Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Filmentwicklungstrommel gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs
von Anspruch 1.
Stand der Technik
[0002] Sowohl bei der Entwicklung von Farbbildern wie auch bei der Filmentwicklung werden
Entwicklungsdosen eingesetzt, in welche im Falle der Filmentwicklung eine oder mehrere
Entwicklungsspiralen eingesetzt werden, auf die der Film eingespult ist.
[0003] Bei der Filmverarbeitung werden Chemikalien in flüssiger Form eingesetzt. Verschiedene
Chemikalienbäder, in die der zu verarbeitende Film eingetaucht wird, werden in einer
vorgegebenen Abfolge und mit genau definierten Einwirkzeiten eingesetzt. Derartige
Chemikalienbäder umfassen eine Entwicklerlösung, eine Lösung zum Stoppen des Entwicklungsvorganges
sowie eine Fixierbadlösung. Dazwischen sind je nach dem gewünschten Verarbeitungsprozeß
Zwischenwässerungen vorgesehen.
[0004] Im Stand der Technik verwendete Entwicklungsdosen, die als Filmentwicklungstrommeln
bezeichnet werden, müssen jeweils eine Zufuhrleitung und Ableitung der flüssigen Chemikalien
aufweisen. Die Leitungen sollten so angeordnet bzw. ausgebildet sein, daß ein schneller
Chemikalienwechsel möglich ist, um eine genau definierte Verweildauer der verschiedenen
Chemikalienbäder in der Filmentwicklungstrommel und damit eine genau definierte Einwirkungsdauer
auf das zu verarbeitende Filmmaterial sicherzustellen.
[0005] Im Stand der Technik sind zwei verschiedene Typen von Filmentwicklungstrommeln bekannt.
Der erste Typ von Filmentwicklungstrommel besitzt auf einer Stirnseite der im wesentlichen
zylinderförmig ausgebildeten Trommel die Chemiezufuhr und auf der anderen Stirnseite
den Ablauf. Beim Betrieb dieser Filmentwicklungstrommeln werden somit jeweils von
der einen Seite die Chemikalien zugeführt und nach der vorgegebenen Behandlungsdauer
diese durch einen Ablauf auf der anderen Seite abgelassen. Der andere Typ von Filmentwicklungstrommel
besitzt die Zufuhr- und Ableitung der flüssigen Chemikalien nur auf einer Stirnseite
der Filmentwicklungstrommel. Hierbei wird eine Kippvorrichtung, ähnlich Betonmischern
eingesetzt, um während eines Betriebs die gezielte Chemikalienzufuhr und Ableitung
zu bewirken.
Darstellung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Filmentwicklungstrommel vorzuschlagen,
die ohne das Ausführen einer Kippbewegung schnell entleerbar ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine Filmentwicklungstrommel mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0008] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, daß sich die Filmentwicklungstrommel durch
das Vorsehen einer Schöpfvorrichtung, welche die abzuführenden Chemikalien einem Ablaufkanal
zuführt, schnell entleeren läßt. Das Vorsehen der Schöpfvorrichtung gestattet zudem
ein Entleeren der Filmentwicklungstrommel, ohne daß diese in einer aufwendigen Weise
gekippt werden muß.
[0009] Bevorzugte Ausführungsformen sind durch die übrigen Ansprüche gekennzeichnet.
[0010] Nach einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt die Schöpfvorrichtung mindestens eine
zur Radialrichtung gekrümmte Nut im Dosenkopf auf der Innenseite der Filmentwicklungstrommel,
wobei die mindestens eine Nut mit dem Ablaufkanal in Strömungsverbindung steht. Der
Dosenkopf wirkt somit beim Rotieren der Filmentwicklungstrommel wie ein Schöpfrad,
das die abzuführenden flüssigen Chemikalien zum Ablaufkanal fördert. Dies gestattet
die mittige Anordnung des Ablaufkanals bezüglich der Längsachse der Filmentwicklungstrommel
und den vereinfachten Anschluß an geeignete Einrichtungen zur Zufuhr sowie Abfuhr
von Chemikalien.
