[0001] Die Erfindung betrifft einen Rahmen für Fenster oder Türen, wobei der Rahmen aus
mehreren miteinander winklig verbundenen Profilteilen besteht. Des Weiteren betrifft
die Erfindung ein/e Fenster oder Türe, insbesondere ein/e Fenster oder Türe welche
aus zwei Glasscheiben besteht, wobei eine erste Glasscheibe zumindest an einer Seite
einen Überstand über die zweite Glasscheibe aufweist und so einen Absatz bildet.
[0002] Bekannte Fensterrahmen bestehen zum Beispiel aus einem PVC-oder Aluminiumprofil.
Nachteilig bei den Kunststoffprofilen ist, daß diese zwar eine gute Wärmedämmeigenschaft
aufweisen, aber in der Regel mechanisch schlecht belastbar sind. Es ist zu beachten,
daß in den Kunststoff Beschläge zu montieren und zu befestigen sind und die Fenster
ein beachtliches Gewicht aufweisen können. Es hat sich gezeigt, daß eingedrehte Schrauben
aufgrund daran angreifenden Belastungen mit der Zeit gelockert werden und eine sichere
Verbindung nicht mehr gegeben ist.
[0003] Zwar weisen Fenster mit einem Aluminiumprofil eine deutlich höhere Stabilität auf,
jedoch ist zu beachten, daß die Wärmeleitzahl von Metallen um mehrere Zehnerpotenzen
größer ist als die von Kunststoffen, wodurch die Wärmedämmeigenschaft der Fenster
negativ beeinflußt wird. Die Verwendung von einfachen Aluminiumprofilen für die Herstellung
von Fenstern, insbesondere wenn diese eine hohe Wärmedämmeigenschaft aufweisen sollen,
ist nicht brauchbar.
[0004] Es ist auch bekannt, Kunststoffprofile mit Metall- insbesondere Aluminiumleisten
zu bewehren, um somit die günstigen Wärmedämmeigenschaften des Kunststoffes mit den
günstigen mechanischen Eigenschaften des Metalls zu verbinden.
[0005] Dies hat aber zur Folge, daß ein so hergestelltes Profilmaterial verhältnismäßig
aufwendig zu produzieren ist und - aufgrund seiner Zweistofflichkeit - auch teuer
ist. Auch in seiner Verwertung ist ein hoher Aufwand zu betreiben, um die Metalleiste
von dem Kunststoff zu trennen.
[0006] Aus der deutschen Offenlegungsschrift 198 43 742 ist ein Kunststoffprofil für Fenster
oder Türen bekannt. Das Profil besteht hierbei aus mehreren Hohlprofilelementen, wobei
ein der Absteifung dienender Profilkern von einer Innenschale und einer Außenschale
bedeckt ist. Hier wird vorgeschlagen, daß der Profilkern aus glasfaserverstärktem
Kunststoff bestehen kann. Der Profilkern hat dabei die Aufgabe einem herkömmlich gebildeten
Fenster ausreichende Stabilität zu verleihen.
[0007] Des Weiteren sind aus dem Stand der Technik sogenannte "rahmenlose Fenster" bekannt.
Bei diesen Fenstern weist eine erste Scheibe einen Überstand gegenüber einer zweiten
Scheibe auf und bildet so einen Absatz. Vorgenannte Fenster werden bevorzugt in Ganzglasfassaden
integriert. Es wird hierbei gewünscht, daß der natürlich vorhandene (aber verdeckt
angeordnete) Rahmen, welcher das Glas an das Bauwerk anschließt, optisch nicht dominiert
oder komplett in den Hintergrund tritt. Hieraus resultiert, daß insbesondere bei solchen
Fenstern auf kleinerem Volumen ein Profil zur Verfügung gestellt werden muß, das die
hohen mechanischen Anforderungen erfüllt.
