[0001] Die Erfindung betrifft ein Holzbauelement mit Holzlagen gemäß dem Oberbegriff des
Schutzanspruchs 1. Ein derartiges Holzbauelement kann etwa für Wände, Decken oder
Bedachungen und dergleichen von Bauwerken, Fahrzeugen etc. eingesetzt werden. Dieses
Holzbauelement weist mindestens zwei Holzlagen auf.
[0002] Ein derartiges Holzbauelement ist bereits aus dem G 92 07 654.8 bekannt. Das Holzbauelement
ist wenigstens fünfschichtig und weist rostartig angeordnete, kreuzweise und in parallelen
Ebenen verlaufende Schichten auf. Durch diese Ausbildung wird eine gute Stabilität
und eine gewisse Schwindfreiheit erzielt, die es erlaubt, auch überschüssiges Holz
aus Holzrandprodukten zu verwenden. Eine Mittelschicht besteht aus zueinander seitlich
beabstandeten Leisten, Brettern oder dergleichen. Durch diese Abstände ergeben sich
Hohlräume, die zwar einerseits zu einer Gewichtseinsparung führen, aber andererseits
Kälte- bzw. Wärmebrücken darstellen. Ebenfalls nachteilig sind die mangelhaften Schall
dämmwerte, die durch dieses Holzbauelement erreicht werden. Auch nachteilig ist, daß
sich beim Trocknen der Bretter bzw. Leisten sehr leicht Risse bilden, so daß die Bretter
bzw. Leisten zu Ausschuß werden und nicht mehr für das Holzbauelement verwendet werden
können.
[0003] Aus der DE-C-835 646 ist ein Holzbrett als Bauelement von aus Schichten bestehenden
Baugliedern bekannt, das mehrere Holzlagen aufweist, die mindestens einseitig mit
einer Struktur versehen sind, wobei die Struktur eine Rillierung darstellt, die in
Längserstreckungsrichtung der Holzlagen bzw. Bretter, aus denen die Holzlagen bestehen,
ausgebildet sind. Die hier beschriebenen Holzbauelemente sind jedoch nur relativ schwierig
und umständlich herstellbar, da es nicht möglich ist, entsprechende Holzbauelemente
endlos herzustellen. Die endlose Herstellung verbietet sich hier, weil die vorhandenen
und verwendeten Bretter mit vorbestimmten Abmessungen jeweils zu einer bestimmten
Dimensionierung der bekannten Holzbauelemente führen, so daß immer im Abstand von
bestimmten Normbrettmaßen ein bestimmtes Holzbauelement mit einer bestimmten Länge
anfällt.
[0004] Weitere Holzbauelemente oder Fertigbauteile aus Holz sind aus dem G 93 02 447.9 U1,
dem DE-GM 1 838 415, dem DE-GM 75 32 453, dem DE-GB 1 920 170, der DE 25 33 149 A1,
dem DE 92 09 042.7 U1, dem DE 38 14 589 A1 und der US-A-4,086,382 bekannt.
[0005] Aus FR-A-12 43 219 ist eine mehrschichtige Sperrholzplatte bekannt, dessen Elemente
zur fortlaufenden Produktion diagonal zueinander angeordnet sind.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde auf möglichst einfache Weise bei gleichzeitiger
Verringerung des Ausschusses ein Holzbauelement mit hohen Wärme- bzw. Schalldämmwerten
zur Verfügung zu stellen, das sich besonders einfach in Massenfertigung produzieren
läßt, insbesondere endlos produzieren läßt.
[0007] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch ein Holzbauelement mit den
im Schutzanspruch 1 aufgeführten Merkmalen gelöst.
[0008] Die gemäß der Erfindung zu erzielenden Vorteile beruhen darauf, daß sich das erfindungsgemäße
Holzbauelement endlos herstellen läßt, wenn die mindestens zwei oder mehr Holzlagen
diagonal zueinder verlaufend angeordnet werden, wobei die Struktur bzw. die Rillierung
vorzugsweise im wesentlichen parallel zu den Längskanten der Holzlagen bzw. der diese
ausbildenden Bretter verläuft. Die Struktur kann aber auch entsprechend diagonal oder
in abweichender Weise diagonal, parallel oder kreuzweise verlaufen. Es können auch
einzelne Schlitze in Reihe oder zueinander versetzt, kreuzweise oder in anderer Ausrichtung
vorgesehen werden. Auch zick-zack-Schlitze, Schlitze, die in Schlangenlinien verlaufen
oder aber einzelne Löcher können vorgesehen werden. Die Strukturen sind dabei bevorzugt
nicht durch das Holzmaterial hindurchgehend ausgebildet, d.h. sie stellen Ausnehmungen
aber keine Durchgangslöcher dar.
[0009] Durch die diagonale Verlegung der Holzlagen lassen sich maschinell Endlosplatten
herstellen, wobei die letztendlich hergestellten Holzbauelemente, beispielsweise Holzplatten,
Fertigbauelemente für Häuser oder dergleichen, aufgrund der diagonalen Verlegung statisch
bei weitem stabiler sind. Zudem bietet die vorliegende Erfindung aufgrund der möglichen
Endlosplatten-Produktion wirtschaftliche Vorteile.
[0010] Dabei weisen die erfindungsgemäßen Bauelemente mindestens einen Zuschnitt auf, der
mindestens einseitig und/oder bereichsweise mit einer Struktur versehen ist, wobei
die Struktur vorzugsweise als Rillierung ausbildbar ist. Die Strukturierungen bzw.
Rillierungen an den Holzlagen können einander sowohl exakt oder ungeführ gegenüberliegen,
als auch zueinander versetzt eingearbeitet werden. Die Strukturen auf der einen Oberfläche
eines Holzbauelements können zu den Strukturen auf den anderen Oberflächen des Holzbauelements
versetzt sein, im Winkel zu diesen verlaufen oder sonstwie differieren. Durch derartige
Maßnahmen wird die Stabilität des ansonsten sehr leichten Holzbauelements gemäß der
Erfindung noch weiter verbessert, wobei das zumindest teilweise Ausfällen bzw. Ausschäumen
von Hohlräumen, insbesondere aufgrund der Strukturierungen, auch erübrigt werden kann.
Auch wird eine differenziertere Leimaufgabe ermöglicht.
