[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Falzen
von Materialbogen, insbesondere von aus wenigstens einer Papierbahn hergestellten
Papierbogen oder Signaturen gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1 und 6.
[0002] Es ist bekannt, dass Rollenrotationsdruckmaschinen eine fortlaufende Materialbahn,
z.B. eine Papierbahn bedrucken. Die fortlaufende Bahn wird dann in einem Falzapparat
der Druckmaschine weiterverarbeitet. Falzapparate können gewünschte Falze in einem
fertig bedrucktem Produkt erzeugen. In der Regel ist ein Schneidwerk vorhanden, das
die Bahn in einzelne Signaturen schneidet. Oft müssen nicht nur die Bahn, sondern
auch die Signaturen, die von der Bahn geschnitten werden, gefalzt werden.
[0003] Aus der US 5,458,557 ist eine Schwertfalzvorrichtung bekannt. Ein Falzmesser ist
an zwei entgegengesetzten Enden an zwei Drehzapfen aufgehängt, die mit drehbaren Verbindungsarmen
verbunden sind. Das Messer bewegt sich also auf und ab, um eine Signatur zwischen
zwei Zylinder zu schieben und auf diese Weise einen Längsfalz zu bilden. Diese Vorrichtung
ist kompliziert und erfordert ein komplexes Getriebe.
[0004] Die US 5,030,193 zeigt einen Falzapparat mit einer ersten Falzeinrichtung, die einen
ersten Falz in einer Materialbahn entlang seiner Laufbahn bildet. Dieser erste Falz
wird gebildet, indem die Bahn über einen dreieckigen, ortsfesten Falztrichter gezogen
wird und zwischen einem Klemmrollen- oder Presswalzenpaar hindurchgeführt wird. Anschließend
wird die Bahn von einem Messerzylinder in Signaturen geschnitten, die dann von einem
Falzzylinder zu einem Klappenzylinder geführt werden. Ein Falzmesser des Falzzylinders
schiebt die Signatur in eine Klappe des Klappenzylinders, um einen zweiten Falz zu
bilden, der quer zu dem ersten Falz verläuft. Dann werden die Signaturen zu einer
dritten Falzvorrichtung geleitet, die eine Bandanordnung umfasst, die die Signaturen
ergreift und durch die dritte Falzvorrichtung führt. Die Bandanordnung behält eine
gerade Richtung innerhalb der dritten Falzvorrichtung bei. Zwei ortsfeste Falztrichter
an den Seiten der Bänder nehmen die Seiten der Signatur auf, wenn die Signatur in
die dritte Falzvorrichtung eintritt. Diese Falztrichter laufen in einem Winkel zu
den Bändern zusammen, so dass die äußeren Kantenabschnitte der Signaturen nach oben
bewegt werden und so der Falz der dritten Falzvorrichtung gebildet wird.
[0005] Die erste Falzvorrichtung des oben genannten Patents hat den Nachteil, dass die Falzvorrichtung
nicht dazu benutzt werden kann, einen Strom von einzelnen Signaturen zu falzen, da
eine fortlaufende Bahn über den ortsfesten Falztrichter bewegt werden muss. Die zweite
Falzvorrichtung hat den Nachteil, dass viele bewegliche Teile erforderlich sind; die
Vorrichtung ist kompliziert und hat nicht genug Kapazität für verschiedene Typen von
Druckmaschinen, die mit maximaler Druckgeschwindigkeit arbeiten. Die dritte Falzeinrichtung
hat den Nachteil, dass ihr Aufbau kompliziert ist und eine große Anzahl von Riemen
unterschiedlicher Länge erfordert.
[0006] Darüber hinaus benötigen bekannte Schwertfalzmechanismen mehr als einen Schwertfalzmechanismus
für eine einzige mit maximaler Geschwindigkeit arbeitende Druckmaschine. Der Signaturstrom
muss also oft geteilt und gebremst werden, was Hilfsvorrichtungen wie z.B. Umlenkungs-,
Verlangsamungs- und Zusammenführungsvorrichtungen erforderlich macht. Diese Hilfsvorrichtungen
erhöhen das Risiko von Falzungenauigkeiten, da die Signaturen jede Vorrichtung durchlaufen
und dabei korrekt ausgerichtet bleiben müssen.