[0011] Vorzugsweise liegt die Filmentwicklungstrommel auf Stützlagerböcken auf und ist um
die Längsachse des Dosenmantels rotierbar. Durch das Rotieren der Filmentwicklungstrommel
wird die gleichmäßige Einwirkung der Chemikalien auf das zu verarbeitende Filmmaterial
sichergestellt. Da die Filmentwicklungstrommel auf Stützlagerböcken aufliegt, läßt
sich zudem ein Verkanten oder Verkippen der Filmentwicklungstrommel bei der Bewegung
vermeiden und lassen sich bei der Filmentwicklung genau definierte und reproduzierbare
Ergebnisse erzielen.
[0012] Vorzugsweise erfolgt die Bewegung der Filmentwicklungstrommel automatisch über eine
Antriebseinrichtung. Eine derartige automatische Filmentwicklungstrommel ist für professionelle
Anwendungen besonders geeignet, da während der einzelnen Verarbeitungsschritte zum
einen kein manuelles Bewegen der Filmentwicklungstrommel nötig ist und zudem das Vorsehen
einer Antriebseinrichtung zu einer gleichmäßigeren Behandlung des Filmmaterials und
zu besser reproduzierbaren Ergebnissen führt.
[0013] Nach einer bevorzugten Ausführungsform kann die Antriebseinrichtung die Filmentwicklungstrommel
in beiden Drehrichtungen um die Längsachse des Bodenmanteis bewegen und ist die Drehrichtung
über ein Bedienmenü elektronisch steuerbar. Dies führt zu einer weiteren Verbesserung
des automatischen Betriebs, da sich über das Steuermenü verschiedene Verarbeitungsschritte
gezielt vorwählen lassen. Darüber hinaus läßt sich durch die Wahl der Drehrichtung
der Schöpfvorgang mit dem Ziel des Abführens der Chemikalien gezielt vorgeben. Wenn
sich die Filmentwicklungstrommel in einer bestimmten Drehrichtung rotiert, entfaltet
sich eine verbesserte Schöpfwirkung der Schöpfvorrichtung und der flüssige Inhalt
wird aus der Filmentwicklungstrommel entleert. Rotiert die Filmentwicklungstrommel
hingegen in der entgegengesetzten Drehrichtung um ihre Längsachse, so tritt keine
Schöpfwirkung ein.
[0014] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Steuerelektronik an
dem in Richtung der Längsachse der Filmentwicklungstrommel zum Dosenkopf entgegengesetzten,
vollständig eingekapselten Ende der Filmentwicklungstrommel angeordnet. Hierdurch
läßt sich die Steuerelektronik räumlich vom Chemiezulauf- und Ablauf trennen. Dies
ist aus einer Analyse möglicher Störfälle wünschenswert. Sollte die Zulaufleitung
oder Ablaufleitung undicht sein, so strömen die Chemikalien aus. Geschieht dies jedoch
an dem entgegengesetzten Ende der Filmentwicklungstrommel relativ zur Steuerelektronik,
so wird die Gefahr verringert, daß die mit der Netzspannung verbundene Steuerelektronik
durch eindringende Flüssigkeit oder das Einwirken der verwendeten Chemikalien geschädigt
wird.
[0015] Aus den genannten Gründen ist es besonders bevorzugt, daß im Dosenkopf sowohl die
Einlaufvorrichtung als auch eine Ablaufvorrichtung angeordnet ist, die mit dem Ablaufkanal
in Strömungsverbindung steht. Hierdurch wird sowohl der Zu- wie auch Ablauf der flüssigen
Chemikalien räumlich von der Steuerelektronik getrennt.
