| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 873 060 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
04.07.2001 Patentblatt 2001/27 |
| (22) |
Anmeldetag: 08.01.1997 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)7: A43B 7/12 |
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP9700/042 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 9724/940 (17.07.1997 Gazette 1997/31) |
|
| (54) |
WASSERDICHTER SCHUH
WATERPROOF SHOE
CHAUSSURE ETANCHE
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE DK ES FR GB IT LI NL PT |
| (30) |
Priorität: |
10.01.1996 DE 19600532 22.03.1996 DE 19611336
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
28.10.1998 Patentblatt 1998/44 |
| (73) |
Patentinhaber: Sympatex Technologies GmbH |
|
42103 Wuppertal (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- PAVELESCU, Liviu-Mihai
42119 Wuppertal (DE)
- HADERLEIN, Manfred
42781 Haan (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Fett, Günter et al |
|
Acordis AG,
Postfach 10 01 49 42097 Wuppertal 42097 Wuppertal (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 544 270 WO-A-90/06067 DE-A- 4 419 802
|
EP-A- 0 729 716 WO-A-96/41548 DE-A- 19 523 582
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen wasserdichtes Schuhwerk, welches zumindest einen Teil
eines Schuhs umfaßt, enthaltend eine Oberschicht (1), ein Futter (2) mit einer wasserundurchlässigen,
aber wasserdampfdurchlässigen Funktionsschicht, eine Brandsohle (3) und eine angeklebte
Laufsohle.
[0002] Ein Schuh aus derartigem Schuhwerk ist in der unveröffentlichten deutschen Patentanmeldung,
Aktenzeichen 195 13 413.3-26 beschrieben. Dieser Schuh ist in klebegezwickter Ausführungsform
hergestellt und dient dazu den Komfort des Trägers des Schuhs zu erhöhen. Bei diesem
Schuh wird sowohl das Ankleben von Laufsohlen als auch das Anspritzen von Laufsohlen
empfohlen.
[0003] In der Vergangenheit wurde die Entwicklung von wasserdichten Schuhen, deren Komfort
durch eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht erhöht werden soll,
die in der Regel in die Futterschicht integriert ist, hauptsächlich bei Schuhen mit
angespritzter Laufsohle betrieben, weil das zur Herstellung der Laufsohlen verwendete
Spritzmaterial von unten her schon von sich aus gute Dichtigkeit garantierte und eine
gute Verbindung mit dem Obermaterial gestattete.
[0004] Aus EP-A -0 544 270 ist ein Schuh mit angespritzter Laufsohle bekannt, bei dem das
untere Ende des Futters nach innen umgeschlagen und parallel zur Laufsohle angeordnet
ist. Die Außenkante der Brandsohle ist mit der Endkante des Futters vernäht. An dieses
Schuhwerk ist eine Sohle angespritzt. Um die Formhaltung während der Herstellung zu
gewährleisten, ist das Futter im unteren Bereich mit der Oberschicht verklebt. Diese
Machart läßt sich nicht ohne weiteres auf Schuhe mit angeklebter Sohle übertragen,
weil die beim Anbringen der Sohle erforderlichen Kräfte deutlich größer sind als beim
Anspritzen einer Laufsohle und somit das Futter besonders stark belastet wird, wodurch
die im Futter enthaltene wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktinsschicht reißen
und somit undicht werden kann.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein weiteres wasserdichtes Schuhwerk mit
angeklebter Laufsohle zur Verfügung zu stellen, welches nicht nur in klebgezwickter
Ausführungsform hergestellt ist. Insbesondere ist es Aufgabe der Erfindung, ein Schuhwerk
in gestrobelter Machart zur Verfügung zu stellen, welches mit einer angeklebten Laufsohle
ausgestattet werden kann.