[0007] In der DE 197 25 610 ist eine Vorfalzeinrichtung gezeigt, in der eine Vielzahl von
Falzmessersegmenten nebeneinander auf einem Riemen angeordnet sind. Der Riemen fällt
nach unten hin ab, wenn die Signatur in den Vorfalzbereich eintritt. Die Messersegmente
falzen die Signatur stufenweise aufgrund der Schräge, so dass die Signatur von ihrer
Vorderkante bis zu ihrer Hinterkante stufenweise mit einer Längsfalz versehen wird.
[0008] Dieses stufenweise Falzen kann zu einer Qualitätsminderung führen, wie z.B. Knittern
der Signatur während der Falz gebildet wird.
[0009] Der Erfindung liegt demgemäss die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Falzen von Signaturen zu schaffen, bei welchen die Geschwindigkeit der einzelnen
Signaturen zur Bildung eines Falzes nicht wesentlich verringert werden muss, und bei
denen die Qualität des Falzes verbessert wird. Weiterhin ist es eine Aufgabe der Erfindung,
ein vereinfachtes Verfahren und eine vereinfachte Vorrichtung zum Falzen von Signaturen
zu schaffen.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 1 und Anspruch
6 gelöst. Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Falzen von Materialbogen, insbesondere von aus
wenigstens einer Papierbahn hergestellten Papierbogen oder Signaturen, wobei die Materialbogen
auf einem einen Spalt aufweisenden Falztisch in eine Transportrichtung geführt werden,
und wobei mindestens ein an einem im Wesentlichen endlosen Fördermittel angeordnetes
Falzmesser, welches eine Falzkante aufweist, parallel zur Transportrichtung und in
den Spalt hinein bewegt wird, zeichnet sich dadurch aus, dass die Falzkante im Wesentlichen
parallel zu dem Materialbogen orientiert wird und dass die Falzkante mit dem Materialbogen
im Wesentlichen über die gesamte Länge des Materialsbogen kontaktiert wird. Kontaktieren
in diesem Sinne meint das in Kontakt bringen und bezieht sich somit auf den Zeitraum,
in welchem die Falzmesserkante eine Berührung mit dem Materialbogen eingeht. Es wird
also der Materialbogen im Wesentlichen über die gesamte Länge des Materialbogens zur
im Wesentlichen gleichen Zeit von der Falzkante berührt bzw. getroffen.
[0012] Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erlaubt dem Drucker, die Materialbogen
gleichzeitig mit sehr hoher Geschwindigkeit und Exaktheit zu falzen, wobei zur Durchführung
des Verfahrens nur wenige Verfahrensschritte nötig sind. Erfindungsgemäß können die
Materialbogen mit unverminderter Geschwindigkeit gefalzt werden, so dass in vorteilhafter
Weise die hohe Geschwindigkeit der vorgeordneten Einrichtungen, z.B. Druckwerke oder
Kühlwalzen, auch für den Falzprozess erhalten bleibt. Die Materialbogen, welche z.B.
