[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung
eines Aktors auf ein Stellglied gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1, insbesondere
zum Einsatz in einem Fluiddosierer. Eine solche Vorrichtung, im Weiteren auch als
Übertragungselement bezeichnet, ist aus der DE 197 08 304 A1 bekannt.
[0002] In der Kraftfahrzeugtechnik werden zunehmend Speichereinspritzsysteme eingesetzt,
bei denen mit sehr hohen Einspritzdrücken gearbeitet wird. Bei solchen z. B. unter
der Bezeichnung "Common-Rail-Systeme" bekannten Einspritzsystemen wird Kraftstoff
unter hohem Druck an in den Zylindern der Brennkraftmaschine angeordneten Einspritzventile
angelegt. Der Einspritzvorgang in den Zylinder wird durch Öffnen und Schließen der
Einspritzventile ausgelöst, wobei die Einspritzventile über Aktoren angesteuert werden,
die nach dem elektromagnetischen und, um hohe Schaltgeschwindigkeiten zu erreichen,
auch nach dem piezoelektrischen, elektrostriktiven oder magnetostriktiven Prinzip
arbeiten. Die Aktoren in den Einspritzventilen betätigen dabei, ggf. unter Zwischenschaltung
eines Servoventils eine Ventilnadel im Einspritzventil.
[0003] An ein serientaugliches Kraftstoffeinspritzventil werden insbesondere folgende Anforderungen
gestellt:
[0004] Die Ventilnadel soll in dem Einspritzventil entweder unbelastet angeordnet sein oder
mit einer druckabhängigen Kraft belastet werden. Falls ein steigender Kraftstoffdruck
an der Ventilnadel anliegt, ist zu gewährleisten, dass die Ventilnadel zum Sicherstellen
einer ausreichenden Dichtheit mit steigenden Kraftstoffdruck immer fester auf den
Ventilsitz gepresst wird.
[0005] Weiterhin soll das Einspritzventil unempfindlich gegen thermische oder druckinduzierte
Längendehnungen sein. Auch soll die Funktionsfähigkeit des Einspritzventils nicht
durch Setzeffekte, die z. B. durch Alterungsprozesse des Aktors ausgelöst werden können,
beeinträchtigt werden. Um Längenänderungen im Einspritzventil, die durch thermische,
Druck- oder Setzeffekte hervorgerufen werden, zu verhindern, werden üblicherweise
die Ventilnadel bzw. die weiteren Bauteile im Einspritzventil aus Spezialstählen gefertigt,
die jedoch sehr kostspielig sind. Weiterhin ist es auch beim Einsatz solcher kostspieliger
Spezialstähle notwendig, zwischen den einzelnen Bauteilen einen ausreichenden Abstand
vorzusehen, um eventuelle Längendehnungen zwischen den Bauteilen aufnehmen zu können.
Dieser notwendige Sicherheitsabstand von 3 µm bis 5 µm geht jedoch als nutzbarer Hub
des Aktors verloren, was insbesondere beim Einsatz eines Piezo-Aktors, der nur einen
kleinen Hub hervorbringt, zu Problemen beim Öffnen der Ventilnadel führen kann.
[0006] Um keinen Spalt zwischen den einzelnen Bauteilen im Einspritzventil vorsehen zu müssen,
wird in der DE 197 08 304 A1 ein hydraulisches Übertragungselement vorgeschlagen,
das die Auslenkung des Aktors im Einspritzventil auf einen Antriebsstempel des Servoventils
bzw. einen Führungsschaft der Ventilnadel überträgt. Das hydraulische Übertragungselement
ist dabei im Wesentlichen zylinderförmig ausgebildet und weist eine Hydraulikkammer
auf, die von einer flexiblen Membran begrenzt ist. An der flexiblen Membran liegt
der Antriebsstempel des Servoventils bzw. der Führungsschaft der Ventilnadel an. Von
der Hydraulikkammer führt eine Verbindungsbohrung mit Drosselwirkung zu einer Speicherkammer,
die im Inneren des Übertragungselement vorgesehen ist und durch eine vorgespannte
Federplatte abgeschlossen wird. Über die Federplatte ist in der Hydraulikkammer eine
starre Abdeckplatte angeordnet, die am Aktor des Einspritzventils anliegt. Die Hydraulikkammer
und die Speicherkammer sind mit einem hydraulischen Medium gefüllt.
[0007] Im Ruhezustand wird über die Verbindungsbohrung der in der Speicherkammer herrschende
Druck des hydraulischen Mediums auf die Hydraulikkammer übertragen, so dass die flexible
Membran immer am Antriebsstempel des Servoventils bzw. am Führungsschaft der Ventilnadel
anliegt, auch wenn sich aufgrund thermischer Effekte oder Alterungsprozesse Verschiebungen
der Anordnung der einzelnen Komponenten im Kraftstoffeinspritzventil ergeben. Bei
einer Betätigung des Aktors wird die Auslenkung dieses Aktors über das Übertragungselement
im Wesentlichen unverändert auf den Antriebsstempel des Servoventils bzw. den Führungsschaft
der Ventilnadel übertragen. Die Verbindungsbohrung zwischen der Hydraulikkammer und
der Speicherkammer ist hierbei so ausgelegt, dass aufgrund der im Bereich von Millisekunden
liegenden Ansteuerzeiten im Wesentlichen kein hydraulisches Medium aus der Hydraulikkammer
in die Speicherkammer abfließen kann.