[0006] Bei einem wasserdichten Schuhwerk, welches zumindest einen Teil eines Schuhs umfaßt,
enthaltend eine Oberschicht, ein Futter mit einer wasserundurchlässigen, aber wasserdampfdurchlässigen
Funktionsschicht, eine Brandsohle und eine Laufsohle, wobei das die Funktionsschicht
enthaltenden Futtereinen unteren Endbereich aufweist, welcher nach innen umgeschlagen
und parallel zur Laufsohle angeordnet ist, wobei der umgeschlagene Endbereich mit
der Brandsohle in einer gemeinsamen Ebene liegt und einen inneren Rand aufweist, die
Außenkante der Brandsohle zumindest in etwa parallel zu dem inneren Rand des umgeschlagenen
Endbereichs verläuft, die Brandsohle mit dem umgeschlagenen Endbereich verbunden ist,
wird die erfindungsgemäß gestellte Aufgabe dadurch gelöst, daß die Laufsohle flächig
zumindest mit dem umgeschlagenen Endbereich der Funktionsschicht des Futters verklebt
ist, daß das untere Ende der Oberschicht im wesentlichen senkrecht zur Laufsohle angeordnet
ist und zumindest im Gelenkbereich mit einer parallel zur Laufsohle angeordneten Halterung
verbunden ist und/oder zumindest im Spitzenbereich ein Gitter aus Monofilamenten mit
dem unteren Ende .der Oberschicht verbunden ist, und daß das Futter innerhalb der
Oberschicht lose angeordnet ist.
[0007] Der untere Endbereich soll, wie ausgeführt, in einer Ebene mit der Brandsohle liegen.
Der untere Endbereich des Futters und die Brandsohle sollen also so angeordnet sein,
daß sowohl der Endbereich des Futters als auch die Brandsohle flach auf der Laufsohle
aufliegen. Dies schließt allerdings nicht aus, daß Brandsohle und unterer Endbereich
des Futters sich überlappen können. Es kann aber ohne weiteres zwischen dem inneren
Rand des Endbereichs des Futters und der Außenkante der Brandsohle ein Abstand bestehen.
Hierbei ist die Brandsohle mit dem umgeschlagenen Endbereich des Futters bevorzugt
vernäht (gestrobelt). Beim Strobeln (Vernähen) dieser beiden Teile kann ein Abstand
ohne weiteres durch die die Naht bildenden Fäden überbrückt werden.
[0008] Für die vorliegende Erfindung wesentlich ist, daß über den zur Verklebung der Laufsohle
verwendeten Kleber eine wasserdichte Brücke zwischen Funktionsschicht und Laufsohle
erzeugt wird. Dies kann dadurch erreicht werden, daß die Kleberschicht sehr dünn ausgebildet
wird, sodaß eine innige Verbindung zwischen Laufsohle und Funktionsschicht erreicht
wird. Man kann aber auch eine dickere Klebeschicht verwenden, wobei jedoch dann bevorzugt
Kleber verwendet werden, die nach dem Abbinden wasserdicht sind. Polyurethankleber
eignen sich hierzu hervorragend.
[0009] Es ist auch günstig, wenn zumindest im Spitzenbereich ein Gitter aus Monofilamenten
mit dem unteren Ende der Oberschicht verbunden, vorzugsweise vernäht ist und somit
den Spitzenbereich der Oberschicht in Form hält.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Schuhwerk kann auf eine direkte Verbindung zwischen Futter
und Oberschicht, beispielsweise auf ein Ankleben des Futters an die Oberschicht, vollständig
verzichtet werden. In anderen Worten: Das Futter ist innerhalb der Oberschicht lose
angeordnet bzw. ist lediglich an der Oberkante des Obermaterials, also der von der
Sohle abliegenden Kante, die die Öffnung für die Einführung des Fußes darstellt, mit
dieser Oberkante verbunden.
[0011] Die Formhaltung des Schuhwerks bei der Herstellung kann auch dadurch verbessert werden,
daß zumindest im Gelenkbereich ein Gitter aus Monofilamenten mit den unteren Enden
der Obeschicht verbunden, vorzugsweise vernäht ist und somit die Oberschicht in Form
hält. Das Gitter kann aber auch über den gesamten Fußbereich erstreckt werden, wenn
es beispielsweise auf besonders genaue Einhaltung der Form des Schuhwerks ankommt.
[0012] Zur Formhaltung während der Herstellung hat es sich auch als günstig herausgestellt,
wenn die Oberschicht im Spitzenbereich nach unten verlängert und nach innen derart
umgeschlagen ist, daß der umgeschlagene Teil der Oberschicht parallel zur Laufsohle
angeordnet ist. Hierbei ist es günstig, wenn direkt in der Spitze ein Zwickel herausgeschnitten
wird und die nunmehr entstandenen Kanten miteinander vernäht werden. Diese Art der
Formhaltung ist auch in der noch nicht veröffentlichten deutschen Anmeldung, Aktenzeichen
195 13 412.5 für Schuhe mit angespritzter Sohle beschrieben.
