[0001] Die Erfindung bezieht sich zunächst auf eine Ausgabetülle für eine Arbeitsmaterial-Vorratsdose,
wie bspw. eine Kartusche zur Ausgabe von Arbeitsmaterial wie Fugendichtmittel oder
Klebstoff, wobei die Ausgabetülle eine insgesamt konische Formgebung aufweist, endend
in einer Spitze, weiter ein fußseitiges Innengewinde und ein zur Halterung einer Abdeckkappe
dienendes Außengewinde besitzt.
[0002] Eine solche Ausgabetülle aufweisende Vorratsdosen respektive Kartuschen sind markterhaltlich.
Dabei sind vor allem Klebstoff enthaltende Gebinde durch die besagte Abdeckkappe wiederverschließbar.
Das ihre schraubtechnische Zuordnung erlaubende Außengewinde liegt relativ nah hinter
der Spitze. Bei Gebinden, enthaltend Fugendichtmittel, fehlt in aller Regel eine Abdeckkappe.
In der Praxis laßt man das Arbeitsmaterial praktisch zu einem selbstschließenden Stopfen
austrocknen. Zur Wiederingebrauchnahme der Kartusche wird die Ausgabetülle abgenommen
und der harte Abschnitt des Stopfens weggebrochen. Nach erneuter Zuordnung der Ausgabetülle
im Wege der üblichen Verschraubung ist das Gebinde wieder einsatzbereit. Die Kartusche
wird dazu in eine Ausdrückvorrichtung mit druckbodenbetätigender Schubstange eingelegt.
Den Druckboden bildet ein kartuscheneigener Druckkolben. Vortreibend ist ein zum Zurückziehen
der Schubstange wieder auslösbares Klemmgesperre.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Kartusche mit Ausgabetülle gebrauchsvorteilhaft
auszubilden.
[0004] Diese Aufgabe ist zunächst und im wesentlichen bei einer Kartusche mit Ausgabetülle
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, wobei darauf abgestellt ist, daß sich spitzenseitig
an das Außengewinde ein Tüllenabschnitt anschließt, der ein Durchmesserverhältnis
von 2:1 oder mehr hat. Für die von Hause aus lange, schlanke Ausgabetülle steht so
ein beträchtlicher Bereich für die Variation der Weite der Tüllenöffnung zur Verfügung.
Die durch Abschneiden erzielte Tüllenöffnung erhält gleich am Gewindeende gelegen
ihre größte Durchmesserweite. Je weiter spitzenseitig das Abschneiden vorgenommen
ist, wird so, statt eines maximalen Ausgabestranges, ein minimaler Ausgabestrang erreichbar.
Weiter wird vorgeschlagen, daß der Tüllenabschnitt spitzenseitig des Außengewindes
zwei Kegelstumpfbereiche unterschiedlichen Flankenwinkels ausweist. Das hat zum einen
stabilisatorische Wirkung und begünstigt zum andern das Entformen der Ausgabetülle.
Weiter ist so vorgegangen, daß der Kegelstumpfbereich größeren Flankenwinkels eine
kleinere Länge aufweist als der Kegelstumpfbereich kleineren Flankenwinkels. Die Anordnung
ist dabei so, daß der Kegelstumpfbereich größeren Flankenwinkels am Außengewinde ansetzt.
Um zu einer möglichst großen nutzbaren Länge für die Bildung der unterschiedlichen
Weiten der Tüllenöffnungen zu gelangen, wird vorgeschlagen, daß das Außengewinde etwa
in der Längsmitte der Ausgabetülle ausgebildet ist. Das beläßt zudem eine genügende
Grundlänge der Ausgabetülle für den Fall, daß unter Nutzung der maximalen Tüllenöffnung
gearbeitet werden soll. Weiter ist vorgesehen, daß die Abdeckkappe innenseitig einen
Dichtwulst aufweist zur Dichtanlage an dem Kegelstumpftereich größeren Flankenwinkels.
Der weist die hierzu notwenige ausreichende Stabilität auf zufolge beidseitig gehender
Richtungsänderung seiner Wandung. Bevorzugt sind zwei in Längsrichtung orientierte
Dichtwülste angeordnet.