[0008] Das aus der DE 197 08 304 A1 bekannte Übertragungselement zeichnet sich jedoch durch
einen komplizierten Aufbau aus. Weiterhin ist es mit diesem bekannten Übertragungselement
schwierig, eine Temperaturkompensation über den gesamten Arbeitsbereich des Kraftstoffeinspritzventils
von ca. -40°C bis +150°C zu gewährleisten. In diesem großen Temperaturbereich kann
es zu einer Änderung des Volumens des im Übertragungselement eingesetzten hydraulischen
Mediums von bis zu 20 % kommen. Eine solche große Volumenschwankung lässt sich jedoch
nur sehr schwer von dem in der DE 197 08 304 A1 gewählten Aufbau bewältigen.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine spielfreie hydraulische Vorrichtung
zum Übertragen einer Bewegung eines Aktors auf ein Stellglied bereitzustellen, die
sich durch eine große Zuverlässigkeit bei hohen Dauerbelastungen und starken Temperaturschwankungen
auszeichnet.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich durch ein Übertragungselement aus,
das ein erstes Kolbenelement, das fest mit einem Aktor verbunden ist, und ein zweites
Kolbenelement, das fest mit einem Stellglied verbunden ist, aufweist, wobei zwischen
dem ersten Kolbenelement und dem zweiten Kolbenelement eine Hydraulikkammer ausgebildet
ist, und wobei eine mit der Hydraulikkammer über einen Drosselspalt verbundene Speicherkammer
einen druckbelasteten Bereich umfasst, dessen Bereichsgrenzen elastisch ausgebildet
sind. Dieser Aufbau gewährleistet zuverlässig eine selbsttätige Kompensation großer
Abstandsänderungen zwischen dem Aktor und dem Stellglied, die durch thermische Druck-
oder Setzeffekte hervorgerufen werden können. Darüber hinaus wird durch die elastische
Auslegung eines Speicherkammerbereiches gewährleistet, dass das Übertragungselement
über einen weiten Temperaturbereich, insbesondere den gesamten Arbeitsbereich eines
Kraftstoffeinspritzventils von ca. -40°C bis +150°C funktionsfähig bleibt. Das erfindungsgemäße
Übertragungselement kann darüber hinaus sowohl in einem nach innen als auch nach außen
sich öffnenden Kraftstoffeinspritzventil eingesetzt werden. Weiterhin zeichnet sich
das Übertragungselement durch eine sehr kompakte Bauform, einen sehr hohen hydromechanischen
Übertragungswirkungsgrad und hervorragende dynamische Übertragungseigenschaften aus,
da nur eine sehr kleine Hydraulikkammer zwischen dem ersten und dem zweiten Kolbenelement
benötigt wird.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der elastische Speicherkammerbereich
durch eine Federbalganordnung, vorzugsweise bestehend aus Metallbälgen, begrenzt.
Solche Metallbälge sind radial sehr steif, in axiale Richtung jedoch sehr weich ausgelegt
und können somit zuverlässig Volumenänderungen in der im Übertragungselement enthaltenen
Hydraulikflüssigkeit aufnehmen.
[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Aktor von einem Federelement
vorgespannt, das fest mit dem ersten Kolbenelement des Übertragungselements verbunden
ist. Durch diese Ausgestaltung kann eine Rückstellfeder, die das Stellglied nach Ende
der Ansteuerung des Aktors in seine Ausgangsstellung zurücksetzt, klein dimensioniert
werden, da die Funktion der Rückstellfeder durch die Rückziehbewegung des Aktors,
die über das Übertragungselement auf das Stellglied wirkt, unterstützt wird.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann durch geeignete Wahl der Größenverhältnisse
der druckwirksamen Flächen des ersten Kolbenelements und des zweiten Kolbenelements
eine Hubübersetzung der Aktorbewegung auf das Stellglied erfolgen. Hierdurch wird
erreicht, dass auch beim Einsatz eines Piezoelements als Aktor ein ausreichender Hub
zum Betätigen des Stellgliedes erzeugt wird.
[0015] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein nach außen sich öffnendes Kraftstoffeinspritzventil mit einem erfindungsgemäßen
hydraulischen Übertragungselement in einer ersten Ausführungsform;
- Figur 2
- ein nach innen sich öffnendes Kraftstoffeinspritzventil mit einem erfindungsgemäßen
hydraulischen Übertragungselement in der ersten Ausführungsform; und
- Figur 3
- ein nach außen sich öffnendes Kraftstoffeinspritzventil mit einem erfindungsgemäßen
hydraulischen Übertragungselement in einer zweiten Ausführungsform.
[0016] Das in Figur 1 gezeigte Kraftstoffeinspritzventil, das sich nach außen in einen Brennraum
einer Brennkraftmaschine öffnet, wird mit unter hohem Druck stehenden Kraftstoff betrieben.
Bei diesem Einspritzventil ist im oberen Teil eines Gehäuses 1 eine Antriebseinheit
eingebaut, die als wesentliches Bauteil einen piezoelektrischen Multilayeraktor 8
in Niedervolttechnik aufweist. Dieser piezoelektrische Multilayeraktor 8 ist von einer
Rohrfeder 9 umgeben, die zwischen einer Kopfplatte 10 und einer Fußplatte 11 eingeschweißt
ist, wobei die Rohrfeder 9 so vorgespannt ist, das der piezoelektrische Multilayeraktor
8 unter einer mechanischen Druckvorspannung steht. Das Gehäuse 1 ist weiterhin mit
einer Fußplatte 11 der Antriebseinheit möglichst steif, vorzugsweise über eine Schweißnaht
12, verbunden.