[0008] Die vorliegende Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Rahmen beziehungsweise
ein Fenster beziehungsweise eine Türe wie eingangs beschrieben dahingehend weiterzuentwickeln,
daß diese bei gleich guter Wärmedämmung eine höhere mechanische Stabilität aufweist.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Rahmen, wie eingangs beschrieben, bei welchem
mindestens ein Teil des Profilteiles aus faserverstärktem, insbesondere glas- und/oder
kohlefaserverstärktem Kunststoff besteht und die Länge der Fasern mindestens ungefähr
der Dicke oder Breite des Profilteiles entspricht. Aus dem Stand der Technik ist bekannt,
Schnitzel, also verhältnismäßig kurze Faserstücke, in das Profil einzuarbeiten. Die
Verwendung von Glasfasern erhöht somit schon die Stabilität des Profiles und somit
auch des Rahmens. Eine zusätzliche, verbesserte Stabilität wird aber erreicht, wenn
die Fasern länger gewählt werden, insbesondere wenn die Fasernlänge ungefähr den Maßen
des Profilteiles, insbesondere der Dicke und der Breite entsprechen. Sie können dabei
die Maße der Dicke oder der Breite des Profilteiles unter- oder überschreiten, soweit
sie ungefähr in diesem Bereich liegen oder länger sind. Durch das Einbringen längerer
Fasern wird die Stabilität des so ausgeformten Kunststoffes kontinuierlich erhöht
und man erreicht Profilteile, die in filigraneren Rahmenkonstruktionen bei gleicher
mechanischer Belastbarkeit eingesetzt werden können. Dabei erlaubt die Erfindung auch,
daß nicht der komplette Querschnitt des Profilteiles aus faserverstärktem Kunststoff
zu bestehen hat, sondern es kann ausreichen, wenn nur ein Teil des Querschnittes entsprechend
ausgebildet ist. Dabei ist natürlich von Vorteil, wenn der komplette Querschnitt des
Profilteiles faserverstärkt ausgebildet ist, da dies eine immer aufwendige Sandwich-Konstruktion
vermeidet und so eine homogene und somit kostengünstige Produktion erlaubt.
[0010] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, daß ein faserverstärkter Kunststoff eingesetzt
wird. Dabei kann als Faser zum Beispiel eine Glas- oder eine Kohlefaser beziehungsweise
Karbonfaser vorgesehen sein. Daneben ist auch der Einsatz von Aramitfasern möglich.
Dabei liegt der Fasergehalt, je nach gewünschter Stabilität, zwischen 10 % und 85
%, bevorzugt zwischen 50 % bis 80 %.
[0011] Als Kunststoffe werden hierbei zum Beispiel Duroplaste, Epoxydharze, ungesättigte
Polyesterharze, Vinyl- und Furanharze. Es werden bevorzugt duroplastische Harze verwendet,
die mit geeigneten Katalysatoren, UV-Stabilisatoren und Pigmenten ausgerüstet werden,
um eine entsprechende Harzmatrix zu erstellen, die den gewünschten Korrosionswiderstand
und den mechanischen Eigenschaften entspricht. Günstigerweise wird ein Isopolyesterharz
verwendet, bei speziellen Anforderungen können ebenso Phenol-, Vinylester-, Acryl-
und Epoxydharze zum Einsatz gelangen. Daneben ist auch der Einsatz von Thermoplaste,
zum Beispiel Polyamide, Polycarbonate, Polyazetate, Polyvinyloxide, Polyvinylchloride
(PVC) und Sulfide sowie Polypopylene und Styrolcopolymere möglich.
[0012] Der Vorteil dieses Materials liegt darin, daß es von Natur aus ebenfalls eine sehr
gute Wärmedämmeigenschaft aufweist. Der K-Wert von glasfaserverstärktem Kunststoff
liegt zwischen 0,3 und 0,5. Neben den günstigen, weil geringen Wärmeleiteigenschaften
braucht dieses Material aber keine zusätzliche metallische Bewehrung zur Aussteifung
zur Erreichung einer ausreichenden metallischen Stabilität. Es besitzt eine ausreichende
Eigensteifigkeit.
[0013] Gleichzeitig ist es auch problemlos möglich, in das faserverstärkte Kunststoffmaterial
direkt Schrauben für die Befestigung von Nutbeschlägen einzudrehen, wobei dieses Material
den Vorteil hat, daß auch nach langer Zeit die Schrauben fest in dem Material verankert
sind. Der bei den üblichen Kunststoff-Materialien (z.B. bei PVC) bekannte Kriecheffekt,
der zu einem Lösen der Schrauben unter Last führen kann, tritt hier nicht auf.
