(19)
(11) EP 0 762 951 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
05.07.2000  Patentblatt  2000/27

(21) Anmeldenummer: 95912191.4

(22) Anmeldetag:  02.03.1995
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B27D 1/04, E04C 2/12
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP9500/769
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9532/082 (30.11.1995 Gazette  1995/51)

(54)

HOLZBAUELEMENT MIT HOLZLAGEN

TIMBER STRUCTURAL COMPONENT WITH TIMBER LAYERS

ELEMENT DE CONSTRUCTION EN BOIS A COUCHES DE BOIS


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK FR LI LU NL SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
LT SI

(30) Priorität: 20.05.1994 DE 9408382 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
19.03.1997  Patentblatt  1997/12

(73) Patentinhaber: Egle, Wilhelm
79733 Görwihl (DE)

(72) Erfinder:
  • Egle, Wilhelm
    79733 Görwihl (DE)

(74) Vertreter: Schwabe - Sandmair - Marx 
Stuntzstrasse 16
81677 München
81677 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
CH-A- 185 478
FR-A- 1 243 219
DE-C- 931 005
FR-A- 2 228 916
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Holzbauelement mit Holzlagen gemäß dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1. Ein derartiges Holzbauelement kann etwa für Wände, Decken oder Bedachungen und dergleichen von Bauwerken, Fahrzeugen etc. eingesetzt werden. Dieses Holzbauelement weist mindestens zwei Holzlagen auf.

    [0002] Ein derartiges Holzbauelement ist bereits aus dem G 92 07 654.8 bekannt. Das Holzbauelement ist wenigstens fünfschichtig und weist rostartig angeordnete, kreuzweise und in parallelen Ebenen verlaufende Schichten auf. Durch diese Ausbildung wird eine gute Stabilität und eine gewisse Schwindfreiheit erzielt, die es erlaubt, auch überschüssiges Holz aus Holzrandprodukten zu verwenden. Eine Mittelschicht besteht aus zueinander seitlich beabstandeten Leisten, Brettern oder dergleichen. Durch diese Abstände ergeben sich Hohlräume, die zwar einerseits zu einer Gewichtseinsparung führen, aber andererseits Kälte- bzw. Wärmebrücken darstellen. Ebenfalls nachteilig sind die mangelhaften Schall dämmwerte, die durch dieses Holzbauelement erreicht werden. Auch nachteilig ist, daß sich beim Trocknen der Bretter bzw. Leisten sehr leicht Risse bilden, so daß die Bretter bzw. Leisten zu Ausschuß werden und nicht mehr für das Holzbauelement verwendet werden können.

    [0003] Aus der DE-C-835 646 ist ein Holzbrett als Bauelement von aus Schichten bestehenden Baugliedern bekannt, das mehrere Holzlagen aufweist, die mindestens einseitig mit einer Struktur versehen sind, wobei die Struktur eine Rillierung darstellt, die in Längserstreckungsrichtung der Holzlagen bzw. Bretter, aus denen die Holzlagen bestehen, ausgebildet sind. Die hier beschriebenen Holzbauelemente sind jedoch nur relativ schwierig und umständlich herstellbar, da es nicht möglich ist, entsprechende Holzbauelemente endlos herzustellen. Die endlose Herstellung verbietet sich hier, weil die vorhandenen und verwendeten Bretter mit vorbestimmten Abmessungen jeweils zu einer bestimmten Dimensionierung der bekannten Holzbauelemente führen, so daß immer im Abstand von bestimmten Normbrettmaßen ein bestimmtes Holzbauelement mit einer bestimmten Länge anfällt.

    [0004] Weitere Holzbauelemente oder Fertigbauteile aus Holz sind aus dem G 93 02 447.9 U1, dem DE-GM 1 838 415, dem DE-GM 75 32 453, dem DE-GB 1 920 170, der DE 25 33 149 A1, dem DE 92 09 042.7 U1, dem DE 38 14 589 A1 und der US-A-4,086,382 bekannt.

    [0005] Aus FR-A-12 43 219 ist eine mehrschichtige Sperrholzplatte bekannt, dessen Elemente zur fortlaufenden Produktion diagonal zueinander angeordnet sind.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde auf möglichst einfache Weise bei gleichzeitiger Verringerung des Ausschusses ein Holzbauelement mit hohen Wärme- bzw. Schalldämmwerten zur Verfügung zu stellen, das sich besonders einfach in Massenfertigung produzieren läßt, insbesondere endlos produzieren läßt.

    [0007] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch ein Holzbauelement mit den im Schutzanspruch 1 aufgeführten Merkmalen gelöst.

    [0008] Die gemäß der Erfindung zu erzielenden Vorteile beruhen darauf, daß sich das erfindungsgemäße Holzbauelement endlos herstellen läßt, wenn die mindestens zwei oder mehr Holzlagen diagonal zueinder verlaufend angeordnet werden, wobei die Struktur bzw. die Rillierung vorzugsweise im wesentlichen parallel zu den Längskanten der Holzlagen bzw. der diese ausbildenden Bretter verläuft. Die Struktur kann aber auch entsprechend diagonal oder in abweichender Weise diagonal, parallel oder kreuzweise verlaufen. Es können auch einzelne Schlitze in Reihe oder zueinander versetzt, kreuzweise oder in anderer Ausrichtung vorgesehen werden. Auch zick-zack-Schlitze, Schlitze, die in Schlangenlinien verlaufen oder aber einzelne Löcher können vorgesehen werden. Die Strukturen sind dabei bevorzugt nicht durch das Holzmaterial hindurchgehend ausgebildet, d.h. sie stellen Ausnehmungen aber keine Durchgangslöcher dar.

    [0009] Durch die diagonale Verlegung der Holzlagen lassen sich maschinell Endlosplatten herstellen, wobei die letztendlich hergestellten Holzbauelemente, beispielsweise Holzplatten, Fertigbauelemente für Häuser oder dergleichen, aufgrund der diagonalen Verlegung statisch bei weitem stabiler sind. Zudem bietet die vorliegende Erfindung aufgrund der möglichen Endlosplatten-Produktion wirtschaftliche Vorteile.

    [0010] Dabei weisen die erfindungsgemäßen Bauelemente mindestens einen Zuschnitt auf, der mindestens einseitig und/oder bereichsweise mit einer Struktur versehen ist, wobei die Struktur vorzugsweise als Rillierung ausbildbar ist. Die Strukturierungen bzw. Rillierungen an den Holzlagen können einander sowohl exakt oder ungeführ gegenüberliegen, als auch zueinander versetzt eingearbeitet werden. Die Strukturen auf der einen Oberfläche eines Holzbauelements können zu den Strukturen auf den anderen Oberflächen des Holzbauelements versetzt sein, im Winkel zu diesen verlaufen oder sonstwie differieren. Durch derartige Maßnahmen wird die Stabilität des ansonsten sehr leichten Holzbauelements gemäß der Erfindung noch weiter verbessert, wobei das zumindest teilweise Ausfällen bzw. Ausschäumen von Hohlräumen, insbesondere aufgrund der Strukturierungen, auch erübrigt werden kann. Auch wird eine differenziertere Leimaufgabe ermöglicht.

