[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Klebeband mit einem mehrschichtigen Verbundträger
auf Basis von coextrudiertem, gerecktem Polypropylen, der einseitig mit Klebemasse
beschichtet ist, zur Verwendung zum Nachweis des unbefugten Öffnens einer Verpackung.
[0002] Diebstahl, Produktpiraterie und Erpressungen von zum Beispiel Nahrungsmittelkonzernen
und Handelsketten führen zu immer größeren wirtschaftlichen Verlusten und Schäden.
Der Einsatz von Sicherheitssystemen beziehungsweise Sicherheitsverschlüssen zum Schutz
vor unbemerktem Öffnen von Gütem und der damit verbundenen Möglichkeit der Manipulation
des Inhalts ist somit von wachsender Bedeutung.
[0003] Sicherheitssysteme zum Nachweis des unbefugten Öffnens sind bekannt und in Vielzahl
von Patenten beschrieben. Hierbei sind besonders Sicherheitsetiketten von großer Bedeutung.
So werden zum Beispiel in US 4,184,701 Sicherheitsetiketten beschrieben, die aus mehreren
Farb- beziehungsweise Trennschichten aufgebaut sind und dadurch eine geringe Haftung
der Produktschichten untereinander aufweisen. In Kombination mit einer stark haftenden
Klebemasse trennen sich derartige Schichten irreversibel voneinander, wodurch die
Öffnung der Verpackung angezeigt wird.
[0004] Weiterhin wird beispielsweise in DE 34 31 239 A1 die Verwendung von Sicherheitsetiketten
zum Nachweis des unbefugten Öffnens einer Verpackung beschrieben, bestehend aus einem
Trägermaterial mit geringer Weiterreißfestigkeit. In Kombination mit einer stark haftenden
Klebemasse wird das Sicherheitsetikett beim Entfemen irreversibel zerstört und somit
der Öffnungsversuch angezeigt.
[0005] Das Sicherheitsetikett weist eine untere, von einem Träger abzulösende und auf die
Verpackung aufzubringende erste Klebstoffschicht auf der Unterseite eines ersten Etikettenmaterials
auf, auf dessen Oberseite über eine zweite Klebstoffschicht ein zweites Etikettenmaterial
aufgebracht ist. Die Stärke der Klebkraft der ersten Klebstoffschicht zwischen der
Verpackung und dem ersten Etikettenmaterial ist verschieden von der Stärke der Klebkraft
der zweiten Klebstoffschicht zwischen dem ersten Etikettenmaterial und dem zweiten
Etikettenmaterial.
[0006] Verpackungsklebebänder zum Nachweis des unbefugten Öffnens von Verpackungskartons
und anderen Verpackungen sind ebenfalls bekannt. So werden zum Beispiel in EP 0 404
402 A2 und US 4,876,123 mehrschichtige Kartonverschlußbänder beschrieben, die beim
Öffnungsversuch einen Buchstabenübertrag auf die Verpackungsoberfläche gewährleisten
und somit eine Öffnungssicherung darstellen. Hierzu ist allerdings eine relativ große
und zugleich ebene Verklebungsfläche notwendig.
[0007] Im Falle des Einsatzes von Sicherheitsetiketten zur Öffnungssicherung ist die Verwendung
eines geeigneten Trennpapiers notwendig, um maschinell Sicherheitsetiketten applizieren
zu können. Bedingt durch die Verwendung des notwendigen Trennpapiers resultiert eine
ungünstig hohe Komplexität beim Handling von Sicherheitsetiketten, ein Anfall großer
Mengen an Trennpapier als Abfallprodukt nach der Applikation der Etiketten und eine
sehr geringe Flexibilität bei der Anpassung des Sicherheitsverschlusses an das jeweilige
Verpackungssystem beziehungsweise an das jeweilige Öffnungssystem der Verpackung.
Eine bestimmte Art von Sicherheitsetiketten kann auf Grund der festgelegten Größe
und Struktur des Etiketts nur für eine bestimmte Verpackung angewendet werden.
