[0001] Gegenstand der Erfindung ist eine Schubladen-Vollauszugsgarnitur gemäss Oberbegriff
des Patentanspruchs 1. Gegenstand der Erfindung ist weiter eine Kupplung für eine
Vollauszugsgarnitur.
[0002] Schubladen-Vollauszüge, kurz Schubladenauszüge, sind in vielen Ausführungen bekannt
und weisen, wenn ein Vollauszug mit Überauszug, d.h. die Schublade vollständig aus
dem Korpus herausziehbar sein soll, jeweils drei Schienen, nämlich eine Korpusschiene,
eine Ladenschiene und dazwischen eine bezüglich beiden Schienen relativ bewegliche
Mittelschiene auf. In der einfachsten Ausgestaltung sind die drei Schienen gegenseitig
über Rollen miteinander verbunden und die Mittelschiene wird beim Ausziehen der Schublade
mitgeschleppt. Um einen gleichmässigen Auszug der Mittelschiene zu erlangen, sind
verschiedene Massnahmen bekannt, mit denen diese mit reduzierter Auszugsgeschwindigkeit
bezüglich der Schublade mitgenommen wird.
[0003] Aus der deutschen Patentschrift 674548 ist eine Schubkastenführung bekannt, bei der
die Mittelschienen auf Rollen laufen, welche zwei Stufen mit unterschiedlichen Durchmessern
aufweisen. Durch die Wahl des Durchmesserverhältnisses ungleich 2:1, beispielsweise
9:4 wird erreicht, dass die Mittelschiene etwas zurückbleibt und bei Vollauszug der
Schublade eine günstige gleichmässige Abstützung erfolgt.
[0004] Um ein gleichmässiges Mitführen der beiden Mittelschienen zu ermöglichen, wird in
der CH-A5 677593 vorgeschlagen, die Rolle an der Mittelschiene mit einer Verzahnung
zu versehen, welche in einer Zahnstange an der Korpusschiene einzugreifen bestimmt
ist.
[0005] Anstelle einer Verzahnung schlägt die DE-A1 41 21 070 eine Verbindung der Schienen
durch ein Band vor, welches über eine Differentialrolle läuft und so einen vorgebbaren
Geschwindigkeitsverlauf der drei Schienen relativ zueinander erlaubt.
[0006] Alle diese bekannten Ausführungsformen ermöglichen durch den im wesentlichen gleichmässigen
Auszug der Mittelschienen mit der Schublade eine gute gleichmässige Abstützung der
letzteren. Sie zeichnen sich aber durch einen aufwendigen Aufbau aus und sind folglich
teuer in der Herstellung.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, eine Schubladen-Vollauszugsgarnitur
zu schaffen, welche einen einfachen kostengünstig herstellbaren Aufbau aufweist und
einen sanften ruckfreien leichtgängigen Auszug bzw. Einschub der Schublade ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Kupplung, welche eine definierte
Mitnahme der Mittelschiene ermöglicht
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Schubladen-Vollauszugsgarnitur gemäss den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und eine Kupplung gemäss den Merkmalen des Anspruchs 10. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0009] Die Anordnung der Differentialrolle an der Vorderkante der Korpusschiene bewirkt
eine stets kraftschlüssige Mitnahme der Mittelschiene schon zu Beginn der Auszugsbewegung
der Schublade aus dem Korpus. Nachdem das hintere Ende der Schublade und damit der
Ladenschiene die Differentialrolle passiert hat, greift eine Kupplung an der Mittelschiene
an einem Mitnehmer an der Ladenschiene ein und bewirkt, dass die beiden Mittelschienen
synchron mit der Schublade weiter nach aussen mitgeführt werden und dadurch stets
eine einwandfreie gleichmässige Abstützung und einen ruhigen Lauf der Schublade gewährleistet
ist.
