| (19) |
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(11) |
EP 0 828 008 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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05.07.2000 Patentblatt 2000/27 |
| (22) |
Anmeldetag: 28.08.1997 |
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| (54) |
Aluminiumlegierung mit guter Spanbarkeit
Aluminium alloy with good machinability
Alliage d'aluminium avec une bonne usinabilité
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB LI |
| (30) |
Priorität: |
09.09.1996 CZ 262896
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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11.03.1998 Patentblatt 1998/11 |
| (60) |
Teilanmeldung: |
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99121526.0 / 0982410 |
| (73) |
Patentinhaber: Alusuisse Technology & Management AG |
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8212 Neuhausen am Rheinfall (CH) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Faltus, Jiri
15200 Prag 5 (CZ)
- Placek, Karel
40501 Decin 3 (CZ)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 528 454 DE-A- 2 155 322
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WO-A-96/13617
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- PODGORNIK A ET AL: "DER EINFLUSS DER OBERFLAECHENSPANNUNG AUF GROESSE UND VERTEILUNG
VON SPANBRECHENDEN EINSCHLUESSEN BEU LEGIERUNGEN VON TYP ALCU5(PB)(BI)" ALUMINIUM,
Bd. 47, Nr. 9, 1971, Seiten 554-556, XP002050754
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 015, no. 173 (C-0828), 2.Mai 1991 & JP 03 039442 A
(FURUKAWA ALUM CO LTD), 20.Februar 1991,
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 095, no. 011, 26.Dezember 1995 & JP 07 197165 A (FURUKAWA
ELECTRIC CO LTD:THE), 1.August 1995,
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 095, no. 007, 31.August 1995 & JP 07 097653 A (SUMITOMO
LIGHT METAL IND LTD), 11.April 1995,
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 010, no. 362 (C-389), 4.Dezember 1986 & JP 61 159547
A (NIPPON LIGHT METAL CO LTD), 19.Juli 1986,
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 018, no. 285 (C-1206), 31.Mai 1994 & JP 06 049575 A
(FURUKAWA ALUM CO LTD), 22.Februar 1994,
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Aluminiumlegierung nach dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Als Automatenwerkstoffe geeignete Knetlegierungen auf der Basis AlCu und AlMgSi enthalten
als spanbrechenden Zusatz Blei, ggf. in Kombination mit Wismut. Derartige Legierungen
werden gemäss EN 573:1994 wie folgt bezeichnet: EN AW-AlCu6BiPb, ggf. EN AW-AlCu6BiPb(A)
und EN AW-AlMglSiPb, EN AW-AlMglSiPbMn, ggf. EN AW-AlMgSiPb.
[0003] Wegen der gesundsheitsschädlichen Wirkung von Blei ist man derzeit bemüht, dessen
Anwendung in der Industrie auf ein Minimum zu beschränken. Hinzu kommt, dass bereits
die Anwesenheit kleiner Bleimengen in einer Aluminium-Knetlegierung zu einer Erhöhung
der Spannungsrissanfälligkeit unter Dauerbelastung bei Raumtemperatur führt.
[0004] Angesichts dieser Gegebenheiten hat sich der Erfinder die Aufgabe gestellt, eine
als Automatenwerkstoff geeignete, bleifreie Aluminiumlegierung mit guter Spanbarkeit
bereitzustellen, die gegenüber herkömmlichen Automatenwerkstoffen vergleichbare oder
bessere mechanische Eigenschaften aufweist.
[0005] Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt eine Legierung mit den Merkmalen
von Anspruch 1.
[0006] Bei der erfindungsgemässen Legierung liegt der Vorzugsbereich für Zinn bei 0,7 bis
1,0, vorzugsweise 0,7 bis 0,9 Gew.-%, der Vorzugsbereich für Wismut bei 0,3 bis 0,
6, insbesondere 0,4 bis 0,6, der Vorzugsbereich für Kupfer bei 0,15 bis 0,40, und
der Vorzugsbereich für Titan bei 0,04 bis 0,10 gew.-%.
