[0001] Dekorationsstoffe und Gardinen werden als Fensterdekoration in aller Regel mit einer
Stoffzugabe (auch Faltenzugabe oder Raffverhältnis genannt) ans Fenster gehängt, das
heißt, es wird mehr Stoff als die Fenster- oder Dekorationsbreite verwendet. Die Stoffzugabe
wird mittels des Verhältnisses von Fensterbreite zur verwendeten Stoff menge angeben
(zum Beispiel 1:2 = doppelte Stoffzugabe). Dieses Übermaß an Stoff wird mittels Falten
gleichmäßig auf die gesamte Fensterbreite verteilt. Die Faltung des Stoffes wird meist
durch die Verwendung von textilen Gardinenbändern erreicht, die zudem gleichzeitig
als Aufhängevorrichtung dienen. Es ist eine Vielzahl von verschiedenen Bändern bekannt,
die eine unterschiedliche Faltenstruktur erzeugen. Meist wird die Faltung durch Kräuselungen
und Bildung von Faltengruppen im Band erzielt. Alle diese Varianten erzeugen jedoch
eine Faltung des Stoffes, welche von unten nach oben zum Band hin konisch zuläuft
und im Bereich des Bandes oben annähernd flach ausläuft, das heißt, die Amplitude
der Faltung wird nach oben hin immer kleiner. Eine gewünschte Variante dagegen ist
die Ausbildung der Falten in oszillierender, sinusförmiger Ausgestaltung, bei der
der Stoff über die gesamte Dekorationshöhe vom Band bis zur unteren Kante in gleichmäßige,
parabelförmigen Falten gelegt wird.
[0002] Bisher sind zwei Varianten bekannt, die eine oszillierende Faltung des Dekorationsstoffes
erreichen. Eine davon ist eine Ausgestaltung des Bandes in Form von miteinander verbundenen
Kunststoffteilen aus weichem Kunststoff, welche durch ihre thermoplastische, fixierte
Formgebung die Schlangenlinienform aufweisen, und auf der Stoffrückseite am oberen
Rand aufgenäht werden. Die Schlangenlinienform der Teile läßt sich zum Aufnähen auseinander
das heißt glatt ziehen, springt jedoch beim Loslassen der Teile in die Ursprungsform
zugfederartig wieder zurück. Die Kunststoffteile haben Haken zum Aufhängen an Gardinenstangen
oder -Schienen. Nach dem Aufnähen ist der Dekorationsstoff an die Form der Kunststoffteile
gebunden und ist nach dem Aufhängen zwangsläufig von oben nach unten in die gewünschte
Faltung gelegt. Durch den nichttextilen Charakter der Kunststoffteile sind diese recht
schwierig mit üblichen Nähmaschinen auf den Stoff aufzunähen. Die Faltung des Stoffes
ist zudem in keiner Weise variabel, das heißt, die Kunsstoffteile geben unveränderbar
den Radius der Falten, die Faltentiefe und damit die Stoffzugabe vor. Es ist weiter
nicht möglich, den Dekorationsstoff am Fenster zu einem Paket auf eine Seite oder
nur halb ins Fenster zu bewegen, da die starre Ausgestaltung der Kunsstoffteile eine
Veränderung nicht erlaubt; wie immer der Stoff bewegt wird, er springt beim Loslassen
stets in seine starre Form zurück. Am Markt konnte sich diese Art von Faltenerzeugung
nicht durchsetzen.
[0003] Eine weitere Ausgestaltung der Faltengebung in oszillierender Form ist bekannt in
Form eines textilen Bandes, welches auch auf der Rückseite des Dekorationsstoffes
an den oberen Rand angenäht wird. Das Band dient außer der Faltengebung auch als Aufhängevorrichtung
für den Dekorationsstoff. Das Band weist in regelmäßigen Abständen Ösen auf, welche
auf eine Gardinenstange aufgereiht werden können. Durch wechselseitiges Einführen
der Stangen von vorne und hinten in die Ösen wird die Dekoration automatisch im Ziehharmonikaeffekt
gefaltet und kann so hin und hergeschoben und seitlich am Fenster zu einem Paket aufgeschoben
werden, was insbesondere zum Öffnen der Fenster benötigt wird. An den Ösen sind jeweils
einander zugewandte Kunststoffstrippen fix angebracht. Die Kunststoffstrippen können
durch Verhaken miteinander verbunden werden. Die Strippen dienen als Abstandshaltar
zwischen den Schenkeln jeweils eines Faltenbogens. Durch das Verbinden der Abstandsstrippen
wird automatisch ein Schlangenlinenbogen, sprich eine Falte gebildet. Die Strippen
geben in Ihrer Länge jeweils den Abstand zwischen den Schenkeln des Faltenbogens vor.
Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, daß die Ösen des Bandes jedoch fix im Band integriert
sind und im Abstand zueinander nicht variiert werden können. Ferner ist der gewünschte
Falteneffekt eben nur mittels Ösen machbar, was zum einen nicht jedermanns Geschmack
und nicht bei gebräuchlichen Gardinen-Innlaufschienensystemen anwendbar ist. Die aus
festem Material gefertigten Abstandsstrippen können sich zudem mit dem Stoff (zum
Beispiel einer Gardine) verhaken, welcher häufig noch unmittelbar hinter der Dekorationsbahn
aufgehängt ist, und diesen dadurch beschädigen. Beim Zusammenschieben der Dekorationsbahn
zu einem Paket auf die Sehe des Fensters schieben sich die Abstandsstrippen zwangsläufig
nach hinten weg, und verfangen sich in der dahinter liegenden Stoffbahn. Ein Verhaken
der Kunststoffstrippen mit der Dekorationsbahn selbst ist beim Waschen ebenso möglich
und kann zu Beschädigungen führen.
[0004] Der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, eine sehr
variable und schnell anzufertigende Faltung der Dekorationsbahn, wie Dekostoffe, Gardinen,
Duschvorhänge und ähnliches, in oszillierender, beziehungsweise Schlangenlinienform
zu erreichen, welche unabhängig vom eingesetzten Schienen- oder Stangensystem zur
Aufhängung der Dekoration eingesetzt werden kann.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mittels eines textilen Bandes, einer Kugelkette
(auch Perlschnur oder Perlkette genannt) und eines Kugelhalters zur Aufnahme einzelner
Kugeln der Kugelkette gelöst. Das textile Band wird wie herkömmliche Gardinenbänder
mit gebräuchlichen Nähmaschinen an die Oberkante der Rückseite der Dekorationsbahn
angenäht. Das Band weist eine Eigensteifigkeit auf, welche den oberen Rand der Dekorationsbahn
verfestigt und eine stabile Formgebung vom Band beziehungsweise der Dekorationsbahn
ermöglicht. Das Band hat zwei im Abstand voneinander liegende, eingewebte Schlaufenreihen.
Die Machart der Schlaufen entspricht den bei Vorhangbänder allgemein bekannten Ausführungen,
im Fachjargon auch als Einhängetaschen bezeichnet. In die obere, parallel zum oberen
Bandrand verlaufende Schlaufenreihe können beliebige, herkömmliche Rollringe, Gleiter,
Klammern und andere Aufhängevorrichtungen zum Aufhängen der Dekorationsbahn in ein
beliebiges Gardinenschienen- oder Stangensystem eingehängt werden. Die Schlaufen der
oberen Reihe sitzen dicht an dicht, so daß man sehr variabel bei den Einhängemöglichkeiten
ist.
Eine zweite, parallele Schlaufenreihe liegt etwa in der Mitte des Bandes. Diese ist
dazu geeignet, den in Anspruch 1 aufgeführten Kugelhalter aufzunehmen. Der vorzugsweise
aus Kunststoff gefertigte Kugelhalter weist zum einen einen Dorn auf, welcher einfach
und manuell in die Schlaufen eingeführt werden kann. Der Dorn ist an seinem offenen
Ende mit einer Nase versehen, die zudem den Bereich in dem die Schlaufe liegt, nämlich
zwischen Halterkorpus und Dorn, annähernd verschliesst, was verhindert, daß der Halter
ungewollt wieder aus der Schlaufe rutschen kann. Dadurch ist der Kugelhalter am Band
fixiert, kann aber jederzeit wieder manuell gelöst werden. Zum anderen besteht der
Kugelhalter aus einer Klemmeinrichtung zur Aufnahme einzelner Kugeln der in Anspruch
1 aufgeführten Kugelkette. Die Klemmeinrichtung ist so dimensioniert, daß einzelne
Kugeln der Perlschnur einfach von Hand in den Halter einclipsbar und mittels Zug an
der Perlschnur wieder lösbar sind. Die Klemmwirkung wird erreicht durch einfache Klemmbacken,
die durch die Elastizität des Kunststoffes und durch die Federwirkung der freien Klemmbackenschenkel
die Kugel umschließen. Die Klemmbacken sind dabei formschlüssig dem Kugelradius angepasst.
