[0001] Die Erfindung betrifft ein Therapiegerät mit zumindest einem Körper-Tragelement,
welches zur Durchführung einer kontinuierlichen passiven Körperbewegung an einem Patienten
mittels zumindest eines Bewegungsantriebes bewegbar ist, wobei wenigstens ein Bewegungsantrieb
mit einer Steuereinrichtung in Steuerverbindung steht.
[0002] Solche Therapiegeräte sind bereits in verschiedenen Ausführungen bekannt. So hat
man bereits Therapiegeräte geschaffen, die beispielsweise nach Operationen im Bereich
des Schulter-, Ellenbogen- oder Kniegelenkes zur kontinuierlichen passiven Gelenkmobilisation
dienen.
[0003] Aus der EP 0 147 645 ist bereits ein Therapiegerät bekannt, das zur Behandlung eines
Schulter- oder Ellenbogengelenkes dient und zum Abstützen beziehungsweise Unterstützen
des Armes eine Armschiene hat. Die Armschiene ist im Kopfbereich des Patienten mit
einem Trägergestell verbunden, das seinerseits am Körper des Patienten befestigt werden
kann. Zwischen dem Trägergestell und der Armschiene sind Schwenkantriebe derart angeordnet,
daß eine Vertikal-Schwenkbewegung und eine Horizontal-Schwenkbewegung beziehungsweise
auch überlagerte, kombinierte Bewegungen des Armes zur Bewegungstherapie möglich sind.
[0004] Durch Verdrehen eines oberen Teilbereiches des Trägergestells um 180° ist wahlweise
eine rechtsseitige beziehungsweise linksseitige Anordnung des Trägergestells möglich.
Zum Seitenwechsel des vorbekannten Therapiegerätes müssen darüber hinaus aber auch
die Verbindungen zwischen den einzelnen Bauteilen der Armschiene umständlich gelöst
und diese Bauteile in einer spiegelbildlichen Lage erneut zusammengebaut werden. Schließlich
erfordert die Handhabung und Programmierung des vorbekannten Therapiegerätes einen
nicht unerheblichen Aufwand, welcher eine Bedienung durch den Patienten selbst erschweren
kann.
[0005] Es besteht daher insbesondere die Aufgabe, ein Therapiegerät zu schaffen, welches
sich durch eine besonders einfache Handhabung auszeichnet.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht bei dem Therapiegerät der eingangs
erwähnten Art insbesondere darin, daß die Steuereinrichtung ein Steuerprogramm-Lesegerät
hat und daß in das Steuerprogramm-Lesegerät maschinenlesbare Steuerprogramm-Datenträger
einlesbar sind, auf denen jeweils ein, für jeden Patienten individuelles Steuerprogramm
abspeicherbar ist.
[0007] Die für eine kontinuierliche Bewegung der Körper-Tragelemente benötigten Bewegungsantriebe
des erfindungsgemäßen Therapiegerätes stehen mit einer Steuereinrichtung in Steuerbewegung,
die ein Steuerprogramm-Lesegerät hat. In das Steuerprogramm-Lesegerät sind maschinenlesbare
Steuerprogramm-Datenträger einlesbar, auf denen jeweils ein, für jeden Patienten individuelles
Steuerprogramm abspeicherbar ist. Durch Einführen des Steuerprogramm-Datenträgers
in das Steuerprogramm-Lesegerät und Einlesen der auf den Steuerprogramm-Datenträger
abgespeicherten Daten in die Steuereinrichtung kann das erfindungsgemäße Therapiegerät
entsprechend den vom Arzt empfohlenen Therapie- und Behandlungswerten, wie beispielsweise
entsprechend den zur postoperativen Mobilisation eines Schultergelenkes gewünschten
und für eine kontinuierliche Adduktions-, Abduktions-, Elevations- beziehungsweise
Rotationsbewegung oder für eine Ante- beziehungsweise Retroversion vorgesehenen Schwenkwinkel,
automatisch gesteuert werden. Durch Austauschen der Steuerprogramm-Datenträger läßt
sich das Gerät mit geringem Aufwand an die dem nächsten Patienten zugeordneten Therapievorschläge
anpassen, ohne daß dafür weiteres fachkundiges Personal benötigt wird.