[0017] Der piezoelektrische Multilayeraktor 8 wirkt, wenn er elektrisch über seine Zuleitungen
19 angesteuert wird, über ein hydraulisches Übertragungselement auf das hintere Ende
einer Ventilnadel 3 ein. Die Ventilnadel 3 ist im vorderen Teil des Gehäuses 1 des
Einspritzventils in einer durchgehenden Innenbohrung 30 angeordnet und verschließt
im Ruhezustand mit einem am vorderen Ende der Ventilnadel 3 angeordneten Ventiltellers
4 einem Ventilsitz 2 am Gehäuse 1. Der geschlossene Ausgangszustand im Einspritzventil
wird dabei durch eine vorgespannte Düsenfeder 5 gewährleistet, die mit der Ventilnadel
3 über einen Sprengring 6 verbunden ist und den Ventilteller 4 auf den Ventilsitz
2 drückt. Bei einer Ansteuerung des piezoelektrischen Multilayeraktors 8 hebt die
vom Übertragungselement auf das hintere Ende der Ventilnadel 3 übertragene Auslenkung
den Ventilteller 4 vom Ventilsitz 2 ab, so dass Kraftstoff, der in eine Kraftstoffkammer
13 im Gehäuse 1 über eine Kraftstoffzuleitung 7 eingespeist wird, an der Ventilnadel
3 vorbei in den Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt werden kann.
[0018] Da der Kraftstoff unter sehr hohem Druck in der Kraftstoffkammer 13 im Gehäuse 1
steht, muss dieser Bereich zuverlässig von den übrigen Bereichen im Gehäuse 1 des
Einspritzventils, insbesondere von dem Antriebsbereich abgedichtet sein. Zur hermetisch
dichten und axial sehr weichen Durchführung der Ventilnadel 3 aus der Kraftstoffkammer
13 in den Bereich, in dem das Übertragungselement und das Antriebseinheit eingebaut
sind, dient ein Metallbalg 15. An die Kraftstoffkammer 13 grenzt ein ringförmiger
Absatz 14 an, der in die Innenbohrung 30 hineinragt. An der Ventilnadel 3 ist weiterhin
ein ringförmiges Anschlussstück 16 angebracht. Zwischen dem Anschlussstück 16 an der
Ventilnadel 3 und dem ringförmig umlaufenden Absatz 14 im Gehäuse 1 ist der parallel
zur Ventilnadel 3 verlaufende Metallbalg 15 eingeschweißt, der zur hermetischen Abdichtung
der Kraftstoffkammer 13 gegenüber den weiteren Gehäusebereichen, in denen sich die
Antriebseinheit und das Übertragungselement befindet, dient. Weiterhin wird die Ventilnadel
3 durch den Metallbalg 15 gegen Verdrehen gesichert. Dies kann insbesondere dann von
Vorteil sein, wenn ein hubbegrenzender Anschlag für die Ventilnadel 3 in das Kraftstoffeinspritzventil
eingebaut ist.
[0019] Der Einsatz des Metallbalgs 15 zur Nadeldurchführung ermöglicht eine perfekte, dauerhafte
und zuverlässige Abdichtung des Hochdruckbereichs im Einspritzventil gegenüber den
übrigen Bereichen. Der Metallbalg 15 hält, wie Berechnungen und Versuche gezeigt haben,
trotz geringer Wandstärken von bspw. 50 µm bis 500 µm aufgrund seiner hohen radialen
Steifigkeit sehr hohen Drücken stand, ohne irreversibel verformt zu werden. Der Metallbalg
15 kann weiterhin so ausgelegt werden, dass durch eine hinreichende Anzahl von Wellen
eine hohe axiale Nachgiebigkeit, d. h. geringe Federrate in Bewegungsrichtung der
Ventilnadel 3 erreicht wird, um die Auslenkung der Ventilnadel 3 nicht zu beeinträchtigen
und um die durch temperaturbedingte Längenänderungen der Nadeldurchführung in die
Ventilnadel 3 eingeleiteten Kräfte so gering wie möglich zu halten. Weiterhin kann
durch den Einsatz des Metallbalgs 15 in der Nadeldurchführung mit hoher Zuverlässigkeit
eine Kraftstoffleckage verhindert werden.
[0020] Die Nadeldurchführung aus ringförmiger Absatz 14, Metallbalg 15 und Anschlussstück
16 kann weiterhin so ausgestaltet werden, dass die auf die Ventilnadel 3 wirkenden
druckbedingten Kräfte sich gegenseitig kompensieren, so dass die Ventilnadel 3 insgesamt
kraftfrei gehalten wird. Dies ermöglicht es, das Einspritzventil so auszulegen, dass
ein vom Kraftstoffdruck nahezu unabhängiges Schaltverhalten möglich wird, da die Öffnungs-
und Schließkräfte dann allein vom piezoelektrischen Multilayeraktor 8 und der Kraft
der vorgespannten Düsenfeder 5 bestimmt werden.
[0021] Andererseits kann die aus dem ringförmigen Absatz 14, dem Metallbalg 15 und dem Anschlussstück
16 gebildete Ventilnadeldurchführung auch so ausgelegt werden, dass sich eine mit
steigendem Kraftstoffdruck in der Kraftstoffkammer 13 zunehmende Kraft ergibt, mit
welcher der Ventilteller 4 in den Ventilsitz 2 gedrückt wird. Durch Wahl des hydraulischen
Durchmessers, der durch den Absatz 14, den Metallbalg 15 und das Anschlussstück 16
festgelegt ist, besteht somit die Möglichkeit, die Ventilnadel 3 des Injektors in
der gewünschten Weise druckkräftemäßig, d. h. völlig druckkräftefrei, überkompensiert
oder unterkompensiert zu halten.
