[0001] Die Erfindung betrifft eine Auflegevorrichtung zum Auflegen einer verschweißbaren
Folie als Unterlage, Zwischenlage und bzw. oder Abdeckung von Schnittgutscheiben einer
Aufschnittschneidemaschine in einer Ablegeposition oder Verpackungsposition, mit einer
Halterung für eine Folienrolle sowie mit angetriebenen Abzugswalzen zum Vorschub der
Folie zu einer Schneidevorrichtung.
[0002] Um eine dünne verschweißbare Folie etwa in quadratischer Form in die Ablegeposition
einer Aufschnittschneidemaschine als Unterlage für einen Aufschnitt, z.B. von Wurst
und bzw. oder Käse, zu bringen, ist es bekannt, eine solche von einer Rolle kommende
Folie flach auf einen Tisch vorzuschieben, dort automatisch in der gewünschten Länge
zuzuschneiden und das Folienstück mittels eines Greifers mit Saugnäpfen vom Tisch
abzuheben und in die Ablegeposition der Aufschnittschneidemaschine umzuschwenken.
Diese Vorrichtung ("Manipulator") hat zwar inzwischen eine hohe Perfektion erreicht,
jedoch ist der Aufwand groß, wenn man etwa bedenkt, dass für den Greifer eine aufwendige
Kinematik erforderlich ist und die Saugnäpfe über Schläuche mit einem Sauggebläse
verbunden sein müssen, um ein Ergreifen der Folienzuschnitte zu ermöglichen und dass
die Saugwirkung zeitgerecht unterbrochen werden muss, sobald die Ablegeposition erreicht
ist. Die Erfindung zielt darauf ab, dieses Auflegen eines Folienzuschnittes zu vereinfachen.
Dies wird dadurch erreicht, dass die Auflegevorrichtung eine Folienführung umfasst,
die die Folienbahn aus der ebenen Führungslage nach dem Durchlaufen der Abzugswalzen
in eine formstabile, insbesondere U-förmige Lage überführt, dass die Folienführung
unmittelbar neben der Ablege- oder Verpackungsposition, diese überragend vorgesehen
ist, wobei das formstabilisierte Folienstück über die Ablege- oder Verpackungsposition
ragt und eine Schneidevorrichtung das formstabilisierte Folienstück abtrennt, sodass
dieses in die Ablege- bzw. Verpackungsposition herabgleitet und die Strecklage einnimmt.
Die Folienführung liegt unmittelbar neben der Ablegeposition für das Schnittgut oder
auch vor dieser, wenn ein Förderband zur Ablegeposition läuft. Da das formstabilisierte
Folienstück nach dem Abschneiden sich entspannt und nur einige Millimeter frei nach
unten in die Ablegeposition fällt, sind mechanische Greifer oder Saugnäpfe nicht erforderlich.
Die erfindungsgemäße Auflegevorrichtung für diese Folien kann auch zum Auflegen einer
Folie als Abdeckung über einem Aufschnitt oder zum Zwischenlegen von Folienblättern
zwischen die Aufschnittscheiben verwendet werden. Ein Schweißrahmen kann die aufeinander
liegenden und das Schnittgut (z.B. Wurst) einschließenden Folien randseitig verschweißen.
[0003] Es ist zweckmäßig, wenn die Folienführung als flacher U-förmig, rinnenartig gebogener
Schlitz in einer Platte ausgebildet ist. Die Platte steht senkrecht zur Vorschubrichtung
der Folie, die zwischen zwei den Vorschub bewirkende, angetriebenen Förderwalzen oder
Abzugswalzen dem Schlitz zugeleitet wird. Der U-förmige Schlitz bildet also ein Mundstück,
das der Folie die stabile Rinnenform verleiht. Dadurch kann die Folie weiter vorgeschoben
werden. Sie kragt von der Platte ausgehend in U-Form frei über die Ablegeposition.