[0008] Im Falle der Sicherheitsetiketten und der bekannten Kartonverschlußklebebänder für
eine Produktsicherung sind bedingt durch den mehrschichtigen Produktaufbau und durch
den Einsatz von Farb- und Trennschichten zur Herstellung derartiger Sicherheitssysteme
komplizierte und aufwendige Produktionskonzepte notwendig. Bei der Verwendung dieser
Klebebänder als Produktsicherung ist auf Grund des Produktaufbaus der Nachweis des
unbefugten Öffnens bei der Verklebung von komplexen Produktverschlüssen beziehungsweise
von komplizierten Consumerprodukten nicht zufriedenstellend.
[0009] Die ebenfalls als zum Nachweis des unbefugten Öffnens verwendbaren Schrumpffolien
(Sleeves) zeigen Nachteile in zum Teil mangelnder Individualisierung und durch sehr
hohen Materialverbrauch.
[0010] Eine Möglichkeit, einen mehrschichtigen Produktaufbau und damit eine hohe Produktkomplexität
zu vermeiden, ist der Einsatz mittels Coextrusion hergestellter, mehrschichtiger Verbundfolien
auf Basis Polypropylen.
[0011] Die Extrusion gilt als wirtschaftlich wichtigstes Verfahren der Kunststoffverarbeitung.
Mit Hilfe der Coextrusion lassen sich mehrschichtige Folien auf Basis von Thermoplasten
herstellen, wobei über die chemische und strukturelle Zusammensetzung der einzelnen
Schichten deren Zusammenhalt beziehungsweise Verbund untereinander gesteuert werden
kann.
[0012] Im Bereich der Verpackungsindustrie sind zwei- und dreischichtige Folien von Bedeutung.
So ist bekannt, daß Folien bestehend aus nicht heißsiegelfähigen coextrudierten, hochkristallinen
Polypropylenschichten einen schwachen Verbund der Folienschichten untereinander aufweisen.
Durch den Einsatz von Polypropylenschichten mit unterschiedlichem Kristallinitätsgrad
beziehungsweise durch den Einsatz von Folienschichten bestehend aus Copolymeren wie
zum Beispiel Polypropylen-Ethylen kann der Verbund zwischen den Folienschichten variiert
werden. Auf diese Weise kann die Spaltfestigkeit der Verbundfolie auf Basis von Polypropylen
eingestellt und an die Klebkraft der Klebemasse angepaßt werden.
[0013] Mehrschichtige Verbundfolien können über die Flachfolienextrusion hergestellt werden.
Eine Übersicht über das Verfahren der Flachfolienextrusion beziehungsweise der Herstellung
von Verbundfolien (Coextrusion) enthält beispielsweise der Artikel "Herstellen von
Verbundfolien durch Extrusionsbeschichtung und Extrusionskaschierung" (J. W. Hoff
in "Extrudierte Feinfolien und Verbundfolien", VDI Verlag, Düsseldorf.
[0014] Bei Verwendung von mehrschichtigen coextrudierten Folien ist die Art des eingesetzten
Längsschneidverfahrens wichtig für die Reißfestigkeit und Reißdehnung des Produktes.
Die mit der Wahl des eingesetzten Längsschneidverfahrens resultierende Schnittkantenqualität
kann zum einen eine scharfkantige Schnittkante und zum anderen eine rauhe Schnittkante
erzeugen, die deutlich die Reißfestigkeit und Reißdehnung der längsgeschnittenen Folien
beeinflußt.
[0015] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Klebeband anzugeben, das beim Entfernen
von der Oberfläche der Verpackung zerstört wird und sich selbst irreversibel aufteilt
beziehungsweise zerreißt, das ein Wiederanhaften im ursprünglichen Zustand unmöglich
macht, so daß ein Nachweis von Manipulationen quantitativer oder qualitativer Art
am verpackten Produkt erkennbar ist.
[0016] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Klebeband, wie es im Hauptanspruch dargelegt
ist. Gegenstand der Unteransprüche sind vorteilhafte Fortbildungen des Erfindungsgegenstandes
sowie vorteilhafte Anwendungen des Klebebands.