[0022] Der Metallbalg 15 verfügt weiterhin aufgrund seines metallischen Werkstoffes über
einen weiten Arbeitstemperaturbereich mit gleichbleibender Funktionsfähigkeit. Die
thermischen Längenänderungen des Metallbalgs 15 selbst führen aufgrund der niedrigen
axialen Federkonstante des Metallbalgs 15 nur zu einer vernachlässigbar geringen Krafteinleitung
in die Ventilnadel 3 in axialer Richtung. Der Metallbalg 15 kann darüber hinaus aufgrund
seiner mechanischen Federwirkung in axialer Richtung auch die Düsenfeder 5 teilweise
oder vollständig ersetzen.
[0023] Um den Hub des piezoelektrischen Multilayeraktors 8 auf die Ventilnadel 3 zu übertragen,
ist das Übertragungselement zwischen der Antriebseinheit und der Ventilnadel 3 vorgesehen.
Dieses Übertragungselement dient dabei primär als hydraulisches Spielausgleichselement,
um jegliches Spiel zwischen dem piezoelektrischen Multilayeraktor 8 und der Ventilnadel
3 auszuschließen. Weiterhin kann mit dem Übertragungselement eine Hubübersetzung erfolgen.
[0024] Das Übertragungselement weist einen Primärkolben 21 und einen Sekundärkolben 23 auf,
die in einem an den ringförmigen Absatz 14 im Gehäuse 1 angrenzenden Bohrungsabschnitt
angeordnet sind. Dieser Bohrungsabschnitt ist zweistufig ausgebildet, mit einem ersten,
sich an die Antriebseinheit anschließenden breiteren Bohrungsabschnitt 31, in dem
der Primärkolben 21 sitzt und einem zweiten schmäleren Bohrungsabschnitt 32, der an
den Anschlag 14 im Gehäuse 1 angrenzt und in dem der Sekundärkolben 23 angeordnet
ist. Der Primärkolben 21 ist im Wesentlichen zylindrisch ausgebildet und an der Kopfplatte
10 der Antriebseinheit angebracht oder bevorzugt fest über eine Verschweißung mit
dieser verbunden. Vorzugsweise bestehen die Kopfplatte 10 und der Primärkolben aus
einem Teil. Der Sekundärkolben 23 ist als Hohlzylinder ausgebildet und auf das hintere
Ende der Ventilnadel 3 aufgesteckt, wobei die dem Primärkolben 21 zugewandte Stirnfläche
des Sekundärkolbens 23 im Wesentlichen plan zur Endfläche der Ventilnadel 3 angeordnet
ist. Die Ventilnadel 3 und der Sekundärkolben 23 sind ebenfalls bevorzugt über eine
Verschweißung fest, zumindest aber spielfrei und mechanisch möglichst steif miteinander
verbunden.
[0025] Der Primärkolben 21 und der Sekundärkolben 23 sind weiterhin so voneinander beabstandet,
dass zwischen den sich gegenüberliegenden Stirnflächen im Bereich des Übergangs vom
ersten Bohrungsabschnitt 31 zum zweiten Bohrungsabschnitt 32 eine Hydraulikkammer
22 ausgebildet ist. Weiterhin ist im Übertragungselement eine zweiteilige Speicherkammer
24 vorgesehen, die einen ersten Speicherkammerbereich 241 in der Innenbohrung 30 aufweist,
der durch die untere Stirnfläche des Sekundärkolbens 23 und durch das Anschlussstück
16 des Metallbalges 15 an der Ventilnadel 3 begrenzt wird. Dieser erste Speicherkammerbereich
241 ist über eine im Gehäuse 1 ausgebildete ungedrosselte Verbindungsbohrung 223 an
einen zweiten Speicherkammerbereich 242 angeschlossen, der in den ersten Bohrungsabschnitt
31 angrenzenden Gehäusebereich 34 um die Antriebseinheit herum angeordnet ist. Der
zweite Speicherkammerbereich 242 wird durch zwei konzentrisch zueinander angeordnete
Federbälge 25, 26 und einem Druckring 27 begrenzt, der wiederum von einer Druckfeder
28 gehalten wird, die an einer Lochplatte 29 im Gehäusebereich 34 abgestützt ist.
Der innenliegende Federbalg 25 ist dabei zwischen die Innenseite des Druckrings 27
und der hinteren Stirnfläche des Primärkolbens 21, die aus dem ersten Bohrungsabschnitt
31 heraussteht, eingeschweißt. Der außenliegende Federbalg 26 ist an die Außenseite
des Druckrings 27 und an eine an den ersten Bohrungsabschnitt 31 angrenzende Gehäusestufe
30 angeschweißt. In der Gehäusestufe 30 zwischen den beiden Federbälgen 25, 26 mündet
die Verbindungsbohrung 223.
[0026] Die Hydraulikkammer 22 und die Speicherkammer 24 stehen über einen Drosselspalt 36,
der zwischen der Umfangswandung des Sekundärkolbens 23 und der Innenwandung des zweiten
Bohrungsabschnitts 32 ausbildet ist, und über einen Drosselspalt 37, der zwischen
der Umfangswandung des Primärkolbens 21 und der Innenwandung des ersten Bohrungsabschnittes
31 ausgebildet ist, miteinander in Verbindung. Weiterhin ist der gesamte Innenraum
des Übertragungselements mit einer Hydraulikflüssigkeit gefüllt, die unter einem geringen
Überdruck steht, der durch die Druckfeder 28 erzeugt wird, die über den Druckring
27 den zweiten Speicherkammerbereich 242 beaufschlagt. Vor dem Befüllen des Innenraums
des Übertragungselements mit Hydraulikflüssigkeit wird diese Hydraulikflüssigkeit
entgast, um eventuell vorhandene Gasbläschen in der Flüssigkeit aufzulösen.
