(19)
(11) EP 1 020 260 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.07.2000  Patentblatt  2000/29

(21) Anmeldenummer: 00100078.5

(22) Anmeldetag:  05.01.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B26D 7/26
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 11.01.1999 DE 19900593

(71) Anmelder: BIFORCE Anstalt
FL-9490 Vaduz (LI)

(72) Erfinder:
  • Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Manitz, Finsterwald & Partner 
Postfach 22 16 11
80506 München
80506 München (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten


(57) Es wird eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, beschrieben, bei der die das Messer tragende Antriebseinheit um eine senkrecht zur Schneidebene verlaufende, seitlich des Messers gelegene und in ihrer Position verstellbare Achse schwenkbar gelagert ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere Wurst, Schinken, Käse und dergleichen, mit einer Produktzuführeinheit mit einer Produktauflage mit endseitiger, als Gegenmesser wirkender Schneidkante sowie einer Antriebseinheit mit einem in der durch die Schneidkante festgelegten Schneidebene umlaufenden Messer.

[0002] Eine Vorrichtung dieser Art ist aus der DB 42 14 264 C2 bekannt. Diese bekannte Schneidevorrichtung umfaßt eine Grundplatte, auf der ein eine Antriebseinheit aufweisender Schneidkopf mit einem planetarisch angetriebenen Kreismesser, welches sich zum Ausführen der Trennschnitte entlang einer Schnittebene bewegt, eine Produktzuführungseinheit, die das zu schneidende Lebensmittelprodukt der Schnittebene zuführt, und ein Gegenmesser angeordnet sind, das mit seiner längs der Schnittebene angeordneten Schnittkante das zu schneidende Lebensmittelprodukt abstützt. Dabei ist der Abstand zwischen dem ortsfesten Gegenmesser und dem Kreismesser mit zugeordneter Antriebseinheit in der Senkrechten längs der Schneidebene mittels einer Verschiebeeinrichtung in der Höhe verstellbar. Damit ist bei der Durchführung von Schneidvorgängen die Eintauchtiefe des Messers einstellbar.

[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art dahingehend zu verbessern, daß bei konstruktiver Einfachheit und Bedienfreundlichkeit eine optimale Anpassung der Schneidgeometrie an die hinsichtlich ihrer Abmessungen unterschiedlichen Produkte ermöglicht wird.

[0004] Gelöst wird diese Aufgabe nach der Erfindung im wesentlichen dadurch, daß die das Messer tragende Antriebseinheit um eine senkrecht zur Schneideebene verlaufende, seitlich des Messers gelegene und in ihrer Position verstellbare Achse schwenkbar gelagert ist.

[0005] Durch die schwenkbare Lagerung der Antriebseinheit und damit des Messers und die gleichzeitig gegebene Möglichkeit der Verstellung des Schwenkpunktes ist es möglich, das Messer in x- und y-Richtung in der Schneidebene praktisch an jeden gewünschten Punkt zu verfahren und die Antriebseinheit nach erfolgter Verstellung jeweils so zu fixieren, daß ein optimales Zusammenwirken zwischen Messer und Gegenmesser für beliebige aufzuschneidende Produkte erreicht wird.

[0006] Die Verstellung der Schwenkachse kann über eine Hebelanordnung oder über eine Schiebeführung erfolgen, wobei es von Vorteil ist, daß die entsprechenden Betätigungsorgane bedienerseitig vorgesehen werden können, so daß eine bedienerfreundliche und schnelle Einstellung der Relativlage von Messer und Gegenmesser möglich ist.

[0007] Von besonderer Bedeutung ist im Rahmen der Erfindung, daß es nicht mehr erforderlich ist, den stets benötigten Seitenanschlag in der Produktzuführeinheit, der auf der vom jeweiligen Bediener abgewandten Seite gelegen ist, in Abhängigkeit vom jeweiligen Produkt zu verstellen. Es kann vielmehr mit einem festen Seitenanschlag gearbeitet werden, da durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen der tiefste Schneidpunkt des Messers über die Auflagenbreite bzw. über die Gegenmesserbreite verstellbar ist.