[0016] Vorzugsweise ist die Filmentwicklungsdose lichtdicht ausgebildet. Hierdurch wird
eine professionelle Filmverarbeitung ermöglicht, d.h. die Filmentwicklungstrommel
kann nach dem Schließen des Deckels und dem Einsetzen des zu verarbeitenden Filmmaterials
bei Dunkelheit, bei Tageslicht betrieben werden. Das Ausführen einer lichtdichten
Filmentwicklungsdose wird durch eine labyrinthartige Ausbildung der Einlaufvorrichtung
sowie Ablaufvorrichtung mit Wandungen einer möglichst geringen Reflexion verwirklicht.
[0017] Nach einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt die Filmentwicklungstrommel weiterhin
gekrümmte zweite Nuten in der Innenfläche des Dosenmantels, deren Haupterstreckung
in Längsrichtung des Dosenmantels verläuft. Die zweiten Nuten gehen hierbei in die
ersten Nuten des Dosenkopfes über. Hierunter ist zu verstehen, daß Flüssigkeit, die
in den zweiten Nuten verläuft, direkt in den durch die ersten Nuten gebildeten Strömungskanal
eintreten kann. Hierdurch läßt sich die Schöpfwirkung der erfindungsgemäßen Filmentwicklungstrommel
noch weiter erhöhen, indem die in der Entwicklungstrommel befindlichen flüssigen Chemikalien
durch die zweiten Nuten in den Bereich des Dosenkopfes gefördert werden und anschließend
durch die ersten Nuten des Dosenkopfes dem Ablaufkanal zugeführt werden können.
[0018] Indem die zweiten Nuten gekrümmt ausgebildet sind, läßt sich durch eine Rotationsrichtung
der Filmentwicklungstrommel, bei der sich der Dosenmantel in Richtung auf den Krümmungsmittelpunkt
der gekrümmten zweiten Nuten hin bewegt, eine zusätzliche Förderwirkung der zweiten
Nuten erzielen, welche die Zufuhr der abzuführenden flüssigen Chemikalien in Richtung
auf den Dosenkopf beschleunigt.
[0019] Vorzugsweise ist die Zulaufeinrichtung und Ablaufeinrichtung gemeinsam als Lagerbolzen
für einen Stützlagerbock ausgebildet. Hierdurch lassen sich in den Lagerbolzen vier
Funktionen integrieren. Der Lagerbolzen dient einerseits dazu, die Position der Filmentwicklungstromrnel
zwischen den Stützlagerböcken in axialer Richtung zu fixieren, stellt andererseits
den Anschluß für eine geeignete Zu- und Ablaufeinrichtung dar und übernimmt über einen
beweglichen Bolzen die Rotationsbewegung der Entwicklungstrommel.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0020] Nachfolgend wird die Erfindung rein beispielhaft anhand der beigefügten Zeichnungen
beschrieben, in denen:
- Fig. 1
- eine auf zwei Stützlagerböcken drehbar gehaltene Entwicklungstrommel zeigt;
- Fig. 2
- eine Draufsicht von innen auf den Dosenkopf der in Fig. 1 dargestellten Entwicklungstrommel
darstellt;
- Fig. 3
- einen Schnitt durch den Dosenkopf gemäß Fig. 2 entlang der Linie A-A darstellt;
- Fig. 4a und 4b
- jeweils perspektivische Ansichten des Dosenkopfes von außen und von innen zeigen;
- Fig. 5
- einen Schnitt durch den Dosenmantel der Filmentwicklungstrommel gemäß Fig. 1 darstellt;
und
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht des Dosenmantels mit entferntem Dosenkopf zeigt.
Wege zur Darstellung der Erfindung
[0021] In den nachfolgenden Figuren werden jeweils gleiche Bauelemente mit den gleichen
Referenzziffern bezeichnet.