[0014] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Fasern im
Wesentlichen parallel zur Längsachse des Profiles orientiert sind und/oder das Profilteil
durch ein Pultrusionsverfahren hergestellt ist. Die Vorteile des Pultrusionsverfahrens
liegen in einem kontinuierlichen Herstellungsprozeß. Dabei ist es möglich, die Verstärkungsfasern
in Form von Rowings, Geweben oder Matten in das Profil einzuarbeiten. Günstigerweise
werden hierzu Duroplaste verwendet, wobei die Verstärkungsfasern, nachdem sie mit
dem Duroplast getränkt sind, durch ein beheizbares Werkzeug gezogen und gehärtet werden.
Hierbei erfolgt die Formgebung bei gleichzeitiger Polymerisation des Harzes. Die parallele
Ausrichtung der Fasern im Kunststoff erschwert den Wärmetransport, der quer hierzu
erfolgt. Durch den endlosen Herstellprozeß der Profile ist es auch möglich, die Fasern
endlos auszubilden, das heißt, sie sind in diesem Fall deutlich länger als die Dicke
oder Breite des Profiles.
[0015] Es ist dabei vorgesehen, daß der Rahmen zum Beispiel bei einem Fenster oder einer
Türe beliebiger Ausgestaltung Verwendung findet. Es ist auch möglich, entsprechend
gebogene Profilteile aus faserverstärktem Kunststoff herzustellen. In gleicher Weise
ist es möglich, Profilstäbe oder Profilteile zu bilden, diese auf Gehrung zu schneiden
und so einen entsprechenden Rahmen zu bilden.
[0016] Der Rahmen kann dabei als mit dem Bauwerk verbundener, nicht beweglicher Blend- oder
aber als beweglicher Flügelrahmen ausgebildet sein.
[0017] Es ist auch vorgesehen, das Profilmaterial bzw. das Profilteil zu beschichten, zum
Beispiel mit einer Folie zu kaschieren, zu lackieren oder zu beplanken, um eine entsprechende
optische Gestaltung zu erreichen.
[0018] Die Erfindung bezieht sich insbesondere auch auf ein Fenster oder eine Türe, wobei
das Fenster beziehungsweise die Türe zwei Glasscheiben besitzt, wobei eine erste Glasscheibe
zumindest an einer Seite einen Überstand über die zweite Glasscheibe aufweist und
so einen Absatz bildet. Das Fenster beziehungsweise die Türe weist einen, zumindest
teilweise aus faserverstärkten Kunststoff bestehenden Rahmen auf. Gerade der Einsatz
der faserverstärkten Kunststoffe als Rahmenmaterial bei dem "rahmenlosen" Fenster
ergeben einen großen Vorteil, da damit die anscheinend unsichtbare Konstruktion bei
vorgenannten Fenstern beziehungsweise Fassaden realisiert werden kann. Die dadurch
realisierbaren schlanken Konstruktionen sind in gleicher Weise mechanisch belastbar
aber weniger optisch auffällig. Dabei ergibt es sich günstigerweise, daß bei den faserverstärkten
Kunststoffen, insbesondere wenn diese aus duroplastischen Harzen bestehen, ein sehr
gutes Brandverhalten festgestellt worden ist. Es sind Duroplaste bekannt, die als
Formmassen im langzeitigen Bereich bis zu 250° C und mehr ein gesetzt werden können.
Durch den nichtbrennbaren Anteil von Glasfasern zum Beispiel, wird die Entflammbarkeit
oder Brennbarkeit solcher Rahmen weiter erschwert und ein zusätzlicher Vorteil erreicht.
Es wird möglich, bei geringeren konstruktiven Maßen, also Breite und Dicke des einzusetzenden
Profiles, gleichhohe oder höhere mechanische Belastungen zur Verfügung zu stellen,
wobei die eingesetzten Profile im Brandverhalten günstig sind und optisch unaufdringlich
wirkend einsetzbar sind.
[0019] Dabei ist es möglich, im Bereich des rahmenlosen Fensters, sowohl einen aus herkömmlichen
Fasermaterial beziehungsweise Glasfasermaterial verstärkten Kunststoff gebildeten
Rahmen einzusetzen, oder aber, bei entsprechend höher gewünschter Belastbarkeit, eine
höherwertige Profilausgestaltung, wie ebenfalls von der Erfindung umfaßt, einzusetzen.