[0008] Ferner ist von Vorteil, daß aufgrund der ortsfesten bzw. feststehenden Produktauflage alle auf die Schneideinheit folgenden Aufnahme- und Transportbänder ebenfalls ortsfest angeordnet sein können und nicht in Abhängigkeit von Verstellungen der Produktauflage entsprechend verstellt werden müssen.

[0009] Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben und werden in der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert; in der Zeichnung zeigt:
Figur 1
eine schematische Prinzipdarstellung einer gemäß der Erfindung ausgebildeten Vorrichtung zum Aufschneiden Lebensmittelprodukten in einer ersten Arbeitsstellung, und
Figuren 2 und 3
die Vorrichtung nach Figur 1 in zwei weiteren, aus einer Vielzahl möglicher Arbeitsstellungen ausgewählten Arbeitsstellungen.


[0010] Die Vorrichtung nach Figur 1 umfaßt eine Produktzuführeinheit 1 mit einer Produktauflagefläche, der eine in der Zeichnung nicht dargestellte Produkthalte- und Vorschubanordnung zugeordnet ist. Auf der vom Bediener abgewandten Seite der Produktauflage ist ein Seitenanschlag 9 für das jeweilige Produkt vorgesehen, um die von den jeweiligen Schnitten herrührenden Kräfte aufzunehmen.

[0011] Die Produktzuführeinheit 1 weist endseitig eine als Gegenmesser wirkende Schneidkante 2 auf, welche die Schneidebene festlegt, in der ein von einer Antriebseinheit 3 getragenes Messer 4 umläuft.

[0012] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist als Messer 4 ein planetarisch umlaufendes Kreismesser vorgesehen, so daß sich für die Messerschneidkante 1 eine Umlaufbahn 5 ergibt.

[0013] Die Antriebseinheit 3 und damit auch das Messer 4 ist um eine Achse 6 schwenk- und feststellbar. Aufgrund dieser Schwenkbarkeit ist der jeweils tiefste Schneidpunkt des Messers - definiert durch die Umlaufbahn 5 - relativ zur Schneidkante 2 einstellbar, wobei jedoch aufgrund des Verschwenkens des Zentrums der Umlaufbahn 5 auf einer Kreisbahn bei einer solchen Verstellung der tiefste Schneidpunkt des Messers relativ zur Schneidkante etwas horizontal wandert.

[0014] Ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung ist es, zu erreichen, daß die bisher in Abhängigkeit von den jeweils aufzuschneidenden Produkten erforderliche Verstellung des Seitenanschlags 9 beseitigt wird. Zu diesem Zweck und zur gleichzeitigen Kompensation einer sich durch die Verschwenkung der Antriebseinheit 3 ergebenden seitlichen Verlagerung des tiefsten Schneidpunkts ist die Schwenkachse 6 der Antriebseinheit 3 in x- und y-Richtung verstellbar ausgebildet, so daß durch das kombinatorische Zusammenwirken dieser Verstellbarkeit und der Verschwenkbarkeit der Antriebseinheit hinsichtlich des tiefsten Schneidpunkts des Messers jede beliebige Position und damit auch die jeweils optimale Position produktabhängig angefahren werden kann. Durch diese Möglichkeit der Verstellung des tiefsten Schneidpunkt des Messers über die Auflagen- bzw. Schneidkantenbreite können Produkte beliebiger Größe und Querschnittsform bei ortsfestem Seitenanschlag stets korrekt und vollständig durchschnitten werden, und zwar bei optimaler Eintauchtiefe des Messers in das jeweils aufzuschneidende Produkt.

[0015] Die Verstellung der Schwenkachse 6 in x- und y-Richtung kann durch entsprechende Schiebeführungen oder über eine Traghebeleinheit 7 erfolgen, wie es in der Zeichnung schematisch dargestellt ist.