[0011] Die verschiedenen Holzlagen bzw. deren Bretter können in einem Winkel von etwa 30
bis 75° zueinander diagonal angeordnet werden, wobei Winkel von etwa 45° bis 65° bevorzugt
werden. Die Rillierungen bzw. die Struktur der Holzlage kann in etwa mit den gleichen
Winkeln verlaufen oder aber auch mit hierzu abweichenden Winkeln vorgesehen sein.
[0012] Vorteilhaft ist ferner, daß gemäß der Erfindung bzw. Neuerung auf Mittelplatten zwischen
den mindestens zwei Holzlagen verzichtet werden kann, so daß materialaufwendige Zwischenlagen
gegebenenfalls ausgelassen werden können.
[0013] Das erfindungsgemäß ausgestaltete Holzbauelement, insbesondere mit diagonal verlegten
Holzlagen, ermöglicht eine weitaus bessere Anpassung der Plattenstärke an bauphysikalische
Gesichtspunkte.
[0014] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die Struktur mindestens teilweise mit einem
vorzugsweise schaumartigen Fühlstoff versehen ist, wodurch sich die Dämmwerte allgemein
verbessern lassen.
[0015] Auch wird ein großer Materialnachteil des Holzes, nämlich das Quellen und Schwinden,
weitgehend kompensiert. Eine Längenänderung aufgrund von Feuchte oder Temperaturänderungen
findet im wesentlichen nur in der Holzfaserrichtung statt. Verlaufen nun bei verschiedenen
Holzlagen die Maserungen jeweils unterschiedlich und sind diese Holzlagen aneinander
befestigt, z.B. durch Leimen, so wird ein Schwinden oder ein Quellen des Holzbauelements
stark gehemmt. Ein wesentlicher Nachteil des Werkstoffes Holz, der insbesondere bei
Blockhäusern zu Spaltenbildung zwischen den einzelnen Blöcken führt, ist damit behoben.
[0016] Der Holzfaserverlauf der Holzlagen, die aufeinanderfolgen, kann voneinander abweichen.
Von beispielsweise drei Holzlagen sollten demnach mindestens zwei voneinander abweichende
Holzfaserverläufe haben, um die Schwindungscharakteristiken des Holzes in vorteilhafter
Weise kompensieren zu können.
[0017] Vorteile der Erfindung liegen auch darin, daß einerseits die bekannten Vorteile des
Holzes, wie z.B. gute Wärme- und Feuchtespeicherfähigkeit, hohe Festigkeitswerte und
hohe Wärmedämmfähigkeit beibehalten werden und darüber hinaus die negativen Eigenschaften
des Holzes, wie schlechte Schalldämmfähigkeit und hohes Gewicht, vermieden bzw. verringen
werden.
[0018] Gemäß der Erfindung wird es außerdem erreicht, daß der recyclebare, natürlich nachwachsende,
CO
2-bindende, kurz gesagt, extrem umweltfreundliche Werkstoff Holz im Bauwesen vielseitiger
eingesetzt und anstelle anderer, weniger umweltfreundlicher und schwerer zu bearbeitender
Baustoffe verwendet werden kann. Auch kann das erfindungsgemäße Holzbauelement bei
der Herstellung von Türen, Möbeln usw. eingesetzt werden, insbesondere als Türfüllung
etc.
[0019] Vorteilhafterweise wird durch eine zunehmende Anzahl von Holzlagen eine höhere Stabilität
erreicht. Dadurch ist es möglich, auch Hölzer zu verarbeiten, die einer normalen Verwendung
für Bauzwecke in der Regel nicht dienlich sind. Das heißt, es kann auch extrem schwaches
Holz, Recyclingholz oder Brennholz verwendet werden. Auch kann nach der Erfindung
Birken-, Buchen- oder Eichenholz sowie Holz, das als Randprodukt oder als Überschuß
im Sägewerk bei der Produktion anfällt, verarbeitet werden.
[0020] Allerdings wird es bevorzugt, ca. 18 bis 24 mm, insbesondere ca. 20 bis 22 mm, starke
Bretter gemäß der Erfindung zu verarbeiten, da derartige Holzmaterialien generell
verfügbar sind (z.B. für Euro-Paletten etc.).
[0021] Als selbständig erfinderisch könnte es gegebenenfalls auch angesehen werden, das
herkömmliche Holzbauelement mit dem weitgehend biologischen Füllstoff zumindest teilweise
auszufüllen.
[0022] Zum Verleimen der Holzlagen können beispielsweise Harnstoffharzleimsorten, Resorcinharzleimarten,
Melaminharzleimsorten oder Polyurethankleber verwendet werden, wobei letztere bevorzugt
werden.
[0023] Die einzelnen Elemente, die die Holzlagen bilden, werden aus frischem, grünem Holz
bzw. aus vorgetrocknetem Rohmaterial geschnitten. Diese Zuschnitte sind erfindungsgemäß
mit Strukturen, wie z.B. einer Vielzahl Längs- oder Querrillen bzw. -ritzen, versehen.
Als Struktur wird allgemein eine Mehrzahl von Vertiefungen verstanden, die in die
Zuschnitte z.B. mittels Sägen oder Fräsen eingebracht werden. Die Struktur ist vorzugsweise
länglich und geradlinig ausgebildet. Sie kann aber gegebenenfalls auch gekrümmt bzw.
verzweigt sein. Die Rillierung kann z.B. rechteckige, trapezförmige, runde oder ovale
Rillen aufweisen.
[0024] Die Struktur der Zuschnitte verbinden Verformungen des Holzes bei der Lagerung bzw.
der Endtrocknung der Zuschnitte, so daß die Ausschußquote hierdurch minimiert wird.
Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber den bekannten Holzbauelementen.
[0025] Durch die Struktur wird außerdem eine deutliche Gewichtsersparnis gegenüber Vollholz
erreicht, ohne dabei die Stabilität des Holzbrettes erheblich zu verringern. Die Gewichtsersparnis
beträgt beispielsweise etwa 30%. Durch die Gewichtsersparnis ist es möglich, die strukturierten
Zuschnitte dichter zu packen und auf Zwischenräume bzw. Hohlräume zwischen den Zuschnitten
zu verzichten. Dies hat zur Folge, daß im Vergleich zum Stand der Technik eine höhere
Stabilität bei in etwa gleicher Gewichtsersparnis gegenüber Vollholz erzielt wird.
Weiterhin erreicht man durch eng aneinanderliegende Holzlagen im Vergleich zum Stand
der Technik bessere Dämm- bzw. Isolationseigenschaften.