Zum Abschneiden des aus der Folienführung hinausragenden, frei auskragenden Folienstückes
ist es zweckmäßig, wenn längs der U-förmigen Folienführung ein Messer, insbesondere
ein Schneidrädchen beweglich angeordnet ist. Dies wird bei Erreichen der gewünschten
Ausschublänge der Folie quer zur Vorschubrichtung längs einer Kante, z.B. längs der
Platte und des U-förmig gebogenen Schlitzes geführt. Dazu ist ein Vorschubantrieb
(Linearmotor, Riementrieb, Spindeltrieb) für das Messer vorgesehen, der bei Stillstand
des Folienvorschubes das überstehende Folienstück abtrennt, sodass es aus der Abwurfposition
in die Ablegeposition eines Ablegetabletts oder Förderbands einer Aufschnittschneidemaschine
oder in die Verpackungsposition einer der Aufschnittschneidemaschine zugeordneten
Verpackungseinrichtung fällt.
[0004] An Stelle der Platte, die als Folienführung einen U-förmig gebogenen Schlitz aufweist,
können auch andere Führungselemente oder Formgebungselemente für die Folie vorgesehen
sein, wie Leitstücke, Leitbleche oder Kantenführungen, die die als Ebene zugeführte
Folie randseitig umfassen, und eine Nase, die die Folie nach unten drückt, während
die Kantenführungen konvergieren. Auch eine solche Folienführung wandelt die gerade,
ebene Folienbahn in eine formstabile U-förmige, rinnenartige Folienbahn um. Wesentlich
ist die Formstabilität, die natürlich auch durch andere Formgebungen (z.B. S-Form)
erreicht wird.
[0005] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist symbolhaft in den Zeichnungen
dargestellt.
[0006] Fig. 1 zeigt eine Aufschnittschneidemaschine mit Folienauflegevorrichtung von der
Betätigungsseite der Aufschnittschneidemaschine, Fig. 2 einen Teil der Folienauflegevorrichtung
und Fig. 3 einen Grundriss zu Fig. 1.
[0007] Eine Aufschnittschneidemaschine umfasst einen Schnittgutwagen 1, auf dem ein Schnittgut
wie z.B. Wurst 2 längs einer die Schnittstärke bestimmenden Anschlagplatte 3 gegen
ein durch einen Elektromotor 4 angetriebenes Kreismesser 5 bewegt. Eine Ablegeeinrichtung
mit einem Kettenrahmen 6 und einem Schläger 7 wirft die abgeschnittene Wurstscheibe
in die Ablegeposition auf einen Förderband 8, - wie bekannt - wobei programmgesteuert
verschiedenste Ablegemuster erzielt werden können.
[0008] Um eine Kunststoff-Folie zu unterlegen und gegebenenfalls zwischen die Wurstscheiben,
z.B. jeweils nach fünf Scheiben, zwischenzulegen und eine weitere Kunststoff-Folie
darüberzulegen, ist eine Folienstation angeschlossen. Diese geht von einer drehbar
auf Walzen 9 gelagerten Folienrolle 10 aus. Die Folie wird durch ein angetriebenes
Walzenpaar 11 abgezogen und einer Folienführung 12 in Form einer Platte 13 mit U-förmigem
Schlitz 14 zugeführt (Fig. 2). Die Folie verlässt die Folienführung 12 formstabilisiert
in U-Form (Rinnenform). Dadurch kann die Folie frei über die Platte 13 hinauskragend
über die Ablegeposition vorgeschoben werden ohne nach unten zu kippen. Eine Schneideeinrichtung
mit einem gegebenenfalls rotierend angetriebenen Schneidrädchen 15 auf einem Schlitten
16 trennt das auskragende Folienstück längs des Schlitzes 14 ab. Das Folienstück entspannt
sich und fällt im freien Fall über ein paar Millimeter in die Ablegeposition.