Vorzugsweise ist die Anpassung zweidimensional. Durch das freie Schwingen der Klemmbacken
kann die Kugel durch Druck nach Überwinden des Federkraftwiderstandes zwischen die
Klemmbacken hineinrutschen und ist festgeklemmt.
[0006] Die Perischnur besteht aus einer weichen, textilen Schnur, sowie darauf fest verankerten
Kugeln aus Metall oder vorzugsweise Kunststoff. Die Kugeln sind in gleichmäßigen Abständen
voneinander getrennt. Ein Rapport der Perlkette hat ein Maß in vorzugsweise ganzen
Zentimetern, damit beim Einclipsen der Perlen in die Kugelhalter praktischerweise
Angaben in ganzen Zentimeterschritten gemacht werden können. Die Schnur ist in der
bevorzugten Ausführungsart weich, mit gutem Fallvermögen, reißfest aus Polyester oder
Polyamid und in ihrer Dicke etwa zwischen 0,4 und 1 mm im Durchmesser
[0007] Zur Bildung der gewünschten Falten in Schlangenlinienform werden nun die Halter in
Abständen in die untere Schlaufenreihe eingehängt. Die Abstände werden durch die gewünschte
Tiefe der Falte vorgegeben. Durch Verändern der Abstände der Halter zueinander kann
die Faltentiefe und damit folglich die
Stoffzugabe der
gesamten Dekoration verändert werden. Je größer der Abstand von Halter zu Halter, desto größer wird die
in der Falte integrierte Stoffmenge. Eine Kugel der Kugelkette wird anschließend in
den ersten Halter eingeclipst. In den zweiten Halter wird nun eine weitere Kugel eingeclipst,
jedoch ist der Abstand von eingeclipster Kugel zu eingeclipster Kugel auf der Schnur
wesentlich geringer, als der Abstand der beiden Halter zueinander. Dadurch zieht sich
die Dekorationsbahn im Bereich zwischen den Haltern zu einer Falte zusammen. Die Kugelkette
dient als Abstandshalter zwischen den Schenkeln jeweils eines Faltenbogens. Zur Bildung
der nächsten Falte wird die nächste Perle wieder analog zur obigen Vorgehensweise
in gleichem Abstand in den nächsten Halter eingesetzt und so weiter. Bei längs ausgezogener
Kugelkette erhält man eine oszillierende, sinusförmige Faltung der Dekorationsbahn,
mit genau definierter Stoffzugabe. Durch die Variation von Halterabstand im Faltenbereich
und unterschiedlicher Abstände der eingeclipsten Kugeln der Kugelkette kann je nach
Wunsch die Stoffzugabe verändert und unterschiedlich große Falten und unterschiedliche
Schenkelweiten der einzelnen Bögen erzeugt werden.
[0008] Zum Aufhängen der so gefalteten Dekoration müssen Rollringe oder Gleiter, oder sonstige
Vorrichtungen zum Aufhängen der Dekoration in die obere Schlaufenreihe des Bandes
eingehängt werden, und zwar so, daß man eine gleichmäßige Gewichtsverteilung beim
freien Hängen der Dekoration zwischen vorderem Faltenbogen und hinterem Faltenbogen
erhält, damit die Dekoration auch von ganz oben senkrecht nach unten fällt. Würde
man die Gewichtsverteilung außer acht lassen, dann würde die Dekoration im Bereich
des Bandes nach vorn oder hinten abkippen. Die so vorbereitete Dekoration kann nun
an Vorhangschienen, -Stangen, Spannseilen oder anderen Aufhängesystemen aufgehängt
werden. Die Stoffbahn nimmt beim freien Hängen damit die Faltung des Bandes in oszillierender,
schlangenlienienförmiger Art durch Ihren weichen Charakter von oben bis unten an.