    [0011] Die verschiedenen Holzlagen bzw. deren Bretter können in einem Winkel von etwa 30 bis 75° zueinander diagonal angeordnet werden, wobei Winkel von etwa 45° bis 65° bevorzugt werden. Die Rillierungen bzw. die Struktur der Holzlage kann in etwa mit den gleichen Winkeln verlaufen oder aber auch mit hierzu abweichenden Winkeln vorgesehen sein.

    [0012] Vorteilhaft ist ferner, daß gemäß der Erfindung bzw. Neuerung auf Mittelplatten zwischen den mindestens zwei Holzlagen verzichtet werden kann, so daß materialaufwendige Zwischenlagen gegebenenfalls ausgelassen werden können.

    [0013] Das erfindungsgemäß ausgestaltete Holzbauelement, insbesondere mit diagonal verlegten Holzlagen, ermöglicht eine weitaus bessere Anpassung der Plattenstärke an bauphysikalische Gesichtspunkte.

    [0014] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die Struktur mindestens teilweise mit einem vorzugsweise schaumartigen Fühlstoff versehen ist, wodurch sich die Dämmwerte allgemein verbessern lassen.

    [0015] Auch wird ein großer Materialnachteil des Holzes, nämlich das Quellen und Schwinden, weitgehend kompensiert. Eine Längenänderung aufgrund von Feuchte oder Temperaturänderungen findet im wesentlichen nur in der Holzfaserrichtung statt. Verlaufen nun bei verschiedenen Holzlagen die Maserungen jeweils unterschiedlich und sind diese Holzlagen aneinander befestigt, z.B. durch Leimen, so wird ein Schwinden oder ein Quellen des Holzbauelements stark gehemmt. Ein wesentlicher Nachteil des Werkstoffes Holz, der insbesondere bei Blockhäusern zu Spaltenbildung zwischen den einzelnen Blöcken führt, ist damit behoben.

    [0016] Der Holzfaserverlauf der Holzlagen, die aufeinanderfolgen, kann voneinander abweichen. Von beispielsweise drei Holzlagen sollten demnach mindestens zwei voneinander abweichende Holzfaserverläufe haben, um die Schwindungscharakteristiken des Holzes in vorteilhafter Weise kompensieren zu können.

    [0017] Vorteile der Erfindung liegen auch darin, daß einerseits die bekannten Vorteile des Holzes, wie z.B. gute Wärme- und Feuchtespeicherfähigkeit, hohe Festigkeitswerte und hohe Wärmedämmfähigkeit beibehalten werden und darüber hinaus die negativen Eigenschaften des Holzes, wie schlechte Schalldämmfähigkeit und hohes Gewicht, vermieden bzw. verringen werden.

    [0018] Gemäß der Erfindung wird es außerdem erreicht, daß der recyclebare, natürlich nachwachsende, CO2-bindende, kurz gesagt, extrem umweltfreundliche Werkstoff Holz im Bauwesen vielseitiger eingesetzt und anstelle anderer, weniger umweltfreundlicher und schwerer zu bearbeitender Baustoffe verwendet werden kann. Auch kann das erfindungsgemäße Holzbauelement bei der Herstellung von Türen, Möbeln usw. eingesetzt werden, insbesondere als Türfüllung etc.

    [0019] Vorteilhafterweise wird durch eine zunehmende Anzahl von Holzlagen eine höhere Stabilität erreicht. Dadurch ist es möglich, auch Hölzer zu verarbeiten, die einer normalen Verwendung für Bauzwecke in der Regel nicht dienlich sind. Das heißt, es kann auch extrem schwaches Holz, Recyclingholz oder Brennholz verwendet werden. Auch kann nach der Erfindung Birken-, Buchen- oder Eichenholz sowie Holz, das als Randprodukt oder als Überschuß im Sägewerk bei der Produktion anfällt, verarbeitet werden.

    [0020] Allerdings wird es bevorzugt, ca. 18 bis 24 mm, insbesondere ca. 20 bis 22 mm, starke Bretter gemäß der Erfindung zu verarbeiten, da derartige Holzmaterialien generell verfügbar sind (z.B. für Euro-Paletten etc.).

    [0021] Als selbständig erfinderisch könnte es gegebenenfalls auch angesehen werden, das herkömmliche Holzbauelement mit dem weitgehend biologischen Füllstoff zumindest teilweise auszufüllen.

    [0022] Zum Verleimen der Holzlagen können beispielsweise Harnstoffharzleimsorten, Resorcinharzleimarten, Melaminharzleimsorten oder Polyurethankleber verwendet werden, wobei letztere bevorzugt werden.

    [0023] Die einzelnen Elemente, die die Holzlagen bilden, werden aus frischem, grünem Holz bzw. aus vorgetrocknetem Rohmaterial geschnitten. Diese Zuschnitte sind erfindungsgemäß mit Strukturen, wie z.B. einer Vielzahl Längs- oder Querrillen bzw. -ritzen, versehen. Als Struktur wird allgemein eine Mehrzahl von Vertiefungen verstanden, die in die Zuschnitte z.B. mittels Sägen oder Fräsen eingebracht werden. Die Struktur ist vorzugsweise länglich und geradlinig ausgebildet. Sie kann aber gegebenenfalls auch gekrümmt bzw. verzweigt sein. Die Rillierung kann z.B. rechteckige, trapezförmige, runde oder ovale Rillen aufweisen.

    [0024] Die Struktur der Zuschnitte verbinden Verformungen des Holzes bei der Lagerung bzw. der Endtrocknung der Zuschnitte, so daß die Ausschußquote hierdurch minimiert wird. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber den bekannten Holzbauelementen.

    [0025] Durch die Struktur wird außerdem eine deutliche Gewichtsersparnis gegenüber Vollholz erreicht, ohne dabei die Stabilität des Holzbrettes erheblich zu verringern. Die Gewichtsersparnis beträgt beispielsweise etwa 30%. Durch die Gewichtsersparnis ist es möglich, die strukturierten Zuschnitte dichter zu packen und auf Zwischenräume bzw. Hohlräume zwischen den Zuschnitten zu verzichten. Dies hat zur Folge, daß im Vergleich zum Stand der Technik eine höhere Stabilität bei in etwa gleicher Gewichtsersparnis gegenüber Vollholz erzielt wird. Weiterhin erreicht man durch eng aneinanderliegende Holzlagen im Vergleich zum Stand der Technik bessere Dämm- bzw. Isolationseigenschaften.