[0009] Der Aufschneide- und Ablegevorgang für das Schnittgut kann nun beginnen. Die Wurst
wird auf das abgeschnittene Folienstück abgeworfen. Zwischenfolien können durch verkürzten
Vorschub bewusst etwas kürzer als die Auflegefolie und die Abdeckfolie ausgebildet
werden, damit sie vom nachfolgenden Schweißvorgang durch einen Schweißrahmen nicht
mit erfasst werden.
[0010] Der Funktionsablauf der Maschinenanordnung ist programmgesteuert. Wenn etwa zwanzig
folienverpackte Aufschnitte mit je drei Wurstportionen ä 8 Scheiben gewünscht werden,
dann wird nach Einspannen der Wurst 2 auf dem Schnittgutwagen 1 und Programmierung
der Ablegeeinrichtung (Antrieb des Kettenrahmens 6 und des Schlägers 7) auf dem Steuergerät
18 der Motor 19 für den Folienvorschub in Betrieb gesetzt. Nach vorgegebener Weglänge,
die der gewünschten Kraglänge der Folie entspricht, stoppt der Vorschub und gleichzeitig
tritt die Schneideeinrichtung mit dem Schneidrädchen 15 in Funktion. Sie bewegt sich
gemäß Fig. 2 in Pfeilrichtung und trennt das formstabile Folienstück ab. Es fällt
in die Ablegeposition der Maschine. Nun startet der Aufschnittschneidevorgang. Es
werden die gewünschten acht Scheiben nacheinander geschnitten und in die Ablegeposition
auf das Folienstück durch den Schläger 7 abgeworfen. Eine Zwischenfolie wird nun darübergelegt,
wobei diese kürzer sein kann als die Unterlagsfolie, damit sie später nicht ringsum
durch den Schweißrahmen 17 mitverschweißt wird. Nach zwei weiteren Aufschneidevorgängen
mit wiederholter Zwischenlage einer allenfalls kurzen Zwischenfolie (die auch von
einer anderen Rolle also z.B. als besonders dünne Folie kommen kann) wird die Deckfolie
(gleich der Unterlagsfolie) darübergelegt. Der Antrieb 20 für das Förderband 8 bringt
den Wurststapel mit den Folien in die Schweißposition unter den Schweißrahmen 17,
der die Unterlags- und der Abdeckfolie verschweißt. Aus den Taschen, die sich durch
teilweises Mitverschweißen der Zwischenfolien ergeben, kann nach Öffnen der Packung
jeweils eine Wurstportion von acht Scheiben entnommen werden. Dieser beschriebene
Vorgang wird in obigem Beispiel zwanzigmal wiederholt, sodass zwanzig verschweißte
Packungen mit je dreimal acht durch Zwischenlage unterteilte Wurstscheiben in eine
Kühlbox fallen.
1. Auflegevorrichtung zum Auflegen einer verschweißbaren Folie als Unterlage, Zwischenlage
und bzw. oder Abdeckung von geschnittenem Schnittgut einer Aufschnittschneidemaschine
in einer Ablegeposition oder Verpackungsposition mit einer Halterung für eine Folienrolle
sowie mit Abzugswalzen zum Vorschub der Folie zu einer Schneidevorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflegevorrichtung eine Folienführung (12) umfasst, die die Folienbahn
aus der ebenen Führungslage nach dem Durchlaufen der Abzugswalzen (11) in eine formstabile,
insbesondere U-förmige, Lage überführt, dass die Folienführung (12) unmittelbar neben
der Ablege- oder Verpackungsposition, diese überragend vorgesehen ist, wobei das formstabilisierte
Folienstück über die Ablege- oder Verpackungsposition ragt und eine Schneidevorrichtung
das formstabilisierte Folienstück abtrennt, sodass dieses in die Ablege- bzw. Verpackungsposition
herabgleitet und die Strecklage einnimmt.
2. Auflegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folienführung als flacher U-förmig, rinnenartig gebogener Schlitz (14)
in einer Platte (13) ausgebildet ist.
3. Auflegevorrichtung nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass längs der U-förmigen Folienführung (14) ein Messer, insbesondere ein Schneidrädchen
(15) beweglich angeordnet ist.