[0022] Fig. 1 zeigt eine Filmentwicklungstrommel, die allgemein mit Referenzziffer 10 bezeichnet
ist. Die Filmentwicklungstrommel 10 ist aus einem Material hergestellt, das korrosionsbeständig
ist und die auf Silber reagierenden Verarbeitungsbäder nicht beeinflußt. Daher kommen
keine Materialien wie Zink, Aluminium, Messing oder Polyurethan in Frage. Darüber
hinaus darf die Filmentwicklungstrommel auch nicht verchromt oder versilbert sein.
Das bevorzugte Material ist Polyvenylchlorid (PVC), das eine hohe Temperaturbeständigkeit
aufweist.
[0023] Die Filmentwicklungstrommel 10 besteht aus einem Dosenmantel 12, der im wesentlichen
zylindermantelförmig ausgebildet ist. Die eine stirnseitige Öffnung des Dosenmantels
12 wird durch einen Dosenkopf 14 verschlossen, der fest in den Dosenmantel 12 eingesetzt
ist und daher beim Betrieb der Filmentwicklungstrommel 10 nicht geöffnet wird. Die
andere stirnseitige Öffnung wird durch einen Deckel 16 verschlossen, der von der Filmentwicklungstrommel
10 abnehmbar ist. Hierzu ist der Deckel 16 flüssigkeitsdicht, aber vom Verwender leicht
lösbar mit dem Dosenmantel 12 verbunden. Vorzugsweise wird zwischen dem Dosenmantel
12 und dem Deckel 16 eine Schraubverbindung ausgeführt, wobei der Deckel 16 ein Innengewinde
und der Dosenmantel ein Außengewinde 18 aufweist, das in Fig. 5 dargestellt ist.
[0024] Der Deckel 16 ist vorzugsweise auf seiner Umfangsfläche mit einer strukturierten
Oberfläche versehen, die das Greifen und feste Zudrehen des Deckels erleichtert. Im
dargestellten Beispiel sind hierzu auf der Umfangsfläche des Deckels 16 gleichmäßig
voneinander beabstandete Erhebungen 20 vorgesehen. Der Deckel 16 ist vorzugsweise
aus demselben Material wie der Dosenmantel 12 hergestellt.
[0025] Die in Fig. 1 dargestellte Filmentwicklungstrommel liegt vorzugsweise auf zwei Stützlagerböcken
22 und 24 auf. Hierzu ist sowohl am Dosenkopf 14 wie auch am Deckel 16 ein Ansatz
26 angeformt, der bezüglich seiner äußeren Abmessungen rotationssymmetrisch zur Längsachse
der Filmentwicklungstrommel jeweils ausgebildet ist. Der Ansatz 26 wirkt auf beiden
Seiten der Filmentwicklungstrommel als Lagerbolzen und wirkt mit den Stützlagerböcken
22 und 24 zusammen. Die Stützlagerböcke 22 und 24 sind in festem Abstand zueinander
angeordnet und befinden sich z.B. im Bereich einer wannenförmigen Laboreinheit, die
mit einem Temperierbad gefüllt werden kann, so daß die in das Temperierbad eintauchende
Filmentwicklungstrommel und die darin enthaltenen Chemikalien auf eine gewünschte
Temperatur gebracht und auf dieser gehalten werden. Die Stützlagerböcke 22 und 24
mit einer im wesentlichen plattenförmigen Gestalt besitzen halbkreisförmige Ausformungen
auf den jeweiligen Oberseiten, die bezüglich ihrer Abmessungen auf den Ansatz 26 der
Filmentwicklungstrommel abgestimmt sind.
[0026] Um den Filmverarbeitungsprozeß in bestmöglicher Weise durchführen zu können, wird
die Antriebseinrichtung über ein Bedienmenü (ebenfalls nicht dargestellt) gesteuert,
so daß aufgrund der später eingehender beschriebenen Entleerungsund Einfüllvorrichtung
sämtliche Arbeitsschritte ohne einen manuellen Eingriff des Benutzers nur durch das
Bedienmenü gesteuert werden können. Über ein geeignetes Bedienmenü können die aufeinander
folgenden Verarbeitungsschritte und deren Zeitdauer vorgewählt werden und insbesondere
auch die Bewegungsrichtung der Filmentwicklungstrommel eingestellt werden. Die in
Fig. 1 dargestellte Filmentwicklungstrommel kann in beiden Rotationsrichtungen bewegt
werden, wie durch die Pfeile A und B angedeutet wird.