    [0026] Die Strukturierung des Holzes, z.B. in Form einer Vielzahl von Längs- oder Querrillen hat außerdem im Vergleich zu nur einigen wenigen großen Zwischenräumen den Vorteil einer besseren Wärme- bzw. Kälteisolation, da die Beweglichkeit der eingeschlossenen Gase bzw. der eingeschlossenen Luft erheblich reduziert ist. Außerdem wird durch die Vielzahl der unterschiedlichen Kammern, die sich durch die Strukturierung ergeben, eine effektive Schallausbreitung verhindert.

    [0027] Besonders vorteilhaft ist ein gemäß der Erfindung ausgebildetes Holzbauelement, das wenigstens vier, vorzugsweise fünf Lagen oder mehr aufweist. Ein derartiges Holzbauelement weist seitlich und/oder nach oben und unten nut- und federartige Ausbildungen auf. Derartig ausgebildete Holzbauelemente, die in etwa die Abmessungen von Mauersteinen aufweisen können, lassen sich leicht ineinander stecken, miteinander beispielsweise über Mörtel, Beton, Kleber oder Holzleim verbinden und in dieser Weise äußerst vorteilhaft für Bauzwecke verwenden.

    [0028] Werden derartige Holzbauelemente bzw. -steine im Verbund angeordnet, d.h. beispielsweise in Form einer Wand aufgebaut, so ist es besonders vorteilhaft, wenn die Lagen und/oder deren Rillierungen unterschiedlich, vorzugsweise in entgegengesetzter Richtung, verlaufen. Auf diese Weise können einzelne Hohlräume, die sich durch die eingeschlossenen Rillierungen ergeben, gegeneinander abgeschlossen werden, wodurch sich bessere Wärmeisolationseigenschaften ergeben. Andererseits können derartige Aufbauten aus Holzbauelementen durch die unterschiedlich verlaufenden Lagen und/oder Rillierungen hinsichtlich ihrer Statik besonders stabil und verzugsfrei sein.

    [0029] Natürlich leidet die Stabilität eines aus erfindungsgemäßen Holzbauelementen aufgebauten Gebäudeteils nicht wesentlich dadurch, daß aufeinanderfolgende Holzbausteine bzw. - elemente Lagen aufweisen, deren Verlauf zueinander gleich zu dem Verlauf eines vorgehenden oder nachfolgenden Holzbausteins bzw. -elements ist.

    [0030] Um einen besseren Verbund der Holzbauelemente untereinander und eine bessere Stabilität der Holzbauelemente untereinander in vorteilhafterweise bewerkstelligen zu können, ist es vorteilhaft, wenn die nutartigen bzw. federartigen Ausbildungen im Verbund aufeinanderfolgende Holzbauelemente relativ zur Ausbildungsrichtung der Lagen bzw. Rillierungen auf unterschiedlichen bzw. entgegengesetzten Seiten vorgesehen sind.

    [0031] Die Rillierungen bzw. die Strukturen können auch in einer von der senkrechten zu der Lagen- bzw. Brettoberfläche abweichenden Richtung in die Holzlagen eingearbeitet sein. Zwei derartige, aneinander grenzende Oberflächen zweier aufeinanderfolgender Lagen ergeben somit im Querschnitt ein Fischgrätenmuster, was den Vorteil hat, daß durch die schräg zur Oberfläche verlaufende Ausrichtung der Rillierungen diese tiefer angelegt sein können. Folglich kann relativ zur Oberfläche mehr Material aus den einzelnen Holzlagen entfernt werden. Der Wärmeisolationswert steigt hierdurch ganz erheblich und die Strukturen in aufeinanderfolgenden Lagen lassen sich beim Verbinden aufeinanderfolgender Holzlagen besser voneinander isolieren.

    [0032] Werden in vorteilhafterweise Holzbauelemente bzw. -steine nach der oben erläuterten Art verwendet, so können Nutausbildungen teilweise vertieft ausgeführt werden, um integral Hohlräume bei dem Aufbau eines Gebäudeteils zu erzeugen, durch die hindurch Strom- bzw. Wasserleitungen oder dgl. verlegt werden können.

    [0033] Die Strukturen der Zuschnitte weisen außerdem vorteilhaft Unebenheiten und Fransen auf, die zwanglos beim Aussägen oder Ausfräsen der Strukturen hergestellt werden. Diese Oberflächenrauhigkeit ergibt in Verbindung mit dem schaumartigen Füllstoff, der das Holzbauelement bzw. die Strukturen erfindungsgemäß mindestens teilweise ausfüllt, eine stark erhöhte Kontaktfläche zwischen dem Füllstoff und dem Holz. Da dieser Füllstoff vorteilhaft verbindende, d.h. leimartige Bestandteile enthält, führt dies zu einer erheblich verbesserten Stabilität des Holzbauelements im Vergleich zum Stand der Technik, da dort nur glatte Zuschnitte verleimt werden.

    [0034] Der Füllstoff erhöht außerdem deutlich die Schalldämpfungseigenschaften und die Isolationseigenschaften des Holzbauelements. Große Hohlräume haben die Eigenschaft, Kältebrücken zu bilden. Durch die Strukturierung ist es möglich, die Hohlräume möglichst klein zu halten und damit ihre Kältebrückeneigenschaft nahen aufzuheben und trotzdem die Vorteile der Hohlräume, nämlich ein geringeres Gewicht des Holzbauelements, Materialeinsparungen und die Isolationseigenschaften der Luft beizubehalten. Der Füllstoff verstärkt nun die Isolationseigenschaften des Holzbauelements noch einmal erheblich und führt somit zu guten Isolations-, aber vor allem auch zusätzlich noch zu guten Schalldämmwerten des erfindungsgemäßen Holzbauelements.

    [0035] Als Füllstoff ist ein Schaum-Leim-Gemisch bzw. evtl. Füllgemisch zu bevorzugen, das so weit wie möglich biologisch ist. So kann z.B. ein Leim, der Lignin enthält oder daraus besteht, verwendet werden.

    [0036] Je mehr Holzlagen zu einem erfindungsgemäßen Holzbauelement zusammengefügt werden, umso mehr verstärken sich die vorteilhaften Eigenschaften, wie die Stabilität, die Isolationseigenschaften und die Schalldämmung. Die Stabilität wird dabei durch eine Vielzahl eng aneinanderliegender und aufeinanderliegender Zuschnitte mit unterschiedlicher Holzfaserrichtung erzielt. Die Gewichtsersparnis und die besseren Schalldämmungs- und Isolationseigenschaften ergeben sich aus der Vielzahl der mit einem Füllstoffausgefüllten, nicht miteinander verbundenen Kammern bzw. Strukturen. Auf diese Weise wird erfindungsgemäß aus einem natürlichen Produkt ein leicht zu bearbeitender Bauwerkstoff mit nahen idealen Eigenschaften erzielt.