[0017] Demgemäß betrifft die Erfindung ein Klebeband mit einem Verbundträger auf Basis einer
gereckten, coextrudierten, zumindest zweischichtigen Polypropylenfolie, dessen eine
Seite mit einer Klebemasse versehen ist und dessen Folienschichten untereinander eine
geringe Trennkraft aufweisen.
[0018] Träger auf Basis einer biaxial gereckten, mehrschichtigen, coextrudierten Verbundfolie
auf Basis von Polypropylen werden, wie bereits oben ausgeführt, als Verpackungsmaterialien
eingesetzt. Bei der Verwendung der coextrudierten Folien zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Klebebänder liegen die Gesamtdicken besonders zwischen 15 bis 120 µm, bevorzugt zwischen
20 bis 50 µm.
[0019] Weiterhin als vorteilhaft herausgestellt hat sich, wenn die Dicken der äußeren Folienschichten
besonders zwischen 2 und 10 µm liegen, bevorzugt zwischen 3 und 5 µm.
[0020] Der Träger der erfindungsgemäßen Klebebänder auf Basis von biaxial gerecktem coextrudiertem
Polypropylen besteht aus mehreren Schichten. Besonders bevorzugt zur Herstellung der
erfindungsgemäßen Klebebänder sind dreischichtige Folien auf Basis von biaxial gerecktem,
coextrudiertem Polypropylen, wobei die sich in der Kristallinität oder in der Zusammensetzung
(Polypropylen-Ethylen Copolymere) unterscheidenden Folienschichten derart kombiniert
werden, daß ein geringer Verbund zwischen den Schichten resultiert.
[0021] Weiterhin bevorzugt zur Herstellung der erfindungsgemäßen Klebebänder sind biaxial
gereckte, mehrschichtige, coextrudierte Folien auf Basis von Polypropylen mit einem
Reckverhältnis in Längsrichtung zwischen 1:4 und 1:9, bevorzugt zwischen 1:4,8 und
1:6 sowie einem Reckverhältnis in Querrichtung zwischen 1:4 und 1:9 , bevorzugt zwischen
1:4,8 und 1:8,5.
Die erzielten Elastizitätsmodule in Längsrichtung, gemessen bei 10 % Dehnung nach
ASTM D882, liegen üblicherweise zwischen 1000 und 4000 N/mm
2, vorzugsweise zwischen 1500 und 3000 N/mm.
Die erzielten Elastizitätsmodule in Querrichtung liegen ebenfalls zwischen 1000 und
4000 N/mm
2, vorzugsweise zwischen 1500 und 3000 N/mm
2.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform des Klebebandes wird die Haftung der Klebemasse
auf der Thermoplastfolie auf Basis von gereckten, coextrudierten Polypropylen durch
Coronabehandlung oder Flammenvorbehandlung verbessert, denn gerade die Oberflächen
der Folie auf Basis von Polyolefinen können durch diese allgemein bekannten Verfahren,
wie die Corona- und Flammenvorbehandlung, behandelt werden. Eine Übersicht über die
Verfahren zur Oberflächenbehandlung enthält beispielsweise der Artikel "Surface pretreatment
of plastics for adhesive bonding" (A. Kruse; G. Krüger, A. Baalmann and O. D. Hennemann;
J. Adhesion Sci. Technol., Vol 9, No 12, pp 1611-1621 (1995)).
[0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Klebebands ist zwischen der Polypropylenfolie
und der Klebeschicht eine Schicht aus einem Primer aufgebracht.
[0024] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Klebebands trägt die Polypropylenfolie
auf der der Klebemasse gegenüberliegenden Seite eine Lackierung, insbesondere eine
Trennlackierung.
[0025] Trennlackierungen auf die der Klebemasse gegenüberliegenden Folienoberfläche werden
in der Klebebandindustrie weit verbreitet eingesetzt. Eine Übersicht über Trennlacksysteme
auf Basis von Silikon und deren Einsatz im Bereich Pressure Sensitive Adhesives findet
sich in "Silicone Release coating" (D. Jones, Y. A. Peters in Handbook of Pressure
Sensitive Adhesive Technology, Third Edition, edited by Donatas Satas, Van Reinhold
New York. Pp. 652-683).