[0026] Die Strukturierung des Holzes, z.B. in Form einer Vielzahl von Längs- oder Querrillen
hat außerdem im Vergleich zu nur einigen wenigen großen Zwischenräumen den Vorteil
einer besseren Wärme- bzw. Kälteisolation, da die Beweglichkeit der eingeschlossenen
Gase bzw. der eingeschlossenen Luft erheblich reduziert ist. Außerdem wird durch die
Vielzahl der unterschiedlichen Kammern, die sich durch die Strukturierung ergeben,
eine effektive Schallausbreitung verhindert.
[0027] Besonders vorteilhaft ist ein gemäß der Erfindung ausgebildetes Holzbauelement, das
wenigstens vier, vorzugsweise fünf Lagen oder mehr aufweist. Ein derartiges Holzbauelement
weist seitlich und/oder nach oben und unten nut- und federartige Ausbildungen auf.
Derartig ausgebildete Holzbauelemente, die in etwa die Abmessungen von Mauersteinen
aufweisen können, lassen sich leicht ineinander stecken, miteinander beispielsweise
über Mörtel, Beton, Kleber oder Holzleim verbinden und in dieser Weise äußerst vorteilhaft
für Bauzwecke verwenden.
[0028] Werden derartige Holzbauelemente bzw. -steine im Verbund angeordnet, d.h. beispielsweise
in Form einer Wand aufgebaut, so ist es besonders vorteilhaft, wenn die Lagen und/oder
deren Rillierungen unterschiedlich, vorzugsweise in entgegengesetzter Richtung, verlaufen.
Auf diese Weise können einzelne Hohlräume, die sich durch die eingeschlossenen Rillierungen
ergeben, gegeneinander abgeschlossen werden, wodurch sich bessere Wärmeisolationseigenschaften
ergeben. Andererseits können derartige Aufbauten aus Holzbauelementen durch die unterschiedlich
verlaufenden Lagen und/oder Rillierungen hinsichtlich ihrer Statik besonders stabil
und verzugsfrei sein.
[0029] Natürlich leidet die Stabilität eines aus erfindungsgemäßen Holzbauelementen aufgebauten
Gebäudeteils nicht wesentlich dadurch, daß aufeinanderfolgende Holzbausteine bzw.
- elemente Lagen aufweisen, deren Verlauf zueinander gleich zu dem Verlauf eines vorgehenden
oder nachfolgenden Holzbausteins bzw. -elements ist.
[0030] Um einen besseren Verbund der Holzbauelemente untereinander und eine bessere Stabilität
der Holzbauelemente untereinander in vorteilhafterweise bewerkstelligen zu können,
ist es vorteilhaft, wenn die nutartigen bzw. federartigen Ausbildungen im Verbund
aufeinanderfolgende Holzbauelemente relativ zur Ausbildungsrichtung der Lagen bzw.
Rillierungen auf unterschiedlichen bzw. entgegengesetzten Seiten vorgesehen sind.
[0031] Die Rillierungen bzw. die Strukturen können auch in einer von der senkrechten zu
der Lagen- bzw. Brettoberfläche abweichenden Richtung in die Holzlagen eingearbeitet
sein. Zwei derartige, aneinander grenzende Oberflächen zweier aufeinanderfolgender
Lagen ergeben somit im Querschnitt ein Fischgrätenmuster, was den Vorteil hat, daß
durch die schräg zur Oberfläche verlaufende Ausrichtung der Rillierungen diese tiefer
angelegt sein können. Folglich kann relativ zur Oberfläche mehr Material aus den einzelnen
Holzlagen entfernt werden. Der Wärmeisolationswert steigt hierdurch ganz erheblich
und die Strukturen in aufeinanderfolgenden Lagen lassen sich beim Verbinden aufeinanderfolgender
Holzlagen besser voneinander isolieren.
[0032] Werden in vorteilhafterweise Holzbauelemente bzw. -steine nach der oben erläuterten
Art verwendet, so können Nutausbildungen teilweise vertieft ausgeführt werden, um
integral Hohlräume bei dem Aufbau eines Gebäudeteils zu erzeugen, durch die hindurch
Strom- bzw. Wasserleitungen oder dgl. verlegt werden können.
[0033] Die Strukturen der Zuschnitte weisen außerdem vorteilhaft Unebenheiten und Fransen
auf, die zwanglos beim Aussägen oder Ausfräsen der Strukturen hergestellt werden.
Diese Oberflächenrauhigkeit ergibt in Verbindung mit dem schaumartigen Füllstoff,
der das Holzbauelement bzw. die Strukturen erfindungsgemäß mindestens teilweise ausfüllt,
eine stark erhöhte Kontaktfläche zwischen dem Füllstoff und dem Holz. Da dieser Füllstoff
vorteilhaft verbindende, d.h. leimartige Bestandteile enthält, führt dies zu einer
erheblich verbesserten Stabilität des Holzbauelements im Vergleich zum Stand der Technik,
da dort nur glatte Zuschnitte verleimt werden.
[0034] Der Füllstoff erhöht außerdem deutlich die Schalldämpfungseigenschaften und die Isolationseigenschaften
des Holzbauelements. Große Hohlräume haben die Eigenschaft, Kältebrücken zu bilden.
Durch die Strukturierung ist es möglich, die Hohlräume möglichst klein zu halten und
damit ihre Kältebrückeneigenschaft nahen aufzuheben und trotzdem die Vorteile der
Hohlräume, nämlich ein geringeres Gewicht des Holzbauelements, Materialeinsparungen
und die Isolationseigenschaften der Luft beizubehalten. Der Füllstoff verstärkt nun
die Isolationseigenschaften des Holzbauelements noch einmal erheblich und führt somit
zu guten Isolations-, aber vor allem auch zusätzlich noch zu guten Schalldämmwerten
des erfindungsgemäßen Holzbauelements.
[0035] Als Füllstoff ist ein Schaum-Leim-Gemisch bzw. evtl. Füllgemisch zu bevorzugen, das
so weit wie möglich biologisch ist. So kann z.B. ein Leim, der Lignin enthält oder
daraus besteht, verwendet werden.