    [0037] Gemäß einer erfindungsgemäßen Ausführungsform wird mindestens eine der beiden außenliegenden Holzlagen als sog. Decklage ausgebildet. Eine Decklage besteht aus mindestens einem Zuschnitt, der nur auf der in das Innere des Holzbauelements zeigenden flachen Seite mit einer Struktur versehen sein kann. Auf der gegenüberliegenden, flachen, nach außen zeigenden Seite ist diese Decklage gehobelt, geschrubbt, gebürstet etc., um somit eine möglichst glatte Oberfläche zu erzielen.

    [0038] Anstelle dieser Decklagen können auch nicht-strukturierte Zuschnitte bzw. dünne Brettchen (Dicke z.B. 6 mm) verwendet werden. Die außen liegenden Holzlagen können z.B. auch in nur einer bestimmten Holzart und/oder einer bestimmten Holzfaserrichtung ausgebildet sein, um so einen möglichst vorteilhaften optischen Eindruck zu erzielen.

    [0039] Vorteilhafterweise laufen die Holzfaserrichtungen der eine Holzlage bildenden Zuschnitte mindestens bereichsweise zueinander parallel. Dadurch läßt es sich bei der Herstellung eines erfindungsgemäßen Holzbauelements leichter erzielen, daß die Holzfaserrichtung benachbarter Holzlagen zueinander im wesentlichen senkrecht verlaufen. Einem Quellen bzw. Schwinden des Holzbauelements kann hierdurch effektiv entgegenwirkt werden, wobei gleichzeitig die Stabilität des Holzbauelements erhöht werden kann.

    [0040] Die in etwa parallel oder in etwa senkrecht zur Maserung verlaufende Struktur, die z.B. in Form von Rillen oder Ritzen oder andersartigen Vertiefungen ausgebildet ist, erlaubt außerdem einen möglichst einfachen und übersichtlichen Aufbau eines Holzbauelements.

    [0041] Vorteilhafterweise liegen die einzelnen Zuschnitte eng aneinander, um somit neben den Strukturen zusätzliche größere Zwischenräume zu vermeiden und eine hohe Stabilität und Kompaktheit des Holzbauelements zu gewährleisten.

    [0042] In der Regel handelt es sich bei den Zuschnitten um Bretter, wie etwa dünne Bretter mit einer Dicke, die kleiner als 1 cm sein kann, vorzugsweise aber in einem Stärkenbereich von 18 bis 24 mm liegt. Dadurch kann das Holzbauelement bei gleicher Dicke mehr Holzlagen aufweisen, als wenn es aus dickeren Zuschnitten zusammengefügt wäre. Somit wird eine höhere Stabilität erreicht. Außerdem erhöht sich die Anzahl der nicht miteinander verbundenen und damit isolierenden bzw. dämmenden Kammern bzw. Strukturen. Zudem wird es vermieden, daß eine besonders tiefgehende Strukturierung der Holzbauelemente vorgenommen werden muß, um eine ausreichende Gewichtsersparnis zu erzielen.

    [0043] Der Dämmstoff weist vorzugsweise eine gute Stabilität und sehr gute Wärme-, Kälte- und Geräuschisolationseigenschaften auf. In der Regel bildet der Dämmstoff zusammen mit einem Leim eine schaumartige, die Holzlagen bzw. die Zuschnitte verbindenden Füllstoff. Der Dämmstoff kann auch aus einer Zellulosemasse bestehen.

    [0044] Vorzugsweise ist der Leim ein Einkomponentenkleber, insbesondere ein formaldehydfreier und FCKW-freier Polyurethan-Klebstoff. Der Leim kann auch ein Leim auf natürlicher Basis oder ein Mehrkomponentenkleber sein.

    [0045] Selbstverständlich kann der Rohstoff zur Erzeugung verschiedener Zuschnitte in einzelnen Holzlagen gleich oder in Querschnitt und Qualität unterschiedlich sein.

    [0046] Vorteilhafterweise sind die Holzbauelemente an ihren unteren und/oder oberen Stirnseiten mit Anschlußprofilierungen zum Verbinden mit einer Boden- bzw. Deckenschwelle versehen. Vorzugsweise sind die Anschlußprofilierungen an der Außenseite vorstehend ausgebildet, um die Schwelle zu überlappen.

    [0047] Um die Holzbauelemente untereinander zu verbinden, weisen sie vorzugsweise randseitig Nut und Feder in Holzfaserlängsrichtung oder auch quer auf. Die einzelnen Holzbauelemente werden mit Leim und/oder Verbindungselementen so aneinandergefügt, daß sie weitgehend dicht aneinander bzw. sogar ineinandergreifend angeordnet sind. Eine Vielzahl einzelner ineinandergreifender Holzbauelemente ergibt somit eine dichte und stabile Verbindung eines Verbund-Holzbauelements.

    [0048] Eine Wand aus verschiedenen Holzbauelementen kann somit winddicht erstellt werden. Sie ist aber dennoch aufgrund der besonderen Eigenschaften des Holzes und des Dämpfmaterials atmungsaktiv.

    [0049] Bei Bedarf können in das Holzbauelement bereits bei der Herstellung Installationsleitungen bzw. Hohlräume zur Aufnahme von Installationsleitungen eingearbeitet bzw. in diesen vorgesehen werden. Dadurch ist am Bau selbst ein äußerst rationelles und demnach sparsames Verkabeln gewährleistet. Dies hat auch den großen Vorteil, daß man jederzeit alle Kabel, Leitungen etc. verändern, neu verlegen oder erweitern kann, ohne daß irgendetwas an den Wänden geschnitten, gebohrt oder verändert werden muß. Ebenso verhält es sich natürlich auch mit den Sanitärleitungen, wie Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüftungs-, Telefon/Fax- und Satellitenleitungen. Leitungen werden vorzugsweise nach dem bzw. den europa-genormten System(en) vorgesehen.

    [0050] Besonders vorteilhaft werden die Holzbauelemente in verschiedenen vorgefertigten Rastergrößen ausgebildet. Dadurch ist es in der Art eines Baukastenprinzips möglich, durch leichte Montage beliebige Wand- und Deckengrößen schnell, rationell und leicht zu erstellen. Die Holzbauelemente sind in ihren Abmessungen unterschiedlich, in der Regel jedoch dem oktametrischen Maßsystem des Mauerwerksrasters - also ein Achtelmeter - gefertigt, und hinsichtlich Gewicht und Größe handhabbar dimensioniert. Ihr Einsatzgebiet ist vielseitig. So können sie als Boden-, Decken- oder Dachplatten, wie auch als Trenn- oder Tragwand verwendet werden. Neben dem Einsatz für alle Arten von Bauten, wie Wohnbauten und öffentliche Bauten, ist sogar das erfindungsgemäße Holzbauelement für den Fachwerkbau bestens geeignet.