bereits einen ersten Längs- und einen ersten Querfalz aufweisen, können auf einem
Falztisch mittels Transportvorrichtungen, z.B. Transportbändern oder Blaseinrichtungen,
vorwärts bewegt werden. Dabei können sie in einen Bereich zwischen dem einen Falzspalt
aufweisenden Falztisch und dem Falzmesser einlaufen und von dem Falzmesser einen Längsfalz,
insbesondere einen zweiten Längsfalz, erteilt bekommen. Das an dem im Wesentlichen
endlosen Fördermittel angeordnete Falzmesser weist eine Falzkante auf, welche sich
mit dem Materialbogen in Transportrichtung mitbewegt und derart zu ihm orientiert
ist, dass beim Annähern der Falzkante an den Materialbogen diese den Materialbogen
im Wesentlichen über die gesamte Länge des Materialbogens kontaktiert, d.h. insbesondere
zu etwa der gleichen Zeit über die gesamte Länge des Materialbogens aufsetzt. Durch
die Weiterbewegung des Materialbogens und des Falzmessers, welches sich weiterhin
parallel zur Transportrichtung des Materialbogens und gleichzeitig in den Spalt in
dem Falztisch hineinbewegt, wird dem Materialbogen durch das Zusammenwirken des Falzmessers
und des Falzspalts in dem Falztisch der gewünschte Falz erteilt. Hierzu können unterhalb
des Falztisches Mittel, z.B. Walzen oder Bänder vorgesehen sein, welche den Materialbogen
ergreifen, weitertransportieren und dabei den Spalt in dem Falztisch für einen neuen
Materialbogen freigeben. Der Falztisch kann dabei vorzugsweise eine ebene Oberfläche
aufweisen, es ist aber doch auch denkbar, dass der Falztisch im Querschnitt eine im
Wesentlichen V-förmige Oberfläche aufweist, wobei der Spalt des Falztisches an der
tiefsten Stelle der V-förmigen Oberfläche liegt. Das Falzmesser kann eine Falzkante
mit im Wesentlichen der gleichen Länge wie die Materialbogen aufweisen, es ist jedoch
vorzugsweise auch möglich, dass die Falzkante des Falzmessers länger als der Materialbogen
ist, um z.B. auch größere Materialbogen bei wechselnden Druckaufträgen falzen zu können.
Es ist weiterhin auch denkbar, dass das Falzmesser eine Falzkante aufweist, welche
geringfügig kürzer als der Materialbogen in Transportrichtung ist.
[0013] Es kann weiterhin vorgesehen sein, das Falzmesser zu segmentieren, d.h. aus einzelnen
Falzmessersegmenten, welche in Transportrichtung aufeinanderfolgend angeordnet sind,
aufzubauen. Das Segmentieren des Falzmessers ist vor allem dann von Vorteil, wenn
große Materialbogen gefalzt werden sollen, so dass bei unsegmentierten langen Falzmessern
Probleme beim Führen des Falzmessers an dem im Wesentlichen endlosen Transportmittel,
insbesondere an den Umlenkstellen des Transportmittels, entstehen könnten.
[0014] Das mindestens eine Falzmesser kann in Transportrichtung in einem Winkel von vorzugsweise
weniger als 30 Grad zu der Oberflächenebene des Falztisches bewegt werden.
[0015] Die Führung des Falzmessers in einem Winkel von vorzugsweise weniger als 30 Grad
führt in vorteilhafter Weise dazu, dass die Falzkante während der parallelen Bewegung
zum Materialbogen sich diesem nur langsam nähert und ihn präzise kontaktiert, so dass
qualitativ hochwertige Falze erzeugt werden können. Die Falzkante kann so orientiert
sein, dass sie, während sich das Falzmesser parallel mit dem Materialbogen bewegt
und bei der gleichzeitigen Bewegung des Falzmessers auf den Falztisch zu, senkrecht
auf den Materialbogen aufsetzt.
[0016] Die Falzmesser können in Gruppen angeordnet sein, vorzugsweise dergestalt, dass mindestens
zwei Gruppen von Falzmessern gleichzeitig jeweilige Signaturen bearbeiten. Bei dieser
Vorgehensweise kann in vorteilhafter Weise eine erhöhte Falzgeschwindigkeit erreicht
werden.
[0017] Es ist jedoch auch denkbar, dass immer nur ein Falzmesser, insbesondere ein segmentiertes
Falzmesser, eine Signatur bearbeitet, oder dass eine Vielzahl von Falzmessern gleichzeitig
eine entsprechende Vielzahl von Signaturen bearbeitet, wobei die aufeinanderfolgenden
Signaturen gleichzeitig verschiedene Stadien der Falzbildung durchlaufen.
[0018] Die Falzmesser können auf einem Band oder einem Riemen, vorzugsweise einem Zahnriemen,
angeordnet sein, der mit einer Geschwindigkeit ähnlich der Signaturgeschwindigkeit
über dem Falztisch bewegt wird. Der Riemen kann jedoch auch in einem Winkel A zu der
Oberflächenebene des Falztisches verlaufen. In diesem Fall kann es von Vorteil sein,
den Riemen mit einer Geschwindigkeit zu bewegen, die ungefähr der Signaturgeschwindigkeit
geteilt durch den Kosinus des Winkels A entspricht, so dass die Geschwindigkeit der
Falzmesser entlang der Oberflächenebene des Falztisches parallel zu den Signaturen
ähnlich der der Signaturen ist.