[0009] Der Vorteil dieser Dekorationsform mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt außer
in der ästhetischen Vielseitigkeit der Faltenbildung in der variablen Stoffzugabe.
Jede Dekoration braucht für ihren jeweiligen, optischen Anspruch und ihrer Zweckbestimmung
unterschiedliche Transparenz und Stoffülle, was eben über die Stoffzugabe geregelt
werden kann. Ein weiterer sehr gewichtiger Vorteil der Erfindung ist, daß die Vorrichtung
an jedem zur Aufhängung von Gardinen oder Dekorationsstoffen oder dergleichen geeigneten
Schienensystem oder Stangen oder Seilspanngarnituren oder dergleichen aufgehängt werden
kann, da beliebige Gleiter, Rollringe, Haken, Klammern und so weiter in das Band eingeführt
werden können. Zudem kann die Dekorationsbahn zu einem kleinen Paket zusammengeschoben
werden, wenn der Stoff zum Beispiel zum Öffnen des Fensters oder zur freien Sicht
zur Seite weggezogen wird. Die Flexibilität der Kugelkette und die geringe Größe der
Halter tragen bei der Paketierung in keiner Weise auf. Die Kugelkette fällt beim Zusammenschieben
der Dekorationsbahn zum Paket zudem im freien Bereich zwischen den Haltern nach unten
weg und stört eine evt. dahinterliegende Stoff bahn in keiner Weise. Ein Verhaken
mit oder Beschädigen der Dekorationsbahn selbst oder dahinter liegender Stoffe ist
somit nicht möglich. Beim Zuziehen der Dekorationsbahn vors Fenster, werden die oszillierenden
Falten wieder gleichmäßig hergestellt, da die Kugelkette die Amplituden und Faltenabstände
genau fixiert. Wäre die Kugelkette nicht da, würde sich der Stoff hierbei glatt ziehen.
Kugelkette und Halter können durch Ihre äußere Beschaffenheit mit gratfreien, abgerundeten
Kanten beim Waschen der Dekorationsbahn in derselben belassen und brauchen nicht entfernt
zu werden. Eine Beschädigung der Dekorationsbahn oder Waschmaschine ist ausgeschlossen.
Die Konstruktion des Halters ist so ausgelegt, daß weder Halter noch Kugelkette beim
Waschprozeß herausfallen und die Dekoration ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand gleich
wieder aufgehängt werden kann.
Dadurch, daß die Halter manuell aus dem Band und die Perlen aus dem Halter wieder
gelöst werden können, kann die Faltung beziehungsweise Stoffzugabe jederzeit wieder
geändert werden.
[0010] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen.
Es zeigt:
Figur 1: Eine an einer Stange aufgehängte Dekorationsbahn in oszillierender sinusförmiger
Faltenlegung, mit aufgenähtem, textilem Band und zwei Schlaufenreihen mit darin integrierten
Kugelhaltern und Kugelkette, von der Rückseite der Dekorationsbahn betrachtet.
Figur 1A: Eine Detailansicht aus Figur 1 (eingekreister Ausschnitt).
Figur 2: Einen Kugelhalter mit eingeclipster Kugelkette.
Figur 2A: Einen Kugelhalter im Querschnitt.
Figur 3: Eine Ausgestaltungsform der Erfindung, bei der sich Falten nach Anspruch
1 mit jeweils dazwischen liegenden, ungefalteten Abständen abwechseln
Figur 3A: Eine Detailansicht aus Figur 3 (eingekreister Ausschnitt).
[0011] Figur 1 und 1A zeigen ein textiles Band (2), welches auf die Rückseite einer Dekorationsbahn
(1) angenäht ist. In dem Band sind zwei Reihen von Schlaufen (3) und (6) eingearbeitet.