[0005] Weiter betrifft die Erfindung eine Arbeitsmaterial-Vorratsdose, wie bspw. eine Kartusche
zur Ausgabe von Arbeitsmaterial wie Fugendichtmittel oder Klebstoff, mit einem zylindrischen
Kartuschenkörper und einem in dem Kartuschenkörper beweglichen, von außen betätigbaren
Druckkolben, wobei der Kartusche an einem Ende eine langgestreckte Ausgabetülle zugeordnet
ist, welche Kartusche dadurch gekennzeichnet ist, daß die Lange der Ausgabetülle mehr
als drei Vierteln der Lange der Kartusche (ohne betriebsgerecht zugeordnete Ausgabetülle)
entspricht. Das hat als ein Ergebnis einer entsprechenden Tüllenverlängerung den grundsätzlichen
Gebrauchsvorteil eines guten Erreichens des Zielorts. Zudem liegt eine bessere Übersicht
vor. Außerdem besteht eine verpackungsgünstige Zuordnung, da die Ausgabetülle den
Kartuschenkörper axial auch nicht überragt. Letztere wird im Verpackungazustand bekanntermaßen
unter Zuhilfenahme einer faltbaren Haltelasche am als Gewindezapfen realisierten Stutzen
entlang der Kartusche gehaltert. Eine Ausgestaltung von sogar eigenständiger Bedeutung
besteht sodann dahin, daß die Lange der Ausgabetülle dem Neunfachen oder mehr des
größten Innendurchmessers der Ausgabetülle entspricht. Über diese Formel liegt ein
relativ kurzer Kartuschenkörper vor. Der nimmt nur eine Teilmenge der sonst üblichen
Füllmenge an Arbeitsmaterial auf. Wie gefunden wurde, besteht das Bedürfnis des Anbietens
von Kleinmengen, vor allem für den Hobbybereich. Dort werden die normallangen Kartuschen
in der Regel nicht aufgebraucht; ihr Inhalt wird durch längere Zeiten des Nichtgebrauchs
meist unbrauchbar. Insofern liegt auch eine vorteilhafte Lösung im Hinblick auf das
Umweltproblem vor. Die ledigliche Verkürzung solcher Normalkartuschen laßt auch für
die kürzere Kartusche die Verwendung gängiger Ausdrückvorrichtungen zu.
[0006] Praxisgünstig ist dabei eine Ausbildung so, daß die Länge der Ausgabetülle der Länge
des Kartuschenkörpers ohne Gewindezapfen etwa entspricht, jedoch bzw. vielmehr geringer
ist. Endlich wird eine Ausgestaltung dahingehend als vorteilhaft angesehen, daß die
Länge des Kartuschenkörpers etwa dem dreifachen Maß des Durchmessers der Kartusche
entspricht. Dieser Art längenreduzierte Kartuschen lassen sich auch gut in das Ladefach
der Ausdrückvorrichtung einbringen insofern, als die Schubstange um das reduzierte
Längenmaß eingeschoben sein kann beim Laden. Die Ausdrückvorrichtung ist so vor allem
bei beengten Verhältnissen am Einsatzort günstiger zu handhaben.
[0007] Sodann trägt die Erfindung eine Anordnung bei, die darin besteht, daß die Kartusche
aus einer Mehrzahl in axialer Richtung angeordneter und abtrennbar miteinander verbundener
Einzelkartuschen besteht. Die entsprechende werkseeitige Addition geht bis auf die
Länge der klassischen Kartusche, wie sie in üblichen Ausdrückvorrichtungen Verwendung
findet. Ein solches Set eröffnet die Möglichkeit, Kleinstmengen der verschiedenen
auszugebenden Substanzen bereitzustellen. Der Zusammenhalt einer solchen Gebindestange
wird mit einfachen Mitteln erreicht. So kann so vorgegangen werden, daß die Verbindung
zweier Einzelkartuschen durch ein umlaufendes Klebeband gebildet ist, wobei das Klebeband
quer zu seiner Längsrichtung teilweise einen unteren Bereich einer ersten Einzelkartusche
und teilweise einen oberen Bereich einer zweiten Einzelkartusche überdeckt. Durch
Abziehen des so partiell überlappenden Klebebandes werden die Einzelkartuschen freigegeben.
Eine vorteilhafte Halterungsvariation kann darin bestehen, daß das Klebeband eine
der Trennebene zwischen den Einzelkartuschen zugeordnete Längsperforation aufweist.
