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EP 0 787 636 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.03.2001 Patentblatt 2001/12 |
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Anmeldetag: 22.01.1997 |
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Grossräumiges Fahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere Niederflur-Stadtbahnwagen
Large sized vehicle for transporting passengers especially low floor urban tram
Véhicule à grande taille pour transport de personnes, notamment voiture de tramway
surbaissée
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL PT |
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Priorität: |
31.01.1996 DE 19603408
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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06.08.1997 Patentblatt 1997/32 |
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Patentinhaber: Siemens Duewag Schienenfahrzeuge GmbH |
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47829 Krefeld (DE) |
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Erfinder: |
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- Kortemeyer, Alfred
40237 Düsseldorf (DE)
- Schnaas, Jürgen
42799 Leichlingen (DE)
- Asbach, Friedhelm
41564 Kaarst (DE)
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Entgegenhaltungen: :
FR-A- 1 374 672
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US-A- 2 354 852
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein großräumiges Fahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere
Niederflur-Stadtbahnwagen, dessen Fahrzeugkasten einen Fußboden, Seitenwände und Fahrgastsitze
aufweist.
[0002] In modernen niederflurigen Fahrzeugen mit einer Fußbodenhöhe von beispielsweise nur
300 mm über der Fahrbahn bzw. über der Schienenoberkante sind die am Boden angebrachten
Fahrgastsitze entsprechend niedrig plaziert. Im Falle des Aufpralls eines anderen
Fahrzeuges gegen die Seitenwand des Niederflurfahrzeuges sind folglich die Fahrgäste
durch einen solchen Unfall eher betroffen als Fahrgäste innerhalb eines herkömmlichen
hochflurigen Fahrzeuges.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug der gattungsgemäßen Art durch
einen möglichst einfachen und kostengünstigen Aufbau vor allem im Hinblick auf den
Schutz der Fahrgäste bei Unfällen (Seitenaufprall) zu verbessern.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0005] Weiterbildungen der Erfindung liegen darin, den Bodenkanal entweder in die tragende
Struktur der Seitenwand zu integrieren oder neben der tragenden Struktur der Seitenwand
anzuordnen. Bei der ersten Wahlmöglichkeit ist der Bodenkanal ein Bestandteil des
Fahrzeug-Rohbaues, wogegen im anderen Fall der Bodenkanal als Bestandteil des Fahrzeug-Innenausbaues
gesondert montiert wird.
[0006] Nach einer nächsten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Bodenkanal
an seiner Oberseite sowohl vertikal als auch in Querrichtung formschlüssig mit einem
Traggestell des Fahrgastsitzes zusammenwirkt, wobei der Bodenkanal in seinem unteren
Bereich eine der weiteren Querabstützung des Traggestells dienende Anlagefläche aufweist.
Die hohe Stabilität des Bodenkanals erlaubt in günstiger Weise die zuvor angegebene
schwebende Befestigung der Fahrgastsitze.
[0007] Andere Ausführungsformen der Erfindung bestehen darin, daß der Bodenkanal zumindest
einen in Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden und vom Fahrzeuginnenraum her zugänglichen
Schacht zur Aufnahme von beispielsweise Kabeln oder Rohren aufweist und einen dem
Beheizen und/oder Belüften des Fahrzeuges dienenden Luftkanal enthält.
[0008] Gemäß einer nächsten Ausgestaltung der Erfindung ist der Bodenkanal mit einer Abschrägung
versehen, die einen kontinuierlichen Übergang zwischen dem Fußboden und dem Bodenkanal
bildet.
[0009] Nach einem die Erfindung ergänzenden Gedanken ist vorgesehen, daß der Bodenkanal
eine Aufnahme für einen vom Fußboden aus hochgezogenen Belag aus Kunststoff oder textilem
Material aufweist.
[0010] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile ergeben sich aus Aufgabe und Lösung unmittelbar.
[0011] Im weiteren wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben,
das in der Zeichnung prinzipartig dargestellt ist. Die Zeichnung zeigt einen Teilbereich
des Fahrzeugkastens eines großräumigen Fahrzeuges zur Personenbeförderung im Schnitt
quer zur Fahrzeuglängsachse.
[0012] Der Fahrzeugkasten hat einen Fußboden 1 und damit verbundene Seitenwände 2. Der dem
Fußboden 1 zugewandte Abschnitt der jeweiligen Seitenwand 2 ist durch einen als Strangpreßprofil
gestalteten, verformungsstabilen Bodenkanal 4 verstärkt. Die zwischen der Außenfläche
4a und der Innenfläche 4b des Bodenkanals 4 gemessene Baubreite ist größer als die
entsprechende Baubreite der tragenden Struktur der Seitenwand 2. Der Bodenkanal 4
kann - wie dargestellt - als Bestandteil des Fahrzeug-Innenausbaues neben der tragenden
Struktur der Seitenwand 2 angeordnet sein. Alternativ besteht die nicht gezeichnete
Möglichkeit, den Bodenkanal 4 als Bestandteil des Fahrzeug-Rohbaues in die tragende
Struktur der Seitenwand 2 zu integrieren; in diesem Fall würde sich die Seitenwand
2 nicht bis zum Fußboden 1 erstrecken, sondern an der Oberseite des Bodenkanals 4
enden.