[0036] Je mehr Holzlagen zu einem erfindungsgemäßen Holzbauelement zusammengefügt werden,
umso mehr verstärken sich die vorteilhaften Eigenschaften, wie die Stabilität, die
Isolationseigenschaften und die Schalldämmung. Die Stabilität wird dabei durch eine
Vielzahl eng aneinanderliegender und aufeinanderliegender Zuschnitte mit unterschiedlicher
Holzfaserrichtung erzielt. Die Gewichtsersparnis und die besseren Schalldämmungs-
und Isolationseigenschaften ergeben sich aus der Vielzahl der mit einem Füllstoffausgefüllten,
nicht miteinander verbundenen Kammern bzw. Strukturen. Auf diese Weise wird erfindungsgemäß
aus einem natürlichen Produkt ein leicht zu bearbeitender Bauwerkstoff mit nahen idealen
Eigenschaften erzielt.
[0037] Gemäß einer erfindungsgemäßen Ausführungsform wird mindestens eine der beiden außenliegenden
Holzlagen als sog. Decklage ausgebildet. Eine Decklage besteht aus mindestens einem
Zuschnitt, der nur auf der in das Innere des Holzbauelements zeigenden flachen Seite
mit einer Struktur versehen sein kann. Auf der gegenüberliegenden, flachen, nach außen
zeigenden Seite ist diese Decklage gehobelt, geschrubbt, gebürstet etc., um somit
eine möglichst glatte Oberfläche zu erzielen.
[0038] Anstelle dieser Decklagen können auch nicht-strukturierte Zuschnitte bzw. dünne Brettchen
(Dicke z.B. 6 mm) verwendet werden. Die außen liegenden Holzlagen können z.B. auch
in nur einer bestimmten Holzart und/oder einer bestimmten Holzfaserrichtung ausgebildet
sein, um so einen möglichst vorteilhaften optischen Eindruck zu erzielen.
[0039] Vorteilhafterweise laufen die Holzfaserrichtungen der eine Holzlage bildenden Zuschnitte
mindestens bereichsweise zueinander parallel. Dadurch läßt es sich bei der Herstellung
eines erfindungsgemäßen Holzbauelements leichter erzielen, daß die Holzfaserrichtung
benachbarter Holzlagen zueinander im wesentlichen senkrecht verlaufen. Einem Quellen
bzw. Schwinden des Holzbauelements kann hierdurch effektiv entgegenwirkt werden, wobei
gleichzeitig die Stabilität des Holzbauelements erhöht werden kann.
[0040] Die in etwa parallel oder in etwa senkrecht zur Maserung verlaufende Struktur, die
z.B. in Form von Rillen oder Ritzen oder andersartigen Vertiefungen ausgebildet ist,
erlaubt außerdem einen möglichst einfachen und übersichtlichen Aufbau eines Holzbauelements.
[0041] Vorteilhafterweise liegen die einzelnen Zuschnitte eng aneinander, um somit neben
den Strukturen zusätzliche größere Zwischenräume zu vermeiden und eine hohe Stabilität
und Kompaktheit des Holzbauelements zu gewährleisten.
[0042] In der Regel handelt es sich bei den Zuschnitten um Bretter, wie etwa dünne Bretter
mit einer Dicke, die kleiner als 1 cm sein kann, vorzugsweise aber in einem Stärkenbereich
von 18 bis 24 mm liegt. Dadurch kann das Holzbauelement bei gleicher Dicke mehr Holzlagen
aufweisen, als wenn es aus dickeren Zuschnitten zusammengefügt wäre. Somit wird eine
höhere Stabilität erreicht. Außerdem erhöht sich die Anzahl der nicht miteinander
verbundenen und damit isolierenden bzw. dämmenden Kammern bzw. Strukturen. Zudem wird
es vermieden, daß eine besonders tiefgehende Strukturierung der Holzbauelemente vorgenommen
werden muß, um eine ausreichende Gewichtsersparnis zu erzielen.
[0043] Der Dämmstoff weist vorzugsweise eine gute Stabilität und sehr gute Wärme-, Kälte-
und Geräuschisolationseigenschaften auf. In der Regel bildet der Dämmstoff zusammen
mit einem Leim eine schaumartige, die Holzlagen bzw. die Zuschnitte verbindenden Füllstoff.
Der Dämmstoff kann auch aus einer Zellulosemasse bestehen.
[0044] Vorzugsweise ist der Leim ein Einkomponentenkleber, insbesondere ein formaldehydfreier
und FCKW-freier Polyurethan-Klebstoff. Der Leim kann auch ein Leim auf natürlicher
Basis oder ein Mehrkomponentenkleber sein.
[0045] Selbstverständlich kann der Rohstoff zur Erzeugung verschiedener Zuschnitte in einzelnen
Holzlagen gleich oder in Querschnitt und Qualität unterschiedlich sein.
[0046] Vorteilhafterweise sind die Holzbauelemente an ihren unteren und/oder oberen Stirnseiten
mit Anschlußprofilierungen zum Verbinden mit einer Boden- bzw. Deckenschwelle versehen.
Vorzugsweise sind die Anschlußprofilierungen an der Außenseite vorstehend ausgebildet,
um die Schwelle zu überlappen.
[0047] Um die Holzbauelemente untereinander zu verbinden, weisen sie vorzugsweise randseitig
Nut und Feder in Holzfaserlängsrichtung oder auch quer auf. Die einzelnen Holzbauelemente
werden mit Leim und/oder Verbindungselementen so aneinandergefügt, daß sie weitgehend
dicht aneinander bzw. sogar ineinandergreifend angeordnet sind. Eine Vielzahl einzelner
ineinandergreifender Holzbauelemente ergibt somit eine dichte und stabile Verbindung
eines Verbund-Holzbauelements.
[0048] Eine Wand aus verschiedenen Holzbauelementen kann somit winddicht erstellt werden.
Sie ist aber dennoch aufgrund der besonderen Eigenschaften des Holzes und des Dämpfmaterials
atmungsaktiv.
[0049] Bei Bedarf können in das Holzbauelement bereits bei der Herstellung Installationsleitungen
bzw. Hohlräume zur Aufnahme von Installationsleitungen eingearbeitet bzw. in diesen
vorgesehen werden. Dadurch ist am Bau selbst ein äußerst rationelles und demnach sparsames
Verkabeln gewährleistet. Dies hat auch den großen Vorteil, daß man jederzeit alle
Kabel, Leitungen etc. verändern, neu verlegen oder erweitern kann, ohne daß irgendetwas
an den Wänden geschnitten, gebohrt oder verändert werden muß. Ebenso verhält es sich
natürlich auch mit den Sanitärleitungen, wie Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüftungs-,
Telefon/Fax- und Satellitenleitungen. Leitungen werden vorzugsweise nach dem bzw.
den europa-genormten System(en) vorgesehen.