Die Einzelkartuschen lassen sich so einfach durch eine Abbrechbewegung voneinander
lösen. Im Falle der Bereithaltung unterschiedlicher Substanzen in den Einzelkartuschen
ist vorgesehen, daß die Kartusche bzw. eine Einzelkartusche mit einer Mehrzahl von
Ausgabetüllen bestückt ist. Die lassen sich bspw. sämtlich auf dem Gewindezapfen der
Kartusche haltern. Die exponierte Lage eines solchen Gewindezapfens hindert nicht
das Andocken von Einzelkartuschen aneinander, da im Bereich hinter dem Druckkolben
genügend Freiraum verbleibt, in den besagter Gewindezapfen frei eintauchen kann.
[0008] Der Gegenstand der Ansprüche 1 und 8 nebst jeweiliger Weiterbildungen der Erfindung
ist nachstehend anhand eines zeichnerisch veranschaulichten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- die erfindungsgemäße Ausgabetülle mit zugeordneter Abdeckkappe, einer als Kartusche
ausgebildeten Arbeitsmaterial-Vorratsdose zugeordnet,
- Fig. 2
- einen Vertikalschnitt durch den Ausgabentüllenbereich der Kartusche, vergrößert,
- Fig. 3
- eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung, bei abgeschraubter Abdeckkappe und mit
einer durch Abschneiden erzielten Tüllenöffnung minimaler Weite,
- Fig. 4
- dasselbe, jedoch bei einer Schnittführung dergestalt, daß eine weit größere Tüllenöffnung
erzielt ist,
- Fig. 5
- eine Ausgabetülle mit zugeordneter Abdeckkappe, einer als Kurz-Kartusche ausgebildeten
Arbeitsmaterial-Vorratsdose zugeordnet,
- Fig. 6
- eine Ansicht gegen das die Ausgabetülle tragende Ende der Kartusche,
- Fig. 7
- eine gegen das einem kartuscheneigenen Druckkolben aufnehmende Ende der Kartusche,
- Fig. 8
- eine Kartusche in Seitenansicht, üblicher Länge, in Darstellung wie Fig. 5,
- Fig. 9
- eine ladebereite Ausdrückvorrichtung ohne Kartusche, und zwar in Seitenansicht,
- Fig. 10
- das Laden der Ausdrückvorrichtung durch Aufsetzen der Kurz-Kartusche auf das den Druckkolben
betätigende Ende der Schubstange, und zwar in der Phase des weiteren Einwinkeins in
die betriebsgerechte Position (in strichpunktierter Linienart ist eine Zuordnungsweise
wiedergegeben, die ein spitzenseitiges Einfädeln der Kurz-Kartusche vorsieht mit gleichfalls
anschließender Einwinkelbewegung - hier kann die Schubstange schon ein Gutteil eingefahren
sein, was die Arbeitslänge des Gerätes verkürzt),
- Fig. 11
- die Ausdrückvorrichtung in Seitenansicht in betätigungegerechter Stellung und Zuordnung
der Kurz-Kartusche,
- Fig. 12
- eine Stirnansicht gegen die Ausdrückvorrichtung, gegen das die Ausgabetülle aufweisende
Ende der Kartusche gesehen,
- Fig. 13
- eine Weiterbildung der Kartusche in Seitenansicht, zusammengesetzt aus einer Mehrzahl
von Einzelkartuschen,
- Fig. 14
- eine Herausvergrößerung des lösbaren Verbindungsabschnitts koaxial aneinander anschließender
Einzelkartuschen.
[0009] Die in den Fig. 1 - 4 dargestellte Ausgabetülle 1 ist schraubtechnisch einer Arbeitsmaterial-Vorratsdose
zuordbar. Es handelt sich um einen zylindrischen Behälter in Form einer Kartusche
2. Deren Innenraum kann als Arbeitsmaterial bspw. ein Fugendichtmittel, Klebstoff
oder dergleichen aufnehmen.
[0010] Das dem Andocken der Ausgabetülle 1 vorbehaltene Ende 2' der Kartusche 2 ist verschlossen.
Die dortige Decke 3 der Kartusche 2 geht in einen Gewindezapfen 4 aber. Der ist hohl,
endverschlossen und steht im Zentrum der Decke 3. Sein Außengewinde 5 wirkt mit einem
fußseitigen Innengewinde 6 der Ausgabetülle 1 zusammen (vgl. Fig. 2).
[0011] Im Betriebszustand wird der Gewindezapfen 4 endseitig gekappt. Hierdurch erhält der
einen Durchströmkanal 7 stellende Gewindezapfen 4 Strömungsanschluß zur röhrchenartigen
Ausgabetülle 1.