[0013] Auch im Fersenbereich hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Oberschicht
im Fersenbereich nach unten verlängert und nach innen derart umgeschlagen ist, daß
der umgeschlagene Teil der Oberschicht parallel zur Laufsohle angeordnet ist. Hierbei
hat es sich bewährt, wenn in dem Bereich, in dem die Oberschicht nach innen umgeschlagen
ist, die Außenkontur der Brandsohle an der Funktionsschicht anliegt und die Oberschicht
mit der Funktionsschicht um die Außenkontur der Brandsohle geschlagen ist.
[0014] Die Formhaltung kann auch dadurch gewährleistet werden, daß der untere Endbereich
der Oberschicht zu einem Bund geformt ist, indem der untere Endbereich umgeschlagen
und mit der Oberschicht verbunden wird, daß in dem Bund eine Kordel eingelegt ist,
über welche das untere Ende der Oberschicht gehalten wird. Hierbei hat es sich besonders
bewährt, wenn der Bund im Spitzenbereich des Schuhwerks angeordnet ist und bis etwa
zum Gelenkbereich des Schuhwerks reicht, und daß die im Gelenkbereich aus dem Bund
austretenden Enden der Kordel nach innen und parallel zu Laufsohle angeordnet und
miteinander verbunden sind.
[0015] Besonders günstig ist es, wenn die Kordel ein Monofilament ist, da hierbei die Kordel
vollständig vom Kleber eingehüllt werden kann. Bei Verwendung von Multifilamentfäden
für die Kordel, besteht bei einigen Ausführungsformen die Gefahr, daß über die Kordel
infolge von Kapillarkräften Wasser bis zur Brandsohle vordringen kann.
[0016] Wie bereits ausgeführt, ist es besonders vorteilhaft, wenn die Laufsohle mit der
Funktionsschicht über einen wasserdichten Kleber verklebt ist. Wird als Material für
die Laufsohle ein nicht vollständig wasserdichtes Material gewählt, beispielsweise
Leder, empfiehlt es sich auch die Brandsohle mit der Laufsohle mit einem wasserdichten
Kleber zu verkleben, um einem eventuell über die Laufsohle eindringendem Wasser eine
Sperrschicht entgegenzusetzen.
[0017] Das erfindungsgemäße wasserdichte Schuhwerk weist bevorzugt ein Futter auf, welches
ein Laminat ist, bei welchem mit der Funktionsschicht eine Futterschicht verbunden
ist. Als Funktionsschicht hat sich eine Membran bestens bewährt, die unter dem Warenzeichen
SYMPATEX vertrieben wird.
[0018] In Spezialfällen kann es von Vorteil sein, wenn die der Futterschicht abgewandte
Seite der Funktionsschicht mit einer textilen Verstärkungsschicht verbunden ist, und
die Verklebung der Laufsohle mit dem Endbereich der Funktionsschicht derart erfolgt
ist, daß die textile Verstärkungsschicht vollständig in der für die Verklebung erforderliche
Klebeschicht eingebettet ist. Wesentlich hierbei ist, daß die Klebeschicht die Fäden
der textilen Verstärkungsschicht vollständig umhüllt, um eine wasserdichte Sperre
von außen zu gewährleisten. Insbesondere sollten für die textile Verstärkungsschicht
auch Monofilamente eingesetzt werden, um der Eindringung von Wasser über Kapillarkräfte,
wie es bei Multifilamentgarnen häufig beobachtet wird, wirksam vorzubeugen.
[0019] Besonders günstig hierbei ist es, wenn der die Laufsohle und die Funktionsschicht
verbindende Kleber auch den inneren Rand des umgeschlagenen Endbereichs der Funktionsschicht
umfaßt. In dem Falle, bei dem der Kleber das zur Sohle hin angeordnete textile Flächengebilde
des Futters nicht vollständig durchdringt, der Kleber aber den inneren Rand des umgeschlagenen
Endbereichs des Futters umfaßt, kann sich der Kleber dort mit der Funktionsschicht
dicht verbinden, da am Rand die Funktionsschicht gut zugänglich ist.