In der oberen Schlaufenreihe (3) ist die Auf hängevorrichtung in Form einer Gardinenstange
(5) und deren gebräuchlichen Träger (15) mit üblichen Ringen und dazugehörigen Haken
(4) im Band eingehängt. Die Haken (4) sind dabei so plaziert, daß die Dekoration im
Gleichgewicht zwischen vorderem und hinterem Faltenbogen hängt und dadurch nicht nach
vorn oder hinten kippt. In der unteren Schlaufenreihe (6) sind Kugelhalter (7) im
Abstand (B) eingehängt. In die Kugelhalter (7) sind im Abstand (A) einzelne Kugeln
(9) der Kugelkette (10) eingeclipst. Durch den größeren Abstand (B) von Halter (7)
zu Halter (7) als Abstand (A) von Kugel (9) zu Kugel (9) ergibt sich zwangsläufig
eine Faltung der Dekorationsbahn (1). Das Verfahren kann auch mit nur einer Schlaufenreihe
auf dem Band angewendet werden, auf der dann sowohl die Aufhängemittel, als auch die
Kugelhalter eingehängt werden.
[0012] Figur 2 zeigt einen Kugelhalter nach Anspruch 2, mit eingeclipster Kugel (9) einer
Kugelkette (10). Der Kugelhalter zeigt den Korpus (8), welcher zur Aufnahme einzelner
Kugeln (9) der Kugelkette (10) dient.
Figur 2A zeigt den Kugelhalter im muffigen Querschnitt ((S) Schnittlinie in Figur
2). Die Aussparung im Korpus (8) zur Aufnahme der Kugeln ist so kugelförmig ausgestaltet
und bemaßt, daß die Kugel mit Ihrem Durchmesser durch manuellen Druck über die engste
Stelle des Kugelaufnahmetrichters schnappt, indem die Seiten (16) und (17) als Klemmbacken
auseinander gedrückt werden, und nach dem Einschnappen der Kugel in den Aussparungsradius
wieder zurückspringen und so die Kugel festhalten. Der Dorn (12) ist zum Einführen
in die Schlaufen des Bandes. Die Nase (13) sorgt dafür, daß der Halter nicht ungewollt
wieder aus der Schlaufe rutschen kann.
[0013] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung zeigen Figur 3 und 3A. Es wechseln sich
hier Falten (11), wie in Figur 1 beschrieben, mit jeweils dazwischen liegenden, ungefalteten
Abständen ab. Die Kugelhalter (7) werden in Abständen (K) und (B) abwechselnd in die
Schlaufen (6) eingehängt. Die Abstände werden durch die gewünschte Tiefe der Falte
und dem gewünschten Abstand von Falte zu Falte festgelegt. Durch Verändern der Abstände
(B) der Halter (7) zueinander kann die Faltentiefe und durch Verändern der Abstände
(K) die Abstände zwischen den Falten und damit folglich die Stoffzugabe, beziehungsweise
das Maß der Raffung der gesamten Dekorationsbahn verändert werden. Es wird also beispielsweise
ein größerer Abstand (B) für die beim Gebrauch am Fenster zum Rauminneren gerichtete
Falte (11) und ein kleinerer Abstand (K) für den Zwischenraum zwischen diesen Falten
(11) gewählt. Die Kugeln (9) der Kugelkette (10) werden nun so eingesetzt, daß der
Abstand (B) = Bandlänge zwischen den Haltern (7) größer ist als der Abstand (A) auf
der Kugelkette (10). Dadurch bildet sich in diesem Bereich eine Falte (11), analog
zu Figur 1. Im Bereich des Halterabstands (K) wird der Abstand von Kugel zu Kugel
auf der Kette aber gleich groß gewählt. Dadurch, daß Perlabstand und Halterabstand
gleich sind, entsteht hier keine Faltung, sondern der Stoff bleibt in diesem Bereich
glatt liegen und definiert einen Abstand zwischen den Falten. Die Perlkette (10) dient
als Abstandshalter zwischen den Schenkeln jeweils eines Faltenbogens (11). Zur Bildung
der nächsten Falte (11) wird die nächste Perle wieder analog zur obigen Vorgehensweise
in gleichem Abstand (A) in den nächsten Halter (7) eingesetzt und so weiter. Bei längs
ausgezogener Kugelkette (10) erhält man eine oszillierende, schlangenlinienförmige
Faltung der Dekorationsbahn , mit unterschiedlichem Größenverhältnis von vorderem,
der Raumseite zugewandten Faltenbogen und hinterem Faltenabstand, mit genau definierter
Stoffzugabe. Durch die Variation von Halterabstand (B) im Faltenbereich , Halterabstand
(K) beim Faltenabstand und unterschiedlicher Abstände (A) der eingeclipsten Kugeln
(9) der Perlkette (10) kann je nach Wunsch die Stoffzugabe verändert und unterschiedlich
große Falten (11) und unterschiedliche Faltenabstände erzeugt werden. Diese Variation
erweitert die Gestaltungsmöglichkeit der Dekoration erheblich, insbesondere in ästhetischer
Hinsicht.
