[0001] Zwecks Abfüllen von Waren, von Halbfertig- oder, für den Gebrauch, bzw. Konsum, vorbereiteten
Fertigprodukten, hat sich in den letzten Jahrzehnten in sehr vielen Sparten die Verwendung
von Plastiktüten unterschiedlicher Form und Größe durchgesetzt. Insbesondere die für
Tiefkühlkost entwickelten Tüten sind aus lebensmittelverträglichem Material und, sei
es für das Tiefkühlen, als auch für das Erwärmen des Inhaltes geeignet, wobei zusätzlich
die Tüten über einen dichten Verschluß verfügen. Dadurch, daß diese Tüten aus verhältnismäßig
dünnem Laminat hergestellt sind, weisen sie nicht die nötige Konsistenz auf um, während
des Füllens der Tüte, die Offenstellung beibehalten zu können. Insbesondere wenn die
Tüten, z.B. mittels einer Schöpfkelle, mit flüssigem Inhalt gefüllt werden, bewirkt
bereits der erste Teil des in die Tüte gefüllten Inhalts durch sein Gewicht eine Verformung
der Tüte welche das Zusammenklappen des Füllrandes der Tüte zur Folge hat, so daß
das weitere Füllen, ohne Hilfestellung einer zweiten Person, problematisch wird. Im
Falle von Tüten welche am Füllrand mit hermetischem Verschluß versehen sind, z.B.
von der Art welche durch Aneinanderdrücken der mit entsprechenden Rillen besetzten
Füllränder verschlossen werden kann, bewirkt das Abfüllen, daß diese Verschlußrillen
beschmutzt werden, wodurch die Dichtheit des Verschlusses und somit die Hygiene und
die Haltedauer des Inhaltes beeinträchtigt wird.
[0002] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe eine einfache, anpassbare Vorrichtung zu schaffen,
welche kostengünstig herstellbar ist und geeignet ist das bequeme Abfüllen von Tüten
aus Kunststoff oder aus anderen Materialien mit relativ geringer Wandstärke, ohne
Hilfestellung einer zweiten Person, durchzuführen; wobei die Funktionstüchtigkeit
eventueller, am Füllrand vorhandener, Verschließ- oder Dichtungsvorrichtungen in Ihrer
Funktion nicht beeinträchtigt werden.
[0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Verwendung eines flachen
biegsamen, vorzugsweise aus Kunststoff hergestellten, Streifens vorgeschlagen wird,
welcher an einem seiner Enden eine Führung aufweist durch welche das entgegengesetzte
Ende des Streifens eingeführt und verschoben werden kann so daß ein, betreffend den
Durchmesser, verstellbarer Spreizring entsteht.
[0004] Die Führung ist vorzugsweise so geformt und bemessen, daß das Verschieben des Streifens,
zwecks Vergrößern oder Verkleinern des Ringdurchmessers, einen bestimmten Kraftaufwand
erfordert.
[0005] Beim Einsetzen des Spreizringes in die Füllöffnung einer Tüte wird zuerst der Durchmesser
so reguliert, daß er etwas kleiner als der Durchmesser des Füllrandes ist, nach Einführen
des Spreizringes innerhalb des Füllrandes der zu füllenden Tüte, wird der Endbereich
des Streifens, innerhalb der entsprechenden Führung am entgegengesetzten Ende des
Streifens derart verschoben, daß der Spreizring sich innen an den Füllrand der Tüte
mit Druck nach außen anlegt und dabei, eventuell vorhandene Dicht- oder Verschlußvorrichtungen,
abdeckt. Durch Ergreifen des Ringes, samt gespreiztem Füllrand der Tüte, mit einer
Hand, ist die zweite Hand frei um die Abfüllung der Tüte durchführen zu können, wobei
der Füllrand der Tüte während der gesamten Dauer des Abfüllens durch den Spreizring
in maximaler Offenstellung gehalten wird. Am Ende des Füllvorganges wird das Streifenende
des Ringes in der Führung so verschoben, daß der Ringdurchmesser verkleinert wird
und der Spreizring wieder aus dem Füllrand der Tüte genommen werden kann.
[0006] Natürlich kann die Führung welche das Verschieben des zweiten Streifenendes und die
Bildung des Ringes ermöglicht, unterschiedlicher Art sein und am Streifenende befestigt
oder einstückig mit dem Streifen hergestellt sein. Es ist weiters denkbar, daß das
gegenseitige Verschieben der beiden Enden des Streifens welcher den Spreizring bildet
dadurch erreicht wird, daß ein Ende Rillen mit Hinterschneidungen aufweist während
das andere Ende mit entsprechender vorstehender Rippe versehen ist. Die Erfindung
schließt weiter den Einsatz von bekannten Führungen mit Sperrmechanismus oder von
Gleitsystemen mit Einrasteinstellungen nicht aus. Weiters können erfindungsgemäß an
der Außenfläche des Spreizringes welche sich innen am Füllrand der Tüte anlegt, eine
Rändelung, eine Rippung, eine Rillung und/oder Vorsprünge vorgesehen sein welche geeignet
sind das Verrutschen des Füllrandes der Tüte am Spreizring zu verhindern.