[0020] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert.
[0021] Es zeigen:
- Figur 1
- die Untersicht auf einen erfindungsgemäßen Schuh, bei dem die Laufsohle weggelassen
ist,
- Figur 2
- den Querschnitt B-B des Schuhs gemäß Figur 1,
- Figur 3
- die Untersicht auf einen weiteren erfindungsgemäßen Schuh (Anspruch 4), bei dem die
Laufsohle ebenfalls weggelassen ist,
- Figur 4
- die Untersicht auf einen weiteren erfindungsgemäßen Schuh (Ansprüche 5, 6 und 7),
bei dem wiederum die Laufsohle weggelassen wurde,
- Figur 5
- den Schnitt A-A durch den Schuh gemäß Figur 4.
- Figur 6
- die Untersicht auf einen Schuh, bei dem der vordere Teil des Schuhs mit dem erfindungsgemäßen
Schuhwerk ausgestattet ist, während der hintere, zur Ferse hin gerichtete Teil des
Schuhs in klebegezwickter Ausführungsform hergestellt ist.
[0022] In Figur 1 und 2 ist die Oberschicht mit 1 bezeichnet. Innerhalb der Oberschicht
1 ist ein Futter 2 angeordnet, welches im unteren Bereich umgeschlagen ist, und dessen
innerer Rand des umgeschlagenen Endbereichs bis zur Naht 4 reicht. Die Naht 4 verbindet
den unteren Endbereich des Futters 2 mit einer Brandsohle 3, deren Außenkante ebenfalls
im Bereich der Naht 4 liegt. Der Fersenbereich ist durch eine Kappe 5 verstärkt. Im
Gelenkbereich ist mit der Oberschicht 1 ein Gitter 6 aus Monofilamenten über die Naht
7 vernäht. Ebenfalls ist im Spitzenbereich ein Gitter 8 über eine nicht gezeigte Naht
mit der Oberschicht 1 vernäht. Das Futter 2 besteht erfindungsgemäß aus einem Laminat,
welches zur Fußseite hin eine Futterschicht und zur Sohlenseite hin eine Funktionsschicht
aufweist, auf welche die nicht gezeigte Sohle aufgeklebt wird. Wesentlich ist, daß
der Kleber eine flächige Verbindung zwischen Sohle und Funktionsschicht aufweist,
um ein Eindringen von Wasser von außen in Richtung Brandsohle 3 zu vermeiden. In der
Regel wird auch die Brandsohle 3 mit der Laufsohle verklebt. Dies ist auf jeden Fall
zu empfehlen, wenn für die Sohle ein Material ausgewählt wird, welches über die Zeit
gesehen Wasser aufnimmt, wie es beispielsweise bei nicht imprägniertem Leder der Fall
ist. Es ist auch von Vorteil, wenn das Futter auf der dem Fuß abgewandten Seite der
Funktionsschicht eine textile Verstärungsschicht aufweist
[0023] Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhs, bei dem
gleiche Teile wie bei der Ausführungsform gemäß der Figuren 1 und 2 mit gleichen Ziffern
versehen wurden und hier nicht noch einmal beschrieben werden. Bei dieser Ausführungsform
ist die Oberschicht im Spitzenbereich nach unten umgeschlagen (Bereich 9). Direkt
in der Spitze ist aus der Oberschicht ein Zwickel herausgeschnitten. Die durch den
Ausschnitt des Zwickels entstandenen Ränder der Oberschicht sind über eine Naht 10
miteinander verbunden. In dem nach innen umgeschlagenen Bereich 9 der Oberschicht
1 können noch weitere Zwickel herausgeschnitten sein, wobei wiederum die entstehenden
Ränder über Nähte verbunden werden. Auch im unteren Endbereich des Futters empfiehlt
es sich, in den Bereichen, in denen der Schuh relativ kleine Radien aufweist, wie
es zumindest im Spitzen- und im Fersenbereich der Fall ist, im umgeschlagenen Endbereich
einzuschneiden und die entstandenen Ränder miteinander wasserdicht zu verbinden. Diese
wasserdichte Verbindung kann beispielsweise durch Verkleben erreicht werden. Es können
aber auch die durch Ausschneiden eines Zwickels entstandenen Ränder miteinander vernäht
werden, wobei dann jedoch die Naht wirksam abgedichtet werden muß, was beispielsweise
durch ein wasserdichtes Klebeband erreicht werden kann, welches den Bereich der Naht
vollständig abdeckt. Die Wasserdichtigkeit solcher Nähte muß auf jeden Fall auf der
zur Sohle hin gewandten Seite des unteren Endbereichs der Funktionsschicht gewährleistet
sein, um eine saubere Abdichtung zu erreichen.