[0027] Das Einspritzventil mit dem Übertragungselement arbeitet wie folgt:
[0028] Zur Einleitung des Einspritzvorgangs wird der piezoelektrische Multilayeraktor 8
über die elektrischen Zuleitungen 19 geladen. Dies bewirkt, dass der piezoelektrische
Multilayeraktor 8 sich axial auslenkt und über die Kopfplatte 10 den Primärkolben
21 nach unten in den ersten Bohrungsabschnitt 31 hinein schiebt.
[0029] Beim Übertragungselement sind der Drosselspalt 36 am Sekundärkolben 23 und der Drosselspalt
37 am Primärkolben 21, die eine Verbindung zwischen der Hydraulikkammer 22 und der
Speicherkammer 24 herstellen, so dimensioniert, dass während der typischen Ansteuerzeiten
des piezoelektrischen Multilayeraktors 8 von 1 bis 5 ms nur ein verschwindend geringer
Austausch von Hydraulikflüssigkeit zwischen der Hydraulikkammer 22 und der Speicherkammer
24 stattfinden kann. Dies bedeutet, dass das Volumen der Hydraulikflüssigkeit während
der Einspritzzeit nur durch die Kompressibilität der Hydraulikflüssigkeit bestimmt
ist, und die Hydraulikkammer 22 somit als steifer Kolben betrachtet werden kann. Die
Federkonstante c der Hydraulikkammer 22 lässt sich dabei wie folgt abschätzen.
- κ:
- Kompressibilität der Hydraulikflüssigkeit
- V:
- Volumen der Hydraulikkammer
- P:
- Druck
- A:
- Querschnittsfläche der Hydraulikkammer
- h:
- Höhe der Hydraulikkammer
mit

F: Kraft
ergibt sich

[0030] Die obige Gleichung zeigt, dass die Federkonstante c der Hydraulikkammer 22 um so
größer ist, je geringer deren Höhe und je größer deren wirksame Querschnittsfläche
ist. Simulationsrechnungen haben weiterhin gezeigt, dass mit thermischen und druckinduzierten
Ausdehnungen von maximal 50 µm zu rechnen ist. Um die Hydraulikkammer 22 als steifen
Kolben betrachten zu können, sollte die Federkonstante c der Hydraulikkammer 22 im
Bereich von 10
8 N/m oder höher liegen. Dies heißt, dass, unter der Annahme, dass die Kompressibilität
der Hydraulikflüssigkeit κ ca. 10 * 10
-10 m
2/N ist, was einem typischen Wert für eine Hydraulikflüssigkeit entspricht, der gewünschte
Wert für die Federkonstante c z. B. mit einer Querschnittsfläche von 1 cm
2 und einer Höhe von 0,1 cm erreicht werden kann. Die genaue Auslegung der Höhe und
Querschnittsfläche der Hydraulikkammer 22 kann jedoch jeweils an die Gegebenheiten
im Einspritzventil angepasst werden, um eine kompakte Bauform zu erreichen.
[0031] Durch die Auslegung der Hydraulikkammer 22 als steifer Kolben wird die Bewegung des
Primärkolbens 21, die vom piezoelektrischen Multilayeraktor 8 ausgelöst wird, verlustarm
direkt auf den Sekundärkolben 23 übertragen. Die Bewegung des Sekundärkolbens 23 wird
dabei nur geringfügig von der sich im ersten Speicherkammerbereich 241 befindenden
Hydraulikflüssigkeit gedämpft, da die überschüssige Hydraulikflüssigkeit aufgrund
des schnellen Druckanstiegs im ersten Speicherkammerbereich 241 über die ungedrosselte
Verbindungsbohrung 223 in den zweiten Speicherkammerbereich 242 weggedrückt wird.
Die beiden konzentrisch zueinander angeordneten Federbälge 25, 26, die den zweiten
Speicherkammerbereich 242 begrenzen, sind radial sehr steif, in axiale Richtung jedoch
sehr weich ausgelegt. Bevorzugt werden dabei als Federbälge Metallbälge eingesetzt,
die im Wesentlichen dem Metallbalg 15 der Nadeldurchführung entsprechen. An dieser
Stelle ist aber ebenso der Einsatz elastomerer Werkstoffe für die Federbälge 25, 26
möglich. Wenn Hydraulikflüssigkeit vom ersten Speicherkammerbereich 241 über die Verbindungsbohrung
223 in den zweiten Speicherkammerbereich 242 gedrückt wird, dehnt sich der zweite
Speicherkammerbereich 242 gegen die Haltekraft der auf dem Druckring 27 lastenden
Druckfeder 28 axial in Richtung auf die Fußplatte 11 der Antriebseinheit aus.