[0019] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Falzen von in eine Transportrichtung geführten
Materialbogen, insbesondere von aus mindestens einer Papierbahn hergestellten Papierbogen
oder Signaturen, welche einen einen Spalt aufweisenden Falztisch, ein im Wesentlichen
endloses, parallel zur Transportrichtung verlaufendes Fördermittel und mindestens
ein an dem Fördermittel angeordnetes, eine Falzkante aufweisendes Falzmesser, welches
in den Spalt hinein bewegt wird, umfasst, zeichnet sich dadurch aus, dass die Falzkante
im Wesentlichen parallel zu dem Materialbogen orientiert ist und den Materialbogen
im Wesentlichen über die gesamte Länge des Materialbogens kontaktiert.
[0020] Die erfindungsgemäße Vorrichtung nimmt einen Längsfalz in einem Schritt vor, wobei
die Gefahr eines Knittern des Materials vorteilhaft verringert wird.
[0021] Die Materialbogen laufen erfindungsgemäß mit einer Transportgeschwindigkeit, welche
in vorteilhafter Weise gleich der in vorgeordneten Einheiten, wie z.B. Druckwerken,
herrschenden Transportgeschwindigkeit von Papierbahnen ist, in die Vorrichtung zum
Falzen ein, und können in vorteilhafter Weise mit im Wesentlichen unveränderter Geschwindigkeit
den Falzprozess, d.h. die Vorrichtung zum Falzen, durchlaufen.
[0022] Jedes Falzmesser kann vorzugsweise segmentiert sein, d.h. es kann aus einzelnen Falzmessersegmenten
bestehen, welche z.B. an den Fördermitteln aufeinander folgend derart angeordnet sind,
dass die Segmente zusammen und ausgerichtet ein Falzmesser darstellen. Vorzugsweise
umfasst jedes segmentierte Falzmesser Falzmessersegmente, die einen Klingenabschnitt
und einen Basisabschnitt aufweisen. Jedes Messer kann vorzugsweise mit einem Segment
mit einem kürzeren Klingenabschnitt beginnen, wobei die nächsten Klingenabschnitte
schrittweise länger werden. Diese abfallende Anordnung sorgt dafür, dass die Messer
die Signaturen in einem vorteilhaften Winkel kontaktieren.
[0023] Es kann weiterhin vorgesehen sein, die Klingen- und/oder die Basisabschnitte von
dem Transportmittel abnehmbar und an das Transportmittel ansetzbar zu gestalten, so
dass verschiedene Falzmesser mit geringem Aufwand an dem Transportmittel angeordnet
werden können.
[0024] Die segmentierten Falzmesser sind vorzugsweise in Abständen zueinander auf dem Riemen
angeordnet. Der Abstand zwischen den Falzmessern kann dabei dem Abstand zwischen den
Signaturen, die in die Vorrichtung eintreten, entsprechen.
[0025] Der Riemen kann über dem Falztisch angeordnet sein, so dass das Falzmesser durch
einen Spalt in den Falztisch laufen kann. Vorzugsweise sind ein Paar Falzwalzen und
Transportbänder auf der anderen Seite gegenüber des Falztisches angeordnet, um das
Falzen zu vereinfachen bzw. zu unterstützen. Der Falztisch umfasst vorzugsweise eine
Vielzahl von angetriebenen Bändern für den Transport der Signatur oder des Buches.
Der Falztisch kann auch Blasdüsen zur Unterstützung des Transports durch Blasduft
umfassen.
[0026] Der Riemen ist vorzugsweise so lang und so geformt, dass mindestens zwei der z.B.
segmentierten Falzmesser auf eine Seite des Riemen gegenüber dem Falztisch passen
können. Diese Anordnung ermöglicht ein Falzen über eine längere Distanz, was die Signatur
während des Falzprozesses schont, auch wenn die Vorrichtung mit maximaler Geschwindigkeit
arbeitet. Der Riemen kann vorzugsweise ein Zahnriemen sein und von einem Paar Zahnrädern
angetrieben werden. Mindestens eines der Zahnräder kann den Riemen antreiben und z.B.
mit einem Antriebsmechanismus für die Bänder des Falztisches verbunden sein. Der Riemen
ist vorzugsweise in einem Winkel, der in vorteilhafter Weise z.B. weniger als 30 Grad
beträgt, zu der Oberflächenebene des Falztisches angeordnet.