[0026] Durch den Einsatz von Rückseitentrennlackierungen wird ein leichtes, gleichmäßiges
Abrollen der Klebebänder erzielt. Hierbei werden vor allem Trennlackierungen auf Basis
von lösemittelhaltigen Carbamatsystemen und auf Basis von auf Silikon basierenden
Systemen eingesetzt.
[0027] Trennlackierungen auf Basis von Silikonsystemen eignen sich besonders als Trennlackierungen
der erfindungsgemäßen Klebebänder. Bevorzugt als Trennlackierung sind UV-härtende
Silikonsysteme auf 100% Basis, aber ebenso lösemittelhaltige Silikonsysteme können
als Trennlackierung für die erfindungsgemäßen Klebebänder eingesetzt werden.
[0028] Die Auftragsmenge der Trennlackierung auf das Trägermaterial beträgt bevorzugt 0,1
bis 3 g/qm. In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführung wird der Schichtauftrag
der Trennlackierung von 0,2 bis 1,5 g/qm eingestellt.
[0029] Als Klebemassen können im wesentlichen alle bekannten Klebemassen mit hoher Klebkraft
auf dem zu verpackenden Haftgrund eingesetzt werden.
Die Klebemasse des erfindungsgemäßen Klebebandes kann aus einer Klebemasse auf Basis
von lösemittelhaltigen Naturkautschuk- und Acrylatklebemassen bestehen. Bevorzugt
sind Klebemassen auf Basis von Acrylatdispersionen, besonders bevorzugt sind Klebemassen
auf Basis von Styrol-lsopren-Styrol-Blockcopolymeren. Diese Klebemassentechnologien
sind bekannt und werden in der Klebebandindustrie eingesetzt.
[0030] Die Auftragsmenge der Klebemasse auf das Trägermaterial beträgt bevorzugt 15 bis
60 g/qm. In einer weiteren bevorzugten Ausführung wird der Schichtauftrag von 20 bis
30 g/qm eingestellt.
[0031] Die Herstellung der Klebebänder kann nach bekannten Verfahren erfolgen. Eine Übersicht
über übliche Herstellungsverfahren findet sich beispielsweise in "Coating Equipment",
Donatas Satas in Handbook of Pressure Sensitive Adhesive Technology, second edition,
edited by Donatas Satas, Van Nostrand Reinhold New York pp. 767-808. Die bekannten
Verfahren zum Trocknen und Schneiden der Klebebänder sind ebenfalls im Handbook of
Pressure Sensitive Adhesive Technology, Seite 809-874 zu finden.
Die erfindungsgemäßen Klebebänder können darüber hinaus mittels üblicher Verfahren
bedruckt werden.
[0032] Als Längsschneidverfahren wird bei den erfindungsgemäßen Klebebändern das Quetsch-Schneidverfahren
eingesetzt, das durch ein unter einer Anpreßkraft stehendes rotierendes Kreismesser
und einem Gegendruckzylinder das dazwischen liegende Klebeband in Laufrichtung der
Klebebandbahn trennt.
Das rotierende Kreismesser kann durch unterschiedliche Geometrien der Schneide und
durch verschiedene Oberflächenrauhigkeiten an den Schneideflanken so gestaltet werden,
daß das geschnittene Klebeband in seiner Schnittkantenrauhigkeit beeinflußt wird.
Die Schnittkantenrauhigkeit beeinflußt direkt die Reißfestigkeit des geschnittenen
Klebebandes, d.h., je rauher die Schnittkante, desto niedriger die Reißfestigkeit
des Klebebandes.
[0033] Die Reduzierung der Reißfestigkeit kann dazu genutzt werden, ein Klebeband nach der
Applikation nicht mehr zerstörungsfrei vom verklebten Untergrund entfernen zu können.
[0034] Durch Einsatz speziell geeigneter Schneidvarianten kann somit der Sicherheitseffekt
von Klebebändem zum Nachweis des unbefugten Öffnens einer Verpackung deutlich gesteigert
und der Einsatz derartiger Produkte verbreitert werden.
