzugte Alkoholethoxylate
weisen aus demselben Grund auch eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow range
ethoxylates, NRE). Insbesondere bevorzugt werden Talgfettalkohole oder C
12-C
18-Fettalkohole mit 5 bis 25 E0, vorzugsweise Mischungen aus Alkoholen mit 5 E0 und/oder
7 E0 und 25 E0 oder Mischungen aus Alkoholen mit 5 E0 und 14 E0.
[0015] Geeignete alkoxylierte Alkohole können auch propoxyliert oder sowohl ethoxyliert
als auch propoxyliert sein. Im Rahmen dieser Erfindung sind jedoch die nur ethoxylierten
Alkohole aufgrund der besseren resultierenden Produkteigenschaften bevorzugt. Der
Gehalt der Granulate an ethoxylierten Alkoholen, insbesondere an Talgfettalkoholen
mit 5 bis 25 E0, beträgt insbesondere 10 bis 15 Gew.-%.
[0016] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen
Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit
5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0017] Bevorzugt hergestellte Granulate enthalten dabei vorzugsweise noch anorganische oder
anorganische und organische Buildersubstanzen. Zu den anorganischen Buildersubstanzen
zählen dabei in erster Linie Phosphate, insbesondere die bekannten Tripolyphosphate
und Zeolith.
[0018] Der eingesetzte feinkristalline, synthetische und gebundenes Wasser enthaltende Zeolith
ist vorzugsweise Zeolith NaA in Waschmittelqualität. Geeignet sind jedoch auch Zeolith
NaX, Zeolith P sowie Mischungen aus NaA, NaX und gegebenenfalls P. Der Zeolith kann
als sprühgetrocknetes Pulver, vorteilhafterweise aber auch als ungetrocknete, von
ihrer Herstellung noch feuchte, stabilisierte Suspension zum Einsatz kommen. Für den
Fall, daß der Zeolith als Suspension eingesetzt wird, kann diese geringe Zusätze an
nichtionischen Tensiden als Stabilisatoren enthalten, beispielsweise 1 bis 3 Gew.-%,
bezogen auf Zeolith, an ethoxylierten C
12-C
18-Fettalkoholen mit 2 bis 5 Ethylenoxidgruppen oder ethoxylierte Isotridecanole. Geeignete
Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 10 µm (Volumenverteilung;
Meßmethode: Coulter Counter) auf und enthalten vorzugsweise 18 bis 22, insbesondere
20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser.
[0019] Geeignete Substitute bzw. Teilsubstitute für den Zeolith sind Schichtsilikate natürlichen
und synthetischen Ursprungs. Derartige Schichtsilikate sind beispielsweise aus den
Patentanmeldungen DE-B-23 34 899, EP-A-0 026 529 und DE-A-35 26 405 bekannt. Ihre
Verwendbarkeit ist nicht auf eine spezielle Zusammensetzung bzw. Strukturformel beschränkt.
Bevorzugt sind hier jedoch Smectite, insbesondere Bentonite.
[0020] Der Gehalt der sprühgetrockneten Granulate an Phosphaten und/oder Zeolith beträgt
dabei vorzugsweise 20 bis 60 Gew.-% und insbesondere 25 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen
auf wasserfreie Aktivsubstanz, wobei geringere mengen zwischen 20 und 25 Gew.-% insbesondere
dann vorteilhaft sein können, wenn Phosphate und Zeolithe eingesetzt werden.
[0021] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen, die zusätzlich zu den Zuckersäuren bzw. deren
Salzen eingesetzt werden können, sind beispielsweise die bevorzugt in Form ihrer Natriumsalze
eingesetzten Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA), sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen
Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen aus diesen. Bevorzugte Salze sind
die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure
und Mischungen aus diesen. Dabei ist zu beachten, daß diese üblicherweise in Wasch-
oder Reinigungsmitteln eingesetzten Polycarboxylate, insbesondere Citronensäure bzw.
Citrat, weder die gewünschte Viskositätserniedrigung des zu versprühenden Slurries
noch die gewünschte Schüttgewichtserhöhung der sprühgetrockneten Granulate bewirkt.
[0022] Geeignete polymere Polycarboxylate sind beispielsweise die Natriumsalze der Polyacrylsäure
oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise solche mit einer relativen Molekülmasse
von 800 bis 150000 (auf Säure bezogen). Geeignete copolymere Polycarboxylate sind
insbesondere solche der Acrylsäure mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure
mit Maleinsäure. Als besonders geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure
erwiesen, die 50 bis 90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten.