[0007] Die erfindungsgemässe Legierung kann in bekannter Art durch halbkontinuierliches
Stranggiessen und Strangpressen verarbeitet werden. Ueblicherweise werden die halbkontinuierlich
stranggegossenen Barren einer Hochglühung unterworfen; diese kann jedoch auch entfallen.
Die stranggepressten Erzeugnisse werden sodann durch eine Wärmebehandlung oder thermomechanische
Verarbeitung in verschiedene Endzustände überführt.
[0008] Für die erfindungsgemässe Legierung eignen sich zur Erzielung unterschiedlicher Aushärtungszustände
die nachstehenden Wärmebehandlungsverfahren:
- Lösungsglühen mit nachfolgender Warmaushärtung
- Lösungsglühen, Abbau der inneren Spannungen durch Recken, nachfolgende Warmaushärtung
- Lösungsglühen, Kaltverformung und nachfolgende Warmaushärtung
- Lösungsglühen, Warmaushärtung mit nachfolgender Kaltverformung
[0009] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0010] In einem Tiegelwiderstandsofen wurden drei Legierungen mit einer Zusammensetzung
gemäss Tabelle 1 aus Aluminium 99,5, Magnesium 99,9, Zinn 99,95, Wismut 99,9 sowie
aus den Vorlegierungen AlCu 45, AlMn 10, AlTi 6 und AlSi 30 erschmolzen. Aus jeder
Schmelzcharge wurden durch Stranggiessen mittels einer wassergekühlten Kokille aus
einer Aluminiumlegierung unter Anwendung eines Schmiermittels Bolzen mit einem Durchmesser
von 135 mm abgegossen. Nach dem Abdrehen auf einen Durchmesser von 110 mm wurde ein
Teil der Bolzen hochgeglüht, ein anderer Teil wurde ohne Hochglühung im Gusszustand
belassen. Nach Anwärmung auf Strangpresstemperatur in einem Durchlaufinduktionsofen
wurden die Bolzen zu Stangen mit einem Durchmesser von 36 mm sowie zu Sechskantprofilen
stranggepresst.
[0011] Die auf diese Weise hergestellten Strangpresserzeugnisse wurden durch unterschiedliche
Wärmebehandlungen auf die gewünschten Endzustände verarbeitet. Die mit den verschiedenen
Wärmebehandlungsverfahren erzeugten Endzustände und die mechanischen Eigenschaften
der erfindungsgemässen Legierung sind in Tabelle 2 zusammengestellt.
Tabelle 1
| Si |
Fe |
Cu |
Mn |
Mg |
Ti |
Sn |
Bi |
sonstige Rest |
| |
|
|
|
|
|
|
|
einz. max. |
gesamt max. |
|
| 1,16 |
0,39 |
0,45 |
0,32 |
0,93 |
0,042 |
0,81 |
0,45 |
0,05 |
0,15 |
Al |
Tabelle 2
| Zustand |
Rp 0,2 (MPa) |
Rm (MPa) |
A5 (%) |
HB |
| T6, T651 |
min. 240 |
min. 320 |
min. 10 |
110 |
| T8 |
min. 315 |
min. 350 |
min. 8 |
115 |
| T9 |
min. 330 |
min. 360 |
min. 5 |
120 |
[0012] Die in Tabelle 2 verwendeten Kurzbezeichnungen bedeuten:
| EN 515 |
Europäische Norm EN 515: 1993 Aluminium und Aluminiumlegierungen-Halbzeug-Bezeichnung
der Werkstoffzustände |
| |
| Rp 0,2 |
Streckgrenze |
| Rm |
Zugfestigkeit |
| A5 |
Bruchdehnung |
| HB |
Brinellhärte |
1. Aluminiumlegierung mit guter Spanbarkeit, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung
in Gew.-%
| Magnesium |
0,6 bis 1,2 |
| Silizium |
0,6 bis 1,4 |
| Zinn |
0,6 bis 1,2 |
| Wismut |
0,2 bis 0,7 |
| Mangan |
0,2 bis 0,6 |
| Eisen |
max. 0,5 |
| Kupfer |
max. 0,5, |
| Titan |
max. 0,2, |
sowie unvermeidbare Verunreinigungen, einzeln max. 0,05, insgesamt max. 0,15 und
Aluminium als Rest enthält.
2. Aluminiumlegierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung 0,7
bis 1,0 Gew.-%, vorzugsweise 0,7 bis 0,9 Gew.-% Zinn enthält.
3. Aluminiumlegierung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung
0,3 bis 0,6 Gew.-%, vorzugsweise 0,4 bis 0,6 Gew.-% Wismut enthält.
4. Aluminiumlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Legierung 0,15 bis 0,40 gew.-% Kupfer enthält.
5. Aluminiumlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die Legierung 0,04 bis 0,10 gew.-% Titan enthält.
6. Aluminiumlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Legierung nach halbkontinuierlichem Stranggiessen, Hochglühen und Strangpressen
mit nachfolgendem Lösungsglühen, Abschrecken und Kaltauslagern während mindestens
drei Tagen bei Raumtemperatur eine Zugfestigkeit von mindestens 320 MPa, eine Streckgrenze
von mindestens 240 MPa, eine Brinellhärte von mindestens 110 sowie eine Bruchdehnung
A5 von mindestens 10% aufweist.
7. Aluminiumlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Legierung nach halbkontinuierlichem Stranggiessen, Hochglühen und Strangpressen
mit nachfolgendem Lösungsglühen, Abschrecken, ggf. Recken und Warmauslagern auf maximalen
Aushärtungsgrad eine Zugfestigkeit von mindestens 350 MPa, eine Streckgrenze von mindestens
315 MPa, eine Brinellhärte von mindestens 115 sowie eine Bruchdehnung A5 von mindestens
8% aufweist.
8. Aluminiumlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Legierung nach halbkontinuierlichem Stranggiessen, Hochglühen und Strangpressen
mit nachfolgendem Lösungsglühen, Abschrecken, Kaltverformen und Warmauslagern auf
maximalen Aushärtungsgrad eine Zugfestigkeit von mindestens 360 MPa, eine Streckgrenze
von mindestens 330 MPa, eine Brinellhärte von mindestens 120 sowie eine Bruchdehnung
A5 von mindestens 5% aufweist.
9. Verwendung einer Aluminiumlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 als Automatenwerkstoff.
1. Aluminium alloy with good machinability, characterised in that the alloy contains
in % by weight
| 0.6 to 1.2 |
magnesium |
| 0.6 to 1.4 |
silicon |
| 0.6 to 1.2 |
tin |
| 0.2 to 0.7 |
bismuth |
| 0.2 to 0.6 |
manganese |
| max. 0.5 |
iron |
| max. 0.5 |
copper |
| max. 0.2 |
titanium, |
as well as unavoidable impurities, individually to a max. of 0.05 and in total to
a max. of 0.15, with the balance aluminium.
2. Aluminium alloy according to claim 1, characterised in that the alloy contains 0.7
to 1.0 % by weight, preferably 0.7 to 0.9 % by weight tin.
3. Aluminium alloy according to claim 1 or claim 2, characterised in that the alloy contains
0.3 to 0.6 % by weight, preferably 0.4 to 0.6 % by weight bismuth.
4. Aluminium alloy according to one of claims 1 to 3, characterised in that the alloy
contains 0.15 to 0.40 % by weight copper.
5. Aluminium alloy according to one of claims 1 to 4, characterised in that the alloy
contains 0.04 to 0.10 % by weight titanium.
6. Aluminium alloy according to one of claims 1 to 5, characterised in that, after semi-continuous
casting, coarse-grain annealing and extrusion followed by solution annealing, quenching
and natural ageing for at least three days at room temperature, the alloy has a tensile
strength of at least 320 MPa, a yield strength of at least 240 MPa, a Brinell hardness
of at least 110 and a breaking elongation AS of at least 10%.
