[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schaltgerät mit einem Hebelsystem mit Schalthebel
zum Öffnen und Schließen von Festkontakten mit beweglichen Kontakten und mit einem
beweglichen Schalterelement, dessen Bewegung mit dem Öffnen und Schließen der Festkontakte
und beweglichen Kontakte gekoppelt ist.
[0002] Ein derartiges Schaltgerät ist auf dem Elektromarkt seit geraumer Zeit verfügbar.
Es weist gemäß Figur 5 einen Kontakcschieber 21 mit daran gekoppelten beweglichen
Schaltstücken 22 auf, die mit festen Schaltstücken 23 in Kontakt gebracht werden können.
In der Leiterbahn zum einen festen Schaltstück 23 befindet sich ein Bimetallauslöser
24, der bei Stromüberlastung anspricht und die Kontakte 22,23 öffnet. Hierzu ist das
Schaltgerät mit einem Hebelsystem ausgestattet, dessen Schalthebel 25 am oberen Ende
des Kontaktschiebers 21 angreift und diesen zum Öffnen der Kontakte 22,23 entgegen
der Wirkung einer am unteren Ende angreifenden Kontaktlastfeder 26 nach unten drückt.
Letztere bewirkt das Schließen der Kontakte 22,23, nachdem vom Schalthebel 25 her
eine Entlastung des Kontaktschiebers 21 erfolgt. Eine solche Lösung ist in der DE
92 06 137 U1 offenbart. Auch die DE 195 26 591 A1 offenbarte einen elektrischen Schalter
mit einem federkraftbelasteten Hebelsystem, das hier auf einen Kontakthebel mit beweglichem
Kontakt zur Einschaltung wirkt. Bei der Einschaltung bleibt die Kopplung zwischen
Hebelsystem und Kontakzhebel bestehen. Mittels einer Hauptkontaktkraft wird die Kontaktstelle
infolge verminderter Krafteirwirkung des Hebelsystems geschlossen.
[0003] In der EP 0 242 664 A1 ist ein Hebelsystem eines Schaltgerats mit einem Schalthebel
und einem auf eine Kontaktbrücke wirkenden Druckstößel offenbart, der über eine Führungsnut
im Schalthebel betätigbar ist. Der Druckstößel ist mit einer Rastnase versehen, die
in der AUS-Stellung der Kontakte verrastet ist. Zur Schließung der Kontakte wird durch
Drehbewegung des Schalthebels der Druckstößel über die Einschaltflanke in der Führungsnut
zunächst aus der Verrastung gelöst. Nachdem der Druckstößel seine Totpunktlage überschritten
hat, kann das Führungsende des Druckstößels frei in der vor ihm liegenden Führungsnut
gleiten. Zur Konaktschließung müssen lediglich die Kontaktbrücke und der Druckstößel
beschleunigt werden.
[0004] Die bekannten Schaltgeräte sind üblicherweise Leistungsschalter zum Schalten und
Schützen von Motoren und anderen Verbrauchern. Sie werden in unterschiedlichen Baugrößen,
d.h. mit unterschiedlichen Schaltleistungen hergestellt. Die Betätigung, d.h. das
Einschalten bzw. Ausschalten der Leistungsschalter unterschiedlicher Baugrößen wird
je nach Ausführung mit Betätigung von Hand oder Fernantrieb über Wippen-, Kipphebel
oder Drehknebel ermöglicht. Dabei muß beim Einschalten bzw. Ausschalten die Kraft
vom Betätigungselement über das Schaltschloß an das bewegliche Schaltstück übertragen
werden. Bei Betätigung muß das langsame Öffnen bzw. Schließen des beweglichen Kontakts
wegen des verstärkten Kontaktabbrandes und der dadurch verursachten Verkürzung der
Lebensdauer verhindert werden. Zur Lösung dieses Problems wurden in Leistungsschaltern
für höhere Schaltleistungen bisher Schaltschlösser mit Schnappcharakteristik eingebaut,
durch die die Kontakte schnell geschlossen bzw. geöffnet werden. In Leistungsschaltern
für kleinere Schaltleistungen werden konstruktiv einfachere Schaltschlösser ohne Schnappcharakteristik
eingebaut. Ein schnelles Schalten wird hier dadurch erreicht, daß bei der Betätigung
das Schaltschloß entklinkt wird. Dabei ist für das schnelle Ausschalten der Kraftüberschuß
der Ausschaltfedern im Schaltschloß gegenüber dem Kraftniveau durch die Kontaktlastfedern
entscheidend. Ein schnelles Einschalten wird bei diesen Leistungsschaltern dadurch
erreicht, daß mit dem Betätigungselement, z.B. dem Kipphebel, vor dem Schließen der
Kontakte ein steiler Drehmomentanstieg überwunden werden muß. Dabei ist nachteilig,
daß abhängig vom Betätigungselement, der Betätigungsart und Betätigungsgeschwindigkeit
die Schnelleinschaltung nicht mehr gewährleistet ist.