[0027] In den nachfolgenden Figuren wird die in den Dosenkopf 14 integrierte Ablaufeinrichtung
näher beschrieben werden, wobei in Fig. 1 lediglich eine Einlauföffnung 28 sowie mehrere
Ablauföffnungen 30 dargestellt sind, die in die Umfangsfläche des als Lagerbolzen
ausgebildeten Ansatz am Dosenkopf 14 eingeformt sind.
[0028] Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf den Dosenkopf 14 von der Innenseite der Filmentwicklungstrommel
10 her. Der Dosenkopf 14 besitzt einen kreisförmigen Querschnitt, dessen Außendurchmesser
so gewählt ist, daß die in Fig. 5 dargestellte Ringnut 32 im Dosenmantel eingesetzt
werden kann. Durchgangslöcher 34, die gleichmäßig beabstandet um den Umfangsbereich
des Dosenkopfes verteilt sind, dienen der Befestigung des Dosenkopfes am Dosenmantel
12. Die entsprechenden Bohrungen 36 im Dosenmantel sind in Fig. 6 dargestellt. Die
Durchgangslöcher 34 und entsprechenden Bohrungen 36 können selbstverständlich auch
durch Stifte und entsprechende Aufnahmeöffnungen für die Stifte ausgebildet sein,
allerdings ist ein beliebiges Lösen des Dosenkopfes 14 vom Dosenmantel 12 bevorzugt.
Die Bohrungen 36 dienen auch dazu, die korrekte Zentrierung des Dosenkopfes auf dem
Dosenmantel 12 sicherzustellen, wenn, wie in Fig. 6 dargestellt ist, zusätzlich die
später eingehend beschriebenen Längsnuten im Dosenmantel 12 vorgesehen sind.
[0029] In den Dosenkopf 14 sind erste Nuten 38 eingeformt, wobei in dem in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiel 4 erste Nuten 38 vorhanden sind. Die Nuten erstrecken sich vom
Umfang des Dosenkopfes in Richtung der Rotationsachse des Dosenkopfes, wobei die Nuten
einen zur Radialrichtung gekrümmten Verlauf besitzen. Die Nuten verlaufen bis zu Ablaufkanälen
40, die sich radial nach außen hin an einen Einfüllbereich 42 anschließen.
[0030] Wie aus Fig. 4b ersichtlich ist, sind die ersten Nuten 38 mit einer im wesentlichen
ebenen Grundfläche und senkrecht hierzu angeordneten Seitenwänden gebildet, so daß
die ersten Nuten 38 als U-förmige Rinnen ausgestaltet sind. Diese spezielle Gestaltung
ist jedoch nur optional und kann durch andere Geometrien ersetzt werden, solange die
später beschriebene Schöpfwirkung der Nuten besteht.
[0031] Fig. 3 zeigt einen Schnitt entlang der Linie A-A in Fig. 2. Zur deutlicheren Darstellung
wurde hierbei bei dem Schnittverlauf dem gekrümmten Verlauf der ersten Nut 38 gefolgt.
Aus Fig. 3 wird ersichtlich, daß die erste Nut 38 in einen Ablaufkanal 44 mündet,
der sich in axialer Richtung von der Innenseite des Dosenkopfs 14 zur Außenseite hin
aufweitet. Auf der Außenseite endet der Ablaufkanal 44 innerhalb des einstückig mit
dem Dosenkopf ausgebildeten Lagerbolzens in der Ablauföffnung 48. Somit besitzt jede
einzelne der ersten Nuten 38 individuell einen zugehörigen Ablaufkanal 44, der in
einer Ablauföffnung 48 endet. Die spezielle Formgebung des Ablaufkanals wie auch der
Ablauföffnung folgt aus der Vorgabe, die Filmentwicklungstrommel lichtdicht zu gestalten.