[0010] Anhand eines illustrierten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht der ineinander geführten Korpus-, Mittel- und Ladenschiene,
- Figur 2
- eine Seitenansicht des rückwärtigen Endes der Ladenschiene,
- Figur 3
- einen Querschnitt durch die Ladenschiene längs Linie E - E in Figur 2,
- Figur 4
- eine Seitenansicht der Mittelschiene,
- Figur 5
- einen Querschnitt durch die Mittelschiene längs Linie B - B in Figur 4,
- Figur 6
- einen Querschnitt durch die Mittelschiene längs Linie C - C in Figur 4,
- Figur 7
- eine Seitenansicht der Korpusschiene,
- Figur 8
- einen Querschnitt durch die Korpusschiene längs Linie D - D in Figur 7,
- Figur 9
- eine Seitenansicht des hinteren Endes der Ladenschiene und der darin geführten Mittelschiene
und ausserdem die Differentialrolle unter der Mittelschiene,
- Figur 10
- eine Seitenansicht des hinteren Endes der Ladenschiene und der darin geführten Mittelschiene
und die von der Differentialrolle angehobene Kupplung,
- Figur 11
- einen Querschnitt längs Linie A - A in Figur 10 durch die drei Schienen und
- Figur 12
- eine Seitenansicht des hinteren Endes der Ladenschiene und der darin geführten Mittelschiene
und ausserdem die Differentialrolle an der Korpusschiene,
- Figur 13
- eine Seitenansicht des Hebels gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vor
dem Kontakt mit der Differentialrolle,
- Figur 14
- eine Seitenansicht des Hebels in Figur 13, angehoben durch die Differentialrolle,
- Figur 15
- eine Seitenansicht der drei Schienen mit einem von unten einrastbaren Kupplungshebel,
- Figur 16
- einen vergrössert dargestellten Querschnitt mit dem Hebel vor dem Einrasten,
- Figur 17
- einen vergrössert dargestellten Querschnitt mit dem Hebel nach dem Einrasten,
- Figur 18
- einen Längsschnitt durch den Hebel und die Mittelschiene längs Linie XVI-XVI in Figur
16,
- Figur 19
- einen Querschnitt längs Linie XVII-XVII in Figur 17.
[0011] Mit Bezugszeichen 1 ist in den Figuren 1 und 7 eine Korpusschiene 1 dargestellt,
an deren hinteren Ende 3 ein Anschlagstopp 5 und an deren vorderen Ende 7 eine zweistufige
Differentialrolle 9 drehbar gelagert ist. Im Bereich der Differentialrolle 9 verläuft
die Oberkante der Korpusschiene 1 tangential zum Scheitel der Differentialrolle 9.
Die Differentialrolle 9 umfasst eine Rille 11 mit dem grösseren Durchmesser und eine
Rille 13 mit dem kleineren Durchmesser. Beispielsweise sieben Bohrungen 15 dienen
zum Durchführen von Schrauben zur Befestigung der Korpusschiene 1 an einer Korpusinnenwand
(nicht dargestellt). Der untere Schenkel 17 der Korpusschiene 1 ist im dargestellten
Beispiel eben und rechtwinklig zum Basisschenkel 19 verlaufend. Der obere Schenkel
20 bildet eine nach unten konkave Rille 21. Die konkave Rille 21 endet in einem Abstand
vor dem Ende 7 (Figur 7). Der Abstand ermöglicht es, die hintere Rolle 23 an der Mittelschiene
25 von oben in den Raum zwischen dem unteren Schenkel 17 und dem oberen Schenkel 20
der Korpusschiene 1 einzuführen. Auf dem unteren Schenkel 17 sind vorzugsweise zwei
Ausziehstopps 27 angeformt, beispielsweise in Gestalt von Buckeln, welche für die
hintere Rolle 23 der Mittelschiene 25 einen temporären Anschlag bilden. Die hintere
Rolle 23 an der Mittelschiene 25 überragt deren unteren Schenkel 17.