[0020] Für den Verbund des Rahmens mit der Glasscheibe insbesondere der ersten Glasscheibe
ist vorgesehen, daß zum Beispiel ein Befestigungsprofil auf der Glasscheibe aufgeklebt
ist und der Rahmen mit dem Befestigungsprofil haltend zusammenwirkt. Alternativ kann
der Rahmen direkt auf der Glasscheibe aufgeklebt werden.
[0021] Von Vorteil ist dabei, daß der Rahmen im Wesentlichen in den Absatz, welcher von
den beiden Glasscheiben gebildet ist, angeordnet ist und so eine schlanke Konstruktion
ergibt.
[0022] In der einzigen Figur ist die Erfindung in einem Schnitt schematisch dargestellt.
[0023] Das erfindungsgemäße Fenster besteht hierbei aus dem erfindungsgemäßen Rahmen, der
aus mehreren - üblicherweise zum Beispiel vier - Profilteilen 5 besteht, die zum Beispiel
auf Gehrung geschnitten, winklig aneinandergesetzt und verbunden einen Rahmen bilden
und so eine oder mehrere Glasplatten oder -scheiben 1, 2 begrenzen.
[0024] In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine Isolierglasscheibe vorgesehen,
wobei zwischen der ersten Glasscheibe 1 und der zweiten Glasscheibe 2 ein Abstandshalter
3 vorgesehen ist. Der Abstandshalter 3 wird durch Abdichtungen 10, insbesondere Butylabdichtungen,
gegen die Glasscheiben 1, 2 abgedichtet derart, daß sich zwischen den beiden Glasscheiben
1, 2 ein abgedichteter Raum ergibt, welcher gas- und diffusionsdicht verschlossen
ist.
[0025] Am Abstandshalter 3 außen kann sich eine Glasrandversiegelung 11 anschließen.
[0026] Das hier gezeigte Fenster besteht aus einem feststehenden Stock- oder Blendrahmen
9, der zum Beispiel am Bauwerk feststehend angeordnet ist, und einem beweglichen Flügelrahmen.
Beide Rahmentypen können als erfindungsgemäße Rahmen ausgebildet sein.
[0027] Die Erfindung ist auch nicht auf die Einsatzbarkeit bei Fenstern oder nur bei Türen
begrenzt. Es ist zu beachten, daß insbesondere bei großen Fensterflächen von dem Rahmen
ein beachtliches Gewicht - bis zu 120 kg - aufgenommen werden muß und hier die sehr
guten mechanischen Eigenschaften des erfindungsgemäß vorgeschlagenen Rahmens aus Profilteilen
aus glas- und/ oder kohlefaserverstärktem Kunststoff zur Geltung kommen.
[0028] Wie in der Zeichnung gezeigt, weist die erste Glasscheibe 1 gegenüber der zweiten
Glasscheibe 2 einen Überstand 12 auf. Dieser Überstand 12 erstreckt sich zumindest
an einer Seite des Fensters, üblicherweise ist der Überstand 12 an dem Fenster allseitig
vorgesehen. Aufgrund des Überstandes 12 ergibt sich zwischen der Glasscheibe 1 und
der Glasscheibe 2 ein Absatz 4, der einseitig von der Glasscheibe 1 begrenzt wird.
[0029] Die dargestellte Ausgestaltung des Fensters wird auch als "rahmenloses Fenster" bezeichnet.
[0030] Der Absatz 4 wird nur einseitig von der größeren ersten Glasscheibe 1 begrenzt, die
zweite Glasscheibe 2 ist zurückgesetzt und begrenzt nicht diesen Raum.
[0031] In diesem Absatz 4 befindet sich nun das Profilteil 5, welches Teil des Rahmens des
Fensters ist. Das Profilteil 5 ist hierbei im wesentlichen L-artig ausgebildet, wobei
sich ein erster Schenkel bzw. Bereich parallel zum Überstand 12 der ersten Glasscheibe
1 erstreckt und sich ein zweiter Bereich im wesentlichen parallel zur Längserstreckung
des Abstandshalters 3 anschließt.
[0032] Das Profilteil 5 ist dabei mehrkammerig gebildet, um zum einen eine höhere Stabilität
des Profiles zu erreichen und zum anderen auch in den Kammern verschiedene Bauteile
oder Funktionen vorzusehen. Die Kammern 13 können dabei vollkommen geschlossen oder
auch als Hinterschneidungen oder Nuten ausgebildet sein.