[0008] Die Steuerprogramm-Datenträger können beispielsweise als Lochkarten oder dergleichen
maschinenlesbare Datenträger ausgebildet sein. Die Handhabung des erfindungsgemäßen
Therapiegerätes wird jedoch wesentlich erleichtert, wenn die Steuerprogramm-Datenträger
als Magnetstreifen- und/oder Chipkarte ausgebildet sind.
[0009] Das erfindungsgemäße Therapiegerät kann beispielsweise als Trainingsrad ausgebildet
sein, bei dem die Körper-Tragelemente als Pedale ausgebildet sind, um die darauf ruhenden
Füße des Patienten in einer Drehebene kontinuierlich zu bewegen. Bevorzugt wird jedoch
eine Ausführungsform, bei der das Therapiegerät zur Behandlung eines Schulter-, Ellenbogen-,
Hüft-, Knie-, Sprung-, Hand- und/oder Fingergelenkes ausgebildet ist.
[0010] Dabei betrifft ein weiterer Vorschlag von eigener schutzwürdiger Bedeutung ein Therapiegerät
zur Behandlung eines Schulter- und/ oder Ellenbogengelenkes mit einer Armschiene,
die an einem Geräteträger mittels Schulter-Schwenkgelenken derart gehalten ist, daß
der Schnittpunkt ihrer Gelenkachse etwa im Schulterbereich eines Patienten liegt.
Bei einem solchen Therapiegerät ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß ein erstes, eine
etwa horizontale Schwenkebene vorgegebendes Schulter-Schwenkgelenk unterhalb einer
Sitzfläche für den sitzenden Patienten angeordnet oder positionierbar ist, daß die
Armschiene mit dem ersten Schulter-Schwenkgelenk über einen insbesondere gebogenen
oder abgewinkelten Verbindungsarm verbunden ist und daß zwischen der Armschiene und
dem Verbindungsarm ein zweites, eine etwa vertikale Schwenkebene vorgebendes Schulter-Schwenkgelenk
angeordnet ist.
[0011] Das speziell zur Mobilisation eines Schulter- sowie gegebenenfalls auch eines Ellenbogengelenkes
vorgesehene erfindungsgemäße Therapiegerät hat ein erstes, eine etwa horizontale Schwenkebene
vorgebendes Schulter-Schwenkgelenk, das unterhalb einer Sitzfläche angeordnet ist.
Damit ist die ansonsten übliche Anordnung dieses Schulter-Schwenkgelenkes in der Nähe
des Kopfes des Patienten entbehrlich, wo derartige Bauteile vom Anwender als störend
empfunden werden und den Schwenkwinkel der Armschiene erheblich einschränken können.
Das erfindungsgemäße Therapiegerät verfügt darüber hinaus auch über ein zweites Schulter-Schwenkgelenk,
das der Armschiene eine etwa vertikale Schwenkebene vorgibt. Die Schulter-Schwenkgelenke
des erfindungsgemäßen Therapiegerätes erlauben im Rahmen einer umfassenden Bewegungstherapie
somit eine Vertikal-Schwenkbewegung und eine Horizontal-Schwenkbewegung und darüber
hinaus auch überlagerte kombinierte Bewegungen des Armes. Dabei ist das mit seiner
Gelenkachse das Schultergelenk des Patienten kreuzende und unterhalb der Sitzfläche
angeordnete erste Schulter-Schwenkgelenk mit der Armschiene über einen gebogenen oder
abgewinkelten Verbindungsarm verbunden.
[0012] Um die Horizontal-Adduktion beziehungsweise Anteversion und die Horizontal-Abduktion
beziehungsweise Retroversion des Schultergelenkes manuell auf den gewünschten Winkel
einstellen zu können, ist es vorteilhaft, wenn das erste Schulter-Schwenkgelenk als
ein manuell verstellbares und festlegbares Schwenkgelenk ausgestaltet ist. Möglich
ist aber auch, daß dem ersten Schulter-Schwenkgelenk ein motorischer Stell- oder Schwenkantrieb
zugeordnet ist. Ebenfalls kann das Drehgelenk für eine Ante- beziehungsweise Retroversion
motorisch ausgeführt sein.
