[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches
1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Es sind verschiedene Verfahren zum Etikettieren von Behältern bekannt. Die EP 0 600
259 B 1 zeigt das Zuführen von Etiketten tangential in die Tiefziehformen. Dieses
Verfahren ist sehr aufwendig, störungsanfällig und erfordert hohe Werkzeugkosten.
Pro Formnest muss eine Schneideeinrichtung pro Takt das Etikett vom Band abschneiden.
Umlenk- und Vorschubeinrichtungen pro Formnest müssen formatabhängig vorhanden sein.
Das Rüsten des Werkzeuges dauert sehr lange. Beim zu Ende gehen der auf Rolle befindlichen
Etiketten muss eine automatische Anklebeinrichtung pro Formnest vorgesehen werden
oder die Bänder müssen neu eingeführt werden. Dies alles führt zu relativ hohen Etikettierungskosten.
Die Handhabung der Etikettenbahnen führt zu Staubanfall, wenn diese aus Papier bestehen.
Dieser kann aus hygienischen Gründen nicht immer im Bereich der Formmaschine und Füllmaschine
für die Behälter akzeptiert werden. Dieses Verfahren eignet sich nur zur Dekorierung
von senkrechten Seitenwänden.
[0003] Ein anderes Verfahren besteht darin, Etiketten von oben in die Formnester einzulegen
(EP 0 481 090 B 1). Probleme bestehen hier generell darin, dass man das Werkzeug weit
öffnen oder sogar verschieben muss, um diese Etiketten mit der Übergabeeinrichtung
einlegen zu können. Etiketten müssen dazu von einem Stapel entnommen und lagerichtig
eingelegt werden. Dies ist zeitaufwendig und reduziert die Taktzahl der Vorrichtung.
Störungen treten öfters auf und führen zu lageungenau fixierten Etiketten. Eine Ringsum-Etikettierung
ist auf diese Weise kaum zu erzielen, es verbleiben unetikettierte Wandungsbereiche.
[0004] Aus der EP 0560 687 A1 ist es bekannt, geformte Etiketten auf die Wandung von Behältern
aufzubringen, indem die Etiketten in verschiebbare Formen eingelegt, festgehalten
und dann die Behälter in diese eingesetzt werden. Die Verbindung Etikett/Behälter
erfolgt durch Hinterschnitte, Noppen und andere formschlüssige Elemente. Die etikettierten
Behälter werden nach dem Etikettieren aus den Formen entnommen und in nicht näher
beschriebener Weise verarbeitet. Wenn man gefüllte und auf diese Weise etikettierte
Behälter weiterverarbeiten will kann man diese beispielsweise in Trägerkartons setzen
und in diesen zum Versand in den Handel bringen. Dies erfordert eine zusätzliche Umsetzeinrichtung,
die die in der gezeigten Herstellungsweise einzeln hergestellten Behälter in die Trägerkartons
einsetzt. Sie muss synchron zur Etikettiereinrichtung angetrieben werden. Dies ist
aufwendig und störungsanfällig, da ein Einsetzen von Etiketten in Formen, ein Einsetzen
von Behältern in Etiketten und ein Einsetzen der etikettierten Behälter in Trägerkartons
erfolgen muss. Das gezeigte Verfahren findet nur Anwendung beim Etikettieren von leeren
Behältern.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren so durchzuführen, dass die
Störungsanfälligkeit, bedingt durch häufiges Umsetzen, reduziert wird. Es sollte für
das Etikettieren von zuvor gefüllten Behältern geeignet sein. Probleme mit Papierstaub
sollten auf einfache Weise vermieden werden können. Die Verbindung Etikett-Behälterwand
sollte gegenüber der reinen formschlüssigen Verbindung verbessert und damit sicherer
werden. Vom konstruktiven Aufwand her sollte das Verfahren nur relativ einfache, kostengünstige
Bauteile erfordern.
[0006] Gelöst ist diese Aufgabe erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Hauptanspruchs
angegebenen Maßnahmen sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches
4. Die Unteransprüche stellen vorteilhafte Weiterbildungen dar. Dadurch, dass als
Aufnahme für die Behälter gleich der Trägerkarton für den Versand verwendet wird ist
keine Umsetzung der dekorierten und gefüllten Behälter erforderlich. Entsprechende
Umsetzeinrichtungen sind nicht erforderlich.
[0007] Das Verfahren und die Vorrichtung nach der Erfindung sind anhand der schematischen
Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1 -
- eine Draufsicht auf die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
- Figur 2 -
- einen Schnitt entlang der Linie A - A in Figur 1.