[0035] Vorzugsweise weisen die Kanten der Polypropylenfolie daher einen Zackenschnitt auf.
[0036] Schließlich umfaßt der Erfindungsgedanke auch die Verwendung eines erfindungsgemäßen
Klebebandes auf Verpackungen zum Nachweis des unbefugten Öffnens derselben, indem
das Klebeband beim Entfernen von der Oberfläche einer Verpackung irreversibel zerstört
wird und einen Öffnungsversuch klar anzeigt durch Zerreißen oder Spalten in Dickenrichtung
aufgrund der geringen Weiterreißfestigkeit.
[0037] Denn das erfindungsgemäße Klebeband ist für die Anwendung als Sicherheitsverschluß
zur deutlichen Erkennung eines unbefugten Öffnungsversuches beziehungsweise einer
Öffnung für eine große Anzahl wertvoller beziehungsweise sensibler Güter geeignet.
Ein wichtiges Anwendungsfeld ist hierbei die Sicherung verschiedenster Konsumgüter
gegen Diebstahl, Verfälschung des Inhalts und der Schutz vor Raubkopien. Das unbemerkte
Öffnen, Diebstahl und Verfälschung sensibler Güter wird durch die Anwendung der erfindungsgemäßen
Klebebänder vermieden.
[0038] Als Verpackungen kommen unter anderem in Betracht Faltschachteln, Flaschen und Tuben
mit Schraub- und Druckverschlüssen, Shampooflaschen, Faltschachteln, Kunststoffdosen
und -behälter.
Unter anderem sind als Oberfläche für das Verpackungsmaterial Papier, Karton, Glas,
Polypropylen, Polystyrol, Polyvinylchlorid und Stahl geeignet.
[0039] Hierbei sind Anwendungen im Bürobereich, bei der Verpackung von medizinischen und
pharmazeutischen Produkten, die Sicherung von Kosmetika und Körperpflegeartikeln sowie
von Nahrungs- und Genußmitteln mittels Sicherheitsverschluß möglich. Weiterhin ist
eine Anwendung zur Sicherung von elektronischen und elektrischen Geräten möglich.
[0040] Durch Verwendung eines Klebebandes als Sicherheitsverschluß zum Schutz des unbefugten
Öffnens wird die Verwendung eines Trennpapiers, wie bei Verwendung von Sicherheitsetiketten
notwendig, überflüssig. Hierdurch werden zum einen erhebliche Kosten eingespart, zum
anderen die Komplexität verringert und die resultierende Abfallmenge stark reduziert.
Weiterhin wird durch die Verwendung eines Klebebandes zur Verpackung beziehungsweise
Sicherung von Produkten die Flexibilität der einsetzbaren Verpackungs- und Verschlußtypen
gesteigert. Durch leichtes Abrollen beim manuellen und maschinellen Applizieren an
Verpackungen kann die Größe des Sicherheitsverschluß problemlos variiert und an die
Verpackung angepaßt werden.
[0041] Wird versucht, einen Klebestreifen des erfindungsgemäßen Klebebandes von der Verpackung
zu entfernen, so wird, da die Klebkraft des Sicherheitsverschlusses größer ist als
die Trägerfestigkeit, der Träger in sich spalten beziehungsweise durch die geringe
Weiterreißfestigkeit irreversibel zerstört und der Öffnungsversuch klar und deutlich
angezeigt. Dieser Effekt kann durch den Einsatz von speziellen Schneidmodifikationen
erhöht werden.
[0042] Weiterhin sollen das neue Klebeband leicht abrollen und einen guten Verbund zwischen
Klebemasse und Trägerfolie aufweisen.
[0043] Im folgenden soll die Erfindung anhand eines Beispiels erläutert werden, ohne die
Erfindung unnötig einschränken zu wollen.
Beispiel
a: Folie a
[0044]
- Folie a:
- Folie für die erfindungsgemäßen Klebebänder
Es wurde eine biaxial gereckte, coextrudierte Folie auf Basis Polypropylen der Fa.