[0013] Um im Schultergelenk des Patienten auch eine Rotationsbewegung durchführen zu können,
ist es vorteilhaft, wenn die Armschiene eine Unterarmauflage trägt, wenn die Unterarmauflage
über ein, eine Rotationsbewegung vorgebendes drittes Schulter-Schwenkgelenk mit der
Armschiene verbunden ist und wenn die Gelenkachse des dritten Schulter-Schwenkgelenkes
etwa durch den Schnittpunkt des ersten und des zweiten Schulter-Schwenkgelenkes verläuft.
[0014] Sofern das erste Schulter-Schwenkgelenk als manuelles Schwenkgelenk ausgestaltet
ist, läßt sich der gewünschte Winkel besonders genau einstellen, wenn dem ersten Schulter-Schwenkgelenk
eine Skala zum Ablesen des eingestellten Schulter-Schwenkwinkels zugeordnet ist.
[0015] Sofern kontinuierliche Abduktions-, Adduktions-, Elevations- und/oder Rotationsbewegungen
des Schultergelenkes gewünscht werden, ist es vorteilhaft, wenn das erste, das zweite
und/oder das dritte Schulter-Schwenkgelenk einen motorischen Schwenkantrieb aufweisen.
[0016] Eine besonders einfache Ausführungsform gemäß der Erfindung sieht vor, daß der Geräteträger
als Ständer ausgebildet ist, der sich im Bereich eines separaten Behandlungsstuhles
derart plazieren läßt, daß das erste Schulter-Schwenkgelenk unterhalb der Sitzfläche
des Patienten angeordnet ist und dessen Gelenkachse das Schultergelenk des Patienten
kreuzt.
[0017] Die einfache Handhabung des erfindungsgemäßen Therapiegerätes wird jedoch begünstigt,
wenn der Geräteträger als Behandlungsstuhl für den Patienten ausgebildet ist.
[0018] Dabei sieht eine bevorzugte Weiterbildung gemäß der Erfindung vor, daß der Behandlungsstuhl
eine Sitzfläche sowie eine Rückenlehne hat und daß die Rückenlehne zum Ausrichten
der Schulter des Patienten in Bezug auf das zweite Schulter-Schwenkgelenk in ihrer
Rückenlehnenneigung verstellbar und festlegbar ist.
[0019] Um die Gelenkachse des zweiten Schulter-Schwenkgelenkes so ausrichten zu können,
daß diese durch das Schultergelenk des Patienten verläuft, muß die Rückenlehne lediglich
von ihrer vorderen Neutralstellung aus in eine entsprechende Rückenlehnenneigung verstellt
und festgelegt werden.
[0020] Ein weiterer Erfindungsvorschlag, für den selbständiger Schutz beansprucht wird,
betrifft ein Therapiegerät zur Behandlung eines Schulter- und/oder Ellenbogengelenkes
mit einer Armschiene, die zumindest zwei Schienenteile hat, von denen ein vorderes
freies Schienenteil eine Unterarmauflage trägt, wobei die Armschiene an einem Geräteträger
verschwenkbar gehalten ist und wobei die Unterarmauflage sowie zumindest das mit ihr
verbundene Schienenteil zur wahlweisen Behandlung des rechten oder des linken Armes
eines Patienten in spiegelbildlicher Lage einsetzbar sind. Für ein solches Therapiegerät
ist erfindungsgemäß kennzeichnend, daß zumindest zwei Schienenteile über ein erstes
Dreh- und/oder Schwenkgelenk bewegbar und festlegbar miteinander verbunden sind und
daß die Unterarmauflage mittels eines zweiten Drehgelenkes am vorderen freien Schienenteil
um dessen Längsachse verdrehbar und festlegbar gehalten ist.
[0021] Eine solche Ausführungsform erlaubt einen schnellen Seitenwechsel bei dem erfindungsgemäßen
Therapiegerät, ohne daß besonders fachkundiges Personal benötigt wird. Um die Armschiene
vom rechten Arm an den linken Arm eines Patienten anlegen zu können, muß lediglich
das vordere Schienenteil in einer Horizontal- oder einer Vertikalebene verschwenkt
werden, um anschließend noch die Unterarmauflage am vorderen freien Schienenteil verdrehen
und auf die dem Patienten zugewandten Seite der Armschiene bringen zu können. Somit
ist ein Seitenwechsel bei dem erfindungsgemäßen Therapiegerät durchwenige Handgriffe
möglich. Die Handhabung des erfindungsgemäßen Therapiegerätes wird dadurch wesentlich
erleichtert.