Ihre relative Molekülmasse, bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 5000
bis 200000, vorzugsweise 10000 bis 120000 und insbesondere 50000 bis 100000. Die (co-)polymeren
Polycarboxylate können entweder als Pulver oder als wäßrige Lösung eingesetzt werden,
wobei 20 bis 55 Gew.-%ige wäßrige Lösungen bevorzugt sind. Insbesondere bevorzugt
sind auch biologisch abbaubare Terpolymere, beispielsweise solche, die als Monomere
Salze der Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate
gemäß DE-A-43 00 772 oder die als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure
sowie Zucker-Derivate gemäß DE-C-42 21 381 enthalten.
[0023] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, beispielsweise wie in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 280 223 beschrieben
erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie Glyoxal,
Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0024] Weitere geeignete Inhaltsstoffe der Granulate sind wasserlösliche anorganische Salze
wie Bicarbonate, Carbonate, amorphe Silikate oder Mischungen aus diesen; insbesondere
werden Alkalicarbonat und amorphes Alkalisilikat, vor allem Natriumsilikat mit einem
molaren Verhältnis Na
2O : SiO
2 von 1:1 bis 1:4,5, vorzugsweise von 1:2 bis 1:3,5, eingesetzt. Der Gehalt der Granulate
an Natriumcarbonat beträgt dabei vorzugsweise bis zu 20 Gew.-%, vorteilhafterweise
zwischen 5 und 15 Gew.-%, wenn die Granulate im Haushalt verwendet werden sollen,
und kann im gewerblichen Bereich auf vorzugsweise bis zu 50 Gew.-%, insbesondere bis
zu 45 Gew.-% ansteigen. Der Gehalt der Granulate an Natriumsilikat beträgt im allgemeinen
bis zu 10 Gew.-% und vorzugsweise zwischen 2 und 8 Gew.-%, wobei in zeolithhaltigen
Granulaten Silikatmengen von maximal 3 Gew.-% bevorzugt sind.
[0025] Nach der Lehre der älteren deutschen Patentanmeldung P 43 19 578.4 können Alkalicarbonate
auch durch schwefelfreie, 2 bis 11 Kohlenstoffatome und gegebenenfalls eine weitere
Carboxyl- und/oder Aminogruppe aufweisende Aminosäuren und/oder deren Salze ersetzt
werden. Im Rahmen dieser Erfindung ist es dabei bevorzugt, daß ein teilweiser bis
vollständiger Austausch der Alkalicarbonate durch Glycin bzw. Glycinat erfolgt.
[0026] Zu den sonstigen Waschmittelbestandteilen, die in den Granulaten enthalten sein können,
zählen Vergrauungsinhibitoren, Schauminhibitoren, optische Aufheller, Enzyme, textilweichmachende
Stoffe, Farb- und Duftstoffe sowie Neutralsalze wie Sulfate und Chloride in Form ihrer
Natrium- oder Kaliumsalze.
[0027] Beim Einsatz in maschinellen Waschverfahren kann es von Vorteil sein, den Mitteln
übliche Schauminhibitoren zuzusetzen. Als Schauminhibitoren eignen sich beispielsweise
Seifen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die einen hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, ggf. silanierter Kieselsäure
sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit silanierter
Kieselsäure oder Bistearylethylendiamid. Mit Vorteilen werden auch Gemische aus verschiedenen
Schauminhibitoren verwendet, z.B. solche aus Silikonen, Paraffinen oder Wachsen.
[0028] Als Salze von Polyphosphonsäuren werden vorzugsweise die neutral reagierenden Natriumsalze
von beispielsweise 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat und Diethylentriaminpentamethylenphosphonat
in Mengen von 0,1 bis 1,5 Gew.-% verwendet.
[0029] Als Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen
bzw. deren Gemische in Frage. Besonders gut geeignet sind aus Bakterienstämmen oder
Pilzen, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis und Streptomyces griseus gewonnene
enzymatische Wirkstoffe. Vorzugsweise werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und insbesondere
Proteasen, die aus Bacillus lentus gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen,
beispielsweise aus Protease und Amylase oder Protease und Lipase oder Protease und
Cellulase oder aus Cellulase und Lipase oder aus Protease, Amylase und Lipase oder
Protease, Lipase und Cellulase, insbesondere jedoch Cellulase-haltige Mischungen von
besonderem Interesse. Auch Oxidasen und Peroxidasen haben sich in einigen Fällen als
geeignet erwiesen. Der Anteil der Enzyme, Enzymmischungen oder Enzymgranulate kann
beispielsweise etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis etwa 2 Gew.-% betragen.