[0050] Besonders vorteilhaft werden die Holzbauelemente in verschiedenen vorgefertigten
Rastergrößen ausgebildet. Dadurch ist es in der Art eines Baukastenprinzips möglich,
durch leichte Montage beliebige Wand- und Deckengrößen schnell, rationell und leicht
zu erstellen. Die Holzbauelemente sind in ihren Abmessungen unterschiedlich, in der
Regel jedoch dem oktametrischen Maßsystem des Mauerwerksrasters - also ein Achtelmeter
- gefertigt, und hinsichtlich Gewicht und Größe handhabbar dimensioniert. Ihr Einsatzgebiet
ist vielseitig. So können sie als Boden-, Decken- oder Dachplatten, wie auch als Trenn-
oder Tragwand verwendet werden. Neben dem Einsatz für alle Arten von Bauten, wie Wohnbauten
und öffentliche Bauten, ist sogar das erfindungsgemäße Holzbauelement für den Fachwerkbau
bestens geeignet.
[0051] Selbstverständlich kann das erfindungsgemäße Holzbauelement auch als Eck- oder Querbauelement
ausgebildet sein. Dadurch wird ebenfalls die Endmontage erleichtert.
[0052] Ebenfalls ist es möglich, das Holzbauelement in einer geschwungenen Form auszubilden.
Dazu werden die die Holzlagen bildenden Zuschnitte nach einem speziellen System zusammengesetzt,
wodurch sich eine gekrümmte bzw. geschwungene Form des Holzbauelements ergibt. Dadurch
ergeben sich besondere gestalterische Möglichkeiten, z.B. beim Bau eines Gebäudes.
[0053] Denkbar ist auch, die Holzbauelemente in Mischbauweise mit Kunststoff, anderen recyclebaren
oder natürlichen Bauprodukten auszuführen. Durch eine Kombination verschiedenartiger
Baustoffe mit dem erfindungsgemäßen Holzbauelement können die Eigenschaften des Holzbauelements,
wie z.B. Schalldämmeigenschaften, Wärmedämmeigenschaften oder Wärmekapazitätseigenschaften,
gezielt beeinflußt bzw. gesteuert werden.
[0054] Selbstverständlich können aus den erfindungsgemäßen Holzbauelementen erstellte Wände
sowohl von außen wie von innen mit beliebigen Materialien, wie z.B. Gipskartonplatten,
Tapeten, Farben, etc., versehen werden, um damit sowohl die optischen Eigenschaften
wie auch die Baustoffeigenschaften dieser Wand zu verändern.
[0055] Aus den vorstehenden Abschnitten ist ersichtlich, daß die vorteilhaften Ausgestaltungsmerkmale
in Kombination miteinander bzw. mit den erfindungsgemäßen Merkmalen ganz erheblich
dazu beitragen, die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe überraschend vorteilhaft
zu lösen, da die Wärme- und Schalldämmwerte in unerwarteter Weise verbessert werden,
wobei die Verformungsfreiheit und die mechanische Stabilität der Bauelemente gemäß
der Erfindung zusätzlich ins Auge fallen.
[0056] Besonders vorteilhaft ist es, daß zur Fertigung der Zuschnitte erfindungsgemäß grünes,
frisches Rohmaterial bzw. Holz oder gegebenenfalls vorgetrocknetes Rohmaterial verwendet
werden kann, so daß ein Schwinden bzw. Verformen sowohl in der Länge als auch in der
Breite nahezu ausgeschlossen werden kann. Danach wird das Rohmaterial bzw. Holz mit
Strukturen beispielsweise in verschiedenen Variationen versehen. Dann kann das Holz
einem vorzugsweise biologischen Trocknungsprozeß unterworfen werden. Dies ergibt die
Möglichkeit einer äußerst ökologischen und wirtschaftlichen Freilufttrocknung und
erfordert dann bei der Endverarbeitung lediglich einen geringen Aufwand von Zeit und
Geld für die Endtrocknung. Ein wesentlicher Vorteil ist, daß bei dieser Art der Trocknung
der bereits strukturierten Zuschnitte verhindert wird, daß sich bei entsprechender
Lagerung das Holz verformt bzw. verwindet. Dadurch wird die Ausschußquote entscheidend
minimiert. Das Holz muß nicht durch herkömmliche, aufwendige Verfahren gestapelt und
getrocknet werden, sondern verfügt durch die Rillierung über derart viele Kanäle,
so daß das Holz von selbst sehr gut im Naturverfahren (Lufttrocknung) trocknen kann.
[0057] Nach der Verleimung der einzelnen Holzlagen wird das Holzbauelement exakt nach Maß
geschnitten und insbesondere ringsherum gefräst, wobei die Verfräsung so vorgenommen
wird, daß im Nut- und Federbereich eventuell vorhandene Leimreste entfernt werden.
Auch eine Anfasung der äußeren Kanten wird vorgenommen, damit die benachbarten Elemente
einfach und schnell zusammengefügt werden können. Durch diese präzise Vorfertigung
der Holzelemente sind Wandunebenheiten so gut wie ausgeschlossen und eine Unterkonstruktion,
wie z.B. ein Lattenrost etc., für eine aufzubringende Beplankung entfällt daher sowohl
für die Innenseite als auch für die Außenseite.
