[0001] Die Erfindung betrifft eine Crimpverbindung an einem elektrischen Bauteil zum Verbinden
mindestens einer Litze eines elektrischen Leiters mit dem Bauteil, mit einem Kontaktsteg,
und mit einer vom Kontaktsteg abstehenden Aderkralle, die mit ihren Flachseiten in
den Kontaktsteg übergeht und zum Klemmen der Litze an dem Kontaktsteg in Richtung
des Kontaktsteges umbiegbar ist. Ferner betrifft die Erfindung ein elektrisches Bauteil
mit einer derartigen Crimpverbindung.
[0002] Eine derartige Crimpverbindung wird häufig an elektronischen Bauteilen zum Anschließen
elektrischer Leiter verwendet. Bei dieser Art Crimpverbindungen besteht jedoch das
Problem, daß bei einer vorgegebenen Materialstärke der Aderkralle nur eine Litze mit
ausreichend hohem Querschnittsdurchmesser geklemmt werden kann, da andernfalls die
Gefahr besteht, daß die Klemmkraft, mit der die Litze in der Crimpverbindung zwischen
der Aderkralle und den Kontaktsteg geklemmt ist, nicht ausreicht, um ein Lösen der
Litze aus der Crimpverbindung zu verhindern. So kann beispielsweise bei einer Crimpverbindung,
deren Aderkralle eine Materialstärke von etwa 0,38 mm aufweist, eine Litze geklemmt
werden, deren Querschnittsfläche 0,5 mm
2 nicht unterschreiten darf. Ein weiteres Problem besteht darin, daß bei sehr geringer
Querschnittsfläche der Litze der Verpressungskraftanteil, d.h. die prozentuale Differenz
zwischen der beim Verformen einer Crimpverbindung mit eingelegter Litze aufgewendeten
Verformungskraft und der beim Verformen einer Crimpverbindung ohne eingelegter Litze
erforderlichen Verformungskraft, unter einen minimal zulässigen Grenzwert von üblicherweise
10% fällt, der für eine Überwachung eines automatischen Verformungsvorganges mindestens
gegeben sein muß.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Crimpverbindung bzw. ein elektrisches Bauteil
mit einer derartigen Crimpverbindung bereitzustellen, die bzw. bei dem auch ein sicheres
Klemmen einer Litze mit geringer Querschnittsfläche in der Crimpverbindung gewährleistet
ist.
[0004] Die Erfindung löst die Aufgabe durch eine Crimpverbindung mit den Merkmalen nach
Anspruch 1 und insbesondere dadurch, daß die Aderkralle mindestens eine sich zwischen
den Flachseiten erstreckende durchgehende Aussparung aufweist. Ferner löst die Erfindung
die Aufgabe durch ein elektrisches Bauteil mit den Merkmalen nach Anspruch 11.
[0005] Bei der Erfindung wird durch die an der Aderkralle ausgebildete Aussparung erreicht,
daß die während des Verformungsvorganges entstehenden Spannungen im Material in einer
definierten Richtung verlaufen und das in der Biegelinie angeordnete Material in einer
vorgegebenen Richtung verformt wird. Ferner wird das Material der erfindungsgemäßen
Aderkralle aufgrund der verglichen mit einer herkömmlichen Aderkralle gleicher Materialstärke
geringeren Steifigkeit stärker verformt, so daß die nach Wegnahme der äußeren deformierenden
Kräfte auftretende Rückfederung der erfindungsgemäßen Aderkralle geringer ist als
bei der herkömmlichen Aderkralle. Als Folge liegt die erfindungsgemäße Aderkralle
nach dem Umbiegen mit größerer Vorspannkraft an der zwischen dem Kontaktsteg und der
Aderkralle geklemmten Litze an, so daß die Klemmkraft an der Litze verglichen mit
der von einer herkömmlichen Aderkralle aufgebrachten Klemmkraft höher ist und auch
Litzen mit geringer Querschnittsfläche sicher geklemmt werden können. Des weiteren
liegt der Verpressungskraftanteil auch bei Litzen mit geringer Querschnittsfläche
über dem minimal noch zu erfassenden Wert von 10%, wie Versuchsreihen gezeigt haben,
so daß die erfindungsgemäßen Crimpverbindungen auch bei ihrer automatischen Herstellung
überwacht werden können.
[0006] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, der Zeichnung, sowie den Unteransprüchen.