[0007] Vorteilhafterweise ist der erfindungsgemäße Spreizring in Kunststoff hergestellt,
ohne jedoch den Einsatz anderer Werkstoffe auszuschließen.
[0008] Gemäß einer Weiterentwicklung des Erfindungsgedankens kann, zwecks Anpassung des
Spreizringes an größere Plastiktüten oder an Säcke, dieser mit einem oder auch mit
mehreren Streifen gleicher oder ähnlicher Form, gemäß der Längserstreckung, so zusammengesetzt
werden, daß ein größerer Spreizring entsteht. Für diese Verwendungsart können diese
Verlängerungs-Streifen gleiche Form und Abmaße haben mit dem Unterschied, daß die
Gleitführungen als Steckverbindung (einseitig verschlossen) ausgeführt sind so, daß
jeweils das Streifenende ohne Führung in die Steck-Führung des folgenden Streifensendes
eingesetzt werden kann. Der so um einen oder um mehrere Streifen vergrößerte Spreizring
wird dadurch gebildet, daß das letzte Streifenende (des Verlängerungs-Streifens) in
die Gleitführung des ersten Streifens eingeführt wird um ihn anschließend durch Verschieben,
dem Füllrand der Tüte oder des Sackes anzupassen. Die erwähnten Steck-Führungen können
auch als Gleitführung mit bekannter Arretierung für das eingeführte Streifenende ausgebildet
sein.
[0009] Die Erfindung wird anschließend anhand eines vorzuziehenden, in der beigelegten Zeichnung
schematisch dargestellten, Ausführungsbeispieles eines erfindungsgemäßen Spreizringes
näher erklärt; dabei erfüllt die Zeichnung rein erklärenden, nicht beschränkenden,
Zweck.
Die Fig. 1 zeigt in perspektivischer Darstellung einen erfindungsgemäßen Spreizring
welcher in den Füllrand einer, zum Abfüllen vorbereiteten, Tüte eingesetzt ist.
Die Fig. 2 zeigt in perspektivischer Darstellung die Gleitführung in Form eines gequetschten
Ringes welche am Ende des, den Spreizring bildenden Streifens, vorgesehen ist.
Die Fig. 3 zeigt in perspektivischer Darstellung das Ende des, den Spreizring bildenden,
Streifens mit Gleitführung welche einen C-förmigen Querschnitt aufweist.
Die Fig. 4 zeigt in perspektivischer Darstellung das Ende des, den Spreizring bildenden,
Streifens mit einer Gleitführung welche einen Druckverschluß aufweist.
Die Fig. 5 zeigt in perspektivischer Darstellung beide Enden des, den Spreizring bildenden
Streifens, wobei ein Ende einen pilzartigen Vorsprung aufweist welcher in einen Gleitschlitz
am anderen Streifenende eingreift.
[0010] Die Tüte 2 weist oben einen Füllrand 1a auf, innerhalb diesen wird der Spreizring
2 eingeführt welcher aus einem einzigen, ringförmig zusammengebogenen Streifen z.B.
aus Kunststoff gebildet wird indem das eine Streifenende 2b in eine Gleitführung 2a,
2d eingeführt ist, so daß der Außendurchmesser des Spreizringes 2 an die Weite der
Füllöffnung 1a der Tüte 1 derart angepaßt werden kann, daß dieser sich mit einem gewissen
Druck an den Füllrand 1a innen anlegt und dadurch die Tütenöffnung aufgespreizt am
Ring festgehalten wird.
[0011] Das Gleiten 2c des freien Endes 2b in Bezug auf das mit Gleitführung oder mit arretierbarer
Gleitführung versehene Streifenende ermöglicht das Einsetzen und Festlegen des Spreizringes
innerhalb des Füllrandes 1a der Tüte 1, sowie das bequeme Lockern und Herausnehmen
des Spreizringes 2 aus der Tütenöffnung 1a sobald die Abfüllung der Tüte beendet ist.