- Figur 3 -
- . einen Schnitt entlang der Linie B - B in Figur 1.
- Figur 4 -
- einen Querschnitt durch einen etikettierten Behälter
[0008] Ziel des Verfahrens ist die Herstellung eines gefüllten Behälters 1 aus thermoplastischem
Kunststoff (siehe Figur 4), bestehend aus dem eigentlichen Behälter 2 und einem an
der Seitenwand 4 befestigten Etikett 3, verschlossen mit einer Deckfolie 5. Die Herstellung
des Behälters 2 kann durch Tiefziehen einer erwärmten Folienbahn und anschließendem
Ausstanzen, durch Spritzgießen oder durch Blasformen erfolgen. Dies erfolgt in einer
in Figur 1 schematisch dargestellten Formmaschine 6, aus der die Behälter 2 geordnet
in Rinnen 7 ausgegeben werden. Als Formmaschine 6 ist entweder eine Tiefzieh- Füll-
und Verschließmaschine vorgesehen oder eine Fülleinrichtung, die Behälter 2 vom Stapel
in ein Palettenband übergibt, diese füllt, versiegelt und auf die Rinnen 7 übergibt.
Die gefüllten Behälter 2 kommen auf diese Weise zu einer Sammeistation 11.
[0009] Unabhängig von der Formmaschine 6 arbeitet eine Etikettenformmaschine 8, die Etiketten
3 in geschlossener Form herstellt. Ausgangsprodukt sind entweder gestapelte, flache
Einzeletiketten oder Bänder, die geschnitten werden. Solche Etikettenformmaschinen
8 sind bekannt. Sie geben diese Etiketten 3 gerollt und versiegelt in geordneter Weise,
z.B. zwischen Transportbändern 9, aus und führen sie zu einer Sammelstation 10.
[0010] Zwischen den beiden Sammelstationen 10, 11 verläuft eine Transporteinrichtung 12,
bestehend aus einem umlaufenden Band 13 mit Anschlägen 14 zur Mitnahme von aufgerichteten
Trägerkartons 15. Dieses Band 13 wird von einem Antrieb 16 intermittierend bewegt.
[0011] Die Zufuhr von Trägerkartons 15 auf das Band 13 erfolgt über eine vorgeschaltete,
nicht dargestellte Kartonentnahme- und Aufrichteinrichtung, so dass die Trägerkartons
15, bestehend aus einem Boden 17, Seitenwänden 18 und einem mit Durchbrüchen versehenen
Zwischenkarton 19, bis zu einer Übergabestation 37 transportiert werden können.
[0012] Eine Umsetzeinrichtung 21 ist so angeordnet, dass sie satzweise Etiketten 3 aus der
Sammelstation 10 aufnehmen und in die Öffnungen im Zwischenkarton 19 des in der Übergabestation
37 befindlichen Trägerkartons 15 einsetzen können. Hierzu weist die Umsetzeinrichtung
21 Dome 22 auf, die ggf. zueinander verschiebbar angeordnet sind, in dem sie an Führungen
23 sitzen. Alle Dorne 22 sitzen höhenverschiebbar an einer an Säulen 24 geführten
Plane 25, diese ist höhenverschiebbar über den Antrieb 26. Die Säulen 24 und der Zylinder
26 sitzen an einem Schlitten 27, der horizontal verschiebbar an Säulen 28 geführt
ist. Als Antrieb können ein Servomotor oder andere elektrische oder pneumatische Antriebe
verwendet werden, die nicht dargestellt sind.
[0013] Eine Übergabeeinrichtung 28 befindet sich zwischen der Sammelstation 11 für die Behälter
2 und der Ladestation 20. Diese besteht aus Greifern 29, die an einer über den Antrieb
30 an Säulen 32 höhenverschiebbaren Platte 31 befestigt sind. Säulen 32 und Antrieb
30 sitzen an einer Platte 33, die über den Antrieb 34 um 180° geschwenkt werden kann.
Die Greifer 29 können somit über die Etiketten 3 in der Ladestation 20 geführt werden.
[0014] Das Verfahren läuft wie folgt ab:
Ein Trägerkarton 15 wird der Transporteinrichtung 12 zugeführt und in die Übergabestation
37 gebracht. Dort setzt die Umsetzeinrichtung 21 einen Satz Etiketten 3 in die Durchbrüche
in den Zwischenkartons 19 der Trägerkartons 15. Der so bestückte Trägerkarton 15 wird
taktweise über eine Pufferstrecke 36 einer Beleimungsstation 35 zugeführt. In dieser
wird auf jede Innenseite eines Etikettes 3 ein Tropfen Leim aufgebracht. Der Aufbau
einer solchen Beleimungseinrichtung ist vom Prinzip her bekannt, weshalb auf eine
nähere Darstellung dieser Beleimungsstation 35 verzichtet wurde.