[0007] So wird vorgeschlagen, die Aussparung in einem Abschnitt der Aderkralle auszubilden,
indem beim Umbiegen der Aderkralle die größten Verformungen auftreten. Auf diese Weise
wird erreicht, daß das Material insbesondere im Bereich der Biegelinie durch die Aussparung
entsprechend verringert ist und das Material durch die Verformungskräfte einen entsprechend
hohen Verformungsgrad erhält, durch den die Rückfederwirkung nach Wegnahme der Verformungskräfte
gering ist.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Aussparung ein vorzugsweise quadratisches
Fenster. Wie Versuchsreihen gezeigt haben, liegen die zum Umformen der Crimpverbindung
erforderlichen Verformungskräfte bei einer derartig gestalteten Aderkralle um etwa
20 % unter den für eine herkömmliche Aderkralle aufzuwendenden Kräften. Im Gegensatz
dazu liegt die Auszugskraft, die zum Herausziehen der Litze aus der Crimpverbindung
erforderlich ist, über der Auszugskraft, die bei einer Crimpverbindung mit einer herkömmlich
gestalteten Aderkralle erreicht werden kann. Des weiteren hat sich herausgestellt,
daß der Verpressungskraftanteil bei etwa 30 % liegt, so daß die Herstellung der Crimpverbindungen
auch problemlos überwacht werden kann.
[0009] Alternativ wird vorgeschlagen, die Aussparung als Schlitz auszubilden, der vorzugsweise
quer zur Biegelinie der Aussparung verläuft. Auch hier hat sich in Versuchsreihen
gezeigt, daß die erforderlichen Kräfte zum Verformen der Crimpverbindung unter den
notwendigen Verformungskräften bei mit einer herkömmlichen Aderkralle versehenen Crimpverbindung
liegen, während gleichzeitig die Auszugskraft zum Herausziehen einer Litze aus der
erfindungsgemäßen Crimpverbindung über der Auszugskraft bei einer herkömmlich gestalteten
Crimpverbindung liegt. Des weiteren ist auch der mit der erfindungsgemäßen Crimpverbindung
realisierbare Verpressungskraftanteil größer als der Verpressungskraftanteil, der
bei einer herkömmlichen Crimpverbindung erzielt werden kann, so daß auch hier eine
ordnungsgemäße Überwachung des Verformungsvorganges der Crimpverbindung möglich ist.
[0010] Bei einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Crimpverbindung ist die Aussparung
als kreisrunde oder ovale Öffnung ausgebildet. Auch bei dieser Ausführungsform haben
sich ähnlich gute Ergebnisse erzielen lassen, wie in mehreren Versuchsreihen ermittelt
wurde.
[0011] Als Material für die Crimpverbindung wird ein Werkstoff vorgeschlagen, dessen Zugfestigkeit
Rm in einem Bereich von etwa 250 bis 800 N/mm
2, vorzugsweise bei etwa 760 N/mm
2 liegt, da ein derartiges Material den während des Verformungsvorganges an der Aderkralle
entstehenden Kräften widerstehen kann und die Aderkralle auch im Bereich größter Verformung
nicht einreißt oder bricht.
[0012] Nachfolgend wird die Erfindung anhand dreier Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer Crimpverbindung,
an deren Aderkralle jeweils eine quadratische Aussparung ausgebildet ist,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels einer Crimpverbindung,
an deren Aderkrallen jeweils zwei quer zur Biegelinie verlaufende Schlitze ausgebildet
sind,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels einer Crimpverbindung,
an deren Aderkrallen jeweils eine runde Öffnung ausgebildet ist,
- Fig. 4
- ein Diagramm, in dem die zum Verformen aufgebrachten Verformungskräfte an unterschiedlichen
Crimpverbindungen im Vergleich gezeigt sind,
- Fig. 5
- ein Diagramm, in dem die zum Herausziehen einer Litze erforderlichen Auszugskräfte
bei verschiedenen Crimpverbindungen im Vergleich gezeigt sind,
- Fig. 6
- ein Kraft-Zeit-Diagramm, in dem der Kraftverlauf einer Verformungskraft beim Umformen
einer Crimpverbindung mit eingelegter Litze und der Kraftverlauf einer Verformungskraft
beim Umformen einer Crimpverbindung ohne eingelegte Litze im Vergleich gezeigt sind,
und
- Fig. 7
- ein Diagramm, in dem die Verpressungskraftanteile verschiedener Crimpverbindungen
im Vergleich gezeigt sind.