[0012] Erfindungsgemäß kann das Gleiten und die Führung zwischen den beiden Enden des Streifens
2 der den Spreizring bildet auch durch einen von einem Ende abstehenden pilzförmigen
Vorsprung 2h erreicht werden welcher in einen Längsschlitz 2j am anderen Streifenende
eingreift, dabei weist der Längsschlitz an einem Ende eine Erweiterung auf durch welche
der Kopf des pilzartigen Vorsprunges 2h eingesetzt werden kann. Die Gleitführungen
haben derartige Form und Ausmaße, daß bei jeder Durchmesserveränderung des Spreizringes
eine leichte Kraftanwendung erforderlich ist.
[0013] Gemäß einer Weiterentwicklung des Erfindungsgedankens ist ein Ende des Streifens
2 mit einem Druckverschluß 2g versehen welcher mittels Trägerflansche 2e und Lagerachse
2f am Streifenende angebracht ist, dieser bekannt Druckverschluß, welcher z.B auch
als stufenlos einstellbare Gürtelschnalle Verwendung findet, ermöglicht das freie
Verschieben 2b des Streifenendes 2b und deren Arretierung in beliebiger gewünschter
Position. Diese Art von Druckverschluß (2g) ist beispielsweise auch geeignet um mehrere
Streifen 2 in Längsrichtung unter sich zu verbinden wodurch ein Spreizring für größere
Tüten oder Säcke zusammengesetzt werden kann.
[0014] Die Erfindung schließt weiters nicht aus am Streifen Kerben, bzw. Vorsprünge, vorzusehen
welche mit entsprechenden Kerben oder Vorsprüngen an der Gleitführung oder in der
Gleitrille dieser zusammenwirken.
[0015] Der Erfindungsgedanke umfaßt weiters auch eine Lösung welche für die Verbindung der
Streifenenden eine Gleitrille mit Hinterschneidungen an einem Streifenende und einen
entsprechenden, in diese Rille eingreifenden, Vorsprung am anderen Streifenende nutzt.
Um das Verrutschen der Tüte am Spreizring zu verhindern kann dieser an der Außenfläche
eine gerändelte, gerillte und/oder eine mit Vorsprüngen versehene Oberfläche aufweisen.
[0016] Die Gleitführungen 2a, 2d, 2h, bzw. die arretierbaren Einstellvorrichtungen 2e, 2f,
2g, können einstückig mit dem Streifen hergestellt werden oder an diesem angebracht
werden.
1. Verstellbarer Spreizring zum Aufspreizen der Füllöffnung von Tüten (1) bestehend aus
einem flachen Streifen, dadurch gekennzeichnet, daß der Ring durch Einführen eines
Streifenendes (2b) in eine Gleitführung (2a, 2d) am anderen Streifenende gebildet
wird und daß diese Gleitführung eine Veränderung des Ringdurchmessers ermöglicht indem
für jede Veränderung ein leichter Kraftaufwand erforderlich ist und jede Durchmesseränderung,
ohne Kraftaufwand, beibehalten wird.
2. Spreizring gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an einem der beiden
Streifenenden ein Druckverschluß (2e, 2f, 2g) vorgesehen ist welcher, in einer Position
der Schnalle (2g), das freie Gleiten (2c) des anderen Streifenendes (2b) und, in der
anderen Position der Schnalle, die Arretierung in der gewünschten Position, ermöglicht.
3. Spreizring gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleiten (2c) zwischen
den beiden Streifenenden durch einen pilzförmigen Vorsprung (2h) an einem Ende, welcher
in einen Längsschlitz (2j am entgegengesetzten Streifenende (2b) eingreift, erreicht
wird.
4. Spreizring gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleiten (2c) zwischen
den beiden Streifenenden durch eine, mit Hinterschneidungen versehene, Längsrille
an einem Ende in welche ein pilzartiger Vorsprung am anderen Ende eingreift, erreicht
wird.
5. Spreizring gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Gleitführungen
(2a, 2d), bzw. an den Gleit- und Arretiervorrichtungen (2h, 2j; 2e, 2f, 2g), Kerben
oder Vorsprünge vorgesehen sind welche mit entsprechenden Kerben oder Vorsprüngen
am, den Spreizring bildenden, Streifen (2) zusammenwirken.
6. Spreizring gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Außenfläche
des, den Spreizring bildenden, Streifens (2) Rändelungen, Vorsprünge, Rippen und/oder
Rillen vorgesehen sind.
7. Spreizring gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehrere Streifen
(2) in Längsrichtung zusammengesetzt werden können um einen größeren Spreizring zu
bilden und daß der, oder die Verlängerungs-Streifen eine Gleitführung aufweisen welche
als Steckverbindung nutzbar ist oder welche mit Druckverschluß (2g), bzw. mit bekannter
Arretierung, ausgerüsteten ist.