[0012] Die Mittelschiene 25 umfasst weiter eine vordere Rolle 31, welche die Oberkante 34
der Mittelschiene 25 überragt. An der Mittelschiene 25 kann hinten auch ein Anschlagstopp
33 ausgebildet sein. In den Querschnitten gemäss Figuren 5 und 6 der Mittelschiene
25 ist ersichtlich, dass die unten liegende hintere Rolle 23 vorzugsweise in einem
abgesetzten Bereich 35 des Basisschenkels 37 der Mittelschiene 25 drehbar befestigt
ist. Dies ermöglicht es, dass die Rolle 23 in die Ebene des Basisschenkels 37 zu liegen
kommt und dadurch eine schmale Bauweise möglich ist. An der Oberkante des Basisschenkels
37 ist eine c-förmige Schiene 39 mit einer unteren flachen Lauffläche 41 und einer
konkaven oberen Führung 42 ausgebildet oder befestigt. Die c-förmige Schiene 39 erstreckt
sich nur über die hintere Hälfte der Mittelschiene 25. Letztere dient zur Führung
der einzigen Rolle 43 im Bereich der Hinterkante der Ladenschiene 45. Diese umfasst
eine an der Schublade anzuliegen bestimmte Platte 46, an deren Unterkante ein Schenkel
49 ausgebildet ist, auf den der Schubladenboden (nicht dargestellt) aufzuliegen kommt
und befestigt werden kann. An der Oberkante der Ladenschiene 45 ist eine Führungsbahn
47 angeordnet, welches eine Führungs- und Lauffläche für die vordere Rolle 31 an der
Mittelschiene 25 bildet. Im zentralen Bereich der Platte 46 der Ladenschiene 45 ist
eine Tragschiene 51 mit einer nach unten gerichteten Lauffläche 53 befestigt. Letztere
gelangt in Kontakt mit der Rille am grossen Durchmesser 11 der Differentialrolle 9,
wenn die Schublade teilweise in den Korpus eingeschoben ist (vgl. Situation Figur
11).
[0013] An der Mittelschiene 25 ist weiter ein einarmiger Hebel 55 an einem Bolzen 57 schwenkbar
angelenkt. Der als Kupplung dienende Hebel 55 umfasst ein hakenförmiges Ende 59, gebildet
aus einer äusseren Nase 61 und einer inneren Nase 63. An die Nasen 61 und 63 schliessen
eine Auflauf- oder Gleitfläche 65 und die Flanke 67 an. Die Gleitfläche 65 liegt zwischen
dem Ende des Hebels 55 und der Nase 61; die Flanke 67, welche in stumpfem Winkel zur
Gleitfläche 65 geneigt ist, erstreckt sich in Richtung auf den Bolzen 57. Die Gleitfläche
65 und die Flanke 67 liegen in einem die Oberfläche des Hebels 55 seitlich überragenden
Bereich.
[0014] An der Unterkante des Hebels 55 ist weiter eine stumpfwinklig verlaufende Kurve 60
ausgebildet, deren Funktion bei der Funktionsbeschreibung erläutert werden wird.
An der Ladenschiene 45 ist an der Tragschiene 51 ein Nocken 69 befestigt, an welchem
der Hebel 55 einrastbar ist. In der Nähe des Bolzens 57 ist am Hebel 55 zudem ein
Auslöser 71 befestigt, welcher eine Ausnehmung 73 in der Mittelschiene 25 durchdringt.
[0015] Im folgenden wird die Funktionsweise der Schubladen-Vollauszugsgarnitur näher erläutert.
Beim Herausziehen der Schublade wird die Differentialrolle 9 durch die an der Ladenschiene
45 angebrachte Tragschiene 51, deren Lauffläche 53 auf dem grösseren Durchmesser 11
der Differentialrolle 9 abgestützt ist, in Bewegung gesetzt und dadurch die Mittelschiene
25, welche auf dem kleineren Durchmesser 13 der Differentialrolle 9 aufliegt, ebenfalls
in Bewegung versetzt. Die Bewegungsgeschwindigkeit der Mittelschine 25 entspricht
dem Verhältnis der beiden Durchmesser an der Differentialrolle 9. Die Mittelschiene
25 wird während des Auszugs einerseits von unten durch die Differentialrolle 9 (dort
durch den kleineren Durchmesser 13) an der Unterkante 26 gestützt und mit der an der
Mittelschiene 25 befestigten hinteren Rolle 23, welche innerhalb der Korpusschiene
1 verläuft, am Kippen gehindert. Die Rolle 23 stützt sich dabei in der konkaven Rille
21 des oberen Schenkels 20 ab und wird durch die Rille 21 auch seitlich geführt. Die
Schublade selbst, welche an den beiden Ladenschienen 45 befestigt ist, wird auszugsseitig,
d.h. vorne, auf der vorderen Rolle 31 der Mittelschiene 25 abgestützt. Die Rolle 31
wird dabei in der Führungsbahn 47 der Ladenschiene 45 geführt. Um ein Kippen der Schublade
zu verhindern, stützt sich die hintere Rolle 43 der Ladenschiene 45 an der Schiene
39 der Mittelschiene 25 ab.