[0024] In Figur 4 und 5 ist eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhs dargestellt,
wobei wiederum für gleiche Teile die Bezugszeichen der Figuren 1 bis 3 verwendet wurden.
Das untere Ende der Oberschicht 1 ist zu einem Bund 12, auch Kordeldurchzug oder Tunnel
genannt, geformt, in welchen Bund 12 eine Kordel 11 eingelegt ist. Der Bund 12 reicht
vom Spitzenbereich bis zum Gelenkbereich des Schuhs, wobei die beiden Enden der Kordel
im Gelenkbereich aus dem Bund austreten und über einen Knoten miteinander verbunden
sind.
[0025] In Figur 6 ist die Untersicht auf einen Schuh dargestellt, bei dem der vordere Teil
des Schuhs mit dem erfindungsgemäßen Schuhwerk ausgestattet ist, während der hintere,
zur Ferse hin gerichtete Teil des Schuhs in klebegezwickter Ausführungsform hergestellt
ist. Hierzu ist die Oberschicht 1 im Fersenbereich nach unten verlängert und nach
innen derart umgeschlagen, daß der umgeschlagene Teil 1' der Oberschicht 1 parallel
zur Laufsohle angeordnet ist. In dem Bereich, in dem die Oberschicht 1 nach innen
umgeschlagen ist, liegt die Außenkontur der Brandsohle 13 an der Funktionsschicht
2 an (Umrißbrandsohle). Die Oberschicht 1 ist mit der Funktionsschicht 2 zusammen
um die Außenkontur der Brandsohle 13 geschlagen. Die beiden Brandsohlenteile 3 und
13 können hierbei aus einem Stück oder zweigeteilt ausgeführt sein, wobei bei einer
Zweiteilung die beiden Brandsohlenteile 3 und 13 sich überlappen. Im gezeigten Falle
überlappen sich die Brandsohlenteile 3 und 13 im Bereich des Haltegitters 6. Bei der
dargestellten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhwerks, bei dem sich die beiden
Brandsohlenteile 3 und 13 überlappen, ergibt sich eine besonders hohe Flexibilität
im Überlappungsbereich, so daß dieser Überlappungsbereich an der Stelle des Schuhs
angeordnet sein sollte, wo Flexibilität gefordert wird.
[0026] Bei dem erfindungsgemäßen Schuhwerk ist es nicht erforderlich, daß die Oberschicht
mit dem Futter verklebt ist. Es reicht in der Regel aus, wenn, wie oben ausgeführt,
Haltegitter an die Oberschicht angenäht (angestrobelt) sind oder der untere Teil der
Oberschicht nach innen umgeschlagen ist. Auch dann, wenn der untere Teil der Oberschicht
nach innen umgeschlagen ist, ist nicht unbedingt ein Klebezwicken - eine Verklebung
mit dem umgeschlagenen Endbereich des Futters - erforderlich, da die Halterung über
den Kleber, mit dem die Laufsohle angeklebt wird erfolgt. Insofern kann das erfindungsgemäße
Schuhwerk besonders wirtschaftlich hergestellt werden.