[0012] Das Arbeitsmaterial ist durch gestrichelte Linien angedeutet und mit M bezeichnet.
[0013] Das der Ausgabetülle 1 abgewandte Ende 2'' der Kartusche 2 ist offen, allenfalls
originalitätsversiegelt. Den dortigen Abschluß des Aufnahmeraumes bildet ein Druckkolben
18, der über eine Schubstange 19 einer markterhältlichen Ausdrückvorrichtung V seine
das Arbeitsmaterial M strangförmig auspressende Betätigung erfährt. Der Druckkolben
18 ist in einer Tiefe eingesetzt, daß zwischen seiner Rückseite und dem einen Standrand
bildenden Ende 2'' der Kartusche 2 ein axialer Freiraum von mindestens der Standhöhe
des ungekappten Gewindezapfens verbleibt.
[0014] Die Ausgabetülle 1 weist insgesamt konische Formgebung auf, wobei der kanalbildende
Bereich im wesentlichen wandungsgleich gestaltet ist, der das Innengewinde 6 aufweidende
Fuß 8 jedoch etwas stärker ausfällt. Vom Bereich des Fußes 8 gehen, kartuschen- abgewandt,
Längsrippen 8' aus, die in der Mantelwand der Ausgabetülle 1 wurzeln und einen guten
Gegenhalt für die Betätigungshand bieten. Die konische Formgebung endet in einer von
Hause aus geschlossenen Spitze 9, die, wie der Gewindezapfen 4, zur Inbetriebnahme
des Gebindes kappbar ist.
[0015] Die geöffnete Ausgabetülle 1 nun läßt sich dennoch verschließen. Hierzu dient eine
Abdeckkappe 10. Die weist im Bereich der Kappenöffnung Innengewinde 11 auf. Das greift
unter Verschließen in ein korrespondierendes Außengewinde 12 der Ausgabetülle 1 ein
(vgl. Fig. 2).
[0016] Das Außengewinde 12 liegt etwa in der Längsmitte der Ausgabetülle 1. Ihre Gesamtlänge
entspricht hier etwa der halben Länge der Arbeitsmaterial-Vorratsdose bzw. Kartusche
2.
[0017] Wie dargestellt, verbleibt ein relativ großer, gewindefreier Längenabschnitt zwischen
dem oberen Ende des Außengewindes 12 und der Spitze. 9. Erkennbar schließt an das
Außengewinde 12 ein mit x bezeichneter Tüllenabschnitt an, der ein Durchmesserverhältnis
von 2:1 oder mehr aufweist. Je nachdem auf welchem Längenabschnitt man das kanalöffnende
Kappen der Ausgabetülle 1 vornimmt, erhält man eine im Bereich der Spitze 9 liegende
kleine Tüllenöffnung 13 oder eine den vielfachen lichten Durchmesser aufweisende Tüllenöffnung
13' weit größerer lichter Weite. Es sei zum Vergleich auf die Figuren 3 und 4 verwiesen.
Das dort erkennbare Verhältnis liegt sogar bei etwa 4:1.
[0018] Der Tüllenabschnitt x weist spitzenseitig des Außengewindes 12 zwei Kegelstumpfbereiche
I, II unterschiedlichen Flankenwinkels auf.
[0019] Der Kegelstumpfbereich II größeren Flankenwinkels besitzt eine kleinere Lange als
der Kegelstumpfbereich I kleineren Flankenwinkels.
[0020] Bezogen auf eine Längemittelachse y-y, die mit der der zylindrischen Vorratsdose
bzw. Kartusche 2 zusammenfällt, bzw. koaxial dazu verläuft, liegt der Flankenwinkel
Alpha (vgl. Fig. 3) des Kegelstumpfbereichs I bei 4° und der Flankenwinkel Beta des
eine kürzere Länge aufweisenden Kegelstumpfbereichs II bei 10°.
[0021] Die sich zur Spitze 9 hin stärker verjüngende Mantelfläche des Kegelstumpfbereichs
II fungiert als Dichtgegenfläche 14 zu einem Dichtwulst 15 innenseitig der Abdeckkappe
10. Zufolge der Steilheit kommt es dort zu einem raschen Auflaufen in die Dichtposition.
Erkennbar sind zwei durch ein umlaufendes Kerbtal geteilte Dichtwülste 15 innenseitig
der Abbdeckkappe 10 realisiert. Der in Richtung der Kartusche 2 vorlaufende Dichtwulst
15 wird fester gequetscht und der andere eröffnet eine zweite, gleichfalls wirksame
Dichtanlage zur Dichtgegenfläche 14 hin.