[0022] Um den Arm des Patienten in einer angewinkelten und vorzugsweise rechtwinkligen Position
von Ober- und Unterarm behandeln zu können, ist es vorteilhaft, wenn das erste und
das zweite Drehgelenk jeweils einen Drehwinkel von zumindest 90° und vorzugsweise
von wenigstens etwa 180° haben.
[0023] Die Schienenteile des erfindungsgemäßen Therapiegerätes lassen sich in ihrer Relativposition
zueinander besonders sicher und fest festlegen, wenn das erste und/oder zweite Drehgelenk
mittels einer Rast- oder Reibkupplung in ihrer Drehstellung festlegbar sind.
[0024] Damit das Therapiegerät sowohl bei der Behandlung des rechten als auch des linken
Armes des Patienten auf einfache Weise in eine körpergerechte Position gebracht werden
kann, ohne daß die Schienenteile der Armschiene in ihrer Länge verändert und neu ausgerichtet
werden müssen, ist es vorteilhaft, wenn die Längsmittelachsen des am zweiten Schulter-Schwenkgelenk
angreifenden Teilbereiches des Verbindungsarmes einerseits und des Schienenteiles
der Armschiene andererseits etwa in der Schwenkebene des zweiten Schulter-Schwenkgelenkes
angeordnet sind. Zu dem selben Zweck sieht eine weitere Ausführungform gemäß der Erfindung
vor, daß die Längsmittelachse der Unterarm-Auflage in ihren um 180° versetzten Drehstellungen
sowie die Drehachse des zweiten Drehgelenkes etwa in einer Ebene angeordnet sind.
[0025] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Armschiene wahlweise an einer von zwei gegenüberliegenden
Seiten des Behandlungsstuhles lösbar befestigbar ist. Dabei sieht eine bevorzugte
Weiterbildung gemäß der Erfindung vor, daß der Verbindungsarm zumindest zwei lösbar
verbindbare Armteile hat, daß beidseits des Behandlungsstuhles ein erstes Schulter-Schwenkgelenk
vorgesehen ist, und daß jedes erste Schulter-Schwenkgelenk ein erstes Armteil des
Verbindungsarmes trägt, das über zumindest ein zweites Armteil des Verbindungsarmes
mit der Armschiene lösbar verbindbar ist.
[0026] Damit der Patient während der Behandlung eines Armes seinen anderen Arm bequem ablegen
kann, ist es zweckmäßig, wenn von den beidseits des Behandlungsstuhles vorgesehenen
ersten Schulter-Schwenkgelenken wechselweise ein Schwenkgelenk mit der Armschiene
und ein auf der gegenüberliegenden Stuhl-Seite angeordnetes Schwenkgelenk mit einer
Armstütze lösbar verbindbar ist.
[0027] Die beiden Armteile des Verbindungsarmes lassen sich auch ohne Werkzeug besonders
leicht miteinander verbinden, wenn das an einem der ersten Schulter-Schwenkgelenke
angreifende und das mit der Armschiene oder der Armstütze verbundene Armteil teleskopartig
ineinandergreifen.
[0028] Um das erfindungsgemäße Therapiegerät auf einfache Weise an die Körpermaße des Patienten
anpassen und um das zweite Schulter-Schwenkgelenk derart positionieren zu können,
daß dessen Gelenkachse das Schultergelenk des Patienten kreuzt, ist es zweckmäßig,
wenn die ineinandergreifenden Armteile in Längsrichtung verstellbar und festlegbar
miteinander verbunden sind.
[0029] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines
erfindungsgemäßen Ausführungsbeispieles in Verbindung mit den Ansprüchen sowie der
Zeichnung. Die einzelnen Merkmale können je für sich oder zu mehreren bei einer Ausführungsform
gemäß der Erfindung verwirklicht sein.