1. Wasserdichtes Schuhwerk, welches zumindest einen Teil eines Schuhs umfaßt, enthaltend
eine Oberschicht (1), ein Futter (2) mit einer wasserundurchlässigen, aber wasserdampfdurchlässigen
Funktionsschicht, eine Brandsohle (3) und eine Laufsohle, wobei das die Funktionsschicht
enthaltenden Futter (2) einen unteren Endbereich aufweist, welcher nach innen umgeschlagen
und parallel zur Laufsohle angeordnet ist, wobei der umgeschlagene Endbereich mit
der Brandsohle (3) in einer gemeinsamen Ebene liegt und einen inneren Rand aufweist,
die Außenkante der Brandsohle (3) zumindest in etwa parallel zu dem inneren Rand des
umgeschlagenen Endbereichs verläuft, die Brandsohle mit dem umgeschlagenen Endbereich
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufsohle flächig zumindest mit dem
umgeschlagenen Endbereich der Funktionsschicht des Futters (2) verklebt ist, daß das
untere Ende der Oberschicht (1) im wesentlichen senkrecht zur Laufsohle angeordnet
ist und zumindest im Gelenkbereich mit einer parallel zur Laufsohle angeordneten Halterung
(6, 11/12) verbunden ist und/oder zumindest im Spitzenbereich ein Gitter (8) aus Monofilamenten
mit dem unteren Ende der Oberschicht (1) verbunden ist, und daß das Futter (2) innerhalb
der Oberschicht (1) lose angeordnet ist.
2. Wasserdichtes Schuhwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Brandsohle
mit dem umgeschlagenen Endbereich des Futters vernäht (gestrobelt) ist.
3. Wasserdichtes Schuhwerk nach der Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
im Spitzenbereich ein Gitter (8) aus Monofilamenten mit dem unteren Ende der Oberschicht
(1) vernäht ist und somit den Spitzenbereich der Oberschicht (1) in Form hält.
4. Wasserdichtes Schuhwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest im Gelenkbereich ein Gitter (6) aus Monofilamenten mit den unteren Enden
der Oberschicht (1) verbunden, vorzugsweise vernäht ist und somit die Oberschicht
(1) in Form hält.
5. Wasserdichtes Schuhwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberschicht (1) im Spitzenbereich nach unten verlängert und nach innen derart
umgeschlagen ist, daß der umgeschlagene Teil (9) der Oberschicht (1) parallel zur
Laufsohle angeordnet ist.
6. Wasserdichtes Schuhwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberschicht (1) im Fersenbereich nach unten verlängert und nach innen derart
umgeschlagen ist, daß der umgeschlagene Teil (1') der Oberschicht (1) parallel zur
Laufsohle angeordnet ist.
7. Wasserdichtes Schuhwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Bereich,
in dem die Oberschicht (1) nach innen umgeschlagen ist, die Außenkontur der Brandsohle
(13) an der Funktionsschicht (1) anliegt und die Oberschicht (1) mit der Funktionsschicht
(2) um die Außenkontur der Brandsohle (13) geschlagen ist.
8. Wasserdichtes Schuhwerk nach Anspruch 1, oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der untere
Endbereich der Oberschicht (1) zu einem Bund (12) geformt ist, indem der untere Endbereich
umgeschlagen und mit der Oberschicht verbunden wird, daß in dem Bund (12) eine Kordel
(11) eingelegt ist, über welche das untere Ende der Oberschicht (1) gehalten wird.
9. Wasserdichtes Schuhwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Bund (12)
im Spitzenbereich des Schuhs angeordnet ist und bis etwa zum Gelenkbereich des Schuhs
reicht, und daß die aus dem Bund (12) im Gelenkbereich austretenden Enden der Kordel
(11) nach innen und parallel zu Laufsohle angeordnet und miteinander verbunden sind.
10. Wasserdichtes Schuhwerk nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Kordel
(11) ein Monofilament ist.
11. Wasserdichtes Schuhwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Laufsohle mit der Funktionsschicht über einen wasserdichten Kleber verklebt
ist.
12. Wasserdichtes Schuhwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß das Futter (2) ein Laminat ist, bei welchem mit der Funktionsschicht eine Futterschicht
verbunden ist.
13. Wasserdichter Schuh nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die der Futterschicht
abgewandte Seite der Funktionsschicht mit einer textilen Verstärkungsschicht verbunden
ist, und die Verklebung der Laufsohle mit dem Endbereich der Funktionsschicht derart
erfolgt ist, daß die textile Verstärkungsschicht vollständig in der für die Verklebung
erforderliche Klebeschicht eingebettet ist.
14. Wasserdichtes Schuhwerk nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die textile
Verstärkungsschicht aus Monofilamenten besteht.