[0022] Wie der Zeichnung entnehmbar, ist auch der an den Kegelstumpfbereich II kartuschenseitig
anschließende Part der Ausgabetülle 1 in überwiegend konischer Formgebung gehalten.
Dieser Kegelstumpbereich ist in Fig. 2 mit III bezeichnet. Er setzt an der Basis des
Kegelstumpfbereiches II an und weitet in Richtung der Kartusche 2. Dessen Flankenwinkel
Gamma liegt bei ca. 2°, bezogen auf die Längsmittelachse y-y.
[0023] Das fußseitige Ende ist, wie oben schon angedeutet, wandungsdicker ausgebildet.
[0024] An der Basis des Fußes 8 ist sodann in üblicher Weise eine faltbare Haltelasche 16
ausgeformt. Die steht, ausgehend vom Fuß 8, radial auslegerartig ab und ist zur Unterfaltbarkeit
bei 17 anscharniert. Mit Hilfe der Haltelasche 16 läßt sich die Ausgabetülle 1 am
Gewindezapfen 14 freihängend entlang der Kartusche 2 haltern.
[0025] Das Außengewinde 12 liegt in der Zone des mit III bezeichneten Kegelstumpfbereichs.
Das entsprechend konisch ausgebildete Außengewinde 12 läßt sich durch das Innengewinde
11 anfangs rasch überwinden und tritt dann mehr und mehr in einen tieferen Gewindeeingriff
bis hin zuz abdichtenden Festziehung der Abdeckkappe 10 an der Ausgabetülle 1. Erkennbar
setzt der Kegelstumpfbereich II größeren Flankenwinkels Beta wandversprungartig am
Außengewinde 12 an.
[0026] Zur Bildung kleiner Ausgabestränge wird in Nähe der Spitze 9 der Öffnungsschnitt
durchgeführt; bei größer zu wählenden Tüllenöffnungen 13, stufenlos bis hin zur maximalen
Tüllenöffnung 13' realisierbar, wird entsprechend gewindenäher zurückgeschnitten.
Obwohl auch diesbezüglich der Bereich der konischen Dichtungsflächen 14 beigezogen
werden könnte, bleibt dieser jedoch zweckmäßig stehen, dies im Hinblick auf die geschilderte
Abdichtung über den bzw. die Dichtwülste 15.
[0027] Auch die Abdeckkappe 10 weist längsorientierte Rippen 10' auf, so daß auch hier ein
fester Greifhalt erzielt wird zum Ab- oder Aufschrauben der Abdeckkappe 10, wobei
die Ausgabetülle 1 über die entsprechenden Längsrippen 8' festhaltbar ist.
[0028] Die in den Fig. 5 ff dargestellte Lösung ist prinzipiell gleichen Aufbaues. Die Bezugsziffern
sind sinngemäß angewandt, dies zum Teil ohne textliche Wiederholungen.
[0029] Diese Ausgestaltung bezieht sich auf eine Arbeitsmaterial-Vorratsdose, wie Kartusche
2 zur Ausgabe von Arbeitsmaterial M wie Fugendichtmittel oder Klebstoff, mit einem
zylindrischen Kartuschenkörper und einem in dem Kartuschenkörper beweglichen, von
außen betätigbaren Druckkolben 18, wobei der Kartusche 2 an ihrem einen Ende 2' die
langgestreckte Ausgabetülle 1 zugeordnet ist, und schlägt vor, daß die Länge L der
Ausgabetülle 1 mehr als drei Vierteln der Länge L' der Kartusche 2 entspricht, und
zwar ohne betriebsgerecht zugeordnete Ausgabetülle 1. Es sei diesbezüglich auf Fig.
8 verwiesen. Man erhält so eine vergleichsweise lange Appliziersonde, d.h. Ausgabetülle
1. Der Kartuschenkörper kann hier von gängiger Größe sein. Der Füllinhalt einer Normal-Kartusche
beträgt 310 ml.
[0030] Fig. 5 gibt eine Kartusche 2 wieder, die deutlich kürzer ausgebildet ist als die
in Fig. 8 dargestellte. Hier sind die Verhältnisse so, daß die Länge LL der Ausgabetülle
1 dem Neunfachen oder weniger des größten Innendurchmessers D der Ausgabetülle 1 entspricht.