[0030] Es zeigt:
- Fig.1
- ein Therapiegerät zur kontinuierlichen passiven Bewegung des Schulter- und des Ellenbogengelenkes
eines Patienten, wobei das Therapiegerät in Figur 1 zur Behandlung des rechten Armes
eines Patienten ausgerichtet ist,
- Fig.2
- das Therapiegerät in einer Zwischenposition während des Seitenwechsels und
- Fig.3
- das Therapiegerät aus Figur 1 und 2, das nach dem Seitenwechsel nun zur Behandlung
des linken Armes des Patienten ausgerichtet ist.
[0031] In den Figuren 1 bis 3 ist ein Therapiegerät 1 dargestellt, daß zur kontinuierlichen
passiven Bewegung des Schulter- und des Ellenbogengelenkes eines Patienten dient.
Eine solche Bewegungstherapie kann beispielsweise zur Behandlung postoperativer Zustände
sowie zur Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen des Schultergelenkes indiziert
sein.
[0032] Das Therapiegerät 1 hat eine als Körper-Tragelement dienende Armschiene 2, die an
einem Geräteträger mittels Schulter-Schwenkgelenken 3, 4 derart gehalten ist, daß
der Schnittpunkt ihrer Gelenkachsen etwa im Schulterbereich eines Patienten liegt.
Der Geräteträger ist hier als Behandlungsstuhl 5 ausgestaltet.
[0033] Während ein erstes Schulter-Schwenkgelenk 3 eine horizontale Schwenkebene vorgibt,
soll ein zweites Schulter-Schwenkgelenk 4 eine vertikale Schwenkbewegung der Armschiene
2 ermöglichen.
[0034] In den Figuren 1 bis 3 ist erkennbar, daß das erste Schulter-Schwenkgelenk 3 unterhalb
der Sitzfläche 6 des Patienten angeordnet ist. Dieses erste Schulter-Schwenkgelenk
3 steht daher im Kopfbereich des Patienten nicht störend im Wege. Die Armschiene 2
ist am ersten Schulter-Schwenkgelenk 3 über einen Verbindungsarm 7 gehalten, wobei
zwischen der Armschiene 2 und dem Verbindungsarm 7 das zweite Schulter-Schwenkgelenk
4 angeordnet ist.
[0035] Der als Geräteträger dienende Behandlungsstuhl 5 hat eine Sitzfläche 6 sowie eine
Rückenlehne 8. Um die Schulter des Patienten derart ausrichten zu können, daß die
Gelenkachse des zweiten Schulter-Schwenkgelenkes 4 durch das Schultergelenk des Patienten
verläuft, ist die Rückenlehne 8 in ihrer Rückenlehnenneigung verstellbar und festlegbar.
[0036] Um die Armschiene 2 wahlweise an einer von zwei gegenüberliegenden Seiten des Behandlungsstuhles
5 lösbar befestigen zu können, ist beidseits des Behandlungsstuhles 5 jeweils ein
erstes Schulter-Schwenkgelenk 3 vorgesehen.
[0037] Jedes dieser Schulter-Schwenkgelenke 3 trägt ein erstes, etwa L-förmig abgewinkeltes
Armteil 9, in das ein zweites Armteil 10 des im wesentlichen zweiteiligen Verbindungsarmes
7 eingeschoben ist. Von den beidseits des Behandlungsstuhles 5 vorgesehenen ersten
Schulter-Schwenkgelenken 3 ist wechselweise ein Schwenkgelenk 3 mit der Armschiene
2 und ein auf der gegenüberliegenden Stuhlseite angeordnetes Schwenkgelenk 3 mit einer
Armstütze 11 lösbar verbindbar. Sowohl der Armstütze 11 als auch der Armschiene 2
ist dazu jeweils ein zweiter Armteil 10 zugeordnet.
[0038] Die teleskopartig ineinander greifenden Armteile 9, 10 sind in Längsrichtung derart
verstellbar und festlegbar miteinander verbunden, daß der Behandlungsstuhl 5 an die
Körpermaße des Patienten angepaßt und die Höhe des zweiten Schulter-Schwenkgelenkes
4 derart eingestellt werden kann, bis dessen Gelenkachse durch das Schultergelenk
des Patienten verläuft. Durch eine solche Höheneinstellung des Schulter-Schwenkgelenkes
4 und durch Einstellung einer entsprechenden Rückenlehnenneigung können die Schulter-Schwenkgelenke
3, 4 genau auf die Position des zu behandelnden Schultergelenkes des Patienten ausgerichtet
werden.