[0013] Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer Crimpverbindung 10 in perspektivischer
Darstellung, die an einem elektrischen Bauteil (nicht dargestellt) wie beispielsweise
einer Steckerbuchse oder einem Steckerstift vorgesehen ist. Die Crimpverbindung 10
weist einen Kontaktsteg 12 auf, der elektrisch leitend mit dem Bauteil verbunden ist
und an dessen Längskanten jeweils eine Aderkralle 14 bzw. 16 angeformt ist. Jede Aderkralle
14 und 16 ist von etwa rechteckiger Form und weist zwischen ihren Flachseiten eine
quadratische Aussparung 18 bzw. 20 auf. Die quadratische Aussparung 18 bzw. 20 ist
symmetrisch zwischen den Seitenkanten der Aderkralle 14 bzw. 16 angeordnet und liegt
in einem Abschnitt der Aderkralle 14 bzw. 16, in dem beim Umbiegen der Aderkralle
14 bzw. 16 die größte Verformung auftritt.
[0014] An den einander zugewandten Flachseiten der beiden Aderkrallen 14 und 16 ist zu beiden
Seiten jeder quadratischen Aussparung 18 und 20 eine rillenförmige Einprägung 22 ausgebildet,
von denen in Fig. 1 nur die links dargestellte zu sehen ist. Die rillenförmigen Einprägungen
22 verlaufen quer zu den Biegelinien der Aderkrallen 14 und 16 von der einen Flachseite
der Aderkralle 14 zur anderen Flachseite der Aderkralle 16. Bei einer alternativen
Ausführungsform der Crimpverbindung sind an den Flachseiten der Aderkrallen 14 und
16 keine Einprägungen ausgeformt.
[0015] Zum Klemmen einer Litze (nicht dargestellt) eines elektrischen Leiters wird die Litze
auf den Kontaktsteg 12 zwischen die beiden Aderkrallen 14 und 16 positioniert. Anschließend
werden die beiden Aderkrallen 14 und 16 so weit nach innen umgebogen, bis die Litze
zwischen den beiden Aderkrallen 14 und 16 und dem Kontaktsteg 12 geklemmt ist.
[0016] Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer Crimpverbindung 30 in perspektivischer
Darstellung. Auch hier weist die Crimpverbindung 30 einen Kontaktsteg 32 auf, von
dessen beiden Längskanten Aderkrallen 34 und 36 abstehen. Bei diesem Ausführungsbeispiel
sind als Aussparungen an jeder Aderkralle 34 und 36 jeweils zwei parallel mit Abstand
zueinander verlaufende Schlitze 38 und 40 bzw. 42 und 44 ausgebildet, wobei auf rillenförmige
Einprägungen an den einander zugewandten Flachseiten der Aderkrallen 34 und 36 verzichtet
wurde.
[0017] Auch hier wird eine in die Crimpverbindung 30 eingelegte Litze durch Umbiegen der
beiden Aderkrallen 34 und 36 fest mit dem Kontaktsteg 32 verbunden, wobei die an den
Aderkrallen 34 und 36 ausgebildeten Schlitze 38 und 40 bzw. 42 und 44 das Umbiegen
einerseits erleichtern, andererseits trotz der Materialreduzierung die Klemmkraft
der Aderkrallen 34 und 36 an der geklemmten Litze erhöht sind.
[0018] In Fig. 3 ist eine dritte Ausführungsform einer Crimpverbindung 50 in perspektivischer
Darstellung gezeigt. Auch in diesem Fall ist die Crimpverbindung 50 aus einem Kontaktsteg
32 gebildet, von dessen Längskanten zwei Aderkrallen 54 und 56 abstehen. In jeder
Aderkralle 54 und 56 ist etwa mittig eine kreisrunde Aussparung 58 bzw. 60 ausgebildet,
die in dem Abschnitt der Aderkralle 54 bzw. 56 ausgebildet ist, der beim Umbiegen
am stärksten verformt wird. Zu beiden Seiten der kreisrunden Aussparungen 58 und 60
ist an den einander zugewandten Flachseiten der Aderkrallen 54 und 56 jeweils eine
rillenförmige Einprägung 62 und 64 ausgeformt, die sich quer zur Biegelinie der Aderkrallen
54 und 56 erstreckt und nahe des freien Endes jeder Aderkralle 54 bzw. 56 endet. Bei
einer abgewandelten Ausführungsform der Crimpverbindung 50, sind die einander zugewandten
Flachseiten der Aderkrallen 54 und 56 ohne Einprägungen ausgebildet.