[0027] Das vorliegende Verfahren und die vorliegende Vorrichtung ermöglichen das Falzen
von einzelnen Signaturen bei hoher Geschwindigkeit in einem unkomplizierten Verfahren.
Darüber hinaus wird die auf die Signatur wirkende Kraft beim Falzen im Vergleich zu
einem direkten senkrechten Falzmechanismus wesentlich verringert, da die Signaturen
für längere Zeit von dem Falzmesser bearbeitet werden als bei einem direkten senkrechten
Falzmechanismus, z.B. bei einem auf- und abbewegten Falzmesser. Der Falzapparat ist
bei verschiedenen Signaturlängen verwendbar, wobei jedoch eine Verringerung der Geschwindigkeit
zwischen 3% und 18% erforderlich werden kann, wenn die Abschnittslänge variiert. Ein
weiterer Vorteil besteht darin, dass die Transportrichtung des Produkts während des
Falzens nicht gewechselt wird.
[0028] Weiterhin werden in vorteilhafter Weise Schwingungen und Vibrationen der Falzvorrichtung
vermieden, wie sie z.B. von auf- und abbewegten Falzschwertern verursacht werden,
und dadurch die Falzqualität positiv beeinflusst.
[0029] Eine vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist nachfolgend unter
Bezugnahme auf die folgenden Zeichnungen beschrieben:
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- zeigt eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2
- zeigt eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 3
- zeigt eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 4
- zeigt eine mögliche Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einem Falzapparat.
[0030] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Falzvorrichtung 1 zum Falzen der
Signaturen 2 und 3. Die Signaturen 2 und 3 werden von angetriebenen Bändern 10 entlang
der Oberfläche des Falztisches 12 in Transportrichtung 13 bewegt. Weitere obere Bänder
bewegen den oberen Teil der Signaturen 2 und 3, sind aber der Übersicht halber nicht
dargestellt. Der Falztisch 12 weist einen Spalt 14 auf, der sich in die Transportrichtung
13 erstreckt. Die Falzvorrichtung 1 umfasst eine Vielzahl von segmentierten Falzmessern
20, die einzelne Falzmessersegmente 20a, 20b, 20c etc. aufweisen. Die Segmente 20a,
20b, 20c etc. sind auf einem Riemen 30, der eine Innenverzahnung aufweist, so dass
er als Zahnriemen dient, befestigt. Der Riemen 30 wird von wenigstens einem der zwei
Zahnräder 32 und 34 angetrieben und ist in einem Winkel A zur Oberfläche des Falztisches
12 angeordnet, d.h. der Abschnitt der Riemens 30 zwischen den Zahnrädern 32, 34, der
dem Falztisch 12 zugewandt ist, verläuft in einer Ebene, welche mit der Ebene des
Falztisches 12 einen Winkel A bildet.
[0031] Jedes Segment 20a, 20b, 20c etc. des Falzmessers 20 umfasst einen Basisabschnitt
40, der vorzugsweise anhand von Befestigungsstiften an dem Riemen 30 befestigt ist,
so dass der Basisabschnitt 40 nicht auf dem Riemen 30 verrutschen kann.
[0032] Der Basisabschnitt 40 trägt ein Falzmessersegment 20. Zwei entfernbare Bolzen oder
Schrauben können dazu verwendet werden, das Falzmessersegment 20 festzuhalten, so
dass das Falzmessersegment 20 leicht austauschbar ist, sollte es beschädigt worden
sein. Der Basisabschnitt 40 und das Falzmessersegment 20 können aus Federstahl gefertigt
sein, jedoch können diese Komponenten auch aus leichten Misch- oder Plastikmaterialien
hergestellt werden, um das Gewicht der einzelnen Falzmesser zu reduzieren.