[0030] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der Faser abgelösten Schmutz in
der Flotte suspendiert zu halten und so das Vergrauen zu verhindern. Hierzu sind wasserlösliche
Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise die wasserlöslichen Salze
polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren oder Ethersulfonsäuren
der Stärke oder der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose
oder der Stärke. Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für
diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen sich lösliche Stärkepräparate und andere als
die obengenannten Stärkeprodukte verwenden, z.B. abgebaute Stärke, Aldehydstärken
usw.. Auch Polyvinylpyrrolidon ist brauchbar. Bevorzugt werden jedoch Celluloseether,
wie Carboxymethylcellulose, Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether,
wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose
und deren Gemische sowie Polyvinylpyrrolidon eingesetzt.
[0031] Die Mittel können als optische Aufheller Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten. Geeignet sind z.B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, z.B. die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
Aufheller können verwendet werden. Es wurde gefunden, daß einheitlich weiße Granulate
erhalten werden, wenn die Mittel außer den üblichen Aufhellern in üblichen Mengen,
beispielsweise zwischen 0,1 und 0,5 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,3 Gew.-%,
auch geringe Mengen, beispielsweise 10
-6 bis 10
-3 Gew.-%, vorzugsweise um 10
-5 Gew.-%, eines blauen Farbstoffs enthalten. Ein besonders bevorzugter Farbstoff ist
Tinolux
(R) (Handelsprodukt der Ciba-Geigy).
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die sprühgetrockneten Granulate
jedoch ohne Bleichmittel, Bleichaktivator und Enzyme sowie gegebenenfalls ohne Schauminhibitor
hergestellt. Diese an sich üblichen Inhaltsstoffe von Haushaltswaschmitteln können
vorzugsweise nachträglich entweder als Rohstoff oder in einer vorkonfektionierten
Verarbeitungsform (Compound) mit den sprühgetrockneten Granulaten vermischt werden.
[0033] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die sprühgetrockneten
Granulate als Basisgranulate zur Herstellung von Waschmitteln für den gewerblichen
Bereich eingesetzt. Sie können dabei beispielsweise mit alkalischen Stoffen wie Metasilikat
vermischt werden.
[0034] Der Anteil des sprühgetrockneten Granulats in Waschmitteln für den Haushalt oder
für den gewerblichen Bereich beträgt dabei vorzugsweise 40 bis 90 Gew.-% und insbesondere
50 bis 85 Gew.-%.
[0035] Die Herstellung der Granulate erfolgt im erfindungsgemäßen Verfahren über die Sprühtrocknung
eines Slurries, der weniger als 40 Gew.-% Wasser, dafür aber anionische Tenside in
Mengen von mindestens 1 Gew.-%, bezogen auf das sprühgetrocknete Granulat, sowie Zuckersäuren
bzw. Salze von Zuckersäuren enthält, wobei die Viskosität des Slurries unter den Betriebsbedingungen
nicht oberhalb 15000 mPas liegen soll, um ein sicheres Verarbeiten des Slurries im
Turm zu ermöglichen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es möglich und daher
auch bevorzugt, den Wassergehalt des Slurries weiter zu senken. So sind Wassergehalte
von maximal 35 Gew.-% bevorzugt. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden
dabei solche Slurries bevorzugt eingesetzt, die unter den Betriebsbedingungen eine
Viskosität unterhalb 12000 mPas und insbesondere unterhalb 10000 mPas aufweisen. Derartige
Slurries werden erhalten, wenn sie erfindungsgemäß Polyhydroxymonocarbonsäuren bzw.
deren Salze, Polyhydroxydicarbonsäuren bzw. deren Salze oder Mischungen aus diesen
Mono- und/oder Di-Verbindungen wie oben angegeben in den angegebenen Mengen enthalten.
Dabei ist jedoch der Einsatz der Polyhydroxymononcarbonsäuren bzw. der Polyhydroxymonocarbonsäuresalze
und insbesondere der Einsatz von Gluconsäure und vorteilhafterweise von Gluconat bevorzugt.
Die Zuckersäuren und insbesondere die Salze der Zuckersäuren können in fester Form
oder in Form einer wäßrigen Lösung, beispielsweise in Form einer 60 bis 80 Gew.-%igen
wäßrigen Lösung in den Slurry eingearbeitet werden. Der sprühzutrocknende Slurry enthält
vorteilhafterweise 0,5 bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-% und insbesondere
2 bis 5 Gew.-% Gluconsäure, Gluconat oder Mischungen aus diesen, jeweils bezogen auf
die sprühgetrockneten Granulate.