Somit muß durch eine spezielle Formgebung verhindert werden, daß Licht direkt in die
Trommel fällt oder aber durch Reflexion dorthin gelangen kann.
[0032] Die Geometrie des Ablaufkanals 44 wie auch der Ablauföffnung 48 steht somit nicht
primär mit der Funktion des Ableitens flüssiger Chemikalien aus dem Inneren der Filmentwicklungstrommel,
sondern vielmehr mit der zusätzlichen Vorgabe des Ausbildens einer lichtdichten Filmentwicklungstrommel
im Zusammenhang.
[0033] Der Einfüllbereich für die flüssigen Chemikalien ins Innere der Filmentwicklungstrommel
erstreckt sich um die Rotationsachse des Lagerbolzens und ist ebenfalls in den Fig.
2 bis 4b dargestellt. Der Einfüllbereich 42 besteht aus einer sich von außen nach
innen absatzweise erweiternden Einlauföffnung 50, die ebenfalls lichtdicht als Labyrinth
ausgebildet ist. Hierzu befinden sich am Austritt der Flüssigkeit, d.h. auf der im
Doseninneren gelegenen Seite des Dosenkopfes 14 zwei versetzte Kränze 52, die sowohl
einen direkten Lichtdurchtritt verhindern, als auch das Eindringen von Lichtreflexionen
in das Doseninnere vermeiden.
[0034] Aus Fig. 4a ist der Dosenkopf 14 dargestellt. Der Dosenkopf ist vorzugsweise einstückig
ausgebildet und wird aus einem einzigen Stück gedreht oder aus Kunststoff gespritzt.
Der Dosenkopf 14 wird mittels Befestigungsschrauben 34 am Hauptkörper der Entwicklungstrommel
befestigt. Die mit 54 bezeichneten Vertiefungen auf der stirnseitigen Abschlußfläche
des Dosenkopfs 14 sind Aufnahmeöffnungen für einen Bolzen, der mit Hilfe eines Zahnrades
mit dem Antriebsmotor verbunden ist und durch eine Zugeinrichtung ein- und ausgerastet
werden kann. Hierdurch läßt sich, wie oben bereits erläutert wurde, über die Rotation
des Dosenkopfes die gesamte Entwicklungstrommel bewegen.
[0035] Die Funktion der ersten Nuten 38 soll nun erläutert werden. Der Dosenkopf ist durch
die spiralförmig angeordnete Nuten so ausgebildet, daß er in einer Drehrichtung B
(siehe Fig. 4b) als Einlauföffnung für die Entwicklungschemie dient und in der entgegengesetzten
Richtung (Pfeil A in Fig. 4b) als Entleerungsöffnung mit einer Schöpfeinrichtung dient.
Die Filmentwicklungsdose ist bei der Filmverarbeitung nur zu einem Teil mit Entwicklungschemie
gefüllt, so daß, wie oben erläutert wurde, im Stand der Technik ein Entleeren unter
Zuhilfenahme einer Kippbewegung durchgeführt werden mußte. Bei der vorliegenden Ausgestaltung
des Dosenkopfes tauchen die spiralförmigen ersten Nuten 38 wie ein Mühlrad in die
Entwicklerchemie ein und fördern die flüssigen Chemikalien zum Ablaufkanal hin. Hierdurch
läßt sich nicht nur die Filmentwicklungstrommel ohne eine Kippbewegung entleeren,
sondern auch die Geschwindigkeit des Entleervorganges deutlich erhöhen. In der entgegengesetzten
Drehrichtung B kann die durch den Einlaufkanal eingeführte Entwicklungschemie nach
dem Hindurchtreten durch die in Radialrichtung weisende Öffnung hinter dem Kranz 52
schneller in die Filmentwicklungsdose eingeleitet werden, da die gekrümmten ersten
Nuten 38 die eintretende Flüssigkeit gezielt in das Innere der Filmentwicklungstrommel
abführen.