[0039] Durch ein Vergleich der Figuren 1 bis 3 wird deutlich, daß bei dem hier dargestellten
Therapiegerät 1 ein Seitenwechsel der Armschiene 2 schnell und bequem erfolgen kann.
Dazu werden die mit der Armschiene 2 und mit der Armstütze 11 verbundenen Armteile
10 aus dem L-förmigen Armteil 9 des entsprechenden Schulter-Schwenkgelenkes 3 gelöst
und gegeneinander ausgetauscht. Die in Figur 1 ursprünglich noch auf der rechten Seite
des Behandlungsstuhles 5 befindliche Armschiene 2 wird nun in der in Figur 2 gezeigten
Zwischenstellung auf der linken Stuhlseite gehalten. Die Armschiene 2 hat zwei Schienenteile
12, 13, die über ein erstes Drehgelenk 14 miteinander verbunden sind. Durch Verschwenken
um 180° wird das vordere freie Schienenteil 12 in eine Position gebracht, in der es
rechtwinklig zum Schienenteil 13 nach innen zum Behandlungsstuhl 5 weist.
[0040] An dem vorderen freien Schienenteil 12 ist eine Unterarmauflage 15 vorgesehen, die
mittels eines zweiten Drehgelenkes 16 um die Schienenlängsachse des Schienenteiles
12 gedreht werden kann. Durch Verdrehen der Unterarmlauflage 15 am Schienenteil 12
um 180° kann die Unterarmauflage 15 schließlich in eine Funktionsstellung gebracht
werden, in der diese auf der zum Patienten liegenden Seite des Schienenteiles 12 angeordnet
ist.
[0041] Die Handhabbarkeit des hier dargestellten Therapiegerätes 1 wird wesentlich erleichtert,
wenn das erste und das zweite Drehgelenk 14, 16 sowie gegebenenfalls auch das erste
Schulter-Schwenkgelenk 3 jeweils mittels einer Rast- oder Reibkupplung in ihrer Drehstellung
festlegbar sind.
[0042] Der zu behandelnde Arm des Patienten wird mit seinem auf der Unterarmauflage 15 festgelegten
Unterarm in einer nahezu rechtwinklig abgewinkelten Armstellung gehalten. Um am Schultergelenk
des Patienten eine kontinuierliche passive Elevations-, Abduktions- oder Adduktionsbewegung
durchführen zu können, weist das zweite Schulter-Schwenkgelenk 4 einen Schwenkantrieb
17 auf. Um am Ellenbogengelenk des Patienten eine kontinuierliche passive Rotationsbewegung
durchführen zu können, ist die Unterarmauflage 15 über ein ebenfalls mit einem Schwenkantrieb
17 ausgestattetes Schwenkgelenk 20 an dem vorderen freien Schienenteil 12 gehalten.
Während mit dem ersten Schulter-Schwenkgelenk 3 eine Antebeziehungsweise Retroversion
und während mit dem zweiten Schulter-Schwenkgelenk 4 eine Abduktions- beziehungsweise
Adduktionsbewegung des Schultergelenkes durchgeführt werden kann, läßt sich mit Hilfe
des dritten Schulter-Schwenkgelenkes 20 eine Rotation des Schultergelenkes erreichen.
Ebenso wie das zweite Schulter-Schwenkgelenk 4 und das dritte Schulter-Schwenkgelenk
20 kann auch das beidseits des Behandlungsstuhles 5 vorgesehene Schulter-Schwenkgelenk
3 jeweils mit einem Schwenkantrieb ausgestattet sein.
[0043] Die Schwenkantriebe 17 stehen mit einer Steuereinrichtung in Steuerverbindung, die
ein Steuerprogramm-Lesegerät 18 hat. In das Steuerprogramm-Lesegerät 18 sind maschinenlesbare
Steuerprogramm-Datenträger 19 einlesbar, auf denen jeweils ein, für jeden Patienten
individuelles Steuerprogramm abspeicherbar ist. Wie Figur 1 zeigt, sind diese Steuerprogramm-Datenträger
19 hier als Chipkarte ausgebildet.