7. Aluminium alloy according to one of claims 1 to 5, characterised in that, after semi-continuous
casting, coarse-grain annealing and extrusion followed by solution annealing, quenching,
possibly stretching and artificial ageing to the maximum degree of ageing, the alloy
has a tensile strength of at least 350 MPa, a yield strength of at least 315 MPa,
a Brinell hardness of at least 115 and a breaking elongation A5 of at least 8 %.
8. Aluminium alloy according to one of claims 1 to 5, characterised in that, after semi-continuous
casting, coarse-grain annealing and extrusion followed by solution annealing, quenching,
cold forming and artificial ageing to the maximum degree of ageing, the alloy has
a tensile strength of at least 360 MPa, a yield strength of at least 330 MPa, a Brinell
hardness of at least 120 and a breaking elongation A5 of at least 5 %.
9. Use of an aluminium alloy according to one of claims 1 to 8 as a free-machining material.
1. Alliage d'aluminium avec une bonne aptitude à l'usinage caractérisé en ce que l'alliage
contient en % en poids
| du magnésium |
0,6 à 1,2 |
| du silicium |
0,6 à 1,4 |
| de l'étain |
0,6 à 1,2 |
| du bismuth |
0,2 à 0,7 |
| du manganèse |
0,2 à 0,6 |
| du fer |
max. 0,5 |
| du cuivre |
max. 0,5 |
| du titane |
max. 0,2, |
ainsi que des impuretés inévitables individuellement au maximum de 0,05, au total
au maximum de 0,15 et le reste étant de l'aluminium.
2. Alliage d'aluminium selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'alliage contient
de 0,7 à 1,0% en poids, de préférence de 0,7 à 0,9% en poids d'étain.
3. Alliage d'aluminium selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'alliage
contient de 0,3 à 0,6% en poids, de préférence de 0,4 à 0,6% en poids de bismuth.
4. Alliage d'aluminium selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en
ce que l'alliage contient de 0,15 à 0,40% en poids de cuivre.
5. Alliage d'aluminium selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en
ce que l'alliage contient de 0,04 à 0,10% en poids de titane.
6. Alliage d'aluminium selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en
ce que l'alliage présente, après une coulée continue en semi-continu, une recuisson
à température nettement supérieure à Ac3 et une extrusion avec une recuisson de mise en solution subséquente, une trempe et
un stockage à froid pendant au moins trois jours à température ambiante, une résistance
à la traction d'au moins 320 MPa, une limite élastique d'au moins 240 MPa, une dureté
Brinell d'au moins 110 ainsi qu'un allongement à la rupture A5 d'au moins 10%.
7. Alliage d'aluminium selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en
ce que l'alliage présente, après une coulée continue en semi-continu, une recuisson
à température nettement supérieure à Ac3 et une extrusion avec une recuisson de mise en solution subséquente, une trempe,
éventuellement un étirage et un stockage à chaud jusqu'au degré de durcissement maximal,
une résistance à la traction d'au moins 350 MPa, une limite élastique d'au moins 315
MPa, une dureté Brinell d'au moins 1 15 ainsi qu'un allongement à la rupture A5 d'au
moins 8%.
8. Alliage d'aluminium selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en
ce que l'alliage présente, après une coulée continue en semi-continu, une recuisson
à température nettement supérieure à Ac3 et une extrusion avec une recuisson de mise en solution subséquente, une trempe,
un façonnage à froid et un stockage à chaud jusqu'au degré de durcissement maximal,
une résistance à la traction d'au moins 360 MPa, une limite élastique d'au moins 330
MPa, une dureté Brinell d'au moins 120 ainsi qu'un allongement à la rupture A5 d'au
moins 5%.
9. Utilisation d'un alliage d'aluminium selon l'une quelconque des revendications 1 à
8 comme matière première de décolletage.