[0016] Die Rolle 31 an der Mittelschiene 25 ist vorzugsweise derart plaziert, dass die Führungsbahn
47 an der Ladenschiene 45 bei eingeschobener Schublade nicht auf der Rolle 31 aufliegt
und erst beim Herausziehen der Schublade die Rolle 31 eine Stützfunktion übernimmt.
Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die Ladenschiene 45 anfänglich beim Herausziehen
der Schublade fast ausschliesslich auf der Differentialrolle 9 aufliegt und diese
dadurch in Bewegung versetzt. Um die Mitnahme der Mittelschiene 25 auch dann noch
zu gewährleisten, wenn die Ladenschiene 45 den Bereich der Differentialrolle 9 bereits
verlassen hat, ist der Hebel 55 vorgesehen.
Wenn im Verlauf des Ausziehens der Schublade, spätestens wenn der Mitnehmer 69 die
Flanke 67 des Kupplungshebels 55 erreicht, wird der Kupplungshebel 55 angehoben und
der Mitnehmer 69 geht unter der Nase 63 durch (Figur 10) bis er die Flanke der Nase
61 erreicht und einklinkt. Nun wird die Mittelschiene 25 im Gleichlauf bis zum Ende,
d.h. bis zum Voll- bzw. Überauszug (Figur 12) mitgenommen. Die grosse Nase 61 steht
gegenüber der kleinen Nase 63 nach unten vor, damit - wenn der Kupplungshebel 55 durch
die Kurve 60 von der Differentialrolle 9 angehoben wirdnicht ausklinken kann.
[0017] In der Ausgestaltung der Erfindung nach den Figuren 13/14 enden die Gleitfläche 65
und die Flanke 57 auf gleicher Höhe, d.h. die Nasen 61 und 63 liegen ungefähr auf
gleicher Höhe.
[0018] Sobald hingegen die Ladenschiene 45 genügend weit herausgezogen ist, dreht sich der
Hebel 55 durch sein Eigengewicht im Uhrzeigersinn und klinkt an der Nase 61 ein. Von
diesem Moment an wird die Mittelschiene 25 mit gleicher Geschwindigkeit wie die Ladenschiene
45 mit der Schublade ausgezogen. Die Wirkung der Differentialrolle 9 auf die Mittelschiene
25 entfällt zu diesem Zeitpunkt, da die Ladenschiene 45 nicht mehr auf dem grösseren
Durchmesser 11 abgestützt wird.
[0019] Am Ende des Auszugsvorgangs stösst die hintere Rolle 23 der Mittelschiene 25 am hinteren
Auszugstopp 27 an. Soll die Schublade zu Reinigungszwecken oder aus anderen Gründen
aus dem Korpus herausgezogen werden, so kann unter Überwindung des Widerstandes des
Auszugstopps 27 die Schublade über diesen hinweggezogen werden. Wenn die Rolle 23
die Auszugstopps 27 überwunden hat, kann die Schublade allerdings immer noch nicht
herausfallen, denn sie ist noch durch den Hebel 55 gesichert. Mit dem Auslöser 71
kann der Hebel 55 angehoben und die Schublade vollständig freigegeben werden.
[0020] Das Einhängen der Schublade erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Die Mittelschiene
25 wird mit der Rolle 23 auf den unteren Schenkel 17 der Mittelschine 25 aufgesetzt.
Dies wird möglich, weil der obere Schenkel 20 nicht bis zur Differentialrolle 9 geführt
ist. Nach dem Einführen der Rolle 23 stützt sich die Mittelschiene 25 mit deren Unterkante
auf dem kleinen Durchmesser 13 der Differentialrolle 9 und die Rolle 31 in der Rille
21 ab. Die Ladenschiene 45 wird mit der Rolle 43 auf die Lauffläche 41 aufgesetzt
und dann so weit eingeschoben bis der obere Schenkel 47 der Ladenschiene 45 auf der
Rolle 31 der Mittelschiene 25 aufliegt. Beim Einschieben der Ladenschiene 45 gleitet
die einlaufseitige Gleitfläche 65 des Hebels 55 auf dem Nocken 69 nach oben und schwenkt
den Hebel 55 im Gegenuhrzeigersinn. Dachnach rastet der Nocken 69 im Hebel 55 ein,
und es wird dadurch die Mittelschiene 25 gleichlaufend mit der Ladenschiene 45 nach
hinten geschoben bis die Kurve 60 an der Differentialrolle 9 aufzuliegen beginnt und
durch letzteres angehoben wird. Durch das Anheben löst sich der Hebel 55 vom Nocken
69, und die Ladenschiene 45 mit der Schublade beginnt sich relativ zur Mittelschiene
25 zu bewegen und gelangt mit letzterer in eine grössere Überlappung bis am Ende des
Einschubvorgangs sämtliche drei Schienen 1,25,45 im wesentlichen übereinander- bzw.
ineinanderliegend sind.