Radici verwendet.
| Foliendicke: |
38 µm |
| Kennzeichnung: |
Radil EWL |
| Firma/Hersteller: |
Fa. Radici |
| Reißdehnung längs: |
120 % |
| Reißdehnung quer: |
30 % |
[0045] Folie Radil EWL ist eine biaxial orientierte, coextrudierte, weiße dreischichtige
Folie auf Basis Polypropylen, die dadurch gekennzeichnet ist, daß der Verbund zwischen
den Schichten geschwächt ist. Die Folie ist bedruckbar.
- Folie b:
- Folie für Referenzmuster
Es wurde eine biaxial gereckte Folie auf Basis Polypropylen der Fa. Radici verwendet.
| Foliendicke: |
25 µm |
| Kennzeichnung: |
Radil T |
| Firma/Hersteller: |
Fa. Radici |
| Reißdehnung längs: |
125 % |
| Reißdehnung quer: |
50 % |
[0046] Für Folie a und b gilt:
Die. gegenüberliegende Oberfläche der Folie, die nicht mit Klebemasse beschichtet
wurde, wurde vor dem Beschichten mit Hilfe der üblichen Technologien mit einer Rückseitenlackierung
versehen.
[0047] Die Oberfläche der Folie, die mit Klebemasse beschichtet wurde, wurde vor der Beschichtung
Corona behandelt. Die Oberflächenenergie betrug > 42mN/m.
b: Verwendete Klebemassen
[0048] Es wurde eine Klebemasse auf Basis einer wäßrigen Acrylatdispersion zur Herstellung
der erfindungsgemäßen Klebebänder und des Referenzmusters verwendet.
c: Beschichtung der Klebemasse
[0049] Die Beschichtung der Folie a und b mit der Klebemasse erfolgte durch einen Drahtrakel.
Das Drahtrakel und die Beschichtungsgeschwindigkeit wurden so eingestellt, daß nach
der Trocknung der beschichteten Folie ein Masseauftrag von ca. 25 g/qm gemessen wird.
Die Beschichtung erfolgte auf einer Technikumsstreichanlage mit einer Arbeitsbreite
von 500 mm und einer Beschichtungsgeschwindigkeit von 10 m/min. Hinter der Beschichtungsstation
mit Drahtrakelauftragswerk befand sich ein Trockenkanal, der mit heißer Luft (ca.
100 °C) betrieben wurde. Die beschichtete Folie wurde in einer Breite von 19 mm wie
in d beschrieben konfektioniert. Die Bestimmung des Sicherheitseffekts erfolgte nach
zweitägiger Lagerung bei 23 °C.
d: Schneiden der mit Klebemasse beschichteten Folienbahn
[0050] Das Längsschneiden der mit Klebemasse beschichteten Folienbahn (Folie a und b) erfolgte
mit rotierenden Quetsch-Schneidmessern, die in ihrer Schneide-Geometrie als Zick-Zack-Messer
ausgestaltet sind.
| Zick-Zackmesser |
0,2 mm |
| Zähnezahl: |
604 |
| Schneidphasenwinkel: |
90° |
| Zahnbreite: |
0,2 mm |
| Schnittflächenbreite: |
< 0,05 mm |
[0051] In den Figuren 1 und 2 ist das verwendete Quetsch-Schneidmesser 1 gezeigt. Das Messer
1 hat 604 Zähne 2. Der Schneidphasenwinkel α beträgt α = 90°. Die Zahnbreite A beträgt
A = 0,2 mm, die Schnittflächenbreite B liegt unter 0,05 mm.