[0033] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der Vorrichtung von Fig. 1, wobei das in Fig. 1 gezeigte
Falzmesser vom Riemen 30 bewegt wird. Da das Falzmesser 20 segmentiert ist, können
die Falzmessersegmente 20a, 20b, 20c etc. einzeln über das Zahnrad 32 geführt werden.
Bevor das segmentierte Falzmesser 20 die Oberfläche der Signatur kontaktiert, sind
die Segmente wieder in einer Reihe angeordnet und treffen als eine gerade Messerkante
auf die Oberfläche der Signatur. Die Oberfläche der Signatur bildet also eine Ebene,
und die Messerkante verläuft in einer Ebene parallel zu dieser Ebene.
[0034] Die Falzmessersegmente 20a, 20b, 20c etc. werden vorzugsweise zunehmend länger und
weisen gewinkelte Kanten auf, so dass die Messerkante schräg verläuft. Der Winkel
zwischen dem Riemen 30, während er geradeaus läuft, und der schräg verlaufenden Messerkante
entspricht vorzugsweise dem Winkel A zwischen dem Riemen 30, während er geradeaus
läuft, und der Oberflächenebene des Falztisches 12. Bevor das Falzmesser die Signatur
4 kontaktiert, befindet sie sich in der Position 4', wie in Fig. 3 gezeigt. Das Falzmesser
20 drückt die Signatur 4 durch eine Öffnung, z.B. einen Spalt 14, in der Oberfläche
des Falztisches 12, während die Signatur 4 sich weiter vorwärts bewegt (senkrecht
zur Zeichenebene). Die Signatur 4 wird dann von einem Spalt 45, der zwischen zwei
Falzwalzen 41 und 42 gebildet wird, aufgenommen und von Transportbändern 43 und 44,
welche um die Falzwalzen 41 und 42 herumgeführt werden, weitertransportiert. Beim
Einstoßen der Signatur 4 durch das Falzmesser 20 in die Öffnung des Falztisches 12
und beim Durchlaufen der Signatur 4 des Spaltes 45 zwischen den Falzwalzen 41 und
42 wird der gewünschte Falz in der Signatur 4 erzeugt. Danach kann die Signatur 4
von den Transportbändern 43 und 44 weitergeführt und z.B. einer Verlangsamungsvorrichtung
und/oder einer Ablagevorrichtung zugeführt werden.
[0035] Der Riemen 30 wird vorzugsweise mit einer etwas höheren Geschwindigkeit bewegt als
die Signaturen, wenn sie den Falztisch erreichen. Diese erhöhte Geschwindigkeit soll
den Winkel A ausgleichen, so dass die Geschwindigkeit der Falzmesser, die parallel
zu dem Produktstrom bewegt werden, dessen Geschwindigkeit ähnlich ist. Daher kann
der Riemen vorzugsweise mit einer Geschwindigkeit bewegt werden, die ungefähr der
[0036] Signaturgeschwindigkeit entspricht, wenn diese auf den Falztisch gelangen, geteilt
durch den Kosinus von A.
[0037] Fig. 4 zeigt den Gebrauch der vorliegenden Erfindung in einem Falzapparat. Signaturen,
die gefalzt werden sollen, können mittels Bändern (hier nicht dargestellt) an beiden
Seiten festgehalten werden, um nicht unkontrolliert durch die Schwerkraft beeinflusst
zu werden. Während die Signaturen durch den Spalt 14 in dem Falztisch 12 bewegt werden,
werden sie von den Transportbändern 43 und 44 ergriffen. Diese transportieren die
Signaturen zu der Verlangsamungsvorrichtung 50, die die gefalzten Signaturen bremst
und an eine Fördervorrichtung weiterleiten kann.
[0038] Die vorliegende Erfindung ist hier mit segmentierten Falzmessern dargestellt. Es
ist jedoch ebenso möglich, die Signaturen mittels einzelner rotierender Falzmesser
mit einer durchgehenden Falzmesseroberfläche, die an einem Riemen befestigt sind,
zu falzen.
Liste der Bezugszeichen
[0039]
- 1
- Falzvorrichtung
- 2
- Materialbahn/Signatur
- 3
- Materialbahn/Signatur
- 4
- Materialbahn/Signatur
- 4'
- Position
- 10
- angetriebenes Band
- 12
- Falztisch
- 13
- Transportrichtung
- 14
- Spalt
- 20
- segmentierte Falzmesser
- 20a, 20b, 20c etc.