1. Waterproof shoe structure comprising at least part of a shoe, having an outer layer
(1), a lining (2) with a functional layer that is waterproof but permeable to water
vapor, an insole (3), and an outsole, whereby the lining (2) containing the functional
layer has a lower end area that is turned under and arranged parallel to the outsole,
the turned-under end area lies in a common plane with the insole (3) and has an inner
edge, the outer edge of the insole (3) runs at least approximately parallel to the
inner edge of the turned-under end area, and the insole is joined to the turned-under
end area, characterized in that the outsole is applied by adhesive over the full surface
at least to the turned-under end area of the functional layer of the lining (2), the
lower end of the upper layer (1) is arranged substantially perpendicular to the outsole
and at least in the shank area is joined to a retainer (6, 11/12) arranged parallel
to the outsole and/or at least in the toe area a netting (8) of monofilaments is joined
to the lower end of the outer layer (1), and that the lining (2) inside the outer
layer (1) is arranged in a detached manner.
2. Waterproof shoe structure according to Claim 1, characterized in that the insole is
sewn (by Strobel process) to the turned-under end area of the lining.
3. Waterproof shoe structure according to Claim 1 or 2, characterized in that at least
in the toe area a netting (8) of monofilaments is sewn to the lower end of the outer
layer (1), thus stabilizing the shape of the toe area of the outer layer (1).
4. Waterproof shoe structure according to one or more of Claims 1 to 3, characterized
in that, at least in the shank area, a netting (6) of monofilaments is joined to the
lower ends of the outer layer (1), preferably by sewing, thus stabilizing the shape
of the outer layer (1).
5. Waterproof shoe structure according to one or more of Claims 1 to 4, characterized
in that the outer layer (1) in the toe area is extended downward and turned under
in such a way that the turned-under part (9) of the outer layer (1) is arranged parallel
to the outsole.
6. Waterproof shoe structure according to one or more of Claims 1 to 5, characterized
in that the outer layer (1) is extended downward in the heel area and turned under
in such a way that the turned-under part (1') of the outer layer (1) is arranged parallel
to the outsole.
7. Waterproof shoe structure according to Claim 6, characterized in that, in the area
in which the outer layer (1) is turned under, the outer contour of the insole (13)
abuts the functional layer (1) and the outer layer (1), together with the functional
layer (2), is turned over the outer contour of the insole (13).
8. Waterproof shoe structure according to Claim 1 or 2, characterized in that the lower
end area of the outer layer (1) is formed into a drawstring passage (12) by turning
back the lower end area and joining it to the outer layer, and that a cord (11) is
inserted into the drawstring passage (12) to retain the lower end of the outer layer
(1).
9. Waterproof shoe structure according to Claim 8, characterized in that the drawstring
passage (12) is arranged in the toe area of the shoe and extends approximately up
to the shank area of the shoe, and that the ends of the cord (11) emerging from the
drawstring passage (12) in the shank area are directed inward and parallel to the
outsole and are joined together.
10. Waterproof shoe structure according to Claim 8 or 9, characterized in that the cord
(11) is a monofilament.
11. Waterproof shoe structure according to one or more of Claims 1 to 10, characterized
in that the outsole is affixed to the functional layer by a waterproof adhesive.
12. Waterproof shoe structure according to one or more of Claims 1 to 11, characterized
in that the lining (2) is a laminate in which a lining layer is joined to the functional
layer.
13. Waterproof shoe according to Claim 12, characterized in that the side of the functional
layer facing away from the lining layer is joined to a textile reinforcing layer and
that the bonding of the outsole to the end area of the functional layer is effected
in such a manner that the textile reinforcing layer is completely embedded in the
adhesive layer required for bonding.
14. Waterproof shoe structure according to Claim 13, characterized in that the textile
reinforcing layer consists of monofilaments.
1. Article chaussant étanche, comprenant au moins une partie d'une chaussure, avec une
couche extérieure ou tige (1), une doublure (2) comportant une couche fonctionnelle
imperméable à l'eau mais perméable à la vapeur d'eau, une première ou semelle intérieure
(3) et une semelle extérieure, la doublure (2) comportant la couche fonctionnelle
présentant une partie terminale inférieure repliée vers l'intérieur et disposée parallèlement
à la semelle extérieure, la partie terminale repliée se trouvant dans le même plan
que la première (3) et présentant un bord intérieur, le bord extérieur de la première
(3) étant au moins à peu près parallèle au bord intérieur de la partie terminale repliée,
et la première étant fixée à la partie terminale repliée,
caractérisé par le fait que la semelle extérieure est collée en surface à la couche
fonctionnelle de la doublure (2), au moins au niveau de la partie terminale repliée
de celle-ci, que l'extrémité inférieure de la couche extérieure (1) est disposée essentiellement
perpendiculairement à la semelle extérieure et est reliée, au moins dans la zone de
l'articulation, à une fixation (6, 11/12) disposée parallèlement à la semelle extérieure,
et/ou qu'un treillis (8) de monofilaments est relié, au moins dans la région de la
pointe, à l'extrémité inférieure de la couche inférieure (1), et que la doublure (2)
est libre sous la couche extérieure (1).