    [0051] Selbstverständlich kann das erfindungsgemäße Holzbauelement auch als Eck- oder Querbauelement ausgebildet sein. Dadurch wird ebenfalls die Endmontage erleichtert.

    [0052] Ebenfalls ist es möglich, das Holzbauelement in einer geschwungenen Form auszubilden. Dazu werden die die Holzlagen bildenden Zuschnitte nach einem speziellen System zusammengesetzt, wodurch sich eine gekrümmte bzw. geschwungene Form des Holzbauelements ergibt. Dadurch ergeben sich besondere gestalterische Möglichkeiten, z.B. beim Bau eines Gebäudes.

    [0053] Denkbar ist auch, die Holzbauelemente in Mischbauweise mit Kunststoff, anderen recyclebaren oder natürlichen Bauprodukten auszuführen. Durch eine Kombination verschiedenartiger Baustoffe mit dem erfindungsgemäßen Holzbauelement können die Eigenschaften des Holzbauelements, wie z.B. Schalldämmeigenschaften, Wärmedämmeigenschaften oder Wärmekapazitätseigenschaften, gezielt beeinflußt bzw. gesteuert werden.

    [0054] Selbstverständlich können aus den erfindungsgemäßen Holzbauelementen erstellte Wände sowohl von außen wie von innen mit beliebigen Materialien, wie z.B. Gipskartonplatten, Tapeten, Farben, etc., versehen werden, um damit sowohl die optischen Eigenschaften wie auch die Baustoffeigenschaften dieser Wand zu verändern.

    [0055] Aus den vorstehenden Abschnitten ist ersichtlich, daß die vorteilhaften Ausgestaltungsmerkmale in Kombination miteinander bzw. mit den erfindungsgemäßen Merkmalen ganz erheblich dazu beitragen, die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe überraschend vorteilhaft zu lösen, da die Wärme- und Schalldämmwerte in unerwarteter Weise verbessert werden, wobei die Verformungsfreiheit und die mechanische Stabilität der Bauelemente gemäß der Erfindung zusätzlich ins Auge fallen.

    [0056] Besonders vorteilhaft ist es, daß zur Fertigung der Zuschnitte erfindungsgemäß grünes, frisches Rohmaterial bzw. Holz oder gegebenenfalls vorgetrocknetes Rohmaterial verwendet werden kann, so daß ein Schwinden bzw. Verformen sowohl in der Länge als auch in der Breite nahezu ausgeschlossen werden kann. Danach wird das Rohmaterial bzw. Holz mit Strukturen beispielsweise in verschiedenen Variationen versehen. Dann kann das Holz einem vorzugsweise biologischen Trocknungsprozeß unterworfen werden. Dies ergibt die Möglichkeit einer äußerst ökologischen und wirtschaftlichen Freilufttrocknung und erfordert dann bei der Endverarbeitung lediglich einen geringen Aufwand von Zeit und Geld für die Endtrocknung. Ein wesentlicher Vorteil ist, daß bei dieser Art der Trocknung der bereits strukturierten Zuschnitte verhindert wird, daß sich bei entsprechender Lagerung das Holz verformt bzw. verwindet. Dadurch wird die Ausschußquote entscheidend minimiert. Das Holz muß nicht durch herkömmliche, aufwendige Verfahren gestapelt und getrocknet werden, sondern verfügt durch die Rillierung über derart viele Kanäle, so daß das Holz von selbst sehr gut im Naturverfahren (Lufttrocknung) trocknen kann.

    [0057] Nach der Verleimung der einzelnen Holzlagen wird das Holzbauelement exakt nach Maß geschnitten und insbesondere ringsherum gefräst, wobei die Verfräsung so vorgenommen wird, daß im Nut- und Federbereich eventuell vorhandene Leimreste entfernt werden. Auch eine Anfasung der äußeren Kanten wird vorgenommen, damit die benachbarten Elemente einfach und schnell zusammengefügt werden können. Durch diese präzise Vorfertigung der Holzelemente sind Wandunebenheiten so gut wie ausgeschlossen und eine Unterkonstruktion, wie z.B. ein Lattenrost etc., für eine aufzubringende Beplankung entfällt daher sowohl für die Innenseite als auch für die Außenseite.

    [0058] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele gemäß der Erfindung anhand der beigefügten Figuren näher erläutert. Dabei werden weitere Vorteile und Merkmale gemäß der Erfindung offenbart. Es zeigen:
    Fig. 1
    ein Holzbauelement mit diagonal verlaufenden Zuschnitten und Rillierungen in einer perspektivischen Explosionsdarstellung;
    Fig. 2
    ein Holzbauelement mit im wesentlichen parallel zu den Zuschnitten bzw. Holzlagen verlaufenden Rillierungen in einer Schnittdarstellung;
    Fig. 3
    Zuschnitte von Holzbauelementen in einer perspektivischen Expolosionsdarstellung;
    Fig. 4
    ein Holzbauelement mit im wesentlichen parallel zu den Zuschnitten bzw. Holzlagen verlaufenden Rillierungen in einer querschnittlichen Darstellung;
    Fig. 5 und Fig. 6
    eine Seitenansicht eines strukturierten Zuschnitts;
    Fig. 7
    eine Seitenansicht dreier nebeneinander angeordneter strukturierter Zuschnitte;
    Fig. 8
    mehrere übereinander kreuzweise angeordnete Zuschnitte bzw. Holzlagen;
    Fig. 9
    ein bereichsweise ausgeschäumtes Holzbauelement mit fünf Holzlagen;
    Fig. 10
    eine perspektivische Ansicht eines ausgeschäumten Holzbauelements mit fünf Holzlagen und zwei Decklagen;
    Fig. 11
    eine Seitensicht zweier Holzbauelemente mit Nut- und Federeinrichtungen;
    Fig. 12
    eine Seitenansicht eines Holzbauelements mit einem eingebautem Installationsrohr;
    Fig. 13
    eine Seitenansicht eines in Mischbauweise mit Kunststoff ausgeführten Holzbauelements; und
    Fig. 14
    ein Holzbauelement mit diagonal verlaufenden Zuschnitten bzw. Holzlagen in einer Explosionsdarstellung.


    [0059] Soweit bei den verschiedenen, folgenden Ausführungsbeispielen gleiche Bezugszeichen verwendet werden, bezeichnen diese gleiche oder funktionsgleiche Bestandteile.

    [0060] In der Fig. 1 ist ein besonders vorteilhaftes Holzbauelement gemäß der Erfindung dargestellt. Dieses weist diagonal zueinander verlaufende Holzlagen 10', 10'', 10''' auf. Diese sind im fertigen Holzbauelement miteinander verbunden, beispielsweise durch eine Preßverleimung. Die Rillen 12a, 12b, 12c der Holzlagen 10', 10'', 10''' können ebenfalls diagonal verlaufen, wobei der Verlauf der Rillen mit dem Verlauf der Holzlagen 10', 10'', 10''' einhergehen kann und/oder die Rillierung 12e in einer anderen Richtung verlaufen kann, wie die Holzlage 10''' selbst bzw. die Holzfasern der Holzlage 10'''. Jedoch wird es aus fertigungstechnischen Gründen bevorzugt, wenn die Strukturierung bzw. Rillierung wenigstens im wesentlichen parallel zu den Längskanten der Holzlagen bzw. deren Zuschnitte verläuft.