[0021] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der als
Kupplung fungierende Hebel 155 wiederum an einem Bolzen 157 angelenkt und wird durch
einen Zapfen 158, der in eine Ausnehmung 160 in der Mittelschiene 25 eingreift, in
der nicht Eingriffsstellung, d.h. wenn die Schublade eingeschoben ist, im wesentlichen
in der Horizontalen gehalten. Im Bereich der Nase 161 ist am Hebel 155 ein durch eine
Ausnehmung 162 in der Mittelschiene 25 hindurchgreifender Stopper 164 ausgebildet.
Dieser liegt mit minimalem Spiel innerhalb der Ausnehmung 162, wenn der Hebel 155
ausser Eingriff zum Nocken 169 an der Mittelschiene 25 steht. Der Stopper 164 gelangt
in Anlage mit der Mittelschiene 25 sobald der Nocken 169 schlagartig oder mit grosser
Kraft gegen den Stopper 164 drückt. Vorzugsweise ist der Hebel 155 über den Bolzen
157 mit Spiel mit der Mittelschiene 25 verbunden, um das Anliegen des Stoppers 164
in der Öffnung 162 zu ermöglichen.
Beim Ausziehen der Schublade gleitet der Hebel 155 mit der Auflauffläche 165 auf die
Rille 13 mit dem kleineren Durchmesser und wird von dieser angehoben. Dabei gelangt
der Nocken 169 in Anlage mit dem Stopper 164 und wird von diesem festgehalten. Die
Anlage des Hebels 155 am Nocken 169 erfolgt federelastisch, denn am Hebel 155 ist
ein parallel zu dessen Unterkante 170 verlaufender Schlitz 172 ausgebildet. Dank der
hohen Elastizität des Materials aus dem der Hebel 155 hergestellt ist, dieser ist
vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt, federt der schmale Steg 174 ein, wenn dieser
sich über der Differentialrolle 9 in Anlage mit der Rille 13 befindet.
Um die Schublade vollständig aus der Führung herausnehmen zu können, kann der Hebel
155 durch nach unten Drücken des Stoppers 164 von Hand soweit geschwenkt werden, und
zwar gegen die Elastizität des Steges 174, bis der Nocken 169 über die Nase 163 hinweggeführt
werden kann. Die an der Nase 163 anliegende Flanke 166 liegt geneigt zur Horizontalen,
damit beim Einschieben der Schublade der Nocken 169 sicher aus seiner Raststellung
herausfahren kann, wenn der Hebel 155 nicht mehr nach oben gedrückt wird.
Durch die Betätigung des Hebels 155 mittels dem kleineren Durchmesser an der Differentialrolle
9 gelingt es, die Gesamthöhe der drei zusammenwirkenden Führungsschienen 1,25,45 wesentlich
zu reduzieren.
Der Hebel 155 kann auch an Führungsschienenanordnungen eingesetzt werden, welche konstruktiv
von derjenigen in dieser Erfindung beschriebenen abweichen.
1. Schubladen-Vollauszugsgarnitur, umfassend zwei dreiteilige Führungen mit je einer
Korpusschiene (1) zum Befestigen an der Korpusinnenseite, einer Mittelschiene (25)
und einer Ladenschiene (45) zum Befestigen an einer Schublade sowie Rollen (9,31,35,43),
mit denen die drei Schienen (1,25,45) relativ zueinander verschiebbar verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass am vorderen Ende der Korpusschiene (1) eine zweistufige Differentialrolle (9)
drehbar gelagert, die Mittelschiene (25) am hinteren Ende unten und am vorderen Ende
oben je eine drehbar gelagerte Rolle (23,31) trägt, welche obenliegende Rolle (31)
an einer oberen Führungsbahn (47) an der Ladenschiene (45) und welche untenliegende
Rolle (23) in der Korpusschiene (1) abzurollen bestimmt ist, an der Ladenschiene (45)
am hinteren Ende oben eine Tragrolle (43) drehbar befestigt ist, wobei nach dem Ineinanderfügen
der Schienen (1,25,45) der kleinere Rollenkreis (13) der Differentialrolle (9) an
der Unterkante (26) der Mittelschiene (25) anliegt und der grössere Rollenkreis (11)
an einer Lauffläche (53) der Ladenschiene (45) abgestützt ist, und dass an der Mittelschiene
(25) ein einarmiger schwenkbarer Mitnehmerhebel (55,155) angelenkt ist und ein hakenförmiges
Ende (59,159) aufweist, welches an der Ladenschiene (45) einrastbar ist.
2. Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ladenschiene (1) an deren Unterkante einen horizontal
verlaufenden Schenkel (17) aufweist, der als Lauffläche für die hintere Rolle (23)
der Mittelschiene (25) fungiert.
3. Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Oberkante der Korpusschiene (1) eine nach unten
gerichtete Rille (21) als obere Führung der hinteren Rolle (23) der Mittelschiene
(25) angeformt ist, wobei sich die Rille (21) nur über eine Teillänge der Korpusschiene
(1) erstreckt.
4. Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberkante der Korpusschiene (1) im Bereich der Differentialrolle (9) tangential
zum Scheitel der Differentialrolle (9) verläuft.
5. Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Mittelschiene (25) im Bereich der hinteren Rolle (23) einen abgesetzten Bereich
(35) aufweist und die Rolle (23) in der Ebene der Mittelschiene (25) liegt.
6. Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der Mitnehmerhebel (55,155) an einem Bolzen (57,157) schwenkbar gelagert ist.
7. Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterkante des Mitnehmerhebels (55) eine stumpfwinklig
verlaufende Kurve (60) angeformt ist, welche über die Differentialrolle (9) führbar
und von dieser anhebbar ist.
8. Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass am hakenförmigen Ende (59) eine in stumpfen Winkel liegend
Auflauffläche (65) und eine Flanke (67) ausgebildet sind, wobei das Ende der Auflauffläche
(65) eine Nase (61) bildet, welche das Ende (63) der Flanke (67) überragt.
9. Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass am hakenförmigen Ende (59) eine in stumpfen Winkel liegend
Auflauffläche (65) und eine Flanke (67) ausgebildet sind, wobei das Ende der Auflauffläche
(65) eine Nase (61) bildet, welche etwa auf gleicher Höhe liegt wie das Ende (63)
der Flanke (67).
10. Kupplung für eine Schubladen-Vollauszugsgarnitur, mit zwei dreiteiligen Führungen
mit je einer Korpusschiene (1) zum Befestigen an der Korpusinnenseite, einer Mittelschiene
(25) und einer Ladenschiene (45) zum Befestigen an einer Schublade sowie Rollen (9,31,35,43),
mit denen die drei Schienen (1,25,45) relativ zueinander verschiebbar verbunden sind,
mit einem schwenkbar an der Mittelschiene (25) angelenkten Hebel (55,155), welcher
an einem Nocken (69,169) an der Ladenschiene (45) einrastbar ausgebildet ist, dadurch
gekennzeichnet, dass die Kupplung einen Hebel (155) umfasst mit einem im wesentlichen
parallel zu seiner unteren Kante, die als Auflaufkurve (160) fungiert, verlaufenden
Schlitz (170) wobei die Auflaufkurve (160) dazu bestimmt ist, vom kleineren Durchmesser
(13) der Rolle (9) angehoben zu werden
11. Kupplung für eine Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
dass der Schlitz (170) dazu bestimmt ist, die Auflaufkurve (160) federelastisch zu
gestalten.
12. Kupplung für eine Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach einem der Ansprüche 10 oder
11, dadurch gekennzeichnet, dass am Hebel (155) auf der der Auflaufkurve (160) gegenüberliegenden
Seite eine hakenförmige Nase (161) ausgebildet ist.
13. Kupplung für eine Schubladen-Vollauszugsgarnitur nach einem der Ansprüche 10 oder
11, dadurch gekennzeichnet, dass am Hebel (155) ein in die Mittelschiene (25) einzugreifen
bestimmter Stopper (164) und/oder ein Zapfen (158) ausgebildet sind.