[0019] Auch hier erleichtern die beiden Aussparungen 58 und 60 das Verformen der Aderkrallen
54 und 56, wenn die Litze (nicht dargestellt) durch die Aderkrallen 54 und 56 am Kontaktsteg
52 verklemmt werden sollen.
[0020] In mehreren Versuchsreihen, deren Ergebnisse in den Diagrammen der Fig. 4, 5 und
7 gezeigt sind, wurden die verschiedenen Crimpverbindungen im Vergleich mit herkömmlichen
Crimpverbindungen getestet. Als Vergleichsmuster wurde eine Standardkralle für einen
Litzenquerschnitt von 0,35 mm
2 getestet, die eine Materialstärke von 0,38 mm aufwies und bei der die Länge der Aderkralle
von 3,5 mm auf 2,5 mm gekürzt wurde. Die geprüften Crimpverbindungen bestanden aus
einem legierten Stahl St 76 (CuNiSi), der eine Zugfestigkeit von etwa 400 bis 460
N/mm
2 aufwies. Die Standardkralle wurde einmal mit und einmal ohne Innenprägung versehen
und getestet. In den Diagrammen der Fig. 4, 5 und 7 sind die Ergebnisse der Standardkralle
ohne Innenprägung mit A und die Ergebnisse der Standardkralle mit Innenprägung mit
B bezeichnet.
[0021] Als weiteres wurden Crimpverbindungen getestet, die gleichfalls mit einer derart
gestalteten Aderkralle versehen waren, wobei in jeder Aderkralle ein quadratisches
Fenster ausgebildet war, wie bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel. Auch
hier wurden Aderkrallen mit und ohne Innenprägung überprüft. In den Diagrammen der
Fig. 4, 5 und 7 sind die Versuchsergebnisse für Crimpverbindungen mit einer Aderkralle
ohne Innenprägung mit C und für Crimpverbindungen mit einer Aderkralle mit Innenprägung
mit D bezeichnet.
[0022] Des weiteren wurden Crimpverbindungen getestet, deren Aderkrallen gleichfalls mit
den Standardkrallen identisch waren, wobei in jeder Aderkralle zwei parallel zueinander
verlaufende Schlitze ausgebildet waren, wie sie beispielsweise in dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 2 gezeigt sind, In diesem Fall wurden nur Crimpverbindungen getestet, bei
denen keine Innenprägung vorgesehen waren. Die Ergebnisse der Versuche sind in den
Diagrammen in den Fig. 4, 5 und 7 mit E angegeben.
[0023] Zuletzt wurden noch Crimpverbindungen getestet, deren Aderkrallen zu den Standardkrallen
identisch waren und in denen jeweils eine kreisrunde Aussparung ausgebildet war, wie
sie beispielsweise in dem dritten Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 gezeigt ist. In
diesem Fall wurden Crimpverbindungen getestet, bei denen die Krallen mit und ohne
Innenprägungen versehen gewesen waren. In den Diagrammen der Fig. 4, 5 und 7 sind
die Versuchsergebnisse mit F für die Crimpverbindung mit einer Aderkralle ohne Innenprägung
und mit G für die Crimpverbindung mit einer Aderkralle mit Innenprägung bezeichnet.
[0024] Fig. 4 zeigt ein Diagramm, in dem die zum Verformen erforderliche Verformungskräfte
für die verschiedenen, getesteten Crimpverbindungen aufgeführt sind. Dabei ist auffällig,
daß zum Verformen der Crimpverbindungen A und B mit Aderkrallen ohne Aussparungen
etwa 20 % höhere Verformungskräfte zum Verformen der Aderkrallen erforderlich waren
als für das Verformen der im Vergleich getesteten fünf anderen Crimpverbindungen C
bis G mit Aussparungen an den Aderkrallen.