[0036] Die geschilderte Schöpfwirkung der ersten Nuten 38 kann noch erhöht werden, indem
wie in Fig. 5 und 6 dargestellt ist, zweite Nuten 56 im Dosenmantel 12 vorgesehen
sind. Die in Fig. 5 dargestellten zweiten Nuten 56 dienen dazu, die in der Filmentwicklungstrommel
vorhandenen flüssigen Chemikalien in Richtung des Dosenkopfes 14, der in der Darstellung
in Fig. 5 auf der linken Seite eingesetzt wird, zu fördern. Darüber hinaus dienen
die Nuten dazu, eine möglichst vollständige Entleerung der Filmentwicklungstrommel
sicherzustellen. Hierzu sind die zweiten Nuten 56 in die Innenfläche des Dosenmantels
12 eingeformt.
[0037] Die zweiten Nuten 56 besitzen einen Verlauf, der zur Längsrichtung des Dosenmantels
gekrümmt ist und somit bei einer Rotationsrichtung der Filmentwicklungstrommel, deren
Bewegungskomponente in Umfangsrichtung auf den Krümmungsmittelpunkt der Nuten hinweist,
ebenfalls eine Schöpfwirkung auf den Dosenkopf zu ausüben. Die Nuten sind im vorliegenden
Ausführungsbeispiel mit einem ebenfalls rechteckigen, rinnenförmigen Profil ausgebildet
und besitzen eine Tiefe und Breite im Dosenmantel 12 im Anschluß zum Dosenkopf, der
einen kontinuierlichen Übergang zwischen den zweiten Nuten 56 und ersten Nuten 38
erlaubt. Der Dosenkopf 14 ist somit in einer genau definierten Zentrierung auf dem
Dosenmantel aufgesetzt, so daß die ersten und zweiten Nuten miteinander in Strömungsverbindung
stehen.
[0038] Die zweiten Nuten 56 erstrecken sich bis nahe an das entgegengesetzte, stirnseitige
Ende des Dosenmantels 12, das in Fig. 5 durch das außen angeordnete Außengewinde zum
Aufschrauben des Deckels 16 dargestellt ist.
[0039] Im Falle des Einfüllens von flüssiger Entwicklungschemie in die Filmentwicklungstrommel,
die, wie oben beschrieben wurde, mit entgegengesetzter Drehrichtung der Filmentwicklungstrommel
durchgeführt wird, entfalten die zweiten Nuten 56 eine Förderwirkung auf das dem Dosenkopf
14 entgegengesetzte Ende der Filmentwicklungstrommel zu und ermöglichen somit eine
schnellere Verteilung der neu eingeführten Chemikalien in der Filmentwicklungstrommel.
[0040] Die oben beschriebene automatische Filmentwicklungstrommel besitzt den Vorteil, daß
bei der Verwendung mehrerer aufeinander folgender Behandlungsschritte unter Verwendung
jeweils unterschiedlicher Chemikalien ein vollständig automatischer, menügesteuerter
Betrieb der Filmentwicklungstrommel möglich wird. Die Chemikalien werden auf der einen
Seite der Trommel zu- und abgeführt. Hier befindet sich auch die Aufnahme für die
Antriebseinrichtung, während sich die elektronischen Bauteile der Steuerelektronik
von den korrosiven Chemikalien entfernt an der, der Zu- und Ablaufvorrichtung entgegengesetzten
Seite der Entwicklungstrommel befinden. Durch eine Programmsteuerung wird die Entleerung
der in der Entwicklungstrommel befindlichen Chemie nach jeder Phase des Entwicklungszyklus
über eine Trichteröffnung so gestaltet, daß über einen drehbaren Auffangbehälter die
Chemikalien getrennt abgeführt und entsorgt werden können.