[0058] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele gemäß der Erfindung anhand der
beigefügten Figuren näher erläutert. Dabei werden weitere Vorteile und Merkmale gemäß
der Erfindung offenbart. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Holzbauelement mit diagonal verlaufenden Zuschnitten und Rillierungen in einer
perspektivischen Explosionsdarstellung;
- Fig. 2
- ein Holzbauelement mit im wesentlichen parallel zu den Zuschnitten bzw. Holzlagen
verlaufenden Rillierungen in einer Schnittdarstellung;
- Fig. 3
- Zuschnitte von Holzbauelementen in einer perspektivischen Expolosionsdarstellung;
- Fig. 4
- ein Holzbauelement mit im wesentlichen parallel zu den Zuschnitten bzw. Holzlagen
verlaufenden Rillierungen in einer querschnittlichen Darstellung;
- Fig. 5 und Fig. 6
- eine Seitenansicht eines strukturierten Zuschnitts;
- Fig. 7
- eine Seitenansicht dreier nebeneinander angeordneter strukturierter Zuschnitte;
- Fig. 8
- mehrere übereinander kreuzweise angeordnete Zuschnitte bzw. Holzlagen;
- Fig. 9
- ein bereichsweise ausgeschäumtes Holzbauelement mit fünf Holzlagen;
- Fig. 10
- eine perspektivische Ansicht eines ausgeschäumten Holzbauelements mit fünf Holzlagen
und zwei Decklagen;
- Fig. 11
- eine Seitensicht zweier Holzbauelemente mit Nut- und Federeinrichtungen;
- Fig. 12
- eine Seitenansicht eines Holzbauelements mit einem eingebautem Installationsrohr;
- Fig. 13
- eine Seitenansicht eines in Mischbauweise mit Kunststoff ausgeführten Holzbauelements;
und
- Fig. 14
- ein Holzbauelement mit diagonal verlaufenden Zuschnitten bzw. Holzlagen in einer Explosionsdarstellung.
[0059] Soweit bei den verschiedenen, folgenden Ausführungsbeispielen gleiche Bezugszeichen
verwendet werden, bezeichnen diese gleiche oder funktionsgleiche Bestandteile.
[0060] In der Fig. 1 ist ein besonders vorteilhaftes Holzbauelement gemäß der Erfindung
dargestellt. Dieses weist diagonal zueinander verlaufende Holzlagen 10', 10'', 10'''
auf. Diese sind im fertigen Holzbauelement miteinander verbunden, beispielsweise durch
eine Preßverleimung. Die Rillen 12a, 12b, 12c der Holzlagen 10', 10'', 10''' können
ebenfalls diagonal verlaufen, wobei der Verlauf der Rillen mit dem Verlauf der Holzlagen
10', 10'', 10''' einhergehen kann und/oder die Rillierung 12e in einer anderen Richtung
verlaufen kann, wie die Holzlage 10''' selbst bzw. die Holzfasern der Holzlage 10'''.
Jedoch wird es aus fertigungstechnischen Gründen bevorzugt, wenn die Strukturierung
bzw. Rillierung wenigstens im wesentlichen parallel zu den Längskanten der Holzlagen
bzw. deren Zuschnitte verläuft.
[0061] Die Rillen können auch unterbrochen sein, so daß sie in der Form einzelner in einer
Reihe angeordneter oder getrennter Schlitze vorliegen, die jedoch durch das Brettmaterial
nicht hindurchgehen. Die einzelnen Schlitze haben den Vorteil, daß die Schlitze im
Holzbauelement einzelne abgeschlossene Luftkammern bilden. Die Schlitze können auch
kreuzweise oder versetzt angeordnet sein. Auch können Schlitze in Verbindung mit Löchern
oder Löcher allein als Struktur vorgesehen sein.
[0062] Durch die diagonalen Verläufe ist es einerseits möglich, diese Holzbauelemente unendlich
herzustellen und andererseits wird das Schwindungsverhalten und die Stabilität sehr
positiv beeinflußt. Auch kann durch die mit den Holzlagen gleichermaßen diagonal verlaufenden
Rillierungen 12a-c zwar insoweit ein Luftaustausch stattfinden, daß Wände aus diesen
Holzbauelementen gut durchlüftet sind, jedoch nicht in dem Maße, daß ein Wärmetransport
stattfinden könnte.
[0063] Eine Ausfüllung der Rillen 12a-c mit einem schäumenden Fühlstoff ist nicht erforderlich,
kann aber Option sein.
[0064] Fig. 2 zeigt zusätzlich, daß die parallel zu den Holzlagen verlaufenden Rillen 12a-c
aufeinanderliegender Holzlagen 10', 10'', 10''' einander überdecken können und/oder
teilweise überdecken können bzw. übereinander zu liegen kommen können.
[0065] Die Fig. 3 und 4 zeigen Holzlagen 10
IV und 10
V mit einem "Fischgrätenmuster". Dabei weisen die Rillen 12d, 12e einen Neigungswinkel
zur planen Oberfläche der Holzbauelemente 10
IV, 10
V auf. Hierdurch können die Rillen bei gleicher Tiefe weniger tief in das Holzmaterial
gehen, so daß dünnere Bretter für die Holzlagen verwendet werden können. Auch hier
können die Holzlagen 10
IV und 10
V diagonal oder senkrecht, gegebenenfalls parallel verlegt werden, wobei die Rillen
vorteilhafterweise, wie aus Fig. 4 zu ersehen ist, im wesentlichen parallel zu den
Längskanten der Holzlagen bzw. deren Bretter verlaufen.
[0066] Für die diagonale Verlegung kommen sämtliche Winkel infrage, insbesondere zwischen
35 und 85°, vorzugsweise zwischen etwa 50 und 70°.
[0067] Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht eines Zuschnittes 24 eines erfindungsgemäßen Holzbauelements,
wie es insbesondere an dessen Oberfläche angeordnet werden kann. Dieser Zuschnitt
ist einseitig mit einer Struktur versehen. Diese Struktur ist in Form von senkrecht
zur glatten Oberfläche 26 verlaufenden, zueinander parallelen, trapezförmigen Rillen
12, die prinzipiell eine beliebige Geometrie aufweisen können, ausgebildet. An den
Wänden der Rillen können Holzspreisel erzeugt werden, die eine festere Verbindung
zwischen dem strukturierten Zuschnitt 24 und einem in dieser Figur nicht gezeigten
Füllstoff 22 bewirken können. Falls dieser Zuschnitt als Decklage verwendet wird,
ist es vorteilhaft, dessen Oberfläche 26 mittels Hobeln, Schrubben bzw. Bürsten etc.
zu bearbeiten, um somit eine möglichst glatte, außenliegende Oberfläche zu erzielen.
Zwischen den Rillen 12 sind stegartige Abschnitte 14 stehengeblieben.
[0068] Die Holzlagen können insbesondere in Faserrichtung diagonal verlegt werden, wobei
die Rillen gleichermaßen oder abweichend ausgerichtet sein können.
[0069] Die Stuktur bzw. Rillen müssen nicht zwangsläufig mit Dämmaterial bzw. einem schaumartigen
Füllstoff ausgefüllt werden, da die Luft in den Rillen 12, 12' ebenfalls isoliert
und aufgrund der geringen Abmessungen kaum oder gar nicht zirkulieren kann.