Als Durchmesserzone ist der dem Fuß 8 näherliegende Endbereich der röhrchenförmigen
Ausgabetülle 1 gewählt und nicht der die unterschiedlichen Tüllenöffnungen 13 bzw.
13' bietende Kegelstumpfabschnitt I bzw. II, welche Abschnitte zur Spitze 9 hin vor
dem Außengewinde 12 liegen. Der Durchmesser D beträgt ca. 12 mm.
[0031] Sowohl in der Ausprägung gemäß Fig. 8 als auch in der Ausprägung gemäß Fig. 5 kommt
die Ausgabetülle 1 längenmäßig seitlich des Kartuschenkörpers unter, wie das in strichpunktierter
Linienart in den erwähnten Figuren angedeutet ist. Genannte Teile bleiben in der durch
die Kartuschenkörper und den Gewindezapfen 4 verbleibenden Verpackungshöhe.
[0032] Erkennbar entspricht die Länge L bzw. LL der Ausgabetülle 1 der Länge L' bzw. LL'
des Kartuschenkörpers und zwar gemessen ohne den zentral vorragenden Gewindezapfen
4 bzw. ist geringfügig geringer.
[0033] Konkret sind die Abmessungen der in Fig. 5 dargestellten Kurz-Kartusche so, daß deren
Kartuschenkörper etwa dem dreifachen Maß des Durchmessers der Kartusche 2 entspricht.
Das kann sich auf den Außen- oder Innendurchmesser beziehen. Die Wandungsdicke der
Kartusche 2 im zylindrischen Bereich liegt nämlich nur bei 1,5 bis 2 mm.
[0034] Die Ausdrückvorrichtung V ist in Bezug auf die axiale Länge ihres Kartuschenlagers
20 so bemessen, daß darin sowohl eine Lang-Kartusche gemäß Fig. 8 als auch eine Kurz-Kartusche
gemäß Fig. 5 betriebsgerecht unterkommt. Die Zuordnung einer klassischen Lang-Kartusche
braucht hier nicht ausgreifend erläutert zu werden. Nur soviel: Der Benutzer fahrt
die exponierte Ausgabetülle 1 durch ein Fenster 21 der frontalen Stirnringplatte 22
der Ausdrückvorrichtung V ein. Das Ende 2' der Kartusche 2 wird abgesenkt und gelangt
so unter Darbietung der Rückseite des Druckkolbens 18 vor eine Druckplatte 23 der
Schubstange 19. Über die übliche Triggerbewegung via Handhebel 24 erfolgt der Vorschub
der Druckplatte 23 und damit die Innenverlagerung des Druckkolbens 18. So läßt sich
das Arbeitsmaterial M kraftvoll strangförmig ausbringen und applizieren.
[0035] Das Einsetzen der Kurz-Kartusche kann in den aus Fig. 10 ersichtlichen Weisen geschehen,
und zwar zum einen durch Aufstecken des Endes 2' der Kartusche 2 auf die Druckplatte
23 und Einwinkeln der Kartusche 2 in das Kartuschenlager 20. Die Gesamtlänge ohne
Abdeckkappe 10 erlaubt dieses Manöver. Mit koaxialer Ausrichtung des Gebindes zur
Schubstange 19 kann über Betätigung des Handhebels 24 oder Einschieben der Schubstange
die diesbezügliche funktionsgerechte Lage gemäß Fig. 11 erreicht werden.
[0036] Die in Fig. 10 in strichpunktierter Linienart dargestellte Beschickung der Ausdrückvorrichtung
V ist ebenso in einfacher Weise möglich, indem, wie bezüglich der Lang-Kartusche ausgeführt,
zum anderen zunächst die Ausgabetülle 1 durch das Fenster 21 gesteckt wird bis zur
Anlage der Decke 3 an der Innenseite der frontalen Stirnplatte 22. Die teileingefahrene
Schubstange 19 läßt dabei einen solchen Freiraum an Kartuschenlager 20 übrig, daß
das Einwinkeln vor der Druckplatte 23 der Schubstange 19 möglich ist. Diese Zuordnungsart
hat den Vorteil, daß die Schubstange 19 rückwärtig weit geringger ausgefahren ist.
Die Ausdrückvorrichtung V wird so insgesamt kürzer und in beengten Bereichen der auszuführenden
Arbeit bequemer.