[0033] Die Beschlagsnut 14 ist als C-Profil mit dem langen Steg parallel zum Abstandshalter
3 im inneren Bereich des Absatzes 4 angeordnet. Über dieser Beschlagsnut 14 befindet
sich eine Kammer 13', in welcher eine oder mehrere vorstehende Rippen 15 vorgesehen
sind und so einen Anschlag bzw. eine Anlagefläche für einen Eckwinkel oder Eckverbinder
8 bilden.
[0034] Der Eckverbinder 8 wird bei der Herstellung des Rahmens, wie noch erläutert wird,
eingesetzt.
[0035] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß an dem Profilteil
5 ein Befestigungsprofil 6 angeordnet ist. Das Befestigungsprofil 6 ist zum Beispiel
als Kunststoff- oder Metallprofil ausgebildet und weist einen Einhäng- oder Einclipmechanismus
auf. Das hier gezeigte Befestigungsprofil 6 erstreckt sich hierbei günstigerweise
nur im wesentlichen parallel zum Überstand 12 im Bereich der ersten Glasscheibe 1.
Es weist fast keine Stärke in Richtung der Längserstreckung des Abstandshalters 3
auf, wodurch die Wärmedämmeigenschaften deutlich verbessert werden, da insbesondere,
wenn das Befestigungsprofil 6 als Metallprofil ausgebildet ist, eine minimale Beeinträchtigung
der guten Wärmeeigenschaften des aus dem glasfaserverstärktem Kunststoff bestehenden
Rahmens bzw. Profilteiles besteht.
[0036] Das Befestigungsprofil 6 ist als umgekantetes oder gewalztes Profil ausgebildet,
welches zwei bearbeitete Bereiche 16 und 17 aufweist. Der untere Bereich 16 ist doppelt
L-artig abgewinkelt und in eine Nut der Kammer 13 des Profilteiles 5 einsteckbar.
Der obere Bereich 17 ist U-artig umgebogen und weist eine Verdickung mit Hinterschneidung
auf, die nasenartig oder clipartig mit einem entsprechend ausgebildeten Vorsprung
18 an dem Profilteil 5 zusammenwirkt. Die beiden Bereiche 16, 17 weisen daher in die
gleiche Richtung und erlauben das Einstecken oder Einhängen in den Rahmen, bzw. in
das Profilteil 5. Das Profilteil 5 ist verhältnismäßig breit im Verhältnis zu den
beiden Bereichen 16, 17, um so eine große Anlage- bzw. Anklebefläche an die erste
Glasscheibe 1 zu bewirken. Es ist vorgesehen, den Rahmen bzw. das Profilteil 5 über
das Befestigungsprofil 6 an der ersten Glasscheibe 1 zu befestigen, wobei eine direkte
Befestigung auf der Glasscheibe 1 möglich ist oder aber auch die Befestigung des Befestigungsprofiles
über eine Emailleschicht 7, zum Beispiel mit einem Polyurethankleber, möglich ist.
[0037] Die Emailleschicht 7 erstreckt sich hierbei mindestens über die Breite des Überstandes
12. Wie dargestellt, erstreckt sich diese sogar bis hinter den durch den Abstandshalter
3 abgegrenzten Bereich, die Abdichtung 10 liegt hierbei auf der Emailleschicht 7 auf.
[0038] Wie bereits erwähnt, sind an dem Profilteil 5 eine Mehrzahl von Nuten 13, 13' vorgesehen,
in welche zum Beispiel eine Glasleiste oder Abdichtungen einhängbar oder einclipbar
sind.
[0039] Bei der Montage eines solchen erfindungsgemäßen Fensters wird wie folgt vorgegangen,
wobei dieses Herstellungsverfahren ebenfalls Teil der Erfindung ist:
[0040] Zunächst werden die für den Rahmen benötigten Profilteile 5 auf Länge bzw. auf Gehrung
geschnitten, entsprechend dem benötigten Maß. Zum Verbinden der verschiedenen Profilteile
5 dienen die Eckverbinder 8, die nur in den Ecken eingesetzt werden und im wesentlichen
L-artig bzw. dem gewünschten Eckwinkel angepaßt ausgebildet sind. Sie werden auf Klemmung
in die Kammer 13' endseitig eingefügt. Im übrigen ist es auch möglich, daß der Rahmen
mit Epoxydharz im Endbereich getränkt und so verklebt wird.