[0036] Die Schüttgewichte der so hergestellten Granulate können in einem breiten Rahmen
variieren. Der Fachmann weiß, welche Parameteränderungen im Sprühtrocknungsprozeß
zu leichteren und welche zu schwereren Granulaten führen. So können beispielsweise
Granulate mit einem Schüttgewicht auch unterhalb von 550 g/l hergestellt werden. Bevorzugt
ist es jedoch, daß in diesem Sprühtrocknungsverfahren Schüttgewichte von mindestens
550 g/l, vorzugsweise von mindestens 600 g/l und insbesondere von 650 bis 1000 g/l
eingestellt werden, wobei diese Schüttgewichte ohne weiteres in herkömmlichen Sprühtürmen
erreicht werden können.
[0037] Dieses Verfahren löst dabei nicht nur die Aufgaben, einmal die Leistungen und Kapazitäten
der Sprühtürme bei gleichbleibendem Energiebedarf zu erhöhen (es sind Leistungssteigerungen
von 20 % und darüber möglich) und zum anderen die Verarbeitbarkeit hochkonzentrierter
Slurries sicherzustellen (Aufkonzentration gegenüber dem Stand der Technik um 10 %
und mehr möglich), sondern im Falle der Sprühtrocknung von Tripolyphoshat-haltigen
Granulaten wird auch ein höherer Phosphaterhaltungsgrad erreicht. Ein weiterer Vorteil
dieses Verfahrens besteht darin, daß Slurries, die ohne Polycarboxylatgehalt nicht
versprüht werden können, da es zu Phasentrennungen kommt, und bei denen auch der Zusatz
von Citrat keine Ausbildung einer homogenen Phase bewirkt, durch den Zusatz der Zuckersäuren
bzw. von deren Salzen nun homogen werden und sich somit versprühen lassen.
Beispiele:
Beispiele M1/1:
[0038] Es wurde ein Granulat M1/1 der unten angegebenen Zusammensetzung mittels Sprühtrocknung
hergestellt:
Talgfettalkohol mit 5 E0 6 Gew.-%
Talgfettalkohol mit 14 E0 6 Gew.-%
Alkylbenzolsulfonat 6 Gew.-%
Natriumcarbonat 37 Gew.-%
Natriumtripolyphosphat 30 Gew.-%
Natriumsilikat (Na2O:SiO2 1:3,0) 4 Gew.-%
Carboxymethylcellulose (CMC) und Methylcellulose (MC) 0,9 Gew.-%
Optischer Aufheller 0,2 Gew.-%
1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP) 0,3 Gew.-%
Wasser und Salz aus Lösungen Rest zu 100 Gew.-%
[0039] Die Konzentration des versprühten Slurries betrug 75,7 Gew.-%, die Viskosität unter
Betriebsbedingungen 7400 mPas. Das erzielte Schüttgewicht betrug 600 g/l.
Beispiel M1/2:
[0040] Das Beispiel M1/1 wurde wiederholt, wobei die Betriebsbedingungen des Sprühturms
gleich blieben und 2 Gew.-%, bezogen auf das sprühgetrocknete Granulat, Natriumgluconat
in fester Form (100 Gew.-%ig) im Austausch gegen Natriumcarbonat eingesetzt wurden.
Die Slurry-Konzentration wurde auf 76,2 Gew.-% erhöht, die Viskosität sank auf 5000
mPas. Das Schüttgewicht der sprühgetrockneten Granulate M1/2 betrug 647 g/l.
Beispiel M1/3:
[0041] Das Beispiel M1/2 wurde bei einer Slurry-Konzentration von 79,7 Gew.-% wiederholt.
Die Viskosität des Slurries lag unterhalb 10000 mPas. Das Schüttgewicht der sprühgetrockneten
Granulate M1/3 betrug 730 g/l.
Beispiel M2:
[0042] In analoger Weise zu den Beispielen M1/1 bis M1/3 wurde ein Slurry versprüht, welcher
8,5 Gew.-% C
12-C
18-Fettsäureseife und 2,2 Gew.-% Alkylbenzolsulfonat, jeweils bezogen auf das sprühgetrocknete
Granulat, enthielt, wobei der Anteil an nichtionischen Tensiden auf 7 Gew.-% gesenkt
worden war. Die Viskosität eines 60 Gew.-%igen Slurries lag oberhalb 20000 mPas. Es
fand eine Phasentrennung statt, so daß die Viskositätsmessungen fraglich erschienen.
Durch die Zugabe von 2 Gew.-% Natriumcitrat, bezogen auf das sprühgetrocknete Granulat,
das im Austausch gegen Natriumcarbonat eingesetzt wurde, konnte keine Aufhebung der
Phasentrennung erwirkt werden.
[0043] Wurden statt Natriumcitrat Natriumgluconat in derselben Weise wie oben angegeben
zugegeben, so sank die Viskosität des Slurries auf 6500 mPas. Es lag ein phasenstabiler
Slurry vor, der versprüht werden konnte.