[0037] Wie erkennbar, weist die dargestellt Ausdrückvorrichtung V einen pistolengrifförmigen
Haltegriff 25 auf, der leicht durch die Bedienungshand greifbar ist. Die Ausdrückvorrichtung
V läßt sich demgemäß gut gegen den Zielort richten.
[0038] Die in den Fig. 13 und 14 wiedergegebene Variante entspricht baulich dem vorerläuterten
Prinzip. Die Bezugsziffern sind sinngemäß angewandt, ohne daß in allen Fällen textliche
Ausführungen wiederholt würden.
[0039] Diese Ausgestaltung stellt eine Arbeitsmaterial-Vorratsdose in Art eines Sets in
den Vordergrund.
[0040] Unter Einhaltung der Länge einer Normalkartusche sind mehrere Einzelkartuschen koaxial
aneinandergedockt. Die Kartusche 2 besteht also aus einer Mehrzahl in axialer Richtung
angeordneter, abtrennbar miteinander verbundener Einzelkartuschen A, B usw. Die können
unterschiedliches Arbeitsmaterial M enthalten, wie bspw. Fugendichtmittel oder Klebstoff.
Es kann sich auch um Fugenmaterial unterschiedlicher Farbgebung handeln, auch hier
mit dem Vorteil der Bereitstellung je einer Kleinstmenge.
[0041] Das Verbinden der auch hier mit 2 bezeichneten Einzelkartuschen A, B geschieht mit
Hilfe eines Klebebandes 26, bevorzugt Haftklebebandes. Die entsprechende Sicherung
ist einfach und zweckmäßig. Es deckt überlappend die benachbarten Mantelwandpartien
der Einzelkartuschen A, B ab, umreift dabei in jedem Falle die Ebene der Anschlußfuge
27 der beiden Kurzkartuschen, welches Klebeband 26 dazu quer zu seiner Umreifungs-Längsrichtung
teilweise einen unteren Bereich (das ist das der Ausgabetülle 1 abgewandte Ende 2''
der Kartusche 2) der ersten Einzelkartusche A und teilweise einen oberen Bereich (das
ist das der Ausgabetülle 1 näherliegende Ende 2' der Kartusche 2) der zweiten Einzelkartusche
B überdeckt. Das umreifende Klebeband 26 könnte eine freiragende Zuglasche bereithalten
(nicht dargestellt), so daß sich das Entfernen des Andock-Sicherungsmittels leicht
bewerkstelligen läßt.
[0042] Bevorzugt und in den Fig. 13, 14 dargestellt ist eine Verkörperung dahingehend, daß
das Klebeband 26 eine der Trennebene, sprich Anschlußfuge 27, zwischen den Einzelkartuschen
A, B zugeordnete Längsperforation 28 aufweist. Die Einzelkartuschen lassen sich durch
eine einfache Abknickbewegung vereinzeln.
[0043] Die aus Einzelkartuschen A, B etc. stangenförmig zusammengesetzte, bis auf die Länge
einer Normalkartusche gehende Kartusche 2 ist auch mit einer entsprechenden Anzahl
von Ausgabetüllen 1 bestückt. Die finden gemäß Fig. 13 ihre Fesselung am Gewindezapfen
4, und zwar über die oben eingehend erläuterte Haltelasche 16. Dargestellt ist nur
eine Ausgabetülle. Die erkennbare Länge des Gewindezapfens 4 macht es leicht vorstellbar,
daß man auch mehrere solcher Haltelaschen 16 abrutschsicher zufolge des Gewindes "auffädeln"
kann, winkelversetzt auswärtsragend versteht sich.
[0044] Wie Fig. 13 weiter entnehmbar, stellt die Frei- bzw. Überstandslänge des Gewindezapfens
4 kein Problem bei der axialen Addition der Einzelkartuschen A, B dar, da im Rücken
des Druckkolbens 18 stets ein genügender Freiraum 29 vorhanden ist. Auch kann der
Druckkolben 18 bspw. zum Rücken hin zufolge seiner manschetten- oder kappenartigen
Gestalt eine Höhlung aufweisen.
[0045] Das Anordnen eines Abknickbereichs im durch den Druckkolben 18 von innen her ausgesteiften
Ende 2'' der Kartusche 2 vermeidet auch zu Undichtigkeiten führende Verformungen der
Wandung der Arbeitsmaterial-Vorratsdose, sprich Kartusche 2. Als diesbezügliche Stabilitätsergänzung
der anschließenden, nachfolgenden Einzelkartusche B wirkt die Decke 3.