    [0061] Die Rillen können auch unterbrochen sein, so daß sie in der Form einzelner in einer Reihe angeordneter oder getrennter Schlitze vorliegen, die jedoch durch das Brettmaterial nicht hindurchgehen. Die einzelnen Schlitze haben den Vorteil, daß die Schlitze im Holzbauelement einzelne abgeschlossene Luftkammern bilden. Die Schlitze können auch kreuzweise oder versetzt angeordnet sein. Auch können Schlitze in Verbindung mit Löchern oder Löcher allein als Struktur vorgesehen sein.

    [0062] Durch die diagonalen Verläufe ist es einerseits möglich, diese Holzbauelemente unendlich herzustellen und andererseits wird das Schwindungsverhalten und die Stabilität sehr positiv beeinflußt. Auch kann durch die mit den Holzlagen gleichermaßen diagonal verlaufenden Rillierungen 12a-c zwar insoweit ein Luftaustausch stattfinden, daß Wände aus diesen Holzbauelementen gut durchlüftet sind, jedoch nicht in dem Maße, daß ein Wärmetransport stattfinden könnte.

    [0063] Eine Ausfüllung der Rillen 12a-c mit einem schäumenden Fühlstoff ist nicht erforderlich, kann aber Option sein.

    [0064] Fig. 2 zeigt zusätzlich, daß die parallel zu den Holzlagen verlaufenden Rillen 12a-c aufeinanderliegender Holzlagen 10', 10'', 10''' einander überdecken können und/oder teilweise überdecken können bzw. übereinander zu liegen kommen können.

    [0065] Die Fig. 3 und 4 zeigen Holzlagen 10IV und 10V mit einem "Fischgrätenmuster". Dabei weisen die Rillen 12d, 12e einen Neigungswinkel zur planen Oberfläche der Holzbauelemente 10IV, 10V auf. Hierdurch können die Rillen bei gleicher Tiefe weniger tief in das Holzmaterial gehen, so daß dünnere Bretter für die Holzlagen verwendet werden können. Auch hier können die Holzlagen 10IV und 10V diagonal oder senkrecht, gegebenenfalls parallel verlegt werden, wobei die Rillen vorteilhafterweise, wie aus Fig. 4 zu ersehen ist, im wesentlichen parallel zu den Längskanten der Holzlagen bzw. deren Bretter verlaufen.

    [0066] Für die diagonale Verlegung kommen sämtliche Winkel infrage, insbesondere zwischen 35 und 85°, vorzugsweise zwischen etwa 50 und 70°.

    [0067] Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht eines Zuschnittes 24 eines erfindungsgemäßen Holzbauelements, wie es insbesondere an dessen Oberfläche angeordnet werden kann. Dieser Zuschnitt ist einseitig mit einer Struktur versehen. Diese Struktur ist in Form von senkrecht zur glatten Oberfläche 26 verlaufenden, zueinander parallelen, trapezförmigen Rillen 12, die prinzipiell eine beliebige Geometrie aufweisen können, ausgebildet. An den Wänden der Rillen können Holzspreisel erzeugt werden, die eine festere Verbindung zwischen dem strukturierten Zuschnitt 24 und einem in dieser Figur nicht gezeigten Füllstoff 22 bewirken können. Falls dieser Zuschnitt als Decklage verwendet wird, ist es vorteilhaft, dessen Oberfläche 26 mittels Hobeln, Schrubben bzw. Bürsten etc. zu bearbeiten, um somit eine möglichst glatte, außenliegende Oberfläche zu erzielen. Zwischen den Rillen 12 sind stegartige Abschnitte 14 stehengeblieben.

    [0068] Die Holzlagen können insbesondere in Faserrichtung diagonal verlegt werden, wobei die Rillen gleichermaßen oder abweichend ausgerichtet sein können.

    [0069] Die Stuktur bzw. Rillen müssen nicht zwangsläufig mit Dämmaterial bzw. einem schaumartigen Füllstoff ausgefüllt werden, da die Luft in den Rillen 12, 12' ebenfalls isoliert und aufgrund der geringen Abmessungen kaum oder gar nicht zirkulieren kann.

    [0070] Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht eines beidseitig strukturierten Zuschnittes 24. In diesem Fall sind beidseitig senkrecht zu den beiden breiten Seiten des Zuschnittes 24 trapez- bzw. trichterförmige Rillen eingebracht. Die Rillen gehen so tief, daß nur ein schmaler Kern 16 des Zuschnittes übrig bleibt, der vorzugsweise kleiner ist, als ein Drittel des Zuschnittes. Auch hier können wiederum ausgefranste Holzspreisel vorgesehen sein, die eine feste Verbindung mit dem das Holzbauelement ausfüllenden Schaum-Leim-Gemisch begünstigen.

    [0071] Es können z.B., wie Fig. 7 zeigt, drei nebeneinander angeordnete strukturierte Zuschnitte 24a bis 24c miteinander verbunden sein. Da auch jeweils nur ein Zuschnitt 24 eine Holzlage 10 bilden kann, können diese drei Zuschnitte 24a bis 24c auch als Holzlagen 10a bis 10c aufgefaßt werden. Die Zuschnitte können auch fischgrätenförmig eingeritzt bzw. mit Rillen 12' mit trapezförmiger Gestalt versehen sein. Die durch die Fischgrätenform etwa vorgegebenen Richtungen der Zuschnitte 24a und 24b könnten entgegengesetzt verlaufen, wohingegen die Erstreckungsrichtungen der Zuschnitte 24b und 24d zueinander parallel verlaufen könnten.

    [0072] Fig. 8 zeigt fünf aufeinander gelagerte Zuschnitte 24a bis 24e. Die Strukturierung ist bei den Zuschnitten 24d und 24b erkennbar. Es wurden wiederum senkrecht zur breiten Seite der Zuschnitte 24b und 23d trapezförmige Vertiefungen 12 eingebracht. Die Zuschnitte 24a, 24c und 24e können mit einer Struktur versehen sein. Es kann sich jedoch auch um unstrukturierte Zuschnitte handeln. An den Kanten können eine oder mehrere Nuten 13 vorgesehen sein, die der Verbindung mit anderen Zuschnitten oder Holzbauelementen dienen. Die einzelnen Zuschnitte 24a bis 24e können wiederum Holzlagen 10 darstellen.