- Falzmessersegmente
- 30
- Fördermittel/Riemen
- 32
- Zahnrad
- 34
- Zahnrad
- 40
- Basisabschnitt
- 41
- Falzwalze
- 42
- Falzwalze
- 43
- Transportband
- 44
- Transportband
- 45
- Spalt
- 50
- Verlangsamungsvorrichtung
- 60
- Fördervorrichtung
- A
- Winkel
1. Verfahren zum Falzen von Materialbogen (2, 3, 4), insbesondere von aus wenigstens
einer Papierbahn hergestellten Papierbogen oder Signaturen, wobei die Materialbogen
(2, 3, 4) auf einem einen Spalt aufweisenden Falztisch (12) in eine Transportrichtung
(13) geführt werden, und wobei mindestens ein an einem im Wesentlichen endlosen Fördermittel
(20) angeordnetes Falzmesser (20), welches eine Falzkante aufweist, parallel zur Transportrichtung
(13) und in den Spalt (45) hinein bewegt wird,
gekennzeichnet durch
die folgenden Verfahrensschritte:
Orientieren der Falzkante im Wesentlichen parallel zu dem Materialbogen (2, 3, 4);
In Kontakt bringen der Falzkante mit dem Materialbogen (2, 3, 4) im Wesentlichen über
die gesamte Länge des Materialbogens (2, 3, 4).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
Segmentieren des Falzmessers (20).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch
Bewegen des Falzmessers (20) in einem Winkel (A) zu der Transportrichtung (13), insbesondere
in einem Winkel (A) von weniger als 30 Grad zu der Transportrichtung (13).
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
Bewegen des Fördermittels (30) mit einer geringfügig höheren Geschwindigkeit als die
Transportgeschwindigkeit des Materialbogens (2, 3, 4).
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
Bewegen des Falzmessers (20) mittels eines im Wesentlichen endlosen Riemens (30).
6. Vorrichtung zum Falzen von in eine Transportrichtung (13) geführten Materialbogen
(2, 3, 4), insbesondere von aus mindestens einer Papierbahn hergestellten Papierbogen
oder Signaturen, welche insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach einem
der vorhergehenden Ansprüche eingesetzt wird, und welche einen einen Spalt (14) aufweisenden
Falztisch (12), ein im Wesentlichen endloses, parallel zur Transportrichtung (13)
verlaufendes Fördermittel (30) und mindestens ein an dem Fördermittel (30) angeordnetes,
eine Falzkante aufweisendes Falzmesser (20), welches in den Spalt (14) hinein bewegt
wird, umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Falzkante im Wesentlichen parallel zu dem Materialbogen (2, 3, 4) orientiert
ist und den Materialbogen (2, 3, 4) im Wesentlichen über die gesamte Länge des Materialbogens
(2, 3, 4) kontaktiert.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Falzmesser (20) segmentiert ist, insbesondere drei Falzmessersegmente (20a,
20b, 20c etc.) umfasst.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fördermittel (30) einen geraden Abschnitt aufweist und dass der gerade Abschnitt
mit der Oberfläche des Falztisches (12) einen Winkel (A) bildet, insbesondere einen
Winkel (A) weniger als 30 Grad bildet.
9. Vorrichtung, nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Falzmesser (20) eine schräge Messerkante umfasst.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fördermittel ein Riemen (30), insbesondere ein Zahnriemen ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Falzmesser (20) auf den geraden Abschnitt des Fördermittels (30)
passen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
gekennzeichnet durch
Transportbänder (43, 44), die unter dem Falztisch (12) gegenüber dem Transportmittel
(30) angeordnet sind, um die Materialbogen (2, 3, 4), nachdem sie durch den Spalt
(14) geführt wurden, aufzunehmen.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fördermittel (30) zwischen zwei Antriebsrädern, insbesondere zwischen zwei
Zahnrädern (32, 34) angeordnet ist.
14. Falzapparat
gekennzeichnet durch
eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13.
15. Druckmaschine
gekennzeichnet durch
eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13 oder einen Falzapparat nach Anspruch
14.