[0044] Das Therapiegerät 1 läßt sich an die individuellen Körpermaße des Patienten anpassen.
Durch Verstellen und Festlegen der Armteile 9, 10 läßt sich das zweite Schulter-Schwenkgelenk
4 in seiner Höhe an das Schultergelenk des Patienten anpassen. Durch eine Veränderung
der Rückenlehnenneigung am Behandlungsstuhl 5 kann das erste Schulter-Schwenkgelenk
3 beziehungsweise das zweite Schulter-Schwenkgelenk 4 so ausgerichtet werden, daß
ihre Gelenkachsen sich im Schultergelenk des Patienten schneiden. Schließlich sind
auch die jeweils teleskopartig ausgebildeten Schienenteile 12, 13 in ihrer Länge verstellbar
und festlegbar, so daß sich die Armschiene 2 auf die individuelle Armlänge des Patienten
ausrichten läßt.
[0045] Das hier dargestellte Therapiegerät 1 zeichnet sich durch seine besonders einfache
und bequeme Handhabbarkeit aus.
1. Therapiegerät (1) mit zumindest einem Körper-Tragelement (2), welches (2) zur Durchführung
einer kontinuierlichen passiven Körperbewegung an einem Patienten mittels zumindest
eines Bewegungsantriebes (17) bewegbar ist, wobei wenigstens ein Bewegungsantrieb
(17) mit einer Steuereinrichtung in Steuerverbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung ein Steuerprogramm-Lesegerät (18) hat und daß in das Steuerprogramm-Lesegerät
(18) maschinenlesbare Steuerprogramm-Datenträger (19) einlesbar sind, auf denen jeweils
ein, für jeden Patienten individuelles Steuerprogramm abspeicherbar ist.
2. Therapiegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerprogramm-Datenträger
(19) als Magnetstreifen- und/oder Chipkarte ausgebildet sind.
3. Therapiegerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Therapiegerät
(1) zur Behandlung eines Schulter-, Ellenbogen-, Hüft- und/oder Kniegelenkes ausgebildet
ist.
4. Therapiegerät (1) zur Behandlung eines Schulter- und/oder Ellenbogengelenkes mit einer
Armschiene (2), die an einem Geräteträger mittels Schulter-Schwenkgelenken (3, 4,
20) derart gehalten ist, daß der Schnittpunkt ihrer Gelenkachsen etwa im Schulterbereich
eines Patienten liegt, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß ein erstes, eine etwa horizontale Schwenkebene vorgebendes Schulter-Schwenkgelenk
(3) unterhalb einer Sitzfläche (6) für den sitzenden Patienten angeordnet oder positionierbar
ist, daß die Armschiene (2) mit dem ersten Schulter-Schwenkgelenk (3) über einen insbesondere
gebogenen oder abgewinkelten Verbindungsarm (7) verbunden ist und daß zwischen der
Armschiene (2) und dem Verbindungsarm (7) ein zweites, eine etwa vertikale Schwenkebene
vorgebendes Schulter-Schwenkgelenk
(4) angeordnet ist.
5. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das erste
Schulter-Schwenkgelenk (3) als ein manuell verstellbares und festlegbares Schwenkgelenk
ausgestaltet ist.
6. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß dem ersten
Schulter-Schwenkgelenk (3) eine Skala zum Ablesen des eingestellten Schulter-Schwenkwinkels
zugeordnet ist.
7. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Armschiene
(2) eine Unterarmauflage (15) trägt, daß die Unterarmauflage (15) über ein, eine Rotationsbewegung
vorgebendes drittes Schulter-Schwenkgelenk (20) mit der Armschiene (2) verbunden ist
und daß die Gelenkachse des dritten Schulter-Schwenkgelenkes (20) etwa durch den Schnittpunkt
des ersten und des zweiten Schulter-Schwenkgelenkes (3, 4) verläuft.
8. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das erste,
das zweite und/oder das dritte Schulter-Schwenkgelenk (3, 4, 20) einen motorischen
Schwenkantrieb (17) aufweisen.
9. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Geräteträger
als Ständer ausgebildet ist.
10. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Geräteträger
als Behandlungsstuhl (5) für den Patienten ausgebildet ist.
11. Therapiegerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Behandlungsstuhl (5)
eine Sitzfläche (6) sowie eine Rückenlehne (8) hat, und daß die Rückenlehne (8) zum
Ausrichten der Schulter des Patienten in Bezug auf das zweite Schulter-Schwenkgelenk
(4) in ihrer Rückenlehnenneigung verstellbar und festlegbar ist.
12. Therapiegerät (1) zur Behandlung eines Schulter- und/oder Ellenbogengelenkes mit einer
Armschiene (2), die zumindest zwei Schienenteile (12, 13) hat, von denen ein vorderes
freies Schienenteil (12) eine Unterarmauflage (15) trägt, wobei die Armschiene (2)
an einem Geräteträger verschwenkbar gehalten ist und wobei die Unterarmauflage (15)
sowie zumindest das mit ihr verbundene Schienenteil (12) zur wahlweisen Behandlung
des rechten oder des linken Armes eines Patienten in spiegelbildlicher Lage einsetzbar
sind, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
zumindest zwei Schienenteile (12, 13) über ein erstes Dreh- und/oder Schwenkgelenk
(14) bewegbar und festlegbar miteinander verbunden sind und daß die Unterarmauflage
(15) mittels eines zweiten Drehgelenkes (16) am vorderen freien Schienenteil (12)
um dessen Längsachse verdrehbar und festlegbar gehalten ist.
13. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das erste
und das zweite Drehgelenk (14, 16) jeweils einen Drehwinkel von zumindest 90° und
vorzugsweise von wenigstens etwa 180° haben.
14. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das erste
Drehgelenk (14) ein Verdrehen oder Verschwenken der an ihm angreifenden Schienenteile
(12, 13) in einer etwa horizontal orientierten Dreh- oder Schwenkebene erlaubt.
15. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das erste
und/oder zweite Drehgelenk (14, 16) mittels einer Rast- oder Reibkupplung in ihrer
Drehstellung festlegbar sind.
16. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsmittelachsen
des am zweiten Schulter-Schwenkgelenk (4) angreifenden Teilbereiches (10) des Verbindungsarmes
(7) einerseits und des Schienenteiles (13) der Armschiene (2) andererseits etwa in
der Schwenkebene des zweiten Schulter-Schwenkgelenkes (4) angeordnet sind.
17. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsmittelachse
der Unterarm-Auflage (15) in ihrem um 180° versetzten Drehstellungen sowie die Drehachse
des zweiten Drehgelenkes (16) etwa in einer Ebene angeordnet sind.
18. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Armschiene
(2) wahlweise an einer von zwei gegenüberliegenden Seiten des Behandlungsstuhles (5)
lösbar befestigbar sind.
19. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsarm
(7) zumindest zwei lösbar verbindbare Armteile (9, 10) hat, daß beidseits des Behandlungsstuhles
(5) ein erstes Schulter-Schwenkgelenk (3) vorgesehen ist und daß jedes erste Schulter-Schwenkgelenk
(3) ein erstes Armteil (9) des Verbindungsarmes (7) trägt, das über zumindest ein
zweites Armteil (10) des Verbindungsarmes (7) mit der Armschiene (2) lösbar verbindbar
ist.
20. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß von den
beidseits des Behandlungsstuhles (5) vorgesehenen ersten Schulter-Schwenkgelenken
(3) wechselweise ein Schwenkgelenk (3) mit der Armschiene (2) und ein auf der gegenüberliegenden
Stuhlseite angeordnetes Schwenkgelenk (3) mit einer Armstütze (11) lösbar verbindbar
ist.
21. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das an
einem der ersten Schulter-Schwenkgelenke (3) angreifende und das mit der Armschiene
(2) oder der Armstütze (11) verbundene Armteil (9, 10) teleskopartig ineinandergreifen.
22. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die ineinandergreifenden
Armteile (9, 10) in Längsrichtung verstellbar und festlegbar miteinander verbunden
sind.