    [0073] Fig. 9 zeigt ein Holzbauelement 28, bei dem jede der Holzlagen 10 jeweils aus nur einem Zuschnitt 24a bis 24e besteht. Das Holzbauelement ist zumindest bereichsweise mit einem Füllstoff, vorzugsweise einem Schaum-Leim-Gemisch 22, ausgefüllt. Dieses füllt großteils die sich durch die Vertiefungen 12 ergebenden Hohlräume aus.

    [0074] Fig. 10 zeigt eine perspektivische Ansicht eines ausgeschäumten Holzbauelements 28. Erkennbar ist hier, daß die Holzlagen 10a und 10e als Decklagen ausgebildet sind. Sie sind demnach nur auf einer Seite mit einer Struktur versehen. Die zwischenliegenden Holzlagen 10b bis 10d sind zweiseitig mit einer Struktur versehen. Die Hohlräume des Holzbauelements sind mit dem Füllstoff 22 ausgefüllt.

    [0075] Fig. 11 zeigt zwei Holzbauelemente 28a und 28b, die eine Nuteinrichtung 13 und eine Federeinrichtung 13' aufweisen.

    [0076] Fig. 12 zeigt eine Seitenansicht eines Holzbauelements 28 mit einem eingebauten Installationsrohr 30. Dieses Installationsrohr ist im Füllstoff 22 zwischen zwei nicht strukturierten Decklagen 18 eingebettet. Das Installationsrohr 30 liegt/in einer durch die Zuscinitte 24a und 24b gebildeten Holzlage 10.

    [0077] Fig. 13 zeigt eine Seitenansicht eines in Mischbauweise mit Kunststoff ausgeführten Holzbauelements 28. Die beiden in der Mitte liegenden Holzlagen 10a und 10b bestehen jeweils aus zwei Zuschnitten 24a und 24a' bzw. 24b und 24b'. Zwischen den Zuschnitten einer Holzlage befindet sich der Kunststoff 32. Die beiden Decklagen sind aus unstrukturierten Brettern 18 gebildet.

    [0078] Es wäre auch möglich, Zuschnitte zu Eckelementen zusammenzufügen. So könnten beispielsweise drei zusammengesetzte Zuschnitte eine geschwungene bzw. gekrümmte Holzlage bilden. An den Verbindungsstellen könnten sie durch geeignete Verbindungsvorrichtungen verbunden werden. Rechteckige Kanäle bzw. Rillen könnten Vertiefungen bilden, die senkrecht zu der durch den Krümmungsverlauf vorgegebenen Ebene verlaufen.

    [0079] Die Fig. 14 zeigt nochmals eine ganz besonders vorteilhafte Ausführungsform gemäß der Erfindung, bei der die Holzlagen 10VI, 10VII, 10VIII diagonal zueinander verlegt sind, um zusammen ein entsprechnedes Holzbauelement zu bilden; Die Rillierungen 12a, 12b, 12c verlaufen im wesentlichen parallel zu den Längskanten der Holzlagen 10VI, 10VII, 10VIII bzw. zu den Längskanten der Holzbretter aus denen diese Holzlagen aufgebaut sind. In der Fig. 2 könnte eine Schnittdarstellung der Ausführungsform gemäß Fig. 14 zu sehen sein. Auch könnte die Ausführungsform gemäß Fig. 14 mit den in der Fig. 4 dargestellten "Fischgräten"-Rillierungen versehen sein. Die Holzlagen 10VI, 10VII, 10VIII sind miteinander verbunden, beispielsweise durch eine Preßverleimung. Diese Ausführungsform ist ganz besonders für die Endlosverarbeitung bzw. -herstellung geeignet.


    Ansprüche

    1. Holzbauelement

    mit mindestens zwei Holzlagen, wobei

    mindestens eine Holzlage (10-10f) mindestens einen Zuschnitt (24, 24') aufweist, der mindestens einseitig und/oder bereichsweise mit einer Struktur (12, 12') versehen ist, wobei die Struktur als Rillierung ausbildbar ist,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Holzlagen aus einer Anzahl von Brettern ausgebildet sind,

    daß die Holzlagen (10', 10'', 10''') diagonal zueinander verlaufen, wobei die Struktur bzw. Rillierung und/oder Schlitzung (12a, 12b, 12c) der Lagen (10', 10'', 10''') diagonal zueinander verläuft, und

    daß im Holzbauelement zwischen den Holzlagen gelegene Hohlräume zumindest bereichsweise mit Schaum-Füllstoff gefüllt sind.


     
    2. Holzbauelement nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Schaum-Füllstoff ein Schaum-Leim-Gemisch ist.


     
    3. Holzbauelement nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Leim ein formaldehydfreier und FCKW-freier Polyurethan-Klebstoff ist.


     
    4. Holzbauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß mindestens eine der außenliegenden Holzlagen durch eine Decklage (10) und/oder mindestens einen unstrukturierten Zuschnitt (18) ausbildbar ist.


     
    5. Holzbauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Holzlagen mit einem Winkel von etwa 30° bis 75° zueinander diagonal angeordnet sind, insbesondere etwa 65° oder 45°.


     
    6. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Rillen (12, 12') so ausgebildet sind, daß sie vorzugsweise in etwa parallel oder in etwa senkrecht zur Holzfaserrichtung verlaufen, wobei die Rillen (12, 12') vorzugsweise zur Oberfläche der Holzlagen in einer von der Senkrechten abweichenden Winkel verlaufen, so daß sich ein fischgrätenartiges Muster ergibt.


     
    7. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Holzfaserrichtung benachbarter Holzlagen (10-10f) zueinander im wesentlichen senkrecht verlaufen.


     
    8. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß es an seinen unteren und/oder oberen Stimrändern Anschlußprofilierungen zum Verbinden mit einer Boden- bzw. Deckenschwelle aufweist, wobei die Anschlußprofilierungen vorzugsweise an der Außenseite vorstehend ausgebildet sind, um die Schwelle zu überlappen und/oder es an seinen unteren und/oder oberen Stirnrändern Anschlußprofilierungen zum Verbinden mit einer Boden- bzw. Deckenschwelle aufweist.


     
    9. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß es randseitig Nut (13) und Feder (13'), vorzugsweise in Holzfaserlängsrichtung, aufweist und/oder daß Installationsleitungen (30) bzw. Hohlräume zur Aufnahme von Installationsleitungen eingearbeitet bzw. vorgesehen sind.


     
    10. Holzbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß es wenigstens vier, vorzugsweise fünf Lagen aufweist und diese seitlich und/oder nach oben und unten mit nut- und federartigen Ausbildungen versehen sind.


     
    11. Holzbauelement nach Anspruch 10,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Lagen und/oder deren Rillierungen im Verbund aufeinanderfolgender Holzbauelemente in unterschiedliche, vorzugsweise entgegengesetzte Richtungen verlaufen.