[0046] Alle offenbarten Merkmale sind erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung
wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten Prioritätsunterlagen
(Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch zu dem Zweck, Merkmale
dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
1. Ausgabetülle (1) für eine Arbeitsmaterial-Vorratsdose, wie bspw. eine Kartusche (2),
zur Ausgabe von Arbeitsmaterial (M) wie Fugendichtmittel oder Klebstoff, wobei die
Ausgabetülle (1) eine insgesamt konische Formgebung, endend in einer Spitze (9), aufweist,
weiter ein fußseitiges Innengewinde (6) und ein zur Halterung einer Abdeckkappe (10)
dienendes Außengewinde (12) besitzt, dadurch gekennzeichnet, daß sich spitzenseitig
an das Außengewinde (12) ein Tüllenabschnitt (x) anschließt, der ein Durchmesserverhältnis
von 2:1 oder mehr aufweist.
2. Ausgabetülle nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß
der Tüllenabschnitt (x) spitzenseitig des Außengewindes (12) zwei Kegelstumpfbereiche
(I, II) unterschiedlichen Flankenwinkels (Alpha, Beta) aufweist.
3. Ausgabetülle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Kegelstumpfbereich (II) größeren Flankenwinkels
(Beta) eine kleinere Länge aufweist als der Kegelstumpfbereich (I) kleineren Flankenwinkels
(Alpha).
4. Ausgabetülle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Kegelstumpfbereich (II) größeren Flankenwinkels
(Beta) am Außengewinde (12) ansetzt.
5. Ausgabetülle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß das Außengewinde (12) etwa in der Längsmitte der
Ausgabetülle (1) liegt.
6. Ausgabetülle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckkappe (10) innenseitig einen Dichtwulst
(15) aufweist zur Dichtungsanlage an dem Kegelstumpfbereich (II) größeren Flankenwinkels
(Beta).
7. Ausgabetülle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß in Längsrichtung zwei Dichtwülste (15) angeordnet
sind.
8. Arbeitsmaterial-Vorratsdose, wie bspw. eine Kartusche (2), zur Ausgabe von Arbeitsmaterial
(M) wie Fugendichtmittel oder Klebstoff, mit einem zylindrischen Kartuschenkörper
und einem in dem Kartuschenkörper beweglichen, von außen betätigbaren Druckkolben
18, wobei der Kartusche (2) an einem Ende (2') eine langgestreckte Ausgabetülle (1)
zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Lange (L) der Ausgabetülle (1) mehr
als drei Vierteln der Lange (L') der Kartusche (1) (ohne betriebegerecht zugeordnete
Ausgabetülle 1) entspricht.
9. Arbeitsmaterial-Vorratsdose nach Anspruch 8 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge (LL) der Ausgabetülle (1) dem Neunfachen oder weniger des größten Innendurchmessers
(D) der Ausgabetülle (1) entspricht.
10. Arbeitsmaterial-Vorratsdose nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Länge (L bzw. LL) der Ausgabetülle (1) der Länge (L'
bzw. LL') des Kartuschenkörpers ohne Gewindezapfen (4) etwa entspricht, jedoch geringer
ist.
11. Arbeitsmaterial-Vorratsdose nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche
oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des Kartuschenkörpers
etwa dem dreifachen Maß des Durchmessers der Kartusche (2) entspricht.
12. Arbeitsmaterial-Vorratsdose nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ausprüche
oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Kartusche (2) aus einer
Mehrzahl in axialer Richtung angeordneter und abtrennbar miteinander verbundener Einzelkartuschen
(A, B) besteht.
13. Arbeitsmaterial-Vorratgdose nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche
oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zweier Einzelkartuschen
(A, B) durch ein umlaufendes Klebeband (26) gegeben ist, wobei das Klebeband (26)
quer zu seiner Längsrichtung teilweise einen unteren Bereich einer ersten Einzelkartusche
(A) und teilweise einen oberen Bereich einer zweiten Einzelkartusche (B) überdeckt.
14. Arbeitsmaterial-Vorratsdose nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche
oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß das Klebeband (26) eine der
Trennebene zwischen den Einzelkartuschen (A, B) zugeordnete Längsperforation (28)
aufweist.
15. Arbeitsmaterial-Vorratsdose nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche
oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Kartusche (2) bzw. eine
Einzelkartusche mit einer Mehrzahl von Ausgabetüllen (1) bestückt ist.