[0032] Die vom Primärkolben 21 ausgelöste Bewegung des Sekundärkolbens 23 verschiebt die
mit dem Sekundärkolben 23 verbundene Ventilnadel 3 gegen die Rückstellkraft der Düsenfeder
5 nach unten, so dass der Ventilteller 4 vom Ventilsitz 2 abhebt und das Einspritzventil
sich öffnet. Die Längendehnung des piezoelektrischen Multilayeraktors 8 wird dabei
in eine Verschiebung des Sekundärkolbens 23 und damit der Ventilnadel 3 übersetzt,
die dem Verhältnis der druckwirksamen Flächen des Primärkolbens 21 und des Sekundärkolbens
23 in der Hydraulikkammer 22 entspricht. Durch geeignete Abstimmung der Primärkolbenfläche
zur Sekundärkolbenfläche lässt sich also z. B. eine Vergrößerung des Hubs des piezoelektrischen
Multilayeraktors 8 in Bezug auf den Hub der Ventilnadel 3 einstellen. Hierdurch kann
zuverlässig gewährleistet werden, dass der extrem kurze Hub des piezoelektrischen
Multilayeraktors 8 bei allen Betriebsbedingungen des Einspritzventils ausreicht, die
Ventilnadel 3 zu öffnen.
[0033] Der Einspritzvorgang wird beendet, indem der piezoelektrische Multilayeraktor 8 über
die elektrischen Zuleitungen 19 wieder entladen wird. Hierdurch verkürzt sich der
piezoelektrische Multilayeraktor 8 auf seine Ausgangslänge, wobei die Rohrfeder 9
verhindert, dass die Piezo-Keramik durch Massenträgheitseffekte beim Kontrahieren
unter Zugspannung gerät. Da der Primärkolben 21 über die Kopfplatte 10 fest mit der
Antriebseinheit verbunden ist, wird durch die Kontraktion des piezoelektrischen Multilayeraktors
8 auch der Primärkolben 21 aus dem ersten Bohrungsabschnitt 31 zurückgezogen. Hierdurch
entsteht in der Hydraulikkammer 22 kurzzeitig eine Druckabsenkung, die aufgrund der
extrem kurzen Schaltzeiten des piezoelektrischen Multilayeraktors 8 und dem kleindimensionierten
Drosselspalt 36 am Sekundärkolben 23 nicht durch Nachfließen von Hydraulikflüssigkeit
aus der Speicherkammer 24 über die Drosselspalte 36, 37 sofort ausgeglichen werden
kann. Diese Druckabsenkung in der Hydraulikkammer 22 gegenüber dem im der Speicherkammer
24 anstehenden Druck führt zu einer Druckdifferenz, die über der der Hydraulikkammer
zugewandten Seite des Sekundärkolbens 23 und der dem ersten Speicherkammerbereich
241 zugewandten Seite des Sekundärkolbens 23 abfällt. Hierdurch wird die Rückstellung
der Ventilnadel 3 durch die Düsenfeder 5 unterstützt, so dass ein schnelles Schließen
des Einspritzventils erreicht wird, was sich günstig auf den Verbrennungsverlauf auswirkt.
[0034] Durch die erfindungsgemäße Auslegung des Übertragungselementes ist es weiterhin möglich,
selbsttätig alle thermischen, durch Setzeffekte der Antriebseinheit oder hervorgerufenen
druckbedingten Längenänderungen im Einspritzventil auszugleichen. Längt sich z. B.
die Ventilnadel 3 aufgrund thermischer oder druckbedingter Ausdehnung in Bezug auf
das Gehäuse 1 des Einspritzventils, wird der Sekundärkolben 23 nach oben in den zweiten
Bohrungsabschnitt 32 hineingezogen. Der Drosselspalt 36 am Sekundärkolben 23 ist weiterhin
so ausgelegt, dass sich während der thermischen Vorgänge, die zeitlich im Bereich
von einigen Sekunden bis Minuten liegen, Hydraulikflüssigkeit über die Drosselspalte
36, 37 zwischen der Speicherkammer 24 und der Hydraulikkammer 22 ausgetauscht werden
kann. Wenn der Sekundärkolben 23 sich also aufgrund der thermischen Vorgänge in den
zweiten Bohrungsabschnitt 32 vorschiebt, fließt Hydraulikflüssigkeit so lange aus
der Hydraulikkammer 22 über die Drosselspalte 36, 37 in die Speicherkammer 24, bis
sich in der Hydraulikkammer 22 und in der Speicherkammer 24 wieder ein Druckgleichgewicht
einstellt. Der Längenausgleich wird dabei ausschließlich durch die Höhe der Hydraulikkammer
22 begrenzt.
[0035] Für eine zuverlässige Funktion des Übertragungselements ist insbesondere eine hermetische
Abdichtung der Hydraulikflüssigkeit gegenüber der Kraftstoffkammer bzw. der Antriebseinheit
erforderlich. Es ergeben sich so hohe Anforderungen an die Federbälge 25, 26, die
deshalb vorzugsweise als Metallbälge ausgebildet sind. Diese Metallbälge sind wellenförmig
ausgebildet, da hierdurch ein sehr kleine axiale Federkonstante erreicht werden kann.
Die axiale Deformation des Metallbalges durch eine Druckbelastung ist zwar durchaus
nicht gering, hebt sich aber, genau wie die auf die einzelnen Balgwellen wirkenden
Kräfte, in ihrer Summe über die Gesamtlänge des Metallbalges nahezu auf. Als besonders
günstige Form für die Balgwellen hat sich eine, im Längsschnitt betrachtet, aus aneinandergefügten
Halbkreissegmenten mit geraden Zwischenstücken bestehende Geometrie erwiesen. Gegenüber
einem sinusförmigen Wellenverlauf weisen die aus Halbkreissegmenten bestehenden Wandungen
geringere mechanische Spannungen in axiale Richtung bei höherer axialer Nachgiebigkeit
auf.