[0041] Die Verweildauer der Chemikalien in der Filmentwicklungstrommel läßt sich in sehr
engen Grenzen definieren, weil sich durch die Schöpfwirkung der ersten Nuten im Dosenkopf
ein sehr schnelles Entleeren der Filmentwicklungstrommel erreichen läßt. Dieser Effekt
wird noch durch die optional vorzusehenden zweiten Nuten im Dosenmantel unterstützt.
In umgekehrter Weise wird durch eine Drehung der Filmentwicklungstrommel in der entgegengesetzten
Richtung ein schnelles Einfüllen und Verteilen der Chemikalien eines nachfolgenden
Verarbeitungsschrittes in der Filmentwicklungstrommel ermöglicht.
1. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, umfassend einen Dosenmantel
(12) und einen Dosenkopf (14), der eine stirnseitige Öffnung des Dosenmantels verschließt;
dadurch
gekennzeichnet, daß
die Filmentwicklungstrommel eine Schöpfvorrichtung (38) aufweist, welche die abzuführenden
Chemikalien einem Ablaufkanal (40) zuführen.
2. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach Anspruch 1,
dadurch
gekennzeichnet, daß
die Schöpfvorrichtung mindestens eine zur Radialrichtung gekrümmte Nut (38) umfaßt,
die mit dem Ablaufkanal (40) in Strömungsverbindung steht.
3. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch
gekennzeichnet, daß
die Filmentwicklungstrommel auf Stützlagerböcken (22, 24) aufliegt und um die Längsachse
des Dosenmantels (12) rotierbar ist.
4. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach Anspruch 3,
dadurch
gekennzeichnet, daß
die Bewegung der Filmentwicklungstrommel über eine Antriebseinrichtung automatisch
erfolgt.
5. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach Anspruch 4,
dadurch
gekennzeichnet, daß
die Antriebseinrichtung
- die Filmentwicklungstrommel in beiden Drehrichtungen bewegen kann; und
- die Drehrichtung über ein Bedienmenü elektronisch steuerbar ist.
6. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch
gekennzeichnet, daß
die Antriebseinrichtung am Dosenkopf (14) gemeinsam mit der Ein- und Ablaufvorrichtung
angeordnet ist; und
die gegen chemische Einwirkungen empfindliche Steuerelektronik auf der in Längsrichtung
der Längsachse der Filmentwicklungstrommel zum Dosenkopf (14) entgegengesetzen Seite
der Filmentwicklungstrommel angeordnet ist.
7. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach einem oder mehreren
der vorhergehenden Ansprüche, weiter umfassen:
- eine Einlaufvorrichtung (42) im Dosenkopf (14); und
- eine Ablaufvorrichtung (44, 30) im Dosenkopf (14), die mit dem Ablaufkanal (44)
in Strömungsverbindung steht.
8. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach einem oder mehreren
der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet, daß
die Filmentwicklungsdose lichtdicht ausgebildet ist.
9. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, weiter umfassen:
- zweite Nuten (56) in der Innenfläche des Dosenmantels (12), deren Haupterstreckung
in Längsrichtung des Dosenmanteis (12) verläuft, wobei
- die zweiten Nuten (56) in die ersten Nuten (38) des Dosenkopfes (14) übergehen.
10. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach Anspruch 9,
dadurch
gekennzeichnet, daß
die zweiten Nuten (56) gekrümmt sind.
11. Entwicklungstrommel, insbesondere Filmentwicklungstrommel, nach Anspruch 7,
dadurch
gekennzeichnet, daß
die Einlaufvorrichtung (42) und Ablaufvorrichtung (44, 30) gemeinsam als Lagerbolzen
für einen Stützlagerbock (22) ausgebildet sind.