[0015] Die so mit Leim versehenen Etiketten 3 kommen mit dem Trägerkarton 15 in die Ladestation
20, in der von der Übergabeeinrichtung 28 Behälter 2 aus der Sammelstation 11 entnommen
und in die Etiketten 3 eingesetzt werden. Danach wird der Trägerkarton 15 weitertransportiert
in eine Verpackungsstation, in der diese Trägerkartons 15 in Kisten o. ä. gesetzt
und direkt in den Handel versandt werden.
[0016] Ein anderes Verbindungsverfahren zwischen Etikett 3 und Behälter 2 als Leimen könnte
im Versiegeln oder Schrumpfen (bei Kunststoff-Etiketten) bestehen. In diesen Fällen
ist - in Durchlaufrichtung hinter der Ladestation 20 - eine nicht dargestellte Heizstation
vorgesehen, die eine örtliche oder flächige Beheizung der Etiketten 3 und damit die
Verbindung zwischen Etikett 3 und Behälter 2 bewirkt.
[0017] Falls eine Staubentwicklung beim Herstellen der gerollten Etiketten 3 hygienische
Probleme bereitet, erlaubt es das Etikettierungsverfahren, die Etikettenformmaschine
8 in einen getrennten Raum zu stellen und über eine Schleuse die mit Etiketten befüllten
Trägerkartons 15 in den Raum zu führen, in dem die Formmaschine 6 steht.
[0018] Verfahren und Vorrichtung sind anhand einer Etikettierung von runden Behältern beschrieben.
Die Behälterform kann aber prinzipiell auch oval oder rechteckig mit abgerundeten
Ecken gestaltet sein.
1. Verfahren zum Versehen der Wandung von gefüllten Behältern (2) aus thermoplastischem
Kunststoff mit einem ringsum geschlossenen Etikett (3), gekennzeichnet durch folgende
Merkmale:
a) Herstellen von geschlossenen Etiketten (3) und satzweises Übergeben der Etiketten
(3) in einen Trägerkarton (15).
b) Führen des Trägerkarton (15) zu einer Ladestation (20).
c) Aufnehmen der zuvor fertig geformten und gefüllten Behälter (2) mittels einer Übergabeeinrichtung
(28) aus einer Sammelstation (11) und Einsetzen der Behälter (2) in die von dem Trägerkarton
(15) gehaltenen Etiketten (3).
d) Verbinden der einzelnen Etiketten (3) mit der Wandung des Behälters (2).
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Verbinden der Etiketten
(3) mit der Wandung der Behälter (2) dadurch erreicht wird, dass vor der Ladestation
(20) Kleber auf die Innenseite eines jeden Etikettes (3) in einer Beleimungsstation
(35) aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass in Durchlaufrichtung hinter
der Ladestation (20) eine Verbindung Etikette (3) mit der Behälterwandung durch örtliche
Wärmeeinwirkung durch Versiegeln/Schrumpfen erfolgt.
4. Vorrichtung zum Etikettieren der Wandung von gefüllten Behältern (2) aus thermoplastischem
Kunststoff, mit einer Sammelstation (10) für geschlossene Etiketten (3), einer Umsetzeinrichtung
(21) zum satzweise Umsetzen der Etiketten (3) in Trägerkartons (15) mit Durchbrüchen
entsprechend der Anzahl der umgesetzten Etiketten (3), mit einer Transporteinrichtung
(12) zum taktweise Führen der Trägerkartons (15) zu einer Ladestation (20), mit einer
Sammelstation (12) für die Behälter (2) und mit einer Umsetzeinrichtung (28) zum Umsetzen
der Behälter (2) aus der Sammelstation (12) in die von den Trägerkartons (15) gehaltenen
Etiketten (3).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung
(12) aus einem umlaufenden Band (13) mit Mitnehmern (14) zum taktweisen Transport
der Trägerkartons (15) besteht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5 gekennzeichnet durch eine der Ladestation (20)
vorangesetzte Beleimungsstation (35).
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6 gekennzeichnet durch eine hinter der
Ladestation (20) in Durchlaufrichtung angeordnete Verbindungsstation zum Aufbringen
von Wärme auf die Etiketten (3).