[0036] Die Hydraulikflüssigkeit in der Hydraulikkammer 22 und der Speicherkammer 24 steht,
wie dargestellt, unter einem geringen Überdruck, der durch die Druckfeder 28 erzeugt
wird, die den Druckring 27 des zweiten Speicherkammerbereichs 242 beaufschlagt. Durch
diesen geringen Überdruck bei gleichzeitig blasenfreien Einfüllen der Hydraulikflüssigkeit
in das Übertragungselement wird gewährleistet, dass die schnellen Schaltvorgänge des
piezoelektrischen Multilayeraktors 8 nicht zu Kavitationen in der Hydraulikflüssigkeit
führen. Die Druckfeder 28 kann alternativ auch teilweise oder ganz durch eine Federwirkung
der Federbälge 25, 26 ersetzt werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Drosselspalte
36, 37 jeweils nur am Sekundärkolben 23 oder am Primärkolben 21 vorzusehen, so dass
ein Austausch von Hydraulikflüssigkeit zwischen einem der Speicherkammerbereiche 241,
242 und der Hydraulikkammer 22 erfolgt. Es können jedoch auch Drosselspalte am Primärkolben
21 und am Sekundärkolben 23 vorgesehen sein.
[0037] In Figur 1 ist ein nach außen sich öffnendes Einspritzventil dargestellt. Es besteht
jedoch auch die Möglichkeit, das erfindungsgemäße Übertragungselement bei einem nach
innen sich öffnenden Einspritzventil einzusetzen. Wie in Figur 2 gezeigt ist, wird
dann die Ventilnadel 3 von der Düsenfeder 5 statt unter Zugspannung unter Druckspannung
gesetzt, so dass die Ventilnadel 3 im Ruhezustand mit einer konischen Nadelspitze
104 auf einen konischen Ventilsitz 102 im Einspritzventil aufsitzt, unterhalb dem
ein Einspritzloch 103 zum Einspritzen von Kraftstoff in die Brennkraftmaschine ausgebildet
ist.
[0038] Das in Figur 2 gezeigte Einspritzventil wird genau gegenläufig zu dem in Figur 1
gezeigten Einspritzventil betrieben. Aus Sicherheitsgründen ist das Einspritzventil
dabei so ausgelegt, dass bei nicht angesteuerten piezoelektrischen Multilayeraktor
8 das Einspritzventil geschlossen ist, d. h. die Nadelspitze 102 gegen den Ventilsitz
104 gedrückt wird.
[0039] Beim Start der Brennkraftmaschine wird dann gleichzeitig der piezoelektrische Multilayeraktor
8 angesteuert. Dieser längt sich und schiebt dadurch den Primärkolben 21 in den ersten
Bohrungsabschnitt 31. Der sich dadurch ergebende Druckanstieg in der Hydraulikkammer
22 wird über den Drosselspalt 36 am Sekundärkolben 23 und dem Drosselspalt 37 am Primärkolben
21, die für einen Austausch von Hydraulikkflüssigkeit mit der Speicherkammer 24 sorgen,
ausgeglichen. Hierdurch stellt sich dann innerhalb von Sekundenbruchteilen wieder
ein Gleichgewichtszustand ein, bei dem das Einspritzventil weiterhin geschlossen bleibt.
Das Einspritzventil wird so betrieben, dass die Ventilnadel 3 sich immer dann öffnet,
wenn der piezoelektrische Multilayeraktor 8 entladen wird und sich dadurch der Primärkolben
21 und damit auch der Sekundärkolben 23, an dem die Ventilnadel 3 befestigt ist, zurückziehen.
[0040] Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform eines sich nach außen öffnenden Einspritzventils,
bei der der Basisdruck auf die Hydraulikflüssigkeit im Übertragungselement durch eine
zentral im Primärkolben 121 angeordnete Druckfeder 128 erzeugt wird. Hierzu ist der
Primärkolben 121 topfförmig ausgebildet, wobei zwischen der Kopfplatte 10 und einer
Bodenfläche des Primärkolbens 121 ein zusätzlicher dritter Speicherkammerbereich 243
ausgebildet ist. Der Primärkolben 121 ist dabei so angeordnet, dass er sich mit seiner
Bodenfläche in den ersten Bohrungsabschnitt 31 erstreckt. Die Seitenwände des Primärkolbens
21 dagegen befinden sich im Wesentlichen im Gehäusebereich 34, in dem die Antriebseinheit
angeordnet ist.
[0041] Die im dritten Speicherkammerbereich 243 angeordnete Druckfeder 128 ist zwischen
der Kopfplatte 10 der Antriebseinheit und einer Druckplatte 127, die sich im dritten
Speicherkammerbereich 243 vorgesehen ist, eingeschweißt. Die Druckfeder 128 wird dabei
zum dritten Speicherkammerbereich 243 hin von einem Metallbalg 125 geschützt.
[0042] Der zweite Speicherkammerbereich 242 ist zwischen der Kopfplatte 10 des piezoelektrischen
Multilayeraktors 8 und der Gehäusestufe 35 um die Wandung des Primärkolbens 121 herum
ausgebildet. Dieser zweite Speicherkammerbereich 242 ist über eine Verbindungsbohrung
136 mit dem dritten Speicherkammerbereich 243 im Primärkolben 121 verbunden. Die Funktionsweise
des in Figur 3 gezeigten Übertragungselements entspricht dem in Figur 1 dargestellten
Übertragungselement. Durch das Vorsehen einer innenliegenden Druckfeder 128 kann jedoch
ein höher Basisdruck sowie eine ggf. kompaktere Bauweise des Übertragungselements
erreicht werden.