[0013] Wie aus der Zeichnung weiter ersichtlich ist, wirkt der Bodenkanal 4 an seiner Oberseite
sowohl vertikal als auch in Querrichtung formschlüssig mit einem Traggestell 3 eines
Fahrgastsitzes zusammen. In seinem unteren Bereich weist der Bodenkanal 4 eine der
weiteren Querabstützung des Traggestells 3 dienende Anlagefläche 4c sowie eine Nut
4h auf, in die ein Schraubenbolzen für die Fixieren des Traggestells 3 einsetzbar
ist. Durch diese schwebende Befestigung der Fahrgastsitze am Bodenkanal 4 kann der
Fußboden besonders leicht gereinigt werden. Außerdem ist es möglich, die Traggestelle
3 der Fahrgastsitze in Fahrzeuglängsrichtung zu verschieben und dadurch auf einfache
Weise jeden gewünschten Sitzabstand einzustellen.
[0014] Gemäß Ausführungsbeispiel hat der Bodenkanal 4 zwei Schächte 4d, die in Fahrzeuglängsrichtung
verlaufen. Diese Schächte 4d sind für Montagezwecke vom Fahrzeuginnenraum her zugänglich
und dienen der Aufnahme von Kabeln 5 oder Rohren. Die Schächte 4d können durch einfache
Abdeckelemente (nicht dargestellt) verschlossen werden. Ferner enthält der Bodenkanal
4 einen dem Beheizen und/oder Belüften des Fahrzeuges dienenden Luftkanal 4e.
[0015] Um einen kontinuierlichen Übergang zwischen dem Fußboden 1 und dem Bodenkanal 4 zu
erzeugen, ist der Bodenkanal 4 mit einer Abschrägung 4f versehen. Außerdem weist der
Bodenkanal 4 eine Aufnahme 4g für einen vom Fußboden 1 aus hochgezogenen Belag 6 auf.
Dieser Belag 6 kann aus Kunststoff oder textilem Material bestehen.
Liste der Bezugszeichen
[0016]
- 1
- Fußboden
- 2
- Seitenwand
- 3
- Traggestell eines Fahrgastsitzes
- 4
- Bodenkanal
- 4a
- Außenfläche
- 4b
- Innenfläche
- 4c
- Anlagefläche
- 4d
- Schacht
- 4e
- Luftkanal
- 4f
- Abschrägung
- 4g
- Aufnahme für Bodenbelag
- 4h
- Nut für Schraubenbolzen
- 5
- Kabel
- 6
- Belag (PVC; Teppich)
1. Großräumiges Fahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere Niederflur-Stadtbahnwagen,
dessen Fahrzeugkasten einen Fußboden (1), Seitenwände (2) und Fahrgastsitze aufweist
und mit einem Bodenkanal (4) zur Aufnahme von Kabeln usw., welcher an dem dem Fußboden
(1) zugewandten Abschnitt der jeweiligen Seitenwand (2) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß dieser Abschnitt durch den Bodenkanal (4) verstärkt ist, welcher als verformungsstabiles
Strangpreßprofil gestaltet ist, wobei die gemessene Baubreite des Bodenkanals (4)
zwischen der dem Innenraum des Fahrzeugs zugewandten Oberfläche und der der Seitenwand
(2) zugewandten Oberfläche größer ist als die entsprechende Baubreite der übrigen
tragenden Struktur der Seitenwand (2).
2. Großräumiges Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenkanal
(4) als Bestandteil des Fahrzeug-Rohbaues in die tragende Struktur der Seitenwand
(2) integriert ist.
3. Großräumiges Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenkanal
(4) als Bestandteil des Fahrzeug-Innenausbaues neben der tragenden Struktur der Seitenwand
(2) angeordnet ist.
4. Großräumiges Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Bodenkanal (4) an seiner Oberseite sowohl vertikal als auch in Querrichtung formschlüssig
mit einem Traggestell (3) des Fahrgastsitzes zusammenwirkt, wobei der Bodenkanal (4)
in seinem unteren Bereich eine der weiteren Querabstützung des Traggestells (3) dienende
Anlagefläche (4c) aufweist.
5. Großräumiges Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Bodenkanal (4) zumindest einen in Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden und vom Fahrzeuginnenraum
her zugänglichen Schacht (4d) zur Aufnahme von beispielsweise Kabeln (5) oder Rohren
aufweist.
6. Großräumiges Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Bodenkanal (4) einen dem Beheizen und/oder Belüften des Fahrzeuges dienenden Luftkanal
(4e) enthält.