2. Article chaussant étanche selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la
première est cousue sur la partie terminale repliée de la doublure.
3. Article chaussant étanche selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait qu'un
treillis (8) de monofilaments est cousu, au moins dans la région de la pointe, sur
l'extrémité inférieure de la couche extérieure (1) et maintient ainsi en forme la
région de la pointe de la couche extérieure (1).
4. Article chaussant étanche selon une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisé
par le fait qu'un treillis (6) de monofilaments est fixé, au moins dans la région
de l'articulation, aux extrémités inférieures de la couche extérieure (1), de préférence
par couture, et maintient ainsi en forme de la couche extérieure (1).
5. Article chaussant étanche selon une ou plusieurs des revendications 1 à 4, caractérisé
par le fait que la couche extérieure (1) comporte, dans la région de la pointe, un
prolongement vers le bas et est repliée vers l'intérieur d'une manière telle que la
partie repliée (9) de la couche extérieure (1) soit disposée parallèlement à la semelle
extérieure.
6. Article chaussant étanche selon une ou plusieurs des revendications 1 à 5, caractérisé
par le fait que la couche extérieure (1) comporte, dans la région du talon, un prolongement
vers le bas et est repliée vers l'intérieur d'une manière telle que la partie repliée
(1') de la couche extérieure (1) soit disposée parallèlement à la semelle extérieure.
7. Article chaussant étanche selon la revendication 6, caractérisé par le fait qu'au
niveau de la région où la couche extérieure (1) est repliée vers l'intérieur, le bord
extérieur de la première (13) est appliqué contre la couche fonctionnelle (1) et la
couche extérieure (1) est repliée avec la couche fonctionnelle (2) autour du bord
extérieur de la première (13).
8. Article chaussant étanche selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que
la partie terminale inférieure de la couche extérieure (1) est conformée en ourlet
(12) du fait que la partie terminale inférieure est repliée et fixée à la couche extérieure,
et que dans l'ourlet (12) est insérée une cordelette (11) par laquelle l'extrémité
inférieure de la couche extérieure (1) est maintenue.
9. Article chaussant étanche selon la revendication 8, caractérisé par le fait que l'ourlet
(12) est situé dans la région de la pointe de la chaussure et s'étend à peu près jusqu'à
la région de l'articulation de la chaussure, et par le fait que les extrémités de
la cordelette (11) sortant de l'ourlet (12) dans la région de l'articulation sont
disposés vers l'intérieur, parallèlement à la semelle extérieure et sont liées l'une
à l'autre.
10. Article chaussant étanche selon la revendication 8 ou 9, caractérisé par le fait que
la cordelette (11) est un monofilament.
11. Article chaussant étanche selon une ou plusieurs des revendications 1 à 10, caractérisé
par le fait que la semelle extérieure est collée à la couche fonctionnelle à l'aide
d'un adhésif étanche à l'eau.
12. Article chaussant étanche selon une ou plusieurs des revendications 1 à 11, caractérisé
par le fait que la doublure (2) est un stratifié dans lequel une couche de doublure
est liée à une couche fonctionnelle.
13. Chaussure étanche selon la revendication 12, caractérisée par le fait que la face
de la couche fonctionnelle, opposée à celle tournée vers la doublure, est liée à une
couche de renforcement textile, et que le collage de la semelle extérieure sur la
partie terminale de la couche fonctionnelle se fait d'une manière telle que la couche
de renforcement textile soit complètement noyée dans la couche d'adhésif nécessaire
pour le collage.
14. Article chaussant selon la revendication 13, caractérisé par le fait que la couche
de renforcement textile est constituée de monofilaments.