e: Haftgründe zur Überprüfung des Sicherheitseffektes
[0052]
- e1:
- Polyethylen: Polyethylenplatten der Fa. Thyssen, Hamburg Kennzeichnung A27120; 50x200
mm; Dicke 3 mm
- e2:
- Polystyrol: Polystyrolplatten der Fa. Thyssen, Hamburg Kennzeichnung A27123; 50x200
mm; Dicke 3 mm
- e3:
- Polyvinylchlorid: Polyvinylchloridplatten der Fa. Thyssen, Hamburg Kennzeichnung A27126;
HPVC-Kömadur; 50x200 mm; Dicke 3 mm
- e4:
- Glas: Glasplatten der Glaserei Dietrich, Hamburg; 50x200 mm, Dicke 4,
- e5:
- Stahl: Stahlplatten von Thyssen Stahl, nach DIN EN 10088-2, Stahl Typ 1.4301; Rauhigkeit
Ra: ab = 0,05 µm
- e6:
- Papier (Standard Schreibmaschinen Papier)
f: Ergebnisse
[0053] Zur Bestimmung des Sicherheitseffekts wurden die in c hergestellten Klebebänder untersucht
und mit einem Referenzmuster verglichen. Zur Charakterisierung des Sicherheitseffekts
auf verschiedenen Haftgründen wurden Klebstreifen (5x1 cm) der Klebebänder und des
Referenzmusters auf den in e aufgeführten Oberflächen verklebt und mittels einer 2
kg schweren Stahlrolle angedrückt (zweimaliges Überrollen). Nach einer Wartezeit von
24 Stunden bei 23 °C wurde manuell versucht, inwieweit die Klebestreifen zerstörungsfrei
abgezogen beziehungsweise entfernt werden konnten. Hierbei wurden ebenso technische
Hilfsmittel, wie zum Beispiel Schere oder Messer, verwendet.
[0054] Referenzmuster:
Klebemasse auf Basis einer wäßrigen Acrylatdispersion.
Träger auf Basis einer biaxial orientierten Polypropylenfolie (Folie b)
Die Herstellung der Referenzmuster erfolgte analog wie in c beschrieben.
[0055] Klebestreifen resultierend aus erfindungsgemäßen Klebebändern (Folie a):
| Haftgrund |
Zerstörungsfreies Entfernen von den in e beschriebenen Haftgründen möglich |
| Polyethylen |
Nein |
| Polystyrol |
Nein |
| Glas |
Nein |
| Stahl |
Nein |
[0056] Klebestreifen resultierend aus Referenzklebeband (Folie b):
| Haftgrund |
Zerstörungsfreies Entfernen von den in e beschriebenen Haftgründen möglich |
| Polyethylen |
Ja |
| Polystyrol |
Ja |
| Glas |
Ja |
| Stahl |
Ja |
1. Klebeband mit einem Verbundträger auf Basis einer gereckten, coextrudierten, zumindest
zweischichtigen Polypropylenfolie, dessen eine Seite mit einer Klebemasse versehen
ist und dessen Folienschichten untereinander eine geringe Trennkraft aufweisen.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicken des Trägers liegen
zwischen 15 bis 120 µm, bevorzugt zwischen 20 bis 50 µm.
3. Klebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanten der Polypropylenfolie
einen Zackenschnitt aufweisen.
4. Klebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenfolie corona-
oder flammenbehandelt ist, um die Haftung der Klebemasse auf der Polypropylenfolie
zu verbessern.
5. Klebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Polypropylenfolie
und der Klebeschicht eine Schicht aus einem Primer aufgebracht ist.
6. Klebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenfolie auf der
der Klebemasse gegenüberliegenden Seite eine Lackierung trägt, insbesondere eine Trennlackierung.
7. Klebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragsmenge der Trennlackierung
beträgt 0,1 bis 3 g/qm, bevorzugt 0,2 bis 1,5 g/qm.
8. Klebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebmasse eine lösemittelhaltige
Klebemasse auf Basis von Styrol-Isopren-Styrol Copolymeren ist.
9. Klebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragsmenge der Klebemasse
beträgt 15 bis 60 g/qm, bevorzugt 20 bis 30 g/qm.
10. Verwendung eines Klebebandes zum Nachweis des unbefugten Öffnens einer Verpackung,
indem das Klebeband beim Entfernen von der Oberfläche einer Verpackung irreversibel
zerstört wird und einen Öffnungsversuch klar anzeigt durch Zerreißen oder Spalten
in Dickenrichtung.