     
    12. Holzbauelement nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
    dadurch gekennzeichnet,

    daß die nut- bzw. federartigen Ausbildungen im Verbund aufeinanderfolgender Holzbauelemente relativ zur Ausbildungsrichtung der Lagen bzw. Rillierung auf unterschiedliche bzw. entgegengesetzte Seiten vorgesehen sind.


     
    13. Verwendung des Holzbauelements nach Anspruch 1 bis 12 für Wände, Decken, Böden oder Bedachungen von Bauwerken.
     


    Claims

    1. Wooden construction element

    with at least two wooden layers -

    with at least one wooden layer (10-10f) which has to be cut at a minimum calibre, (24, 24') and is structured on at least one side and/or partially (12, 12'). Structure may be shaped in form of flutes,
    definitely described by

    wooden layers being composed of a number of boards,

    those wooden layers (10', 10'', 10''') running diagonally to each other. Structure, flutes and/or slits (12, 12b, 12c) of those layers (10', 10'', 10''') also running diagonally to each other.

    The cavities between the wooden layers of the construction element must be, at least partially, filled with foamed spacing material.


     
    2. Wooden construction element defined in right No. 1,
    definitely described by the fact that

    the foamed spacing material is a mixture of foam and glue.


     
    3. Wooden construction element defined in right No. 2,
    definitely described by the fact that

    the Polyurethan-glue is free of Formaldehyd and FCKW.


     
    4. Wooden construction element defined in rights 1 - 3
    definitely described by the fact

    that at least one of the outside wooden layers may be built up by a covering layer (10) and/or at least by one unstructured cut.


     
    5. Wooden construction element defined in rights 1 - 3,
    definitely described by the fact

    that the wooden layers are diagonally arranged to each other in an angle of about 30° to 75°, particularly of about 65° or 45°.


     
    6. Wooden construction element defined in one of the above rights,
    definitely described by the fact

    that the flutes (12, 12') are worked in a way that they will be running primarily parallely or approximately in upright position to the direction of the wood fibres and whereby the flutes (12, 12') preferably on the top of the layers are running in a different angle to the vertical line, result of which is a herringbone pattern.


     
    7. Wooden construction element defined in one of the above rights,
    definitively described by the fact

    that the wood fibres of neighbouring wooden layers (10-10f) essentially are running at right angles to each other.


     
    8. Wooden construction element defined in one of the above rights,
    definitively described by the fact

    that it is showing connecting profiles on the upper or lower sides, so that floor or ceiling sills my be joined together. Those connecting profiles preferrably are
    worked out on the edges in order to overlap the sills.


     
    9. Wooden construction element defined in one of the above rights
    definitely described by the fact

    that it shows groove (13) and tongue (13) on the edges, preferrably length-ways to the direction of the wood fibres and that the installations (30) or cavities for the integration of installations are already worked out or planned.


     
    10. Wooden construction element defined in one of the above rights
    definitively described by the fact

    that it shows at least four, preferrably five layers and that those layers are provided with groove and tongue connections on their sides and/or on their bottom and top.


     
    11. Wooden construction element defined in right no. 10,
    definitively described by the fact

    that the layers and/or their flutes when being connected to successive elements, will be arranged in different, preferrably in opposite direction.


     
    12. Wooden construction element defined in right no. 10 or 11,
    definitively described by the fact

    that the groove and tongue connections of successive wooden elements will have the same direction as the flutes on the layers. Therefore the direction of the layers may be as well diagonally to one side as well as to the opposite side.


     
    13. Wooden construction element defined in right no. 1 - 12 to be used for ceilings, walls, floors or roofs of buildings.
     


    Revendications

    1. Elément de construction en bois

    avec au moins deux couches de bois

    où il y a y au moins une couche de bois (10-10f) d'un coupe minimum de (24,24'), avec au moins une structure sur un face et/ou partiellement structurée (12, 12'). La structure peut être travaillée en forme de cannellures. L'élément de construction en bois est
    caractérisé

    par des couches de bois composées de planches,

    par des couches de bois composées diagonalement, (10', 10'', 10''') aussi tracées diagonalement avec des structures respectivement rainures et/ou fentes (12a, 12b, 12c) sur les couches (10', 10'', 10''') et caractérisé

    par des vides entre les couches qui sont au moins partiellement rempli d'une matière mousseuse.


     
    2. Elément de construction en bois selon droit 1,
    caractérisé

    par la matière mousseuse étant une mixture de mousse et colle.


     
    3. Elément de construction en bois selon droit 2,
    caractérisé

    par le colle Polyurethane, sans formaldéhyde et FCKW.


     
    4. Elément de construction en bois selon un des droits 1 à 3,
    caractérisé

    par le fait qu'au moins une des couches éxtérieures peut être travaillée comme plafond (10) et/ou comme coupe non-structuré (18).


     
    5. Elément de construction en bois selon un des droits 1 à 3,
    caractérisé

    par des couches de bois qui sont composées diagonalement à angles de 30 à 75 dégrées, en particulier d'environ 65 ou 45 dégrées.


     
    6. Elément de construction en bois selon un des droits précédents
    caractérisé

    par des cannelures (12, 12') qui sont travaillées de préférence en direction environ parallele ou verticale à la direction des fibres de bois. Ici les cannelures (12, 12') prennent de préférence la direction verticale au surface des couches ainsi que le résultat est un dessin chevrons.


     
    7. Elément de construction en bois selon un des droits précédents
    caractérisé

    par la direction des fibres de bois des couches aiant la direction verticale aux voisins.


     
    8. Elément de construction en bois selon des droits précédents
    caractérisé

    qu'il-y-a aux bords en haut et en bas des profils de raccordement pour l'assemblage avec des traverses de sol ou de plafond. Les profils de raccordement sont travaillés de préférence à l'extérieur pour rendre possible qu'ils surmontent les traverses.


     
    9. Elément de construction en bois selon un des droits précédents
    caractérisé

    par des rainures aux bords de préférence en direction longitudinale des fibres de bois et qu'il-y-a un réseau d'installation ou des vides pour des installations.


     
    10. Elément de construction en bois selon un des droits précédents
    caractérisé

    par au moins quatre ou de préférence cinque couches. Ces couches sont munis des raiunures aux bords et/au fond et en plafond.


     
    11. Elément de construction en bois selon droit no. 10
    caractérisé

    par des couches et / ou cannellures qui se succèdent et que leurs fibres de bois ont une diréction différente et de préference contraire.


     
    12. Elément de construction en bois selon un des droits no. 10 ou 11
    caractérisé

    par le fait que les rainures des éléments ont la même direction que la direction des cannellures des couches succédentes.
    C'est pourquoi la direction des couches peut être diagonalle à l'une côte ou bien à l'autre côte.


     
    13. Elément de bois de construction de bois selon droits no. 1 à 12 qui peut être utilisé comme plafond, mur, sol ou toit d'un bâtiment.
     




    Zeichnung