[0025] Wie Fig. 5 zeigt, lag jedoch überraschenderweise die jeweils erforderliche Auszugskraft
F
A, die notwendig war, um die in der jeweiligen Crimpverbindung geklemmte Litze aus
der Crimpverbindung zu ziehen, trotz der geringeren Verformungskräfte bei den Crimpverbindungen
mit Aussparungen in den Aderkrallen deutlich über dem minimal zulässigen Wert von
50 N, so daß für alle getesteten Crimpverbindungen C bis G mit Aussparungen an den
Aderkrallen jeweils eine ausreichend hohe Auszugskraft F
A realisierbar war.
[0026] In Fig. 6 ist ein Kraft-Zeit-Diagramm gezeigt, in dem der allgemeine Zusammenhang
zwischen dem Kraftverlauf der Verformungskraft F
V während des Verformens einer Crimpverbindung, in die eine Litze eingelegt worden
ist, und der Kraftverlauf einer Verformungskraft F
V0, während des Verformens einer Crimpverbindung ohne eingelegter Litze dargestellt
ist. Dabei sollte zwischen den jeweils maximal auftretenden Beträgen der Verformungskraft
F
V und der Verformungskraft F
V0 eine Differenz X bestehen, mit deren Hilfe bestimmt werden kann, ob die Crimpverbindung
ordnungsgemäß ausgebildet worden ist oder nicht. Diese als Verpressungskraftanteil
X bezeichnete prozentuale Differenz, auch Headroom genannt, soll üblicherweise einen
Wert von 10 % nicht unterschreiten, da ab diesem Prozentsatz Schwankungen in der Verformungskraft
größer sind als Kraftänderungen durch Crimpfehler, wie beispielsweise fehlende Litzen,
so daß eine korrekte Auswertung, ob die Crimpverbindung ordnungsgemäß ausgeführt worden
ist, nicht möglich ist.
[0027] Des weiteren gibt der Verpressungskraftanteil X einen Hinweis darauf, ob die Litze
ausreichend stark geklemmt worden ist, da der Verpressungskraftanteil X in etwa proportional
zu der Differenz zwischen der Verformungskraft an der Aderkralle und der Verformungskraft
an der Litze ist. Dabei hat sich herausgestellt, daß bei einem Verpressungskraftanteil
X, der kleiner oder gleich 5 % ist, eine sichere Crimpverbindung nicht gewährleistet
und die autmotisierte Herstellung der Crimpverbindung nicht überwacht werden kann.
Eine bedingte Sicherheit der Crimpverbindung ist gegeben, wenn der Verpressungskraftanteil
X im Bereich von 5 bis 15 % liegt. Liegt der Verpressungskraftanteil X in einem Bereich
von über 15 % oder deutlich darüber, kann von einer sicheren Crimpverbindung mit ausreichend
hoher Klemmkraft für die Litze ausgegangen werden, die während einer automatisierten
Fertigung gut überwacht werden kann.
[0028] In Fig. 7 ist ein Diagramm gezeigt, in dem die verschiedenen Verpressungskraftanteile
X der verschiedenen Crimpverbindungen A bis G im Vergleich dargestellt sind. Dabei
wurde festgestellt, daß insbesondere die Crimpverbindungen C, D und E, deren Aderkrallen
mit quadratischen Fenstern bzw. mit Schlitzen versehen waren, einen besonders hohen
Verpressungskraftanteil X aufwiesen, während die Crimpverbindungen mit Standardkrallen
einen um mehr als 12 % geringeren Verpressungskraftanteil X besaßen. Auch die beiden
Crimpverbindungen, deren Aderkrallen mit kreisförmigen Aussparungen versehen waren,
wiesen bei ihren Verpressungskraftanteilen X jeweils Prozentsätze auf, die den mit
den Standard-Crimpverbindungen erzielbaren prozentualen Verpressungskraftanteilen
X vergleichbar waren, so daß auch hier eine ausreichende Sicherheit der Crimpverbindungen
gegeben war.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 10
- Crimpverbindung
- 12
- Kontaktsteg
- 14
- Aderkralle
- 16
- Aderkralle
- 18
- quadratische Aussparung
- 20
- quadratische Aussparung
- 22
- rillenförmige Einprägung
- 30
- Crimpverbindung
- 32
- Kontaktsteg
- 34
- Aderkralle
- 36
- Aderkralle
- 38
- Schlitz
- 40
- Schlitz
- 42
- Schlitz
- 44
- Schlitz
- 50
- Crimpverbindung
- 52
- Kontaktsteg
- 54
- Aderkralle
- 56
- Aderkralle