[0070] Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht eines beidseitig strukturierten Zuschnittes 24. In
diesem Fall sind beidseitig senkrecht zu den beiden breiten Seiten des Zuschnittes
24 trapez- bzw. trichterförmige Rillen eingebracht. Die Rillen gehen so tief, daß
nur ein schmaler Kern 16 des Zuschnittes übrig bleibt, der vorzugsweise kleiner ist,
als ein Drittel des Zuschnittes. Auch hier können wiederum ausgefranste Holzspreisel
vorgesehen sein, die eine feste Verbindung mit dem das Holzbauelement ausfüllenden
Schaum-Leim-Gemisch begünstigen.
[0071] Es können z.B., wie Fig. 7 zeigt, drei nebeneinander angeordnete strukturierte Zuschnitte
24a bis 24c miteinander verbunden sein. Da auch jeweils nur ein Zuschnitt 24 eine
Holzlage 10 bilden kann, können diese drei Zuschnitte 24a bis 24c auch als Holzlagen
10a bis 10c aufgefaßt werden. Die Zuschnitte können auch fischgrätenförmig eingeritzt
bzw. mit Rillen 12' mit trapezförmiger Gestalt versehen sein. Die durch die Fischgrätenform
etwa vorgegebenen Richtungen der Zuschnitte 24a und 24b könnten entgegengesetzt verlaufen,
wohingegen die Erstreckungsrichtungen der Zuschnitte 24b und 24d zueinander parallel
verlaufen könnten.
[0072] Fig. 8 zeigt fünf aufeinander gelagerte Zuschnitte 24a bis 24e. Die Strukturierung
ist bei den Zuschnitten 24d und 24b erkennbar. Es wurden wiederum senkrecht zur breiten
Seite der Zuschnitte 24b und 23d trapezförmige Vertiefungen 12 eingebracht. Die Zuschnitte
24a, 24c und 24e können mit einer Struktur versehen sein. Es kann sich jedoch auch
um unstrukturierte Zuschnitte handeln. An den Kanten können eine oder mehrere Nuten
13 vorgesehen sein, die der Verbindung mit anderen Zuschnitten oder Holzbauelementen
dienen. Die einzelnen Zuschnitte 24a bis 24e können wiederum Holzlagen 10 darstellen.
[0073] Fig. 9 zeigt ein Holzbauelement 28, bei dem jede der Holzlagen 10 jeweils aus nur
einem Zuschnitt 24a bis 24e besteht. Das Holzbauelement ist zumindest bereichsweise
mit einem Füllstoff, vorzugsweise einem Schaum-Leim-Gemisch 22, ausgefüllt. Dieses
füllt großteils die sich durch die Vertiefungen 12 ergebenden Hohlräume aus.
[0074] Fig. 10 zeigt eine perspektivische Ansicht eines ausgeschäumten Holzbauelements 28.
Erkennbar ist hier, daß die Holzlagen 10a und 10e als Decklagen ausgebildet sind.
Sie sind demnach nur auf einer Seite mit einer Struktur versehen. Die zwischenliegenden
Holzlagen 10b bis 10d sind zweiseitig mit einer Struktur versehen. Die Hohlräume des
Holzbauelements sind mit dem Füllstoff 22 ausgefüllt.
[0075] Fig. 11 zeigt zwei Holzbauelemente 28a und 28b, die eine Nuteinrichtung 13 und eine
Federeinrichtung 13' aufweisen.
[0076] Fig. 12 zeigt eine Seitenansicht eines Holzbauelements 28 mit einem eingebauten Installationsrohr
30. Dieses Installationsrohr ist im Füllstoff 22 zwischen zwei nicht strukturierten
Decklagen 18 eingebettet. Das Installationsrohr 30 liegt/in einer durch die Zuscinitte
24a und 24b gebildeten Holzlage 10.
[0077] Fig. 13 zeigt eine Seitenansicht eines in Mischbauweise mit Kunststoff ausgeführten
Holzbauelements 28. Die beiden in der Mitte liegenden Holzlagen 10a und 10b bestehen
jeweils aus zwei Zuschnitten 24a und 24a' bzw. 24b und 24b'. Zwischen den Zuschnitten
einer Holzlage befindet sich der Kunststoff 32. Die beiden Decklagen sind aus unstrukturierten
Brettern 18 gebildet.
[0078] Es wäre auch möglich, Zuschnitte zu Eckelementen zusammenzufügen. So könnten beispielsweise
drei zusammengesetzte Zuschnitte eine geschwungene bzw. gekrümmte Holzlage bilden.
An den Verbindungsstellen könnten sie durch geeignete Verbindungsvorrichtungen verbunden
werden. Rechteckige Kanäle bzw. Rillen könnten Vertiefungen bilden, die senkrecht
zu der durch den Krümmungsverlauf vorgegebenen Ebene verlaufen.
[0079] Die Fig. 14 zeigt nochmals eine ganz besonders vorteilhafte Ausführungsform gemäß
der Erfindung, bei der die Holzlagen 10
VI, 10
VII, 10
VIII diagonal zueinander verlegt sind, um zusammen ein entsprechnedes Holzbauelement zu
bilden; Die Rillierungen 12a, 12b, 12c verlaufen im wesentlichen parallel zu den Längskanten
der Holzlagen 10
VI, 10
VII, 10
VIII bzw. zu den Längskanten der Holzbretter aus denen diese Holzlagen aufgebaut sind.
In der Fig. 2 könnte eine Schnittdarstellung der Ausführungsform gemäß Fig. 14 zu
sehen sein. Auch könnte die Ausführungsform gemäß Fig. 14 mit den in der Fig. 4 dargestellten
"Fischgräten"-Rillierungen versehen sein. Die Holzlagen 10
VI, 10
VII, 10
VIII sind miteinander verbunden, beispielsweise durch eine Preßverleimung. Diese Ausführungsform
ist ganz besonders für die Endlosverarbeitung bzw. -herstellung geeignet.