[0014] Da die Einteilung der Abstände beim Einhängen der Kugelhalter auf dem Band stets
einen Abzählaufwand der Schlaufen erfordert, können zur Vereinfachung auf dem Band
auch Markierungen in Form von eingewebten Zeichen oder Farbfäden oder aufgedruckten
Markierungen an den Schlaufen angebracht sein, in welche jeweils ein Halter einzuhängen
ist. Dadurch entfällt der Zählaufwand und ein irrtümlich falsches Einhängen von Kugelhaltern
durch verzählen ist somit ausgeschlossen. Genauso kann auf der Kugelkette eine Markierung
durch Farbe angebracht sein. Durch unterschiedliche Markierungen für jeweils unterschiedliche
Stoffzugaben besteht die Möglichkeit, dem Anwender der Erfindung über die Abstandsmarkierungen
an Schlaufen und Kugelkette eine präzise Vorgabe der verschiedenen, gebräuchlichsten
Stoffzugaben vorzugeben. Beispiel: rote Markierungen auf den Schlaufen und Kugelkette
= Stoffzugabe 1 :2.
1. Vorrichtung zum Aufhängen von textilen Dekorationsbahnen wie Gardinen und Dekostoffen
oder dergleichen in oszillierenden, sinusförmigen Falten,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein im Bereich des rückseitigen, oberen, horizontalen Randes der Dekorationsbahn
(1) angenähtes, textiles Band (2) mit einer eingearbeiteten Reihe von horizontal ausgerichteten
Schlaufen (3) versehen ist, zum Aufhängen der Dekorationsbahn (1) mittels beliebiger
Aufhänger wie Rollringe oder Gleiter oder ähnlichem (4), für beliebige Aufhängesysteme
wie Vorhangschienen oder -Stangen (5) oder adäquates, und
daß in das Band (2) eine unter der ersten Schlaufenreihe (3) liegende, zweite eingearbeitete
Schlaufenreihe (6) integriert ist, in welche Kugelhalter (7) in Abständen eingehängt
sind, wessen Korpusse (8) mit einer Einrichtung zur Aufnahme von einzelnen Kugeln
(9) einer Kugelkette (10) versehen sind, und
daß die Abstände (A) von den in den Kugelhaltern (7) eingesetzten Kugeln (9) der Kugelkette
(10) zueinander kleiner sind, als die Abstände (B) von Kugelhalter (7) zu Kugelhalter
(7) im Band (2), was zu einer gleichmäßigen Faltung (11) der Dekorationsbahn von oben
nach unten in oszillierender Form führt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kugelhalter (7) einen Dorn (12) zum Einhängen des Halters in die Schlaufen
(6) des Bandes aufweist, der durch eine Nase (13) an seinem offenen Ende und/oder
durch den geringen Abstand (Z) von Dorn (12) und Kugelhalterkorpus (8) ein Herausfallen
der Kugelhalter (7) aus den Schlaufen (6) beim Gebrauch verhindert, dabei aber ein
manuelles Herausnehmen ermöglicht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kugelhalterkorpus (8) eine Klemmeinrichtung zur wieder lösbaren Aufnahme einer
einzelnen Kugel (9) der Kugelkette (10) aufweist, welche vorzugsweise aus Klemmbacken
besteht, welche durch die Federkraft ihres Materials und der freien Schenkel (16 und
17) die Kugel umschließen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kugelhalter (7) aus Kunststoff oder rostfreiem Metall besteht.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kugelkette (10) durch eine ähnliche Konstruktion ersetzt werden kann, wie
beispielsweise Quadrate oder kleine Stifte oder Knoten, die auf einer Schnur fixiert
sind.