[0041] Die Befestigungsprofile 6 werden abschnittsweise, als einzelne Teile, in den durch
die Nut 13'' und Vorsprung 18 gebildeten Einhängbereich eingeführt bzw. eingeclipt
und bilden so eine Befestigungs- bzw. Klebefläche zum Befestigen an der Glasscheibe
1.
[0042] Die Isolierglasscheibe wird in bekannter Weise mit einer Emailschicht auf der ersten
Glasscheibe 1, im Überstand 12, beschichtet und hergerichtet. Die erste Glasscheibe
1 ist dabei eine Einscheibensicherheitsglasscheibe, um den thermischen Beanspruchungen
bei dem Einbrennen der Emaillierung zu widerstehen.
[0043] Die kleinere zweite Glasscheibe 2 ist zum Beispiel als Floatglas ausgebildet.
[0044] Der Rahmen wird dann in einer Bewegung rechtwinklig zur Glasscheibenfläche zu dieser
eingeführt, mit dieser verbunden und verklebt.
[0045] Das für die Herstellung des Rahmens benötigte Profilteil 5 wird durch ein als Pultrusion
bekanntes Verfahren gewonnen, wobei es sich hierbei um ein Verfahren zum Strangziehen
von faser- bzw. glas- oder kohlefaserverstärkten Kunststoffen handelt, bei dem das
mit Harz getränkte Verstärkungsmaterial kontinuierlich durch eine beheizte Düse mit
dem gewünschten Profil gezogen wird und so seine endgültige Form erhält und gleichzeitig
aushärtet.
[0046] Hierbei ist es von Vorteil, daß die in dem Profilteil 5 eingearbeiteten Fasern sich
im wesentlichen parallel zur Längserstreckung des Profils erstrecken und in Querrichtung
keinen oder nur einen geringen Kontakt bewirken, wodurch eine, dadurch eventuell bevorzugte
Wärmeleitung zuverlässig unterbunden wird.
[0047] Die jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind Versuche zur
Formulierung ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Schutzes.
[0048] Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines
selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche
zu verstehen.
[0049] Merkmale, die bislang nur in der Beschreibung offenbart wurden, können im Laufe des
Verfahrens als von erfindungswesentlicher Bedeutung, zum Beispiel zur Abgrenzung vom
Stand der Technik beansprucht werden.
1. Rahmen für Fenster oder Türe, wobei der Rahmen aus mehreren miteinander winklig verbundenen
Profilteilen besteht, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil des Profilteiles aus faserverstärkten, insbesondere glas- und/
oder kohlefaserverstärktem Kunststoff besteht, und die Länge der Fasern mindestens
ungefähr der Dicke oder Breite des Profilteiles entspricht.
2. Rahmen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Profilteil im wesentlichen im Schnitt L-artig ausgebildet ist.
3. Rahmen nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Profilteil ein Befestigungsprofil, insbesondere ein Metallprofil einhängbar,
insbesondere einclipbar ist.
4. Rahmen nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern im Wesentlichen parallel zur Längsachse des Profiles orientiert sind und/oder
das Profilteil durch ein Pultrusionsverfahren hergestellt ist.
5. Rahmen nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen duroplastischen oder thermoplastischen Kunststoff.
6. Fenster oder Türe mit einem Rahmen nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Rahmen als Blend- und/oder Flügelrahmen dient.
7. Fenster oder Türe, wobei das Fenster/die Türe zwei Glasscheiben besitzt, wobei eine
erste Glasscheibe zumindest an einer Seite einen Überstand über die zweite Glasscheibe
aufweist und so einen Absatz bildet und das Fenster/die Türe einen mindestens teilweise
aus faserverstärkten Kunststoff bestehenden Rahmen aufweist.
8. Fenster oder Türe nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Fenster/die Türe einen Rahmen nach einem oder mehereren der Ansprüche 1 bis
5 aufweist und/oder der Rahmen und/oder das Befestigungsprofil an der ersten Glasscheibe
befestigbar, insbesondere aufklebbar ist.
9. Fenster oder Türe nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen im wesentlichen im Absatz angeordnet ist.
10. Fenster oder Türe nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Glasscheibe im Bereich des Überstandes eine Emailleschicht aufweist.