1. Holzbauelement
mit mindestens zwei Holzlagen, wobei
mindestens eine Holzlage (10-10f) mindestens einen Zuschnitt (24, 24') aufweist, der
mindestens einseitig und/oder bereichsweise mit einer Struktur (12, 12') versehen
ist, wobei die Struktur als Rillierung ausbildbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Holzlagen aus einer Anzahl von Brettern ausgebildet sind,
daß die Holzlagen (10', 10'', 10''') diagonal zueinander verlaufen, wobei die Struktur
bzw. Rillierung und/oder Schlitzung (12a, 12b, 12c) der Lagen (10', 10'', 10''') diagonal
zueinander verläuft, und
daß im Holzbauelement zwischen den Holzlagen gelegene Hohlräume zumindest bereichsweise
mit Schaum-Füllstoff gefüllt sind.
2. Holzbauelement nach Anspruch 1,
dadurch
gekennzeichnet,
daß der Schaum-Füllstoff ein Schaum-Leim-Gemisch ist.
3. Holzbauelement nach Anspruch 2,
dadurch
gekennzeichnet,
daß der Leim ein formaldehydfreier und FCKW-freier Polyurethan-Klebstoff ist.
4. Holzbauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch
gekennzeichnet,
daß mindestens eine der außenliegenden Holzlagen durch eine Decklage (10) und/oder
mindestens einen unstrukturierten Zuschnitt (18) ausbildbar ist.
5. Holzbauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Holzlagen mit einem Winkel von etwa 30° bis 75° zueinander diagonal angeordnet
sind, insbesondere etwa 65° oder 45°.
6. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Rillen (12, 12') so ausgebildet sind, daß sie vorzugsweise in etwa parallel
oder in etwa senkrecht zur Holzfaserrichtung verlaufen, wobei die Rillen (12, 12')
vorzugsweise zur Oberfläche der Holzlagen in einer von der Senkrechten abweichenden
Winkel verlaufen, so daß sich ein fischgrätenartiges Muster ergibt.
7. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Holzfaserrichtung benachbarter Holzlagen (10-10f) zueinander im wesentlichen
senkrecht verlaufen.
8. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß es an seinen unteren und/oder oberen Stimrändern Anschlußprofilierungen zum Verbinden
mit einer Boden- bzw. Deckenschwelle aufweist, wobei die Anschlußprofilierungen vorzugsweise
an der Außenseite vorstehend ausgebildet sind, um die Schwelle zu überlappen und/oder
es an seinen unteren und/oder oberen Stirnrändern Anschlußprofilierungen zum Verbinden
mit einer Boden- bzw. Deckenschwelle aufweist.
9. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß es randseitig Nut (13) und Feder (13'), vorzugsweise in Holzfaserlängsrichtung,
aufweist und/oder daß Installationsleitungen (30) bzw. Hohlräume zur Aufnahme von
Installationsleitungen eingearbeitet bzw. vorgesehen sind.
10. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß es wenigstens vier, vorzugsweise fünf Lagen aufweist und diese seitlich und/oder
nach oben und unten mit nut- und federartigen Ausbildungen versehen sind.
11. Holzbauelement nach Anspruch 10,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Lagen und/oder deren Rillierungen im Verbund aufeinanderfolgender Holzbauelemente
in unterschiedliche, vorzugsweise entgegengesetzte Richtungen verlaufen.
12. Holzbauelement nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die nut- bzw. federartigen Ausbildungen im Verbund aufeinanderfolgender Holzbauelemente
relativ zur Ausbildungsrichtung der Lagen bzw. Rillierung auf unterschiedliche bzw.
entgegengesetzte Seiten vorgesehen sind.
13. Verwendung des Holzbauelements nach Anspruch 1 bis 12 für Wände, Decken, Böden oder
Bedachungen von Bauwerken.
1. Wooden construction element
with at least two wooden layers -
with at least one wooden layer (10-10f) which has to be cut at a minimum calibre,
(24, 24') and is structured on at least one side and/or partially (12, 12'). Structure
may be shaped in form of flutes,
definitely described by
wooden layers being composed of a number of boards,
those wooden layers (10', 10'', 10''') running diagonally to each other. Structure,
flutes and/or slits (12, 12b, 12c) of those layers (10', 10'', 10''') also running
diagonally to each other.
The cavities between the wooden layers of the construction element must be, at least
partially, filled with foamed spacing material.
2. Wooden construction element defined in right No. 1,
definitely described by the fact that
the foamed spacing material is a mixture of foam and glue.
3. Wooden construction element defined in right No. 2,
definitely described by the fact that
the Polyurethan-glue is free of Formaldehyd and FCKW.
4. Wooden construction element defined in rights 1 - 3
definitely described by the fact
that at least one of the outside wooden layers may be built up by a covering layer
(10) and/or at least by one unstructured cut.
5. Wooden construction element defined in rights 1 - 3,
definitely described by the fact
that the wooden layers are diagonally arranged to each other in an angle of about
30° to 75°, particularly of about 65° or 45°.
6. Wooden construction element defined in one of the above rights,
definitely described by the fact
that the flutes (12, 12') are worked in a way that they will be running primarily
parallely or approximately in upright position to the direction of the wood fibres
and whereby the flutes (12, 12') preferably on the top of the layers are running in
a different angle to the vertical line, result of which is a herringbone pattern.
7. Wooden construction element defined in one of the above rights,
definitively described by the fact
that the wood fibres of neighbouring wooden layers (10-10f) essentially are running
at right angles to each other.
8. Wooden construction element defined in one of the above rights,
definitively described by the fact
that it is showing connecting profiles on the upper or lower sides, so that floor
or ceiling sills my be joined together. Those connecting profiles preferrably are
worked out on the edges in order to overlap the sills.
9. Wooden construction element defined in one of the above rights
definitely described by the fact
that it shows groove (13) and tongue (13) on the edges, preferrably length-ways to
the direction of the wood fibres and that the installations (30) or cavities for the
integration of installations are already worked out or planned.
10. Wooden construction element defined in one of the above rights
definitively described by the fact
that it shows at least four, preferrably five layers and that those layers are provided
with groove and tongue connections on their sides and/or on their bottom and top.
11. Wooden construction element defined in right no. 10,
definitively described by the fact
that the layers and/or their flutes when being connected to successive elements, will
be arranged in different, preferrably in opposite direction.
12. Wooden construction element defined in right no. 10 or 11,
definitively described by the fact
that the groove and tongue connections of successive wooden elements will have the
same direction as the flutes on the layers. Therefore the direction of the layers
may be as well diagonally to one side as well as to the opposite side.
13. Wooden construction element defined in right no. 1 - 12 to be used for ceilings, walls,
floors or roofs of buildings.