[0005] Daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Schaltgerät der obengenannten
Art dahingehend zu verbessern, daß beim Einschalten unabhängig vom Betätigungselement,
der Betätigungsart und der Betätigungsgeschwindigkeit am Kipphebel, an der Wippe oder
dem Drehknebel die Kontakte schnell geschlossen werden.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Sperre gelöst, die zum Schließen der
Kontakte zunächst das Schalterelement verriegelt, um zwischen dem Schalthebel und
dem Schalterelement einen Freiraum zum kompletten Bewegungshub für den Schließvorgang
zu schaffen, der durch Entriegelung der Sperre eingeleitet wird.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen 2 und 3 zu entnehmen.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- FIG 1
- ein Schaltschloß eines Schaltgeräts in Schaltstellung AUS,
- FIG 2
- das Schaltschloß gemäß FIG 1 mit noch geöffneten Kontakten beim Schließvorgang,
- FIG 3
- das Schaltschloß gemäß FIG 1 in entriegelter Schaltstellung bei geschlossenen Kontakten
und
- FIG 4
- das Schaltschloß gemäß FIG 1 in der Schaltstellung EIN.
[0009] Figur 1 zeigt ein Schaltschloß 1 eines elektrischen Schaltgeräts, z.B. eines Schützes
oder Leistungsschalters. Das zur EIN- und AUS-Schaltung von hier nicht dargestellten
Kontakten dienende Schaltschloß 1 ist in der Schaltstellung AUS dargestellt. Das Schaltschloß
1 ist im wesentlichen aus einer Schaltplatine 2, einer Zahnwippe 3 als Betätigungselement
sowie einem mit dieser in Wirkverbindung stehenden Hebelsystem zusammengesetzt, das
eine Klinke 4, einen Klinkenhebel 5, einen Schalthebel 6 mit einer Drehfeder 7 und
eine Zugfeder 8 als Ausschaltfeder umfaßt. In der dargestellten AUS-Stellung ist der
Klinkenhebel 5 entriegelt, d.h. er ist nicht in Eingriff mit der Klinke 4. Die Zugfeder
8 hält in Zusammenwirkung mit der Drehfeder 7 den Schalthebel 6 in der dargestellten
Position, in der ein Anlenkhebel 10 als Schalterelement zum Öffnen und Schließen der
beweglichen Kontakte in der AUS-Stellung, d,h, in der unteren Stellung gehalten wird.
Anstelle des Anlenkhebels 10 kann z.B. ein Kontaktschieber verwendet werden.
[0010] Zusätzlich zu dem soweit bekannten Schaltschloß 1 ist erfindungsgemäß eine auf der
Schaltplatine 2 drehbar gelagerte Sperre 11 vorhanden, an der eine Rückstellfeder
12 angreift. Mit dem Hebelsystem ist eine Rolle 13 verbunden, die in einer Kulisse
14 geführt ist. Bei Betätigung der Zahnwippe 3 in Richtung EIN-Stellung bewegt das
Hebelsystem den Schalthebel 6 in die in Figur 2 dargestellte Position, in der ein
bestimmter Abstand a zwischen dem Anlenkhebel 10 und dem Schalthebel 6 besteht. Bis
zu dieser Stellung wurde die Sperre 11 um ihre Drehachse 14 durch den Abgriff an der
Rolle 13 gedreht, so daß der Anlenkhebel 10 kurz vor der Entriegelung steht. In dieser
Stellung sind die Kontakte noch geöffnet. Bei weiterem Drehen der Sperre 11 wird der
Anlenkhebel 10 entriegelt und unter Wirkung der nicht dargestellten Kontaktlastfeder
nach oben in die Position gemäß Figur 3,4 bewegt, in der die Kontakte geschlossen
sind.