[0043] Anstelle der innenliegenden Druckfeder 128 kann das vom Metallbalg 125 und der Kopfplatte
10 begrenzte gasdichte Volumen auch mit einem Druckgas beaufschlagt werden, so dass
anstelle der mechanischen Druckfeder 128 eine Gasdruckfeder für die Aufrechterhaltung
des Grunddruckes in den Speicherkammerbereichen 241, 242, 243 sorgt.
[0044] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Zeichnungen und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für
die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen in Bedeutung
sein.
1. Vorrichtung zum Übertragen einer Bewegung eines Aktors (8) auf ein Stellglied (3)
mit
einem Übertragungselement, dass eine Wirkverbindung zwischen dem Aktor (8) und dem
Stellglied (3) herstellt und eine Hydraulikkammer (22) und eine Speicherkammer (24)
festlegt, die mit einer Hydraulikflüssigkeit gefüllt sind und über mindestens einen
Drosselspalt (36, 37) miteinander in Verbindung
stehen,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Übertragungselement ein erstes und ein zweites Kolbenelement (21, 23; 121) aufweist,
wobei das erste Kolbenelement (21; 121) fest mit dem Aktor (8) und das zweite Kolbenelement
(23) fest mit dem Stellglied (3) verbunden ist, wobei zwischen dem ersten Kolbenelement
(21; 121) und dem zweiten Kolbenelement (23) die Hydraulikkammer (22) ausgebildet
ist und wobei die Speicherkammer (24) einen druckbelasteten Speicherkammerbereich
(242, 243) umfasst, dessen Bereichsgrenzen elastisch ausgebildet sind.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der druckbeaufschlagte
Speicherkammerbereich (242, 243) durch eine Federbalganordnung (25, 26; 125) begrenzt
wird.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der druckbeaufschlagte
Speicherkammerbereich (242, 243) von einer Druckfeder (28) über eine Druckplatte (27;
127) beaufschlagt wird.
4. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der druckbeaufschlagte
Speicherkammerbereich (242, 243) von einer Gasdruckfeder beaufschlagt wird.
5. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste
Kolbenelement (21; 121) und das zweite Kölbenelement (23) in einem zweistufig ausgebildeten
Innenbohrungsbereich eines Gehäuses (1) angeordnet sind, wobei das erste Kolbenelement
(21; 121) und das zweite Kolbenelement (23) so voreinander beabstandet sind, dass
zwischen den sich gegenüberliegenden Stirnflächen im Bereich des Übergangs von einem
ersten Bohrungsabschnitt (31) zu einem zweiten Bohrungsabschnitt (32) die Hydraulikkammer
(22) ausgebildet ist, wobei der Hub des ersten Kolbenelements (21; 121) entsprechend
dem Verhältnis der Stirnflächen auf das zweite Kolbenelement (23) übersetzt wird.
6. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Speicherkammer (24)
zweiteilig ausgebildet ist, mit einem ersten Speicherkammerbereich (241), der durch
die untere Stirnfläche des zweiten Kolbenelements (23) und eine Durchführung (14,
15, 16) an dem Stellglied (3) begrenzt wird, und einem zweiten Speicherkammerbereich
(242), der in einem den Aktor aufnehmenden Gehäusebereich (34) angeordnet und über
eine Verbindungsbohrung (223) an den ersten Speicherkammerbereich (241) angeschlossen
ist, wobei der zweite Speicherkammerbereich (242) durch zwei konzentrisch zueinander
angeordnete Federbälge (25, 26) und einem Druckring (27) begrenzt wird, auf dem eine
Druckfeder (28) lastet.
7. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kolbenelement
(121) topfförmig ausgebildet und die Speicherkammer (24) dreiteilig ausgelegt ist,
mit einem ersten Speicherkammerbereich (241), der von einer unteren Stirnfläche des
zweiten Kolbenelements (23) und einer Durchführung (14, 15, 16) am Stellglied (3)
begrenzt wird, einem zweiten Speicherkammerbereich (242), der in einem den Aktor (8)
aufnehmenden Gehäusebereich (34) um das erste Kolbenelement (121) herum ausgebildet
ist, und einem dritten Speicherkammerbereich (243), der im ersten Kolbenelement (121)
ausgebildet ist, wobei der erste Speicherkammerbereich (241) mit dem zweiten Speicherkammerbereich
(242) über eine erste Verbindungsbohrung (223) im Gehäuse (1) und der zweite Speicherkammerbereich
(242) mit dem dritten Speicherkammerbereich (243) über eine zweite Verbindungsbohrung
(136) im ersten Kolbenelement (121) verbunden sind und wobei im dritten Speicherkammerbereich
(243) eine Druckfeder (128), die zwischen einer Kopfplatte (10) des Aktors (8) und
einer Druckplatte (127) eingespannt ist und von einem Federbalg (125) begrenzt wird,
oder eine Gasdruckfeder angeordnet ist.
8. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor
(8) ein piezoelektrischer Multilayeraktor ist, der von einen Federelement (9) vorgespannt
wird, und dass das erste Kolbenelement (21; 121) fest an eine Kopfplatte (10) des
Multilayeraktors (8) angebracht ist.
9. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor
nach dem elektrostriktiven oder magnetostriktiven Prinzip arbeitet.
10. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Federbälge
(25, 26; 125) Metallbälge sind, die sich vorzugsweise aus Halbkreissegmenten mit jeweils
dazwischen liegenden geraden Teilstücken zusammensetzen.
11. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Federbälge
(25, 26; 125) aus einem elastomeren Werkstoff hergestellt sind.
12. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikkammer
(22) so ausgelegt ist, dass die Federkonstante der Hydraulikkammer (22) mindestens
108 N/m beträgt.