7. Großräumiges Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der Bodenkanal (4) mit einer Abschrägung (4f) versehen ist, die einen kontinuierlichen
Übergang zwischen dem Fußboden (1) und dem Bodenkanal (4) bildet.
8. Großräumiges Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Bodenkanal (4) eine Aufnahme (4g) für einen vom Fußboden (1) aus hochgezogenen
Belag (6) aus Kunststoff oder textilem Material aufweist.
1. A large-capacity vehicle for passenger transportation, in particular a low-floor metropolitan
railway carriage, the vehicle body of which comprises a floor (1), side walls (2)
and passenger seats and is provided with a floor duct (4), for receiving cables, etc.,
arranged on the portion of the respective side wall (2) facing the floor (1), characterised
in that the said portion is reinforced by the floor duct (4) formed as a rigid extruded
section, the overall width of the floor duct (4), measured between the surface facing
the interior of the vehicle and the surface facing the side wall (2), is greater than
the corresponding overall width of the remaining supporting structure of the side
wall (2).
2. A large-capacity vehicle according to claim 1, characterised in that the floor duct
(4) is incorporated into the supporting structure of the side wall (2) as a component
of the vehicle body shell.
3. A large-capacity vehicle according to claim 1, characterised in that the floor duct
(4) is arranged next to the supporting structure of the side wall (2) as a component
of the vehicle interior.
4. A large-capacity vehicle according to any one of claims 1 to 3, characterised in that
the upper surface of the floor duct (4) cooperates positively with a supporting frame
(3) of the passenger seating both vertically and transversely, the lower region of
the floor duct (4) having a contact surface (4c) providing additional transverse support
for the supporting frame (3).
5. A large-capacity vehicle according to any one of claims 1 to 4, characterised in that
the floor duct (4) has at least one channel (4d) extending in the longitudinal direction
of the vehicle and accessible from the vehicle interior for receiving e.g. cables
(5) or pipes.
6. A large-capacity vehicle according to any one of claims 1 to 5, characterised in that
the floor duct (4) comprises an air duct (4e) for heating and/or ventilating the vehicle.
7. A large-capacity vehicle according to any one of claims 1 to 6, characterised in that
the floor duct (4) is provided with a chamfer (4f) forming a continuous transition
between the floor (1) and the floor duct (4).
8. A large-capacity vehicle according to any one of claims 1 to 7, characterised in that
the floor duct (4) has a recess (4g) for receiving a covering (6) of plastics or textile
material raised up from the floor (1).
1. Véhicule de grande taille pour transport de personnes, notamment voiture de tramway
surbaissée, dont la caisse présente un plancher (1), des parois latérales (2) et des
sièges de passagers, et avec un canal de fond (4) pour recevoir des câbles, etc.,
qui est disposé sur la partie de la paroi latérale respective (2) qui est tournée
vers le plancher (1),
caractérisé en ce que cette partie est renforcée par le canal de fond (4), qui est réalisé sous
forme de profilé filé résistant à la déformation, la largeur hors tout du canal de
fond (4), mesurée entre la surface tournée vers l'intérieur du véhicule et la surface
tournée vers la paroi latérale (2), étant supérieure à la largeur hors tout correspondante
du reste de la structure porteuse de la paroi latérale (2).
2. Véhicule de grande taille selon la revendication 1, caractérisé en ce que le canal de fond (4) est intégré, en tant qu'élément de la coque du véhicule,
dans la structure porteuse de la paroi latérale (2).
3. Véhicule de grande taille selon la revendication 1, caractérisé en ce que le canal de fond (4) est disposé, en tant qu'élément de la construction
intérieure du véhicule, à côté de la structure porteuse de la paroi latérale (2).
4. Véhicule de grande taille selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le canal de fond (4), sur son côté supérieur, coopère en engagement positif
tant verticalement qu'en direction transversale avec un cadre porteur (3) du siège
de passager, le canal de fond (4) présentant dans sa région inférieure une face d'application
(4c) servant de soutien transversal supplémentaire pour le cadre porteur (3).
5. Véhicule de grande taille selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le canal de fond (4) présente au moins un puits (4d) s'étendant dans la
direction longitudinale du véhicule et accessible de l'intérieur du véhicule, puits
qui est destiné à recevoir des câbles (5) par exemple, ou des tuyaux.
6. Véhicule de grande taille selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le canal de fond (4) contient un conduit d'air (4e) servant au chauffage
et/ou à la ventilation du véhicule.
7. Véhicule de grande taille selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le canal de fond (4) est doté d'un chanfreinage (4f) qui forme une transition
continue entre le plancher (1) et le canal de fond (4).
8. Véhicule de grande taille selon une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le canal de fond (4) présente un logement (4g) pour un revêtement (6) en
matériau plastique ou textile qui est relevé à partir du plancher (1).