- 58
- kreisrunde Aussparung
- 60
- kreisrunde Aussparung
- 62
- rillenförmige Einprägung
- 64
- rillenförmige Einprägung
- A
- Crimpverbindung mit Standardkralle ohne Einprägungen
- B
- Crimpverbindung mit Standardkralle mit Einprägungen
- C
- Crimpverbindung mit Aderkralle mit quadratischem Fenster ohne Einprägungen
- D
- Crimpverbindung mit Aderkralle mit quadratischem Fenster und mit Einprägungen
- E
- Crimpverbindung mit Aderkralle mit Schlitzen und ohne Einprägungen
- F
- Crimpverbindung mit Aderkralle mit kreisrunder Aussparung und ohne Einprägungen
- G
- Crimpverbindung mit Aderkralle mit kreisrunder Aussparung und mit Einprägungen
- FV
- Verformungskraft mit Litze
- FV0
- Verformungskraft ohne Litze
- FA
- Auszugskraft
- X
- Verpressungskraftanteil
1. Crimpverbindung an einem elektrischen Bauteil zum Verbinden mindestens einer Litze
eines elektrischen Leiters mit dem Bauteil, mit einem Kontaktsteg (12; 32; 52), und
mit einer vom Kontaktsteg (12; 32; 52) abstehenden Aderkralle (14, 16; 34, 36; 54,
56), die mit ihren Flachseiten in den Kontaktsteg (12; 32; 52) übergeht und zum Klemmen
der Litze an dem Kontaktsteg (12; 32; 52) in Richtung des Kontaktsteges (12; 32; 52)
umbiegbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aderkralle (14, 16; 34, 36; 54, 56) mindestens eine sich zwischen den Flachseiten
erstreckende durchgehende Aussparung (18, 20; 38, 40, 42, 44; 58, 60) aufweist.
2. Crimpverbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aussparung (18, 20; 38, 40, 42, 44; 58, 60) in einem Abschnitt der Aderkralle
(14, 16; 34, 36; 54, 56) ausgebildet ist, in dem beim Umbiegen der Aderkralle (14,
16; 34, 36; 54, 56) die größten Verformungen auftreten.
3. Crimpverbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aussparung ein vorzugsweise quadratisches Fenster (18, 20) ist.
4. Crimpverbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aussparung ein vorzugsweise quer zur Biegelinie der Aderkralle (34, 36) verlaufender
Schlitz (38, 40, 42, 44) ist.
5. Crimpverbindung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß benachbart zu dem ersten Schlitz (38, 42) mindestens ein weiterer identischer
Schlitz (40, 44) an der Aderkralle (34, 36) ausgebildet ist, der vorzugsweise parallel
zum ersten Schlitz (38, 42) verläuft.
6. Crimpverbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aussparung eine kreisrunde oder ovale Öffnung (54, 56) ist.
7. Crimpverbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die im umgebogenen Zustand mit der Litze in Berührung stehende Flachseite der
Aderkralle (14, 16; 54, 56) mindestens eine rillenförmige Einprägung (22; 62, 64)
aufweist, die vorzugsweise quer zur Biegelinie der Aderkralle (14, 16; 54, 56) verläuft.
8. Crimpverbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß gegenüber der ersten Aderkralle (14; 34; 54) eine weitere Aderkralle (16; 36;
56) am Kontaktsteg (12; 32; 52) ausgebildet ist, die vorzugsweise in ihren Abmessungen
den Abmessungen der ersten Aderkralle (14; 34; 54) entspricht und mit ihren Seitenkanten
zu den Seitenkanten der ersten Aderkralle (14; 34; 54) fluchtet.
9. Crimpverbindung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die weitere Aderkralle (16; 36; 56) gleichfalls eine durchgängige Aussparung (20;
40, 44; 60) aufweist, die zu der Aussparung (18; 38, 42; 58) der ersten Aderkralle
(14; 34; 54) vorzugsweise identisch ist.
10. Crimpverbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Material, aus dem die Crimpverbindung (10; 30; 50) gefertigt ist, eine Zugfestigkeit
Rm von 250 bis 800 N/mm2, vorzugsweise von 760 N/mm2 aufweist.
11. Elektrisches Bauteil, das zum Anschließen einer Litze eines elektrischen Leiters mit
mindestens einer Crimpverbindung (10; 30; 50) nach einem der vorhergehenden Ansprüche
versehen ist.