[0016] Die Traghebeleinheit 7 umfaßt eine im Maschinengestell 12 vorgesehene, ein Drehgelenk für die Traghebel bildende Achse 8. Im gegenüberliegenden Endbereich der Traghebeleinheit 7 ist die Schwenkachse 6 vorgesehen, um die die Antriebseinheit 3 und damit das Messer 4 verschwenkbar ist. Über geeignet ausgebildete Organe 10, 11, die bedienerseitig gelegen sind, kann die Höhen- und Seiteneinstellung der Schneidkantenbahn 5 erfolgen. Diese Einstellung kann auch über eine elektronische Steuerung und entsprechende Stellmotoren erfolgen, wobei Höhen- und Seiteneinstellung programmgesteuert koppelbar sein können.

[0017] Die Figuren 2 und 3 zeigen zwei mögliche Beispiele der Verstellung des Messers 4 und der dadurch bedingten Veränderung der Messerschneidbahn 5.

[0018] Nach Figur 2 ist die Messerschneidbahn 5 bezüglich des Gegenmessers bzw. der Schneidkante 2 durch Verschwenken der Antriebseinheit 3 um die Achse 6 und Verschwenken der Traghebeleinheit 7 um die Achse 8 sowohl in Y- als auch in X-Richtung derart verstellt worden, daß der tiefste Punkt der Messerschneidbahn 5 unter geringer Absenkung in Y-Richtung in X-Richtung näher an den feststehenden Seitenanschlag 9 verlagert wurde.

[0019] Bei der in Figur 3 gezeigten Einstellposition ist die Antriebseinheit 3 durch Verstellung in Y-Richtung um die Achse 6 geschwenkt worden, wodurch die Eintauchtiefe des Messers 4 bezüglich der Schneidkante 2 geringer wird. Alle Einstellungen erfolgen über die Organe 10, 11 zur Höheneinstellung und Seiteneinstellung, die bedienerseitig gelegen sind und es ermöglichen, mit den tiefsten Punkt der Messerschneidbahn 5 jeden gewünschten Punkt in der X-Y-Ebene anzufahren und nach Erreichen der jeweiligen Einstellung die Messerschneidbahn 5 entsprechend festzulegen.

Bezugszeichenliste



[0020] 
1
Produktzuführung
2
Schneidkante
3
Antriebseinheit
4
Messer
5
Messerschneidbahn
6
Schwenkachse
7
Traghebeleinheit
8
Achse
9
Seitenanschlag
10
Organ zur Höheneinstellung
11
Organ zur Seiteneinstellung
12
Maschinengestell



Ansprüche

1. Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere Wurst, Schinken, Käse und dergleichen, mit einer Produktzuführeinheit mit einer Produktauflage mit endseitiger, als Gegenmesser wirkender Schneidkante sowie einer Antriebseinheit mit einem in der durch die Schneidkante festgelegten Schneidebene umlaufenden Messer,
dadurch gekennzeichnet,
daß die das Messer (4) tragende Antriebseinheit (3) um eine senkrecht zur Schneidebene verlaufende, seitlich des Messers (4) gelegene und in ihrer Position verstellbare Achse (6) schwenkbar gelagert ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Produktzuführeinheit schwenkachsenseitig einen festen Seitenanschlag (9) für alle Produktarten und Produktgrößen aufweist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenkachse (6) in X- und Y-Richtung verstellbar ist.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenkachse (6) in einer Traghebeleinheit (7) angeordnet ist, die im Maschinengestell (12) parallel zur Schneidebene verschwenkbar gelagert ist.
 
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Organe (10, 11) zur Höhen- und/oder Seitenverstellung des Messers (4) durch Schwenk- und/oder Schiebeverstellung der Antriebseinheit (3) auf der der Schwenkachse (6) gegenüberliegenden Maschinenseite vorgesehen sind.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Messer (4) ein planetarisch umlaufendes Kreismesser vorgesehen ist.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Messer (4) ein Sichelmesser vorgesehen ist.
 




Zeichnung