[0011] Figur 4 zeigt die abschließende Stellung nach Beendigung des Einschaltvorgangs, in
der die Rückstellfeder 12 vorgespannt ist, so daß bei Auslösung des Schaltschlosses
1 die Sperre 11 in die zuvor beschriebene Position gemäß Figur 1 zurückgestellt wird.
[0012] Der Abstand a ist derart bemessen, daß der Anlenkhebel 10 und mit ihm die beweglichen
Kontakte nach Entriegelung der Sperre 11 angetrieben durch die Kontaktlastfedern unbehindert
und unabhängig von der Betätigungsgeschwindigkeit und Schloßmechanik schnell geschlossen
werden.
[0013] Obwohl die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf die in der beigefügten Zeichnung
dargestellte Ausführungsform erläutert ist, sollte berücksichtigt werden, daß damit
nicht beabsichtigt ist, die Erfindung nur auf die dargestellte Ausführungsform zu
beschränken, sondern alle möglichen Änderungen, Modifizierungen und äquivalente Anordnungen,
soweit sie vom Inhalt der Patentansprüche gedeckt sind, einzuschließen.
1. Schaltgerät mit einem Hebelsystem mit Schalthebel (6) zum Öffnen und Schließen von
Festkontakten mit beweglichen Kontakten und mit einem beweglichen Schalterelement
(10), dessen Bewegung mit dem Öffnen und Schließen der Festkontakte und beweglichen
Kontakte gekoppelt ist, gekennzeichnet durch eine Sperre (11), die zum Schließen der Kontakte zunächst das Schalterelement (10)
verriegelt, um zwischen dem Schalthebel (6) und dem Schalterelement (10) einen Freiraum
zum kompletten Bewegungshub für den Schließvorgang zu schaffen, der durch Entriegelung
der Sperre (11) eingeleitet wird.
2. Schaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltelement ein Anlenkhebel (10) ist.
3. Schaltgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entriegelung der Sperre (11) durch Abgriff an einer in einer Schaltplatine
(2) kulissengeführten Rolle (13) erfolgt.
1. Switching device with a lever system with switch lever (6) for opening and closing
of fixed contacts with movable contacts and with a movable switch element (10) the
movement of which is coupled to the opening and closing of the fixed contacts and
movable contacts, characterised in that a latch (11) which for closing of the contacts
initially latches the switch element (10), in order to create free space between switch
lever (6) and the switch element (10) for the complete movement travel for the closing
process which is initiated through the unlatching of the latch (11).
2. Switching device according to Claim 1, characterised in that the switch element is
a link lever (10).
3. Switching device according to Claim 1 or 2, characterised in that the unlatching of
the latch (11) takes place through contact at a roller (13) which is link-borne in
a switch plate (2).
1. Appareil de commutation comportant un système de leviers ayant un levier (6) de commutation
pour ouvrir et fermer des contacts fixes à l'aide de contacts mobiles, et comportant
un élément (10) de commutation mobile dont le mouvement est couplé à l'ouverture et
la fermeture des contacts fixes et des contacts mobiles, caractérisé par un élément (11) de verrouillage qui, en vue de la fermeture des contacts, verrouille
d'abord l'élément (10) de commutation, afin de créer entre le levier (6) de commutation
et l'élément (10) de commutation un espace libre en vue de la course complète de déplacement
pour le processus de fermeture qui est déclenché par le déverrouillage de l'élément
(11) de verrouillage.
2. Appareil de commutation suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément de commutation est un levier (10) articulé.
3. Appareil de commutation suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le déverrouillage de l'élément (11) de verrouillage s'effectue par prise
sur un galet (13) guidé par coulisse dans une platine (2) de commutation.